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22.05.05
Les DIMIs n'existent pas? Les DIMIs existent!
Nun also endlich zum DIMI, oder genauer gesagt: den DIMIs.
Das klangvolle Kürzel steht für DIgital Music Instrument, und der auf diesen Seiten bereits mehrfach gewürdigte finnische Elektronik-Pionier Erkki Kurenniemi (siehe die Einträge zu den Nadeldrucker-Symphonien und zu Mika Taanila bzw. dessen Filmen "Optical Sound" und "Future Is Not What It Used To Be") benannte so eine Serie von Synthesizern, die er Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre konstruierte.
Die ersten DIMIs entstanden - wie schon 1968 das sogenannte "Andromatic" - für den schwedischen Komponisten Ralph Lundsten, um verschiedene Möglichkeiten zu schaffen, einerseits Bild und Ton zu synthetisieren, andererseits verschiedene Formen der Interaktion ins Spiel mit einzubeziehen.
Zur DIMI-Familie zählen:
... das DIMI-A (Digital Music Instrument, Associative Memory)
- zu spielen mit zwei digitalen Stiften;
... das DIMI-O (Digital Music Instrument, Optical Input)
- das in Realzeit Bilder in Töne übersetzte;
... das DIMI-T (auch: "Electroencephalophone")
- das über die Hirnstromaktivitäten der SpielerInnen gesteuert wurde;
und, neither last nor least:
... das DIMI-S (auch: "Sexophone")
- das über die Berührung(sintensität, und zwar wohl auch die emotionale, nämlich den Hautwiderstand) zwischen den SpielerInnen funktionierte.
Warum die Veranstaltung, mit der Erkki Kurenniemi, Mika Taanila, Mika Vainio und der FreundInnen von Musik und Medien ebenfalls nicht unbekannte Carl Michael von Hausswolff in den letzten Jahren durch Festivals und Kunsthäuser tourten (hier zB Biennale Venedig) ebenso wie die DVD-Version von Taanilas "Future Is Not What It Used To Be", nämlich "The Dawn of DIMI" hiess - wenn selbiges durch den Film doch gerade wieder eine Neuentdeckung erfuhr und in Fachkreisen sowieso längst Legende ist? Nunja. Nehmen wir das mal mehr als werbenden Stabreim.
Schliesslich als Dreingabe noch ein paar Leszeichen zum Thema:
Zu "The Dawn of DIMI" gibt es im Archiv von reboot.fm eine Radiosendung zur gleichnamigen Station im Rahmen einer Koop zwischen der berlin biennale 04 und Maerzmusik 04 (hier eine Presseinfo als pdf), die leider gerade erst am 12.05. ausgestraht wurde - aber am 19.10. wieder ausgestrahlt werden wird.
Einer der nahrhaftesten Kommentare ist - als Zitat eines Textes von Mika Taanila in der finnischen Zeitschrift framework, die ihre Ausgabe 2/2004 zum Thema Medien (bis auf Häppchen) leider nicht online freigibt - in den Hintergrundinfos zur Ausstellung Kuriennemi/Taanila der Londoner HTTP Gallery zu finden.
Weiteres auch auf den Seiten des KIASMA, das seinerzeit die DoD-Tour durch die Kunstwelt schickte.
Dann gibt es noch ein paar deutschsprachige, aber sehr lückenhafte Infos zum DIMI auf den ansonsten extrem reichhaltig ausgestatteten und empfehlenswerten SYNRISE-Seiten von Stephan Dargel.
Und die in diesem Weblog bereits vorgestellten Aktivisten von beige.org haben nach dem Besuch einer Veranstaltung mit Erkki Kuriennemi in Helsinki einen "Dimi-H Prototype v2" entworfen.
Von miss.gunst am 22.05.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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