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31.07.05

Das Insekt und die Kunst (INOX KAPELL)

Hätte auf den ersten Blick vielleicht auch bescheiden in den Radar wandern können, dieser Logbucheintrag, weil Anlass eine weitere Ausflugsempfehlung in Richtung Mainzer Akademie-Rundgang ist.
Gehört aber in diesem Fall sofort in den Zettelkasten, in dem sich ja auch schon andere Einträge zum Thema Insektenmusik tummeln.
Die Forschungsstelle schlechthin nicht nur zur Insektenmusik, sondern auch zur Insektenkunst (im Grossen, Ganzen und weltumspannenden Gesamten gesehen) befindet sich nämlich im nahe gelegenen Wesp- bzw. Wiesbaden und ist am heutigen Sonntag (31.07.05) in Gestalt ihres Begründers und hauptamtlichen Leiters INOX KAPELL in Mainz zu Gast.

Das nicht anders als die Insektenwelt vielfältige, stets wachsende und sich hin und wieder verwandelnde Universum von INOX KAPELL ist in jeglicher Hinsicht eine Reise wert. Und das heisst in diesem Fall: Nicht allein auf die verzweigten (dabei aber, wie es sich für Sammler und Forscher gehört: bestens sortierten) Gefilde gleichen Namens, die einen bequemen online-Besuch gestatten und recht ausführlich sowohl über den Werdegang ihres Eigners und namentlich seine Zuneigung zu allem Insektoiden als auch über seine äusserst produktiven Aktivitäten Auskunft geben.
Tatsächlich hat Herr Kapell in seinem Wesp- bzw. Wiesbadener Eigenheim auch ein ziemlich gut bestelltes Museum eingerichtet. Darüberhinaus bietet er lehrreiche Insektenexkursionen an - und vor allem anderen macht er auch Insektenmusik, die sich dann beispielsweise so anhört (das Stück heisst übrigens: "INOX KAPELL Schrillschoh - Kammon Bebie"; ist also, hallo Radios, sogar quotengeeignet für den Fall der Fälle. Wobei es, wie miss.gunst bedauernd mutmasst, wahrscheinlich nie die doch wirklich desiderate Insektenmusikquote geben wird).

Wer sich ein bisschen weiter über die musikalische Produktion von INOX KAPELL orientieren will, dem sei (neben dem nicht eben informationsarmen IK-Universum) folgende Empfehlung aus textem.de zu einem Tonträger anempfohlen, auf dem im Übrigen auch noch andere Tiergattungsmusiken von anderen KünstlerInnen enthalten sind.

Und last but not least - für einen Zettelkasteneintrag nahezu unbotmässigerweise, aber eben anlassgemäss - dann auch noch die Angabe der Daten bzw. des Datums, das wie bereits einleitend angekündigt in diesem Fall nicht nach Wespbaden, sondern nach Mainz locken sollte (auch ohne Pheromone):

  • Datum:
    "Erlebt das Insekt und die Kunst!"
    Eine Vorstellung der Arbeitsweise des insektoiden Gesamtkunstwerks
    und des Anatomologen INOX KAPELL inklusive Insekten-Gezeige.
    Sonntag, 31.07.2005 um 15 Uhr
    im Hörsaal der
    Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität
    Am Taubertsberg 6
    D-55099 Mainz

  • Von miss.gunst am 31.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    30.07.05

    Konsolenkreaturliebschaften ff. (Space Invaders)

    Über die pacLove bzw. das gemeinsame Interesse an den aus dieser hervorgegangenen Wiedergängern von Konsolenkreaturen sieht sich das Medium von HOME MADE ein weiteres Mal angespornt, den Text zu einem der aktuellen Bilder auf Un photoblog inutile de plus beizusteuern.
    (@ Julien: hope I'll find the time to follow up with french or english trans/version...)

    In diesem Fall ist es ein Pixel mosaïque, das Julien Mudry an einer Genfer Hausfassade ausgespäht hat. Um mal die Gunstwissenschaftlerin rauszukehren: Sowohl der Ort wie auch das verwendete Material und die Technik verweisen recht eindeutig auf die Urheberschaft hin.
    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben wir es hier mit einer Hinterlassenschaft der Space Invaders zu tun.

    Letztere pflegen ihre Huldigungen an das gleichamige Video- bzw. Computerspiel von 1978, das seinerzeit schon in der Version für die Atari-Konsole invasionsartige Verbreitung erfuhr, nämlich seit einigen Jahren auf genau diese Art und Weise in der weiten Welt zu verteilen.
    Und zu klassischen Graffiti-Techniken sind dabei über die Jahre hinweg auch edlere Gestaltungsformen wie die im Pixel mosaïque verwendete gekommen.
    (Was, nebenbei bemerkt, natürlich ein Luxus ist und auf ausbleibende Ahndung durch ordnungshütende Institutionen verweist, welche die Space Invaders weniger ihrer allgemeinen Bekanntheit als der Anerkennung durch internationale Kulturmagazine und Kunstinstitutionen verdanken dürften. Letzter Link ist übrigens auch etwas für Fans des guten alten Rubik Cube bzw. Zauberwürfels, der so manche/n in den 1980ern zur Verzweiflung trieb...)

    Genf jedenfalls gehört zu den von den Space Invaders weidlich heimgesuchten Städten.
    An dieser Stelle nun eine kleine Bedienungsanleitung, da sich die entsprechenden Seiten leider nicht mehr im besten Zustand befinden und ausserdem (aarrgh) über nicht so gut verlinkbare PopUp-Fenster funktionieren: Um sich mithilfe des eigens angelegten Stadtplans auf die Spuren der Genfer Invasion zu begeben, muss man die Maus auf's Intro-Photo krabbeln lassen.
    Welches sich bei dieser Gelegenheit, wer hätte das gedacht, als Zeugnis eben jener Invasion entpuppt, die wir bereits aus Mudrys PacLove-Foto kennen.

    Ob das ebenfalls mosaizierte Herzchen dann die Invaders selbst oder nachfolgende KonsolenkreaturenliebhaberInnen hinzugefügt haben? Wahrscheinlich schon erstere, zumal man angesichts der verschiedenen Aufnahmewinkel nicht mal so sicher sein kann, ob es auf der älteren Aufnahme noch nicht da oder nur nicht mit im Bild ist. Aber eigentlich egal. Hauptsache, die Liebe hält.

    Von miss.gunst am 30.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

    29.07.05

    Soundscapes ff. (Tietchens, Wollscheidt)

    Zugegeben: Musikalisch ist das von der Anempfehlung von Bobby Baby bzw. dem, was diconize me! uns näher bringen will, denkbar weit entfernt.
    Aber da in dieser Hinsicht mehr als ("Ach...") zwei Seelen in der Brust von miss.gunst wohnen (und in diesem Kohabitat im Übrigen bestens miteinander auskommen), muss das folgende Konzert natürlich ebenfalls angekündigt werden...

    Am heutigen Freitagabend (29.07.05) kommen nämlich in Mainz zwei Soundforscher zusammen, die jeder für sich genommen schon einen guten Grund abgeben würden, einen spontanen abendlichen Abstecher in Richtung Rheinland-Pfalz einzuplanen. Na, sagen wir: wenigstens für an Electronica interessierte Menschen im näheren oder weiteren Einzugsgebiet einer Stadt, die ansonsten doch eher für ihre Karnevalsmusik sowie, immerhin, für eine exzellente Generalmusikdirektorin am Staatstheater bekannt ist (was, beiseit bemerkt, in Deutschland noch immer eine Seltenheit ist - und das liegt, ebenfalls beiseit bemerkt, weniger an der potentiellen Exzellenz der Dirigentinnen...).

    Doch genug der Abschweifungen und zur Sache: Am besagten Tag und zur in untenstehendem Datensatz angegebenen Stunde finden im Rahmen des Rundgangs der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität ein Konzert von Asmus Tietchens und Achim Wollscheidt statt. Auch wenn das bei dem einen wie dem anderen im Prinzip kaum nötig sein wird: Ausführlicher vorstellt werden sollten die beiden (bzw. jeder für sich) in diesem Logbuch gelegentlich an anderer Stelle.

    Falls es unter den potentiell eben sowieso fachkundigen HOME MADE-LogbuchleserInnen aber doch noch akustische Appetithäppchen braucht:
    Von Asmus Tietchens gibt es - leider nur ausschnittweise - etwas aus dem fast schon klassischen Doppelalbum "Eisgang / Dämmerattacke" auf den seinen Produktionen gewidmeten Seiten von sleepbot.com (inklusive, u.a. des gemeinsamen Projekts Kontakt der Jünglinge wegen, weiter´verführender Linx zu den Seiten von Thomas Köner - aber zu all dem eben später mal mehr...).
    In Achim Wollscheidt Klanguniversum dagegen lässt dank seines aktuellen Projekts "Imaginary Soundscapes" etwas tiefer einsteigen.

    Ansonsten aber gilt - wie auch sonst so oft - pflücke den Tag bzw. die Gelegenheit und begib dich dorthin, wo die Musike spielt.
    Ergo zum Beispiel am heutigen Freitagabend nach Mainz.

  • Die Daten:
    Konzert mit Asmus Tietjens und Achim Wollscheid
    Hörsaal der
    Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität
    Am Taubertsberg 6
    D-55099 Mainz
    Fr 29.07.2005
    19:30 Uhr (Einlass 19:00 Uhr)

  • Von miss.gunst am 29.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    28.07.05

    Elektromagnetischer Sommer (WRT)

    Bevor es zu spät ist, beeilt sich das Medium von HOME MADE, auf den Elektromagnetischen Sommer hinzuweisen:
    Noch bis einschliesslich Sonntag, 31.07.05 gibt es beim Zürcher Radio Lora auf Kanal 7 satte 24 Stunden am Stück ziemlich leckeres Programm zur elektronischen Medienkultur: Wissenswertes, jede Menge Kunst und natürlich auch Musik...

    Einzelheiten zum jeweiligen Tages- und Nachtprogramm sind der Kanal 7-Seite zu entnehmen - und zwar ausgestattet mit jeder Menge weiterführender Linx, sodass das Blättern sogar für Radioabstinente lohnt.
    Das Medium von HOME MADE hat dort jedenfalls schon recht eifrig gestöbert und wird, versprochen, eine Auswahl der einschlägigen Leckerbissen in der nächsten Zeit auch noch hier im Logbuch vorstellen.

    Am heutigen Donnerstag aber ist der Tag von fünf Uhr früh bis - naja: fast - zur sinkenden Abendsonne dem Projekt "Sun over IP" von Anja Kaufmann und Roman Haefeli gewidmet, welches folgendes verspricht:

    "Radiostationen weltweit werden empfangen und in Abhängigkeit zum Sonnenstand gesendet. Webradio aus aller Welt, wenn die Sonne aufgeht, am höchsten steht und untergeht."

    Was das dann akustisch heisst, wird man wohl noch erlauschen müssen. Jedenfalls gibt es surplus dazu auch noch Moderation, Kommentare und Interviews vom Kanal7-Team. Und zum Zuschauen den Solarkompass online obendrein.
    Im Grunde weiss man ja, dass die Sonne eigentlich niemals untergeht - und vergisst es nur immer wieder, sobald es dunkel wird. In diesem Sinne bekommt das Projekt auch noch das Prädikat: "Didaktisch wertvoll" verliehen - und das soll keine Beleidigung sein.

    Kein Zugang zur Zürcher Frequenz 97,5 MHZ für den Standard-Radio-Empfang?
    Kein Problem: Kanal 7 hält auch einen Webstream bereit...

    Von miss.gunst am 28.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.07.05

    Forever Sweet

    Es gibt Nachbarn, die muss man einfach gern haben. Und weil sowohl Campingreisende wie Daheimgebliebene hin und wieder in die Situation geraten können, dass sie gern ein bisschen Musik hören wollen, aber gerade nicht so recht wissen, wie und was, taugt diese Seite sogar recht gut als Erste Hilfe: disconize me!

    Eigentlich ja sogar ein klassischer Fall für die bei HOME MADE gern geführte, weil so bequeme Kategorie "Drin, was draufsteht"* - also nicht weiter kommentarbedürftig.

    Da wir es uns aber so einfach nicht machen wollen, wenigstens noch eine persönliche Empfehlung für diejenigen, welche disconize me! nicht sowieso schon auf ihrer Blogrolle führen oder sonstwie regelmässig dort vorbeischauen bzw. -lauschen:
    Passend zur Überschrift des Logbucheintrags - mit der ja eigentlich schon die gesamte disconize me!-Blogosphäre gemeint ist - kann man zum Beispiel gut den ebendort am 22.07.05 gelegten Linx auf das aktuelle Release von Bobby Baby a.k.a. Ella Glockenspiel folgen. Und sich mit einem Love Song den Tag versüssen lassen.

    Dessen Bereitstellung als solche verdankt sich übrigens Corp[orate ]Id[entity], einem Netzlabel, dessen regelmässiger Besuch an dieser Stelle ebenfalls wärmstens ans Herz werden kann.

    * Nein, eine solche Kategorie gibt es natürlich nicht wirklich im Sortiment. Aber eben schon hin und wieder Einträge, die man so bezeichnen könnte, wenn man denn wollte. Den zur dorkbot hacienda beispielsweise oder den zum Role Model-Gastspiel in Zürich.

    Von miss.gunst am 27.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.07.05

    Campen mit saasfee*

    saasfee_k.gifWer den im letzten Logbuch-Eintrag zur Camping-Tour ausgeworfenen Ankern gefolgt ist, könnte vielleicht selbst schon auf die Station gestossen sein, die heute angesteuert wird.
    Wobei tagesaktuell vor Ort leider nurmehr auf die üblichen Spuren der inzwischen weitergereisten Camper zu stossen ist.
    Aber da es in der Natur der Sache liegt, dass nomadische Projekte weiterziehen, gönnen wir uns in diesem Fall mal einen Blick zurück:
    Auf's Campen mit saasfee*.

    Richtig gelesen: Nicht "in Saas-Fee", sondern: "mit saasfee*".
    Letzteres wiederum liegt auch keineswegs in der schönen Schweiz, sondern ist in Frankfurt am Main stationiert. Und, was sich hieraus nachgerade zwangsläufig ergibt, erst einmal kein Urlaubsort.
    Vielmehr - und da kann man faul, aber ohne fahrlässig zu handeln gut und gerne die saasfee*-Selbstdarstellung zitieren - "ein label für medienorientierte projekte und elektronische musik".

    Kennen und schätzen lernte miss.gunst saasfee* Mitte der 1990er Jahre noch unter anderem, eigentlich ähnlich alpin inspirierten Namen: arosa2000. arosa2000 hatte damals einen funkelnden kleinen Ausstellungsraum direkt gegenüber dem ehemaligen Stadtbad Mitte - einer zentralen, aber ansonsten etwas unwirtlichen Ecke. Durchgangsstrasse, im unmittelbaren Umfeld ansonsten: Einkaufszonenrandgebiet, tags uninteressant und abends absolut verödet. Beste Nachbarschaft in Reichweite: Der trockengelegte und zur Verkehrinsel verkommene Brunnen des Zero-Mitstreiters Hermann Goepfert). Dort gab es nun also immer wieder wahre, gute und schöne Dinge zu sehen und zu hören; sowohl Eigenproduktionen als auch solche interessanter Gäste, die ihre Arbeiten (Kunst, Design und Diverses dazwischen) oder ganze Projekte mitbrachten. Während umgekehrt das arosa-Team schon damals ziemlich rege war, eine Art Customizing aufgelassener Orte im Stadtraum zu betreiben.

    saasfee_g.gifAber wir wollen nicht abschweifen - jedenfalls vorerst nicht, denn es gibt genug saasfee*-Projekte, die zu gegebener Zeit gut und gerne mit einem eigenen Logbucheintrag vorgestellt werden können. Die spärlichen Hintergrundinformationen daher nur, weil sie recht gut zum eigentlichen Thema überleiten:
    Tatsächlich kann das GUNSTmobil seine Tour dort fortsetzen, wo es gestern Rast machte, im Schweizerischen Fribourg bei pac.
    Vor etwas mehr als einer Woche nämlich, am Samstag, 16.07.(05) war das pacmobil nach Frankfurt eingeladen - zu einer zünftigen Camping-Veranstaltung von saasfee*.

    Leider steht das wunderbare Camper-Programm nicht mehr (bzw. noch nicht wieder) im Netz; daher an dieser Stelle ein paar Impressionen.
    Beeindruckend allem voran die Gestaltung der Lokation: Nicht etwa, dass man sich auf einer der vorhandenen Campingplätze der Region eingerichtet hätte, das Sachsenhäuser Licht- und Luftbad okkupiert oder am schönen Schwedlersee eingepachtet. Stattdessen die Bögen der Honssell-Brücke im Industrieviertel Ostend, ein eingeführter Partyplatz im Gentrifizierungsgebiet mit der klassischen Mischung aus sogenannten Abrissobjekten, Baumarktbunkern und schon mal hingepflanzter, schick gemeinter (jedoch eher scheuszlicher) Architektur der Marke "hochmoderne Büroflächen" und Richtung Main(häfen) ein bisschen Brachland drumherum. sfc002.gifNicht gerade sehr idyllisch. Ergo aber für saasfee*-Projekte ideal.

    Denn wer sich des Nachmittags zum Ort des Geschehens begab, um an dem angekündigten Barbecue teilzunehmen, fand ersteren schon ziemlich verwandelt bzw. im Stadium der Metamorphose vor.
    sfc003.gifMit Rollrasen und eigens angefertigten Claims war da D.I.Y. ein kleiner Campingplatz entstanden, "Floating Devices" (customized Lumas) von airbag craftworks zum Lümmeln, Grill und Kiosk natürlich - sowie, nein: leider nicht dem eigentlich eingeladenen pac- bzw. discomobil, das nämlich mit einer Panne liegengeblieben war. Aber einem optisch überzeugenden Ersatzgefährt und - nicht weniger einsatzfähig - dem treuen HOME MADE-Logbuch-LeserInnen bereits bekannten disco- bzw. custom bike von pac.sfc004.gif

    Alles dies erzeugte bereits des Nachmittags eine höchst entspannte Campingstimmung - und abends spielte dann noch, ebenfalls höchst stimmungsvoll, Remington Super 60 aus Frederikstad/NO (beispielsweise solche angenehmen Dinge wie dieses Stück hier: "happy as I am"...).sfc005.gif
    Dass im Anschluss natürlich noch lange aufgelegt wurde, sei dem eigentlichen Eintragsthema geschuldet nur am Rande erwähnt - und auf die Ausstellung, die es unter den Brückenbögen gab, beschliesst das Medium später noch mal extra einzugehen.

    Der Eintrag sei stattdessen (ja, heute haben wir da Luxus) mit einem weiteren schönen Bild von diesem schönen Campingplatz beschlossen, das diesen zwar noch im Zustand seiner beginnenden Besiedelung, aber in einer besonders idyllischen Vorabendstimmung zeigt.sfc001.gif

    Alle Credits für die hier versammelten Bilder gehen mit Xtra-Dankeschön an: saasfee*2005.
    Die uns, fest versprochen, in diesem Logbuch recht bald wieder begegnen werden.

    Von miss.gunst am 26.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.07.05

    pacLove

    Na, wenn das kein schöner Zufall ist: In der unmittelbaren Nachbarschaft der französischschweizer Blogosphäre liefert Julien Mudry (Un photoblog inutile de plus) noch einen passenden Bildfund zum heutigen Haupteintrag. Wenngleich wohl nicht zu vermuten steht, dass sich ein Mitglied der pacacademy unter den Brückenbogen gehangelt hat - denn auf Spuren mobiler pactivisten lässt sich in der Tat allenthalben stossen. Und da in diesem Logbuch ja auch regelmässig dem 8 bit-Universum gehuldigt wird, macht miss.gunst hierfür gerne ein extra-Fach im Zettelkasten auf...

    Von miss.gunst am 25.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    pac mobil

    Und weiter geht's mit der Campingtour. Vom Videosafarimobil über den Bildwechselbus nun zu einer ganzen Gruppe von Projekten, in denen das Customizing konventioneller Gefährte zu Kunstvermittlungsvehikeln praktiziert wird. Oder genauer gesagt: Zu einer Gruppe, die sich auf entsprechende Projekte spezialisiert hat.
    Besonders praktisch, dass wir die Reise im Grunde dort fortsetzen können, wo wir kürzlich erst die Zelte aufgeschlagen hatten: In Esther Eppsteins message salon. Allerdings nicht der mittlerweile musealisierten Wohnwagenvariante, sondern deren etwas sesshafter angelegten Nachfolgeinsitution, wo sich vor einiger Zeit auch pac vorgestellt haben.

    Deren Zürcher Ausstellung verlassen wir allerdings gleich wieder, um zunächst einmal nach Fribourg zu fahren. Hier gründete sich die Gruppe 1999 mit dem Ziel, neue kuratorische Konzepte zu entwickeln.
    Als Ausgangspunkt diente das Schaufenster eines Raums namens "Poste d'art contemporain", den pac nach der freundlichen Übernahme des Akronyums der Übersicht halber gleich in CAP umtaufte. Die Aktivitäten, die aus der HOME MADE-Campingtour-Perspektive vorzugsweise interessieren, fanden und finden aber andernorts statt.

    Schon im Juni desselben Jahres bestieg pac nämlich einen eigens angeschafften Bus und fuhr nach Genf, um dort mit Matratzen und Hängematten eine Art Kunst-Camp aufzuschlagen, neben Massagen wurde allabendlich Barbecue offeriert.

    Seither ist die Camper-Tradition bei pac nicht abgerissen, und neben dem pacmobil, mit dem man derzeit gern auf Reisen geht, um es als fahrende Disco* einzusetzen, werden auch andere einschlägig prädestinierte Gefährte umgenutzt, umgestaltet, okkupiert oder sogar neu entwickelt:
    Etwa ein stillgelegter Eisenbahnwagon, der zum Club mutiert (beiseit: ein Konzept, das sich allerdings u.a. auch bei der deutschen Bundesbahn schon seit Jahren grösster Beliebtheit erfreut, die auf ähnliche Weise und als Schieneneignerin sogar die Bewegung bewegend gern ganze Betriebsausflüge zum Schwoofen schickt). Oder, besonders geeignet für Operationen in Fussgängerzonen: Der Diskodonkey beispielsweise. Sowie das für's Partymachen im Grünen bestens gerüstete Custom Bike.
    [* für die Bilder bitte einfach an der rechten Leiste herunterscrollen, sie werden jeweils unterhalb der Daten angezeigt, die pac auf ihrer neuen Heimseite in einer chronologischen Agenda listen].

    Wer jetzt meint, pac sei mittlerweile ganz auf die Seite der Clubveranstalter übergewechselt und habe mit Kunst nur noch am Rande zu tun, liegt allerdings falsch: Nach wie vor widmen sich pac der mobile Kunstbotschafterei.
    Und da diese logischerweise an Orte führt, an denen man auf Gleichgesinnte treffen kann, wird uns pac auch auf die nächste Station unserer Camping-Tour begleiten. Dazu morgen mehr.

    P.S. Während die neue Heimseite von pac über die Aktivitäten ab 2004 informiert, lohnt für diejenigen, die neugierig auf voraufgangene Projekte sind, auch ein Besuch auf den alten Seiten. Aufgrund der etwas eigenwilliger Flash-Vektor-Animation sind die allerdings wirklich etwas mühsam durchzublättern - und leider führt auch der Anker zum Pacman-Spiel, das es hier früher offenbar mal zu spielen bzw. herunterzuladen gab, mittlerweile ins Leere (als Dreingabe von miss.gunst gibt's hier eine Alternative).
    Aber immerhin pflegt pac nicht nur die aktuelle Agenda, sondern auch die Tradition: Das der Konsolen-Inkunabel zuzwinkernde best pac mobile ever done mag zwar nicht Made bzw. Customized in Fribourg. Aber passt sich doch prima in die pacmobil-Familie ein.

    Von miss.gunst am 25.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.07.05

    Bildwechselbus

    berlinbus_ksw.gifDa es mit Blick auf Berlin, wo die gestern vorgestellten Nachbarn von der Riesenmaschine beheimat sind, noch Weiteres zu vermelden gibt, lässt das Medium von HOME MADE das GUNSTmobil noch ein bisschen in der Schweiz stehn und den Radar in Richtung Spree ausgerichtet. Diesmal gibt allerdings wieder, den Camping-Schwerpunkt fortsetzend, Nachrichten von einem Kunstvermittlungsmobil.

    Seit Freitag, 22.07. und noch bis zum 01.08.2005 gastiert nämlich der Bildwechsel-Bus in Berlin.

    Für diejenigen, denen das nichts oder wenig sagt, sollte zunächst natürlich erst einmal eine kleine Einführung in das Bildwechsel-Universum erfolgen.

    Zu diesem Behufe muss man sich allerdings in die eigentliche Heimat von Bildwechsel, also nach Hamburg begeben.
    Dort wurde Bildwechsel 1979 von Studentinnen der Hochschule für Bildende Künste mit dem Ziel gegründet, die Präsenz und Vernetzung von Künstlerinnen zu stärken, die im Bereich audiovisuelle Medien arbeiten. Daraus ist über die Jahre (und nicht zuletzt durch den Zuzug des ehemals in Nürnberg verorteten Künstlerinnen-Archivs) nicht nur ein international operierender Dachverband mit einer ganzen Bandbreite verschiedener Aktivitäten geworden, sondern auch insofern eine echte Institution, da Bildwechsel mittlerweile über ein Film- und Videoarchiv, eine Fachbibliothek und eine Materialien- bzw. Archivaliensammlung verfügt, die mindestens im deutschsprachigen Raum wohl einmalig ist.

    Anders gesagt: Wer über Künstlerinnen und insbesondere diejenigen, die mit Film/Video und Audio arbeiten, forscht oder sich auch einfach nur darüber informieren will, was diese in den vergangenen Jahrzehnten zur zeitgenössischen Kunst beigetragen haben, kommt um einen Besuch bei Bildwechsel nicht herum. Oder klingelt früher oder später mit fliegenden Fahnen um einen Archivtermin an, weil es hier tatsächlich viele Arbeiten und Dokumente* gibt, für deren Sichtung man sonst durch die gesamte Republik sowie durchs Ausland tingeln müsste, an einem Ort und archivalisch gut sortiert beisammen gibt. Und darunter auch einige, die anderswo und ohne gute Kontakte schwerlich aufzutreiben sind.

    Darüberhinaus ist Bildwechsel aber eben auch seinerseits höchst aktiv, sowohl in Hamburg als auch anderswo. Besonders erwähnenswert sind sicher das "Warme Händchen Syndikat", das wertvolle Hinweise von Stipendienausschreibungen bis zu günstigen Ateliermietgelegenheiten weiterreicht; das gut funktionierende Netzwerk von Agentinnen, die in verschiedenen Orten von Amsterdam über Kapstadt und Los Angeles bis San Francisco tätig sind - und last but not least eben der Bildwechselbus.

    Der bringt einserseits Teile des Archivs auf Touren (und zwar gegebenenfalls auch auf Bestellung, was sich beispielsweise für Kongresse oder ähnliches anbietet) und sammelt andererseits fleissig Archivalien ein.
    berlinbus_w.gifWie eben zum Beispiel derzeit in Berlin.

    Dass der Bus auf Touren gehen kann, verdankt sich wiederum dem UnterstützerInnen-Netzwerk, in dessen durchaus illustre Zusammensetzung die "hall of fame" von Bildwechsel bietet (und in diesem Fall speziell einer dicken Spende von Stef Engel, deren Heimseiten übrigens sowieso einen Besuch wert sind. Das Medium von HOME MADE mag ihre Künstlerinnen-Barbies jedenfalls sehr).
    Sowie allen voran den Bildwechslerinnen.
    Den Bildwechselbus als Bild flott gemacht hat übrigens Durbahn, der miss.gunst dementsprechend nicht nur für die Zusendung der Bildwechselbus-Infos und mithin für den prima Camping-Tipp dankt, sondern auch für das Material, das diesem Logbuch-Eintrag zu einer etwas attraktiveren graphischen Erscheinung verhilft.

  • Die Daten:
    Bildwechselbus in Berlin
    22.07.-1.08.2005
    Standort:
    Halle A/14 - Heidestr. 5 - D-10557 Berlin
    Täglich mit neuem Extra-Programm
    - Details dazu im Fahrplan
  • Bildwechsel
    Kirchenallee 25
    D-20099 Hamburg
    T. +49 (0)40 246384
    info@bildwechsel.org
    www.bildwechsel.org

  • * Diese beiden und einige der folgenden Anker sind unbotmässigerweise als Deeplinks gesetzt, um sozusagen am Frame-Systems vorbei einen schnelleren Einblick in die einzelnen Inhalte zu bieten. Ansonsten empfiehlt sich selbstredend die Navigation über die Einstiegsseite bzw. die entsprechenden Leisten der Seite, die Zugang zu den verschiedenen Aktivitäten von Bildwechsel bietet.

    Von miss.gunst am 24.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.07.05

    Riesenmaschine

    Weil sich das Wetter gerade von einer etwas weniger sommerlichen Seite gibt, hat das Medium beschlossen, den Camper einen Tag stehen zu lassen und es sich drinnen gemütlich zu machen.
    Wie gut, dass sich im Blogland Stippvisiten bei netten Nachbarn machen lassen, ohne erst nach Regenschirm und Gummistiefeln greifen zu müssen.

    Überhaupt findet miss.gunst natürlich und weiss sich da im Einklang mit einem ihrer Lieblings-Blogs, der Riesenmaschine: Gummi sieht in Eisbärenfellform unendlich viel besser aus.

    Dass es bei eelkomoorer, auf dessen Angebote der entsprechende Riesenmaschinenartikel aufmerksam macht, im Übrigen auch ziemlich schicke Gummistiefelmodelle gibt, sei nur beiseit bemerkt.

    Denn vor allem anderen soll an dieser Stelle ein Logbuch gewürdigt werden, welches wirklich bald jeden Tag in mehrfacher Hinsicht beglückende Beiträge enthält. Kein Wunder: Schliesslich ist die Riesenmaschine den wunderbaren und -samen Dingen gewidmet, die es auf der (nunja, nicht wirklich besten aller, aber:) grossen, weiten und glücklicherweise nach wie vor an Absurditäten niemals armen Welt aufzusuchen und zu finden gibt.
    Kurzum: Ein echtes Entdeckermagazin, wie weiland sein Untertitel-Namensurahn, "Das neue Universum", der Jugend zu sein versprach. Ein besonders schönes Exemplar des Jahrbuchs aus 1890 ist bei der Riesenmaschine selbst in einem Eintrag zum Thema Typo zu sehen; ein etwas jüngeres - Jg. 56 von 1952 - derzeit auf einer privaten Buchverkaufsseite (und, aufbrandende Nostalgie: bei einigen werden, wie beim Medium von HOME MADE, sicher auch welche im elterlichen oder eigenen Bücherschrank stehen...).

    Und ebenso, wie "Das neue Universum", "Wie funktioniert das?", "Make" und andere schöne Publikationen, von denen sich man sich als HOME Made-LaborantIn hin und wieder gerne inspirieren lässt (als da wären: alte Ausgaben der Revue des deux Mondes - gibt es übrigens wieder, L.S.S.R., documents... aber auch die selige WimS natürlich) lohnt auch die Riesenmaschine das Blättern und Stöbern - eine Tätigkeit, auf die sich offenbar auch die RiesenmaschinistInnen bestens verstehen.

    Das Schönste aber an der ganzen Sache ist, wie letztere ihre Funde zu kredenzen pflegen. Was miss.gunst damit meint (nein, wenngleich das Design sehr angenehm aufgestellt ist und das Logbuch weidlich illustriert: das erst in zweiter Linie) lässt sich sehr gut dem jüngeren Eintrag vom gestrigen Freitag entnehmen. Der auf sehr nette Weise näher bringt, was ein recht bekannter (oh, da wären wir ja fast schon wieder beim Thema der Einleitung:) Gummibärenhersteller mit Leuten vorhat, die glauben, dass sie reif für die eine Insel sind...

    P.S. Dass es, jung wie das Riesenmaschinen-Logbuch ist, sogar schon einen Eintrag zu Ameisen gibt, macht es uns aufgrund der verwandten Interessenlage natürlich noch sympathischer.

    Von miss.gunst am 23.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.07.05

    Videosafarimobil

    videomobile_kksw.gifBevor die Camping-Karavane von HOME MADE zusammen mit einem weiteren mobilen Botschafter in würdiger Nachfolge von Esther Eppseins message salon-Wohnwagen die Schweiz wieder verlässt: Bleiben wir doch noch einen Moment in Zürich.
    Und zwar, um eine veritable Videosafari anzutreten. Mit dem Videosafarimobil.

    Wenigstens virtuell – denn leider ist, so es keine Fortsetzung geben sollte, die Safari-Saison schon wieder vorbei. videomobile_gw.gifVon Anfang Mai bis Anfang Juni diesen Jahres jedoch kurvte das Safarimobil durch die Strassen der Zürcher Stadtkreise 4 und 5 (Aussersihl und Industriequartier) – und bot denen, die sich für eine der Touren angemeldet hatten, ein ganz besonderes Videoprogramm. Zu sehen waren nämlich an den einzelnen Stationen der vier Routen die Beutestücke von mehr als dreissig Grossbildjägerprofis, in den Bus eingespielt via Satellit. Und zwischendurch der Blick durchs ansonsten hermetisch abgedichtete Busfenster – allerdings aus Kameraperspektive und ebenfalls eingespielt als Video.
    Wer nicht einem der drei von den Safari-Experten vorgeschlagenen Pfaden durch die Stadtsavanne folgen wollte, hatte sogar die Möglichkeit, per GPS das Abenteuer auf eigene Faust anzugehen bzw. zu steuern.

    Bei der vom slomo video'n'visions-Betreiber Roman Weber gemeinsam mit der Kunst-plattform11, einem Zürcher Ausstellungsraum, als Base-Camp organisierten Projekt dabei war übrigens auch Esther Eppstein. Sie liess ein in Zusammenarbeit mit Serge Pinkus und Roman Weber entstandenes Videoporträt ihres verstorbenen Vaters Paul Eppstein einspielen, der als Sohn jüdisch-polnischer Einwanderer, die eine koschere Bäckerei betrieben, in Aussersihl aufgewachsen und, wie auf der Familien-Heimseite der Eppsteins zu sehen, ebenfalls ein Kunstfreund und -Sammler gewesen ist.

    Dank der guten online-Dokumentation der Videosafari, die mehr als nur das obligate Fotoalbum umfasst, kann man den Routen folgend diese und alle anderen Stationen nach dem Ende des Projekts immerhin noch im Netz erkunden.
    Was sicher kein Ersatz für versäumte Fahrten ist. Aber immerhin Einblicke in die Arbeiten der beteiligten KünstlerInnen und VilmerInnen gewährt.
    Und auf diese Weise eben auch Zugang zu Quartiergeschichten bietet, die ein anderes Zürich zeigen - ein anderes als jenes jedenfalls, welches Kunstreisende sehen, wenn sie routiniert vom Hauptbahnhof in Richtung Löwenbräu und/oder Heimplatz touren. Zwar nicht mit schwarz verklebten Fenstern. Aber was den Blick auf den Lebensraum Stadt angeht, der für gewöhnlich anderen Jägern fette Beute ist, mit einem ähnlichen Effekt – nur eben ohne Satellitenbildeinspielung, wie im Videosafarimobil.

    Danke an Roman Weber für das Ja-Wort zur Verwendung der Bilder; die Credits für das Graphic Design gehen an Philip Haecki und an Katja Peter vom Visual Dope Laboratory.

    Von miss.gunst am 22.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.07.05

    Podsafe Music

    Kaum begonnen, müssen wir die HOME MADE-Campingtour kurz für eine nicht ganz uninteressante aktuelle Meldung unterbrechen.
    Die, zugegeben, seit gestern durch so ziemlich alle Logbücher geistert, die sich in irgendeiner Weise mit Musik und Medien befassen.

    Weil's aber so eine erfreuliche Geschichte ist, gönnen wir uns das Cross-Posting doch einfach mal:
    Podcasting-Guru Adam Curry (hier sein Blog) hat sein jüngstes Projekt vorgestellt, das PodShow Podsafe Music Network.

    Die Idee dahinter: Eine Plattform, auf der einerseits MusikerInnen Stücke zur Verfügung stellen, die dann für PodcasterInnen kosten- und folgekostenfrei abrufbar sind und andererseits letztere für ihre Sendungen zusammenstellen können.

    Zweifelsohne eine gute Initiative und eine feine Ergänzung zu dem insgesamt doch sehr verstreuten Angebot, aus dem sich eifrige SendungsproduzentInnen eichhörnchengleich ihre Nüsslein zusammentragen müssen - sieht man mal von den entsprechenden LiveMusik-Seiten und der Netzlabel-Sammlung auf archive.org ab, wobei dort mit Blick auf die vorgesehene Weiterverwendung stets noch das Kleingedruckte gelesen werden muss.

    Zum frenetischen Jubel über die aktuelle Situation in Sachen Podcasting und Musik besteht allerdings noch lange kein Anlass, am allerwenigsten in Deutschland.
    Warum? Ganz einfach: Wie Johnny Haeusler vom Spreeblick-Blog vor einer guten Woche in einem Beitrag zum Thema (Podcasts ? Radio) sehr zu Recht betonte, bringt das prinzipiell sympathisch konsequente Ausweichen auf solche Alternativen letztlich nur ein Stück vom Glück.

    Wer das Radiomachen liebt, hat meistens etwas genauere Vorstellungen von dem, was er bzw. sie an Texten und Tönen miteinander kombinieren möchte. Und wenn darunter nun eben Stücke sein sollten, die nicht nur GEMA- sondern auch GVL-pflichtig sind?
    Ganz grosses Pech gehabt, liebe/r PodcasterIn. Auch der gute Wille zu Meldung und Zahlung hilft Dir da nicht weiter. Die GVL fühlt sich für derlei nämlich nicht so recht zuständig in Deinem Fall - sondern befleissigt sich lediglich darauf zu verweisen, dass ohne Genehmigung schon mal gar nichts laufen darf im Cast.

    Was dabei herumkommt, wenn die Lage hier einmal geklärt sein wird, mag man sich angesichts des aktuellen Urheber- vs. Verwerterrechtsclashs allerdings auch nicht wirklich gerne ausmalen.
    Eine Spaltung in zwei Produktions-, Distributions- und Rezeptionskulturen von Musik, wie sie Johnny Haeusler kommen sieht, wenn er am Ende seines Logbucheintrags schreibt:

    "Es wird eine neue Klassifizierung von Musik geben. Die Trennung von freier und unfreier Musik existiert heute schon, doch noch ist sie für eine größere Öffentlichkeit nicht relevant. In fünf bis zehn Jahren wird das anders aussehen."

    Damit liesse bzw. lässt sich individuell betrachtet vielleicht noch leben. Perspektivisch bedeutet das jedoch einen echten Kulturverlust.
    Wie wir ihn im Übrigen nicht nur im Musikbereich gewärtigen werden, wenn es so weiter geht wie bisher.

    Hm. Für einen Eintrag, der eigentlich mit einer frohen Meldung begonnen hat, scheint das dem Medium von HOME MADE aber nun ganz und gar kein angemessener Schluss zu sein.
    Drum bastelt wir doch schnell noch einen anderen, der uns obendrein gleich zurueck zu unserer Camping-Tour bringen kann. Also:

    Podcasten wir bis auf Weiteres nur mit Selbstgebasteltem und/oder leckeren Stückchen, wie sie das PodShow Podsafe Music Network bietet. Das lässt sich, ein Plätzchen mit WLAN-Zugang o.ä. vorausgesetzt, sicher auch ganz prima in und aus Campern tun.
    Und wenn die Campingferien vorbei sind, machen wir erst richtig weiter. Denn wir wissen ja - wie derzeit auch die Seite des demnächst zum e.V. mutierenden Verbandes deutschsprachiger Podcaster winkt:

    "Wir sind die Sender!"
    "Die Sender sind wir!"

    Von miss.gunst am 21.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    20.07.05

    Wohnwagen-Botschaft (message salon)

    Zugegeben: Die Schweiz assoziiert man nicht unbedingt mit Camping. Naturnähe: Ja. Aber in Sachen Übernachtungsgelegenheit stellen sich die meisten doch eher mondäne Hotels oder, wenn es denn etwas einfacher sein soll, zünftige Almhütten vor. Dabei gibt es – wie man beispielsweise über einen Besuch beim Schweizer CampingNET unschwer feststellen kann – nicht nur ein denkbar dichtes Netz von Plätzen, sondern unter diesen auch einige mit Tradition.
    Das Medium von HOME MADE beginnt seine Camping-Tour allerdings aus anderem Grund im sonst sicherlich eher für solide Werte stehenden Alpenland...

    Zu den Kunst-Campern, deren Reisewege man in den letzten Jahren kreuzen konnte, zählt nämlich prominent auch einer aus der Schweiz: Esther Eppsteins message salon. 1998 zog die Künstlerin mit ihrem kleinen Projektraum, 1996 gegründet und zunächst in der Zürcher Ankerstrasse zuhause, in einen Wohnwagen um – und mit diesem fürderhin durch die Lande. Womit sich im Grunde die Kernkompetenz ihres Unternehmens um so besser vermitteln liess: Der Salon funktionierte nämlich nun wirklich als mobile(r) Botschaft(er) – sowohl für sich selbst als auch für die Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten Eppstein mit ihrem freundlichen trojanischen Pferdchen in die Ausstellungen transportierte, zu denen sie selbst eingeladen worden war.

    Eine gute Sache also, gerade im Kunstbetrieb, wo gerade kleinere Berge ja häufiger mal zu den Propheten wandern müssen, die im Alpenrausch gern vergessen, dass Gipfelkreuze eben nicht einfach nur besonders schöne Aussichten markieren. Sondern eben auch solche von denen es früher oder später ohnehin Hochglanzpostkarten in hinreichender Menge zu kaufen gibt (was, um im Bild zu bleiben, nicht heisst, dass die Aussichten schlechter oder langweiliger würden oder es nicht mehr lohnte, sie selber aufzusuchen. Nur: weitere Postkartenkonvolute braucht es dann eben nicht mehr so dringend – jedenfalls nicht, wenn nicht auch mal eine andere Perspektive eingenommen wird. Und das scheint Endpunkten von Pfaden, die schon reichlich ausgetrampelt sind, erstaunlicherweise besonders schwer zu sein).

    Aber wie auch immer: Das Kunstbotschafterinnenmobil jedenfalls war während der Jahre, in denen Esther Eppstein mit ihm on the road ging, stets einen Besuch wert, wenn man sich über jene Schweizer Szene informieren wollte, die bis dahin noch nicht die Weihen offizieller Landesvertretung im internationalen Betrieb erfahren hatte.

    Wer heute nach dem message salon sucht, wird allerdings wieder auf eine feste Zürcher Adresse stossen: Das kleine mobile Heim ist erneut zum Kunstraum mutiert, der es vor 1998 gewesen war. Etwas schöner und grösser vielleicht. Was Esther Eppstein nun natürlich ganz andere Möglichkeiten eröffnet, Kolleginnen und Kollegen einzuladen und Dinge zu zeigen, die in dem winzigen Wohnwagen schwerlich unterzubringen gewesen wären. Ein bisschen schade ist es trotzdem um das wunderbare Kunstwohnmobil – auch wenn es mittlerweile einen denkbar ehrenvollen letzten Stellplatz in einer Museumssammlung gefunden hat. In einer ziemlich passenden obendrein. Insofern die Anfänge des Unternehmens, dem sie angehört, nämlich ebenfalls in einer praktischen Anwendung des Mobilitätsprinzips liegen: In Gottlieb Duttweilers 1925 erstmals auf die Schweizer Strassen geschickten Kolonialwarengefährt.

    Die Staffel (oder sollte man besser sagen: den Zugwagen) in Sachen mobiler Kunstbotschafterei aber haben inzwischen andere übernommen. Dazu dann in den nächsten Tagen mehr....

  • Die Daten:
    message salon
    Esther Eppstein
    Universitätsstrasse 115/117
    CH-8006 Zürich (am Rigiplatz)
    Tram 9&10, Bus 33 bis Seilbahn Rigiblick
    Telefon +41 (0)44 350 01 10

  • Von miss.gunst am 20.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.07.05

    Camping!

    Nicht, dass hier etwa bislang zu wenige Stränge eröffnet worden wären, die der Weiterführung harren. Aber angesichts der an- und ausgebrochenen Sommer- und Feriensaison wäre es ausgesprochen sträflich, eine Sache zu ignorieren, die schon allein aus der D.I.Y.-Perspektive unbedingt in den Radius von HOME MADE gehört: Camping!

    Keineswegs nur deshalb, weil die Sommermonate traditionell Outdoor-Festivalzeit sind – und folglich nicht immer feste Behausungen für die Übernachtung zur Verfügung stehen, so dass selbst eingefleischte Hotelreisende notgedrungen in Richtung Keller oder Dachboden schlurfen, um nach Heringen und Ösen zu suchen oder nachzusehen, was die Motten wohl vom Schlafsack übrig gelassen haben (beiseit: letzteres trifft natürlich nur Camping-Abstinenzler mit entsprechend veralteter Ausrüstung, denn ordentliche Schlafsäcke bestehen mittlerweile meist aus Stofflichkeiten, an denen Motten schlichtweg nichts zu nagen haben; für Leidgeprägte hier eine Infoseite professioneller Schädlingsbekämpfer mit Wissenswertem zu dieser unbeliebten Spezies).

    Besonders interessant ist aus HOME MADE-Sicht vielmehr jenes Ding, das – anders als Zelte – selbst schon HOME sein will bzw. alle Vorteile eines komplett ausstaffierten Eigenheims mit der beim Camping erwünschten Flexibilität und Mobilität verbindet. Camper nämlich – also einschlägig um- und aufgerüstete Busse (im Volksmund früher: Bullis) und Lieferwägen, Wohnmobile und – allen voran, zumal aufgrund der potentiellen Unabhängigkeit des Zugwagens besonders praktisch – Wohnwägen.

    Was Wohnwägen und Co. – nun mal abgesehen davon, dass man Camping im weitesten Sinne zu den D.I.Y.-bezogenen Kulturtechniken rechnen kann – bitteschön mit Musik – Medien – Kunst zu tun haben sollen?
    Wirklich keine Idee? Ausser vielleicht, dass man mit ihnen dem Einzugsgebiet urbaner Noise Maps entfliehen und naturgemäss potentiellen Klanglandschaften auf weitem Feld, den Spielorten von Wassermusik näher kommen kann?

    Das will das Medium von HOME MADE nicht recht glauben – hat aber sicherheitshalber schon mal seinen Radar ausgefahren und seinen Zettelkasten gefüllt, so dass ab morgen die Camping-Saison beginnen kann.
    Und falls es unter der geschätzten Leserschaft eben doch Leute gibt, die heisse Hinweise auf einschlägige Projekte haben, nimmt miss.gunst diese selbstredend gerne entgegen. Entweder über das Kommentarfenster oder direkt per E-Mail durchgereicht – wobei sich in letzterem Fall, der lieben Übersicht bzw. schnelleren Bearbeitung halber, das Stichwort "Camping" in der Betreffzeile empfiehlt.

    Von miss.gunst am 19.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.07.05

    Trashkurs

    Wie vorgestern schon en passant bemerkt, ist es höchste Zeit, die zarten Keime des jüngst angelegten Beets zu netten Nachbarn u.a. ein bisschen zu begiessen. Bzw., genauer gesagt: Etwas regelmässiger und gezielter über den Gartenzaun zu schauen und auszulugen, was dort so wächst und gedeiht und für LeserInnen dieses Logs von Interesse sein könnte.

    Wie Trashkurs zum Beispiel...

    Tatsächlich geht schon aus dem Untertitel hervor, dass dieser Blog nachgerade zur begleitenden Pflichtlektüre für HOME MADE-(Musik)-EnthusiastInnen gehören sollte:

    "D.I.Y. Musik und Drumherum. How to become a Wohnzimmerrocker without reading the bloody Fachpresse"

    Das ist nun wirklich schön gesagt bzw. versprochen - und selbst wenn letzteres nicht eingehalten werden sollte: Echte D.I.Y.-EnthusiastInnen sind ja eigentlich gerade nicht so arg scharf auf didaktische Dauerduschen...

    Erwähnenswert vielleicht noch, dass Trashkurs Teil der mittlerweile wohl ziemlich bekannten Bloggemeinschaft rund um Spreeblick ist, die sich das ehrgeizige Ziel gesteckt hat, diese ihre wortsportliche Betätigung finanziertermassen zu betreiben.

    Mehr über das Selbstverständnis von Trashkurs ist ansonsten der zugehörigen Info-Seite zu entnehmen, die zu jenen Exemplaren der Gattung gehört, die zu Lesen sogar ein gewisses Vergnügen bereiten kann. Was wiederum den Aussagekern angeht, hilft wahrscheinlich dieses Zitat etwas weiter:

    "Trashkurs kümmert sich im weitesten Sinne um alles, was mit Musikmachen zu tun hat. Musikweichwaren und Hardware zum Krachschlagen, Stilfragen, alkoholhaltige Kaltgetränke, die besten Stifte für Autogramme und alles das, was man tun kann, um weiterhin erfolglos zu bleiben, sind tragende Elemente im Trashkurs."

    miss.gunst schaut derzeit jedenfalls gern hin und wieder bei Trashkurs vorbei - sogar ohne ihrerseits ernsthafte Fortbildungsambitionen in Disziplinen wie Krachschlagen oder Autogrammstifte spitzen zu hegen.
    Und vergibt an dieser Stelle das Prädikat "wertvoll": Ein Blog, der - wie es weiland 1695 beim barocken Medienwissenschaftler Kaspar Stieler so nett hiess - "Lust und Nutz" aufs Trefflichste miteinander vereint.

    Von miss.gunst am 18.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.07.05

    Eaux d'artifice (Evans, Anger)

    Glashaus, taghell - und trotzdem schwebt zwischen den Blättern die Erinnernung an einen nächtlichen Garten, an eine ferne Feier ganz anderer Schönheit: Eingefangen in einem Netz von Assoziationen, das Cerith Wyn Evans ausgeworfen hat.

    An einem jeden Sonntag im Juli und folglich auch heute lädt Evans in den Wintergarten auf dem Dach des Barbican Center, seinen "Eaux d'artifice (after K.A.)" nachzulauschen (ein Zipfelchen Gehörprobe dazu hier).

    Die Kürzel der Widmung bräuchte es eigentlich nicht einmal, um der Quelle seines Klanggartens auf die Spur zu kommen: Schliesslich zählt Kenneth Angers wunderbarer Film längst zu den Klassikern des Avantgardekinos - ein glitzernder und Funken schlagender nächtlicher Traum von atemberaubender Schönheit, der tänzelnde Lauf des travestischen Zwergs durch die Tivoli-Gärten, der Reigen der Fontänen, getragen von Vivaldis Vier Jahreszeiten (falls die jemand tatsächlich nicht irgendwo unter seinen grossen oder kleinen Scheiben haben sollte: den O(hrwurm)-Ton zur Einstimmung gibt es, was gewissermassen ein ganz eigenes akustisches Erlebnis sein kann, z.B. bei Karadar auch als schepperndes MIDI-File, momentan noch bequem aus der Hitliste von 2001 auf Platz 2 anzuwählen).

    Versteht sich von selbst, dass Cerith Wyn Evans Vivaldi in weiter Ferne lässt - und von Angers Film vielleicht vor allem das ferne Glitzern leiht, das sich sozusagen über die Erinnerung an die "Eaux d'artifice" in das Spiel aus Licht und Schatten flechten kann, welches hier im Wintergarten natürlich ein anderes ist als im nächtlichen Labyrinth der Giardini di Tivoli:
    Eine Fortführung des Spiels mit dem flüchtigen Moment der Verzauberung, der nur so schwer festzuhalten ist. Puce moment. Wie kostbar, wenn es gelingt.

  • Die Daten:
    Cerith Wyn Evans: "Eaux d'artifice (after K.A.)"
    Noch am heutigen Sonntag (17.07.),
    am 24.07. und am 31.07.2005
    Barbican Art Galley
    Conference Center
    Silk Street, London EC2Y 8D
    12.00-17.00 Uhr
    Eintritt frei.
  • Von miss.gunst am 17.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.07.05

    Versuchskaninchen

    Normalerweise hat man heutzutage ja eher seine liebe Mühe damit, NICHT zum Versuchskaninchen zu werden. Ein Telephonanschluss und dessen Kommunikation in einschlägigen Nachschlagewerken genügen gemeinhin, um mit Marketingstudien beauftragten Call-Centern zu suggerieren, dass man zu allen möglichen und unmöglichen Tages- und Nachtzeiten ganz sicher nichts besseres zu tun hat, als dumme Fragen zu was auch immer zu beantworten. Glücklicherweise lassen sich derartige Anrufe in der Regel mühelos identifizieren, noch bevor ein Gespräch begonnen hat - und man kann sich einen netten Sport daraus machen, die Zeit zwischen Einatmen, Ausatmen und Auflegen auf ein Minimum zu reduzieren.

    Fragt sich folglich: Was verführt das Medium von HOME MADE dazu,
    a) freiwillig an einer Studie teilzunehmen und
    Take the MIT Weblog Survey
    b) selbiges auch noch öffentlich zu verkünden?

    Ganz einfach: Abgesehen davon, dass es als Medium ganz grundsätzlich eine mehr oder weniger natürliche Neugierde gegenüber seinesgleichen hegt (die sich, btw., eigentlich längst mal wieder in einer Fortsetzung der Einträge zu netten Nachbarn u.a. niederschlagen sollte), geht es hier um eine Studie, die es aus ebendiesem Grunde für a) interessant und b) unterstützenswert hält.

    Nun verbietet es sich gemeinhin - wie das Medium aus seiner eigenen Ausbildung erinnert - potentiellen Versuchskaninchen en detail zu erläutert, was eigentlich der Behuf eines solchen Unternehmens ist; kommuniziert werden darf nur der grössere Rahmen einer Befragung. Aber dessen Basisdaten reichten in diesem Fall aus, um zu einer positiven Bewertung des Experiments zu gelangen:

    Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat sich Cameron A. Marlowe, Mitglied der Electronic Publishing Group am legendären MIT Media Lab mit dem nach wie vor exponentiell wachsenden Soziotop der Blogger beschäftigt. Zwar steht dort schon am kommenden Donnerstag (21.07.05) die Disputatio an - der entsprechende Fragebogen aber immer noch im Netz. Und da die Teilnahme eben nicht nur Einblick in die Struktur der Befragung bietet, sondern man im Anschluss auch ausführlich in den statistischen Graphen wühlen darf, kann es sich - selbst wenn das jeden-Tag-eine-gute-Tat-Prinzip nun wohl nicht mehr seinem Ph.D., sondern bestenfalls etwaigen Fortführungen der Studie zu Gute kommen wird - in jedem Fall lohnen, fünf Minuten für den Fragebogen zu opfern.

    Off Topic ist der heutige Eintrag übrigens nicht nur deshalb nicht, weil sich der HOME MADE-Log auch selbst als (Selbst-)Experiment in Sachen Medienkultur versteht und das Bloggen dem weiten Feld der D.I.Y.-Kulturtechniken zugerechnet werden kann.
    Schliesslich lässt sich von Marlowes Heimseite über die Verweise auf dessen eigene Blogs und namentlich den seines Muzik-Kollektivs unlockedgroove aus erkunden, was MIT-Studierende so unter selbstgemachten Elektronika und anhängigen Aktivitäten verstehen...

    Von miss.gunst am 16.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.07.05

    Frozen (Flakes) Radio

    Noch eine Mitteilung des Mediums in eigener Sache: Heute wird das GUNSTradio versuchen, für ein wenig Kühlung zu sorgen...

    ... und zwar wie immer (und leider noch immer nicht mit reinstalliertem Webstream) auf RadioX Frankfurt, also ziemlich lokal, 101.4 mhz (Kabel 99.85).*
    Von 14-15 Uhr (MEZ Sommerzeit) werden dort auf günstigste Weise Schneeflocken rieseln und miss.gunst packt ihren persönlichen Zettelkasten zum Thema aus.
    Da sich je nach Standort den momentanen medialen Widrigkeiten geschuldet das Mithören schwierig gestalten kann, versprechen wir an dieser Stelle gleich mal, zu gegebener Zeit einige der frostigen Flöckchen hierher herüberwehen zu lassen.

    * Ja, genau: Das aktuelle Programmdisplay ist mal wieder fehlerhaft (da wird verwirrenderweise das Thema der uni.versal-Sendung vom 01.07.05 gelistet). Aber da auch die Heimseiten des GUNSTradio schon länger vernehmlich nach Renovierung rufen (*oh lord, won't you buy me... some xtra spare time*), werden wir uns hüten, aus dem Glashaus heraus auch nur den kleinsten Kiesel zu werfen...

    Von miss.gunst am 15.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Looping Basics

    Nun also, wie im vorgestrigen Eintrag versprochen, noch ein bisschen Futter zum Thema (Live-)Looping für den Zettelkasten...

    Wenngleich man den fachkundigen LeserInnen dieses Blogs derlei sicher nicht mehr antragen muss: Im Sinne solider Grundlagenvermittlung wäre vielleicht mit einem Verweis auf das MIDI-Tutorial des FB Medien der FH Düsseldorf zu beginnen, das ein wunderbar kompaktes Kapitel zum Thema "Loops verwenden und bearbeiten" enthält.
    Zumal sich aus HOME MADE-Perspektive die Bermerkung, dass es erst dann richtig interessant wird, "wenn man Loops als inspirative Grundlage für neue Arrangements verwendet", natürlich nur unterschreiben lässt.

    Dass das dann nicht unbedingt auf Live-Looping im Sinne von a) instrumentell und b) in Realzeit hinauslaufen muss, um auf der Basis minimal modulierter Schleifen zu ziemlich komplexen Kompositionen zu gelangen, dürfte sich schon angesichts eines flüchtigen Blicks auf Michael Essers "Short History of Looping Music" von selbst verstehen. Wer einige der längst legendären Loops auf seinem Plattenteller drehen sehen möchte, kann sich ergänzend dann noch Essers kleine Hitliste zu Gemüte führen - allerdings ist die zwar liebevoll kommentiert, aber ziemlich klein.
    Exempel zeitgenössischer Produktionen und Verweise auf ProduzentInnen hält die Heimseite der LoopersDelight-Community ansonsten in grosser Zahl bereit.

    Was in beiden (oline-)Basisressourcen zum Thema allerdings nicht wirklich behandelt wird, sind die spezifischen Potentiale, die Live Looping gegenüber allen anderen Loops verspricht. Speziell dazu gibts dann mehr im gleichnamigen Bereich auf den Heimseiten von Rick Walker zu lesen und Audiobeispiele aus seiner LL-CD "Translucent Dayglo Lime Green Plastic" gleich dazu ("The pieces were chosen from 50 live shows, with Rick playing over 45 instruments on 22 tracks". Wow). Allerdings handelt es sich bei den mp3s mehrheitlich um winzige Schnipsel, so dass logischerweise der Loop-Effekt, nunja, am allerwenigsten rüberkommt; daher empfehlen sich vor allem die vollständig ladbaren "Pint Glasses Sliding Down a Rusted Steel Rod and Brass Candy Dishes", um wenigstens einen Mini-Eindruck von Walkers Loopkünsten zu bekommen).

    Aber wie auch immer: Wirklich live werden sich Live-Loops dann ja sicher zuhauf im Rahmen des "Ersten Internationalen Loop-Festival Zürich" zu Gemüte führen lassen, das vorgestern in den Radar von HOME MADE geraten war.
    Und ansonsten steht zu vermuten, dass sich der entsprechende Strang weiter durchs Einzugsgebiet von HOMR MADE winden wird - zumal es bis hierher gerade mal um ein paar Basisinfos ging...

    Von miss.gunst am 15.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.07.05

    AudioKult und HyperSound

    Aus gegebenem Anlass eine eilige Empfehlung:
    Auf nach Lüneburg, wo ab dem heutigen Donnerstag (14.06.05) und noch bis Samstag die 14. HyperKult-Tagung zum Thema "AudioKult und Hypersound? Ästhetik und Kultur digitaler Audiomedien" stattfindet.

    Das reich bestückte Programm gibt es hier als pdf zur Überschau - und für alle, die es zwar verlockt, die jedoch nicht in Richtung norddeutscher Heide reisen können, bietet sich ein Live-Stream als Alternative an. (Beiseit: Ein Service, den das HyperKult-Team übrigens auch retrospektiv für mehrere der vergangenen Tagungen bietet, zu denen im HyperKult-Archiv zahlreiche Vorträge als Quicktime-Dokumentationen abrufbar sind).
    Auf dem Plan steht in diesem Jahr neben Vorträgen und KünstlerInnen-Präsentationen verschiedener Projekte unter anderem auch eine Visite historischer Synthesizer im European Live Electronic Center (EULEC).

    Über zuviel Zeit wird man in den drei Tagen wohl kaum verfügen - sollte jedoch unbedingt der Halle für Kunst einen Besuch abstatten, wo aktuell die Austellung "Celebration" läuft. Mit Beiträgen von Oliver Hangl, candela2, Simone Westerwinter u.a. mehr, die - so das kuratorische Konzept - "mit ihren aus der Umwelt / Populärkultur / Medien angebotenen / adaptierten / verformten Zeichen Erlebnisräume sowohl im Öffentlichen wie auch im Privaten schaffen." Dochdoch: Wer die Beteiligten ein bisschen kennt, wird wissen, dass sich ein solcher Abstecher sicher lohnt.

    Der Kunstraum der Uni Lüneburg ... dagegen - nur ein paar Schritte vom Tagungsort am dem Campus gelegen - macht dummerweise gerade Pause. Oder vielleicht auch: glücklicherweise - denn, wie nicht von ungefähr eigens betont, hat die HyperKult-Tagung selbst genug Spannendes zu bieten, um drei Tage sowohl mit (sowieso mitnichten nur 'grauer') Theorie, sondern auch mit angewandter Audio-Praxis zu verbringen.
    Aktuelle Korrektur: Na sowas, von wegen. Die Fortsetzung muss lauten:
    ... darf da selbstredend nicht zurückstehen. Offiziell hat die Ausstellung "Ökonomien des Elends - Pierre Bourdieu in Algerien" zwar seit 08.07. die Pforten geschlossen - aber für die HyperKult-Tagenden werden diese heute abend noch einmal exklusiv geöffnet.

    Fürs Gehör lässt sich ansonsten abschliessend noch der Besuch auf den Seiten des Lüneburger Audioservers empfehlen, der wiederum zum Radius von HyperKult (bzw. der HyperKult-Aktiven) gehört.
    Und last but not least aus den dort bereit gestellten Musik-Produktionen als kleines Trostpflästerchen für die Daheimgebliebenen und prima HOME MADE-style obendrein:
    Nils Schneiders leckerer Küchengroove.

    Von miss.gunst am 14.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.07.05

    Live-Looping (mit Bernhard Wagner)

    Wieder einmal gerät der Zürcher Walcheturm, wo jüngst die dorkbot-Hacienda stattfand und Lucinda Melinda Santos Lyotard verkörpern liess, in den Radar von HOME MADE:
    Am heutigen Mittwoch abend (13.07.05) lädt der Studienbereich Neue Medien der HGKZ dort zum Digitalen Salon, in dem wiederum Bernhard Wagner zu Gast sein wird, um einen Vortrag zu Live-Looping zu halten und anschliessend ein zünftiges Konzert zu geben.

    Zum Live-Looping - und was es vom Tape-Looping unterscheidet - morgen dann mehr im Zettelkasten: Erst mal an dieser Stelle die wärmste Empfehlung, sich die Einführung nicht entgehen zu lassen, die hier von denkbar kompetenter Stelle gegeben zu werden verspricht:
    Immerhin ist Bernhard Wagner nicht nur Live-Looping-Gitarrist, sondern auch Initiator und Organisator des Ersten Internationalen Loopfestivals, das vom 25. bis 27. August 2005 in Zürich stattfinden wird.

  • Die Daten:
    Live-Looping mit Bernhard Wagner
    Vortrag und Konzert
    im Rahmen des Digitalen Salon
    [Studienbereich Neue Medien der HGKZ]
    Kunstraum Walcheturm
    Kanonengasse 20
    CH-8004 Zürich
    www.walcheturm.ch
    Mittwoch, 13.07.2005 um 20.30 Uhr

  • Von miss.gunst am 13.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (2)

    12.07.05

    Geburtstagsgruss für mp3

    Nebenbei und bevor es um Schlag Zwölf zu spät ist, möchte das Medium von HOME MADE heute noch rasch dem mp3 zum zehnjährigen Geburtstag gratulieren!
    Beschämend zwar, dass es nicht schon früher und von selbst darauf gekommen ist. Dafür lässt sich der Anker aber gleich auf die mit nostalgiebenetztem Foto illustrierte Pressemitteilung des Fraunhofer-Institutes legen. Dem treuen IDW sei für die Distribution gedankt.

    Als Dreingabe des Tages muss dann natürlich auch noch auf die kleine Dokumentation zur Geschichte dieser überaus nutzbringenden und fruchbaren Entwicklung verwiesen werden - in deren Rahmen das Institut für Digitale Medientechnologie IDMT weiterführend noch einen lesenswerten pdf-Text zum mp3-Surround bereitgestellt hat.

    Und wer dann ein passendes Liedchen mitsummen möchte, kann es auf die Schnelle am Besten bei geburtstagslied.de versuchen. Die Seite mit dem hübschen Kuchen dient zwar eigentlich der Bewerbung des Erwerbs von namensmassgeschneiderten Ständchen. Just der kostenfreie Probechor, so will es jedenfalls dem Medium von HOME MADE scheinen, singt jedoch (wiewohl ohne vom Format Gebrauch zu machen) tatsächlich "Happy Birthday mmmmmmmmm(p3)"...

    Von miss.gunst am 12.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Klangtag im Audioasyl

    Das Medium vom HOME MADE freut sich, vermelden zu können, dass einige der Sounds des Klangtags, zu dem im Mai 2005 das erste HOME MADE-Labor nach Romainmoîtier geladen hatte, nun im audioasyl.net eine Heimat gefunden haben:
    Sieben leckere HOME MADE-Streams, gefüllt mit Geflüster aus Andres Bosshards Sonic Garden, den trunkenen Gesängen von Bruno Spoerris Theremin, Strotters Turntable-Tournamenten und Christoph Grabs Toy Music, Norbert Möslangs Interferenz-Ekstasen und Instrumentenzirkus-Ambient von Elixir.

    Von miss.gunst am 12.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.07.05

    Art of Noise (Toop)

    Heute macht es sich das Medium von HOME MADE mal ganz einfach mit der Bestückung des Zettelkastens.
    Weil der aktuelle Strang zu den Sound-Oszillationen zwischen Musik und Lärm natürlich mühelos noch weiter theoretisch unterfüttert werden kann: Warum nicht mit der Lektüre eines kleinen Essays von David Toop zur Art of Noise, der in der Frühjahrsausgabe des TATE.ETC-Magazins erschienen ist?

    Sicherlich kein Gedankensteinbruch im engeren Sinne, sondern eher eine kleine Einführung, in der man denn auch wenig wundersamer Weise den üblichen Verdächtigen von Russolo über Cage bis Duchamp* wie auf einer Perlenschnur aufgereiht begegnen kann.
    Doch wie im Einzelnen gefädelt wird und welche Verknüpfungen auf diese Weise entstehen, ist durchaus interessant. Und - wie man das von Toop so kennt und schätzt: Mit eleganter Leichthändigkeit auf den Punkt gebracht.
    Granitharte Thesen beklopfen wir dann ein andermal...

    * Beiseit: Aufmerksame HOME MADE-Weblog-LeserInnen, die auch den jeweils ausgeworfenen Ankern zu folgen pflegen, werden an der entsprechenden Stelle des Toop-Textes zufrieden einen Vermerk in der Rubrik "Geteilte Vorlieben" machen können. Selbstredend schätzt auch er jenes Duchamp-Notat aus der Grünen Schachtel, von dem Bill Fontana in seinem "Resoundings"-Essay schreibt, es habe ihn sozusagen zur Kunst der Sound Sculptures gebracht...
    Nun, auf dieses Zitat wird sicher noch zurückzukommen sein.

    Von miss.gunst am 11.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.07.05

    Resoundings (Fontana ff.)

    ... when I became musical, all the sounds around me also became musical ...
    [Bill Fontana, Resoundings]

    Sicher, das wollen offenbar nicht alle so sehen. Unabhängig von etwaigen Beschwichtigungsgesten in Richtung der leidenden Anrainer seiner "Sound Lines" in Leeds hat Bill Fontana als seit Jahrzehnten kontinuierlich aktiver Klangwerker und Soundforscher jedoch einen Eintrag im Zettelkasten von HOME MADE verdient.

    Eigentlich reicht ein Anker auf seine Heimseiten schon aus, um in den Kosmos der "Resoundings" einzuführen.
    Gleich auf der Einstiegsseite beispielsweise tuten zur Begrüssung die Nebelhörner der "Landscape Sculpture with Fog Horns" (1981) - anders allerdings als auf so mancher aufdringlichen Sonstwassseite nicht ungefragt von selbst, sondern erst, wenn neugierig auf das Bild geklickt wird. Soviel zur sonischen Rücksichtnahme - die auditiv aufgestellte NetznutzerInnen ganz sicher zu schätzen wissen werden.

    Denjenigen, die eher einen solchen intuitiv-akustischen Zugang zu Fontanas Projekten bevorzugen, sei sodann ein Besuch im Bereich "Listen to Sound Sculpture Excerpts" empfohlen.
    (Fast) alles Weitere - Informationen zu Projekten, aber auch verschiedene Essays und sogar ein Video-Vortrag - ist wiederum über die "Project Descriptions" zu finden; einschliesslich eines illustrierten Werkkatalogs (1973-1996) im pdf-Format.
    Als Lektüre zur Einführung lässt sich dabei insbesondere jener Text empfehlen, der denselben Titel wie seine Heimseite trägt: In "Resoundings" gibt Fontana Auskunft darüber, wie er zu seiner Arbeitweise gekommen ist und was im Zentrum seines Interesses steht: Die Untersuchung der Musikalität von Klangräumen, die in verschiedenen Umgebungen vorzufinden sind, eine Transformation dieser Ambient Sounds, die darauf zielt, sie in der Wahrnehmung neu zu verorten und ihnen auf diesem Wege eine andere Art von Dauer zu verleihen. Eine temporäre Körperlichkeit, wenn man so will, die in den Sound Sculptures zu Konkretionen findet.

    Mit Fragen der Gestaltung von Klangräumen - und zwar einerseits solchen, die in der 'Natur' vorgefunden werden können und andererseits solchen, die in noch stärker vom Menschen bestimmten Umgebungen anzutreffen sind - beschäftigt sich der Essay "The Environment as a Musical Resource"; und speziell in den Klang Raum Stadt - wie er etwa in den "Sound Lines" bearbeitet wird - führt wiederum der Essay "The Relocation of Ambient Sound: Urban Sound Sculptures" (undatiert, aber soweit ersichtlich etwa um 1985 verfasst).

    Auch für Essays über Bill Fontanas Arbeiten muss man eigentlich nicht weit reisen, insofern auf den Resoundings-Seiten bereits eine Auswahl von Texten versammelt ist. Weil das Ankerauswerfen aber nunmal die Möglichkeit eröffnet, Perspektiven weiterführend zu verorten, hier wenigstens zwei Verweise ins weltweite Gewebe:
    Allen voran auf die Seiten des hier schon mehrfach wärmstens empfohlenen kunstradio.at, das neben einem Kurzporträt des Künstlers gleich mehrere audiovisuelle Projektdokumentationen bereit hält. Zum einen zu Fontanas Radioskulptur "Landscape Soundings" (Wien, 1990, mit Hintergrundinfos; da einer der Soundclips bei orangorang lag, ist er inzwischen leider verloren - dafür gibt es aber noch die beiden Kunstradio-Sendungen vom 17.05.1990 und vom 25.05.1990 im Archiv).
    Zum anderen zu "Simultaneous Resonances" (Hall in Tirol, 1994, im Rahmen der Ausstellung "Zeitgleich", mit Fotos und Audioclip sowie dem Katalogessay zum Thema "Sound Ecologies" bzw. deutsch: "Klangökologien").

    Ebenfalls nicht bei Fontana selbst zu finden sind die französische Dokumentation zu "Perpetual Motion" (Saint-Denis, 1992, im Rahmen des Projektes artifices 2); der Klangbeutel Nr. 54 zu einer Klang-Recycling Skulptur von 1983; oder das Podcast-Interview (siehe Nr. 7) von echoes.org.

    Womit der Zettelkasten zu Fontana schon ziemlich gut gefüllt wäre.
    Da das alles erst einmal angeschaut, nachgelesen und -gehört werden will, darf es für heute erst einmal bei dieser Sammlung bleiben - mehr zu Fontana wird, versprochen, dann schon recht bald wieder im Radar aufzufinden sein...


    Von miss.gunst am 10.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.07.05

    Sound Lines (Fontana)

    Und gleich schon wieder eine gute Gelegenheit, im Klang Raum Stadt das Pendel zwischen Musik und Lärm schwingen zu hören.
    In diesem Fall in Leeds, wo der amerikanische Künstler Bill Fontana derzeit die so genannten "Dark Arches" – eine Ende des 19. Jahrhunders erbaute, katakombischen Eisenbahnbrückenkonstruktion – in eine Klangskulptur verwandelt hat.

    Seine "Sound Lines" speisen sich einerseits aus der Geräuschmaschine des Bahnhofs und andererseits aus den Fluten des Flusses Aire, in den zu diesem Behufe Hydrophone* versenkt worden sind. [*Beiseit: Zu diesen Unterwassermikrophonen wird es demnächst noch einen eigenen Eintrag geben. Hat das Medium von HOME MADE bereits versprochen und vorgemerkt...]

    Details zu Fontanas Konzept und seinem StadtKlangRaum-Instrument sind einem Pressetext von Lumen zu entnehmen (und auf der Heimseite der auf den künstlerischen Umgang mit AV-Medien spezialisierten Kulturorganisation sieht man derzeit auch den Ort des Geschehens – da sich die aber wieder ändern wird, macht es wenig Sinn, einen Extra-Anker zu legen).

    Des Weiteren ist derzeit auch bei BBC-Radio ein Interview zu hören, in dem Fontana mit Mark Saxby über seine Arbeit spricht. [Aber, Achtung: Ist nicht nur eine ram-Datei, sondern beginnt auch mit längeren Meditationen des Moderators über die Preisgestaltung für zeitgenössische Kunst – es braucht also ein wenig Geduld, bis das annoncierte Gespräch zum Zuge kommt.]

    Das begleitende "Feature" wiederum, das BBC anlässlich der Inauguration von "Sound Lines" Ende Juni veröffentlicht hat, bringt zwar nicht mehr als den Pressetext, der lediglich um ein Zitat sowie die Production Credits gekürzt und andererseits um ein Zitat aus dem Interview erweitert wurde.
    Umso interessanter sind hier allerdings die Kommentare – jedenfalls für den aktuellen Strang rund um ambiente Musik vs. Noise. Eine gewisse Vanessa nämlich, die offenbar in unmittelbarer Nachbarschaft der "Sound Lines" wohnt, mag sich nämlich nicht so recht an der Klangkunst freuen:

    "I consider myself to be openminded when it comes to art - but amplified and distorted sounds of trains braking, station announcements and dripping water is absolute torture. We already have enough noise to deal with in this area. If Mr Fontana thinks this is art, he should try and live with it on his doorstep 7 days a week."

    Das klingt ganz so, als würde es in diesem Fall nicht viel weiterhelfen, mit weiteren Informationen über Fontanas Arbeit an und in Soundräumen aufzuwarten. Akustische Qual hat ihre Ursache nicht unbedingt in Ignoranz.

    Für alle anderen aber, die die nicht so nah dran und eher ein bisschen neugierig geworden sind, werden die Sound-Stadtspaziergänge und Klangraumexkursionen morgen mit einem Eintrag im Zettelkasten fortgesetzt...

  • Die Daten:

    Bill Fontana: Sound Lines
    21.06. bis 20.08.2005
    täglich 07.00 Uhr bis 22.00 Uhr
    Dark Neville Street (Dark Arches)
    Leeds City Centre, LS1 4BR
    www.lumen.org.uk
  • Von miss.gunst am 09.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.07.05

    Der Rest ist: Noise?

    Eigentlich wäre es besonders elegant gewesen, anknüpfend an den aktuell im Radar verfolgten bzw. im Zettelkasten abgelegten Strang zu Noise die Reihe der Einträge zu Netten Nachbarn u.a. gleich mit einem phantastischen Blog zum Thema zu eröffnen.
    Ganz so einfach ist das leider nicht (oder doch? Über Hinweise freut sich das Medium von HOME MADE natürlich ebenso wie der Kollege von der nmz...).

    Mit Alexander Ross' Sammlung von Music Blogs zu beginnen, dürfte allerdings nicht die schlechteste Alternative sein.
    Dass der Musikkritiker des New Yorker seinen eigenen Blog ziemlich selbstbewusst und offenbar wenig geräuschfreundlich The Rest is Noise nennt, nun gut. Wie so ähnlich bereits an anderer Stelle mal bemerkt: Was dem einen Musik in den Ohren ist, geht anderen lediglich lärmend auf die Nerven - et vice versa.

    Mitlesen lohnt sich in The Rest is Noise jedenfalls, denn neben tagesaktuellen Meldungen aus der Musikszene (Schwerpunkt: Klassik, Moderne, Zeitgenössisches E) und Rezensionen (wie aktuell etwa eine Empfehlung anlässlich der Wiederauflage von Evan Eisensteins Recording Angel, der sich auch miss.gunst weitgehend anschliessen kann) gibt es regelmässig längere Einträge mit musikhistorischen und -philosophischen Trouvaillen (wie zum Beispiel zur Geschichte des intermittierenden Applauses).
    Und auch sonst ist Ross' Radius keineswegs aufs Kerngeschäft der Musikkritik beschränkt.

    miss.gunst seufzt daher an dieser Stelle ein wenig, weil sich Ross zum Sommer auf den Weg nach Europa gemacht und schon mal vorsorglich eine Sendepause angekündigt hat. Aber die kann man ja gegebenenfalls mit der Lektüre einiger seiner Artikel überbrücken. Oder lieber mit einer systematischen Sichtung seiner Music Blog-Sammlung?

    Wir werden sehen...

    Von miss.gunst am 08.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.07.05

    Blogwatch (nmz)

    Passend zu den Meditationen des Mediums von HOME MADE bietet sich heute noch der Hinweis auf einen Artikel aus der aktuellen Juli-Ausgabe der neue musik zeitung (nmz) an, der ebenso netter- wie sowieso sinnvollerweise auch in der online-Ausgabe nachzulesen ist...

    Versprochen wird da von Martin Hufner nämlich nichts Geringeres als Ein(-)Blick in die musikalische Blogosphäre.

    Offen gesagt: Auf die eigentlich erhofften Hinweise auf bislang nicht in den eigenen Radar geratene Weblogs etwa zur Neuen Musik ist in der kleinen Rundschau nicht zu stossen.
    Aber, wie der Autor selbst schreibt: Erst einmal soll es - sozusagen formatgerecht - um eine subjektive Annäherung ans Thema gehen. Und wohl nicht von ungefähr schliesst der Text mit der Einladung, einschlägige Adressen vorschlagsweise einzusenden.

    Machen wir, immerhin ein Link lässt sich da sicher guten Gewissens verschicken...

    Von miss.gunst am 07.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Nette Nachbarn u.a.

    Das Medium von HOME MADE meditiert derzeit über der gewichtigen Frage, in welcher Form nette Nachbarn gewürdigt werden sollten.

    Gemeinhin bieten sich dafür Blogrolls an (nein, die kann man nicht essen) oder Feeds (nein, die kann man eigentlich auch nicht essen, auch wenn damit die Seiten gefüttert werden).

    Aufrgund einschlägiger Erfahrungen mit rasch alternden Linklisten (schon mal systematisch die Blogrolls auf etwas langlebigeren Blogs durchgetestet? Eben, da sieht es oft ganz ähnlich aus) einerseits und andererseits mit Blick darauf, dass - selbstredend ebenso auf ungewisse Dauer angelegte - Linx in Blog-(Buch)-Einträgen immerhin stets eine Art "letzter Zugriff"-Datierung beigegeben ist, sympathisiert miss.gunst jedoch vorerst mit einer anderen Lösung:

    Legen wir doch probehalber mal eine eigene kleine Kategorie-Schachtel für diese Dinge an...

    Von miss.gunst am 07.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.07.05

    Lärmorama

    Das Medium von HOME MADE möchte sich in Ergänzung zum gestrigen Eintrag den folgenden Hinweis gestatten:
    Eine wunderschöne Einführung in die nicht immer ganz so wunderbare Welt des Lärms gibt es im Schweizer Lärmorama, zu dem unter anderem auch eine gut bestückte Hörkiste gehört.

    Dort verführt eine wirklich niedliche Animation dazu, per Drag & Drop kleine CDs in einen Player zu schieben, um beispielsweise einer Gehörschadensimulation teilhaftig werden zu können. Und das geht so:
    "Sie hören die Wetterprognosen von Radio DRS zunächst mit einem mittelschweren Gehörschaden und anschliessend mit einem einwandfreien Gehör.
    [Pause.] Sofern sie auch eins haben."

    Versteht sich von selbst, dass zum Arzt gehen sollte, wer jetzt irritiert aufschaut, weil er gleich zweimal dasselbe Beispiel für's einwandfreie Gehör zu vernehmen meint...

    Von miss.gunst am 06.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.07.05

    Noise Maps

    Natürlich sind nicht alle von der Geräuschmaschine (Gross-)Stadt so begeistert wie es weiland Luigi Russolo und Walter Ruttmann waren.
    Was den einen Musik in den Ohren ist, empfinden andere schlicht als Lärm.
    Inwieweit sich solche Empfindungen objektivieren lassen?

    Nun, neben der bekannten Hörschwelle u.v.m., das die Wahrnehmungspsychologie zum Thema beitragen konnte, gibt es selbstredend auch so etwas wie schnöde Messungen von verortbarer Schallwellenakkumulation bzw. -belastung - dem Schalldruckpegel - in Dezibel (dB bzw. Dezi-Bel, beiseit und insbesondere VieltelephoniererInnen ins Öhrchen genuschelt: benannt nach niemand Geringerem als dem guten alten Alexander Graham Bell).

    Veranschaulichen lässt sich das Ganze nun in einer Form, die - wäre es nicht allzu zynisch - im Zettelkasten von HOME MADE wahrscheinlich unter der Kategorie "optical sound" abgelegt werden könnte: In so genannten Noise Maps nämlich.

    Übersichtliche Informationen zum Thema bietet beispielsweise die Seite der niederländischen nonoise-Initiative, auf der nebst einer Einführung auch eine Liste mit Linx zu europäischen Lärmkarten angeboten wird (etwa: Berlin); zum Verfahren selbst und der dabei zum Einsatz kommenden Software mehr auf einer Noise Mapping-Infoseite der Cambridge Environmental Research Consultants, die auch andere Umweltfaktoren wie die CO2-Belastung kartographieren.

    Besonders weit auf diesem Gebiet scheint tatsächlich Grossbritannien zu sein, wo sich das Noise Mapping England project um eine "National Ambient Noise Strategy for England" bemüht.
    Dort gibt es aktuell sogar eine London Noise Map, über die sich Detailinformationen zu den einzelnen Strassenzügen und -vierteln abrufen lassen.
    Wer also wissen möchte, was die FreundInnen in London täglich im Schnitt auf die Öhrchen gedrückt bekommen, braucht (winkewinke Mr. Bell) dazu nicht mal mehr das Telephon.

    Oder vielleicht doch?
    Ob vor Ort vorwiegend Genervtheit vorherrscht oder begeistert der Musik der Grossstadt gelauscht wird, darüber dürfte auch die schönste Lärmkarte nur sehr bedingt Auskunft geben können - zumal dann, wenn sie sich nur auf den Verkehr limitiert. Denn wo bleiben da die streitenden Nachbarn und der nächtlichen Katergesang, die tapferen Vögel in den nahegelegenen Büschen, die spielenden Kinder und die sonor summenden Stromleitungen, die den einen Lärm und den anderen Musik in den Ohren sind?


    Von miss.gunst am 05.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.07.05

    Klang Raum Stadt

    A propos Ausflüge: Wer Lust auf und Zeit für sommerliche Reisen hat, könnte für das kommende Wochenende eine ins Ruhrgebiet planen. Im Rahmen der Ausstellung "Verstreute Momente der Konzentration. Urbane und digitale Räume", die der rührige Hartware MedienKunstVerein noch bis 17.07.2005 zeigt, finden dort jeweils Freitags und Samstags abends um 20 Uhr Videoscreenings in der PHOENIX Halle Dortmund statt.

    Just die nächsten beiden Aufführungen werden dort nun dem Thema Klang – Raum – Stadt gewidmet sein. Und zwar mit einem Programm, das von Dieter Daniels zusammengestellt wurde, der im Rahmen des von ihm gemeinsam mit Rudolf Frieling als Kooperation zwischen der HGB Leipzig und dem ZKM Karlsruhe betreuten Projektes MedienKunstNetz die Sektion "Bild und Ton" aufgebaut hat.

    Die historischen Aufnahmen von Luigi Russolos "Intonarumori" allein werden gut informierte HOME MADE-Weblog-LeserInnen vielleicht nicht nach Dortmund locken können.
    Aber die schöne Kombination mit Vertovs Klassiker "Der Mann mit der Kamera" einerseits und andererseits Paul Garrins Video-Variation auf das Thema am Freitag sprechen ebenso für Daniels Auswahl wie das Samstagsprogramm, das den im Logbuch ebenfalls bereits beworbenen Werken Walter Ruttmanns zeitgenössische Arbeiten – und namentlich seinem Hörstück "Weekend" (1930) den "optical sound" eines "Restored Weekend" (Kirsten Winter und Gerd Gockell, 2003) gegenüberstellt.

    [Beiseit: Leider nicht mit dabei ist das 1998 entstandene "Weekend Remix" von DJ Spooky und Kollegen; auf den Seiten der Hörspiel-Abteilung des Bayerischen Rundfunks gibts immerhin ein RAM-Schnipselchen zum Reinhören aus dieser Produktion.]


  • Die Daten zur Ausstellung:

    Verstreute Momente der Konzentration. Urbane und digitale Räume.
    Eine Ausstellung des Hartware Medien-Kunst-Vereins
    14.05.05 bis 17.07.05
    Phoenix Halle Dortmund
    Weitere Informationen (u.a. auch zur Örtlichkeit) unter
    www.hmkv.de

    [Als kleine Dreingabe noch eine Kurzreview zur Ausstellung aus der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung...]

  • Die Daten zum Vilmprogramm 08./09.07.2005:

    Freitag, 8. Juli 2005, 20 Uhr
    Hartware MedienKunstVerein
    in der PHOENIX Halle Dortmund

    Klang - Raum - Stadt
    Ein Film- und Hör-Programm
    Teil 1: Stadtklang / Stadtbild
    zusammengestellt von Dieter Daniels (HGB Leipzig)
    Dauer: ca. 130 min.

    Filme, in denen die Stadt zum Hauptdarsteller wird und Hörstücke sowie Manifeste. Vorläufer heutiger Klangkunst ergänzen sich zu einem audiovisuellen Programm der frühen Avantgarde - mit einem Ausblick auf die Video-Camcorder-Revolution.

    Luigi Russolo (it)
    "Intonarumori", Aufnahmen nach original getreu rekonstruierten Apparaten, Ausschnitte aus Russolos Manifest zur Geräuschkunst (1913)

    Dziga Vertov (su)
    "Der Mann mit der Kamera", SU, 1929, 68 min.

    Gerd Conradt (de)
    "Der Videopionier - Sechs Geschichten zur Stadtteilsanierung", D 1973-1983, 60 min.

    Paul Garrin (us)
    "Man with a Video Camera (Fuck Vertov)", USA 1989, 6 min.

    Samstag, 9. Juli 2005, 20 Uhr
    Hartware MedienKunstVerein
    in der PHOENIX Halle Dortmund

    Klang - Raum - Stadt
    Ein Film- und Hör-Programm
    Teil 2: Ruttmann/Remake
    zusammengestellt von Dieter Daniels (HGB Leipzig)
    Dauer: ca. 90 min.

    Walter Ruttmann (1887-1941), der deutsche Pionier des "absoluten Films", wendet sich Mitte der 1920er von der Abstraktion ab - und der Stadt als neuem Thema zu. In Berlin entstehen ein Film (1927) und ein Hörspiel (1930) - beide die ersten ihrer Art. Nach langer Vergessenheit wird Ruttmann seit einiger Zeit neu entdeckt - u.a. durch künstlerische Hommagen und Remakes.

    Walter Ruttmann
    "Berlin. Sinfonie der Grosstadt", D 1927, DVD, ca. 65'

    Gusztav Hamos
    "Berlin Retour", D 1996, Video, 7 Min.

    Walter Ruttmann, "Weekend", D 1930, Hörspiel, CD, 11.30 Min.
    und Beispiele aus: "Weekend Remix" 1998 (CD intermedium rec. 003, Produktion: Bayerischer Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst)

    Kirsten Winter, Gerd Gockell
    "Restored Weekend", D 2003, 35 mm Film / DVD, 5 min.


  • Von miss.gunst am 04.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.07.05

    Sonore Lampe(n) ff.

    Im Radar des Mediums von HOME MADE sind soeben weitere Spuren sonorer Lampen aufgetaucht.
    In diesem Fall stammen sie nicht von einem zeitgenössischen Exemplar, wie ihm während des Workshops in Romainmoîtier bei Norbert Möslang zu begegnen war - sondern führen noch einmal zu den Singenden Lichtbögen und Duddells Experimenten mit der Londoner Strassenbeleuchtung zurück.
    Sowie zu einem weiteren schönen Beispiel für angewandte Medienarchäologie: Nämlich in James Becketts Partial Museum of Noise bzw. dessen online-Dokumentation (da die am besten über den Frame in Becketts Heimseite zugänglich ist: hier ein direkter Anker in die entsprechende Abteilung).

    Der ideale Tipp für einen Sonntagsausflug - oder etwa nicht?

    Von miss.gunst am 03.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.07.05

    Garden of Codes

    Convince me that you have a seed there, and I am prepared to expect wonders...
    ... wie Henry David Thoreau so schön sagte.
    Und zwar in seinem Essay The Succession of Forest Trees, in dem es um die mannigfaltigen Möglichkeiten der Fortpflanzung von Bäumen geht – bei der neben Eichhörnchen und Vögeln unter anderem auch der Mensch eine gewisse Rolle spielt. Der Wald ein Garten sozusagen.

    Aber das nur nebenbei, denn eigentlich gilt es die Eröffnung des "GardenOfCodes" anzukündigen: Ein Gemeinschaftprojekt, in dessen Zuge Zeit-Raum-parallel und telematisch vernetzt in Berlin und Köln Klanggärtnerei betrieben wird. Sowie selbstredend in Florenz, wo – wie treuen LeserInnen dieses Weblogs längst bekannt – die Keimzelle des Giardino Sonoro grünt und blüht.

    In Berlin beispielsweise kann ab dem heutigen Samstag Abend besichtigt und erlauscht werden, was unter der Leitung von Andres Bosshard vor Ort im Innenhof des Podewilschen Palais gewachsen ist.

    Als KlanggärtnerInnen mit dabei sind hier Natalie Bosko, die auch sonst gerne Soundobjekte pflanzt; Iftah Gabbai; Eckehard Güther; Stefan Kersten, der zusammen mit mit Florian Kirner das Klang-Projekt K-Hornz betreibt; als geübter Garten(ge)flüsterer Julius Stahl; sowie Marije Baalman, die ansonsten interessante Instrumente wie den STRIMIDILATOR baut, Klangbastlerworkshops leitet und als one-(wo)man-Klangkörper mobs Musik macht (für Neugierige zum Lauschen: ein Herzschlag und ein Lauf).

    All die schönen Linkverzweigungen verraten natürlich noch nicht viel darüber, was von den keimenden Gartenparzellen im Allgemeinen und insbesondere von der telematischen Saat zu erwarten sein wird.
    Da es um ein urbanes Experiment geht: Sicher anderes, als sich der Walden verpflichtete Thoreau von jenen Samen versprach, die er im Sinn hatte, als er über die Succession of Forest Trees schrieb.
    Aber da Walden allweil fern ist, warum sollten wir es nicht an Ort und Stelle versuchen?
    Also: We are prepared to expect wonders. Jeden Tag.

  • Die Daten:
    ... für den GardenOfCodes Berlin:
    Innenhof des Podewil'schen Palais (siehe Tesla Berlin)
    Eröffnung: Sa, 02.07.2005,18:00 Uhr
    Dauer: 02.07.2005 - 17.07.2005
    Geöffnet: Dienstag–Sonntag 16:00–22:00 Uhr
  • Von miss.gunst am 02.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)