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16.07.05

Versuchskaninchen

Normalerweise hat man heutzutage ja eher seine liebe Mühe damit, NICHT zum Versuchskaninchen zu werden. Ein Telephonanschluss und dessen Kommunikation in einschlägigen Nachschlagewerken genügen gemeinhin, um mit Marketingstudien beauftragten Call-Centern zu suggerieren, dass man zu allen möglichen und unmöglichen Tages- und Nachtzeiten ganz sicher nichts besseres zu tun hat, als dumme Fragen zu was auch immer zu beantworten. Glücklicherweise lassen sich derartige Anrufe in der Regel mühelos identifizieren, noch bevor ein Gespräch begonnen hat - und man kann sich einen netten Sport daraus machen, die Zeit zwischen Einatmen, Ausatmen und Auflegen auf ein Minimum zu reduzieren.

Fragt sich folglich: Was verführt das Medium von HOME MADE dazu,
a) freiwillig an einer Studie teilzunehmen und
Take the MIT Weblog Survey
b) selbiges auch noch öffentlich zu verkünden?

Ganz einfach: Abgesehen davon, dass es als Medium ganz grundsätzlich eine mehr oder weniger natürliche Neugierde gegenüber seinesgleichen hegt (die sich, btw., eigentlich längst mal wieder in einer Fortsetzung der Einträge zu netten Nachbarn u.a. niederschlagen sollte), geht es hier um eine Studie, die es aus ebendiesem Grunde für a) interessant und b) unterstützenswert hält.

Nun verbietet es sich gemeinhin - wie das Medium aus seiner eigenen Ausbildung erinnert - potentiellen Versuchskaninchen en detail zu erläutert, was eigentlich der Behuf eines solchen Unternehmens ist; kommuniziert werden darf nur der grössere Rahmen einer Befragung. Aber dessen Basisdaten reichten in diesem Fall aus, um zu einer positiven Bewertung des Experiments zu gelangen:

Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat sich Cameron A. Marlowe, Mitglied der Electronic Publishing Group am legendären MIT Media Lab mit dem nach wie vor exponentiell wachsenden Soziotop der Blogger beschäftigt. Zwar steht dort schon am kommenden Donnerstag (21.07.05) die Disputatio an - der entsprechende Fragebogen aber immer noch im Netz. Und da die Teilnahme eben nicht nur Einblick in die Struktur der Befragung bietet, sondern man im Anschluss auch ausführlich in den statistischen Graphen wühlen darf, kann es sich - selbst wenn das jeden-Tag-eine-gute-Tat-Prinzip nun wohl nicht mehr seinem Ph.D., sondern bestenfalls etwaigen Fortführungen der Studie zu Gute kommen wird - in jedem Fall lohnen, fünf Minuten für den Fragebogen zu opfern.

Off Topic ist der heutige Eintrag übrigens nicht nur deshalb nicht, weil sich der HOME MADE-Log auch selbst als (Selbst-)Experiment in Sachen Medienkultur versteht und das Bloggen dem weiten Feld der D.I.Y.-Kulturtechniken zugerechnet werden kann.
Schliesslich lässt sich von Marlowes Heimseite über die Verweise auf dessen eigene Blogs und namentlich den seines Muzik-Kollektivs unlockedgroove aus erkunden, was MIT-Studierende so unter selbstgemachten Elektronika und anhängigen Aktivitäten verstehen...

Von miss.gunst am 16.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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