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22.07.05
Videosafarimobil
Bevor die Camping-Karavane von HOME MADE zusammen mit einem weiteren mobilen Botschafter in würdiger Nachfolge von Esther Eppseins message salon-Wohnwagen die Schweiz wieder verlässt: Bleiben wir doch noch einen Moment in Zürich.
Und zwar, um eine veritable Videosafari anzutreten. Mit dem Videosafarimobil.
Wenigstens virtuell – denn leider ist, so es keine Fortsetzung geben sollte, die Safari-Saison schon wieder vorbei.
Von Anfang Mai bis Anfang Juni diesen Jahres jedoch kurvte das Safarimobil durch die Strassen der Zürcher Stadtkreise 4 und 5 (Aussersihl und Industriequartier) – und bot denen, die sich für eine der Touren angemeldet hatten, ein ganz besonderes Videoprogramm. Zu sehen waren nämlich an den einzelnen Stationen der vier Routen die Beutestücke von mehr als dreissig Grossbildjägerprofis, in den Bus eingespielt via Satellit. Und zwischendurch der Blick durchs ansonsten hermetisch abgedichtete Busfenster – allerdings aus Kameraperspektive und ebenfalls eingespielt als Video.
Wer nicht einem der drei von den Safari-Experten vorgeschlagenen Pfaden durch die Stadtsavanne folgen wollte, hatte sogar die Möglichkeit, per GPS das Abenteuer auf eigene Faust anzugehen bzw. zu steuern.
Bei der vom slomo video'n'visions-Betreiber Roman Weber gemeinsam mit der Kunst-plattform11, einem Zürcher Ausstellungsraum, als Base-Camp organisierten Projekt dabei war übrigens auch Esther Eppstein. Sie liess ein in Zusammenarbeit mit Serge Pinkus und Roman Weber entstandenes Videoporträt ihres verstorbenen Vaters Paul Eppstein einspielen, der als Sohn jüdisch-polnischer Einwanderer, die eine koschere Bäckerei betrieben, in Aussersihl aufgewachsen und, wie auf der Familien-Heimseite der Eppsteins zu sehen, ebenfalls ein Kunstfreund und -Sammler gewesen ist.
Dank der guten online-Dokumentation der Videosafari, die mehr als nur das obligate Fotoalbum umfasst, kann man den Routen folgend diese und alle anderen Stationen nach dem Ende des Projekts immerhin noch im Netz erkunden.
Was sicher kein Ersatz für versäumte Fahrten ist. Aber immerhin Einblicke in die Arbeiten der beteiligten KünstlerInnen und VilmerInnen gewährt.
Und auf diese Weise eben auch Zugang zu Quartiergeschichten bietet, die ein anderes Zürich zeigen - ein anderes als jenes jedenfalls, welches Kunstreisende sehen, wenn sie routiniert vom Hauptbahnhof in Richtung Löwenbräu und/oder Heimplatz touren. Zwar nicht mit schwarz verklebten Fenstern. Aber was den Blick auf den Lebensraum Stadt angeht, der für gewöhnlich anderen Jägern fette Beute ist, mit einem ähnlichen Effekt – nur eben ohne Satellitenbildeinspielung, wie im Videosafarimobil.
Danke an Roman Weber für das Ja-Wort zur Verwendung der Bilder; die Credits für das Graphic Design gehen an Philip Haecki und an Katja Peter vom Visual Dope Laboratory.
Von miss.gunst am 22.07.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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