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31.08.05

Treck nach Gdansk

Weiter geht es mit der Sommer-Camping Serie.
Inzwischen schon wieder beendet ist eine Reise Richtung Gdansk, die eine Gruppe österreichischer KünstlerInnen von Anfang bis Mitte August entlang der Ostseeküste unternommen hat.
Keine Kaffeefahrt natürlich. Sondern ein Kunstprojekt.

Auch wenn auf den Webseiten, welche den Treck des Offenen Atelier on Tour dokumentieren, gleich mehrere klassische Trecker durch die Landschaft ziehen: Die dienen nur der Navigation.

Die Reise wurde (treue Logbuch-LeserInnen denken hier an das entsprechende Gefährt von Bildwechsel zurück) mit einem Bus unternommen. Mit dem fuhren Martin Kolros, Christina Hartl-Pragner, Andrea Reisinger, Elvira Kurabasa und Carola Unterberger-Probst also durch Polen, um bei verschiedenen Kunst- und Künstlerinitativen Station zu machen und jeweils vor Ort verschiedene Projekte zu realisieren. Und zwar, so verspricht es jedenfalls der Prospekt: Expanded Performance und Sound Poetry/Poesie Sonore.

Was aus HOME MADE-Perspektive natürlich besonders neugierig macht. Da das Medium nun leider weder live noch im Geiste dabei sein konnte, freut es sich, dass die mittlerweile zurückgekehrte Reisegruppe die Dokumentation der Fahrt nicht nur auf einer DVD (und später in einer Ausstellung) zugänglich machen will, sondern diese auch - mindestens in Teilen - auf die Webseiten wandern soll.

Bislang sind allerdings erst zwei Fotos zu sehen - und zwei kleine Gehörproben abzurufen. Die aus Gdansk klingt ganz nach spontaner Street Percussion. Und die mit dem schönen Namen Whyspa (was auch immer das heissen mag) irgendwie schon etwas ähnlich, wobei es hier zudem ein bisschen (flaschenrollend?) rasselt und am Ende nochmal bis fünf gezählt wird.

Nunja. Weiteres wird wahrscheinlich in Bälde auf dieser Seite folgen. Ob dann mit etwas beeindruckenderen Einblicken in die Expanded Performance und Sound Poetry/Poesie Sonore-Projekte muss sich weisen.
Das Medium ist naturgemäss geduldig und schaut später wieder mal vorbei. Und vielleicht der eine oder die andere Logbuch-LeserIn ja auch.

Von miss.gunst am 31.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.08.05

Escape Vehicles

Tatsächlich scheint sich die sommerliche Wetterlage ein bisschen zu stabilisieren, so dass endlich die HOME MADE-Campingtour fortgesetzt werden kann.
Und zwar diesmal mit bereits zu Klassikern gekürten Vehikeln, die zudem von einer Künstlerin stammen, die sich schon seit einigen Jahren systematisch mit einer speziellen Form von D.I.Y. befasst: Andrea Zittel.

Bekannt wurde die amerikanische Künstlerin Anfang der 1990er Jahre mit ihren Living Units* - kompakten Wohneinheiten, die auf minimalem Raum maximale Nutzungsmöglichkeiten boten, Ein-Zimmer-Appartements auf zwei bis vier Quadratmetern sozusagen.
Das Ganze dann noch auf zwei bis vier Räder zu packen, um es als Travel Trailer Units mobil zu machen, war da eigentlich nur eine logische Konsequenz.

Vorher aber wurde das klassische Camper-Format aber erst einmal auf seine Customizing-Tauglichkeit getestet: Daraus entstanden um 1996/1997 die Escape Vehicles*, die als perfekt auf die persönlichen Bedürfnisse ihrer BesitzerInnen zugeschnittene Rückzugsorte konzipiert sind - aber primär das Entfleuchen nach Innen ermöglichen sollen, auch wenn man sie theoretisch natürlich auch auf einen Anhänger hieven kann.

In der Campingalltagspraxis geht es ja sogar eher umgekehrt zu, wie die vielen auf feste Stellplätze verbrachten Camper belegen können - was, wie Zittel zu Recht bemerkt, tief auf die Motivationen der Halter abgehängter Anhänger blicken lässt:

I was really interested in RV culture because I felt that they epitomized this freedom where you can just live anywhere in the world and travel around. But usually people just park their trailers in one spot. So I was trying to figure out why someone would still want to live in a trailer, and I realized that people are really drawn to these intimate, controllable environments that they create for themselves.**

Ob nun Standplatz oder Als echte Camper dürften jedoch trotzdem die Travel Trailer Units* besser funktionieren, da sie anders als die Escape Vehicles eben nicht nur auf eine einzige bevorzugte Nutzung ausgerichtet sind. Sicherlich ist es schön, auch auf einer Campingtour mal ein Vollbad nehmen zu können. Doch wenn man dann in der Luxuswanne auch schlafen oder gar das Abendessen zubereiten muss, dürfte dies das Urlaubsvergnügen um einiges schmälern.

Allerdings geht es Zittel auch kaum darum, ins Campingausstatter-Geschäft einzusteigen - wenngleich sie ihre Units und Vehicles stets für konkrete Personen entwirft. Und sei es zunächst einmal für sich selbst*. Irgendjemand muss ja den Anfang machen - auch das gehört zum Prinzip D.I.Y.

* Alle Werkübersichten, für deren bequeme Anzeige das Frame-System umschlichen wurde, gehören zu den Heimseiten von Andrea Zittel.

** Das Zitat stammt aus einem Gespräch, das Shoshana Berger mit Zittel für das Ready Made Magazine führte - übrigens eine Fachzeitschrift "for people who like to make stuff".

Zum Abschluss noch eine Auswahl weiterführender Anker:
In deutscher Sprache gibt es u.a. einen kleinen Text mit Abbildungen weiterer Werke bzw. Werkgruppen, der anlässlich der Zittel-Ausstellung 2003 in der Sammlung Goetz erschienen ist, ein Interview aus 2004 im db artmag sowie ein Gespräch mit Theodora Vischer (ursprünglich für Parkett), das auf xcult.ch ins Netz gestellt ist.
Weitere Texte u.a. beim BOMB Magazine (Essay von Stefano Basilico) sowie speziell zu den Escape Vehicles (hier bei Paula Cooper) auf der Heimseite von Meaghan Murphy.

Von miss.gunst am 30.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.08.05

Glitch Art

Nachdem gestern gleich zwei Einträge ortsbezogen erfolgten und eindeutig in Berlin lebende oder weilende Menschen bevorzugten, bescheidet sich das Medium von HOME MADE heute auf den eher minimalistisch gehaltenen Hinweis auf eine gern besuchte Webseite - der dafür aber von allen LogBuch-LeserInnen gleichermassen gut erreicht werden kann:
Auf Tony Scotts Glitch Art-Projekt.

"Glitch" heisst, wörtlich übersetzt, wohl so etwas wie "Störschub" - im Radius von HOME MADE können wir uns aber in erster Linie an die weiterführende Asssoziation mit dem unter anderem, aber nicht ausschlieslich mit Störschüben operierenden Zweig musikalischen Gefrickels halten.
Um von dort aus natürlich dann wieder zügig zur Glitch Art zurückzukehren.

Aesthetics of digital corruption. Abstract data visualization. High-density linear artworks.

So lautet das sympathische Programm - und was Scott darunter so versteht, lässt sich bei einem ausgiebigeren Besuch seiner Seite erkunden.
Entweder man öffnet die Wunderkammer des Seitenarchivs intuitiv, um sozusagen einfach eine Karte zu ziehen - wie beispielweise die zu Viertel 3 /2004.
Oder man lässt sich von einem der Stichwort-Tags locken - etwa, korrespondierend zu einem früheren LogBuch-Eintrag (s. Radio Saturn), von dem Stichwort "Saturn". Da ist dann durchaus drin, was draufsteht. Aber eben verhandelt aus Glicht Art-Perspektive.

Und weil dieses Projekt das Medium von HOME MADE einfach immer wieder glücklich macht (man kann dazu, da im Blogformat, übrigens auch ein RSS abonnieren), wirft es - auch als guten Wunsch zum Wochenbeginn - seinen Anker abschliessend in Richtung: Happiness.

Von miss.gunst am 29.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.08.05

Licht- und Klangfassade

Nein, hier soll weder ein Wettbewerb um Ankündigungen der Kategorie "kurz vor knapp" noch ein Veranstaltungskalender für Berlin eröffnet werden.
Aber da nun mal schon der erste Eintrag des heutigen Tages in eben diese Richtung wies, passt dieser doch einfach noch allzu gut dazu:
In genau einer Minute beginnt vor der Berliner Augustrasse 22 die Finissage eines Projekts der in diesem LogBuch bereits im Zusammenhang mit dem Garden Of Codes vorgestellten Klangkünstlerin Natalie Bosko: light_&_sound.

Weil es jetzt schnell gehen soll, sei als Appetithappen ein Zipfel aus der Projektbeschreibung auf Boskos Heimseite zitiert:

The media-art project light_&_sound is a transfering between light and sound waves, transformation of one element into another and back. The main idea of the project is to create an informations loop. That suppose to be kind of research on the fields of art and science. The nature of light and sound is the same – that are only waves.

All visible is light – unvisible is darkness. But that doesn’t exist. All audible is sound – unaudible is silence. But that doesn’t exist.

That means, there is nothing except light and sound – shadow and silence don’t break but build light and sound together. It would be no light without the shadow and no sound without the silence, like it wouldn’t be happiness without sorrow.

In this sense NO is not negative, but only the part of YES

of TO BE

Und ansonsten darf das Medium ebenso flink wie faul auf die sowieso immer wieder wunderbaren Seiten von we make money not art verweisen, die in diesem Fall eine beschämende Woche (recht-)zeitiger waren mit der Vorstellung dieses Projekts.

Weil sich aber die Wenigsten derer, die jetzt erst von der light_&_sound-Fassade in der Auguststrasse erfahren, noch vor dem Fini der Finissage an den Ort des Geschehens begeben können werden (nein, auch das Medium von HOME MADE nicht - Berlin ist heute abend leider weit), wird an dieser Stelle versprochen: Ausführlicheres zum Verhältnis von Licht- und Klangwellen ein andermal. Auf diesem Sektor gibt es schliesslich so Einiges, das früher oder später in den Radar dieses LogBuchs geraten oder sogar in den Zettelkasten finden dürfte.

Für heute bzw. die Daheimgebliebenen bleibt im Übrigen immerhin noch die Möglichkeit, weiter in Boskos Projektdokumentationen zu stöbern (leider wieder mal in ein fieses Frame-System eingebunden, so dass sich keine direkten Anker werfen lassen) und gegebenfalls auch das Filmchen zur Fassade in der Auguststrasse anzuschauen (was wiederum, auch etwas abschreckend, als .exe angeboten wird).

Von miss.gunst am 28.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

Solarmusikkonzert

Anlass des heutigen Logbuch-Eintrags ist ein Hinweis für diejenigen, die noch eben einen Ausflug nach Berlin in ihre Tagesplanung aufnehmen können - oder an diesem Wochenende sowieso in der Stadt sind.
Dann sollten sie sich am Abend gegen 20 Uhr in die Akademie der Künste - genauer gesagt, zu deren ehemaligem Stammsitz am Tiergartennahen Hanseatenweg begeben.

Während das neu eröffnete ADK-Gebäude am Pariser Platz (hier zur Ansicht die Pressefoto-Seite) derzeit eher unschöne Schlagzeilen macht, findet in den Räumen des alten Hauses derzeit die Offene Werkstatt der Jungen Akadamie der Künste statt.

Noch bis zum 31.08.(05) kann man hier täglich von 14 bis 24 Uhr eine Mischung aus Atelier und Ausstellung besuchen, mit der 25 Beteiligte aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Theater/Performance, Vilm und Musik den Innen- und Aussenbereich der Gebäude bespielen. An einigen Abenden gibt es zudem ein Spezialprogramm mit Partys, Performances und Konzerten - und damit wären wir dann endlich an dem Punkt angelangt, der Ausschlag für das Erscheinen der Veranstaltung im Radar von HOME MADE gibt.

Für den heutigen Sonntag (28.08.05) Abend nämlich ist ein Konzert von Rolf Schreiber und Martin Kuentz angekündigt, das sich bestens in den bei HOME MADE bereits eifriger verfolgten Strang zum Thema Circuit Bending (mehr dazu auch über den Externen Index) zu fügen scheint:

Schreiber und Kuentz spielen auf selbstgebauten Instrumenten mit Solarstromversorgung. Kern ist das "Solarsoundmodul", ein kleiner Synthesizer mit zwei Modulationsrädern und diversen Steckplätzen für elektrische Komponenten.
Die Module imitieren ein Nervous Network, in dem sich positive und negative Rückkoppelungen bilden und sich rhythmisch verdichten. Über die Modulation von Lichtquellen (pulsierende und rotierende Taschenlampen) können diese Rhythmen kontrastiert werden.

Dabei sein? Hier noch einmal die Daten:

  • Offene Werkstatt der Jungen Akademie
    Akademie der Künste
    Hanseatenweg 10
    10557 Berlin-Tiergarten
    Bis 31.08.2005, täglich 14-24 Uhr
  • Konzert mit Ralf Schreiber und Martin Kuentz
    Sonntag, 28.08.2005
    21 Uhr
  • P.S. Dank an Dirk Holzberg für die (wenngleich leider etwas kurzfristige) Übermittlung der Ankündigung.

    Von miss.gunst am 28.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    27.08.05

    Kanalradio

    Vielleicht nicht das, was man sich gemeinhin unter einem Radio aus dem Untergrund vorstellen würde.
    Nur sechs Stunden lang wird es seine Wellen verbreiten. In einer Stadt. An einem Tag. Nicht wirklich heimlich. Es wird auch keine Freuqenz gekapert. Mit politischem Aktivismus hat es offenbar ebenfalls wenig bis nichts zu tun.
    Dennoch trifft der Begriff die Sache auf den Punkt: Denn der musikKanal sendet von ganz unten - eben aus dem Untergrund.

    Und das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. Um sein Projekt zu realisieren, hat sich der Schlagzeuger und Komponist Christoph Jilo nämlich an die Abwasserversorgung der Stadt Giessen gewandt. Und weil er mit seinem Anliegen erfolgreich gewesen ist, dringt dort nun am heutigen Samstag (27.08.05) von 10 bis 16 Uhr - also zur Einkaufszeit - aus den Gullideckeln rund um den Marktplatz Musik.

    Die Sendestationen seines musikKanals sind tatsächlich in der Kanalisation installiert - so dass vor allem die Ratten, die sich dort tummeln, in den vollen Genuss des Programms kommen werden. Das wiederum definiert das Understatement von Underground neu. Denn neben eigenen Produktionen von Jilo umfasst es - sozusagen in klassischer Lokalsender-Tradition - Musik von Giessener Bands, Chören und Musikvereinen, die es sonst wohl nicht unbedingt ins Radio schaffen würden, jedenfalls nicht in dieser Kombination. Jeweils zur vollen Stunde soll es Nachrichtensendungen geben - die allerdings, sozusagen sachnah, aus Interviews mit verschiedenen Untergrund-Spezialisten bestehen; zu den Befragten werden unter anderem ein Geologe, Mitarbeiter des Tiefbauamts, ein Schädlingsbekämpfer, aber auch MusikerInnen aus der Szene zählen.
    Und schliesslich gibt es noch Soundcollagen mit Sprechakten zum Assoziationsfeld Untergrund.

    Was den musikKanal darüber hinaus von der Konkurrenz im Sendebereich unterscheiden dürfte, ist neben seinem sehr speziellen Radius auch die Tatsache, dass er sich mehr als andere und anders ums Wohl seiner HörerInnen bemüht: Zur freundlichen akustischen Übernahme der Kanalisation kommen oberirdisch Ruhezonen, in denen man sich auf Liegen ausgestreckt einerseits den subtil von unten ans Ohr dringenden Sendungen widmen und andererseits Erfrischungen zu sich nehmen kann.

    Wer an diesem Samstag keine Zeit hat, nach Mittelhessen zu reisen, um in den Genuss des musikKanals zu kommen, erhält möglicherweise in einer Woche eine weitere Chance. Dann soll - so planen es wenigstens Jilo und sein Kollege, der Regisseur Andreas Tiedemann aus dem Team von Ohrpilot - im westfälischen Münster ein neues Kanalradio auf Sendung gehen.

    Wie gesagt beziehungsweise geschrieben: Mit Subversion hat dieses Kanalradio wenig im Sinn - und auch die Nerven der Anrainer wird es aufgrund seines speziellen Ausstrahlungsmodus sicherlich nicht in dem Masse strapazieren können, wie dies bei Bill Fontanas Sound Lines in Leeds der Fall gewesen ist (lediglich die armen Ratten wird wohl keiner fragen, ob ihnen die Beschallung ihrer Behausung passt). Im KlangRaumStadt handelt es sich dennoch um eine durchaus interessante Intervention.

    Was die Sympathien des Mediums von HOME MADE vielleicht ein wenig ausbremsen kann ist eher eine Äusserung des Komponisten, die ein Artikel in der regioanlen Presse (Frankfurter Rundschau vom 25.08., nur temporär im Netz und daher nicht verlinkt) zitiert. Die Überzeugungsarbeit, die bei den städtischen Behörden zu leisten war, sei nämlich aus folgendem Grund von Erfolg gekrönt gewesen:

    "Anfangs hatten sie wohl etwas Angst vor mir und Sorge um meine geistige Gesundheit", sagt er lachend. Doch als der 36-jährige ausührlich seine Idee geschildert hatte, änderte sich die Meinung der Fachleute. "Sie haben gemerkt, dass ich kein Kunstspinner bin."

    Na dann.

    Von miss.gunst am 27.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    26.08.05

    Camera Lucida

    Bei diesem Stichwort dürften die meisten wahrscheinlich an Optische Medien denken. Nicht unbedingt an das gleichnamige Vorlesungsskript von Friedrich Kittler, denn da wird sie gerade nicht gewürdigt - und wenn an ein Buch, dann wohl eher an Barthes' Chambre Claire, wobei dessen Titel ebenfalls eher ex negativo die Camera Obscura und über diese die Photographie assoziiert. Also in jedem Fall etwas, das eher in der Video- als der Audiosphäre funktioniert.
    Die Frage ist nun: Könnte es eine helle Kammer geben, die sowohl Licht- als auch Schallwellen bündelt und transformiert?

    Die klassische Camera Lucida ist ein klug erdachter, aber für sich genommen nicht sehr attraktiver Apparat. Eine schlichte Zeichenhilfe, die anders als die Camera Obscura lange weit weniger Interesse bei den MedienhistorikerInnen weckte - und erst jüngst wieder stärkeres Interesse auf sich zog, als David Hockney sein Buch Secret Knowledge veröffentlichte. Wer sich über die Geschicke dieses Geräts informieren möchte, kann dazu in einem dreiteiligen Artikel bei about.com Näheres nachlesen.

    Auf die eingangs gestellte Frage dagegen lässt sich andernorts eine Antwort finden. Nämlich bei Evelina Domnitch und Dmitry Gelfand und in ihrem gleichnamigen Projekt:

    Camera Lucida is a sonochemical observatory that allows one to see
    sound moving through space right at the delicate horizon where acoustics and optics meet. By means of a phenomenon called sonoluminescence, sound waves are directly converted into light inside a glass chamber filled with gas-infused liquid. After adapting to the absolute darkness surrounding the installation, the viewer/listener gradually perceives the highly detailed shapes and movements of multiple sound sources.
    Though the phenomenon still cannot be fully explained, it is known that the light emanates from imploding microscopic gas bubbles triggered by an acoustic field, which renders sound visible. In this conversion of sound into light, temperatures are produced that are as high as those found on the surface of the sun.

    Mehr über die geheimnisvolle Versuchsanordnung ist auf einer im Netz bereit gestellten Projektseite zur Camera Lucida zu erfahren.
    Hier findet sich neben einer kleinen online-Präsentation und einem Video auch der Anker zu einem anregenden Aufsatz (pdf), den die beiden 2003 für die Zeitschrift Leonardo geschrieben haben.
    Für weitere Informationen zum wissenschaftlichen Hintergrund lässt sich ausserdem eine ihr gewidmete Seite des Physikalischen Institutes der Universität Göttingen empfehlen, über die bzw. deren Anker u.a. auch Hintergrundwissen zur Sonilumineszenz (also das Leuchten von Schallwellen) einzuholen ist.

    Anzuhören, - zusehen und zu bestaunen ist die Camera Lucida von Evelina Domnitch und Dmitry Gelfand jedoch ab dem heutigen Freitagnachmittag (26.08.05) auch im Tesla in Berlin.
    Nichts wie hin!

  • Die Daten:
    Evelina Domnitch/Dmitry Gelfand: Camera Lucida
    Tesla im Podewils'schen Palais
    Klosterstrasse 68 – 70
    D – 10179 Berlin-Mitte
    26.08.2005 von 16 - 19 Uhr - Residence-Studio Raum 135
    und danach bis 02.09.2005 nach Anmeldung unter kiborion@yahoo.com
  • Von miss.gunst am 26.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.08.05

    Loopfestival

    loop_kk.gifTreue LeserInnen dieses Logbuchs sind schon über den Eintrag zu Bernhard Wagners Live Looping-Vortrag im Walcheturm auf das nahende Ereignis aufmerksam geworden, vielleicht hat auch die Zettelkasten-Notiz zu den Looping Basics Appetit auf akustische Schleifen gemacht.


    Heute jedenfalls ist es endlich so weit: Das Erste Internationale Loopfestival Zürich geht an den Start.

    Drei Tage bzw., genauer gesagt: Nächte lang wird dann jeweils ab 19.00 Uhr im Zürcher Moods im Schiffbau das Schleifen drehen im Mittelpunkt stehen.

    loop_flyer.gifWer das Ganze trotz oder ungeachtet der eingangs erwähnten Einführungen dennoch für eine monotone Veranstaltung halten sollte, ist gründlich falsch gewickelt: Zwar leben Schleifen - wie der Name schon sagt - davon, dass bestimmte Wege wieder und wieder abgeschritten werden. Doch abgesehen davon, dass man bekanntlich nie zweimal im selben Flüsschen badet (was auch für das akustische Eintauchen in Tonwellen gilt, wie ohne Heraklit zu bemühen die basale Wahrnehmungspsychologie belegen kann), lebt das Looping natürlich von der Spannung, die schon durch leiseste Variationen entstehen kann. Und das Live-Looping - um das es bei diesem Festival geht - macht aus diesem Miteinander eine hohe Kunst, in der Zufall und Improvisation ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben.

    Zudem hat Festival-Kurator und (Live-)Looping Spezialist Bernhard Wagner ein Programm zusammengestellt, das bewusst ein möglichst breites musikalisches Spektrum des Genres vom Elektro-Ambient bis zur Weltmusik auf die Bühne bringt; die Beteiligten kommen aus den USA, Tschechien, Kroatien, Italien, Österreich, Deutschland, Australien, Grossbritannien und natürlich auch aus der Schweiz.

    Linx zu den Heimseiten der beteiligten Musiker (hoppla: tatsächlich keine Looperinnen???) finden sich direkt im Konzertfahrplan eingebaut; aus HOME MADE-Perspektive sei vielleicht insbesondere auf Christoph Grab - der bereits beim Klangtag diesen Mai in Romainmoîtier dabei gewesen ist - und seinen Neuromodulator bzw. die gleichnamige Formation hingewiesen, auf Michael Peters und sein Kofferradio - sowie, schon allein weil man gespannt sein darf, wieviele Gegenstände er wohl diesmal zum Klingen bringen wird, auf den im Looping Basics-Eintrag auch mit einer Gehörprobe vertretenen Loop-Experimentalisten Rick Walker.

    Alles weitere, inklusive organisatorischer Service-Linx sowie einer Reihe von vorab erschienenen Berichten: Natürlich auf den Heimseiten des Ersten Internationale Loopfestival Zürich.

    P.S. Für diejenigen, die nicht live dabei sein können: Hoffen wir, dass es bis heute 19.00 Uhr auch mit der Einrichtung des Webcasts klappt!

  • Die Daten:
    Erstes Internationale Loopfestival Zürich
    25.08.-27.08.2005
    Moods im Schiffbau
    Schiffbaustrasse 6
    8005 Zürich
    jeweils ab 19.00 Uhr
  • loop_poster.gif

    Von miss.gunst am 25.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.08.05

    Zwölftonradio (WRT)

    Einrichtungen, die das Erbe eines grossen Komponisten verwalten, stellt man sich gern eher etwas behäbig vor. Konservativ im eigentlichen Sinn des Wortes müssen sie ja sowieso sein. Dafür aber um so weniger weltzugewandt. Und so weiter.
    Wer würde hier ein Webradio erwarten?
    Gibt es aber: Das Wiener Arnold Schönberg Center, sowieso die Pilgerstätte schlechthin für alle FreundInnen der Dodekaphonie, betreibt nämlich eines.

    Auf der Hauptseite des ASC-Webradio findet sich stets das aktuelle Wochenprogramm, zu jedem Stück gibt es obendrein noch Hintergrundinformationen.

    Wer dann etwas warm geworden ist mit der Zwölftonmusik und mehr über Schönbergs Werk wissen möchte, findet auf einer Seite mit weiteren Optionen was das Herz begehrt (oder gegebenenfalls begehren könnte):
    Vorträge und Radiofeatures, Lesungen aus Schönbergs Schriften und Briefen, Gespräche mit Zeitzeugen und auch O-Töne des Meisters selbst. Sowie natürlich noch mehr Musik. Und zwar eingebunden in ein Audio-Werkverzeichnis.

    Von wegen Dominanz des Dudelfunks. Radio Schönberg sendet wwweltweit, für alle, und zwar Tag und Nacht...

    Von miss.gunst am 24.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.08.05

    Farewell to Bob Moog

    Als gestern Vormittag die traurige Nachricht durch verschiedene Mailkanäle tickerte und in den Radar von HOME MADE ging, war das Update auf der ihm gewidmeten Wikipedia-Seite schon längst gemacht: Um 03:17 Uhr lautet der Veränderungsvermerk in der page history lakonisch "Death". Gefolgt von einem ganzen Schwung weiterer Bearbeitungen des Artikels.
    Schon seltsam, wie sich selbst das Verschwinden in mediale Gedächtnisspuren eingraben kann.
    Aber das nur beiseit, weil es einfach schwer fällt, Todesanzeigen zu schreiben. Wie diese, für Dr. Robert A. Moog.

    So nahe liegend es wäre, an dieser Stelle den Zettelkasten aufzuschlagen, so verfehlt scheint es zugleich - ausgerechnet jetzt, da die Heimseite seines Traditionsunternehmens, auf der die Nachricht ebenfalls angezeigt wird, zeitweise vor dem Ansturm das Kondolenzbuch suchender Surfer zusammenbricht. Da Fernsehsender und die Zeitungen eilig kleine Features basteln (hier eines der BBC). Und die Preise für die von ihm signierte Theremin-Edition, die er eine Zeit lang anbot, wahrscheinlich nach oben schnellen werden.

    Alles das kann sehr wohl als Zeichen der Wertschätzung wahrgenommen werden: Eben die, welche erst im Verlust gewahr wird, was wichtig war - und, was bliebe ihr auch anderes, nun nach dem greift, was bleibt.

    Nun: Was bleibt in diesem Fall, ist zweifellos viel. Gelebte und noch immer lebendige Musikgeschichte und -gegenwart.
    Selbst ein ziemlich lebendiges Medium wie dieses hier, das auf seine Weise sicher geeignet ist, an Bob Moogs speziellen Beitrag zu erinnern - ob nun in der Wikipedia, auf den Seiten des Synthesizer-Museums, bei obsolete oder einer der anderen schier unzähligen Seiten mit Hommagen, die durchs weltweite Gewebe driften - kann allerdings immer nur mitteln, im Sekundären spiegeln, bestenfalls inspirieren. Die entscheidenden Resonanzen finden sich natürlich anderswo: nämlich in der Musik.

    Von miss.gunst am 23.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.08.05

    D.I.Y. strips

    Nein, von einer Anleitung zur attraktiv mit Musik unterlegten Selbstentkleidung soll hier natürlich nicht die Rede sein.
    Da aber das Wetter, wie vor einer Woche, schon wieder eher nach Wassermusik als nach Camping aussieht, gibt es heute einen Tipp zum kreativen Zeitvertreib.

    Und zwar mit dem possierlichen StripGenerator.
    Das Medium von HOME MADE hat eben schon mal ein bisschen geübt.
    Womit sich jeder weitere Kommentar erübrigen sollte.

    P.S.
    A propos "oups". Es liesse sich zum Thema passend schon noch etwas ergänzen. Nämlich ein Rückverweis auf die jüngst gepriesenen Scopitones - wo es ja nach wie vor das adäquate Vilmchen zum adäquaten Song von S.G. und B.B. zu betrachten gibt.

    Von miss.gunst am 22.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.08.05

    NAR (WRT)

    Keine Frage, dass sich kryptische Titel jederzeit toppen lassen.
    Und wenn man so will, bezeichnet auch dieser einen Container. Vor allem aber einen (Kunst-)Webradio-Tipp, der in den Zettelkasten dieses Logbuchs gehört.

    Anders als kunstradio.at ist das New American Radio (kurz: NAR) allerdings leider nicht mehr aktiv und sendete überhaupt nur für eine vergleichsweise kurze Zeit.
    Dafür verfügt es aber über ein bestens bestücktes Archiv.

    Eine ziemlich beachtliche Menge von Sound Art-Arbeiten ist dort in voller Länge zu finden, andere sind mindestens in Ausschnitten zu hören - dafür aber um Scripts und Informationen ergänzt.
    Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Interviews, Essays und Kommentaren von den mit Arbeiten vertretenen KünstlerInnen und natürlich auch zur Kunstradio-Theorie.
    Und vieles mehr. Das alles leider in einem Framesystem, das man ziemlich brutal umgehen müsste, um die Leckereien direkt zu verlinken.
    Worauf, weil im wohlsortierten New American Radio-Archiv alles so gut beisammen und kinderleicht zu finden ist, an dieser Stelle aber guten Gewissens verzichtet werden darf.

    Ganz ähnlich wie im Fall von kunstradio.at kann man auch hier den Hut ziehen - und zwar vor New Radio and Performing Arts, Inc. (NRPA), einer Initiative, aus der übrigens auch die in diesem Logbuch schon verschiedentlich mit Ankern beworfene Basis von turbulence.org hervorgegangen ist.

    Von miss.gunst am 21.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

    20.08.05

    Inbound ISO 1496

    Klingt kryptisch? Mindestens als etwas wagemutig kann man es bezeichnen, wenn ausgerechnet eine Veranstaltung, die auf experimentelle Zugänge setzt, mit Standardisierungscodes flirtet.
    Allenfalls könnte man sagen, dass das Festival Rümlingen 2005 - heuer dem Thema "Mensch - Maschine - Natur" verschrieben - in seiner Gewichtsklasse Standards setzt.

    Die KünstlerInnen-Liste liest sich jedenfalls wie ein Who is Who der unermüdlichen Bastler am heissen Draht der elektroakustischen und elektronisch Klänge und Klangobjekte:

    Performances, Klang-Maschinen und Musik für ein Lautsprecher-Orchester von Nikolas Anatol Baginsky (D), Gary Berger (CH)/UA, Ludger Brümmer (D)/UA, Alex Buess (CH)/UA, Cathy van Eck (NL)/UA, Michael Harenberg (D)/UA, Sibylle Hauert, Daniel Reichmuth, Volker Böhm/instant city (CH), Heinz Holliger (CH), -ensemble/Logos Foundation (B), Jacques Rémus (F), Chatschatur Kanajan (ARM)/UA, Tanja Müller (CH)/UA, Erik Oña (ARG)/UA, Thomas Peter (CH)/UA, Lynn Pook und Julien Clauss (F)/UA, Douglas Irving Repetto (USA), Steffi Weismann (CH) und Georg Klein (D)/UA.*

    Das Geheimnis lüftet sich, wenn man nicht vorher neugierig auf der Webpräsenz der International Organisation for Standardisation nachschlägt oder die Informationen zum Veranstaltungskonzept studiert, spätestens vor Ort: Der ISO Standard bezieht sich auf Industriecontainer - und die behergen in diesem Fall die Klangmaschinen bzw. werden zum Ort von Konzerten und Performances.

    Der Schalter, welche die reichhaltige Füllung der Container aktiviert, wird am heutigen Samstag um 18 Uhr umgelegt. Schade nur, dass um 01 Uhr schon wieder alles vorbei sein soll.
    Ob man die Rümlinger vielleicht überreden könnte, ihr Containerdorf künftig auf die Reise zu schicken? Mit Füllung natürlich.
    Eine gute Sache wäre das bestimmt.

  • Die Daten:
    Inbound ISO 1496
    Festival Rümlingen 2005
    19.08./20.08.2005
    jeweils 18-01 Uhr

  • Zum Veranstaltungsort gibt es einen auf die Zuganschlüsse abgestimmten Shuttle-Bus (siehe: Anfahrtsplan)

    * Das "UA" hinter den Nationenkürzeln meint in diesem Fall nicht, dass die Bezeichneten Doppelstaatsbürgerschaften besitzen und jeweils auch in der Ukraine zuhause sind, sondern verspricht, dass sie Uraufführungen einer neuen Arbeit zum Festival mitgebracht haben.

    Von miss.gunst am 20.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.08.05

    Just One Minute

    ... aber davon ganz schön viele. Schöne, bewegte und sicher auch bewegende Bilder: Auf dem One Minute Film- und Videofestival in Aarau, das - wie es sein Name auch schon sagt - der grossen Kunst der kleinen Form bzw. den VilmerInnen gewidmet ist, denen es gelingt, sich entsprechend kurz zu fassen.
    Ab heute und noch bis 21.08.05. Das volle Programm gibts hier als pdf zur Übersicht - und zum Ansehen natürlich dann vor Ort.
    Wollte das Medium von HOME MADE noch eiligst gemeldet haben.
    Soll keine/r sagen, er/sie habe es nicht gewusst....

    Von miss.gunst am 19.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Gefrorenes (ff.)

    Und wieder ist es Zeit für eine Mitteilung des Mediums in eigener Sache: In Fortsetzung der GUNSTradio-Sendung vom 15.07.05 werden am heutigen Freitag (19.08.) erneut Schneeflocken durchs Studio tanzen.

    Nachdem beim letzten Mal unter anderem Sarah E. Mianos "Enzyklopädie vom Schnee" aufgeschlagen wurde (hier aus der ZEIT eine wohlwollende und hier aus den rezensöhnchen eine weniger wohlwollende Rezension), einiges über Gestalt, Bau und Formenvielfalt von Schneekristallen zu lernen war, bedeutende Schneeflockenforscher wie Johannes Kepler, René Descartes, Robert Hooke, Wilson "Snowflake" Bentley und Ukichiro Nakaya vorgestellt wurden, wobei sich unter die wissenschaftlichen Beobachtungen der Eiskristallkundigen mühelos das eine oder andere poetische Flöckchen mischte...

    ... geht es in der zweiten Folge nun um das ewige Eis in der bildenden Kunst: Von der Arktis in die Schweizer Alpen and back again - aber natürlich auch ein weiteres Mal um die kühle Verführung des Kristalls.
    Von 14-15 Uhr (MEZ Sommerzeit) auf RadioX Frankfurt am Main, 101,4 fm / Kabel 99,85.
    Freut Euch aufs Frieren!

    Von miss.gunst am 19.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.08.05

    Nicht nur zum Frühstück (audionewstalk)

    Gern gibt das Medium von HOME MADE zu, dass Einrichtungen wie Frühstücksradio oder Frühstücksfernsehen nicht seine Sache sind.
    Und das hat nicht einmal etwas mit der Tageszeit zu tun, zu der derlei ausgesttrahlt wird. So, wie es kein wahres Leben im falschen gibt, kann es auch keine richtige Stunde für falsche Formate geben.
    Was es aber gibt, sind gute Alternativen. Und die liegen natürlich in der Logbuch-Nachbarschaft.
    Wie der audionewstalk beispielsweise.

    Wieder so ein Fall von "Lust und Nutz" bringendem Logbuch. Wo sonst könnte man innert weniger Tage Wissenswertes über LDR-Theremins in Fleischsaftkonzentratgläsern erfahren, von Spielkonsolenhöllen zum Selberbasteln hören, Einblick in Wendy Carlos' Studio erhalten und obendrein noch den einen oder anderen Hinweis auf neue Musiksoftware mitnehmen?
    Eben.
    audionewstalk ist nicht irgendein Metablog, sondern gehört für Freundinnen und Freunde der elektronischen Musik, die ein offenes Herz für die etwas obskureren Hervorbringungen dieser seltsamen und schönen Welt haben, sozusagen zur Pflichtlektüre.
    Und besser als jedes Frühstücksradio- und -fernsehprogrammm ist es sowieso. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, sozusagen.

    Von miss.gunst am 18.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.08.05

    Kunstradio (WRT)

    Nicht irgendeines. DAS Kunstradio: kunstradio.at. Wieder eine Eule nach Athen, zumal auch in diesem Logbuch schon zahlreiche Anker in seine Richtung ausgeworfen worden sind.
    Aber eben ein absoluter Pflichteintrag in der Reihe der Webradio-Tipps, und ein klar in den Zettelkasten gehörender dazu.

    Gegründet im Dezember 1987 - zunächst als wöchentliche Radiosendung auf ORF1 - ist das Kunstradio nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch international längst eine Institution (eine bescheidene Kurzfassung seiner Historie und Programmatik sind hier nachzulesen). Selbst seine Webpräsenz konnte in diesem April bereits ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Der guten Pflege der letztgenannten Einrichung ist es wiederum zu verdanken, dass das Kunstradio tatsächlich als Webradio funktioniert - und zwar als eines, das dann, wenn andere Lieblings-Livestreams versagen, in seinen Archiven garantiert noch eine hörenswerte Sendung hat. Jeden Sonntag kommt nach wie vor eine neue hinzu.

    Wunderbarer Weise sind (fast) alle Sendungen in voller Länge als mp3-files online abrufbar; unter dem jeweiligen Sendedatum, zu dem im Archiv zunächst jeweils ein akustisches Probierhäppchen angeboten wird, liegen zudem in der Regel weitere Informationen zu den vorgestellten KünstlerInnen, Projekten und Programmen.
    Nicht alles ist gleichermassen aufregend, klar. Die jüngste Sendung vor der aktuellen Sommerpause (die übrigens keine Sendepause ist, sondern vom Literaturstudio bestritten wird) bespielsweise, Gue Schmidts Reise ins Land mit den 1.200 Kühen, bimmelt vielleicht ein bisschen arg alpenlandromantisch daher. Gehört andererseits aber durchaus in den Radius dessen, was Bill Fontana im Rahmen seiner Klangraumforschung betreibt.

    Den LeserInnen dieses Logbuchs sei an dieser Stelle jedoch eine Sendereihe aus dem Archiv empfohlen, die bestens an bereits eröffnete Stränge und namentlich an den gestrigen Eintrag anchliessen kann:
    Die Reihe Re-Inventing Radio nämlich, zu der auch die kleine Klausurtagung gehört, die am vergangenen Wochenende in Kooperation mit dem bereits vorgestellten Radio Copernicus stattgefunden hat.
    So wurden in Teil II zur ars electronica 2004 nicht nur zahlreiche Radiokunst- und Sound Art-Projekte vorgestellt.
    Rundherum gab es noch eine siebenteilige historischen Serie, in deren dritten Teil zum Thema Klingende Objekte eben auch Cages Credo zur Zukunft der Musik zum Zuge kommt.

    Aber das nur als Anempfehlung nebenbei. Denn das Schöne an den gut bestückten Kunstradio-Seiten ist ja, dass sich jede/r selbst auf eine Entdeckungsreise in die Archive geben und fündig werden kann.
    Zumal es ausser Radiosendungen auch noch allerlei anderen interessanten und informativen Stoff vorrätig hat, von Projektdokumentationen über KünstlerInnenporträts bis zu Essays zur Radiokultur und -theorie.

    Chapeau also vor der noch immer unermüdliche aktiven kunstradio-Gründerin Heidi Grundmann - und natürlich dem gesamten kunstradio-Team!


    Von miss.gunst am 17.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.08.05

    Vom Gebrauch von Geräuschen

    In welchem klassischen Quellentext der jüngeren Musikgeschichte wird dem Geräusch von Regen eine prominente Position zugewiesen?

    Daraus könnte man durchaus eine Quizfrage machen.
    Da wir hier aber keine Fernseh- oder Radioshow sind (nun, zugegeben: nicht zuletzt, weil uns attraktive Preise fehlen, mit denen wir potentielle KandidatInnen erst locken und bei erfolgreicher Beantwortung der Frage dann auch bedenken könnten), sondern ein schlichtes Logbuch, bleibt es für heute bei einem Zettelkasteneintrag.

    Wäre wohl auch zu einfach gewesen, um als echte Zitterpartie für ein Quiz durchzugehen:
    Natürlich handelt es sich um jene berühmten Zeilen, die John Cage zu seinem Credo: The Future of Music (hier im MedienKunstNetz ) machte.

    "Wherever we are, what we hear is mostly noise. When we ignore it, it disturbs us. When we listen to it, we find it fascinating. The sound of a truck at 50 m.p.h. Static between the stations. Rain."

    Formuliert hat er das Ganze erstmals 1937 in einem Vortrag, bis zur Publikation auf Papiergingen gingen dann jedoch noch einige Jahre ins Land, bis es 1958 in einer Konzertbroschüre und dann 1961 in dem Buch "Silence" erschien.

    Aus HOME MADE-Perspektive sei aus dieser nach Athen getragenen Eule noch Folgendes bemerkt:

    Erstens kondensiert sich in den in Grossbuchstaben wiedergegebenen Zeilen "I BELIEVE THAT THE USE OF NOISE ... TO MAKE MUSIC ... WILL CONTINUE AND INCREASE UNTIL WE REACH A MUSIC PRODUCED THROUGH THE AID OF ELECTRICAL INSTRUMENTS ... WHICH WILL MAKE AVAILABLE FOR MUSICAL PURPOSES ANY AND ALL SOUNDS THAT CAN BE HEARD. PHOTOELECTRIC, FILM, AND MECHANICAL MEDIUMS FOR THE SYNTHETIC PRODUCTION OF MUSIC ... WILL BE EXPLORED. WHEREAS, IN THE PAST, THE POINT OF DISAGREEMENT HAS BEEN BETWEEN DISSONANCE AND CONSONANCE, IT WILL BE, IN THE IMMEDIATE FUTURE, BETWEEN NOISE AND SO-CALLED MUSICAL SOUNDS. (usw)
    natürlich das Credo selbst, das unschwer erkennbar seinem auf die Zukunft bezogenen Titel alle Ehre macht (s. die nachgerade prophetischen Zeilen zur Elektrifizierung der Musik, wobei das Prophetische sicher relativ zu sehen bzw. zu lesen ist: Nämlich nicht nur im unmittelbaren Anschluss an Luigi Russolo, seine Geräuschkunst und seine Geräuschmaschinen, sondern auch an die frühe Radiokunst, der in diesem Logbuch früher oder später ebenfalls noch Zettelkasten-Einträge zu widmen sein werden. Wenn diese Zeilen bereits in der Version von 1937 enthalten waren. 1958 nämlich beschreiben sie beinahe schon so etwas wie den Stand der Dinge).

    Zweitens küren die Zeilen das Credo zu einer Vorform der Mesostichen, also jener Bildgedichte, die Cage im Zuge eines der Wortmagie nahe stehenden Kompositionsverfahrens produzierte: Semantik wird wortbildlich rhythmisiert. Und diese Neigung zur Rhythmisierung scheint tatsächlich (ohne hier jetzt so etwas wie eine Künstlerpathologie installieren zu wollen) mit dem verknüpfbar zu sein, was die Heidelberger Neurologen über Hirnhälftenpräferenzen herausgefunden haben. Im Gespräch mit Alan Gillmor (1976, in: Contact, Nr. 14) hat Cage tatsächlich auch bekundet, dass er sich eigentlich wenig für Tonhöhen interessierte. Wohingegen sein Interesse an Struktur und Rhythmisierung ziemlich offenkundig ist.

    Drittens sei an dieser Stelle schon einmal verraten, dass das Credo (von seiner Würdigung des Regens und mithin seiner Nähe zur Wassermusik einmal abgesehen, denen sich die tagesaktuelle Zitation verdankt) wunderbar geeignet ist, nicht nur die Eintragsdichte zum Thema Geräusche (siehe den Externen Index) zu mehren, sondern natürlich auch den entsprechenden Strang weiterzuführen.

    Wie genau? Das könnte, hätten wir hier eine kleine Quizmaschine (die wir aber - noch - nicht haben) die nächste Preisfrage sein...

    Von miss.gunst am 16.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.08.05

    Schlangenritual

    Warum es in diesem August so viel regnet?
    Schuld sind natürlich immer die anderen.
    Aber selbst wenn man ein derartigens magisches Denken bemüht, muss man nicht unbedingt davon ausgehen, dass es sich um einen Schadenzauber handelt. Logbuchserien zum Thema Camping-Kunst sind ganz sicher nicht das Mass aller Dinge. Und wo es hier obendrein schon mehrere Einträge zur Wassermusik gibt (weitere Anker im Externen Index) - warum nicht ein bisschen Adaptationsfähigkeit an den Tag legen und einen entsprechenden Strang eröffnen?
    Beginnen wir dann aber gleich mit einem Klassiker, der eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage hat.

    "Denn der Schlangentanz in Walpi ist eine Fürbitte-Erzwingung bei den Schlangen selbst. Sie werden im August, wenn die Gewitter kommen sollen, in einer sechzehntägigen Zereomie in Walpi aus der Wüsten-Ebene lebendig aufgegriffen und dann in dem unterirdischen Raume, der Kiwa, von den Häuptlingen des Schlangen- und Antilopen-Clans bewacht und in eigentümlichen Zeremonien, von denen die Waschung der Schlangen die bedeutendste [ist] und für die Weissen erstaunlichste Rolle spielt, gehalten."
    [Aby Warburg: Schlangenritual. Ein Reisebericht, Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 1988, S. 42]

    Warburg also geht mit gutem Beispiel voran: Als Hamburger ist er natürlich sowieso an etwas feuchtere Witterungen gewöhnt und würde sich über ein bisschen Regen nicht beschweren. Und er weiss auch, dass andere - in diesem Fall die in der Nähe von Santa Fé lebenden Walpi - sich just im August besonders über Regen freuen bzw. in diesem Monat die grösste Chance sehen, selbigen herbeizubeschwören.
    Und er hält sich auch überhaupt nicht mit schnöden Dingen wie der Witterung auf.

    Was ihn interessiert, sind die Weisen der Beschwörung.
    Weil sich diese erstens auf ein Tier konzentrieren, dass im weitesten Sinne dem ähnelt, was beschworen werden soll: Nämlich dem Blitz als Zeichen für das Gwitter, das den Regen bringt.
    Und weil ihm alles dies zweitens - sieht man ab von den Details - seltsam bekannt vorkommt: Zunächst einmal bildhaft, insofern er ähnliche Schlangendarstellungen, wie er sie bei den Walpi und den Hopi findet, aus der europäischen Kulturgeschichte kennt. Darüberhinaus bzw. mittelbar aber auch im Bezug auf die Handlungsstruktur, also die bildhafte Beschwörung als solche, die ihm aus der eigenen Gegenwart heraus bekannt vorkommmt - wenngleich auch anders motiviert. Die Angst vor der Schlange als Rest einer älteren Angst vor nicht beherrschbarer Naturgewalt.

    Ergo: Sollten wir uns glücklich schätzen, wenn wir:
    a) es nicht nötig haben, mühselig Klapperschlangen einzufangen, damit es im Herbst etwas zu essen gibt. (Nun gut, einer Supermarktkettensonderangeboten hörigen Gesellschaft ist der Konnex zwischen der Fruchtbarkeit der Felder, Ernteaufkommen und Nahrungssicherung natürlich allweil etwas verlustig gegangen.)
    b) Regen nicht als etwas sehen müssen, das mit mühseligem Zauber in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen ist. (Nun gut, ein bisschen mehr persönliches Verantwortungsbewusstsein in Sachen Klima würde dieser unserer Gesellschaft sicher gut tun. Aber das Motiv sollte dann schon besser die Erkenntnis um ökologische Zusammenhänge als irgendeine Urangst oder magisches Denken sein.)

    Soweit jedenfalls erst einmal zu den Ursachen des Regens im August.
    Und damit dem verpflichtenden Konnex zum übergreifenden Themenradius dieses Logbuchs noch etwas besser Genüge getan ist als lediglich mit Assoziationsakrobatik in Richtung Wassermusik, noch zwei Anker: Zum einen zur Curtis Collection, zu der auch photographische Dokumentationen des Regentanzes zählen (hier eine Beschreibung, leider ohne Bilder); und zum anderen zu den Regentänzen der Zuni, zu denen es immerhin ein Notenbeispiel hat.

    Und denjenigen, denen es nie genug Regen hat und die bereits mit dem Gedanken spielen, sich selbst auf die Suche nach Klapperschlangen zu machen, hilft vielleicht neben Warburgs Reisebericht noch diese Beschreibung weiter. Praktischerweise ist dort für alle anderen, die es nicht so mit giftzahngerüsteten Kriechtieren haben, auch noch eine Alternative angegeben: Das sich lediglich auf den Gebrauch von Klapperschlangenpeitschen bescheidende Bohnenritual.

    Von miss.gunst am 15.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.08.05

    Was Hirnhälften hören

    Zugegenen: die Überschrift des Eintrags ist etwas irreführend. Für die Aufnahme akustischer Informationen sind natürlich nach wie vor jene kopfseitigen Kanäle zuständig, welchen die Ohrwascheln trichterförmig erstere zuzuleiten pflegen.
    Aber für die Wahrnehmung dessen, was uns auf diesem Wege an Tönen erreicht, zeichnen eben Hirnregionen zuständig - und wie jüngst der an der Universität Heidelberg arbeitende Neurologe Peter Schneider herausgefunden hat, lassen die individuell unterschiedlichen Aktivitätsmuster in den beiden Hirnhälften hier interessante Rückschlüsse zu.

    Darüber wiederum berichtet Stefanie Schramm in einem anregenden kleinen Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeit (Nr. 33/2005).

    So geben die Hirnhälften-Aktivitäten offenbar Auskunft darüber, ob Menschen eher auf die Grundtöne ansprechen und Rhythmisches bevorzugen (links) oder sich lieber den Obertönen und dem Melodischen hingeben (rechts) - und dies wiederum korreliert bei professionellen MusikerInnen anscheinend auch mit der Wahl ihres bevorzugten Instruments: Grundtonfans am Klavier, am Schlagzeug und (sic) an der Ersten Geige, ObertonliebhaberInnen am Cello und an der Bassklarinette.

    Beruhigend allerdings, dass es sich hierbei nicht um Ausschlussprinzipen handelt. Wobei sich das Medium von HOME MADE auf dieser Basis eigentlich bestens hätte erklären können, warum es gleichermassen mässig Klavier und Cello spielt: unentschiedene Hirnhälfen, die einem gezwungenermassen dem Dilettantismus frönen lassen. Aber ganz so einfach ist es wohl auch wieder nicht...

    Wer genaueres wissen will, wird wohl in Fachzeitschriften nachlesen müssen. Mit entsprechenden Quellenverweisen kann das Medium momentan leider (noch) nicht dienen.
    Auf den Heimseiten der Heidelberger Neurologie gibt es jedenfalls zu den musikbezogenen Projekten nur eine Liste mit kurzen Abstracts, die durchaus interessant sind - jedoch jeweils andere Fragestellungen fokussieren, und auf denen des Projekts Biomagnetismus, zu dem die Forschungen gehören, sieht es leider auch nicht sehr viel besser aus.

    Indes scheint Eines schon aus schlichter Erfahrungsperspektive gewiss: Die Natur hat es doch recht sinnvoll eingerichtet, dass der Mensch mit zwei Gehirnhälften ausgestattet ist, die ihren jeweiligen Wahrnehmungsverarbeitungsvorlieben frönen mögen - in der Regel aber weidlich miteinander kommunizieren.
    Schliesslich lassen sich - wie dilettantisch auch immer - weder Klavier noch Cello noch sonstwelche Instrumente ohne hinreichende Zuneigung zu sowohl den rhythmischen als auch den melodischen Elementen spielen.

    Von miss.gunst am 14.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.08.05

    Draussen (Umsonst und)

    Also. Eigentlich wäre es ja schon gestern beim nächtlichen Blinzeln in Richtung Perseiden absehbar gewesen. Stabilität hin oder her: Von dezidiert campingwidrigem Wetter kann eigentlich nicht die Rede sein. Das kommt davon, wenn man vorzugsweise seine aktuellen Einträge im Dunkeln ins LogBuch munkelt.
    Egal. Der Webradio-Tipp gilt natürlich unabhängig von meteorologischen Entwicklungen. Und dank des mittlerweile fast allenthalben dicht gestrickten WLAN kann man ja auch draussen. Wenn man kann.

    Aber nein. Von "umsonst" hat das Medium selbstredend nix gesagt.
    Das sagt man doch nur so. Oder?

    Von miss.gunst am 13.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Copernicus (WRT)

    Weil das Wetter derzeit wirklich nicht gerade Camping-Laune vermittelt, werden erst einmal weiter vorzugsweise Webradio-Tipps ausgegeben.
    Ein relativ aktueller (und wohl leider auch temporärer) Neuzugang ist das deutsch-polnische KünstlerInnen-Radio Copernicus.

    Seinen Sendebetrieb hat Radio Copernicus vor wenigen Wochen im Rahmen des Festivals garage Stralsund aufgenommen (das, beseit, just in diesem Jahr ein besonders spannendes Thema verfolgt hat: forget it!. Und sowohl in seiner Ausstellung und dem Konzert/Performance-Programm als auch bzw. vor allem in den Screenings so einige HOME MADE zuwinkende Leckerbissen zu versammeln wusste...)

    Seit 15.07. und noch bis 21.08. ist es aber nicht nur lokal über UKW, sondern eben auch per Livestream zu empfangen; Linx zu selbigem in auf die verschiedenen Netzverbindungen zugeschnittener Auswahl sind auf der Seite zum Copernicus-Progamm) zu finden - wo auch einige der bisherigen Sendungshöhepunkte aufgelistet sind. Details müssen der Tageskalenderübersicht entnommen werden, die sich leider nur in einem Fensterchen öffnet und daher hier nicht direkt verankerbar ist.

    Eine Art Warm-Up gibt's täglich ab 17 Uhr mit den Radio Corpernicus-Remixes, von 18-20 Uhr wird mit Trouvaillen aus den garage-Festival-Archiven das Motto forget it! auf den Kopf gestellt. Im Anschluss folgen Lesungen, Konzerte, KünstlerInnen-Porträts und Themen-Specials bis zur Geisterstunde, dann übernimmt bis auf Weiteres bzw. zum folgenden Tag ein Loop die Frequenz.

    Das Medium von HOMR MADE meint: Schon mehrfach getestet und fast jedesmal für gut befunden.
    Was eigentlich auch kein Wunder ist. Weniger weil das Ganze als Projekt des Büro Kopernikus (sic, diesmal mit K) bzw. mittelbar durch die Förderung der Bundeskulturstiftung über eine solide Finanzierung verfügt. Sondern weil ein absoluter Profi wie Sabine Breitsameter - bekannt über den von ihr betriebenen Audiohyperspace und seit einiger Zeit auch Professorin für Sound Studies an der UDK Berlin, wo sich auch das Studio des Radios befindet - für die ganze Sache verantwortlich zeichnet und fähige MitstreiterInnen um sich versammelt hat.

    Glücklicherweise endet die erste Sendephase nicht mit dem garage-Festival; im September geht Copernicus in Warschau auf Frequenz und dann noch einmal im Novemer in Berlin. Also immerhin.
    Doch sollte das Medium noch einen Wunsch frei haben, dann würde der wohl in die Frage münden: Wie wäre es mit einem Stream-Archiv?

    Von miss.gunst am 13.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.08.05

    Space Invaders-Sammlung (Memory)

    Die einen sammeln Insekten. Andere sammeln Insektenmusik (wie z.B. das Medium von HOME MADE - um diese Sammlung zu besichtigen bitte entweder die Suchfunktion aktivieren oder den Externen Index konsultieren).
    Unser treuen LogbuchleserInnen bereits bestens bekannter Photoblog-Nachbar Julien Mudry sammelt - seit ihn das Medium vor einiger Zeit auf eine geeignete Karte verwiesen hat, um der Leidenschaft zu Konsolenkreaturen systematischer frönen zu könnnen - Space Invaders.
    Worauf an dieser Stelle alle FreundInnen des 8 bit-Universums u.a. deshalb hingewiesen werden sollen, da es nunmehr bzw. bei weiter wachsender Sammlung mühelos möglich wäre, das Spiel auf die Spitze zu treiben und aus seinen Photos und den ein paar Jahre älteren der Space Invaders-Truppe ein kleines Memory-Spiel zu basteln. Genfgeschichte(n) einmal anders sozusagen.
    KonsolenkreaturliebhaberInnen aller Universen und Zeiten: Vereinigt euch!

    Von miss.gunst am 12.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.08.05

    Rare Frequenzen (WRT)

    Jüngst wurde das Medium von HOME MADE nach empfehlenswerten Webradiosendungen gefragt.
    Nicht, dass es auf diese Weise wirklich in Verlegenheit zu bringen wäre. Schon aufgrund seiner Profession drängen sich im Antworten auf gestellte Fragen ja eher auf. Einerseits.
    Andererseits will doch immer eine Wahl getroffen werden.
    Für den heutigen Donnerstag fällt diese aber vergleichsweise leicht.
    Denn: Donnerstag ist rare frequency-Tag.

    Die gleichnamige Sendung steht seit einiger Zeit beim Bostoner College-Sender WZBC auf dem Programm und straft alle Lügen, die behaupten, fine young americans würden ihre frühkindliche Musikerziehung aus der Muzak-Berieselung grosser Supermarkt- und Fastfoodketten beziehen, um dann später gnaden- und hilflos bei dem zu landen, was die US-MTV-Charts zu bieten haben. Bestenfalls.

    Jeden Donnerstag also können sich derart vorurteilsbehaftete Gemüter eines besseren belehren lassen. Dann nämlich stellt Susanna Bolle drei Stunden lang ein leckeres Programm zusammen bzw. den geneigten HörerInnen vor, in dem sich von Pan Sonic über Felix Kubin bis hin zu Ditterich Von Euler-Donnersperg in Koop mit dem Hafler-Trio sozusagen non stop erlesene Audiospezalitäten zu ebenso appetitlichen wie gehaltvollen Klangmahlzeiten zusammengestellt finden.

    Wer schon mal ein bisschen speicheln möchte, möge sich die playlists der vergangenen Monate zu Gemüte führen. Oder eines der features lesen, die Susanna zu ihren Spezialsendungen ins Netz stellt; beispielsweise der vom 22. Juli (ja, das war auch in Boston ein Freitag, aber eben deshalb auch eine Spezialsendung, die im Rahmen der WZBC-Reihe Test Pattern lief), wo es ein Porträt des norwegischen Soundartisten Lasse Marhaug gab.
    [Beiseit: Für's akustische Vor- oder Nachkosten kann man sich praktischerweise Proben über Marhaugs eigene mp3-Audiotheke reichen lassen. Beispielsweise den charmant noisigen Track "charmed". Der sich ja wohl allein schon a) durch seinen eigenen Titel und b) durch den der Scheibe anempfiehlt, von der er stammt: "All Men Are Pigs", eine Koproduktion mit den attraktiven Damen von Fe-Mail. Kennstu nicht? Liestu hier und guckstu hier. Trotz des Gleichlauts mit dem eines Hits ostdeutscher Spätmonarchisten besteht da musikalisch jedenfalls keinerlei Verwechslungsgefahr.]

    Doch zurück zu unserer Webstreamradio-Empfehlung für Donnerstage, also zu rare frequency. Das heute beispielsweise "new material by Yuko Nexus6, Tojiko Noriko and dieb13" verspricht.
    Allerdings in einer um eine Stunde beschnittenen Emission, da WZBC heute - wie es in seinem Logbuch ankündigt - seinerseits einen Spezialsendungstag namens Ointment hat, in dessen Zuge (u.a. von Susanna Bolle selbst) ebenfalls elektronische Audio-Spezialitäten verabreicht werden sollen.

    Das einzige (und in Sachen internationale Webradiotipps sozusagen notorische) Problem für HOME MADE-LogbuchleserInnen dürfte eher die schnöde Tatsache sein, dass WZBC natürlich in einer anderen Zeitzone sendet. "7-10 pm" in Boston heisst grausamerweise, dass sich der MEZ-Sommerzeit unterliegende HörerInnen erst ab 01:00 Uhr - also im Grunde am morgigen Freitag früh mit dem Stream vergnügen dürfen.
    Aber je nach Biorhythmus ist das ja vielleicht ja gerade die richtige goldene Stunde für eine gute Portion rarer Frequenzen?
    Wer weiss?

    Von miss.gunst am 11.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.08.05

    curmbox (cum to)

    A propos wirklich fön. Das am vergangenen Samstag als Alternative zur ausgefallenen Cow Session bei Land's End ausgegebene Konzert in der curmbox war erwartungsgemäss natürlich mehr als eine ebensolche - und das Medium von HOME MADE denkbar froh, nicht genötigt gewesen zu sein, zwecks Entscheidungsfindung in seine virtuelle Glaskugel blicken zu müssen.

    Denn: Das ebendort (in der curmbox, nicht in der Glaskugel) aufgebotene Programm erwies sich natürlich als absolut wahrnehmenswert.
    "Natürlich" im Sinne von: vorhersehbarerweise.

    Nicht nur insofern es sich bei dem Gast des Abends um Tobias Vethake handelte, der sowohl sein Solo-Projekt sicker man als auch die zusammen mit Andreas Rosenhahn bestrittene Coop fotomaton vorstellte.
    Und folglich - absolut on top(ic dieses Logbuchs) - erstens dem experimentellen Gebrauch verschiedenster mehr oder weniger manipulierter elektrifizierter Musikinstrumente frönte, um aus Samples und Loops wohlig knisternde, zart zirpende, von melodischen Arabesken durchzogene Klanglandschaften auszubreiten, für die Rosenhahn einen sonoren, fliegenden Teppich aus rhythmischen Rillen wob, der wechselweise über letzteren schwebte und ansonsten ein tragfähiges Unterfutter bildete. (Für Gehörproben bitte folgendem bei blancrecords bereitgestellten Anker folgen).

    Und zweitens eben einige, selbstredend (relativ betrachtet: denn dem könnte man stundenlang und länger zuhören) zu wenige seiner extrem charismatischen und dabei aber: nein, wirklich kein Gran überzuckerten Gesangsstücke ins Mikrophon perlen liess. (Wo waren eigentlich die hysterisch schluchzenden kleinen Mädchen, die zu solchen Songs für gewöhnlich Wunderkerzen aus ihren Handtaschen ziehen, um wenigstens auf diese Weise Funken zu sprühen, die denen der charismatischen Musike dann aber nicht mal atmosphärisch das Wasser, pardon, das Feuer reichen können? Nunja, die Mädchen fehlten. Mitnichten aber die Funken.
    Gehörprobe wiederum über einen bei blancrecords bereitsgestellten Anker bzw. für diejenigen, die vor einem gut gefüllten Tonträger erst mal schüchtern nur ein mp3 erwerben wollen, be mp3.de auch hier).

    Hoppla. Hat das ins Schwärmen geratene Medium den obigen Absatz nicht mit "nicht nur" begonnen? Mais oui.
    Daher folgt nun das "sondern auch" und damit der zweite Grund, weshalb ein Abend in der curmbox ziemlich vorhersehbarerweise von vornherein unter "wahrnehmenswert" zu verbuchen war bzw. ist.

    Das geht eigentlich schon, unschwer ersichtlich, aus dem auf der Heimseite des kleinen, an den Frankfurter Ausstellungsraum Gutleutstrasse 15 angedockten Projektraums gelisteten Proramm hervor.
    Letzteres wird das Medium den geneigten Logbuch-Gästen jetzt doch nicht noch vorlesen müssen, oder?

    Schade nur, dass dieser schöne Ort, den Mark-Lasse Riek und Guido Braun über die Sommermonate betrieben haben, im September wieder seine Pforten schliessen wird.
    Und dementsprechend: Welch ein Glück, dass das Frankfurter Forum für Experimentalelektronik mit dem Tanzhaus West noch über einen zweiten Spielort verfügt, an dem es dann weitergeht im Programm.

    Bis dahin heisst es jedoch, die Gunst der Stunden in der curmbox nutzen, solange sie noch besteht.
    Wie es der objektive Zufall will, gibt es dazu bereits am heutigen Abend 10.08.05) die nächstgelegene günstige Gelegenheit.
    Mit Tobias Schmitt a.k.a. acrylnimbus und Gregor Knueppel. Live.

  • Die Daten:
    tobias schmitt + gregor knueppel live
    in der curmbox
    Gutleutstrasse 15, Frankfurt am Main
    ab 21:00 Uhr

  • Von miss.gunst am 10.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.08.05

    Elektrosyndikate (at the beach with...)

    Wie dumm kann man eigentlich sein, so als Medium. Da gründelt man man in tieferen Sandschichten herum und seufzt eins ums andere Mal, dass - welch Wunder - ein Sieb, auf dem "Noise" steht, keine geeignete Begleitmusik für lässiges Lungern liefert.
    Dabei hat topFREE40.org eine ganze Hauptsuchkategorie, auf der dick und fett "AT THE BEACH" angeschrieben steht. Ja, lesen müsste man können.
    Also, die Betriebsblindheitsbrille abgesetzt - und siehe da...

    Auf den entsprechenden Suchbefehl hin werden dem Medium gleich haufenweise leckere Netzlabels vor die Nase geschaufelt.
    Subito eins ausgesucht, das zudem gerade mit aktuellen Neuzugängen lockt: Das Schweizer Elektrosyndikat(e).

    Die oder genauer gesagt: der jüngste Neuzugang, nämlich Helenoir Von Rollen(s) "minimal ep" bzw. die drei dort enthaltenen Tracks können in den ersten Takten übrigens noch fast als von noisy mousy aufs Näschen geküsster toctoc-Elektro durchgehen (listento, probehalber: minimal 1), je weiter desto mutiert das Noisige jedoch in eher einmütige miteinander plinkernde scheppertechnoide Reminiszenzen. Sehr Schleife, aber schon auch nett...

    Ansonsten hat miss.gunst hat im Speichergut der älteren releases noch so einige angenehme Dinge ausgemacht. Als Verstärker bei Neigung zu heiteren Stimmungslagen empfiehlt sich beispielsweise aus der eslp04 vv.aa.: kollektive swiffer die nummer 6, livingwith dlay : uzer & keko. Wirklich fön, findet miss.gunst.

    Von miss.gunst am 09.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.08.05

    Scopitones

    Wann sangen die Boogles doch gleich "Video kills the Radio Star"? 1979?
    An den derzeit ja wieder gern und viel zitierten Titel musste das Medium von HOME MADE kürzlich aus ganz anderem Grund denken.
    Da stolperte es nämlich über eine wortwörtlich sehenswerte Seite zum Vorläufermedium des Musikvideo(clips): scopitones.com.

    Von der Technik her geht das Scopitone - eine (Musik-)Film-Jukebox, in der das auf 16mm gedrehte Material dann vom entsprechenden Sound begleitet auf einer Fernsehmattscheibe präsentiert wird - sogar auf die späten 1940er Jahre zurück, wie Robin Edgerton in seiner (ihrer?) History of the Scopitone zu berichten weiss. Der eigentliche Boom kam dann Anfang der 1960er aus Frankreich, schwappte in die USA über - währte aber leider nur kurz.
    Und das trotz der in der Regel idealen "chick-to-hunk ratio", wie es Edgerton ziemlich treffend formuliert.

    Dummerweise gab es hier wie bei der klaren Parallele zum heutigen (und vorzugsweise dem kommerziellen) Musikvideo in der Befolgung der Grundregeln:

    1: Illustrate the story of the song.
    2: Make it sexy.

    ...ein klitzekleines Problem, das offenbar aber für den französischen Export in die USA bedeutsam war: Diese Regeln wurden nämlich auf beiden Seiten des Atlantik sehr unterschiedlich interpretiert und mit einen ebenso unterschiedlichen Publikumsgeschmack hatten die Produktionen zu kämpfen.
    Was die ganze Sache offenbar recht schnell unrentabel werden liess. [Beiseit: In der Hinsicht mindestens haben sich spätere Musikvideofernsehsender offenbar vorher schlau gemacht und von vornerein national produziert bzw. programmiert. Deren derzeitige Selbstauflösung könnte man, so gesehen, als die nächste medienökonnomische Konsequenz bezeichnen: Insofern Klingeltöne eben definitiv noch billiger zu produzieren und tatsächlich auch internationaler zu distribuieren sind...]

    Glücklicherweise gibt es aber auf diesem Erdenkreise jede Menge LiebhaberInnen dieses selig in die Ewigen Jagdgründe eingegangenen Mediums.
    Neben Robin Edgerton, der (die?) auf seinen (ihren?) Seiten so einige leckere Vilmchen versammelt hat, eben allen voran der Blog von scopitones.com, wo (hallo, nette Nachbarn u.a.) reglmässig köstliche Trouvaillen publiziert werden.

    Jüngst beispielsweise herrliche Klassiker wie Nancy Sinatra mit "These Boots are Made for Walking" oder Bardot/Gainsbourg mit "Comic Strip".
    Oder (naja, not really my piece of cake, but maybe yours) der "Harlem Shuffle".

    miss.gunst hat ihr Herz allerdings schlussendlich an ein ihr bis dato unbekanntes Vilmchen verloren: "My Teenage Fallout Queen" von (und mit)George McKelvey. Wish I could be Your Radiation Baby. Yeah.

    Von miss.gunst am 08.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.08.05

    Insektengehirnstromwellenreiter

    Saisonbedingt sowie vom Ehrgeiz getrieben, bis zum Wintereinbruch noch so etwas wie eine HOME MADE-Sommerhitliste zusammenzustellen, verbringt das brave Medium nach wie vor gern ein wenig Zeit am Strand von topFREE40.org und siebt Sand.
    Wieder hat es sein Schäufelchen auf Burgen in der Schnittmenge der Sektoren "electronica - noise - art materials" angesetzt - und ist diesmal sogar auf das hier bekanntlich hochgeschätzte und besonders gern gesammelte Genre der Insektenmusik gestossen!

    Und zwar beim portugiesischen Netzlabel enough records. Das anders als sonik alchemy nicht nur seinen Katalog, sondern - wie man es idealerweise von einem Netzlabel erwarten würde - auch seine sämtlichen releases online hat.
    Und obendrein auch eine klare Ansage im Hinblick auf die Betriebsphilosophie:

    Let it be clear that we are not a launching pad for artists looking to get signed, our releases - despite beeing digital and seemingly virtual to some cultures - get archived for posterity, not just until the artist gets them signed to a "real label". We intend to keep distributing them _for free_ to whomever wants to download them.

    Whomever, in diesem Fall dem Medium von HOME MADE, braucht man das natürlich nicht zweimal sagen.

    Flugs ward es glücklich fündig in der opulenten Liste von bis dato immerhin 53 plus 4 releases (erstere als enrmp, letztere als enrcmp - was die Entschlüsselung dieser erst mal etwas kryptisch anmutenden Codes anbelangt, ist das Medium etwas ratlos bzw. rät, dass das "c" die Co- von den hauseigenen Produktionen unterscheiden soll).
    Affinitätengelenkt fiel die Wahl jedenfalls umgehend auf die im Januar diesen Jahres ins Netz entlassene Nr. enrmp044, "insect's brain" vom krabatof philharmonic orchestra.

    Mit dem Aufruf des Links zum Insektenhirn landet man bei scene.org, wo die tracks ebenso elegant wie komfortabel zum Download über den nächstgelegenen ftp-Server angeboten werden; miss.gunst empfiehlt - um dem Noise-Strang ein bisschen treu zu bleiben - probehalber die (für die Testempfehlung hier über html verknüpfte) Leere bzw. "void" im insektoiden ZNS zu erkunden.
    Zugegeben: Easy Strandsonnenbaden funktioniert damit vielleicht auch nicht besser als mit den ebenfalls noisigen man manly-Stücken. Aber wahrscheinlich träumen elektrische Amesien tatsächlich eher von phantastischen Schaufelbagger-Kettenfahrzeugen und stählernem Bohrgerät zum Tunnelbau.

    Die Heimseiten von krabatof lassen jedenfalls ebenfalls darauf schliessen, dass diese Philharmonie es nicht so sehr mit der sunny side bzw. wenn schon, dann eher mit der Schwarzen Sonne* der Melancholiker hat. Womit wir eigentlich schon wieder bei den sonischen Alchemien wären...

    * Nein, die wird hier nicht verlinkt, obwohl es eigentlich das passende Bild aus Johann Daniel Mylius' Philosophia reformata von 1522 im Netz gehabt hätte. Dummerweise finden das mittlerweile (bzw. seit einer gewissen Zeit) aber auch Menschen toll, die bzw. deren Ansichten das Medium von HOME MADE seinerseits so ganz und gar nicht toll finden kann.

    Von miss.gunst am 07.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (2)

    06.08.05

    Cow Sessions mit Camper

    endofland1.gifNicht, dass uns die thermikbedingten Sommerunwetter zur vorzeitigen Aufgabe unserer Camping-Tour gezwungen hätten.
    Die geht schon noch ein bisschen weiter in den nächsten Wochen.
    Zumal wir für diesmal von unserer letzten Station aus, dem Camping mit saasfee* am Frankfurter Osthafen, gerade mal nur den Main überqueren müssen. Dort, bereits auf Offenbacher Gelände, ist sozusagen die Welt zuende - und genau das ist es, was diesen Ort so anziehend macht.
    Und bestens geeignet für Cow Sessions mit Camper von Land's End.

    Eigentlich ist Tony Hunt ja Architekt, also eher für Festgefügtes zuständig, einerseits. Andererseits aber auch (und nicht nur in Frankfurt) bekannt für eine andere mobile (mittlerweile-)Institution: Die consume bar, die er zusammen mit seinem Kollegen Christian Pantzer seit über zehn Jahren im Rahmen ausgewählter Anlässe aus einem Surfbrett und Bierkisten temporär zusammenbaut bzw. in einer mit Rädern ausgestatteten Variante auch schon mal das Mainufer entlangrollen lässt. Gaanz gaaanz langsam natürlich, damit man gemütlich mitziehen, trinken und sich der Musik hingeben kann, mit der wechselnde DJs die ebenfalls eingebaute Audio-Installation bespielen - allen voran Christian Pantzer, seines Zeichens ein eingefleischter Mixtape-Nerd und virtuoser Tapedreher.

    Land's End ist da schon eher eine echte Station - wenigstens momentan. Aus den USA hat Tony Hunt nämlich vor einiger Zeit einen rasant schicken Camper eingeschifft, der in einem kleinen Hangar am südlichen Mainufer eine temporäre Bleibe gefunden hat.

    Zusammen mit einer kleinen Gruppe von FreundInnen - neben Pantzer unter anderem der Künstler, Filmer und Musiker Bernhard Schreiner sowie Anke & Heike Schleper, die schon seit einiger Zeit im atelier frankfurt Konzerte und Veranstaltungen zur erweiterten Soundforschung organsieren und jüngst zusammen das Label feld records gegründet haben - verfolgt Hunt hier eine Utopie jenes glücklichen Raums, wie er aus der temporären Tranformation von Nicht-Orten in Orte entstehen kann. Aus dem Gehen und Rasten an den Rändern, die dann auf einmal ihre eigenen Gravitationsfelder entwickeln. Und aus dem Wissen darum, dass auch das Weiterziehen dazugehört.

    endofland2.gifFür diese Balance zwischen Bewegung und Verortung ist ein Camper das ideale Vehikel: Stillgelegt ein fester Punkt im Raum und ein Container, der in sich und um sich herum Handlungsfelder generieren hilft - der aber jederzeit wieder in neue Koordinaten verschoben werden kann. Die aktuellen allerdings darf der Land's End-Camper schon noch ein bisschen beibehalten: Über den Sommer gibt es noch mehrere Cow Sessions mit Musik und Gegrilltem - und für
    September ist eine dem Experimental-Vilm gwidmete Drive-In-Show geplant.
    Für die kann man übrigens noch bis Montag kommender Woche (08.08.05) Vilme einreichen.
    Und so man dies möglicherweise persönlich erledigen möchte, bei dieser Gelegenheit auch gleich ein Bild vom Land's End machen:
    Denn am heutigen Samstag findet (oder nicht? *) rund um den Camper die nächste Cow Session statt.
    [* Hoppla. Möglich, dass ausgerechnet die heutige Cow Session abgeblasen wird. Alternative Empfehlung für AnrainerInnen s.u.]

  • Die Daten:
    Land's End Cow Session am 06.08.2005
    ab ca. 21.00 Uhr
    Nordring, Offenbach
    Hof der ehem. Recycling-Station**

  • ** Und falls nicht:
    Sollten FreundInnen der elektronischen Experimentalmuzik
    in die curmbox finden, wo es ab 21.00 Uhr ebensolche
    von und mit tobias vethake a.k.a sicker man bzw. fotomaton live gibt.
    FFM, Gutleutstr. 15.

  • und bis 08.08.05
    Einreichung von Vilmen für die Drive-In-Show
    (geplant für September 2005)

  • -

    Von miss.gunst am 06.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.08.05

    Radio Saturn

    Passt eigentlich bestens zum Titel des letzten Logbuch-Eintrags - insofern es sich hier, mindestens metaphorisch, wirklich um "Sonic Alchemy" handelt. Der von den alten Alchemisten der Prima Materia und dem Blei zugeordnete, aber auch als Schutzpatron der Melancholiker und Künstler imaginierte Planet Saturn sendet nämlich tatsächlich Radiowellen aus - die im Übrigen für eine Vertonung einschlägiger Themen bestens geeignet wären (Dr. Faustus, resp. Herr Murnau, übernehmen Sie!).

    Die erst jüngst publizierten Saturn-Sounds verdanken wir der Raumsonde Cassini und namentlich zwei Forschern von der Universität Iowa, Bill Kurth und Donald A. Gurnett, die dankenswerter Weise die eigentlich für das menschliche Ohr unhörbaren Wellen so bearbeitet haben, dass die Kostproben dieser speziellen Sphärenmusik überhaupt zu vernehmen sind.
    Die Folge der "Eerie Sounds of Saturn's Radio Emissions" gibt's dabei nicht nur als Audioclip zum ehrfürchtigen Lauschen, sondern auch mit Animation, bei der parallel die jeweilige Position im Spektrogramm nachvollzogen werden kann.
    Und ansonsten noch jede Menge weiteres schönes Audio- und spannendes Hintergrundmaterial zum Saturn und seinen Emissionen.

    Denjenigen, die sich nicht auf den Cassini-Seiten in den wissenschaftlichen Hintergrund vertiefen wollen, kann für kompakte Basisinformationen zum Thema ein Besuch im SpaceClub anempfohlen werden. Wo zwar, um Verwechslungen und falschen Erwartungen vorzubeugen, weiters weder eine psychedelische Planetendisco noch sonstige Soundduschen zu erwarten sind - es handelt sich nämlich um ein Bildungsportal des BMBF und des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt/DLR. Aber eben doch so einiges Wissenswerte für Menschen, die sich etwas mehr aus den unendlichen Weiten des Weltalls machen.

    Von miss.gunst am 05.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.08.05

    Strandtag mit sonik alchemy

    Faul sein ist wunderschön, wie wir von Pippi Langstrumpf wissen. Und bekanntlich sind Strände bestens geeignet, um diese Tugend ein bisschen zu pflegen.
    Genau, wir sind sozusagen immer noch im gestern für die Vorstellung von topFREE40.org gebastelten Bild. Und führen heute einfach einmal exemplarisch vor, was dort so von den Wellen angespült wurde - zugegeben: auf gezielte Anfrage hin.

    tf40c.gifDie lautete, einem bisher im Radar von HOME MADE bevorzugt behandelten Schwerpunkt entsprechend (nein, "8 bit" wäre wirklich zu einfach gewesen - das machen wir vielleicht ein ander Mal..):
    x experimental
    x noise
    x art materials

    Und lieferte dann als einen von vier Einträgen sonik alchemy.
    [Beiseit: Den Infos von topFREE40.org entsprechend hätte man theoretisch auch "field record[ing]s" ankreuzen können müssen. Da filterte das strandeigene Sieb sonik alchemy aber seltsamerweise raus.]

    Klingt erstmal interessant, findet das den okkulten Traditionen sozusagen naturgemäs zungeneigte Medium von HOME MADE. Schauen wir es uns also genauer an. Das Testergebnis:

    Nunja. Viel hat der Audio-Bereich noch nicht zu bieten. Auf die dort versammelten Tracks - wie beispielsweise man manly 1 - treffen die obigen Kategorien auch durchaus zu. Aber: Bei dem mp3 handelt es sich nur um einen Schnipsel - und der Katalog des Labels besteht nur aus einer Liste mit Text. Bestellen kann man dann zwar online - ob das jedoch für das Prädikat "Netzlabel" reicht, möchte miss.gunst mal sachte bezweifeln.
    Mal ganz abgesehen davon, dass die Seite nicht gerade durch ihr Design besticht und - wenn man sie denn liesse - providerbedingt mit jeder Menge Werbe-PopUps nerven will.
    Was im Übrigen wohl auch die man manly-tracks recht schnell schaffen könnten, so sie auch nur ein wenig länger wären. Für einen richtig relaxten Strandtag bietet sich die sonische Alchemie also nicht gerade an.

    Dafür können topFREE40.org wiederum natürlich wenig bzw. nichts - derlei ist kaum zu umgehen, wenn man als Plattform wirklich offen für Alle(s) sein will.
    Und selber machen heisst eben auch: Selber wählen können müssen.
    Ist manchmal schon etwas mühsam. Aber damit kommen wir gerade noch klar.

    Folglich seufzt das Medium von HOME MADE und verspricht: Eine Aufstellung der HOME MADE-Sommerhits wird wohl neuerlicher Perlentauchgänge bedürfen. Nunja - bis zum Ende der Saison ist ja auch noch ein bisschen Zeit...

    Von miss.gunst am 04.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (2)

    03.08.05

    topFREE40.org

    Netzlabels gibt es mittlerweile fast schon wie Sand am Meer.
    Wobei das Bild als solches vielleicht nicht nur insofern passt, als die meisten mit Sand und Meer wohl eher Positives assoziieren.

    Stellen wir uns also einfach mal vor, wir haben ein Meer von mp3- oder ogg-formatierter Musik. Freut sich doch jede/r, wenn es vorneweg anstelle vergleichsweise unbequemer Zugänge (Steilküste, Geröll, schlammiges Watt) jede Menge einladender, breiter Sandstreifen hat, von denen aus es sich bequemstens lossurfen und/oder in die Wellen eintauchen lässt. Kurtaxe und Strandwärter braucht es eher weniger, die können wir getrost den Prominentenpromenaden überlassen. Aber so ein Strand an sich ist doch nicht schlecht - und gepflegt werden kann er auch von der Community selbst, wenn man ihr geeignete Geräte zur Verfügung stellt.

    Nun muss man so ein Bild ja nicht überstrapazieren, nur weil die allenthalben ausgebrochene Urlaubssaison dazu verführt.
    Aber um es ausnahmsweise noch mal ein winzig kleines Stückchen weiter zu treiben (wie man sich denken kann, will das Medium von HOME MADE heute noch irgendwo hinkommen mit seinem Sermon):

    Sandstrände i.o.g.S. wären dann mit einschlägigen Sammlungsschwerpunkten ausgestattete Plattformen wie scene.org oder der entsprechende Bereich von archive.org.
    Und einen ganz besonders feinen haben kürzlich DiplomandInnen der HGKZ Zürich bereitgestellt:
    topFREE40.org will nicht nur eine Plattform für Netzlabels sein und ein Distributionskanal für deren Releases, sondern darüberhinaus eine Art Strandcafé. Zusätzlich soll es hier nämlich Goodies wie Hintergrundinformationen über aktuelle Entwicklungen in der Szene und in der Netzkultur geben. Soweit jedenfalls das Konzept.
    Dass ein gepflegter Strand dieser Klasse zudem Standards wie Möglichkeiten zum gezielten Perlentauchen bietet, braucht man wohl kaum eigens zu erwähnen.

    Ob und wie sich der Strand weiter ausdehnt, wird sich zeigen - eintragen können bzw. sollten sich die Labels künftig jedenfalls selbst.
    Und nicht ganz uneigennützig wünschen wir topFREE40.org, dass die Sache mit dem Sandsammeln und -sieben an den Gestaden der freien Netzmusik weiter Spass macht bzw. in Zukunft weitgehend als selbsttragende Gemeinschaftsarbeit funktioniert.

    P.S.
    Woher das Medium von HOME MADE diesen Badeurlaubstipp hat?
    Genau, treue Logbuch-LeserInnen wissen das natürlich: Lag sozusagen
    in den letzten Tagen "in the air" - im Elektromagnetischen Sommer auf kanal 7.

    Von miss.gunst am 03.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.08.05

    EM-Sommer ff.

    Nein, nix Europameisterschaften. Das Medium von HOME MADE möchte lediglich mitteilen, dass der Elektromagnetische Sommer auf dem Zürcher Radio Lora noch gute zwei Wochen weitergeht.
    Als die kürzlich gepriesene Sendereihe von Kanal 7 am vergangenen Sonntag zu Ende ging, war also gerade mal Halbzeit.

    Zum gestrigen Montag (01.08.05) wurde nämlich die Staffel an ein weiteres RadioKunstProjekt weitergegeben, am dem man seither und noch bis zum 10.08. auf der bewährten Frequenz (Zürich 97,5 MHz bzw. via Webradio) akustisch teilhaben kann.
    Und mehr als das: Lokal in Zürich gibt es zudem die Möglichkeit, sich auch aktiv und Programm gestaltend einzuschalten.

    Bis einschliesslich 10. August will Rolf Simmen die Zürcher "Langstrasse live" ins Radio holen und hat zu diesem Behufe in selbiger ein öffentliches Mikrophon aufgestellt. Das nun soll nicht nur die akustische Atmosphäre, also - wenn man so will - den lokalen KlangRaumStadt einfangen. Sondern steht tatsächlich auch den PassantInnen offen.

    Wie die damit umgehen werden, ist selbstredend ebenfalls ziemlich offen. Von einer Nutzung als "Speaker's Corner" bis zur schnöden Ignoranz dürfte da alles mögliche (und unmögliche) denkbar sein.
    Aber wie auch immer: Den Radio-HörerInnen werden die Ergebnisse des Experiments nicht entgehen.

    Darüberhinaus gibt es für treue FrequenznutzerInnen aber auch noch Bonus-Tracks in Form einer zweiten RadioKunstSendung, welche die Emissionen der "Langstrasse live" stündlich unterbricht:
    Dann schaltet sich Kate Donovan mit ihrem Projekt "Air Vent" ein, um per Telephon, so die Info, "Geräusche und akustische Situationen aus aller Welt" einzuspielen.

    Beide Projekte zusammen können also wie ein akustischer Glokalizer funktionieren. Das heisst: Ob und wie das funktioniert, hört man sich dann wohl am besten selbst auf Radio Lora an.

  • Die Daten:
    "Langstrasse live" von Rolf Simmen
    "Air Vent" von Kate Donovan
    im Rahmen des "Elektromagnetischen Sommers" auf Radio Lora
    Zürich 97,5 MHz sowie via Webradio
    noch bis 10.08.2005
  • Von miss.gunst am 02.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.08.05

    Frustrationskompensationsmaschinen (404 ff.)

    Treue LeserInnen dieses Logbuchs werden sich vielleicht an einen Anker erinnern, den das Medium von HOME MADE eigens deshalb setzte, um sie in die Leere bzw., da es so etwas im WWW ja nicht wirklich gibt, auf eine Leerstellenanzeige zu leiten. Wo eine melancholische Maschine wirklich aufs Wunderbarste vor sich hinjammerte.
    Und einen auf diese Weise natürlich ganz gut hinwegtrösten konnte über die Frustrationen, die mit den klassischen "404 not found"-Fehlermeldungen einhergehen.

    Wer viel im WWW unterwegs ist - und BloggeInnen gehören naturgemäss zu dieser Spezies - kann mit der Zeit sogar recht schöne Sammlungen solcher Frustrationskompensationsmaschinchen anlegen.
    Tim Springer beispielsweise hat vor kurzem in seinem Weitblick-Blog eine kleine Hitliste von 404-Seiten publiziert, aus der miss.gunst insbesondere diesen Anker weiterempfehlen möchte (und dabei zu Geduld rät, weil man nach Betrachtung des Frustrationskompensationsfilmchens nämlich automatisch ein weiteres Fenster zu den auch sonst recht niedlichen Homestarrunner-Toons geöffnet bekommt).

    Bei der NetzliteraturleserInnen nicht ganz unbekannten Regula Erni wiederum hat miss.gunst neulich ebenfalls eine nette Variante gefunden, nämlich die deutsche Übersetzung des jüngst im oben bereits erwähnten Eintrag "Spricht mit mir!" bewunderten Webserver-Klagelieds.
    Die aber wahrscheinlich früher oder später ihrerseits wieder verschwinden wird. Oder sogar schon wieder verschwunden ist? Beim Versuch, einen Anker zu werfen, war sie eben gar nicht zu entdecken. Da liesse sich doch gleich ein kleines Sommerquiz daraus machen, das den fleissigen FehlerfischerInnen nebenbei die Netzliteratur ein bisschen näher bringt...

    404-Poesie-Fans sind jedenfalls in einem steten Dilemma: Je häufiger sie eine geliebte Fehlermeldungsstelle aufsuchen, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass diese alsbald wieder durch jene Seite ersetzt wird, auf deren Abwesenheit sie verweist.

    Glücklicherweise gibt es da auch noch das "404 Research Institute". Einer der wenigen Orte dieser WWWelt, an dem 404 in jeglicher Hinsicht mehr als willkommen ist. Oder fast. Denn die Trouvaillen werden in der Regel über Anker auf die jeweiligen Heimseiten vorgeführt. Zwar durchaus solche, die ohne Deferrer direkt zugänglich sind. Aber selbst 404-Seiten können natürlich mal im Daten-Nirvana verschwinden.

    Damit diese nachhaltige Frustration dann nicht so trifft, last but not least noch einmal eine Seite aus dem Weitblick-Eintrag:
    Wenn alles andere nicht helfen sollte, dann sicher dies.


    Update zum 01.09.05:
    Dank eines hilfreichen Hinweises, den das Medium von anaximander a.k. Regula Erni in ihrem auch sonst sehr lesenswerten Blog Side Effects erhalten hat, kann nun doch noch der direkte Anker auf den deutschprachig klagenden Server ausgeworfen werden.
    miss.gunst ist beglückt - und die LeserInnen dieses Beitrags werden es spätestens dann sein, wenn sie dem Pfad zur melancholischen Maschine folgen.

    Von miss.gunst am 01.08.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)