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30.11.05

HER NOISE (WRT)

hern_kk.gifWeil es gerade so schön ist, gleich noch einmal Noise - und wieder eine Erweiterung des Radius. Sowie womöglich auch des Horizonts.
Denn meist ist es in der Szene ja so, dass das Ganze auf den ersten Blick oft etwas einseitig wirken kann. Nicht in ästhetischer Perspektive. Wohl aber mit Blick auf die leidige Kategorie Geschlecht, die allzuoft die Welt zugleich in Sichtbares und Unsichtbares einteilt.
Kein Zufall: In kaum einem Feld haben sich Meisteschaftsmythen so halten können wie auf dem der Musik.
Gut daher, dass es Initiativen gibt, die hier im wahrsten Sinne des Wortes für ein bisschen Aufklärung sorgen. Wie HER NOISE, beispielsweise.

Tatsächlich war die Gründung von HER NOISE durchaus entsprechend motiviert. Zwar mögen Soundwerkerinnen wie Kaffee Matthews oder Christina Kubisch nur weltfern vor sich hin vegetierender Ignoranz unbekannt bleiben. Als das renommierte Londoner LUX 2001 die Reihe "interference: sound noise music art" veranstaltete, waren dennoch gerade mal zwei Kolleginnen mit von der Partie. Eine bestenfalls beschämende Quote also.

hern_c.gifUm diesem Notstand perspektivisch abhelfen zu können, begannen die HER NOISE-Aktiven - Lina Dzuverovic-Russell und Anne Hilde Neset von electra productions, die vorher gemeinsam eben jene einschlägig lückenhafte interference-Reihe kuratiert hatten - damit, ein Netzwerk aufzubauen, Videodokumentationen mit Interviews zu drehen, Veranstaltungen vorzubereiten.
Seit Mitte November ist nun auch in der South London Gallery eine Ausstellung zu sehen, in der fünf Künstlerinnen - neben Christina Kubisch und Kaffee Matthews: Kim Gordon, Emma Hedditch und Hayley Newman mit neuen Auftragswerken vorgestellt werden.


Darüber hinaus hat HER NOISE seit einiger Zeit auch einen Blog für's Aktuelle - und da zu hoffen ist, dass er auch im Anschluss an die diesjährige Ausstellung weiterhin als Informations- und Vermittlungstool funktioniert, wird das Ganze schon mal optimistisch in der Kategorie Nachbarn untergebracht.

Last but not least - und damit kommen wir zum Webradio-Tipp in der gleichnamigen Serie - gibt es zurzeit ausstellungsbegleitend auch eine Sendereihe. Und da die auf resonance fm läuft, ist sie wunderbarerweise eben nicht nur am Ort des Geschehens, sondern WWW-seit zu empfangen.
Von den sechs geplanten Donnerstags-Sendungen sind bislang erst zwei ausgestrahlt worden, was bedeutet, dass es noch vier Gelegenheiten zum Zuschalten gibt.
Nämlich am morgigen Donnerstag (30.11.) sowie am 07., am 14. und am 21. Dezember (05).
Jeweils von 16.30 - 16.45 Uhr gmt - also pünktlich sein, wenn man's nicht verpassen will. Einstieg wie auch sonst über die Hauptseite des Senders.

Von miss.gunst am 30.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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