« Oktober 2005 | Hauptseite | Dezember 2005 »

30.11.05

HER NOISE (WRT)

hern_kk.gifWeil es gerade so schön ist, gleich noch einmal Noise - und wieder eine Erweiterung des Radius. Sowie womöglich auch des Horizonts.
Denn meist ist es in der Szene ja so, dass das Ganze auf den ersten Blick oft etwas einseitig wirken kann. Nicht in ästhetischer Perspektive. Wohl aber mit Blick auf die leidige Kategorie Geschlecht, die allzuoft die Welt zugleich in Sichtbares und Unsichtbares einteilt.
Kein Zufall: In kaum einem Feld haben sich Meisteschaftsmythen so halten können wie auf dem der Musik.
Gut daher, dass es Initiativen gibt, die hier im wahrsten Sinne des Wortes für ein bisschen Aufklärung sorgen. Wie HER NOISE, beispielsweise.

Tatsächlich war die Gründung von HER NOISE durchaus entsprechend motiviert. Zwar mögen Soundwerkerinnen wie Kaffee Matthews oder Christina Kubisch nur weltfern vor sich hin vegetierender Ignoranz unbekannt bleiben. Als das renommierte Londoner LUX 2001 die Reihe "interference: sound noise music art" veranstaltete, waren dennoch gerade mal zwei Kolleginnen mit von der Partie. Eine bestenfalls beschämende Quote also.

hern_c.gifUm diesem Notstand perspektivisch abhelfen zu können, begannen die HER NOISE-Aktiven - Lina Dzuverovic-Russell und Anne Hilde Neset von electra productions, die vorher gemeinsam eben jene einschlägig lückenhafte interference-Reihe kuratiert hatten - damit, ein Netzwerk aufzubauen, Videodokumentationen mit Interviews zu drehen, Veranstaltungen vorzubereiten.
Seit Mitte November ist nun auch in der South London Gallery eine Ausstellung zu sehen, in der fünf Künstlerinnen - neben Christina Kubisch und Kaffee Matthews: Kim Gordon, Emma Hedditch und Hayley Newman mit neuen Auftragswerken vorgestellt werden.


Darüber hinaus hat HER NOISE seit einiger Zeit auch einen Blog für's Aktuelle - und da zu hoffen ist, dass er auch im Anschluss an die diesjährige Ausstellung weiterhin als Informations- und Vermittlungstool funktioniert, wird das Ganze schon mal optimistisch in der Kategorie Nachbarn untergebracht.

Last but not least - und damit kommen wir zum Webradio-Tipp in der gleichnamigen Serie - gibt es zurzeit ausstellungsbegleitend auch eine Sendereihe. Und da die auf resonance fm läuft, ist sie wunderbarerweise eben nicht nur am Ort des Geschehens, sondern WWW-seit zu empfangen.
Von den sechs geplanten Donnerstags-Sendungen sind bislang erst zwei ausgestrahlt worden, was bedeutet, dass es noch vier Gelegenheiten zum Zuschalten gibt.
Nämlich am morgigen Donnerstag (30.11.) sowie am 07., am 14. und am 21. Dezember (05).
Jeweils von 16.30 - 16.45 Uhr gmt - also pünktlich sein, wenn man's nicht verpassen will. Einstieg wie auch sonst über die Hauptseite des Senders.

Von miss.gunst am 30.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.11.05

ReGurgiTron

reg_cd_k.gifHangeln wir uns doch gleich mal weiter am gestern wieder aufgenommenen Noise-Strang. Und dabei zur Abwechselung etwas mehr in Richtung der anderen Seite des Begriffsspektrums. Also dorthin, wo nicht field recordings zu eher angenehm die Öhrchen umschmeichelnden Sound-Installationen werden. Sondern liebevoll am Lärm gebastelt wird.
Wie zum Beispiel bei ReGurgiTron.

Dass es hier entsprechend zur Sache geht können schon die passend eingespielten Google-Ads verraten: Beim aktuellen Besuch blinkten da neben Anzeigen für "Advanced Noise Cancellers" beispielsweise auch welche für Medikamente gegen Sodbrennen. Wie nett.

Dabei lässt es sich - naja, jedenfalls für FreundInnen des elektronischen Geraspels und Gekruschpels - durchaus geniessen, was Michael Oster auf seinen ReGurgiTron-Seiten so anbietet.

reglogo.gifAllem voran seinen mehr oder weniger regelmässig erscheinenden Podcast mit, richtig geraten, purem Noise. Aktuelle wie dieser hier vom 14.11.05 derzeit auf der Hauptseite, ältere im Archiv. [Und, please note: Der freundliche Hinweis des Autors - "Listen at your own risk" - ist schon beim Wort zu nehmen. Gegebenenfalls also erst mal die Regler runter und dann langsam testen, wie laut es werden darf...].

Empfehlen möchte das Medium ansonsten, da die Noise-CD-Edition leider ausverkauft ist und es erst ein Musikvideo hat (leider nicht wirklich optical noise, dafür würde das Drive Home-mp4 wahrscheinlich mit einem fetten Beamer auf eine Riesenleinwand projiziert werden wollen), noch einen Blick auf die Geschichte von Grandma's Noise Band (einfach nett).
reg_cd.gifUnd Pluspunkte aus HOME MADE-Perspektive gibt es natürlich für die Anregungen zum DIY-Noise-Produzieren.

Noch mehr über Osters eigene Ausflüge in den Circuit Bending-Himmel* gibt's dann allerdings auf den Seiten eines zweiten Projekts zu lesen, das auf den vielversprechenden Namen f7sound hört. Während des Mediums akustischer Favorit eindeutig das gebeugte Texas Instruments Speak & Music-Teil (yo! mp3) ist, sind andererseits auch die Einblicke ins Innenleben geschlachteter Kollegen wie Z.B. den Rockstar nicht zu verachten.

Und überhaupt hat es auf den f7sound-Seiten noch sooo viele schöne noisige Dinge zu erkunden. Das heben wir uns vielleicht doch besser für einen eigenen Eintrag auf.

* Mehr zu diesen elysischen Sphären aus den Archiven dieses Logs? Einfach das Suchmaschinchen nach "Circuit Bending" fragen...

Von miss.gunst am 29.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.11.05

Noise Map (Bennett)

Als vor einigen Monaten in diesem LogBuch von Noise Maps (im Plural) die Rede war, ging es darum, Bill Fontanas Arbeit an den Sound Lines - die manchen Anrainern eher als akustische Belästigung vorkamen - jene Kartographien zur Seite zu stellen, in denen sozusagen die etwas offiziellere Soundforschung ihren Niederschlag findet.
Mit Justin Bennetts Noise Map lässt sich an beides noch einmal anknüpfen.

Noise Map ist nicht nur der Titel einer kleinen Retrospektive seiner Arbeiten aus den letzten Jahren, die am gestrigen Sonntag in GEM, dem Museum voor aktuele (= für zeitgenössische) Kunst in Den Haag zu Ende gegangen ist.*

Sondern vor allem der eines grösser angelegten Arbeitsprojekts aus 2003, aus dem mittlerweile eine CD (Review auf/bei monochrom, mehr zu letzterem gab's ja gerade erst an dieser Stelle) und ein Künstlerbuch hervorgegangen sind. [Achtung, um in den Genuss von Anschauungs- und Audiobeispiel zu kommen, muss man PopUp-Blocker de- und Quicktime-Plug.Ins aktiviert haben.]

Ausgangspunkt sind dabei - ganz ähnlich wie bei Fontana - field recordings, also Aufnahmen von Umgebungsgeräuschen, die Bennett auf unterschiedliche Weise be- und weiterverarbeitet, komprimiert, transformiert. Und mit neuen Klangkörpern und -radien ausstatttet.
Was dann zu hören ist, spielt mit dem akustischen Gedächtnis, öffnet Kanäle zu jenen Räumen, aus denen die Klänge und Geräusche ursprünglich hervorgegangen sein mögen - und erschliesst aber zugleich neue akustische Landschaften.

Noise is the sand between your toes, the kink in the cable, the music that keeps you awake and the sea that lulls you to sleep. Noise is accident, chance and luck. Noise is the vibration of life itself. [Justin Bennett]

In der Ausstellung breitete sich jene Noise Map, die den Klangraum der Stadt Den Haag erfasst, als netzwerkartige Zeichnung an der Wand aus: Eine Kartographie, die wortwörtlich im Hintergrund bleibt, während sie in den Arbeiten auf andere Weise erfahrbar wird.
Genauer gesagt, in diesem Fall insbesondere einer Installation, "Sundial Den Haag 2005". Ein nahezu lichtloser, schwarzer Raum, auf dessen Boden schwere graue Kissen dazu einladen, sich niederzulassen und ganz Ohr zu sein. Tatsächlich wird man vollständig aus der Zeit in diejenige des Klangraums gesogen; ein Glockenschlag, Stimmen, Klappern, Hupen - seltsam fern und nah, vertraut und fremd zugleich.
Wenn man lang genug bleibt, kann man feststellen, dass sich die Geräusche wiederholen. Aber das dauert, denn das Ohr hat genug damit zu tun, sich hinzugeben und hineinzulauschen in diese dichten Atmosphären, in denen es so viel zu erkunden gibt. Tatsächlich dauert eine Schleife des Soundloops nur zwölf Minuten. Und enthält doch den Gesang eines ganzen Tags und einer ganzen Nacht, denn Bennett hat für seinen Sundial den Sound von vierundzwanzig Stunden (vom 18. auf den 19. August, von Mitternacht bis Mitternacht) komprimiert.

Das ist ein bisschen so, als hätte er seine Noise Map von den Haag - die (vorsichtig aus der Erinnerung geschätzt) an die zwei auf zwei Meter misst - auf ein kleines, fausgrosses Stück gefaltet; ein unglaublich dichter Zipfel Klangraumzeit, den man am liebsten in die Tasche stecken und mitnehmen möchte. Während aber eigentlich genau das umgekehrte passiert, weil das Klangraumerlebnis selbst wie eine Zeitmaschine funktioniert.

* Ja, schon schade, das erst jetzt, im Nachhinein aus dem Notizbuch hervorzuziehen. Genau genommen handelt es sich um einen der Einträge, die - wie das interactivity Festival - vor ein paar Wochen in Holland in den Radar geraten sind. Aber mit dieser Verspätung wird es eben etwas für den Zettelkasten, in den Justin Bennett als Soundwerker sowieso gehört.

Und vielleicht wird es früher oder später ja auch einmal ein "Sundial Zürich", Basel, Bern oder Solothurn geben. Ebenfalls just gestern (27.11.05) war Bennett jedenfalls im Centre Culturel Suisse in der französischen Hauptstadt mit einem "Sundial Paris" zu Gast.

P.S.
Wer des Niederländischen mächtig ist, kann im folgenden Artikel noch mehr über die Ausstellung in Den Haag nachlesen:
Nathalie Hartjes: Justin Bennett brengt geluid in kaart (Noise Map), in: 8weekly, 26.10.2005

Von miss.gunst am 28.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.11.05

Ghost Detectors

ash.gifEinem Medium muss ein solches Thema natürlich sowieso nahe liegen.
In diesem speziellen Fall geht es allerdings nicht um Geräte, wie sie von einschlägig orientierten Organisationen und Initiativen sozusagen gebrauchsfertig zum Erwerb durch angehende Geisterjäger angeboten werden.
Sondern um...

... ein Netzwerk aus Musikinstrumenten.

Wie es Sam Ashley - auch seinerseits seit Jahren schon auf etwas jenseitigere Klänge spezialisiert - gerade für eine Woche (die am heutigen Tag leider zu Ende geht, weshalb sich dieser Eintrag nebenbei bestens in den aktuell in diesem Blog gut gepflegten Strang von Hinweisen auf den letzten Drücker reiht) im (tja, schon wieder, aber es lässt sich wirklich nur schwer vermeiden - und: nein, das Medium bekommt keine Prozente vom im Übrigen für die Ausstellungen sowieso nicht erhobenen Eintrittsgeld) Tesla Berlin aufgebaut hat.

Um es noch mal genau und faul den Wortlaut der Installationsbeschreibung zitierend zu erläutern, wie das Ganze funktioniert:

ein ghost detector ist ein musikinstrument, das durch das "hacken" klangerzeugender elektronischer schaltungen konstruiert wird (z.b. ein tragbares radio). drähte unterschiedlicher länge werden an zufälligen stellen der schaltplatte befestigt. wenn mehrere solcher geräte miteinander verdrahtet werden, entsteht ein einziger elektronischer schaltkreis. die drähte reagieren auf strahlung und beeinflusst das netzwerk auf nicht vorhersagbare weise; die ergebnisse dessen werden in klang übersetzt. solch ein netzwerk von geräten ist ein "syntheziser" -- außer, dass dessen klang nicht gesteuert werden kann.

Was wieder einmal den alten weisen Lehrsatz zu beweisen scheint: Im Idealfall ist Kunst wie ein Go-Spiel - schlichtmöglichste Basiskonstruktion eröffnet grösstmögliche Komplexität.

Detektieren lässt sich die Geistermusik noch bis zum heutigen Samstagabend um 23.00 Uhr. Danach dann schön langsam wohin auch immer schlendern, um allen anderen Geistern noch eine Chance zu geben, bis zu ihrem Auftritt ab ca. 24.00 die Instrumente zu stimmen. Aber das Medium fürchtet doch, gegen die von Ashleys ghost detectors eingefangenen Klänge hat die Klassik kaum eine Chance.

  • Die Daten:
    Sam Ashley - toward a premonition of an unburdened self
    (using a ghost detector to read auras)
    bis 26.11.2005
    im Tesla Berlin
    klosterstrasse 68 - 70
    d - 10179 berlin-mitte
    studio 2, geöffnet 18.00 Uhr bis 23.00 Uhr
  • Von miss.gunst am 26.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.11.05

    Informal Screenings

    isc.gifZur Abwechslung mal eine Kombination aus Rückschau und Vorschau. Gestern Abend gab es nämlich neben der angekündigten Brennessel-Präsentation im [plug.in] auch online einen besonderen Leckerbissen. Und zwar veranstaltet der Videokunst-Pionier Woody Vasulka* zusammen mit Tabea Lurk vom ZKM Karlsruhe derzeit eine kleine Reihe mit sogenannten Informal Screenings, in deren Rahmen rare historische sowie auch aktuellere Arbeiten von befreundeten KünstlerInnen gezeigt werden.

    Die Screenings als solche finden im RL zwar vor Ort in der ehemaligen Munitionsfabrik statt. Aber gute Geister** hatte die Idee, das Ganze auch per Live-Stream dem Rest der Welt zugänglich zu machen.

    Nun ja: Wie sich das leider allzuoft mit guten Ideen verhält, deren Realisierung auf das Funktionieren von Technik angewiesen ist, war es zeitweise auch in diesem Fall - beim letzten Informal Screening guckte man vor dem heimischen Rechner in die sprichwörtliche Röhre bzw. konnte allenfalls mittels sich der Frustration verdankenden Ergänzungsleistungen der Einbildungskraft etwas auf den dunklen Schirm zaubern.

    Gestern aber geschahen Zeichen und Wunder - und mehr oder weniger zur angekündigten Stunde konnte man tatsächlich des Informal Screenings Nr. 3 teilhaftig werden, das unter dem Titel "Video im Zwielicht. Analog of no Return" Arbeiten von Ralph Hocking (Gründer des Experimental Television Center/ETC), Matthew Schlanger (Black Hammer Productions) und Benton C. Bainbridge vorstellte.

    Auf der Suche nach einem Ausgleich für die Vergangenheitsform (Livestream ist halt Livestream) lässt sich für Hocking auf ein Schnipselchen aus seinen Compex Wave Forms von 1977 bei Video Data Bank verweisen, das immerhin einen kleinen Einblick ins Frühwerk gibt; Matthew Schlanger hat jenseits der BHC für seine Videoarbeiten eine eigene Heimseite, auf der sich liebens- und lobenswerterweise ein beachtlicher Teil seines Oeuvres online betrachten lässt; und auch Bainbridge hat neben Standbildern in seinem Videofach mehrere Clips in voller Länge und ganzer Pracht anzubieten.
    Also, sobald etwaige ob des verpassten Screenings vergossene Tränen getrocknet bzw. deren Reste aus den Augenwinkeln gewischt sind, lässt sich immerhin noch eine Art Privatissimum nachholen.

    Und schliesslich wagt es das Medium (das seiner Leserschaft eben ansonsten eher ungern den Mund bzw. die Augen umsonst wässrig macht, wie leider ja kürzlich erst geschehen), von der funktionierenden Verbindung ermutigt, heute schon im Vorfeld das nächste und vorläufig wohl leider auch schon wieder letzte Informal Screening zu empfehlen:

    Am Donnerstag, den 08.12.2005 um 19.30 Uhr wird unter dieser Adresse der Anker zum Live-Stream gesetzt.
    (Nein, das genaue Programm wird leider immer erst kurz vorher bekannt gegeben - und zwar just an der Stelle, wo derzeit noch die Hintergrundinfos zum gestrigen Menu nachzulesen sind).


    * Warum auch immer - der Anker zu den (ansonsten nämlich insgesamt äusserst empfehlenswerten, weil reichstens mit wertvollem Quellenmaterial gefüllten) Heimseiten von Steina und Woody Vasulka funktioniert gerade nicht. Aber hoffentlich doch bald wieder. [Ah, alles bestens: Geht wieder...]

    ** Genauer gesagt: Hinter den Informal Screenings steht neben dem KuratorInnen-Team eine gemeinsame Initiative der HfG | Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe, der HGKZ Zürich | Video Library (ITZ), des EU-Projekts OASIS | Open Archiving System with Internet Sharing sowie der ZKM | Veranstaltungsabteilung.

    [Quelle des schönen Bildchens: Die Oasis-Archive-Heimseite der Informal Screenings am ZKM]

    Von miss.gunst am 25.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.11.05

    Brennesseln

    urtic.gif
    Den Einen ist sie wegen des speziellen Prickelns, das hautnahe Begegnungen mit ihr unweigerlich nach sich ziehen, als wucherndes (Un)Kraut im heimischen Garten oder beim Gang in die Beeren eher ein Graus. Andere wissen sie als Bereicherung der Kräuterküche zu schätzen oder schwören sogar auf ihre Heilmittelwirkung. Richtig geraten (und angesichts der Überschrift eh denkbar naheliegend): Es geht um die Brennessel.

    Allerdings um eine spezielle Erscheinungsform der Urtica, nämlich das gleichnamige Medienkollektiv aus Serbien-Montenegro.

    Das ist derzeit in der Schweiz zu Gast bei Digital Brainstorming. Und nach Präsentationen im Kornhausforum Bern, im Zentrum für Medien der PTH Kreuzlingen und gestern im Zürcher Walcheturm gibt es heute abend im [plug.in] in Basel noch einmal eine Gelegenheit, die Brennessel(n) und ihre Projekte näher kennenzulernen.

    Derer aktuellstes ist das Social Engine, zu dem auf der Heimseite von Urtica folgendes nachzulesen ist:

    The project Social Engine explores how the cultural patterns spread. It is produced as an online database of memes, units of cultural behaviourally transmissible information which are passed on to other people by imitation (Richard Dawkins). Since memes are not coded as universal codes, they are subjected to constant variations, i.e modalities of expression of different users. In this case, meme vehicles are textual and visual entities that possess strong emotional charge and high inter-subjective value (e.g. catch-phrases and flags).

    We might say that "Social Engine" is a stage on which a 'battle' under the flag of a certain idea is going on; it also tests Gresham's law of cultural evolution according to which the ideas with higher intrinsic value, e.g. sophisticated and gentle, will be displaced and eventually driven out of use by the ideas with lesser intrinsic value, e.g. oversimplified and violent.

    Der oft zu Unrecht geschmähten Grünflanze, der Urtica ihren klangvollen Namen verdanken, hat das Medium beim Testausflug mal die folgende Meme-verdächtige Phrase ausgewählt:

    what is natural cannot be bad

    Ok, um die Frage, was eigentlich 'natürlich' ist und ob das, was von Menschen als solches bezeichnet wird, überhaupt natürlich sein kann, kümmern wir uns jetzt mal nicht. Jedenfalls bietet das Engine dazu dann beispielsweise ein Woody Allen zugeschriebenes Zitat zur Paarung an:

    "Bisexuality immediately doubles your chances for a date on Saturday night."

    Was auf jeden Fall plausibel klingt. Allerdings bei der imaginären Probe aufs Exempel für diesen Samstag harte Konkurrenz von der real existierenden Alternative "Einladung zu einer Geburtstagsfeier" bekommt. Das wäre nun zwar auf natürliche Grundlagen (Geburt, Alterungsprozesse) rückführbares, aber eindeutig kulturalisiertes (Alterungsprozesse jährlich Feiern! Welche Willkür des Tieres Mensch!) Date, das seinerseits mit sexuellen Präferenzen locker gekoppelt sein kann, aber nicht muss. Kurzum: Hier wird es schon dezent kompliziert, was die eingeforderte Entscheidung über die Validität des potentiellen Mems anbelangt.

    Glücklicherweise kann man es sich mit dem Social Engine aber sehr viel einfacher machen. Wenn man dort nämlich, einschlägig angeregt, einfach Gleiches mit Gleichem paart, fangen die mit jeder Mem-Phrase aufgerufenen Bildchen alsbald ganz schnuckelig miteinander zu kuscheln. Spannender ist es natürlich, derlei Idyll gemein zu stören und eine eher adversive Phrase in das Biotop zu pflanzen. Zum Beispiel:

    ready for anything

    Was dann mit Zitaten von George W. Bush und Horaz ("It is sweet and glorious to die for one's country.") hinterfüttert wird.
    Ja, liebe LeserInnen, ihr solltet jetzt mal sehen, wie sich die "what is natural cannot be bad"-Kuscheltierchen angewidert in die diametral entfernte Ecke von jener kauern, in welcher jetzt der Neuzugang hockt. Beziehungsweise das ganze am besten mal selbst ausprobieren.
    Und eben heute Abend mal hören, was die Social Engineers über ihr Projekt berichten.

  • Die Daten:
    Urtica
    im Rahmen von Digital Brainstorming
    zu Gast im [plug.in]
    St. Alban-Rheinweg 64
    CH-4052 Basel
    Donnerstag, 23.11.2005 um 20.00 Uhr
  • P.S.
    Als Dreingabe für diejenigen, die sich bei der Lektüre der einleitenden Zeilen schon gefreut hatten, dass sich das Medium nun endlich mal zünftigen Rezepten für den Haushalt zuwendet, werden abschliessend noch brav Anker auf eine Auswahl recht einfach herzustellender Hausmittelchen auf Brennesselbasis ausgeworfen (Obacht, auch hier im Zweifelsfall den Hausarzt und/oder Apotheker konsultieren - bzw. vor Anwendung des Shampoos wenn nicht den Friseur des Vertrauens, dann vielleicht gelegentlich einen Spiegel). Und für die innere Anwendung (fast) ohne Risiken und Nebenwirkungen bietet sich möglicherweise eher als Abführtee eine Portion Brennesselküchlein mit Brennesselbier an. Aber dafür sollte es dann wohl erstmal wieder Frühjahr werden - kurzum: An langen Winterabenden ist man eben wahrscheinlich doch mit einem Memory-Spiel oder eben dem Social Engine von der montenegrinischen Urtica besser bedient.

    Von miss.gunst am 24.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.11.05

    rolywholyover

    roly_k.gifWie bitte, schon wieder nach Berlin ins Tesla?
    Ist in der Tat schwer zu ignorieren, dass dort sozusagen am Stück spannendes Programm gefahren wird. In diesem Fall mit Roland Roos, der allerdings mindestens den einschlägig Interessierten aus der Schweiz nicht ganz unbekannt sein dürfe.
    Nicht nur, weil der rolywholyover-Workshop, den er seit vorgestern im Tesla anbietet, mehr oder weniger direkt aus seiner Abschlussarbeit an der HGKZ Zürich hervorgegangen ist.

    Sondern auch, weil er vor ein paar Monaten bei einem dorkbot swiss-Treffen in Basel seinen "A DJ's fellow" vorgestellt hat. [Beiseit: Für diejenigen, die nicht dabei waren, aber noch im Nachhinein neugierg sind: Bei regioartline gibt es übrigens auch noch einen Bericht zum Basler dorkbot-Abend von Annina Zimmermann nachzulesen. Der Anker zur DJ's-Fellow-Projektseite selbst führt aber leider ins Nirvana.]

    Roos' rolywholyover hat seinen Namen von einer Arbeit gleichen Titels von John Cage (der Anker führt zur hypertextbook-Heimseite von Glenn Elert, der hier ein Cage gewidmetes Ausstellungsprojekt im ehemaligen Guggenheim-Museum Soho vorstellt; hier gibt es noch mal eine kompakte Beschreibung zu einer Ausstellung/Aufführung in Philadelphia 1995; ansonsten können Interessierte auch auf eine Buchausgabe bzw. einen Katalog von 1993 zurückgreifen).

    Tatsächlich lehnt sich das Basiskonzept in seinem Ausgangspunkt durchaus an Cages Grundideen an - macht aber aus der Komposition zugleich ein veritables und vor allem portables Musikinstrument. Sehr schön wird das von Roos selbst auf seinen rolywholyover-Webseiten beschrieben:

    roly_g.gif

    Rolywholyover ist eine Komposition für Umgebungsgeräusche, in der rec und play ein wechselseitiges, inspirierendes Drunter-und-Drüber eingehen: Abspiel- und Aufnahmegerät fallen zusammen. Der Komponist codiert das 'an' und 'aus', wann und wie Geräusche kommen und gehen.
    [...]
    Rolywholyover ist ein Tonträger, der noch viel mehr in sich trägt als Ton. Wie eine Welt in einer Nussschale findet ein polyphones Orchester in einer CD-Hülle Platz. Dieses Gehäuse ist nicht nur eine Hinterfragung eines altbekannten Mediums. Die musizierende CD bricht mit Konsumgewohnheiten und Erwartungshaltungen:
    neue Ohren braucht der Mensch. Hören ist Gestalten!
    Der Zuhörer muss, um zu einem Hörerlebnis zu kommen, zum aktiven Part werden. Die Vertonung ist abhängig von der Interaktion des Zuhörers. Er muss bespielen und gleichzeitig auch erhören, was die Komposition und die Hardwareumgebung aus seinen Geräuschen machen. Performance und Hörerlebnis fallen zusammen. Den Umgebungsgeräuschen wird auf eine neue Art und Weise Aufmerksamkeit geschenkt – ebenso werden die Rollen mit Rolywholyover neu definiert. Es gibt weder Interpret noch Zuhörer, weder Zufall noch Kontrolle.

    Näheres zum Konzept und seiner Realisierung ist ebenfalls ebendort nachzulesen. Den theoretischen Teil von Roos Diplomarbeit gibt es (mindestens derzeit noch) über den HGKZ-Server sogar als pdf zum Herunterladen. Wem das zu ausführlich wird, kann es alternativ mit einer Kurzfassung der Einführung versuchen (ebenfalls pdf).

    Die glücklichen BerlinerInnen aber haben dieser Tage die Möglichkeit, direkt am eingangs bereits erwähnten rolywholyover-Workshop teilzunehmen und selbst an einem solchen portablen Umweltgeräuschmusikgenerator zu basteln.
    Aus der Ferne daher ein *tiefer Seufzer*. Da das Medium selbst wirklich gerne von/mit/in Medien lernt, hätte es in diesem Fall schon gern Mäuschen gespielt.
    Nun, wer weiss, vielleicht gibt es demnächst ja auch in der Schweiz eine entsprechende Gelegenheit?

    Von miss.gunst am 23.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.11.05

    Overhead ff.

    over_k.gif
    Nach wie vor selig und von süssem Sentiment überwältigt die gestern der Leserschaft ans Herz gelegte (Abschieds-)Hymne auf den Overhead-Projektor summend, möchte das Medium gerne noch mal nachlegen.

    Tatsächlich hat es vor wenigen Wochen erst im fernen Dänemark eine mehrtägige Veranstaltung gegeben, die samt und sonders diesem liebenswerten Weggefährten langer Schul- und Hochschuljahre gewidmet gewesen ist.

    over_g1.gif
    Vorbei ist natürlich vorbei. Aber glücklicherweise stehen erstens die zugehörigen Heimseiten - The Art of the Overhead (overheads.org) - noch in voller Pracht im Netz. Und zweitens sind sie im Anschluss an das Festival tatsächlich noch ausgebaut worden: Um eine satt bebilderte Dokumentation, die man sich auch bequem als pdf ins eigene Archiv heimsen kann.

    Eigentlich sollte man die anschliessend zünftigerweise wohl am besten auf Folie ausdrucken und an die Wand werfen, um die kreative Erinnerungsarbeit an das gute Gerät, um das es geht, so richtig würdigen zu können.
    Aber ach, wer hat daheim schon einen Overhead-Projektor?
    Eher wohl schon einen Beamer - und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine jener Killer-Applikationen, die dem bedauernswerten Schein-Werfer der älteren Generation früher oder später ganz und gar den Garaus gemacht werden.

    over_g3.gif

    Von miss.gunst am 22.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.11.05

    monochrom-Blog

    mono1.gifMit dem gestern angekündigten Einblick in die ROBÖXOTICA-Ausstellung per live-Stream (oder was auch immer) war's wohl leider nichts. Schade?
    Trost naht. Als allererstes lässt sich mal überhaupt und generell ein Ausflug zu den Heimseiten der OrganisatorInnen empfehlen, die nämlich auch sonst noch so Einiges in Sachen Medien und Kunst auf die Beine stellen. In diesem Sinne also: Auf zu monochrom.

    monochrom is an art-technology-philosophy group of basket weaving enthusiasts and theory do-it-yourselfers having its seat in Vienna and Zeta Draconis. monochrom is the super-affirmation of the globalization trap. monochrom has existed in this (and every other) form since 1993.

    mono2.gifOder, zu deutsch, fast noch schöner und etwas ausführlicher:

    monochrom ist durchaus* eine wien-bamberger kunstneigungsgruppe mit diversen volontariaten in zahlreichen realitäten: internationale kunstszene, apfelsortenzucht, powerpointoperetten, feldgottesdienste, beweisführungen, schirmherrschaften, soziale praxis, game- und schämshows, theorie, internet, dübel und schnittchen. v.a. das sammeln, gruppieren, registrieren und befragen (befreien?) von alltagskulturellen vernarbungen ist monochrom passion und quasi-ontologischer auftrag. kulturarchäologische grabungssondagen in ideologie- und unterhaltungsstätten. staatlich geprüftes rhizom. die schönheit der impliziten kaputtheit der selbstverständlichkeit ist anlass für phänomenologische wollust und (benutzer-)freundliche mikropolitische übernahmen. oder so. bildet to-do-stapel!

    Und/oder so ähnlich (alternativ bzw. wenn das noch nicht reichen sollte kann man sogar auch in der Wikipedia unter dem Stichwort monochrom nachschlagen). Da es den geneigten LeserInnen selbst überlassen sei, ob und inwieweit sie ins monochrom-Multiversum einsteigen wollen, möchte sich das Medium heute nur auf einen gezielten Hinweis bescheiden. An dem dann praktischerweise noch weitere hängen, die an das gestrige Thema anknüpfen.

    Und zwar gilt die Empfehlung des Tages dem (englischsprachig geführten) monochrom-Blog [daher wandert dieser Eintrag auch in die Kategorie Nachbarn].

    over.gifDort werden neben wunderbaren bzw. -samen Funden aus der Netzwelt und Beobachtungen zur nicht immer ganz so wunderbaren Kulturpolitik natürlich auch Ankerwürfe zu verschiedenen monochrom-Aktivitäten gepostet. Wie aktuell beispielsweise der ebenso herzergreifende wie hitverdächtige Abgesang auf das aussterbende Medium Overhead-Projektor (hier das mp3 dazu sowie der Songtext zum Mitheulen; entstanden ist das Ganze übrigens in Koop u.a. mit dem hier auch schon mal anderweitig verankerten Oliver Hangl sowie Matthias Kertal von Mika).

    Und es finden sich - äusserst tröstlicherweise für alle diejenigen, die gestern wie das Medium in fassungsloser Frustration vergeblich auf die live-Übertragung aus der ROBÖXOTICA-Ausstellung gewartet haben - ebendort auch Anker zu zwei Berichterstattungen im Blogformat, die auf ihre Weise ein bisschen mehr Einblick ins Geschehen gewähren: ad 1 - ziemlich ausführlich und an leckeren Standbildern reich - bei Francesca Birks im Towering Flat-Blog, ad 2 - etwas minimalistischer - im it's complicated-live journal von Jakob Appelbaum.

    Na, das ist doch schon mal was. Im Hintergrund munter die Overhead-Hymne trötend wünscht das Medium einen guten Einstieg in die Woche!

    * Zweimal klicken, bitte.

    [Bildchen: monochrom-Logo von monochrom.at - Overhead-Projektor von "Farewell to Overhead" von monochrom.at/Hangl/Kertal]

    Von miss.gunst am 21.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    20.11.05

    ROBÖXOTICA

    guz_e_k.gifSchon wieder auf den letzten Drücker. Aber besser spät als garnicht - und ausserdem haben heute von diesem Wink auch diejenigen etwas, die nicht in Wien wohnen oder zu Gast sind.

    Dort geht nämlich gerade die siebte Ausgabe von ROBÖXOTICA zuende, einem seit 1999 alljährlich stattfindenden Festival für etwas exotischere Seiten der Robotik.

    Genauer gesagt: Für den lange Jahre von der Forschung schwer vernachlässigten Zweig der Cocktail-Robotik. Wie bitte?

    guzman.gif
    Eine etwas eingehendere, aber gleichwohl kompakte Erklärung des dahinter stehenden Konzepts gibt Magnus Wurzer (von der Initiative SHIFZ - The Syntharturalists - Dept. of Futurology):

    Obwohl es unzählige Anwendungen für Roboter und wohl genauso viele Arten von Robotern gibt, sind diese eher selten im Alltag und in Interaktion mit dem Endbenutzer anzutreffen. Die Entwicklung benutzerfreundlicher Haushaltsroboter verspricht aber in diesem Jahrhundert große Fortschritte zu machen.
    1999 wurde mit der Roböxotica eine Plattform geschaffen, die die kreativen Entwürfe erstmals in einen Wettbewerb eingebracht hat und somit das Thema Cocktailrobotik als Indikator für den Fortschritt der Technologie in unserem alltäglichen Leben ins Licht der Öffentlichkeit stellt.
    Die Roböxotica wurde auch ins Leben gerufen, um neue Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine, à priori auch die Lust am Umgang mit der Maschine zu fördern und zu dokumentieren.

    Zu diesem Behufe gab es in den letzten Tagen jeweils Nachmittags Vorträge und Abends Lesungen und Filme (Details dazu im Programm), während parallel eine Ausstellung für anschauliche Beispiele aus dem Bereich der praktischen Anwendung sorgt.

    Letztere schliesst zwar ebenfalls am heutigen Sonntag (20.11.05) schon wieder ihre Tore. Aber, und eben deshalb bzw. insbesondere deshalb auch dieser Eintrag, zur Feier des Tages wird uns auch ein Einblick aus der Ferne versprochen:

    14 Uhr: Übertragung der Ausstellung ins Internet (für Daheimgebliebene)

    Steht da jedenfalls im Sonntagsprogramm.
    Wie genau steht da allerdings leider bislang nicht.

    Bleibt folglich zu hoffen, dass noch ein entsprechender Anker ausgelegt wird.

    Bis dahin wird das brave Medium, so weit möglich, noch ein paar Verweise auf TeilnehmerInnen und ihre Robos sammeln und an dieser Stelle als Appetithäppchen auslegen. Zum Beispiel zu...

    nur schrec! / Martin Reiter - RoboArt
    Sergej Teterin - SMS-Bots
    Robert Martin - Robomoji
    Arno Schwerdtberger, Jan Wachter, Christoph Veigl - Infobowl

    [...]

    ... ach, *ächz*, warum legen die guten ROBÖXOTICA-Festivalisten solche Anker eigentlich nicht selber an?

    P.S., wo wir gerade bei Freiwilligem versus Pflichten sind, rasch noch eine Info zu den Bildchen:
    Selbige stammen von Richard Wientzek und zeigen Guzman, das offizielle Logo zur ROBÖXOTICA bzw. einen Ausschnitt desselben. Guzman war gleichzeitig Einreichung im Jahre 2002 in der Sparte "Andere Höhepunkte der Cocktailkultur" von Richard Wientzek. Und steht jetzt als offizielles Pressebild zur Verfügung, wenn das Medium es richtig verstanden hat.

    P.P.S., weil es gerade so schön passt: Ein Eintrag bei Kollegin Regula Erni von Side Effect, der uns über die aktuelle Entwicklung eines "Humanoid Robot For Home Use" in Japan namens "Nuvo" unterrichtet. Kommerziell und nicht wirklich exotisch - aber es scheint sich doch um einen "benutzerfreundlichen Haushaltsroboter" i.o.g.S. zu handeln. Immerhin.

    P.P.P.S., gleich noch ein Wink aus der bzw. in die Nachbarschaft:
    Julien Mudry von Un photoblog inutile de plus (treuen LeserInnen noch über die Einträge zu pacLove bzw. zu den Konsolenkreaturliebschaften bekannt) hat äusserst passenderweise heute ein wunderschönes Robo-Bild ins Netz gestellt. Es stammt vom Coupe européenne de robotique, der am 20.05.2005 ausgerechnet in unmittelbarer Nachbarschaft des ersten HOME MADE Workshops stattgefunden hat, nämlich in Yverdon-les-Bains. Ohne die HOME MAE-HeimwerkerInnen.

    Von miss.gunst am 20.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.11.05

    der domestizierte blitz

    blitz.gifIst schon etwas länger her, dass es hier um singende Lichtbögen ging - aber so einen schönen Strang greift das Medium natürlich jederzeit gerne wieder auf.
    Gerade noch rechtzeitig, um auf eine Veranstaltung hinzuweisen, die am heutigen Samstagabend (19.11.05) im Tesla Berlin stattfindet.
    Und Teil eines Projektes ist, das als solches sogar in den Zettelkasten gehört.

    Das Projekt trägt den vielverprechenden Namen "der domestizierte blitz" und hat sogar so etwas wie einen eigenen Blog, in dem man bislang vor allem etwas über die Beteiligten - den Künstler Jan-Peter E. R. Sonntag und sein Team - und die gleichnamige Themenwoche im Tesla erfahren kann, wo Sonntag gerade eine Projektresidenz hat(te).

    Worum es geht? Auf einen Begriff gebracht: Um Elektrizität. In einem Satz gesagt, den wir uns praktischerweise gleich aus dem Blog leihen können, um:

    die Entwicklung des ersten wirklich rein elektrisch/elektronischen Instruments basierend auf dem 'singenden Lichtbogen' und um ihn ein Netz aus Erzählungen um das Wesen der Elektrizität und die Protagonisten der modernen, mediatisierten Welt.

    Ausgespannt wurde dieses Netz bereits über mehrere Themenabende der letzten Wochen hinweg; unter anderem gab es einen RadioTesla-Abend zu Oskar Sala und seiner Arbeit mit dem Trautonium (das mit Blitzen jetzt so viel nicht zu tun hat, aber natürlich mit der Geschichte der elektronischen Musik), einen TeslaSalon zu "Elektrizität und Okkultismus" mit Wolfgang Hagen und Sam Ashley (der ebenfalls gerade eine Projektresidenz hat und demnächst hier nochmal extra vorgestellt werden wird) sowie einen weiteren zum Thema "Glühlicht und die Elektrifizierung des ganzen Landes" u.a. mit Peter Berz; einen Filmabend, an dem neben der etwas esoterisch gepolten 'Doku' "Holes in Heaven? HAARP and Advances in Tesla Technology" auch Craig Baldwins wunderbarer (Footage-)Film "Spectres of the Spectrum" gezeigt wurde (war neulich auch im Rahmen der Ausstellung "Resonanzen" im ZKM zu sehen; mehr dazu hier).

    sonarc_k.gifVor allem anderen aber wurden bereits zwei Abende und wird heute ein dritter von bzw. mit Sonntags "sonArc::ion" bestritten, die sozusagen den Gravitationskern des Projekts bildet und so etwas wie eine szenische Inszenierung mit Bildern, Tönen und auf die Bühne gebrachter Experimentalanordnung rund um das Prinzip des singenden Lichtbogens bietet. Leider ist die Blogseite zum domestizierten Blitz ein bisschen blöd programmiert, deshalb muss das Medium mal wieder die rechte Maustaste bemühen, um wenigstens einen eleganten Sprung direkt in die Bildergalerie zu ermöglichen.

    Sicher: Solche (in jedem Fall immer recht charismatischen) Inszenierungen von Experimenten haben - ebenso wie das Thema Elektrizität und die Vor- und Frühgeschichte der elektronischen Medien - derzeit ziemlich Konjunktur und sind für sich genommen, auch wenn sie unter künstlerischen Vorzeichen stattfinden, nicht ganz unproblematisch. Eben da sie nahezu nahtlos an die Tradition des Schauexperiments anknüpfen, das stets seine eigenen wissen(schafts)politischen Implikationen transportiert - und die können durchaus ziemlich reaktionär sein. Weil Wissen nach wie vor Macht ist und seine Inszenierung dazu neigt, mehr diesen Gestus zu supportieren als seine Vermittlung.

    In diesem Fall aber sorgt die Einbindung in besagte Reihe für die notwendige Kontextualisierung - und vielleicht wird perspektivisch ja auch der bislang noch etwas fragmentarisch bestückte Projektblog zum domestizierten Blitz für weitere und weiterführende Erhellungen des Feldes sorgen.
    Dass Klaus C. Ulbricht, der ihn betreibt, während der Produktion bislang nur wenig Zeit hatte, ein Blitztagebuch zu führen, ist nachvollziehbar.
    Jedenfalls wird der domestizierte blitz erst mal hoffnungsfroh in den Zettelkasten aufgenommen - und in nächster Zeit immer wieder mal neugierig nachgeschaut.

    Von miss.gunst am 19.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    18.11.05

    machtdose (WRT)

    macht_k.gifWie schön, wenn sich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen (wg. rhetorischer Grausamkeit zensiert, besser:) auf einmal einfangen und auf dem weichen Samtkissen eines wohlwollenden LogBuch-Eintrags präsentieren lassen.
    Heute wird nämlich a) ein gestern gegebenes Versprechen gehalten, b) gibt es endlich mal wieder einen Webradio-Tipp, c) wird der lose, aber beharrlich verfolgte Strang zu netzlabels weitergeführt und d) lassen sich in diesem Zuge ein weiteres Mal nette Nachbarn vorstellen.

    Alle diese Fäden laufen wie von selbst bei der machtdose zusammen.

    Genauer gesagt, in der gleichnamigen Bloggemeinschaft, die ihre entsprechende Basisphilosophie wie folgt formuliert:

    Die Machtdose äußert sich auf vielen Kanälen mit einem Programm - der Liebe zum Underground, zum Nicht-Konformen und dessen Begegnung mit der Alltagswelt.

    Was das meint, lässt sich dann am besten über ausgiebige Spaziergänge durchs Sortiment erkunden. Klar, dass beispielsweise in der Sparte "Film" keine Hollywood-Hitparade erscheint, sondern Sachen wie das Berlin 36-Marathon gefeatured werden (mit eigener Beteiligung in diesem Fall) oder die (auch vom Medium sehr geschätzte) Drive In Film Show bei Land's End. Und dass es - um den guten alten Papierkanal und dessen Enden im WeltWeiten GeWebe zu würdigen - eine eigene Kategorie für Fanzines gibt.

    macht_g.gifBesonders gut wird aber der Musikbereich bedient. Hier nun liegt, wie eingangs bereits angedeutet (und dem Selbstverständnis der machtdose sozusagen naturgemäss), der Schwerpunkt ebenfalls eindeutig auf Selbstproduziertem. Da hat es eigene Kategorien für's Vinyl und für Plattenkritiken, für die auch im HOME MADE-Log so heissgeliebten Mixtapes (ja, genau - da hat das Medium eben auch den gestrigen Fund zu Tape Findings entdeckt), für MP3, und für Radio.

    Letzteres machen die machtdosen-Macher zwar auch regelmässig beim lokalen Kulturradio (genauer gesagt: wie auch das Medium selbst beim Frankfurter RadioX). Für alle, die ihre Antennen nicht im entsprechenden Einzugsgebiet aufstellen können, gibt es bei Machtdose aber auch veritables Webradio.
    Leider nicht so oft bzw. regelmässig - dafür aber zum Schwerpunkt netzlabel-Musik, zu dem im Hintergrund auch eine Liste mit Ressourcen wächst.

    So wie in der aktuell jüngsten Sendung vom 13.11.05 soll es in Zukunft moderierte Reisen durch die Netzlabelwelt geben. Mag sein, dass da nicht jeder Hit in der Parade dem persönlichen Geschmack entspricht - aber da es zusätzlich zur moderierten Sendung (hier der Stream via archive.org) eine Liste mit den einzelnen Titeln gibt, kann sich ja jede/r auch sein bzw. ihr persönliches mp3-Mix zusammenstellen.

    Mithin eine rundum feine Sache, die machtdose - und ebenso eigentlich fast alles, was aus der machtdose kommt. Findet jedenfalls das Medium.

    Von miss.gunst am 18.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.11.05

    Kultur in der digitalen Allmend

    allmend.gifAaaaargh... Beinahe schon wieder vergessen, dass vor zwei Wochen das vollmundige Versprechen ausgegeben wurde, an dieser Stelle nochmals an die heutige Veranstaltung in der Reihe zur Digitalen Allmend zu erinnern, welchselbige nämlich dem Schwerpunkt "Kultur in der digitalen Allmend: Podcasting, Creative Commons und Musik" gewidmet ist (um 20.00 Uhr in der Zürcher Roten Fabrik).

    Mehr dazu im besagten Eintrag vom 03.11.05, natürlich auf den Digitale Allmend-Heimseiten - und ausserdem lässt sich bei dieser Gelegenheit auch noch mal ein Anker auf Daniels Blog, den Blog des Mitveranstalters Daniel Boos, auswerfen - wo es neben einer Sammlung von Berichten zu den Veranstaltungen auch sonst immer wieder Lesenswertes zum Thema hat.

    Von miss.gunst am 17.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Tape Findings

    tape.gifFunde sind sowieso eine feine Sache. Wenn man aber nun etwas Feines findet, das seinerseits feine Funde versammelt... wie Tape Findings zum Beispiel...

    Das gleichnamige Projekt wird jedenfalls sofort dem Zettelkasten einverleibt, zumal es auch sonst in mehrfacher Hinsicht (Tapes! Selbstgemachtes! Weitergeben!) ganz prima in die HOME MADE-Sammlung passt.

    Die Trouvaillen bzw. Tapes trouvés einzeln vorzustellen, sollte wohl nicht nötig sein - da verlässt sich das Medium mal auf die natürliche Neugierde als bestes Geleit.

    Wohl aber will es, wie schon gute Tradition, gern seine persönlichen Favoriten benennen.
    Als da wären zB eine "Grade School Music Lesson" (aus Fundschauwoche 1) und die phantastisch tönende "Stalacpipe Organ"* (aus Fundschauwoche 15) beispielsweise.

    Und morgen verrrät das Medium dann, wo es den Hinweis auf diese schönen Funde gefunden hat.

    * Verankert wurde hier die A-Seite, was nicht heisst, dass die B-Seite weniger hörenswert wäre.
    Und nachschauen, was die Öhrchen so entzückt, kann man übrigens auch.

    Von miss.gunst am 17.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.11.05

    Total Recall

    Mal ganz was anderes. Oder auch nicht, denn erstens geht es schon wieder um ein Festival. Und zweitens durchaus auch ums DIY-Prinzip.
    Sowie um eine wunderbare Möglichkeit, schon mal für Zeiten zu üben, in denen - frei nach Ray Bradbury imaginiert - vielleicht nicht nur Bücher, sondern auch Vilme auf dem Index stehen.
    Oder auch einfach nur darum, eine Technik zu trainieren, mit der sich ganz wunderbar lange Winterabende verbringen lassen?

    Wie das funktioniert, hat vielleicht der eine oder die andere unter den geneigten LeserInnen schon im Rahmen einer einschlägigen Veranstaltung miterleben können, wie sie sich seit ein paar Jahren unter echten Spielfilm-Nerds zunehmender Beliebtheit erfreuen.

    Der Beginn der offiziellen Bewegung lässt sich im deutschen Sprachraum bis ins Jahr 1999 zurückverfolgen - seither gibt es mit Total Recall, dem Internationalen Festival des nacherzählten Films, ein spezielles Forum für diese spezielle Fangemeinde.
    In diesem Jahr fand ein erster Wettbewerb in Düsseldorf statt - und auf dem Weg zum TR-Wochenende am 25./26.11. in Berlin (Anmeldung noch bis zum 19.11.!) gastiert ein Best-of am heutigen Mittwochabend im Neuen Museum Weserburg Bremen.

    Das ist verdammt weit weg und die Zeit bis zum Berliner Show Down wird quälend lang?
    Halb so schlimm: Auf den Total Recall-Heimseiten finden sich einige Highlights zur gemütlichen Betrachtung aus Couchpotatoe-Perspektive versammelt. Also, anschauen. Bzw.: Genüsslich zurücklehnen und zuhören, bitte!

    Und dann vielleicht eine Runde DIY?
    Dafür würde sich, um noch mal zum Anfang dieses Eintrags zurück zu finden, Truffauts schöner Verfilmung von "Fahrenheit 541" sicher bestens eignen. Total Recall total transmedial...

    Von miss.gunst am 16.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    15.11.05

    Fantastic Pieceoplastic (SBAW)

    ppcat_sw.gifDieser Eintrag wartet sowieso schon seit Wochen darauf, geschrieben zu werden - und jetzt gibt es gleich zwei gute Aufhänger.

    Der erste steht bereits in der Titelzeile:
    Auch Pieceoplastic gehört zu den Schweizer Blogs, die das Medium für absolut unverzichtbar hält, weshalb es pp in seiner derzeit zaghaft wachsenden SBAW-Reihe vorstellen möchte.

    Der zweite Aufhänger ist ein eher aktueller, der mittelbar gleich einen der vielen guten Gründe aufzeigt, weshalb es absolut lohnend ist, regelmässig bei Pieceoplastic vorbeizuschauen.

    Seit einiger Zeit gibt es nämlich jeden Sonntag die Pieceoplastic-Blogumne [was, beiseit bemerkt, fast schon ein Pleonasmus ist, insofern Blogspalten im Lay-Out-Template sozusagen dem hmtl-"col(umn)"-Tag entsprechen]. Die derzeit jüngste Blogumne vom 13.11.05 jedenfalls ist dem tweakfest gewidmet, und während das Medium aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nur schnöde das Programm kommentieren konnte, gibt's dort ein à point zubereitetes Resümee aus erster Hand. Davon ab bieten die Blogumnen aber ganz grundsätzlich eine Qualität, die auch in der Bloglandschaft nicht eben dicht gestreut ist, nämlich schön scharfe, d.h. scharf beobachtete und davon dann auch nicht heruntergekochte Kommentare zur (Schweizer) Medienkulturszene. [Wer noch ein weiteres sprechendes Beispiel goutieren möchte, sollte vielleicht die Blogumne Nr. 00003 zu Chantal Michel zu Gemüte führen, die nebenbei einleitend auch einen wirklich schönen disclaimer hat.]

    FreundInnen der Clubmuzik wiederum erfreuen sich jeden Freitag alternativ zu einem Fischgericht an Pieceocasts wie diesem hier, die man selbstredend auch zünftig abonnieren oder, wenn nicht direkt im Blog, über ein separates Mix-Archiv abrufen kann.

    ppcat_sw.gifNot your cup of tea? Macht mnix, Pieceoplastic hat natürlich noch Einiges mehr im Programm - und schon das "wie" des Kredenzens der Inhalte würde nach Meinung des Mediums ein Kriterium für seine SBAW-Preiswürdigkeit ausmachen. Wo andere langweilige Kategorien listen, offeriert Pieceoplastic "cats & dogs" wie etwa diese hier:
    "(f)art pour l'art (art is... uhm?)", "couchPotatoe (as in my life as...)", "pieceoButtah (yummie, rubbin my tummy...)", "pieceoBolitix (politics with a soft B)" oder "c-word (culture, copyright, copyleft)".
    [in inglishhh btw bemerkt übrigens nicht etwa, weils nur très chic wäre, sondern weil das Gros der Beiträge tatsächlich in der lingua france geschrieben wird.]

    Dass zum blog- bzw. netzkulturgerechten Angebot auch regelmässig kommentierte Ankersammlungen (ruff linkage) wie diese hier gehören, ist sozusagen nur ein weiteres Sahnehäubchen auf der (ungeachtet aller guten bzw. berechtigten Vorsätze, nach seit Januar 2003 nahezu pausenlos betriebener Bloggerei mal eine Auszeit zu nehmen) nach wie vor fast täglichen pp-Tortenlieferung.
    Aber immer noch nicht alles, was Jan Zuppinger auf Pieceoplastic zu bieten hat.

    Nun, da es hier aber eher ums Anfixen als ums Romaneschreiben geht: Vielleicht einfach mal selbst reinschauen und erkunden, wohin die weitverzweigten Seiten führen.*
    Weiter auf jeden Fall...

    * Bequemer Weg, um gleich auf einen Blick auf mehrmehrmehr zu stossen: die pp-Plattform, wo findige LeserInnen übrigens auch gleich die nächste oder übernächste SBAW-Empfehlung entdecken werden.


    Von miss.gunst am 15.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.11.05

    ArtCast (SBAW)

    ac_logo.gifBeginnen wir die Woche doch gleich mal mit der freudigen Erfüllung einer Selbstverpflichtung aus der letzten: Genau, da war das Vorhaben, angeregt von den für kommendes Jahr angekündigten Swiss Blog Awards (SBAW) peu à peu ein paar der netten Nachbarn aus der Schweizer Blogosphäre vorzustellen, die dem Medium ans pochende Herz gewachsen sind.
    Als da wäre beispielsweise: ArtCast aus Basel - aktuell übrigens mit einem Interview mit Bruce Sterling, das anlässlich des tweakfest geführt wurde und mithin ebenfalls Anschlüsse an einen Eintrag der letzten Tage bietet.

    ArtCast ist - und hier zitiert das Medium zunächst einfach mal die Selbstdar- bzw. vorstellung des Projekts (in brav vom Medium vorgenommener deutscher Übersetzung) - sogar noch etwas mehr als ein Blog, nämlich

    ein Podcast, das über Kunst in allen ihren Erscheinungsformen berichtet. Wann und wo auch immer sie anzutreffen ist: In Gesprächen mit KünstlerInnen, GaleristInnen, SammlerInnen, KuratorInnen u.a.m., live oder über's Netz.
    Wir produzieren auf Deutsch, Französisch oder Englisch, was halt jeweils passt.

    Zu den GesprächspartnerInnen bzw. Interviewten gehörten bislang neben dem bereits erwähnten Bruce Sterling unter anderem die Malerin Pola Dwurnik, der Musikmanager und -Produzent (und allstar) Malcolm McLaren, der Regisseur Wim Wenders, der Künstler und Sammler Gottfried Honegger, der Kurator Hans Ulrich Obrist und DJ Spooky, aber auch Berichte zur diesjährigen Art Basel inkl. Voltashow, mit denen ArtCast diesen Juni an den Start gegangen ist.

    Beim ArtCast-Team handelt es sich übrigens um zwei echte Profis: Geführt werden die Interviews von Barbara Strebel, die sich u.a. schon Mitte der Neunziger (also zu einer Zeit, als im Betriebssystem nicht wenige unter "Netz" noch immer wahlweise eine Einkaufstasche oder ein Gebilde verstanden, mit dem sich ältere Damen das Haupthaar zusammenhalten - jedenfalls etwas, das mit Kunst nie und nimmer etwas zu tun haben kann. Doch, das war wirklich so...) umtat, den Schweizer Ableger des damals gerade von BBS aufs WWW umsteigenden Kunst-Netzwerks The Thing Net zu begründen (mehr dazu bei Thing.de). Und folglich mittelbar zu denen zu zählen ist, denen wir heute so etwas wie die Existenz von xcult.ch verdanken.

    Produziert und meistens auch anmoderiert werden die ArtCast-Beiträge wiederum von Patrick Tschudin, der den meisten LeserInnen als Journalist und Radiomacher - und als Blogger bekannt sein dürfte. Nämlich über infamy oder über sein eigenes Radio-Blog, Radio 2.0.

    Aber da wären wir, hoppla, natürlich schon in der weiteren Nachbarschaft und vielleicht eben auch bei weiteren echten SBAW-Kandidaten angelangt...


    Von miss.gunst am 14.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.11.05

    interfiction 2005 (Learning from...)

    ifi_logo.gifOb das schon wieder ein Wink mit dem Pausenzeichen wird, ist noch nicht ausgemacht. Auf jeden Fall passt dieser Eintrag doch bestens in das eigentlich gar nicht so geplante Wochenthema "Festivals: Heute (noch) hier, (bis) gestern dort, statt nächste Woche nächstes Jahr..."

    interfiction ist zwar kein Festival, sondern eine Workshop-Tagung zur Medien- und Netzkultur. Findet aber seit 1995 alljährlich im Rahmen des Kasseler Dokumentarfilm und Videofest statt.

    Letzteres geht heuer bereits in sein 22. Jahr und das mit einem satten Angebot an (na, was sonst) Filmen und Videoprogrammen, Ausstellung(en) und eben auch der interfiction-Tagung.

    Die ist diesmal dem Thema "Learning from...? Lernen von/mit/in Medienkulturen" gewidmet. Klingt nach dröger Pädagogik? Eben nicht. Ein Ankerpunkt ist zwar der allgemeine Hype ums E-Learning, gefragt sind aber neben dessen spezifischen Potentialen (inkl. Risiken und Nebenwirkungen) für das Feld der Künste eher eigenwillige Annäherungen aus der Perspektive der Kunst. Und, wie der Untertitel schon andeutet, ganz generell ein weiter gefasster Blickwinkel auf das, was Lernen von, mit und in Medienkulturen heissen kann.

    Dem entsprechend haben die TeilnehmerInnen nicht nur Präsentationen von EL-Applikationen im Gepäck. Sondern werden sich zB auch Überlegungen zu dem widmen, was Sie schon immer über Sex und Suchmaschinen wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.
    Und gleich zum Einstieg heute abend steht ein Superfactory-Mini-Workshop inkl. Anleitung zum DIY-Bau von Mini FM-Kits auf dem Programm.

    Das ist zwar gut gefüllt und mit dem gesamten Festival drumherum wird es wohl kaum Zeit zum Däumchendrehen zur Verfügung stehen. Aber falls zwischendurch zufällig doch Gelegenheit zum Bloggen sein sollte, gibt's vielleicht sogar einen kleinen Live-Bericht...*

    * Wenigstens mit den Öhrchen selber dabei sein geht aber auch: einfach den Stream strömen lassen. Ist aber, klar, nicht mal die halbe Miete so.

    Von miss.gunst am 11.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

    10.11.05

    Nur für Bübchen (Junggesellen)

    Also gleich vorab: Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht.
    Der 1. Junggesellenpreis für Netzliteratur soll zwar offiziell tatsächlich nur an ebensolche vergeben werden.
    Wie aus gut unterrichten Quellen zu vernehmen ist, werden beim Rahmenprogramm aber auch weibliche Exemplare der Gattung zugelassen sein. Und zwar nicht nur (z.B. zünftig mit Bunny-Öhrchen und -Pürzelchen ausgestattet) auf der Bühne, sondern auch im Publikum.

    Die Preisvergabe findet nämlich nun im Zuge eines Festivals statt, das auf den vielversprechenden Namen "Code - Interface - Concept" hört und bereits gestern abend im Stuttgarter Literaturhaus begonnen hat.

    Drei Tage lang (noch bis zum 11.11.05) geben einander dort namhafte Netzkultur-ExpertInnen wie Sabine Breitsameter, Florian Cramer oder Thomas Dreher, KünstlerInnen wie Cornelia Sollfrank oder das Duo jodi und natürlich Netzliteratur-Autoren (hier nun keine -Innen, des "Nur-für-Bübchen Kodex'" wegen) wie Alban Nicolai Herbst das Mikrophon in die Hand.

    Dass es ein derart leckeres und kompetent kuratiertes Programm zur elektronischen Kultur in einem Haus gibt, das sich primär der Gutenberg-Galaxie verschrieben hat, darf nicht weiter wundern. Zusammengestellt wurde es nämlich von Johannes Auer vom netzliteratur.net, der schon seit einigen Jahren dort für entsprechende Veranstaltungsreihen verantwortlich zeichnet.

    Nur die Sache mit dem 1. Junggesellenpreis für Netzliteratur bleibt - Duchamp hin, Junggesellenmaschinen her - ein bisschen bizarr.
    Anders gesagt: Auch mit dem eifrigsten Winken in Richtung Kunstgeschichte lässt sich der Blähdunst einer schlechten Stammtischidee nicht wirklich vom Tisch wedeln.
    Auf der Mailingliste rohrpost jedenfalls verteidigte Auer seinerzeit die Ausschreibung mit dem ernsthaften Argument, es gebe ja schliesslich auch einige Preise, die explizit für Künstlerinnen (mit kleinem i), also ebenfalls auf eines der beiden Geschlechter limitiert seien.

    Dass ebendiese Ausschreibungen erst als Reaktion auf die nur scheinbare Geschlechterneutralität vieler anderer Wettbewerbe erfolgt sind (und in der Regel weder besonders gut dotiert sind noch allgemeine Anerkennung geniessen), scheint er dabei geflissentlich übersehen zu haben. Jedenfalls ist es sicher kein Erfolg versprechendes Rezept eine Exklusion mit einer anderen kompensieren zu wollen. Weder so noch so.

    Das cyberfeministische Verfahren, eher parodistisch zu agieren (Cyberfeministin kann jede/r sein - und warum sollte es so schwer sein, sich einen weiblich klingenden KünstlerInnen-Namen zuzulegen, um zum Beispiel auf dem Mars ausstellen zu können?) dürfte jedenfalls besser funktionieren. Schade nur, dass Connie Sollfrank keine Zeit gehabt hat, in Anlehnung an ihre Female Extension für die Hamburger Kunsthalle einfach ein paar eifrige Junggesellen-Netzliteraten zu programmieren. Aber wer weiss, vielleicht sind bei den Einreichungen ja doch welche dabei?

    Von miss.gunst am 10.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

    09.11.05

    tweakfest

    Heute und morgen (09./10.11.05) findet nun also in Zürich das tweakfest statt. Und das Medium ärgert sich schon fast, von den alten Heimseiten, die letztes Jahr als Vorschau ins Netz gestellt worden waren, keine Standbilder geschossen zu haben.

    Was nämlich damals dort ziemlich vollmundig angekündigt wurde, war sozusagen die Neuerfindung des Medien-Festivals schlechthin - eine Veranstaltung, welche die Crème de la crème aus High Tech-Forschung, Design, Kunst und Kommerz, pardon: Kreativwirtschaft und E-Business zusammenbringen sollte.

    Genau genommen kann man aber auch jetzt noch einen (Vor-?, Nach-?)Geschmack davon bekommen, indem man auf den aktualisierten Heimseiten die Rubrik "tweakfest" aufruft (bzw. einfängt, weil sie nämlich mit grausigem Flash-Geflutsche funktioniert und nur widerwillig zur Anzeige zu bringen ist).
    Da steht gleich vorweg in wirklich schlimmstem Agenturpraktikanten-Denglisch unter dem Titel ("visions of digital life style") etwas von "Keynote-Referaten", "Showcase-Präsentationen" und "BreakOut-Sessions" (sic!) zu lesen, *autsch*.

    Kurzum, es braucht einige Überwindung, um das Ganze nicht für eine drittklassige Werbeveranstaltung von Staubsaugervertretern für Staubsaugervertreter ("Unser neues Modell mit einem Display, das Ihnen die Staubbeutelfüllung automatisch anzeigt! Die Zukunft des Staubsaugens!") zu halten und gleich wegzuschalten.

    Hat man die aber erst einmal aufgebracht (schliesslich steht da auch etwas von "digitaler Kultur" und davon, dass interessieren soll, was in/mit verschiedenen Branchen dieses verästelten Bereichs beschäftigte Menschen voneinander lernen können - und das ist zweifellos interessant), lässt sich mit Blick auf das zweitägige Programm schnell Folgendes feststellen:

    Es handelt sich um eine vom Aufbau her eher durchschnittliche, und insbesondere mit Blick auf die Themenpaketen und ihre Füllung eher leidlich gut zusammengestellte Veranstaltung, auf der man sicher keine Sensationen gewärtigen und vielen bekannten Gesichtern begegnen wird, die dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch bei ihren bekannten Schwerpunkten bleiben werden.

    Gerade eben deshalb kann das Hingehen aber durchaus lohnen. Am heutigen Mittwoch (09.11.05) ab 19.00 Uhr und am morgigen Donnerstag (10.11.05) ab 17.45 Uhr sind (optisch in hoffnungsfroh stimmendem Grün markiert) die Beitragenden aus dem Bereich Kunst, Kultur, Architektur und Design dran (bzw., in tweak-Tenor: die "Creatives") - darunter die ehemalige transmediale-KoKuratorin Susanne Jaschko, die KünstlerInnen Cornelia Sollfrank und Hans Bernhard von ubermorgen.com.

    Und morgen - blau markiert und damit "Professional" (als ob das die anderen, namentlich die KünstlerInnen nicht wären...) - ab 13.30 Uhr gibt es ausserdem einen Schwerpunkt zum Thema Urheberrechte.

    Stattfinden wird das Ganze wohl in der HGKZ Zürich, und zwar... also, ehrlich gesagt, ist das Medium jetzt gerade zu faul, auf den flutschenden Seiten nach der präzisen Angaben zum Ort des Geschehens zu suchen, die scheinbar ziemlich gut versteckt worden sind.
    Aber vielleicht werden sie auch erst beim Erwerb des/der Tickets verraten?
    Die sind nämlich pikanterweise in drei Farben bzw. Preisklassen unterteilt:

    Corporate 580,00 CHF
    Professional 75,00 CHF
    Creative 25,00 CHF

    Da das nun nur drei Farben sind - im Programm gibt es nämlich mit der Spezialkategorie "Media" (richtig: als wenn die anderen drei nichts mit Medien zu tun hätten, wo genau das doch der kleinste gemeinsame Nenner sein sollte) vier, beziehen sich die Farben-Kategorien hier wohl auf das Selbstverständnis der KartenanwärterInnen und nicht auf einzelne Sektionen.
    Was folglich quälende Selbstbefragungen auslösen könnte: Verrate ich niemanden, dass ich eine professionelle Künstlerin bin und spare gleich mal 50 Franken?

    Wie auch immer.
    Wer sich von solchen Kleinigkeiten nicht abhalten lässt (an denen nicht ganz so kreative Professionelle / professionelle Kreative wie die tweakfest-Texter und -Planer möglicherlicherweise schon scheitern, bevor sie den Ort des Geschehens betreten haben???), könnte durchaus auf seine Kosten kommen.
    Nur eins scheint schon im Vorfeld ziemlich klar: Einen Ersatz für die ausgefallene/verschobene VIPER kann das tweakfest so (noch) nicht bieten.*

    *(Ja, das Medium ist sich darüber klar, dass man diesen letzten Satz recht unterschiedlich interpretieren kann. Er ist aber, in beide Richtungen, von ehrlichem Wohlwollen getragen. Zu viel Medienkulturvermittlung kann es, auch auf ein überschaubares Gebiet wie die Schweiz gerechnet, so schnell nicht geben. Sicher nicht.)

    Von miss.gunst am 09.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (2)

    08.11.05

    Swiss Blog Awards (SBAW)

    sba_m.gifMindestens in der Schweizer Blogosphäre lässt sich diese Meldung nicht mehr als sensationelle Neuigkeit unter die Leute bringen - aber das Medium fühlt sich natürlich trotzdem zu einer Mitteilung verpflichtet:

    Im kommenden Jahr soll es erstmals auch Swiss Blog Awards geben.

    Gerade die Mischung aus einem vergleichsweise übersichtlichen regionalen Radius einerseits und andererseits dem Wissen darum, dass über dieses Feld selbst - allein schon der Sprachenvielfalt und natürlich auch deshalb, weil es von immer mehr eifrigen BloggerInnen bestellt wird - eben doch nicht so einfach eine Übersicht gewonnen werden kann, macht das Ganze schon zu einer recht spannenden Sache.

    Nun: Aus HOME MADE-Perspektive ist es sicherlich keine falsche Bescheidenheit, etwaigen eigenen Ehrgeiz hinsichtlich des Wettbewerbs eher hintan zu stellen.

    Wozu dieser aber ganz klar anspornt, ist: Sich erstens überhaupt mal eine besseren Überblick über die Szene zu verschaffen (ein Anker zu blog.ch als ausgelagerte RSS-Feed-Aboseite deckt zwar schon einiges ab, wenn man hin und wieder Schlagzeilen lesen geht und der einen oder anderen folgt). Und zweitens die pesönliche Hitparade etwas systematischer anzulegen (denn wenngleich die Swiss Bloghits eine feine Einrichtung sind, sähen/sehen die des Mediums natürlich völlig anders aus).
    Drittens und wichtigstens, quasi als Essenz aus den beiden erstgenannten Punkten: Die netten Nachbarn, bei denen das Medium nicht nur häufiger vorbeischaut, sondern auch mitliest, an dieser doch ohnehin denkbar geeigneten Stelle etwas ausführlicher vorzustellen. Anstatt sie, wie bisher meist der Fall, mit lässigem Ankerwurf bloss mal nebenbei freundlich zu erwähnen.

    Zum Behufe der Verfolgung dieses guten Vorsatzes hat das Medium jedenfalls schon mal ein entsprechendes Kürzel (SBAW)* angelegt, das spätere Suchmaschinchen-Abfragen entsprechend erleichtern soll.
    Also dann...

    sba_g.gifAch so, vielleicht sollte abschliessend noch erwähnt werden, was an sich selbstverständlich ist:

    Alles Wissenswerte zu den Swiss Blog Awards ist selbstredend auf der entsprechenden Heimseite nachzulesen. Oder mindestens einiges davon, denn die ist noch im Aufbau begriffen und kann - zum Beispiel zur Übersetzung der Texte in die diversen Landessprachen - sicher noch tätige Mithilfe gebrauchen.
    Für die gemeinschaftliche Vorbereitung des grossen Tags wurde eigens auch ein SBA-Wiki angelegt.

    Und es gibt auch schon drei schicke Buttons (s. oben, mitte, unten), dem wirklich gelungenen Design der Heimseite nachmpfunden.
    sba_k.gif
    Ausgerechnet der kleine schmale, der sich vom Format her in der eigenen Titelseitenseitenspalte so gut machen würde, blinkt allerdings ein bissel blöd vor sich hin. Da zaudert das Medium momentan noch etwas mit dem Einbau. Aber mal sehen. Später vielleicht.

    * OK, da stand bis eben SBA, weil das Medium mehr zu Kürzeln mit drei Buchstaben neigt (auf drei können selbst Medien schlichten Gemüts zählen). Auch wenn es die eher unbeliebte nachträgliche Korrektur des Eintragstitels nötig machte: Natürlich ist es besser, das bereits von den Swiss Blog Awards selbst gewählte Kürzelchen zu nehmen.

    Von miss.gunst am 08.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.11.05

    soundmaps

    Natürlich möchte das Medium mitnichten den Erkundungsstreifzügen durch die reich gefüllten Archive von runme.org vorgreifen, zu denen der gestrige Eintrag animieren wollte.
    Zumal sich in diesem Zuge auch so einige Projekte (wieder-)entdecken lassen, die es der geneigten Leserschaft bereits an anderer Stelle ans Herz zu legen versuchte: Zum Beispiel das micromusic.net (dem im Hinweis auf Role Model resp. LittleSoundDj zugewunken wurde) oder die grossartige Glitch Art von Tony Scott (seinerzeit in einem Eintrag diesen August beworben).

    Da jedoch ausgerechnet einer der aktuellsten musikalischen Eingänge ins runme.org-Archiv noch gar nicht unter den einschlägigen Kategorien und Stichworten gelistet bzw. aufzufinden ist, soll es nun noch eine Extra-Empfehlung geben.

    Unter den Neuzugängen der letzten Monate befindet sich nämlich eine Anwendung, die man selbst Menschen, welche in Sachen Installationen sonst eher schüchtern sind, guten Gewissens auf die Platte schicken kann: soundmaps von Jan de Weille.

    Einfach herunterladen, entpacken, dann (ok, genau das, was man sonst mit unbekannten Präsenten nicht machen sollte) ein Doppelklick auf die Echse. Und schon fängt der Desktop an zu musizieren.
    Das klingt dann in der MIDI-Variante beispielsweise so.

    Und funktioniert, um mal aus dem Beipackzettel zu zitieren, im Hintergrund folgendermassen:

    The sound you hear is determined by the part of the desktop bitmap at the center of the screen with a size of 342 x 150 pixels. On this part of the screen, 6 sound windows are positioned. In mode 3 & 4, these windows correspond to 6 instruments.

    Mode 1: (Kritsj) Raw bitmap data is send to
    the sound card.

    Mode 2: (Kratsj) Frequency to time domain
    conversion is carried out before output to
    the card.

    Mode 3: MIDI kind of instrumentalisation
    using harps and banjos in dodecatonic scale.

    Mode 4: (Classic 1) A blues chord progression
    is imposed to pianos and a bass.

    Mode 5: (Classic 2) A walse in heptatonic
    scale

    Mode 6: (Allmost nix) Does not do too much.

    Ist doch schön, oder?
    Einziger Wermutstropfen: Leider, leider bislang nur fürs Kleinweich-Betriebssystem zu haben.

    Kleiner Trost:
    Wer als MAC-NutzerIn kein eigenes Desktop-Dudel erzeugen darf, kann sich gelegentlich die zugehörige EP "Best of Windows" zu Gemüte führen.*
    Ist ja vielleicht auch ein Ansporn, selbst loszulegen und eine soundmap-Applikation für den Rest der Welt auszutüfteln...

    * Das Medium verrät natürlich noch gern die persönlichen Favoriten, als da wären die Ode to Terry Riley und (muss sozusagen schon aus internen Referenzgründen sein) die das chez UBU gehostete Original definitiv toppende Variation auf JB's JaJaJa NeeNeeNee.

    Von miss.gunst am 07.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.11.05

    runme.org

    runme.gifGestern und vorgestern (04./05.11.05) hat in Dortmund, weil heuer unter den Fittichen des hartware medienkunstvereins, readme100 stattgefunden, die vierte Ausgabe des gleichnamigen Festivals für Software Art.
    Dem als solchem natürlich - vor Ort vorbei - an dieser Stelle nur hinterherzuwinken ist.
    Aber erfreulicherweise liegt es in diesem Fall sozusagen in der Natur der Sache, dass dabei (gewesen zu) sein nicht alles ist.

    Zwar gilt letzteres durchaus für die zahlreichen Live-Präsentationen, Vorträge und Konzerte, für die sich ersatzweise allenfalls auf die Heimseiten einiger TeilnehmerInnen verweisen lässt. Allen voran vielleicht auf plagiarist.org mit den Projekten von readme100-Mitorganisatorin Amy Alexander (wie z.B. der überaus nützlichen Desktop-Applikation scream oder dem netsong-Engine, das auf Stichwort-Eingabe Soundfiles apportiert. Und ansonsten auch so Einigem aus dem thematischen Umfeld der Digitalen Allmende). Oder auf die ihres Mitstreiters und net.art-Veteranen Alexej Shulgin, der schon seit bald zehn Jahren (*ächz*, wie die Zeit vergeht) als 386 DX-Luftgitarrist die Bühnen des Betriebssystems rockt. Oder, um auf dem Umweg über die HGKZ ein bisschen Heimatverbundenheit herzustellen, auf die von sCrAmBlEd?HaCkZ! von Sven König - die nochmal eine ganz andere Alternative im Umgang mit DRM offerieren. Würde schnell eine lange Liste - allerdings eben mit Projekten, die getrost mal an anderer Stelle einen eigenen Eintrag im HOME MADE-Log bekommen können.

    Der springende Punkt an Software Art ist jedoch, dass die Performance idealerweise auf dem eigenen Rechner stattfindet bzw. die von den KünstlerInnen geschriebenen Progamme ebendort ebendort installiert werden wollen.
    Nun zählen die, wie man sich denken kann, gerade nicht zu den Standards, die bei Erwerb eines Noname- oder Markenrechners im Preis enthalten mitgeliefert werden. Und auch auf den üblichen Share- oder Freewareseiten wird man eher vergeblich nach solchen Anwendungen suchen.

    Eben deshalb gibt es runme.org, eine von den Festival-Mitveranstaltern und ihrem Netzwerk (in persona: Amy Alexander, Olga Goriunova, Alexei Shulgin und Alex McLean) organisierte Plattform, die in dieser Hinsicht keine Wünsche übrig lässt.

    runme_g.gifSortiert und dementsprechend auffindbar sind die Projekte dort übrigens nicht nur nach Kategorien (auf der Liste selbstredend auch für FreundInnen der code music besonders Interessantes wie algorithmic audio).
    Zusätzlich wird schon auf der Startseite eine sehr inspirierende Wolke aus Schlüsselbegriffen angeboten, die sich als Keyword-Liste auch alphabetisch abgrasen lässt.
    Dort nun kann man sich natürlich ebenfalls gleich auf Naheliegendes wie "musical" oder "MIDI" stürzen. Woraufhin die interne Datenbank brav ergiebige Listen mit Projekten ausspuckt.
    Aber warum nicht einmal nach etwas geheimnisvolleren Assoziationsspickern wie "serendipitous" oder "glitch" die Anker auswerfen?

    Wie auch immer die Wahl ausfällt - die Materialausgabe dürfte auch ehrgeizige InstallateurInnen für einige Tage beschäftigen.
    Aber keine Sorge. So gut sich das jetzt angeboten hätte - als Sendepausenzeichen ist dieser Eintrag nicht gedacht. Auch wenn das Medium gut und eine brauchen könnte, um Gelegentlich mal seine diversen Reiseköfferchen auszupacken, in denen natürlich weitere Trouvaillen auf ihre Vorstellung warten...

    Von miss.gunst am 06.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.11.05

    Late Shift mit Knowbotic Research

    Klappt jetzt nurmehr als Eilmeldung und steht in harter Konkurrenz zur ebenfalls für den heutigen Donnerstagabend empfohlenen Veranstaltung zur Digitalen Allmend:
    Knowbotic Research gibt sich und uns im Rahmen der Reihe Late Shift die Ehre.

    Der Eile halber zitieren wir i.F. bequem aus der Ankündigung:

    Die Intervention Passion5 von Knowbotic Research beinhaltet verschiedene, teils konträre Ebenen: Einerseits reflektiert sie politische Kultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts und zeigt dabei ihre Grenzen auf. An einem Arbeiterumzug aufgenommene Sprechchöre mutieren zum blossen Sound, der von einer um das Gebäude kreisende Strassenreinigungsmaschine emittiert wird. Parallel dazu wird ein Mikroingenieur der EPFL Lausanne damit beauftragt, in der Giessereihalle einen selbst gesteuerten Flugroboter zum Fliegen zu bringen. Das mit einem Kameraauge ausgerüstete Gerät dreht seine Runden ausserhalb des Labors als eine Art mobiler Scanner, der gleichzeitig Sympathieträger und Überwacher ist.
    Passion5 ist eine atmosphärische Installation, die um verschiedene Formen von Leidenschaft kreist: Die Leidenschaft des Demonstrierens im öffentlichen Raum als Form tradierten Protestierens sowie die Leidenschaft des Forschens, repräsentiert durch einen Wissenschafter, der in spielerischer Neugierde Systeme entwickelt, die sich gut zur Überwachung und Optimierung der Sicherheit in öffentlichen Zonen eignen.

    Zitatende. Quelle und dazu noch ein Text von Giaco Schiesser (HGKZ) hier.

    Aussderdem:
    Download Passion5 Klingeltöne: www.1may.ch
    (Eben noch flink ausprobiert. Hartes Brot. Helfen sicher beim spontanen Freundschaftenschliessen, je nachdem, wo man sich dann so anrufen lässt...)

  • Die Daten:
    LATE SHIFT 5/5
    Knowbotic Research im PULS 5
    Giessereistrasse 18
    CH-8005 Zürich
    Donnerstag, 03.11.2005 um 20:00 Uhr

    Von miss.gunst am 03.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    Digitale Allmend

    allmend.gifFrüher bezeichnete man als Allmend(e) beispielsweise jenes Fleckchen Erde in einer Dorfgemeinschaft, das allen gehörte: Jeder konnte dort seine Tiere weiden lassen, die Äpfel von den Bäumen pflücken oder das Fallobst holen gehen - je nach Bedarf. Gehegt wurde die Allmende ebenfalls von allen.
    Im digitalen Zeitalter hat dieser Begriff, der sich historisch zunächst einmal auf materielles Gemeingut bezieht, eine neue und politisch brisante Bedeutung erlangt: So zentral er zunächst für die Netzkultur scheint beziehungsweise ist, so umstritten ist das, was er umfassen sollte.

    Letzteres hat nicht zuletzt mit der Rechtslage zu tun: Die ist, beispielsweise was Urheberrecht und Verwertungsrechte betrifft, noch immer von Land zu Land verschieden - während man es in der Netzkultur mit einem Raum zu tun hat, der mindestens potentiell und hinsichtlich der Zugriffsoptionen wortwörtlich von internationaler Ausdehnung ist.

    Während dies wiederum ganz neue Möglichkeiten für die Schaffung, Bewahrung und Verfügbarkeit von Allgemeingut ergibt, stehen dem insbesondere von der Unterhaltungsindustrie verfolgte kommerzielle Interessen entgehen: Nur was limitiert ist, lässt sich auch teuer verkaufen.
    Bemühungen um sogenannte internationale Rechtssicherheit, die von jener Seite zunehmend erfolgreich angestrengt werden, dienen jedenfalls, anders als gern behauptet, mitnichten in erster Linie den AutorInnen. Die ihrerseits oft gar nicht so genau wissen, wie bzw. dass sie ihre Rechte wahren und zugleich zu den Creative Commons beisteuern können, aus denen sie ja auch selbst kontinuierlich schöpfen. Kurzum, es gibt Informationsbedarf.

    In der Schweiz ist in Sachen Creative Commons schon länger eine entsprechende nationale Initiative aktiv, die sich vor einigen Monaten auch an verschiedenen Medienkulturorten vorgestellt hat - unter anderem im Basler [plug.in], das eigentlich regelmässig Veranstaltungen zum Thema anbietet (siehe auch das Archiv zur Reihe copyleft mit weiterführendem Material).

    Wer nun aktuell noch mehr über das komplexe Thema Digitale Allmend(e) wissen möchte, dem sei die gleichnamige Veranstaltungsreihe empfohlen, die derzeit Daniel Boos, Judith Friedau und Thomas Bader in der Zürcher Roten Fabrik organisieren.

    Nach der ersten Veranstaltung am 20.10. mit Einführungen zum Thema Urheberrecht und alternative Lizenzen soll es am heutigen Donnerstag abend (03.11.05) um "Wissen in der digitalen Allmend: Software, Wikipedia und Blogs", zu Gast sind Markus Dapp von The Alternative (Achtung: Anker funktioniert gerade nicht, aber existiert), Christian Seidl, der bei der Wikipedia mitarbeitet, Michael Lechner, ein Apache Lenya-Mitentwickler sowie Sandro Feuillet vom ignoranz.ch-Blog.

    Hintergrundinformationen zur Veranstaltungsreihe, Beiträgen und Beitragenden sowie der Intiative Digitale Allmend auf deren Heimseite.

  • Die Daten:
    Digitale Allmend
    am 03.11., 17.11. und 01.12.2005
    jeweils um 20.00 Uhr
    in der Roten Fabrik Zürich

    PS: Besonders interessant aus HOME MADE-Perspektive dürfte natürlich die Veranstaltung werden, die für den 17.11.05 angesetzt ist.
    Da steht "Kultur in der digitalen Allmend: Podcasting, Creative Commons und Musik" auf dem Programm.
    Mit Markus Koller von starfrosch, Andrea Pastoni von alpinechic sowie Marc Widmer und Jonas Öhrström von sonicSQUIRREL - genau, das tönende Eichhörnchen, über in diesem Log ja bereits berichtet wurde.
    Setzen wir im Kalender selbstredend auf Wiedervorlage, den Termin...

    Von miss.gunst am 03.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.11.05

    History of Electronic Music

    Einerseits ist es ein bisschen peinlich, schon zum zweiten Mal innert kurzer Zeit mit einer Empfehlung zu winken, deren Gegenstand findige LeserInnen mit einschlägigen Interessen bereits andernorts entdeckt haben dürften.
    Andererseits: Nach der doch schon ein wenig erschütternden Meldung des gestrigen Tages darf es heute einfach einmal etwas Handfestes sein.

    Natürlich gibt es jede Menge guter Quellen im Netz, an denen man wertvolle Informationen zur Geschichte der elektronischen Musik schöpfen kann.
    Allen voran etwa die liebevoll aufbereiteten und auch mit weiterführenden Verweisen ausgestatteten Seiten der "120 Years of Electronic Instruments" bei obsolete.com beispielsweise.

    Vor ein paar Tagen aber wies der sonst bekanntlich eher für die Gegenwart(saspekte) der elektronischen Kultur zuständige De:Bug-Blog auf eine, oder genauer gesagt: zwei echte Preziosen hin, die sich auch die interessierten LeserInnen dieses LogBuchs sicherlich gern zu Gemüte führen werden.

    Das allerbeste daran: Die eigentliche Quelle ist ein Blog, der genau besehen sowieso schon längst an dieser Stelle vorgestellt gehört hätte, weil er nämlich so gut wie täglich echte Schmankerln liefert - WFMU's Beware of the Blog. Während der zugehörige Radiosender demnächst mal als Webradio-Tipp wiederbegegnen wird (eins-nach-dem-anderen, und da sind derzeit schon auch noch andere Kandidaten in der Warteschleife), bescheiden wir uns heute aber brav auf das, was der Titel dieses Eintrags verspricht.

    Nämlich einen Ankerwurf auf einen (ebendort ebenfalls gerade erst vor ein paar Tagen erschienenen) Eintrag, in dem zwei Teile eines seinerseits bereits mit entsprechende Patina schillernden Vilmchens zur History of Electronic Music vorgestellt werden.

    Ein echtes Vergnügen und ein unterhaltsamer Ausflug in die Mediengeschichte obendrein.

    Von miss.gunst am 02.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.11.05

    VIPER (nicht so glücklich)

    Nein, hier geht es nicht um ein Reptil, sondern natürlich um das gleichnamige Festival für Film, Video und Neue Medien. In diesem Jahr hätte es - 1980 in Luzern gegründet, seit 2000 in Basel zuhause - mit seiner 25. Ausgabe eigentlich auch ein entsprechendes Jubiläum zu feiern gehabt.
    Aber zum Feiern ist offenbar niemandem zu Mute.

    Die Gerüchteküche brodelte schon seit längerem, und dass knappe drei Wochen vor dem eigentlich anberaumten Festivaltermin (17. bis 21.11.2005) nicht einmal selbiger auf den VIPER-Webseiten zu lesen war, nährte ebenfalls ungute Gefühle.
    Gut: Angesichts der Tatsache, dass die Festivalleitung das Programm auch 2004 erst kurz vor knapp veröffentlicht hatte, musste letzteres eigentlich noch nichts heissen. Gestern jedoch kam dann die Meldung*, die traurige Gewissheit schuf: In diesem Jahr wird es keine VIPER mehr geben.
    [* Nachzulesen im Wortlaut - nein, bislang nicht etwa auf den VIPER-Heimseiten, sondern bei den KollegInnen von regioartline.org.]

    Nun, zunächst einmal lautet die offizielle Parole: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben bzw. aufgegeben. Es fehle schlicht und einfach an finanzieller Sicherheit, genauer gesagt an 120.000 CHF plus n.

    Zweifellos ist es für ein Festival nicht zu verantworten, sehenden Auges in die Verschuldung zu gehen. Aber liegt es wirklich allein am Geld? Und wenn ja, wäre es denn nicht möglich gewesen, ein wenig bescheidener zu planen?

    Keine einfache Frage: Sicher gibt es Festivals, die auch mit geringeren Mitteln einiges auf die Beine stellen. Allerdings hat es sich in der Kultur immer wieder als fatal erwiesen, allen beweisen zu wollen, dass man es 'trotzdem' schaffen kann: So etwas merken sich auch Sponsoren - und schon läuten wieder die Glocken für die armen KünstlerInnen, die gerade aus dem Leiden am Existenzminimum heraus doch immer wieder so Grossartiges zu Wege bringen. Dass sich diese Mär gerade in vergleichsweise reichen Ländern solcher Beliebtheit erfreut, ist schlicht und ergreifend schändlich. Mal ganz allgemein gesagt.
    Im konkreten Fall der VIPER lässt sich freilich nicht allein mit solchen Weisheiten winken. Für 2005 gab es sehr wohl noch einen recht ansehnlichen Etat, und mit diesem auch die Verpflichtung, ein Festival auszurichten.

    Ob zum annoncierten Termin im kommenden März und unter welchen Konditionen die 25. VIPER stattfinden wird, scheint jedenfalls doch noch offener, als es der halb verhaltene, halb trotzige Optimismus der VIPER-Medienmitteilung in Aussicht stellt:

    Die Jubiläumsausgabe des VIPER Festivals wird, wenn alles gut geht, vom 16. - 20. März 2006 mit einem spektakulären Programm schweizerischer und internationaler Film- und Medienkunst aufwarten können.

    Im Grunde kann man wirklich nur allen Beteiligten wünschen, dass in diesem Sinne alles gut gehen und werden wird.
    Dass sich die VIPER dringend einmal häuten und strukturell verändern muss, dürfte klar sein. Aber ebenso klar muss sein, dass es nicht um eine Hamlet-Frage gehen darf.
    Sollte die Jubiläumsausgabe Fiktion bleiben oder auch nur die letzte VIPER sein - es wäre ein fataler Verlust. Für die Stadt Basel, für die Schweiz, und für die Kunst.

    P.S.
    Hier noch ein Anker zu einem etwas ausführlicheren Bericht bei persönlich.com.

    Von miss.gunst am 01.11.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)