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05.12.05
Audiovisueller Adventskalender (ALT-X, VTVT )
Adventskalender sind eine Sache, bei der sogar einigermassen weihnachtsresistente Mitmenschen leicht schwach werden können. Das Türchenspiel ist und bleibt spannend - oder bietet, wenn es nur ein einfacher Zuckerl-Kalender sein sollte, doch mindestens jeden Tag ein süsses Vergnügen. Meilenweit besser sind jedoch fraglos die DIY-Kalender, weil sie nämlich gleich zweimal vierundzwanzig Mal Spass machen: Den Beschenkten - und vorab schonmal den BastlerInnen selbst.
Wahrscheinlich gibt es deshalb auch so viele (Anti-)Adventskalender, die zwar mit der Weihnachtszeit nichts zu schaffen haben wollen - aber mit denen trotzdem zur Wichtelsaison eifrig mitgewichtelt wird.
Wie beispielsweise zurzeit bei ALT-X.
Auf dem im weitesten Sinne für Sound zuständigen Teilplateau des Medien- und Netzkultur-Netzwerks, ALT-X Audio, hat es heuer nämlich eine alternative Vorweihnachtszeit-Spezialaktion.
Und zu dieser gehört tatsächlich auch eine Art audiovisueller Adventskalender. Mindestens funktioniert Joe Milutis' "Meta-Sci-Fi-Christmas-Musical" namens (bzw. titels) Don't Drive Today with Yesterday's Maps" nach einem entsprechenden Prinzip: Fensterchen mit der entsprechenden Zahl des Tages suchen, klicken... und schauen, was es dort zu sehen, zu lesen und zu lauschen gibt. Achtung: Auch bei einer ideal schnellen Verbindung braucht es ein bisschen Geduld mit den Ladezeiten - wenn die Fensterlein dunkel bleiben, muss man ein bisschen warten, bis die Glöckchen im Hintergrund klingeln oder die gute Fee in die Gänge kommt. Und dann führen hier und da auch weitere Pfade in die Tiefen der Geschichte.
So richtig weit kommt man bislang naturgemäss noch nicht - aber wir haben ja auch erst den 05. Dezember und in dieser Hinsicht gilt für das multi-mediale Meta-Musical eben doch das strenge Adventskalendergesetz: Eins nach dem anderen, immer brav dem Kalender nach.
Zum Ausgleich bietet die ALT-X Audio-Seite dafür, wie es sich für einen adventlich gedeckten Tisch gehört, noch einige andere Leckereien. Anstelle von Plätzchenteller, Mandelkern und Nüssen, Spieluhr und Lichterkranz findet man beispiels-, nein: genialerweise einen grossartigen Video-Blog.
Der wiederum wechselt wöchentlich und zeigt unter dem vielversprechenden Motto Psych Out "Stella by Starlight", einen in der Tat dezent psychedelisch dahintrudelnden Streifen aus den Beständen der Pharmakopolis Broadcasting Services.
Bei denen es sich (wäre ja auch zu schön, oder?) leider nicht um ein seit den sechziger Jahren florierendes Unternehmen handelt, sondern um ein Videoprojekt, das der Seiten-Betreuer Trace Redell ursprünglich mal für Randall Packers Tel-SPAN network aus der Taufe gehoben hat. Es besteht aus Audio-Video-Remixes, in diesem Fall haben auf wundersame bzw. -bare Weise der titelgebende Track aus Frank Comstocks Album "Music from Outer Space" (1962) mit Bildern aus Ralph Steiners sozusagen nolens volens in dieser Bearbeitung ziemlich präspychedelisch wirkendem Film "H20" (1929, hier ein mpg des Originals aus den wie immer grossartigen ubuweb-Beständen) zusammengefunden.
Dem Medium gefällt diese Alternative zum Türchenöffnen schon sehr. Einziger kleiner Bittermandelgeschmack ist allerdings, dass das Vernügen nur jeweils eine Woche währt - danach wird, anders als beim klassischen Kalender, das leuchtende Fenster ausgewechselt.
Also anschauen, den ab dem 08.12. gibt es dann schon die nächste audiovisuelle Pille Perle aus der Pharmakopolis Broadcasting Services Produktion.
Bildchen:
Joe Milutis, Don't Drive Today with Yesterday's Maps (intro + oben)
Trace Redell, Psych Out (unten)
Von miss.gunst am 05.12.2005 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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