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13.01.06

Fragen Sie Dr. ...

ads_k.gifNein, in diesem Fall nicht den Spezialisten für alles, was pubertierende Jugendliche mit Blick auf ihr aktuelles, vergangenes oder künftiges Sexualleben so bewegt. Sondern, wir bleiben natürlich beim Thema der Woche, einen Fachmann für psychoaktive Substanzen - seien sie nun pflanzlicher Natur oder dem Labor eines Chemikers entsprungen.

Nämlich Alexander Shulgin, wie Albert Hofmann ein Veterane (bzw. in diesem Fall würde man wohl passender sagen: eine Koryphäe) auf dem entsprechenden Forschungsgebiet.

In selbiges eingestiegen mit einem entsprechenden Tune In ist Shulgin wohl Ende der fünfziger Jahre bzw. 1960, als er selbst das erste Mal mit jenem Stöffchen experimentierte, das auch Aldous Huxley durch die Pforten der Wahrnehmung führte, nämlich Meskalin.
Als promovierter Biochemiker beschränkte er sich jedoch weder auf diese Erfahrungen noch auf die Niederschrift seiner Erlebnisse, sondern forschte weiter. Und zwar ziemlich unermüdlich.

Unter anderem mit und über MDMA, das später bekanntlich als als Ecstasy Clubkarriere machen sollte [obwohl - beiseit angemerkt, was Risiken, Nebenwirkungen und Folgeschäden betrifft und insofern nicht eben nebensächlich - letzteres von seiner Zusammensetzung her oft ganz und gar nichts mehr mit MDMA zu tun haben muss. Weshalb u.a. Services wie EcstasyData eingerichtet wurden].

Ingesamt hat Shulgin in den vergangenen Jahren wohl hunderte von psychoaktiven Substanzen synthetisiert (und allem Vernehmen nach auch jeweils am eigenen Leib resp. Bewusstsein getestet), an die zweihundert Patente eingereicht und obendrein weidlich zum Thema publiziert. Wer sich weiters für Texte und Interviews interessiert, dem sei, wie schon häufiger im Zusammenhang mit dem aktuellen Wochenthema, ein Besuch in den Vaults of EROWID und in diesem Fall auf der Shulgin gewidmeten Porträt-Seite empfohlen.

Dort gibt es nicht nur zahlreiche Anker zu Artikeln über Shulgin und Interviews mit dem Wissenschaftler. Sondern auch zwei der Bücher online zu lesen, die er gemeinsam mit seiner Frau Ann Shulgin verfasst hat, nämlich "Phenethylamines I Have Known And Loved. A Chemical Love Story" (kurz: PIHKAL, von 1991) und - sozusagen die Fortsetzung der Liebesgeschichte - "Tryptamines i Have Known And Loved. The Continuation" (kurz: TIHKAL, von 1997).

ads_g.gifAber damit nicht genug. Seit einiger Zeit unterhalten Shulgin und sein Forscherkreis - und damit kommen wir sozusagen zum Eigentlichen dieses Eintrags bzw. zur Aufklärung des auf den ersten Blick vielleicht etwas fehlleitenden Titels - nämlich auch ein veritables Blog, das dem schönen Motto "Ask Dr. Shulgin" folgt und diesem treu tatsächlich als Beratungsmodul funktioniert.
Die Fragestunde als solche existiert zwar schon etwas länger, insofern sie vom 2000 begründeten Center of Cognitive Liberty & Ethics mitinitiiert wurde, zu dessen Advisory Board Shulgin gehört. Mit dem Umzug auf Blogsoftware hat das Ganze jedoch auch medientechnisch eine adäquat aufgestellte Heimat gefunden.

Just in diesen Tagen gibt es allerdings auch Gelegenheit, Shulgin bzw. die Shulgins persönlich kennenzulernen und zu befragen. Tatsächlich sind die beiden nämlich auf dem bereits erwähnten Basler LSD-Symposium zu Gast, wo sie am heutigen Nachmittag (13.01.06, zwischen 16.30 und 18.00 Uhr) für ein Seminar gleichen Titels zur Verfügung stehen werden.

Also denn: "Ask Dr. Shulgin" - live oder in seinem Blog.

Von miss.gunst am 13.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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