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31.01.06

Vernissage TV (SBAW, VTVT)

vtv_k.gifWarum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Zugegeben: NetznutzerInnen können gegographische Distanzen natürlich sowieso weitgehend vernachlässigen.
Trotzdem lässt sich beim Gang in die nähere Nachbarschaft oft noch der eine oder andere Mehrwert abholen. Zum Beispiel auch in Sachen webbasiertes Kulturfernsehen.

Während es bei dem gerade erst vorgestellten culturetv.tv eher Ausstellungen sind, für deren Besuch man sich - jedenfalls, so man in der Schweiz lebt - doch eher ein Flufticket besorgen muss, ist bei Vernissage TV der Weg vom Video zum real besuch- und begehbaren Original in der Regel nicht so weit.

vtv_g.gifDas hat ganz klar damit zu tun, dass dieses Video-Podcast in Basel angesiedelt ist. Vorzugsweise (wenngleich nicht ausschliesslich) stehen daher Kunstereignisse aus der Region im Mittelpunkt der Berichterstattung. Und da dieses Einzugsgebiet nun nicht eben als kulturelle Provinz bezeichnet werden kann, muss man sich um die Internationalität dabei keine Sorgen machen.

So lädt eine der jüngsten Produktionen beispielsweise zu einem Rundgang durch in der vorvergangenen Woche eröffnete Ausstellung von Gustav Metzger in der Basler Kunsthalle ein.

Verantwortlich für Vernissage TV ist ebenfalls ein Profi - sowohl in Sachen zeitgenössischer Kunst(vermittlung) als auch in Sachen WWW: Schon mit seiner in Grenzach-Whylen angesiedelten Galerie hatte sich Heinrich Schmidt in den Neunzigern auf Neuland gewagt, indem er vorzugsweise auf netzbasierte Projekte setzte und hierbei die KünstlerInnen auch technisch unterstützte. Für Vernissage TV hat er sich zunächst mit einem Video-Galerie-Vlog warm gelaufen - das nebenher übrigens nach wie vor betrieben wird.

Mehr über das Konzept verrät er in einem kleinen Gespräch mit Kai Hoelzner, das vergangenen Herbst im vor einiger Zeit schon mal vorgestellten Kunst-Blog erschienen ist.

Das Grundkonzept von VernissageTV besteht darin, das wir zur Kunst selbst nichts sagen.

Hm. Das erinnert einerseits an Gerry Schum, der vor etwa vierzig Jahren mit seinen entsprechenden Idealen im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen gnadenlos scheiterte: Sein Wunsch war es ebenfalls gewesen, die Bilder für sich sprechen zu lassen. Fragt sich allerdings, damals wie heute: Können Bilder wirklich selber sprechen? Oder wenn man das meint: Wer spricht da eigentlich?
Und: Sagen nicht auch manchmal Kamera-Perspektiven ziemlich viel?

Mindestens letzteres lässt sich bei der Sichtung von Vernissage-TV-Sendungen durchaus mit einem deutlichen "Ja!" beantworten. Und das ist auch gut so. Findet jedenfalls: miss.gunst.

Von miss.gunst am 31.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.01.06

relax! (Mein Roboterfreund)

rrrr_k.gifWer jetzt meinte, wegen des gestrigen Webvideofeuilleton-Tipps werde es todernst und tieftraurig in die neue Woche gehen, kennt das Medium aber schlecht.
Natürlich gibt es wieder ein Zuckerl zum Start.

Und das findet sich (von wegen Zuckerl: so gesehen gibt es eine ganze Dose oder jedenfalls eine reichliche Dosis) auf den samt und sonders ziemlich lecker ausgestatteten Seiten von My Robot Friend.

Wem dieser Name noch so gar nichts sagen sollte, darf sich gerne gelegentlich auch mal (im Bereich "Movies" und dann dem Wink in Richtung "Who am I" folgen) den kleinen Clip zu Gemüte führen, in dem sich der Roboterfreund der Menschheit in einiger Ausführlichkeit vorstellt.

rrre_g.gifFür den jungen Morgen eignet sich aber vielleicht doch noch besser eine der jüngeren Produktionen - nämlich jene, die "My Robot Friend" dem Saxophonisten Kenny G. gewidmet hat. Letzterer ist ganz offenbar der grosse Schwarm zahlreicher LiebhaberInnen - nunja, wie soll man das nun politisch einigermassen korrekt ausdrücken, das Medium möchte schliesslich niemandem die Milch im Müesli sauer werden lassen - echt entspannender Musik?

Eben deshalb und vielleicht noch aus dem einen oder anderen Grund mehr heisst "The Robot Friends"-Hymne auf Kenny G. auch:
"Relax"!

Mindestens ebenso hitverdächtig wie der auf diese Weise besungene Saxophist, soweit sicher. Meint jedenfalls das Medium, das die Hörnchen in seinem Einzugsgebiet gemeinhin sowieso lieber in heissen Kaffee tunkt als ihnen Gehör zu schenken.
Und das in diesem Sinne allseits einen entspannenden, eben: relax-ten Einstieg in die Woche wünscht.

[Bildchen: Nicht wirklich aus dem R-Clip. Sondern einfach total entspannt im Geiste die Imagination eines herzigen Roboterfreunds mit der entsprechenden Parole auf einem Zebra gekreuzt.]

Von miss.gunst am 30.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.01.06

Kulturfernsehen (VTVT)

ctv_k.gifAls Alternative - oder vielleicht besser: Ergänzung zur sonntäglichen Feuilletonlektüre gibt es heute mal wieder einen Tipp für quadratische Augen. Sozusagen in lockerem Anschluss an das letzte bzw. je nach Zählung Anfang der Woche emfohlene DVBlog wiederum ein Videomagazin.
Diesmal jedoch eines mit eigens zusammengestelltem und wechselndem Programm.

Nämlich: culturetv.tv.

What happens when you take the medium of traditional Television Broadcasting and combine it with the much less traditional medium of the Internet? Well, you'll probably end up with a television set for the new millennium, you'll definitely end up with something new and edgy, and you're going to end up here at CultureTV!

ctv_g.gifSo weit das durchaus vollmundige Versprechen - aber es wird durchaus gehalten. Jede Woche findet sich auf der Frontseite eine Speisekarte, deren Bandbreite inhaltlich von Clips zu Ausstellungen über ambitionierte Cartoons bis zu Künstlervideos reicht.
Mit Qualität wird dabei nicht gekleckert; aktuell sind etwa auch Allstars wie Gilbert & George (in Form einer Kamerafahrt durch eine laufende Schau bei White Cube) und Isaac Julien (mit seiner Vilmarbeit Encore II) dabei.

Was nicht weiter wundert, da hinter culturetv.tv ein Profi wie Marjan van Mourik von der Target Foundation steht.

Speziell für die Kategorie Nachbarn hat sich der ambitionierte Kultursender aber natürlich nicht primär um seines ansehnlichen Programmes willen qualifiziert, sondern weil er die Möglichkeit bietet, selbst Beiträge einzureichen. Wie das technisch funktioniert - zugegeben: nicht direkt über ein Blog-Interface, sondern ganz klassisch via FTP - steht im Menüpunkt "Video" nachzulesen.
Ob es dann jeder eingereichte Clip auf die Playlist schafft, sei allerdings mal dahin gestellt.

Aber mit dem, was bislang bei culturetv.tv geboten wird, ist die Latte eben auch nicht gerade niedrig angelegt - und entsprechend hoch dürfte denn auch die Hemmschwelle sein, es einfach mit dem letzten Urlaubsvilmchen zu versuchen. Es sei denn natürlich, Isaac Julien hat es gedreht.

Von miss.gunst am 29.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.01.06

elektronisches gedicht

vpav_k2.gifEigentlich ist der grosse Treck nach Berlin für FreundInnen der elektronischen Kultur erst für Ende nächster Woche angesagt, wenn in der Akademie der Künste die transmediale06 und im Maria am Ostbahnhof der Club Transmediale die Pforten öffnen.
Wer jedoch schon in dieser Woche vor Ort weilt, sollte sich am heutigen Abend wieder einmal ins hier sowieso immer wieder gern beworbene Tesla begeben.

Zumal sich selbiges schliesslich auch dort befindet, wo ehemals der Stamm- und Hauptsitz der transmediale war (und sich bis heute noch deren Verwaltung sitzt).

Aber zur Sache: Anders als es der Eintragstitel vermuten lassen könnte, geht es nicht um lyrische Netzliteratur, sondern um ein musikbezogenes Projekt - nämlich das "virtual electronic poem", welches wiederum eine Rekonstruktion jenes mittlerweile fast schon legendären "Poème éléctronique" zum Ziel hat, mit dem der Architekt Le Corbusier und der Komponist Edgard Varèse, unterstützt von Iannis Xenakis, 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel Furore machten: Ein spektakuläres Environment mit bewegten Lichtbildprojektionen und Musik - Multimedia avant la lettre.

vpav_g2.gifLeider wurde die Auftragsarbeit für Philipps nichts desto weniger im Anschluss an die Schau abgerissen - was blieb, waren die Pläne, Fotografien, eine Dokumentation von Le Corbusiers Filmprojektionen im Firmenarchiv und Aufnahmen der Musik. Mit dem "virtual electronic poem", einer Gemeinschaftsproduktion mehrerer Hochschulinstitute, wird das Archiv nun wieder zum Leben erweckt - mit dabei das verdiente Elektronische Studio der TU Berlin (dessen im WWW dokumentierte Geschichte sich übrigens ebenfalls anzuschauen lohnt).

Letzterem dürfte es wohl auch zu verdanken sein, dass dem VEP jetzt eine Themenwoche im Tesla gewidmet war. Die wiederum findet heute abend unter der Leitung von Kees Tazelaar, der im Wintersemester die Edgard Varèse-Gastprofessur innehatte, mit einem Konzertabend ihren Abschluss. Anders als in Tazelaars Lehrveranstaltungen und anders als an den voraufgegangenen Abenden stehen dabei zwar weder das VEP noch Varèse oder Xenakis auf dem Programm. Dafür aber im zeitgenössischen Umfeld enstandene Kompositionen sowie, schliesslich geht die Geschichte weiter, eigene Arbeiten von Tazelaar. Von denen gibt es auf den Heimseiten des Komponisten nur winzige Häppchen zu kosten, schade.

Insofern ist es (mal unabhängig von den jeweiligen Sortierungen in der heimischen Tonträger-Bibliothek betrachtet) aus der Ferne doch wesentlich leichter, ein bisschen altkonservativ zu sein und Varèse-Fan zu bleiben...

[Bildchen: Nichts weiter als die üblichen Gesichte des Mediums. In diesem Fall hat es fest an Brüssel 1958 gedacht.]

Von miss.gunst am 28.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.01.06

dorkbot swiss @ mapping festival

dork_ch_kk.gifUnd schon wird bzw. ist es wieder allerhöchste Zeit, ein weiteres dorkbot swiss-Treffen anzukündigen.
Diesmal findet die Schweizer Sektion (oder sollte man sagen: Secession?) der Menschen, die merkwürdige Dinge mit Elektrizität anstellen, zudem in einem besonderen und besonders interessanten Rahmen zusammen - nämlich auf dem seit gestern laufenden Mapping VJ-Festival in Genf.

Weil mindestens zum aktuellen Zeitpunkt, da dieser Eintrag geschrieben wird, weder auf den dorkbot swiss-Heimseiten noch auf denjenigen des Mapping-Festivals, auf denen das Programm für den heutigen Freitag (27.01.06) verzeichnet ist, Details für den dorkbot-Fahrplan stehen, werden sie hier nun einfach aus der Ankündigungsmail übernommen und um den einen oder anderen Anker ergänzt. Es treten auf und führen vor (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge):

John Flury & Daniel Bisig ( AI Lab. Zürich)
präsentieren:
interactive sonic swarm orchestra

the interactive swarm orchestra project is in its very early stage and will provide a tool for composers and interaction artists to create a 3D environment populated with sonor artificial agent flocks with whom the participating humans can interact much like with a swarm of birds or insects.

[Anmerkung des Mediums: Verwandte spannende biosonische Projekte sind insbesondere auf Bisigs Heimseite zu erstöbern; Sounds gibt es ansonsten satt bei Flury]

lab[Au] a.k.a. Manuel Abendroth, Jérôme Decock, Els Vermang (Belgien)
präsentieren:
voice spa[z]e

lab [Au] establish a research on architecture and urbanism in relation to the concepts of information seen and heard. since its foundation in 1995 lab [Au] pursuits the objective to examine new spaces reflecting the transformation of architecture and urbanism as a reluctant development to the technological progress. the collaborative and trans-disciplinary process becomes an important vector in the development, diffusion and mediation of projects.

Julia Tabakova (F/CH)
präsentiert:
snuff fairy -
"let me introduce you to the definition of snuff fairy"

Dazu gibt es noch eine Soundperformance von:
Man Manly (UK)

man manly the reverend of the church of noise. using self made toys, microphones, processed field recordings and a home made black box he eradicates the unholy unnoisy elements in the world while spreading the message that noise is everything and all other religions are a lie.

[Wobei das Medium an dieser Stelle weiterführend auf seinen Strandausflug zur Sonischen Alchemie vom vergangenen Sommer verweisen kann...]

Sowie last but not least eine Soundinstallation (bzw. installierten Sound) von
pony parker (portal) bzw. alates (reality and other anomalies)))

dork_ch_gk.gifDas alles ab 18.00 Uhr im Spoutnik in Genf - und damit nicht genug, wird seitens des Mapping-Festivals hernach ab 23.00 Uhr im Zoo des Kulturzentrums L'usine noch ein wirklich sehrsehr leckeres (mehroderweniger) Minimal Electronica-Programm kredenzt.
Dessen Einzelheiten aber - netterweise auch mit weiterführenden Ankern verstehen - im regulären Freitagsprogramm des Mapping VJ-Festivals zu finden sind.
Und das Medium, das diesmal anderweitig verpflichtet ist und leider nicht mit dabei sein kann, an dieser Stelle tief und ergriffen seufzen lassen.

Von miss.gunst am 27.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.01.06

Was das WWW träumt

drl_k.gifIst die Frage, ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, eigentlich je geklärt worden?
Naja, wie auch immer. Aktuell bietet sich jedenfalls eine schöne Gelegenheit, den Träumen des WeltWeiten GeWebes nachzuspüren. Nicht unbedingt jenen, die sich darin verfangen haben. Nein, wenn man es so sehen will: Wirklich den Träumen des WWW.

Diese Möglichkeit verdanken wir Leonardo Solaas "Dreamlines" (2005) - gerade übrigens auch in der bereits erwähnten Wettbewerbs-Auswahl "off/online" im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart vertreten.

Genau genommen bzw. dem Konzept des Künstlers zufolge soll die Arbeit zunächst einmal eigentlich die Möglichkeit bieten, den eigenen Traumsehnsüchten mit Hilfe des Netzes Gestalt zu verleihen:

Dreamlines is a non-linear, interactive visual experience. The user enters one or more words that define the subject of a dream he would like to dream.

drl_g.gifWeil das Ganze aber technisch betrachtet so funktioniert, dass die Suchbegriffe nach entsprechend benamsten Bilddateien im Web angeln, bevor dann das von Solaas entwickelte Skript eines nach dem anderen in einen Bearbeitungsprozess verwickelt, der mehr oder weniger in Realzeit wunderschöne graphische Gewölle daraus spinnt, stellt sich (und Solaas uns) tatsächlich die Frage:

Who is dreaming? The user, or the Internet itself?

Das Medium kann da nur die Antwort unterschreiben, die der Künstler selber gibt:

In a certain way, both. The program generates a personal moving picture, unique, unpredictable, and forever gone when it is finished, just like dreams. But that dream is made out of pieces taken form the subconscious of the whole net, gathered by some words of the user and the obscure logic of searching algorithms.

Wunderschön jedenfalls, was das Web da so träumt - unabhängig davon, ob die Tage oder die Nächte lang gewesen sind.
Ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, werden die Menschen niemals wissen. Aber ahnen lässt sich, dass auch zwischen den Schaltkreisen so manches zarte, flüchtige Gespinst nistet. Wenn man es nur sehen will.

Von miss.gunst am 25.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.01.06

(Auf)Ruf zur RadioRevolte

rarev1kk.gifOder besser gesagt: Zu Radio Revolten, im Plural.
Sieht tatsächlich so aus, als könnte das Medium gut eine neue Kategorie gründen, wenn es mit den Rufen und Aufrufen so weitergeht.
Dieser jedenfalls ist eindeutig interessant sowohl für eher der Theorie zugeneigte als auch für der Praxis verpflichtete potentielle RevoluzzerInnen.

Tempora mutantur könnte man diesem Fall zudem rufen, denn diese spezielle Revolte geht zwar nicht direkt von staatstragender Seite aus, wird aber von keinem geringeren Organ als der deutschen Bundeskulturstiftung gefördert.

Erst mal geht der Impuls zu den Radio Revolten allerdings vom Hallenser Radio CORAX und einem Team aus, zu dem neben dem Projektleiter Thomas Kupfer unter anderem in der Produktion Golo Föllmer sowie im Kuratorium die jüngst mit dem in diesem LogBuch mehrfach beworbenen (und leider mittlerweile wieder verstummten) Radio Copernicus aktive AudioHyperspace-Macherin Sabine Breitsameter gehören.

rarev1.gifWorum es geht, ist auf den Heimseiten des Projekts nachzulesen:

Revolten und Spuren von Revolten begleiten das Radio seit seiner Entstehung. Solchen Spuren will RADIO REVOLTEN nachgehen und zugleich neue hinterlassen. Ziel von RADIO REVOLTEN ist es, Modelle einer künstlerischen (Neu-) Aneignung des Mediums Hörfunk zu entwickeln, im Rahmen der Ausstellung zu präsentieren und im Programm von Radio CORAX zu erproben. Der Kongress Relating Radio bietet Raum für theoretische und ästhetische Beiträge. Ausstellung und Kongress sollen gemeinsam Impulse geben, das Medium Radio neu zu denken und ernst zu nehmen.

In der Kategorie Mitteilungen vom Medium (in diesem Fall ist mal nicht das Radio gemeint) ist dieser Eintrag - wie eingangs schon angedeutet - gelandet, da der Aufruf zu den Radio Revolten in der Tat beim Wort genommen werden will.

Bis zum 31.03.2006 kann man nämlich Eingaben machen für eine aktive Beteiligung - und zwar zum einen für die gleichnamige Ausstellung, die vom 20. September bis zum 18. Oktober laufen wird. Und zum anderen für den besagten Kongress, der vom 04. bis 06. Oktober stattfinden soll. Für Ersteres sollen es natürlich Vorschläge für in irgendeiner Form Vorzeig- und/oder Aufführbares sein, für Letzteres selbstredend solche für Vorträge.

Alles weitere Wissenswerte auf den hier verankerten Seiten - also dann: Auf die radiorevolutionierenden Barrikaden!

Von miss.gunst am 24.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.01.06

Zeit für einen Quickie? (VTVT)

dvb1.gifObiges ist natürlich mitnichten als zweideutige Anfrage gemeint. Weniges läge dem Medium ferner. Nein, vielmehr steht zum Wochenbeginn - wie schon schöne Tradition - ein Hinweis auf audiovisuelle Leckereien an.
Und der kommt diesmal im Verbund mit einem Eintrag in der Kategorie Nachbarn.

Seit vergangenen Jahr gibt es nämlich das von New York aus betriebenen DVblog; ein Vlog, das auf die Vorstellung von Quicktime-Vilmchen spezialisiert ist, die im engeren oder weiteren Sinne einen Anker zur Kunst aufweisen oder selber welche sind bzw. sein wollen.

DVblog is a Vlog and platform for artists and scholars for publishing and presenting stand-alone and other quicktime works. This site is also a resource and archive for digital video art, net cinema, and experimental moving image projects.

wie es in der Selbstvorstellung des DVblogs heisst.

dvb2.gifWas schon mal ein durchaus schillerndes Spektrum eröffnet. Dementsprechend zählen zu den Kategorien bzw. Schlagworten bzw. Tags, unter denen sich in den angesichts der noch nicht allzulangen Existenz des DVblogs schon so einiges recherieren respektive glücklich finden lässt, so unterschiedliche wie "arts" und "netart", aber zum beispiel auch "ephemera", "documentary odd" und "loop".

Und natürlich hat es auch eine Kategegorie "Musikvideo" (bzw. "music video"). Aus der wiederum bezieht das Medium nun nahe liegender Weise auch seinen ganz persönlichen Tipp für einen netten Einstieg in die Woche.

Der DVblog-Eintrag zur Prangstgrüp-Produktion "Reach" selbst ist es allerdings noch nicht - wiewohl die Musical-Einlage in der Vorlesung zweifellos auch schon ihre Qualitäten hat.
Empfehlen möchte das Medium aber, bei dieser Gelegenheit gleich noch direkt die Prangstgrüp-Heimseite heimzusuchen.

Neben einem ebenfalls sehenswerten Kurzkommentar zur US-Aussenpolitik (und dem besagten Vorlesungsmusical) gehört zu den jüngsten Produktionen - unter "New Videos", wobei, btw: auch im Archiv sind so einige Perlen versammelt - nämlich ein Clip mit dem Titel "Start Up Sound".
Der eigentlich schon fast alles sagt. Und sofort jede Menge persönlicher Assoziationen triggern dürfte.
Aber nichtsdestoweniger angesehen werden will.
Besonders von eingefleischten Apfel-AnbeterInnen.

Also, in diesem Sinne: Allseits viel Vergnügen mit dem Vilmchen!

Von miss.gunst am 23.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.01.06

Camera O. (ff.)

co1.gifWie es nicht unbedingt Zufälle, sondern vielleicht eher sich hin und wieder kreuzende Fährten wollen, gibt es gerade eine gute Gelegenheit, eine Notiz hervorzuholen, die eigentlich schon im letzten Jahr in den Radar des Mediums gegangen ist.
Damals gründelte es gerade zum Thema Camera Obscura und stiess auf ein ganz spezielles Exemplar, das dann allerdings erst einmal wieder ausser Sicht verschwand.

Przemek Zajfert und Burkhard Walther nämlich, die in Stuttgart die Galerie Merid betreiben, haben aufbauend auf dem Basismodell ein Langzeitprojekt initiiert, das sogar in Richtung Unendlichkeit winkt: Die Camera Obscura 2005/1-Inf.

Camera Obscura 2005/1-Inf ist ein weltweites Projekt bei dem jede Woche gleichzeitig zwei Löcher einer Doppelloch-Camera Obscura bei Ebay versteigert werden. Es ist eine Hommage an den polnischen Künstler Roman Opalka und sein Werk 1965/1-?. Die jeweils Höchstbietenden erhalten nacheinander eine Lochkamera, geladen mit einem Stück unbelichteten Film, stechen selbst das Loch und belichten jeweils ihre eigene Fotografie. Durch den geringen Abstand der beiden Löcher überschneiden sich die Motive zu einem Teil, wodurch ein gemeinsames fotografisches Bild entsteht, geschaffen von zwei Menschen an verschiedenen Orten, inmitten einer endlosen Reihe von Parallelbelichtungen. Alle Teilnehmer erhalten die von ihnen gemachte Doppelbelichtung als Kunstdruck in Originalgrösse zugeschickt.

co_k.gifDie Ergebnisse werden einerseits im Netz präsentiert (der erste Anker führt zu den jeweils jüngsten Einreichungen; aber auch Nummer 1-32, Nummer 33-64 und Nummer 65-96 lassen sich, soweit schon retourniert bzw. überhaupt versteigert, online betrachten).

Andererseits werden sie aber auch - zusammen mit den Kameras - in der Galerie Merid ausgestellt. Letzteres allerdings, wie schnell festzustellen ist, wiederum konzeptbedingt zu recht ungewöhnlichen Öffnungszeiten - die betragen nämlich jeweils nur eine Stunde und verschieben sich Woche um Woche um jeweils eine Stunde. Und zwar rund um die Uhr, so dass man sich beispielsweise am Samstag, den 22.07.2006 um 04:00 – 05:00 Uhr CEST (also zentraleuropäischer Sommerzeit) vor Ort sein muss, um Zugang zu erhalten.

co2.gifEtwas bequemer hat man es da vielleicht in den nächsten Tagen, denn Zajfert und Walther sind aktuell mit ihrem Camera Obscura 2005/1-Inf-Projekt im Wettbewerb on/offline vertreten, der seinerseits im Rahmen der Sonderausstellung "Expanded Media. Medien im Raum" stattfindet, die der Württembergische Kunstverein in Verbindung mit dem 19. Stuttgarter Filmwinter zeigt.

Das wiederum sind nun beides Veranstaltungen, die auch für sich gute Kandidaten für eigene Einträge ins LogBuch waeren.
Für heute aber erstmal, falls entsprechendes Interesse geweckt wurde: Viel Glück beim Steigern.
Wenn es nicht klappt, kann man sich ja wahlweise entweder mit einem Besuch in der Galerie. Oder mit einem eigenen Camera Obscura-Abenteuer trösten.
Denn einfach selberbauen lässt sich so eine Lochkamera in jedem Fall.

[Mittleres Bild: Die Doppelbelichtungs-Camera Obscura von Przemek Zajfert und Burkhard Walther. Das Medium dankt für das Gestatten der WiederGabe. Das Lochkameralochbild und sein Abbild hingegen sind vor des Mediums staunenden Augen sozusagen selbst entstanden. Sogar ohne Belichtung. Reine Erleuchtung.]

Von miss.gunst am 22.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.01.06

e-noise, hh, process

sk_noi_k.gifReicht heute nur für einen kleinen Hinweis auf dem Sprung.
Von Georg Gatsas bekam das Medium gestern eine Karte in die Hand gedrückt, die zur Eröffnung seiner Zürcher Ausstellung bei der Stiftung BINZ39 einlädt.
Welche noch nicht ganz der Kern dieser Mitteilung ist, aber auch der Erwähnung wert.

Insofern Gatsas nämlich bevorzugt Menschen fotografiert, die im engeren oder weiteren Sinne mit experimenteller Musikkultur und Kunst zu tun haben.

sk_noi_g.gifDie aktuelle Folge seines Projekts THE PROCESS, Nummer IV (für eine frühere vgl. den Kurztext bei ilikeyou.com zur Ausstellung PROCESS in der Kunsthalle St. Gallen 2003) ist ab heute an besagtem Ort zu sehen, die Vernissage ist sozusagen *jetzt*.

Diejenigen, für die dieser Hinweis zu spät kommt, haben aber nun nicht nur sowieso noch bis 18.02.06 eine Chance, die Ausstellung zu besuchen.
Falls nicht anderweitig verpflichtet, gibt es anlässlich der Eröffnung nämlich ab 22.00 Uhr obendrein bzw. -drauf ein Konzert im Helsinki-Klub.
Und zu dem wird nicht nur MC Dälek aus New York erwartet, sondern auch Norbert Möslang (insbesondere treuen LeserInnen auch insofern bekannt, als in diesem LogBuch schon häufiger mal angeschwärmt).
Zwischendurch und hinterher legt letzterer noch im Trio mit Georg Gatsas und Dani Göldin auf.

Soweit, wie einleitend eingestanden, nur auf die Schnelle. Und vielleicht später bzw. ein andermal noch mehr...

... aber brav noch...

... die Daten:

  • Georg Gatsas - THE PROCESS IV
    lizzi Bougatsos, Ira Cohen, Brian DeGraw, Georg Gatsas, Kempra Pfahler/Katrina del Mar und Nieves Books
    Stiftung BINZ39
    Sihlquai 133
    CH-8005 Zürich
    T. 0041-(0)44-2711871
    e-mail levy-binz@bluewin.ch
    Do-Sa 14-18 Uhr
    bis 18.02.2006
    Vernissage: 21.01.06 17-19 Uhr

  • Weiterfeiern:
    mit Dälek (NYC/US) und Norbert Möslang (CH)
    sowie Möslang/Göldin/Gatsas DJ-Set (CH)
    Helsinki-Klub
    Geroldstrasse 35
    CH-8005 Zürich
    ab 22:00 Uhr
  • [Bildchen: Haben nix, aber auch garnix mit der Ausstellung und nur ein winziges wenig mit dem Konzert zu tun: e-noise eben.]

    Von miss.gunst am 21.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.01.06

    Teletexten (und -bildern)

    mtel_i.gifWeil es gerade so schön war, gleich noch einen Aufruf.
    Um diesem zu folgen und vor Ort mit einer Produktion dabei zu sein, muss man nicht mal über den Teich fliegen.
    Allerdings sind auch etwas andere Fähigkeiten gefragt als beim Bentfestival.
    Diesmal geht's um (mindestens) ein Voluptuous Blinking Eye.

    Was, bitteschön, ein begierig blinkendes Auge ist?

    mtel_i3.gifNüchtern betrachtet handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt, das ab dem 26. Januar 06 als Teil der Ausstellung "Satellite of Love" im Rotterdamer Witte de With läuft. Kooperationspartner für den Liebessatelliten sind dabei (nebenbei bemerkt, weil durchaus auch für sich schon interessant) das Rotterdamer Filmfestival und das ebenfalls einschlägig agierende Exploding Television Net.

    Aber damit dann wieder zurück zum Eigentlichen, denn nicht umsonst geht dieser Eintrag erstmal in die Kategorie Mitteilungen des Mediums. Das begehrlich blinkede Auge bzw. Voluptuous Blinking Eye (kurz: VBI) ist nämlich die Labor-Sektion des Liebessatelliten und wird vom sowieso ziemlich regelmässig ziemlich spannende Projekte produzierenden Londoner ambientTV.net, Manu Luksch und Mukul Patel organisiert.
    Mit dabei sind neben Luksch und Patel selbst unter anderem Rachel Baker von irational.org sowie - treuen LeserInnen dieses LogBuchs bereits bekannt - Emma Davidson a.k. Lektrogirl und Paul B. Davis vom Lektrolab. Um folgendes auf die Beine zu stellen:

    mtel_i2.gif"VBI consists of Microtel - a live teletext broadcasting station -, the ambient.lounge, and works that deploy low-tech, DIY, or critical approaches to production or distribution. Working in the technical margins of the broadcast spectrum, and giving expression to voices marginalized by media conglomeration, VBI conducts an aesthetic archaeology of TV and speculates on possible futures for independent media."

    Klingt gut? Kommt aber noch besser. Denn das Lektrolab bietet als Teil seines Microtel-Projekts auch für diejenigen eine Möglichkeit zur Partizipation, die nicht den Weg nach Rotterdam machen können.

    mtel_7.gifWer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, eine oder mehrere Teletext-Screens für den tv-Kanal des Microtels zu kreieren. Damit das klappt, haben die Lektro-Laboratoren nicht nur eine Download-Seite mit dem Programm CEBRA ins Netz gestellt, sondern auch ein komplettes Tutorial, Emma Davidson arbeitet derzeit noch an FAQ-Tipps-und-Tricks für einzelne Schritte.

    mtel_i4.gifFolglich heisst es ein weiteres Mal: DIY und dann ab dafür - bis zum 04.02.2006 kann man seine Teletexte und -bilder noch einreichen; eine kleine Auswahl zum Ansporn gibt es bereits in der Microtel-Galerie (siehe: View Submissions) zu sehen.
    Und wer es alleine nicht so richtig schafft, kann alternativ ja vielleicht doch erst mal kommende Woche einen Workshop in Rotterdam besuchen.

    [Bebilderung: Wie eigentlich unschwer zu erkennen, Ergebnisse eines ersten unbeholfenen Cebra-Ritts seitens des Mediums. Aber es wird noch fleissig weiterüben!]

    Von miss.gunst am 19.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

    18.01.06

    Ruf vom Bentfestival

    bf_k.jpg Wurde ja auch langsam Zeit, dass mal wieder ein Eintrag für die Circuit Bending-Gemeinde erfolgt.
    In diesem Fall ist zu vermelden: Das Bentfestival ruft laut und vernehmlich - nämlich dazu auf, sich an der Ausgabe 2006 zu beteiligen.

    Die findet heuer vom 19. bis 26. April statt. Und zwar in New York, wo in den vergangenen beiden Jahren bereits die Ausgaben Nummer 1 (2004) und 2 (2005) ausgerichtet wurden.

    bf_g2.gifEin Blick in die entsprechenden Archive dürfte denn auch Appetit machen, sich entweder selber aktiv einzubringen - oder sich doch mindestens als schauender und lauschender Gast in die unmittelbare Nähe des Geschehens zu begeben.
    Jedenfalls waren bereits bei der Premiere 2004 namhafte Vertreter der Szene vertreten; die Circuit Bending-Legende Reed Ghazala beispielsweise (siehe auch den Eintrag vom 26.05.05) oder der Dorkbot-Mitbegründer Douglas Repetto.

    Wie es dazu kam, ist auf der Info-Seite über das Bentfestival und seine Geschichte nachzulesen. Wwo man unter anderem erfahren kann, dass tatsächlich MTV das Ganze mit angeschoben hat - vor allem finanziell natürlich; die Basisidee stammt nämlich von Daniel Greenfeld und Mike Rosenthal, die bei The Tank zuvor eine Reihe einschlägiger Einzelveranstaltungen kuratiert hatten.

    bf_g1.gifWeil die Tanker gerade obdachlos geworden sind und erstmal zu Nachbarn, dem Collective Unconscious umziehen mussten, hat auch das Bentfestival in diesem Jahr eine neue Adresse. Ansonsten setzt man aber auf das bewährte Veranstaltungskonzept aus Konzerten und Workshops - und schreibt, damit sich in diesem Rahmen wiederum möglichst viel spannendes Neues entwickeln kann, beides in besagtem Open Call aus.

    Also dann: Wer sich berufen fühlt, im April entweder auf der Bühne und/oder mit anderen Stromkreise zu beugen - ab mit einem Rückruf nach New York.

    Von miss.gunst am 18.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    17.01.06

    Kunstgeburtstag (WRT)

    gbk_k.gifEin ganz besonderer Tag, ein Feiertag - auch wenn er in meisten Kalendern leider nicht als solcher verzeichnet ist: Heute, also am 17.01. hat nämlich die Kunst Geburtstag!
    Und sie wird - das stellt wohl selbst noch einen Jubilar wie Albert Hofmann lässig in den Schatten - sage und schreibe 1.000.043 (in Worten: einemillionunddreiundvierzig) Jahre alt.
    Unglaublich? Aber wahr!

    Vor genau 43 Jahren nämlich erklärte der französische FLUXUS-Künstler Robert Filliou den siebzehnten Januar zum Geburtstag der Kunst.
    Und setzte für den 17.01.1963 gleich mal ihren 1.000.000sten an.

    kgb_g.gifSeither lässt sich das Jubiläum offiziell begehen. Aber wie?
    Auf einem Photo, das Filliou in der FLUXUS-Metropole Aachen beim 1.000.010jährigen - also 1973 - zeigt, geht es ziemlich klassisch zu. Man sieht den Meister die Kerzen auf einer Geburtstagstorte illuminieren.

    Nunja, ein bisschen bescheiden wirkt das schon angesichts einer derart bedeutenden, derart betagten Jubilarin. Allein, was wäre die Alternative? Eine Torte mit - rechnen wir mal mit den aktuellen Daten - sage und schreibe einer-million-und-dreiundvierzig Kerzen? Und wer pustet die dann anschliessend aus? Wer darf sich dabei etwas wünschen?

    kgb_g.gifKein Wunder, dass sich die Gratulationsaspiranten mittlerweile lieber ganz um eine traditionelle Durchführung der Festivitäten drücken - und dafür umso kräftiger auf die Pauke hauen. Was sicher ganz im Geiste Fillious ist, der sich in Sachen Kunstgeburtstag ohnehin mehr als Ideengeber verstand und folglich eigenständige Beiträge zur Ausgestaltung des Festes begrüsste.

    Mittlerweile hat sich zu diesem Behufe ein veritables "eternal art's birthday network" konstitutiert, dass die Sache systematisch angeht und seine Aktivitäten seit 1999 kontinuierlich online dokumentiert.

    So ist denn auch für das aktuelle Jubeljahr 2006 eine beeindruckende Sammlung von Einträgen beziehungsweise Ankern zu allen möglichen Institutionen und Organisationen weltweit zu finden, die das Fest auf je ihre, vorzugsweise natürlich phantasievolle Weise zelebrieren.
    Und dank der Errungenschaften der elektronischen Netztechnologie kann man auch an den meisten dieser Feiern auf die eine oder andere Weise teilnehmen.

    Im Berliner Tesla beispielsweise wird der Feiertag mit zwei zünftigen Veranstaltungen begangen, und da RADIOTESLA zu diesem Behufe mit Deutschlandradio zusammenarbeitet, kommen wir gleichzeitig (genau gesagt: ab 20.03 Uhr) auch in den Genuss einer Sendung - womit sich dieser Eintrag nebenbei auch als kleiner WRT-Webradio-Tipp entpuppt.

    Ebenfalls mit von der Partie - und das bereits zum siebten Mal - ist natürlich auch das in diesem LogBuch schon häufiger referierte österreichische Kunstradio.

    kgb_g.gifZum Kunstgeburtstag kooperiert man jeweils mit der im kanadischen Vancouver verorteten Western Front Society beziehungsweise deren Netzextension artexchange online. [Beiseit: Wenn man sich schon mal auf den entsprechenden Seiten tummelt, lohnt insofern ein Blick zurück auf die erste austro-kanadische Koproduktion im Jahr 1999, als hier noch eine Seite zugänglich ist, die auf den ersten Blick zwar nur Fillious bekanntes Konterfei mit Papier-Dreispitz zeigt, in der akustischen Hinterhand aber eine kleines Radio-Feature zu FLUXUS bereithält.]

    In diesem Jahr wartet das Wiencouver-Projekt mit dem Netzkonzert "Chironomy", an dem man zum regulären kunstradio-Ausstrahlungstermin am vergangenen Sonntag live teilhaben konnte und zu dem sicher bald auch ein Doku-mp3 publiziert werden wird. Für heute steht dagegen erst mal ein weiteres Live-Konzert auf dem Programm, und zwar unter dem Motto "TransDADA Express". Die Ausstrahlung erfolgt ab 20.30 Uhr über Ö1/ORF.

    Kurzum: Kunstgeburtstagsfeierwillige müssen heute abend wohl würfeln, über welchen Webradio-Stream sie sich zuschalten wollen. Aber wie auch immer die Entscheidung ausfällt: Eine zünftige Klangkulisse dürfte als denkbar glücklicher akustischer Ersatz für Torte plus eine-million-und-dreiundvierzig Kerzen gesichert sein.
    Einen Schampus kann man dazu ja trotzdem köpfen.

    [Jaja, das Medium hat demgegenüber heute leider nicht seinen phantasievollsten Tag und beweist eher, dass es in Sachen Geburtstagskerzen gerade mal bis Drei zählen resp. pixeln und kopieren kann. Verspricht aber, zu üben bis nächstes Jahr...]

    Von miss.gunst am 17.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.01.06

    Klänge säen

    seso_k.gifUm Klanggärtnerei zu betreiben, kann man verschiedene Wege beschreiten. Was ja hin und wieder auch schon Thema in diesem LogBuch war - im vergangenen Jahr zum Beispiel mit Blick auf den garden of codes, Pfau und Morgners Assonanzen, Evans' Eau d'Artifice oder natürlich Andres Bosshards Wassermusikfrüchte hervorbringende Luftbeete in Romainmoîtier.

    Heute allerdings geht es um eine in der Blogosphäre besonders nahe liegende Methode.

    Na, welche wohl: Den Anbau von mp3-Dateien - der idealer Weise natürlich so vorgenommen werden will, dass sich die Früchte kräftig mehren können. Und mit ihnen die LiebhaberInnen der angebotenen Kost.

    seso_g.gifLanger Rede kurzer Sinn, der heutige Eintrag führt wieder einmal zu einem Netzlabel - und zwar zu einem, dass passender Weise sinnträchtig Seedsound benamst ist. Weil es obendrein seit jüngstem im Blogformat geführt wird - und das nicht nur auf technischer Ebene, sondern tatsächlich auch, um im news-Bereich hin und wieder akustische Perlen aus anderen Produktionen vorzustellen - landet es hier auch gleich in der Kategorie mit den netten Nachbarn.

    Für eine Vorstellung an diesem Montag hat es sich allerdings nun nicht nur aus den genannten Gründen qualifiziert. Sondern vor allem, weil seine jüngste Veröffentlichung wirklich allerbestens geeignet ist, uns einen höchst angenehmen Einstieg in die Woche zu bereiten.

    Dafür sorgt in diesem Fall also the banjo consorsium [sic, s nicht t] mit seinem Debut, le debut (Stream als m3u, und auf der verankerten Seite die gesamte EP inklusive Cover zum Herunterladen).

    Laut Beipackzettel

    "nostalgic, thoughtful, and unique. a mixture of classic folk-tale sounds and modern beats [...] haunting and almost desparate at times ... searching for a path through something uncharted and innocent, while maintaining a mature precision in a production that is truly personal."

    baco_k.gifKlingt nachgerade gefährlich romantisch? Nunja, abgesehen davon, dass man Labeltextern schon hin und wieder mal auf die Finger hauen möchte, bevor sie mit selbigen in die Tasten greifen und vollkommen wohlmeinend Sätze schreiben, die irgendwie zu schiefen Wahrnehmungen führen können - ein bisschen stimmt es schon mit der heiligen Unschuld. Oder eben einem entsprechenden akustischen Augenaufschlag - der ja selbst gar nicht so unschuldig sein muss, wie er daherkommt.
    Verführerisch angenehm ist das Ganze jedenfalls. Aber Verzweiflung stellt sich allenfalls dann ein, wenn man der Einsicht beigeben muss, dass auch die schönste EP mal ein Ende hat - selbst wenn man die Tracks noch eine Zeit lang loopt. Sollte es sich hier um einen Auswuchs des neuerdings ausgerufenen Trends zur Folktronic handeln, dann gesteht das Medium gerne ein, dass es derart akustisch umperlt liebend gerne im Mainstream der Minderheiten badet. Einfach fein!

    Zuzugeben ist an dieser Stelle allerdings auch: Für eifrige de:bug-PodBlog-LeserInnen ist dieser Tipp nun nicht gerade eine brandheisse Neuigkeit, denn Sascha Kösch hat uns die EP dort schon vergangene Woche ans Herz gelegt bzw. in den Podcast geschoben [und dafür winken wir dankbarst zurück].
    Alle anderen aber mögen sich bitte schleunigst zu Seedsound begeben, um auf diese Weise des ganzen Glücks teilhaftig werden.

    Btw: Eine Heimseite der geheimnisvollen Zupfinstrument-Vereinigung lässt sich (noch) nicht direkt verankern, aber über das Seedsound-Release Nummer 10 (Stream als m3u, aber auf der Seed-Seite natürlich auch zum Herunterladen) bzw. dessen Autor, Japh und seine Netzpräsenz - statikradio.tk - gelangen wir immerhin schon mal zu deren Vorankündigung unter www.thebanjoconsorsium.tk. Voilà, also vormerken bitte, denn da lohnt es sich sicher, mit aufgestellten Öhrchen weiter dabei zu bleiben.

    Von miss.gunst am 16.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.01.06

    LichtKunstFilmMusik

    faf2a1_k.gifWährend in Basel das LSD-Symposium weiter tagt, gibt es seitens des Mediums für den heutigen Abend (14.01.06) einen alternativen Veranstaltungs-Tipp, über den man auf seine Weise vielleicht ja sogar ebenfalls zu einer Erleuchtung gelangen könnte.
    Und zwar auf dem Wege der direkten sono-optischen Stimulation.

    Wie eigentlich durchaus schon früher in diesem LogBuch hätte vermeldet werden können, findet derzeit im Karlsruher ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie die ebenso umfangreiche wie sehenswerte Ausstellung "LichtKunst aus KunstLicht" statt.
    In deren Rahmenprogramm ist nun für heute eine ganz besondere Filmschau angekündigt.

    faf1a1.gifZwar handelt es sich bei den Filmen selbst, die unter dem Titel "Klangfarben und Lichtmusik" zusammengestellt worden sind, samt und sonders um echte Klassiker.
    Darunter etwa Walter Ruttmanns "Opus I" (1921), Hans Richters "Rhythmus 21" (1921), sein "Vormittagsspuk" (1928) sowie mehrere Arbeiten von Oskar Fischinger, von denen das Medium teilweise auch schon früher mal schwärmte.

    Im Rahmen eines Projekts, das am Karlsruher Institut für Musik und Akustik (IMA) angesiedelt ist, wurden bzw. werden die Filme im Auftrag von ZDF/Arte jetzt jedoch neu vertont.
    faf2a1.gifTeils mit der von den Regisseuren vorgesehenen Originalmusik
    - im Fall von Fischinger, der für seine Animationsfilme immer wieder gerne auf Klassik zurückgriff, etwa Johann Sebastian Bach.
    Teils aber auch mit eigens vergebenen Auftragskompositionen:
    So hat Cathy Miliken vom Ensemble Modern etwa Hans Richters "Filmstudie" neu vertont, Martin Smolka und Cornelius Schwehr seinen "Vormittagsspuk", und Caspar Joh[annes] Walter fand für Fischingers "Wachsexperimente" (1925/1928) neue Klänge.

    Aufgeführt wird das sono-optische Ereignis in Karlsruhe nun mit den Musikern des ensemble ascolta.

    faf3a1.gif
    Wer sich nun grämt, weil der Abend schon anderweitig verplant ist, dem kann als kleines Trostpflaster mitgegeben werden, dass Arte die Filme Anfang Mai auch im Fernsehen ausstrahlen wird.
    Was für eine Live-Aufführung dennoch nur ein müder Ersatz sein dürfte.

    Für eingefleischte couch potatoes hat das Medium gleichwohl noch einen Extra-Wink in der Tasche - der wiederum direkt an das Schwerpunktthema der letzten Tage anschliesst: Heute abend um 19.20 Uhr steuert 3sat seinen Geburtstagsgruss an Albert Hofmann bei. Mit einer Dokumentation von Ralf Breier - die zwar selbst vielleicht nicht den "ultimativen Trip"* bieten wird, aber immerhin schon mal so heisst...

    *[Hier verankert - wahrscheinlich auch nicht sehr stabil, aber für heute sollte es halten - über das TV-Programm bei kurier.at. Weil die guten Webmaster von 3sat bedauerlicherweise noch immer arg Frame-verliebt sind.]

  • Die Daten:
    Klangfarben und Lichtmusik
    Frühe Avantgardefilme von Walter Ruttmann, Oskar Fischinger und Hans Richter
    neu vertont von Bernd Thewes, Martin Smolka, Cornelius Schwehr, Cathy Milliken, Günther Lege und Caspar Joh. Walter
    gespielt vom ensemble ascolta
    Samstag, 14.01.2006 um 20 Uhr
    im ZKM KUBUS - ZKM Karlsruhe
  • [Bildchen: Natürlich handelt es sich nicht um Abbildungen von Stills aus Filmen des Programms. Sondern um müde, vom Medium imaginierte Halluzinationen eines noch zu schaffenden abstrakten Films.]

    Von miss.gunst am 14.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.01.06

    Fragen Sie Dr. ...

    ads_k.gifNein, in diesem Fall nicht den Spezialisten für alles, was pubertierende Jugendliche mit Blick auf ihr aktuelles, vergangenes oder künftiges Sexualleben so bewegt. Sondern, wir bleiben natürlich beim Thema der Woche, einen Fachmann für psychoaktive Substanzen - seien sie nun pflanzlicher Natur oder dem Labor eines Chemikers entsprungen.

    Nämlich Alexander Shulgin, wie Albert Hofmann ein Veterane (bzw. in diesem Fall würde man wohl passender sagen: eine Koryphäe) auf dem entsprechenden Forschungsgebiet.

    In selbiges eingestiegen mit einem entsprechenden Tune In ist Shulgin wohl Ende der fünfziger Jahre bzw. 1960, als er selbst das erste Mal mit jenem Stöffchen experimentierte, das auch Aldous Huxley durch die Pforten der Wahrnehmung führte, nämlich Meskalin.
    Als promovierter Biochemiker beschränkte er sich jedoch weder auf diese Erfahrungen noch auf die Niederschrift seiner Erlebnisse, sondern forschte weiter. Und zwar ziemlich unermüdlich.

    Unter anderem mit und über MDMA, das später bekanntlich als als Ecstasy Clubkarriere machen sollte [obwohl - beiseit angemerkt, was Risiken, Nebenwirkungen und Folgeschäden betrifft und insofern nicht eben nebensächlich - letzteres von seiner Zusammensetzung her oft ganz und gar nichts mehr mit MDMA zu tun haben muss. Weshalb u.a. Services wie EcstasyData eingerichtet wurden].

    Ingesamt hat Shulgin in den vergangenen Jahren wohl hunderte von psychoaktiven Substanzen synthetisiert (und allem Vernehmen nach auch jeweils am eigenen Leib resp. Bewusstsein getestet), an die zweihundert Patente eingereicht und obendrein weidlich zum Thema publiziert. Wer sich weiters für Texte und Interviews interessiert, dem sei, wie schon häufiger im Zusammenhang mit dem aktuellen Wochenthema, ein Besuch in den Vaults of EROWID und in diesem Fall auf der Shulgin gewidmeten Porträt-Seite empfohlen.

    Dort gibt es nicht nur zahlreiche Anker zu Artikeln über Shulgin und Interviews mit dem Wissenschaftler. Sondern auch zwei der Bücher online zu lesen, die er gemeinsam mit seiner Frau Ann Shulgin verfasst hat, nämlich "Phenethylamines I Have Known And Loved. A Chemical Love Story" (kurz: PIHKAL, von 1991) und - sozusagen die Fortsetzung der Liebesgeschichte - "Tryptamines i Have Known And Loved. The Continuation" (kurz: TIHKAL, von 1997).

    ads_g.gifAber damit nicht genug. Seit einiger Zeit unterhalten Shulgin und sein Forscherkreis - und damit kommen wir sozusagen zum Eigentlichen dieses Eintrags bzw. zur Aufklärung des auf den ersten Blick vielleicht etwas fehlleitenden Titels - nämlich auch ein veritables Blog, das dem schönen Motto "Ask Dr. Shulgin" folgt und diesem treu tatsächlich als Beratungsmodul funktioniert.
    Die Fragestunde als solche existiert zwar schon etwas länger, insofern sie vom 2000 begründeten Center of Cognitive Liberty & Ethics mitinitiiert wurde, zu dessen Advisory Board Shulgin gehört. Mit dem Umzug auf Blogsoftware hat das Ganze jedoch auch medientechnisch eine adäquat aufgestellte Heimat gefunden.

    Just in diesen Tagen gibt es allerdings auch Gelegenheit, Shulgin bzw. die Shulgins persönlich kennenzulernen und zu befragen. Tatsächlich sind die beiden nämlich auf dem bereits erwähnten Basler LSD-Symposium zu Gast, wo sie am heutigen Nachmittag (13.01.06, zwischen 16.30 und 18.00 Uhr) für ein Seminar gleichen Titels zur Verfügung stehen werden.

    Also denn: "Ask Dr. Shulgin" - live oder in seinem Blog.

    Von miss.gunst am 13.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.01.06

    Psychedelics Klassik-Radio (WRT)

    flo_kksw.gifFraglos gehört zur Psychedelic Review, hier mal als Rückschau auf die Goldene Ära der Psychedelica beim Wort genommen, eine passende Begleitmusik. Im gleichnamigen Filmprogramm war sie natürlich inbegriffen.
    Wer jedoch zur Vorbereitung und Einstimmung auf das LSD-Symmposium noch einmal intensiver in der Zeitschrift schmökern möchte, muss schon selbst für eine adäquate Beschallung sorgen.
    Doch was tun, wenn die entsprechenden Scheiben eingemottet oder gar nicht in der eigenen Plattensammlung vorhanden sind?

    In diesem Fall hilft der heutige Webradio-Tipp, der zu einem echten Klassik-Radio führt.
    Das in diesem speziellen Fall natürlich nicht Händel oder Beethoven, sondern eben Sachen aus den Sechzigern spielt.

    flo_g.gifBesonders wild oder exotisch ist es zwar nicht, was The Technicolor Web of Sound auf seiner Playlist bietet. Dafür gibt es jedoch sozusagen das A-Z einschlägiger Titel, also O-Sound aus den Sixties rund um die Uhr.

    Leider sind die Details der Webseite, wie so oft, in hübsche Frames eingepackt. Und da das Medium weiland zu träge ist, die Einzelheiten mit Umgehungsankern aufzurufen, bescheidet es sich lediglich auf den Hinweis: Zum Stream gelangt man am Besten über das Fenster zu "What's Playing" und dort den gleichnamigen Knopf in der Kopfzeile.

    Und schon spielen Velvet Underground, die Kinks, Jefferson Airplane, die Doors, King Crimson, Cream und-wie-sie-alle-heissen auf - janz wie wenn et jestern wär.

    Behaupte aber keiner, dass das Medium nicht vor Risiken und Nebenwirkungen gewarnt hätte. Fiese Flashbacks sind nicht ausgeschlossen - und besonders unglückselig dürfte es werden, wenn man hängen bleibt auf diesem Trip. Bekanntlich kann Nostalgie, im Übermass genossen, eine ziemlich dumpfe Droge sein. Also schön sparsam dosieren, bitte...

    Von miss.gunst am 12.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    11.01.06

    Jubilee (Hofmann)

    ls_k.gifNicht gleich ein Themenwechsel. Aber ein Substanzwechsel. Anlässlich eines Datums, das nach Würdigung ruft:
    Dr. Dr. h.c. mult. Albert Hofmann, der Schweizer Chemiker und Forscher feiert heute (11.01.06) seinen einhundertsten Geburtstag.

    Zu solchen Anlässen werden Jubilare von den Medien (nicht: dem Medium) gerne gefragt, welcher Lebenswandel ihnen zur Ausdauer für derart langes Wandeln auf unserem Erdenball verholfen hat. Und wenn der Jubilar dann Auskunft gibt und etwa erwähnt, er trinke auch mal ein Gläschen oder schmauche genüsslich eine gute Zigarre, dann erscheint derlei oft in besonders dicken Lettern. Nach dem Motto: Schaut her, so eine in Massen genossene Droge schadet weiter nicht.
    Voraussetzung ist freilich, dass es sich um von der Gesellschaft geduldete und legale Drogen handelt.

    Insofern steht zu vermuten, dass die traditionelle Frage Albert Hofmann gar nicht erst gestellt wird (wir erinnern uns an die Aufruhr, welche Ernst Jüngers späte Bekenntnisse zur Folge hatten)*.
    Denn seinen Weltruhm verdankt Hofmann einer Entdeckung, die er in seiner wohl populärsten Publikation als "mein Sorgenkind" bezeichnet hat: Dem LSD.

    ls_g.gifAllerdings ist es schon so, dass das LSD ihm (und anderen) nun mitnichten nur Sorgen bereitet, sondern eben vorweg erst einmal - um es passend mit Herrn Huxley zu formulieren - Pforten der Wahrnehmung geöffnet hat. Worüber unter anderem ebenfalls in seinem erwähnten Klassiker nachzulesen ist, zu dem es neben der Printausgabe mittlerweile auch eine schöne Audio-CD beim auch sonst sehr empfehlenswerten supposé-Verlag gibt. [Als kompakte Einführung zu Buch und CD lässt sich an dieser Stelle auf einen kleinen Artikel bei 3sat/denkmal verweisen.]

    So hat sich auch Hofmann selbst stets gegen eine generelle Kriminalisierung des LSD bzw. für eine differenzierte Sicht auf Drogen ausgesprochen - ein kompaktes Statement aus dem Jahr 1999 gibt es als Mini-Videoclip bzw. Interview-Ausschnitt auf den Seiten von psychedelic.ch.

    In Basel wird ihm zu Ehren am kommenden Wochenende ein LSD-Symposium ausgerichtet, das sich sowohl den pharmakologischen als auch den kulturellen Aspekten seiner Entdeckung widmet.
    Zu diesem Ereignis, zu dem sich neben Hofmann selbst sowohl einige Koryphäen der neuropharmakologischen Forschung als auch langjährige LSD-Kultur-Aktivisten einfinden werden, später noch mehr.
    Für heute bescheidet sich das Medium erstmal auf einen kleinen Geburtstagsgruss an den Jubilar.

    P.S.
    A propos Jubiläum. Zum mit Bedacht gewählten Titel dieses Eintrags wäre noch zu ergänzen, dass es zwar schon lange veritable Albert Hofmann-Gedenkmarken gibt. Die sollte man freilich nicht anschlecken, um damit schlichte Briefpost zu frankieren.
    Denn bei den so genannten "Hofmann-Jubilees" handelt es sich um klassische, mit der Substanz getränkte "Blotter-Bildchen", die dem entsprechend auch nicht an Hofmanns Geburtstag, sondern an ein anderes Datum seiner Biographie erinnern. Jene legendäre Fahrradfahrt am Basler Rheinufer nämlich, während der Hofmann am 19.04.1943 nach einem Selbstversuch erstmals die volle Wirkung seiner Entdeckung am eigenen Leibe gewärtigte.
    [Ein besonders farbenprächtiges und direkt auf das Ereignis erschienenes Blotter-Bild erschien übrigens 2000 zum bzw. als Millennium-Jubilee, hier dokumentiert bei erowid.org; die beiden anderen stammen ebenfalls aus einer einschlägigen Fundgrube, dem blotterart.net.]

    * Tatsächlich gibt es von Albert Hofmann einen Aufsatz zu "Drogen und Rausch im Leben von Ernst Jünger", und zwar in Band 1 der Tübinger Jünger-Studien.

    [Die Illustration dieses Eintrags verdankt sich dem Wikipedia-Eintrag zu LSD bzw. der von generierten Graphik, die dankenswerter Weise unter GNU Free Documentation License gestellt wurde.]

    Von miss.gunst am 11.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.01.06

    DIY Schnee (Diaz)

    snb_gkk.gifWeil im gestrigen Eintrag nicht zuviel versprochen werden sollte, wird heute gleich zügig am entsprechenden Strang weitergeknüpft.
    Und zwar mit einem Rezept zum Selbermachen, das sich mindestens metaphorisch in eben jenen Koordinaten bewegt, die mit Schneeweisschen im Wunderland gesetzt wurden.
    Das allerdings, so beeilt sich das Medium zu ergänzen, hier ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen werden soll.

    Wie sich schöne Schneeflocken selbst machen lassen, hat das Medium im vergangenen Sommer bereits ausführlich im GUNSTradio doziert. Und wird die dort vorgetragenen Anleitungen sicherlich auch in diesem LogBuch bei Gelegenheit noch einmal vorstellen - spätestens dann nämlich, wenn das Thermometer wieder so richtig in die Höhe steigt. Denn wer wird schon etwas mühsam herstellen wollen, wenn es draussen vor der Tür davon reichlich hat und das umsonst.

    snloi_gk.gif
    Die eingangs angesprochene Anleitung, um die es heute geht, betrifft hingegen eine Substanz, die einem gemeinhin nicht gleich meterhoch vor die Füsse zu fallen pflegt, nur weil Winter ist. Jedenfalls nicht, so man sich einem lauteren Lebenswandel verpflichtet fühlt.

    Insofern sollte man eigentlich auch annehmen, dass man entsprechende Herstellungsanweisungen nicht so ohne weiteres auf einer Webseite findet. Nun gut, schon klar, dass es im Netz fast nichts gibt, was es nicht gibt - und so auch in diesem Fall.

    Und zwar an denkbar unverdächtiger Stelle (jedenfalls so man kein Anhänger der allerdings sehr beliebten Annahme ist, dass alle Kunstschaffenden sowieso irgendwie auf die eine oder andere Weise drauf bzw. bedröhnt sind, wenn sie ihre Werke produzieren):
    Bei e-flux nämlich, einer in New York lokalisierten Initiative, die sich in den letzten Jahren um verschiedene netzbasierte Projekte verdient gemacht hat. Eines davon ist "DO IT", usprünglich von Hans Ulrich Obrist für Independent Curators International als Wanderausstellung konzipiert und realisiert.

    Dem Titelmotto "DO IT" entsprechend geht es bei diesem Projekt tatsächlich um das, was zu tun ist - und zwar, um ein veritables Kunstwerk zu generieren. Die eingeladenen KünstlerInnen wurden also gebeten, jeweils ein Rezept abzuliefern. Eine Aufforderung, der bis dato mehr als neunzig internationale Kunstschaffende nachgekommen sind.

    Ihre Eingaben lieferten nun eben nicht nur die Grundlage für besagte Wanderausstellung, sondern sind zudem auf den WWW-Seiten des Projekts, also dessen online-Versin auf e-flux abrufbar. Und zwar praktischerweise als pdf-Dokumente zum Herunterladen und Ausdrucken.

    Nun sind sicher nicht alle diese Anleitungen so einfach nachvollziehbar wie Pippilotti Rists "Nachbarstück" oder Yoko Onos "Wish Tree"-Wunschzettel (der entsprechende Baum war vor nicht allzulanger Zeit ja auch im Rahmen von Onos Einzelausstellung im Zürcher Migros Museum zu sehen und vielleicht hat der eine oder die andere die Gelegenheit genutzt).
    snb_gk.gifAuch die Anweisungen zum kunstvollen Hemdenbügeln von Diller+Scofidio schauen komplizierter aus, als sie letztlich sind. Ehrlich eingestanden: derlei Artefakte gelingen dem haushaltshandwerklich einschlägig begabten Medium sozusagen automatisch, wann immer es zu einem Bügeleisen greift. Vielleicht sollte es mal über eine Umschulung zur Designerin nachdenken.

    Nichts für AnfängerInnen dürfte hingegen jenes traditionelle Rezept sein, das der kolumbianische Künstler Wilson Diaz eingereicht hat und auf dessen Vorstellung der vorliegende Eintrag ausgehen sollte.
    Tatsächlich Schnee zum Selbermachen, resp. a little help from some friends, die dabei wohl ebenso erforderlich sein dürfte wie ein entsprechender Freundes- bzw. Bekanntenkreis.

    Schon ziemlich finster, von der im Idealfall gleissendreinweissen Farbe des Endprodukts mal abgesehen. Für herzerwärmende Gemütlichkeit dürften jedenfalls eher andere Arbeiten von Diaz sorgen können, etwa dieses für die Überwinterung vorgesehene Leibchen.

    Von miss.gunst am 10.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.01.06

    Schneeweisschen im Wunderland

    sn_k.gifEigentlich gab es ja schon mit dem gestrigen Blick in die nette Nachbarschaft frenzy Stöffchen satt. Andererseits hat es sich aber auch schon mehrfach bewährt, den Einstieg in die Woche mit einer kleinen Süssigkeit zu beginnen.
    Wunderbarerweise lässt sich das Ganze auch noch mit einem Ausflug in die Filmgeschichte verbinden.
    Und zwar wie?

    Ganz einfach, archive.org und (mittelbar wenigstens) Film Chest sei Dank.
    Da sich das Medium nach einigen Umfeld-Recherchen nicht so 100%ig sicher ist, ob wirklich eins zum anderen kommen darf bzw. durfte - aber natürlich auch, um die Spannung ein bisschen zu erhalten, will es sich mit der Inhaltsangabe etwas kürzer fassen als sonst.

    sn_g.gifNur so viel sei verraten: In dem kleinen Filmchen aus der Goldenen Ära des Zeichentrickfilms, das sich mehr oder weniger frei an einer Reihe von Märchenmotiven anlehnt, folgen wir der Heldin - einer bekannten Cartoon-Diva, die sich die Initialen mit einem französischen Filmstar teilt - auf einer abenteuerlichen Reise durch ein winterliches Wunderland.

    Was erst einmal recht bieder beginnt, entwickelt sich etwa ab der Hälfte der Laufzeit zu einem veritablen Trip, der Miss Alice - die sonst ja für Reisen hinter die Spiegel zuständig ist - alle Ehre machen würde. Kenner des Genres werden nebenbei auch die Keimzellen von Motiven entdecken können, die bei späteren Klassikern wie Signore Rossi wiederkehren.

    Soweit der Worttrailer, alles weitere Wissenswerte auf der entsprechenden Karteiseite bei archive.org.
    Das Medium wünscht hiermit eine zünftige Sichtung und entsprechend reichlich generiertes Vergnügen!

    P.S.
    Oh nein, so off topic wie dieser Eintrag vielleicht erscheinen mag, ist er nicht. Jedenfalls nicht in dieser Woche.
    Morgen mehr...

    Von miss.gunst am 09.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.01.06

    Verzückendes frenZINE (SBAW)

    fren1_ksw.gifHöchste Zeit, sich mal wieder in der Nachbarschaft umzuschauen. Und da der entsprechende Blick des Mediums seit einiger Zeit (und voraussichtlich mindestens noch bis Anfang Mai) durch die vergangenen Herbst eigens angeschaffte SBAW-Brille geschickt wird, stellen wir in diesem Zuge auch gleich eine(n) weitere(n) potentielle(n) Wunschkandidaten/in für die Swiss Blog Awards vor.

    Zwar hat das Medium keinen blassen Schimmer, ob Franziska Nyffeler a.k.a miss monkeypunk ihr frenZINE-Blog überhaupt für diesen Anlass anmelden wird.
    fren1.jpgWäre dem so und gäbe es dann auch eine Kategorie für "Vollkommene Verzückung" (oder so ähnlich) - dann stünde speziell dieses LogBuch ganz oben auf der Liste.
    Zumal ihm gleich anzusehen ist, dass es seinem Namen alle Ehre macht: Wo "the haptic blog" draufsteht, ist auch etwas zum Anfassen drin. Naja, fast. Jedenfalls wird die entsprechende Anmutung derart eindrücklich transportiert, dass man sich schon fast auf die Finger klopfen muss, um seinen Bildschirm nicht als Touchscreen zu missbrauchen.

    Ein bisschen Übung, den Reflex zum Umschlagen der virtuellen Ringbuchseiten zu unterdrücken, dürften die meisten frenZINE-Blog-LeserInnen mittlerweile allerdings schon haben. Denn eingerichtet wurde das Ganze im vergangenen Frühjahr nicht zuletzt, um dem einzig wahren frenZINE zu assistieren, das seinerseits bereits seit 2003 die Herzen von Screenmag-Fans höher schlagen lässt. [Beiseit mithin eingestanden: Da wird sogar das ansonsten nicht gerade Flash-verliebte Medium weich und freut sich an der satten Visualisierung...]

    fren6.gifDie im Oktober besagten Jahres erschienene Erstausgabe kommt noch vergleichsweise schlicht in Schwarz-Weiss daher; aber schon ab Nummer 2 (sozusagen miss monkeypunks Reise nach Wien... "vienna sucks - no, no: just a bit") wird es farbig; die Haruki Murakami gewidmete Ausgabe 6 erzählt nicht nur in Bildern, sondern auch in kleinen, träumerischen Texten - und überhaupt kann man beim lustvollen Blättern in den eins ums andere mal mehr verzückenden frenZINES eben nicht nur miss monkeypunks alles andere als langweiligen Kosmos kennenlernen, sondern auch ein bisschen darüber, wie facettenreich sich mit dem Medium Flash-Zine umgehen lässt.

    fren14.gifBesonders glücklich hat die frenZINE-Fans aber sicherlich die bislang jüngste Ausgabe, die im vergangenen November erschienene Nummer 14 gemacht. Die kommt nämlich als veritables Klappbilderbuch daher - nur dass selbiges anstelle von Krogufanten und Eledilen eben von monkeypunks und anderen frenzy figures bevölkert wird.

    Weil es hier aber aus sozusagen kategorialen Gründen nur nebenbei um's ZINE und an erster Stelle um das zugehörige LogBuch bzw. den frenZINE-Blog gehen soll, zu letzterem pflichtschuldig auch noch einige - naja: wenige Worte. Schliesslich könnte man mit Blick auf miss monkeypunks Produktionen auch schlicht und einfach den guten alten Goethe zitieren ("Zum Sehen geboren / zum Schauen bestellt..."). Aber ausgerechnet an dieser Stelle mit Klassikerlast kommen, das passt dann doch nicht so gut zum frenzy style. Eher schon wäre da wohl Dr. Faustrolls gelehrsamer Affe Backenbuckel zu Rate ziehen.

    fren_t.gifNun, das Medium schweift mal wieder ab. Will ja eigentlich nur noch anmerken: Im frenZINE-Blog werden nicht nur jeweils die Neuerscheinungen frischer frenZINE-Ausgaben annonciert, sondern es gibt auch drumherum immer wieder kleine frenzy goodies: Hinweise auf kongeniale Screen-Zines oder andere artverwandte Produktionen, Huldigungen an die sprichwörtliche Affenliebe, (Surf-)Tipps für (*ächz*, aber in diesem Fall: zugelassen) Flashfans und andere optische Pralinés. Leider nicht allzuhäufig, weil miss monkeypunk mutmasslicherweise im Hintergrund fleissig an ihren Kreationen und Kreatürchen bastelt. Aber man kann halt nicht alles haben.

    Wobei natürlich schon leicht das Begehren keimen kann, so ein frenZINE wirklich mitnehmen und unters Kopfkissen legen bzw. eben doch nicht nur am Bildschirm blättern zu können. Even more haptic sozusagen. Solange wir darauf noch warten müssen, bietet vielleicht ein T-Shirt oder etwas anderes Schickes aus dem monkeypunk-Shop Trost [Kauflustige bitte diesen Anker hier benutzen und nicht den auf frenZINE-Blog-Seite; dem fehlt bescheidenerweise derzeit noch ein www in der Adresse und deshalb das entscheidende Türchen].

    Von miss.gunst am 08.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    07.01.06

    Psychedelische Rückschau

    psy1_swk.gifDem Logo des gestern vorgstellten Sound Projector tief ins Auge zu blicken könnte schon mal eine ganz gute Vorbereitung sein.
    Wenn nicht auf den heutigen Abend, dann doch mindestens auf die Ankerwürfe dieses Eintrags, der sozusagen eine kleine Vorschau auf eine Psychedelische Rückschau gibt.

    "Psychedelic Review" titelt nämlich ein kleines, zweiteiliges Programm, das an diesem Samstag (07.01.06) im Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main gezeigt wird. psy1.gifUnd das seinerseits zu den kleinen Extras der Ausstellung "Summer of Love" gehört, die noch bis Mitte Februar in der Schirn Kunsthalle zu sehen ist (mehr dazu unter dem Motto "Tune in..." bzw. im Eintrag vom 16.12.2005, mit dem die GUNSTradio-Sendung vom Dezember angekündigt wurde).

    Zu den echten Highlights (oder sollte es in diesem Fall heissen: High-Lights?) der Schau auch aus medienhistorischer Perspektive zählen sowieso allem anderen voran die in verschiedenen Kojen gezeigten (und zu diesem Zweck natürlich auf DVD etc. pp. umkopierten) 16mm-Produktionen aus der Zeit um 1968: Kurzfilme von Jerry Abrams (der mit seiner Jerry Abrams Head Light Show u.a. auch lebende Legenden wie The Grateful Dead begleitete), abstrakte Experimentalfilme von Hy Hirsh und James Whitney, Perlen von Stan VanDerBeek und Jud Yalkut beispielsweise.

    psy2.gifEine kleine, um zusätzliche Pretiosen - wie, sozusagen unvermeidlich: Ron Nameths "Andy Warhol's Exploding Plastic Inevitable with Velvet Underground" (1967) - ergänzte Auswahl davon lässt sich nun eben heute abend vom bequemen Kinosessel aus geniessen. Schon von den physischen Voraussetzungen her etwas zünftiger als stehend bzw. lehnend in den Ausstellungskojen.

    Vorgestellt bzw. eingeführt wird das Programm zudem von einem Kenner der Undergroundmusikfilm- und -Zine-Szene, nämlich Uwe Husslein, der vergangenen Sommer auch für die u.a. mit einer leckeren Auswahl psychedelischer Plakate aufwartende Ausstellung You Got The Look im Kölner Museum für Angewandte Kunst verantwortlich zeichnete, die praktischerweise parallel zur c/o POP besucht werden konnte. [Achtung: Die Webseiten zur Ausstellung sind noch zugänglich, scheinen aber mittlerweile unter einem bösen Skriptfehler zu leiden; man muss jeweils nach unten blättern, um zu den Inhalten zu gelangen].

    Wer jetzt eine Schnute zieht, weil Frankfurt nicht um die Ecke liegt (wobei sich eine Wochenendexkursion mit vorausgehendem Ausstellungsbesuch und ggf. ans Filmegucken anschliessenden anderen Aktivitäten nach Wahl ja durchaus lohnen könnte), kann ersatzhalber auf die Mutter des Programmtitels weiterverwiesen werden: Die legendäre und einzig wahre Psychedelic Review.
    Sämtliche Ausgaben der zwischen 1963 und 1971 erschienenen Zeitschrift sind nämlich netterweise bei maps.org - den Heimseiten der Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS) - im Netz als pdfs verfügbar. Ein echtes Bildungserlebnis, meint jedenfalls das Medium.

    ldan_k.gifUnd für diejenigen, die nicht das Haus verlassen, aber trotzdem einen Film zum Thema schauen wollen, haben wir praktischerweise noch einen weiteren Alternativ-Tipp anzubieten. Mindestens für jene jedenfalls, welche es im Dezember verabsäumt haben, sich zur späten Schweizer Premiere von Lutz Dammbecks Produktion Das Netz im Zürcher Filmpodium-Kino einzufinden (mehr dazu im Eintrag vom 14.12.2005).
    Denn heute nacht oder genauer gesagt: morgen früh um 0.20 Uhr wird der Film dann auch mal im Fernsehen, und zwar bei ARTE-TV ausgestrahlt.

  • Die Daten:
    Psychedelic Review
    zu "Summer of Love. Psychedelische Kunst der 60er Jahre"
    Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main
    Schaumainkai 41 (Museumsufer)
    D-60596 Frankfurt am Main
    Filmprogramme mit Einführung von Uwe Husslein
    Samstag, 07.01.2006
    20.30 Uhr (Programm 1) und
    22.30 Uhr (Programm 2)
  • Von miss.gunst am 07.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.01.06

    Sound Projector (WRT)

    sopro_k.gifNicht, dass das Medium den am heutigen Dreikönigstag allenthalben umherziehenden Sternsingern Konkurrenz machen wollte.

    Aber gegen eine gute Alternative dürfte wohl nichts einzuwenden sein - und diese hier will ebenfalls termingerecht wahrgenommen werden.
    Freitag, folglich auch heute, ist nämlich Soundprojektor-Tag.

    Jedenfalls auf resonance_fm, jenem Londoner Radiojuwel, das sowieso jede Menge hörenswerter Sendeschienen in seinem Programm bietet. Und in diesem Log ja auch schon einmal im Zusammenhang mit den "bespoke sound"-Sendungen des UNST-Kollektiv bzw. der ebendort ausgestrahlten Variation auf Max Neuhaus' Radionetz-Konzept angepriesen worden ist.

    sopro_r.gifDort sendet The Soundprojektor jeweils freitags am Nachmittag von 17:00-19:00 Uhr seine Sound Projections - ergo wird man sich auch heute wieder per resonance-Sream zuschalten können.

    Vor allem anderen und zunächst einmal ist The Soundprojektor allerdings eine Zeitschrift, die seit 1996 von Ed Pinsent gemacht resp. herausgegeben wird. Zum Selbstverständnis lässt das Manifesto verlauten:

    The Sound Projector is personal, speculative, humourous, eccentric and discursive - it is simply an open platform for ideas, pointers, directions, the million and one ways in which the drug of music can short-circuit your brain, expand your horizons, and connect you to your inner being.

    Einen eingehenderen Einblick in die Umsetzung dieses ansprechenden Konzepts kann man sich mühelos auf der Soundprojektor-Heimseite verschaffen - etwa, indem man ins Archiv der Back-Issues spaziert, wo aus einigen Ausgaben Auszüge zu lesen sind. Im Fall der ersten drei Nummern, die auf Papier nicht mehr erhältlich sind, ist sogar jeweils das gesamte Heft online zugänglich.

    sopro_g.gifSchon die erste Ausgabe - The Microwave Manual - besticht dabei natürlich nicht nur durch ihre liebevolle Gestaltung, die sich Pinsent - hauptberuflich nämlich Comic-Zeichner - und seinem Netzwerk an Kollegen verdankt. Sondern allem voran durch die Inhalte, die wunderbarer Weise zu einer ganzen Reihe von HOME MADE-Schwerpunkten satte Schnittmengen aufweisen.
    So werden beispielsweise in der Sektion "Your Ears Are My Punching-Ball" verschiedene japanische Noise-Produktionen vorgestellt; in der Sektion "The Crackling Ether" geht es unter anderem um Aufnahmen von Clara Rockmore am Theremin.
    Ausgabe 3 aus 1998 wiederum erfreut das Herz unter anderem mit einem Porträt des Kölner Labels a-musik, macht Ausflüge in den historischen Sumpf des deutschen Psychedelic-Krautrock und in der bereits eingeführten Sektion "The Crackling Ether" gibts diesmal u.a. etwas über den auch vom Medium sehr geschätzten Thomas Köner.

    A propos Sektionen: Was jeweils hinter deren liebevoller Benamsung steht, entschlüsselt auf der Soundprojektor-Heimseite ein eigenes Glossar.

    sopro_14.gifWer nun Appetit auf aktuellere Ausgaben - etwa die gerade jüngst im Dezember erschienene Nummer 14 - bekommen hat, kann diese entweder fernpostalisch von der Insel bestellen. Oder sie sich vielleicht beim nächsten Köln-, Berlin- oder London-Besuch im Plattenladen des Vertrauens mitnehmen.

    Für heute aber muss man, wie schon geschrieben, für den Empfang von Sound Projections nur nachmittags den resonance-Sream anwerfen. Auf dem Programm stehen diesmal zwei Stunden, in denen Ed Pinsents Kollege Harley Richardson den Gast-DJ spielt.
    [Beiseit: Die beiden haben übrigens auch ein Musikprojekt zusammen, das auf den schönen Namen Mystery Dick hört und - wie das mp3-Exzerpt aus der MD-Produktion "One Note Mind" vermuten lässt - auch ziemlich Psychedelica orientiert funktioniert.]
    Aber wie auch immer: Richardsons Pin Ups sehen ja schon mal sehr knackig aus. Da sind wir doch erst recht gespannt, wie wohl seine Sound Projections ausfallen werden.

    Von miss.gunst am 06.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.01.06

    Klingende Polygonen (WRT)

    rfp_k.gifNein, das Medium hat den Jahreswechsel nicht unplugged auf den Seychellen oder am Nordpol verbracht oder gar ein Schweigegelübde abgelegt. Über die Gründe für den unfreiwilligen LogBuch-Urlaub gab es bereits gestern genug Worte (und Bilder) - indes wurde er im Stillen genutzt, um umso weidlicher in anderen Gefilden zu gründeln.

    Nun scheint ja - neue Chance, neues Glück - auch dieser Kommunikationskanal tatsächlich wieder wie gewohnt zur Verfügung zu stehen. Da das Medium allerdings noch immer ein wenig verschüchtert ist, gibt es erst einmal etwas für die Öhrchen. Denn mit einem Webradio-Tipp sollten sich auch etwaige neue Sendepausen in den nächsten Tagen locker überbrücken lassen.

    pnw_gk.gifKommen wir daher zur Sache - und die heisst in diesem Fall polygon bzw., genauer gesagt: polygonnetwork.org. Worum es dabei geht, formulieren die Polygonen selbst wie folgt:

    the polygon network is an open collective of electronic musicians from atlantic canada. our goal is to spread the word about atlantic canadian electronic music, as well as to encourage communication between artists in the region.

    Das klingt für andernorts beheimatete Ohren (bzw. liest sich mit andernorts beheimateten Augen) vielleicht erst einmal eher wie eine Angelegenheit von vornehmlich lokalem Interesse. Aber es lohnt sich durchaus, vor Ort vorbeizuschauen und sich die Produktionen aus "atlantic canada" zu Gemüte zu führen.

    pnw_yu.gifUnd wenn man in diesem Zuge gleich mal bei den derzeit jüngsten releases beginnt, wird man sogar auf vergleichsweise vertraute Phoneme stossen:
    Bei "FIK DE NACHT" von YUGO ist nämlich in der Tat drin, was draufsteht - weitere Kommentare dazu spart sich das Medium deshalb auch an dieser Stelle mal (bzw. bittet die geneignten LeserInnen, sich bei Bedarf einfach selbst den titelgebenden Track zu Gemüte zu führen - mp3 via archive.org).

    pnw_21err.gifBevozugt empfehlen würde es aus dem Publikationsfundus von polygon tatsächlich eher andere Pretiosen. Wie zum Beispiel (das ist wahrscheinlich seiner nie so recht rostenden lowfi-Liebe geschuldet) der auch als LP erschienene, aber via archive.org auch komplett als EP zugängliche "Bachelor of Commerce" von Errand Boy ("...bowls 300, steals your girlfriend, and makes a sandwich in under one hour." - lecker, oder? Hier als kleine mp3-Kostprobe ebenfalls mal der Titel-Track).

    Was das polygon aber vor allem anderen auch in seinem Netzwerk hegt und pflegt ist - und damit kommen wir zum eingangs angekündigten WRT - ist ein eigenes Radioprogramm namens radio free polygon.

    rfp_g.gifAusgestrahlt wird es Samstags von 09:00 Uhr bis 10:30 Uhr p.m. (also abends) und AST (folglich in einem Zeitzonenabstand von, *ächz*, mehreren Stunden - aus HOME MADE-homebase-Perspektive ungefähr dann, wenn die ersten Vögel zu fiepen beginnen) über den in Halifax beheimateten Sender CDKU. Den kann man durchaus per livestream online mithören, wenn man sich an den leichten Verschiebungen in den Zeit-Raum-Koordinaten nicht weiter stört.

    Bequemer ist es jedoch, sich einfach die jeweils letzte(n) Sendungen aus dem Archiv zu fischen, wo sie praktischerweise gleich mit einer Playlist vorgestellt werden. Die derzeit jüngste Sendung datiert zwar von Anfang Dezember. Aber da es im Archiv ja doch noch einige Vorräte hat (und natürlich auch das Medium derweil mit weiteren Webradio-Tipps aufwarten wird), sollte dies das Vergnügen nicht wirklich schmälern.
    Und ein ebensolches bereiten die abwechslungsreichen Sendungen von radio free polygon auf jeden Fall. Oder etwa nicht?

    Von miss.gunst am 05.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    04.01.06

    Wiederauferstehung aus dem Jammertal

    tama_lk.gifZiemlich lang währte die server- bzw. providerbedingte traurige Lage dieses Logs, aufgrund der das Medium notgedrungen zum Schweigen veurteilt war.

    Daher an dieser Stelle nun ein etwas verspäteter Aufbruch ins Neue Jahr - und ein erstes schüchternes Winken, das seinen Aufstieg aus dem tiefen Jammertal begleitet.

    tama1_tt.gifZwar war wenigstens die Fassade von HOME MADE auch zwischendurch zeitweise wieder erreichbar gewesen. Doch so richtig hatte sich das Ersatztamagotchi dabei doch nicht wieder zur
    Wiederauferstehung (siehe den Eintrag vom 27.12.05) überreden lassen.

    Insofern hofft das Medium, dass sich wenigstens der eine oder die andere ersatzweise mit dem virtuellen Mixtape zum Jahreswechsel hat vergnügen können.
    Wohingegen das Medium selbst derweil, seiner Stimmung entsprechend, im Chor mit dem ebendort vorgestellten Sad Robot (mp3) von Pornophonique in sein Kopfkissen heulte.

    Nun also scheint es seine Tränen wieder trocknen zu können - selbstredend mit einem liebevoll bestickten Taschentuch (welches Design das Medium passend zur Lage ausgewählt hat, dürfen aufgeschlossene LeserInnen gerne raten).

    Wirklich dankbar winkt das Medium aber Matthias Gutfeld von blog.ch zu, der ihm zur Überbrückung der Notlage auf seinem blog.ch/blog einen Gastzugang eingerichtet hatte. Einfach so.

    tama1_lt.gifDa das Medium lieber versuchen wollte, sich in tapferer Gleichmut zu üben, ist es für diesmal allerdings auf der Seite der Kommentierenden geblieben. Vielleicht wird es das so nett geöffnete Türchen ja gelegentlich anderweitig nutzen? Bleibt jedenfalls zu hoffen, dass der Notanker als solcher nicht so bald in Gebrauch genommen werden muss!

    [Erläuterung zur Illustration, in Anlehnung an bekannte Daten deutscher Dichtung:
    Tage war das T todkrank - nun sch***** es wieder, Gott sei Dank!]

    Von miss.gunst am 04.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)