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06.01.06

Sound Projector (WRT)

sopro_k.gifNicht, dass das Medium den am heutigen Dreikönigstag allenthalben umherziehenden Sternsingern Konkurrenz machen wollte.

Aber gegen eine gute Alternative dürfte wohl nichts einzuwenden sein - und diese hier will ebenfalls termingerecht wahrgenommen werden.
Freitag, folglich auch heute, ist nämlich Soundprojektor-Tag.

Jedenfalls auf resonance_fm, jenem Londoner Radiojuwel, das sowieso jede Menge hörenswerter Sendeschienen in seinem Programm bietet. Und in diesem Log ja auch schon einmal im Zusammenhang mit den "bespoke sound"-Sendungen des UNST-Kollektiv bzw. der ebendort ausgestrahlten Variation auf Max Neuhaus' Radionetz-Konzept angepriesen worden ist.

sopro_r.gifDort sendet The Soundprojektor jeweils freitags am Nachmittag von 17:00-19:00 Uhr seine Sound Projections - ergo wird man sich auch heute wieder per resonance-Sream zuschalten können.

Vor allem anderen und zunächst einmal ist The Soundprojektor allerdings eine Zeitschrift, die seit 1996 von Ed Pinsent gemacht resp. herausgegeben wird. Zum Selbstverständnis lässt das Manifesto verlauten:

The Sound Projector is personal, speculative, humourous, eccentric and discursive - it is simply an open platform for ideas, pointers, directions, the million and one ways in which the drug of music can short-circuit your brain, expand your horizons, and connect you to your inner being.

Einen eingehenderen Einblick in die Umsetzung dieses ansprechenden Konzepts kann man sich mühelos auf der Soundprojektor-Heimseite verschaffen - etwa, indem man ins Archiv der Back-Issues spaziert, wo aus einigen Ausgaben Auszüge zu lesen sind. Im Fall der ersten drei Nummern, die auf Papier nicht mehr erhältlich sind, ist sogar jeweils das gesamte Heft online zugänglich.

sopro_g.gifSchon die erste Ausgabe - The Microwave Manual - besticht dabei natürlich nicht nur durch ihre liebevolle Gestaltung, die sich Pinsent - hauptberuflich nämlich Comic-Zeichner - und seinem Netzwerk an Kollegen verdankt. Sondern allem voran durch die Inhalte, die wunderbarer Weise zu einer ganzen Reihe von HOME MADE-Schwerpunkten satte Schnittmengen aufweisen.
So werden beispielsweise in der Sektion "Your Ears Are My Punching-Ball" verschiedene japanische Noise-Produktionen vorgestellt; in der Sektion "The Crackling Ether" geht es unter anderem um Aufnahmen von Clara Rockmore am Theremin.
Ausgabe 3 aus 1998 wiederum erfreut das Herz unter anderem mit einem Porträt des Kölner Labels a-musik, macht Ausflüge in den historischen Sumpf des deutschen Psychedelic-Krautrock und in der bereits eingeführten Sektion "The Crackling Ether" gibts diesmal u.a. etwas über den auch vom Medium sehr geschätzten Thomas Köner.

A propos Sektionen: Was jeweils hinter deren liebevoller Benamsung steht, entschlüsselt auf der Soundprojektor-Heimseite ein eigenes Glossar.

sopro_14.gifWer nun Appetit auf aktuellere Ausgaben - etwa die gerade jüngst im Dezember erschienene Nummer 14 - bekommen hat, kann diese entweder fernpostalisch von der Insel bestellen. Oder sie sich vielleicht beim nächsten Köln-, Berlin- oder London-Besuch im Plattenladen des Vertrauens mitnehmen.

Für heute aber muss man, wie schon geschrieben, für den Empfang von Sound Projections nur nachmittags den resonance-Sream anwerfen. Auf dem Programm stehen diesmal zwei Stunden, in denen Ed Pinsents Kollege Harley Richardson den Gast-DJ spielt.
[Beiseit: Die beiden haben übrigens auch ein Musikprojekt zusammen, das auf den schönen Namen Mystery Dick hört und - wie das mp3-Exzerpt aus der MD-Produktion "One Note Mind" vermuten lässt - auch ziemlich Psychedelica orientiert funktioniert.]
Aber wie auch immer: Richardsons Pin Ups sehen ja schon mal sehr knackig aus. Da sind wir doch erst recht gespannt, wie wohl seine Sound Projections ausfallen werden.

Von miss.gunst am 06.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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