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31.01.06

Vernissage TV (SBAW, VTVT)

vtv_k.gifWarum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Zugegeben: NetznutzerInnen können gegographische Distanzen natürlich sowieso weitgehend vernachlässigen.
Trotzdem lässt sich beim Gang in die nähere Nachbarschaft oft noch der eine oder andere Mehrwert abholen. Zum Beispiel auch in Sachen webbasiertes Kulturfernsehen.

Während es bei dem gerade erst vorgestellten culturetv.tv eher Ausstellungen sind, für deren Besuch man sich - jedenfalls, so man in der Schweiz lebt - doch eher ein Flufticket besorgen muss, ist bei Vernissage TV der Weg vom Video zum real besuch- und begehbaren Original in der Regel nicht so weit.

vtv_g.gifDas hat ganz klar damit zu tun, dass dieses Video-Podcast in Basel angesiedelt ist. Vorzugsweise (wenngleich nicht ausschliesslich) stehen daher Kunstereignisse aus der Region im Mittelpunkt der Berichterstattung. Und da dieses Einzugsgebiet nun nicht eben als kulturelle Provinz bezeichnet werden kann, muss man sich um die Internationalität dabei keine Sorgen machen.

So lädt eine der jüngsten Produktionen beispielsweise zu einem Rundgang durch in der vorvergangenen Woche eröffnete Ausstellung von Gustav Metzger in der Basler Kunsthalle ein.

Verantwortlich für Vernissage TV ist ebenfalls ein Profi - sowohl in Sachen zeitgenössischer Kunst(vermittlung) als auch in Sachen WWW: Schon mit seiner in Grenzach-Whylen angesiedelten Galerie hatte sich Heinrich Schmidt in den Neunzigern auf Neuland gewagt, indem er vorzugsweise auf netzbasierte Projekte setzte und hierbei die KünstlerInnen auch technisch unterstützte. Für Vernissage TV hat er sich zunächst mit einem Video-Galerie-Vlog warm gelaufen - das nebenher übrigens nach wie vor betrieben wird.

Mehr über das Konzept verrät er in einem kleinen Gespräch mit Kai Hoelzner, das vergangenen Herbst im vor einiger Zeit schon mal vorgestellten Kunst-Blog erschienen ist.

Das Grundkonzept von VernissageTV besteht darin, das wir zur Kunst selbst nichts sagen.

Hm. Das erinnert einerseits an Gerry Schum, der vor etwa vierzig Jahren mit seinen entsprechenden Idealen im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen gnadenlos scheiterte: Sein Wunsch war es ebenfalls gewesen, die Bilder für sich sprechen zu lassen. Fragt sich allerdings, damals wie heute: Können Bilder wirklich selber sprechen? Oder wenn man das meint: Wer spricht da eigentlich?
Und: Sagen nicht auch manchmal Kamera-Perspektiven ziemlich viel?

Mindestens letzteres lässt sich bei der Sichtung von Vernissage-TV-Sendungen durchaus mit einem deutlichen "Ja!" beantworten. Und das ist auch gut so. Findet jedenfalls: miss.gunst.

Von miss.gunst am 31.01.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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