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12.02.06
tm06: Blätter- und Blütennachlese(n). Teil I
Während das Medium just zur transmediale-Zeit weitgehend auf sein scheintotes Blog verzichten musste, sind zahlreiche KollegInnen ziemlich fleissig gewesen.
Da bietet es sich doch an, zum klassischen Feuilleton-Tag eine kleine Blätter- und Blütennachlese zur transmediale vorzunehmen.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit selbstredend.
Dafür getestet, mit den eigenen Eindrücken abgeglichen, entsprechend kommentiert und mit Unterfutter versehen. Und weil da so einiges dranhängt, gibt es heute erst einmal einen ersten Teil.
Um es gleich vorab zu sagen:
Nicht nur numerisch weit vorn ist - jedenfalls wenn man auf die deutsch- und englischsprachigen Blogs fokussiert (es gibt auch einige italienische, spanisch- bzw. portugiessischsprachige, niederländische undsoweiter; das Publikum kam diesmal wirklich aus allen Himmelsrichtungen zusammen) - wie so oft we-make-money-not-art. Wie gewohnt ausführliche Artikel mit vielen vielen Bildern [beiseit: von denen einige um anhängige Rechte besorgten Mitmenschen wahrscheinlich Schweissperlen auf die Stirne treiben würden - aber solange niemand muckt, freuen wir uns einfach mit an den opulenten Illustrationen].
Begonnen schon im Vorfeld am 31.01.02 mit Blick auf die bei c-base bis zum ersten tm-wochenende laufende Ausstellung "Reality Check", in deren Rahmen am 06.02. dann auch noch das dorkbot.bln-meeting stattfand. Ohne das Medium (und offenbar auch ohne Régine), daher hier nur zur Information.
Berichte aus erster Hand gibt es zu mehreren Salon-Veranstaltungen und Panels, so zum Urban Media Panel.
Auf dem stellte am Sonntag (05.02.) Tim Edler von realities:united das Fassadenbeleuchtungsprojekt SPOTS vor, bei dem sich tm-Leiter Andreas Broeckmann als Mitkurator mitverdient gemacht hat, um es mal bewusst etwas doppeldeutig auszudrücken. Die von Künstlern wie Carsten Nicolai gestaltete bewegte High Tech-Wandmalereien eine schicke Angelegenheit (kann das Medium bestätigen; auf den SPOT-Seiten lassen sich Standbilder satt und auch Videos betrachten - sogar eine Webcam hat es). Nunja, in Summa lässt sich wohl trotzdem frei nach Loriot sagen: Wie schön, dass es jetzt so schön ist am sowieso so schönen Potsdamer Platz. Da werden sich die Bürger dieser Stadt sicher nun richtig zu Hause fühlen und gern zum abendlichen Schwätzchen hinflanieren. Oder nicht?
Nett jedenfalls, dass die Edlers [= Jan und Tim] im Interview von Deutschlandradio verraten, dass sie eine ganz profane Perspektive auf die Herrschaftsarchitekturgestaltung haben:
Heute wissen die Brüder, was sie machen: Sie tunen Hausfassaden. Für sie ist diese Arbeit kaum etwas anderes als ein neuer Anstrich. Oder besser gesagt dessen Weiterentwicklung. Und in ein paar Jahren vielleicht ganz alltäglich.
Irgendwie something completely different hatte Christian Möller mitgebracht, der ebenfalls auf dem Urban Media-Panel sass.
Letzterer ist nämlich in Berlin in der noch laufenden tm-Ausstellung SMILE MACHINES mit seiner (in der Produktion rechnergestützen) Video-Arbeit "Cheese" (2003/2004) vertreten, zu der hier informationshalber der Katalogtext des Ars Electronica Centers verankert wird, weil derlei die tm-Seiten leider nicht hergeben. Zusehen kann man gecasteten Modellen beim überwachten Zwangslächeln, das fortzusetzen bzw. wiederaufzunehmen sie von einem Überwachungssystem genötigt wurden, wann immer die Mundwinkel der Schwerkraft folgend nach unten sackten. Technisch alert gemacht, inhaltlich eigentlich ein One Liner. Aber - zumal bestens passend zu George Maciunas ebenfalls in der Ausstellung gezeigter Flux Smile Machine - ein echtes Highlight in der aktuellen Schau. Fand nicht nur das Medium, sondern auch Régine (und das ebenfalls schon anlässlich der Ars Electronica 2004).
Denen, die das Ganze weder in Linz noch in Berlin sehen konnten, rät das Medium zur Sichtung von Möllers eigenem Doku-Video aus 2003.
Aktuellere Einblicke bietet z.B. Alex vom Platoon Blog in einem entsprechenden Eintrag an. Und als zusätzliches Bonbon, in dem "Cheese" allerdings nur unter anderem vorkommt - dafür dann aber u.a. der Freitagssalon der Ludic Society mitgenommen wird - empfiehlt das Medium noch eine Episode aus dem GRTA_V_LOG von Georg Schütz und Kollegen vom ersten transmediale-Tag.
Und vielleicht gelegentlich, weil zum Podiumsthema dann doch etwas besser passend als das Käselächeln, noch mal einige ältere Arbeiten von Möller vor dem geistigen Auge bzw. dem heimischen Browser Revue passieren zu lassen. Auch, weil da nicht selten einiges an Musik drin steckt.
So, schreibenderseits gefühlt sollte das bis hierher für eine erste Nachlese resp. Rückschau reichen. Weiter geht es dann noch in den nächsten Tagen.
[Gezwungenes Lächeln: Natürlich nicht Tscheese noch Maciunas, sondern des Mediums entsprechend genötigte Zeichenmaschine.]
Von miss.gunst am 12.02.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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