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27.04.06

Linux Audio Conference 2006

lac_ksw.gifKleine Unterbrechung im Radio-Programm zugunsten eines aktuellen und eiligen Hinweises: Ab heute (27.05.06) findet im ZKM Karlsruhe die diesjährige Linux Audio Conference (kurz: LAC 2006) statt.

Über das Programm informieren neben der Übersicht nicht nur Abstracts zu den einzelnen Vorträgen und Workshops. Vorbildlicherweise haben die meisten ReferentInnen auch schon Präsentationen eingereicht, die ebenfalls bereits online abrufbar sind.
lac_g.gif[Allerdings, Achtung, nicht über die Anker in den Abstracts - in denen leider der Eintrag für das Unterverzeichnis fehlt. Daher empfiehlt es sich, direkt in das Verzeichnis "download" zu schauen, wo dann unter den Namen die jeweiligen Dateien zu finden sind - in allen möglichen putzigen Fomaten von .py bis .pdf, aber immerhin samt und sonders vorhanden.]

Kommt leider etwas kurzfristig, um noch eine Fahrt nach Karlsruhe einzuplanen? Kein Problem: Die gesamte Konferenz soll auch per Internet-Livestream (natürlich als zünftiges .ogg) gesendet werden - und wen selbst das nicht wirklich glücklich machen sollte, der bzw. die darf darauf hoffen, dass die Aufnahmen im Anschluss an die Veranstaltung wie geplant auch über das Archiv herunterzuladen sind.

Von miss.gunst am 27.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.04.06

Virtuelles Radiomuseum

vira_ksw.gifDa wir schon dabei sind, gleich noch ein Ausflug in die Historie. Denn die Freude an den alten Radios lässt sich noch steigern, wenn man über weiterführendes Wissen um die Geschichte verfügt. Wie schon für den letzten Eintrag, so gilt auch für diesen: Das Angebot im Netz ist denkbar gross - und wiederum sind es nicht selten private Initiativen, die einen besonders guten Einstieg vermitteln.

Zum Beispiel "A World of Wireless" - ein Virtuelles Radiomuseum, das von den Niederländern Karin und Arjan betrieben wird.

Wie Rainer Steinfuehr von Wumpus Welt der Alten Radios sammeln die beiden Radios - und haben rund um ihre Kollektion eben auch einiges an Kontextinformationen ins Netz gestellt.

vira_g1.gifWährend die Datenbank zu den verschiedensten Radiotypen wohl eher etwas für SpezialistInnen ist, kommt ihre Radiogeschichte gut gegliedert und angenehm übersichtlich daher - also genau das richtige, wenn man sich einen ersten Überblick vermitteln will.

Allerdings muss das Medium bei einem genaueren Blick auf die Daten zum Kapitel Prähistorie gestehen, dass ihm da *ein* Name doch recht schmerzlich fehlt. Welcher wohl?

Nun, keine Sorge - wir sind erst am Anfang der Ausflüge in die Geschichte der singenden, schwingenden Apparate. Auf einem der nächsten Zettelkastenzettel wird der Gesuchte sicher (wieder mal) stehen...

Von miss.gunst am 26.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.04.06

Alte Radiowelt

rdr_ksw.gifRadiogeschichte ist ein Kontinent für sich. Für diejenigen, die sich auf eine entsprechende Reise durch Zeiten und Räume begeben wollen, gibt es einige gute Adressen.

Im deutschsprachigen Raum allen voran: Wumpus' Welt der Alten Radios.

Der Berliner Rainer Steinfuehr, der die Seiten seit 1996 betreibt und kontinuierlich ausgebaut hat, ist nicht nur ein leidenschaftlicher Sammler in Sachen historischer Radiogeräte. Als ehemaliger Radio- und Fernsehtechniker kennt er sich in der Materie bestens aus.

rdr_g.gifDeshalb kann man in Wumpus' Welt der Alten Radios Einiges darüber erfahren, wie verschiedene Generationen von Geräten funktionier(t)en - und bekommt sogar Tipps, wie etwaige Erbstücke oder Flohmarkt-Erwerbungen zu reparieren sind.

Reich illustrierte Seiten geben zudem Einblick in die (deutsche) Rundfunkgeschichte im allgemeinen sowie weiters in jene der Röhren- und Transistorradios, ein spezielles Augenmerk gilt ausserdem dem Mythos und der Realhistorie des Volksempfängers.

Besonders gern gründelt das Medium aktuell in jenem Spezialkapitel, das den Radio-Experimentierkästen gewidmet ist. Zu Ostern hat es nämlich einen Kosmos-Radiomann geschenkt bekommen. Kein historisches Original, sondern die Neuauflage von 2004 - aber immerhin. Zumal dieser Kasten dem Medium, das in seiner Jugend ansonsten unzählige glückliche Stunden mit diversen Kosmos-Experimentierkästen verbracht hat, in der Sammlung wirklich noch fehlte.
Was nun allerdings um so mehr fehlt, ist die Musse, sich gleich ans frohe Basteln zu machen... *seufz* - im umgekehrten Fall sieht es übrigens besser aus: Auf Wumpus' Radiomann-Seiten gibt es nämlich auch Tipps, wie man selber ein äquivalentes Bastelset zusammenstellen kann.

Ansonsten zeigt ein Blick auf die Liste der jüngsten Aktualisierungen, dass Radiogeschichte hier mitnichten verstaubt, sondern neben der Präsentation von Neuzugängen in der Sammlung eben auch stets an den Textseiten weitergearbeitet wird. Das alles aus Privatinitiative - manches Museum dürfte da durchaus ehrfurchtsvoll schauen.
In diesem Jahr wird - wie anhand des bereits erwähnten Starts in 1996 leicht auszurechnen - Wumpus' wunderbare Welt der alten Radios stolze zehn Jahre alt - das Medium gratuliert und wünscht (nun, nicht ganz uneigennützig) den Seiten auch weiterhin gut zu gedeihen und sowieso ein langes Leben!

Von miss.gunst am 25.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.04.06

Nachtschichten (WRT)

nas_ksw.gifSozusagen ein Kombi-LogBuch-Eintrag für den Sonntag und den Montag gleich mit. Angekündigt werden will das Ganze zwar heute - aber eben auch der Name beim Wort genommen werden. Denn mindestens wenn man die Ausstrahlung direkt mithören will, heisst es: Nachschichten schieben.

Beinahe wäre es dem Medium durch die Lappen gegangen - das Nachtschichten-Projekt auf dem Zürcher Radio LoRa.

Seit erstem Januar schon

läuft für ein halbes Jahr das Pilotprojekt "Nachtschichten" auf Radio LoRa. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt NOW der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich haben wir ein experimentelles Radioprogramm zusammengestellt, das die nächtlichen Sendestunden bespielt, in denen sonst Playlisten das Programm füllen. Alle 2 Wochen geht einE andereR KünstlerIn auf die etwa 50 Stunden lange Strecke der "Nachtschichten".

nas_g.gifDetails der Programmierung sind zum einen der Nachtschichten-Heimseite zu entnehmen, wo neben der Programmstruktur (es gibt nämlich ausser den Originalbeiträgen auch Interviews mit Hintergrundinformationen) die beteiligten KünstlerInnen mit ihren Projekten vorgestellt werden.
Was genau wann läuft, ist zum anderen natürlich auch im jeweiligen Tages- bzw. Nachtprogramm auf den LoRa-Seiten aufgeführt.
[Achtung: Anders als bei vielen anderen Sendern sind die frühen Morgenstunden eines Tages hier dem jeweils voraufgehenden Tag zugeordnet - aber das sieht man ja eigentlich auch auf den ersten Blick.]

Derzeit und noch bis zum 07.05.06 sind bereits die Wiederholungen der ersten Sendemonate dran, im Anschluss, also ab dem 08. Mai wird dann wieder mit frischen Einspielungen losgelegt.
Für die heutige Nacht (Sonntag 23.04.06 auf Montag 24.04.06) beispielsweise ab 02:00 Uhr KLANG:ZEIT:KLANG von Benjamin Federer (Näheres inklusive BenFed-Musik bei intraversal.de) und danach ab ca. 05:00 Uhr Microscopic Trips von Stini Arn (zum Anfixen eignet sich vielleicht auch diese Info über ein älteres Projekt beim message salon, an den nicht von ungefähr in diesem LogBuch schon früher gern erinnert wurde).

Wunderbarerweise können aber nicht nur Nachtwachende das Ganze live per Internet-Stream mithören. Vielmehr gilt der Webradio-Tipp in diesem Fall quasi für jede beliebige Tages- und Nachtzeit - denn bereits ausgestrahlte Sendungen sind über das Nachtschichten-Sendungsarchiv abrufbar.

Wahrscheinlich die ersten Nachtschichten, die gerade weil sie sogar Tagschichten einschliessen, absolut Gewerkschaftskompatibel sind.
Das ist wahre Kunst, findet das Medium. Oder etwa nicht?

PS: Übrigens sind die Nachtschichten Teil eines laufenden HGKZ-Forschungsprojekts namens NOW, bei dem es um zeitbasierte Kunstprojekte im Allgemeinen geht - und im Speziellen eben auch um Audio-Arbeiten geht. Und dem wir vergangeges Jahr bereits den Elektromagnetischen Sommer verdankten.

Von miss.gunst am 23.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.04.06

electroschrott microfestival (mit WRT)

esf_ksw.gifKlingt erst mal nach einem Bastelnachmittag - wird aber eher ein Konzert- und Tanzabend werden:
Das electroschrott microfestival in Basel, der heutige Tagestipp, so man in geographisch hinreichender Nähe zum Ort des Geschehens weilt.

Ausgerichtet wird es, als zweites seiner Art, von und in der Kaserne Basel, und eingeladen wird mit folgendem leckeren Motto:

von analogem kabelsalat bis 8bit game boy sounds. ein abend im zeichen der elektronischen musikkultur. von minimal bis scheissegal. let's party.

esf_g1.gifDas heisst: lecker klingt auf jeden Fall der erste Teil oder die ersten zwei Drittel. "scheissegal. let's party" ist allerdings nicht wirklich ein so gutes Kriterium für Menschen (und Medien), die durchaus eine gewisse Vorstellung davon haben, was sie freiwillig in ihre Gehörgänge lassen resp. ebendort freudig empfangen wollen und was nicht.

In diesem Fall gibt es aber eine Speisekarte, die verspricht, dass das Gebotene vielleicht durchaus besser selbstbewusst mit "von minimal bis... phänomenal" oder so ähnlich hätte angepriesen werden können. Jedenfalls etwas netter.

Mit dabei sind diesmal monolux (gluecksscherben.ch), Paco Manzanarez aka Wanga von micromusic.net, (Marco) Papiro von atreeinafieldrecords, DUB:DRAY (die Webseite seines eigenen Labels, seldomtype.net, will leider grad nicht und lässt sich deshalb nicht verankern), SQ16 (wiederum bei gluecksscherben.ch) sowie last but not least das LD-ISVQ-Konsortium von unserem Basler Lieblingsnetzlabel interdisco.
Klingt alles nicht wirklich nach scheissegal, oder?

esf_g2.gifDie Daten dazu:
electroschrott für die Ohren (und den Rest der zugeneigten Biomasse) am heutigen Samstag ab 22:30 Uhr im Rosstall der Kaserne Basel. Und bitte 18 CHF für die Abendkasse kalkulieren.

Aber wir sind noch nicht ganz am Eintragsende angelangt.
Wie es der Zufall so will, lässt sich auch dieser Eintrag mit ein bisschen Biegen noch in die laufende HOMEMADE-Radio-Woche eingliedern - und zwar mit einem Webradio-Tipp verbinden.

Das interdisco-Team legt nämlich nicht nur auf und macht selbst Musik. Es gibt auch eine interdisco-Familien-Radiosendung auf dem Basler RadioX. Die heisst - nett, oder? - mainstream und spielt in der Regel Charts für den Mainstream der Minderheiten. Im Schwerpunkt Indie und Electronica. Und veranstaltet regelmässig kleine Ratespiele, bei denen man tolle Dinge gewinnen kann.

Gesendet wird jeden Donnerstag von 21:00 bis 22:00 Uhr - und weil das Basler RadioX andes als seine Namensbase in Frankfurt einen Internet-Stream hat, ist das Ganze eben auch WWW-weit zu empfangen.
Aber das nur nebenbei...

Von miss.gunst am 22.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.04.06

LichtKunst ff.

bg00_ksw.gifKleiner Switch von der Audio- in die Videosphäre? Nunja, der Weg ist sowieso nie sehr weit. In der zeitgenössischen Popkultur sowieso nicht - wenn man etwa ans Musikvideo denkt: Ein Format, das eigens dazu kreiert wurde, Tönen mit Hilfe von Bildern zur weiteren Verbreitung zu verhelfen. Medien- bzw. medientechnikgeschichtlich geht's allerdings auch umgekehrt.

Tatsächlich war nämlich Thomas A. Edisons Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Glühlampe die Voraussetzung für seine Entwicklung der Radio- bzw. Elektronenröhre.

bg2.gifSchöner Bogen zum aktuellen Radioschwerpunkt, oder? Absichtsvoll geschlagen wird der nun nicht nur, weil das Medium heute in seiner GUNSTradio-Sendung das Thema LichtKunst aus KunstLicht mit Fokus auf Glübirne und Neonröhre bzw. Lampen und Leuchten beleuchtet hat.
Sondern eher umgekehrt: Weil eben jene guten Gründe, die mittelbar den Anlass für das Thema der Sendung abgaben, auch den heutigen Eintrag ins LogBuch motivieren.

Zum Einen wäre da - wer hätte es gedacht - die Ausstellung Lichtkunst aus Kunstlicht im ZKM Karlsruhe, auf die vor längerem schon mal hingewiesen wurde. Auch wenn die Laufzeit mittlerweile sogar noch ein gutes Stück verlängert wurde (statt bis Anfang Mai ist sie nun bis zum 06.08.06 zu sehen): Wer nicht gerade einen Kurzurlaub in Karlsruhe geplant hat, wird sowieso mehr als einmal hinfahren müssen, um sich in Ruhe alles anzusehen. Über zweihundert KünstlerInnen, ein Gutteil von ihnen mit mehreren Arbeiten dabei, und unter letzteren wiederum einige Vilme - das klappt schwerlich an einem Nachmittag.
Selbst dann, wenn man sich dank der relativ ausführlichen Online-Dokumentation zu den einzelnen Sektionen gut auf die Sichtung vorbereitet hat. Zehnerkarten wie für das Schwimmbad gibt es allerdings für die Ausstellung leider nicht.

Um so mehr könnte es sich anbieten, eine Exkursion nach Karlsruhe für den morgigen Samstag (22.04.06) einzuplanen. Den sonnigen Tag kann man dann an der frischen Luft - warum nicht im nahen Frankreich - verbringen. Und ab 19:00 Uhr öffnet das ZKM zur Langen Nacht des Lichts (nun, so lang auch wieder nicht: bis 01:00 Uhr immerhin) seine Tore. Bei freiem Eintritt wohlgemerkt. Und mit einigen Sonderveranstaltungen dazu.

bg1.gifWenn man dann schon mal in Karlsruhe ist, könnte man im Grunde gleich nach Frankfurt weiterfahren - womit das Medium zum Punkt "Zum Anderen..." kommt.
Dort lässt sich nämlich noch ein Blick auf die Luminale werfen, bei der sich, richtig geraten: ebenfalls alles um Kunstlicht dreht. Nicht umbedingt um Lichtkunst, denn der Anlass der Veranstaltung ist die Messe Light + Building - und entsprechend stark sind die Vertreter einer eher angewandten Lichtgestaltung vertreten.

Mit einem Blick ist es allerdings auch im Fall der Luminale nicht getan. Abgesehen davon, dass sich ausser Frankfurt auch noch Offenbach und Rüsselheim, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden sowie der Rheingau am grossen Leuchten beteiligen, gibt es an jeder dieser Stationen unzählige Einzelprojekte, also jeweils einen regelrechten Lichtwanderweg.

Warum der Eintrag heute ins LogBuch kommt, wenn der Lange Nacht des Lichts am Samstag ist und auch die Luminale-Lichtspiele doch erst ab morgen so richtig in hellem Glanz erstrahlen?
Nun: Erstens leuchtet Mainz bereits jetzt, zweitens lässt sich so über etwaige Ausflugspläne noch mal schlafen. Und drittens, vielleicht der wichtigste Grund, ist für morgen schon ein anderer Tagestipp geplant...

Von miss.gunst am 21.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.04.06

RIP IT! (bei/mit twenfm)

twrp_ksw.gifHolla. Oder ob es eher die Woche der Ausrufezeichen wird?
Nein, nicht wirklich: Wir bleiben durchaus beim Radio.
Diesmal geht es nach Berlin, wo der Sender twenfm zu einer Veranstaltung lädt, deren Titel mit dem einschlägigen Aufforderungscharakter daherkommt: RIP IT!

Für diejenigen, die mit dem Namen twenfm nichts anfangen können:

twrp_g1.gif

TwenFM produziert aktuellen Dance, Alternative und Independent Formate.
Unser Ziel ist es, erweiterte Plattformen für den Vertrieb und Hörbarkeit der so lebendigen alternativen Musikkultur zu schaffen.. Der Underground bleibt wichtigster Nachwuchslieferant für neue Pophits, Trends und Livestyle und dominiert in Berlin und gesamt Europa die Club und Veranstaltungslandschaft.

So steht es in der Selbstvorstellung des Senders nachzulesen (plus noch einiges mehr, dafür einfach dem Anker folgen) - und wer sich jetzt an den Zündfunk erinnert fühlt, dem der gestrige Rettungsappell galt, liegt mindestens partiell so falsch nicht.

Aber zum eigentlichen: Was erst einmal potentiell wie eine Aufforderung zur Straftat klingt, ist eine dreitägige Veranstaltung, die folgende sicher nicht so ganz falsche Beobachtungen sowie die sich hieraus nachgerade zwingend ergebende Frage zum Ausgangspunkt nimmt:

Diebstahl von Ideen, Melodien und Bildern; die unendliche Verfügbarkeit von digitalen Inhalten wirft neue und interessante Fragen in der Kunst, Video und Musikproduktion auf. [...] Was daran ist wirklich neu, was ist subversiv und was ist Kommerz?

twrp_g.gifDer wird dann nicht nur mit einer Reihe von Vorträgen nachgegangen werden, die fachkompetente Menschen wie z.B. Martin Büsser von testcard (genau, der Verlag und vor allem die Zeitschrift, die jedesmal ein leckeres Buch ist, das in jedes Regal eines an zeitgenössischer Pop-Musik-Kultur interessierten Menschen gehört), Christoph Dreher (fantastic voyages), Kodwo Eshun, Christian Höller (u.a. springerin), Verena Dauerer (u.a. De:Bug-Autorin, die u.a. lesenswerte Artikel zu Kunst verfasst), Claus Richter (dessen Vorträge zum Thema selbst gebastelte SF-Gadgets das Medium absolut und ganzen Herzens wirklich, wirklich weiterempfehlen kann). Undundund.

Genau, und ausserdem gibt es natürlich noch Musik und Videoscreenings satt.

Bloss ist das Ganze nicht für alle um die Ecke gelegen? Ja, das ist wirklich dumm. Nun, eine Hoffnung bleibt: Vielleicht verirrt sich ja wenigstens der eine oder andere auditiv wahrzunehmende Bestandteil des Programms in den twenfm-Podcast?
Schauen, bzw. hören wir mal...

Von miss.gunst am 20.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.04.06

dorkies nach zürich!

dbs_z0604.gifHimmel, beinahe hätte es das Medium verabsäumt, auf die Veranstaltung des Tages hinzuweisen: Heute abend gibt es nämlich im Zürcher Walcheturm wieder ein dorkbotswiss-Treffen.

Selbtredend wie immer mit einem absolut einladenden Programm.

Diesmal wird zunächst Etsuko Maesaki das online schon mal sehr vielversprechend ausschauende Water Bell Project vorstellen (zum mal eben Reinlauschen gibt es auf der Seite auch kleine Klangzipfel dazu).

dbs_z0604g.gifAnschliessend verspricht Robin Meier aus Frankreich, über künstliche neuronale Netzwerke und Musik zu sprechen (dazu gibt es auf seiner Heimseite mehrere Projekte - und wer sich für das Thema weiters interessiert, sollte auch mal im Kontext bei neuromuse gründeln gehen).

Sodann sind die Agenten von etoy dran, die derzeit mit den Containern ihres aktuellen Projekts "Mission Eternity" vor dem Walcheturm Station machen. Hierzu wiederum kann das Medium nur wärmstens die Lektüre des Beitrags empfehlen, den Villö Huszai kürzlich für clickhere.ch verfasst hat. [Das brave Medium hat sich, beiseit, mittlerweile auch verschriftlicht zum Thema entäussert - allerdings andernorts; bis der Beitrag erscheint und dann hier vielleicht nachträglich noch verankert werden kann, dauert's leider noch ein bissel.]

Last but not least stehen für den Sound des ausklingenden Abends schliesslich Waveformer gerade bzw. schlagen entsprechende Wellen.

Kurzum: Sich heute ab 20:00 Uhr im Walcheturm bei dorkbotswiss einzufinden, dürfte ein lohnendes Unterfangen sein.

Ja, dass die Schweizer dorkie-Sektion brandneue Seiten und mit diesen nun auch ein tolles TikiWiki hat, wäre auch noch einer ausführlicheren Erwähnung wert. Allein, das Medium muss nun wirklich wieder hopphopp auf andere Baustellen huschen...

Von miss.gunst am 19.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

Zündfunk retten! (WRT)

zfb_ksw.gifEigentlich hat das Medium ja nicht vor, sein LogBuch allzu häufig mit Einträgen zu füllen, die ein mehr oder weniger direktes Re-Blogging gerade erst andernorts publizierter Meldungen darstellen.
In diesem Fall sieht es sich jedoch - zumal obendrein passend zum aktuellen Radio-Schwerpunkt - dringend genötigt, eine Ausnahme zu machen.
Denn offenbar soll es einer echten Qualitätssendung, dem Zündfunk an den Kragen gehen.

Gestern kam die Meldung prominent über den De:Bug-Newsticker; schon vor gut einer Woche warnte Thomas Pany in einem Telepolis-Artikel: "Bayern macht dicht" vor dem drohenden Verlust.

zfb_g.gifNicht umsonst verfügt der Zündfunk nicht nur über ein eigenes Wiki, sondern auch über eine ausführliche Würdigung in der Wikipedia: Seit mehr als dreissig Jahren sendet das als "Jugendprogramm" ins Leben gerufene Format auf Bayern2, das gerade in der bayerischen Medienlandschaft so etwas wie ein gallisches Dorf darstellt. Und nicht nur in dieser: Kritische Politik und gute Musik jeweils jenseits des Mainstreams sind, wo sie nicht von Freien Radios gepflegt werden, bekanntlich eine vom Aussterben bedrohte Gattung in den wenigen Nischen, die der allenthaben dominierende Dudelfunk zunehmend zernichtet.

Insofern ist auch die Reichweite nicht zu unterschätzen: Seit einiger Zeit gibt es nämlich mit Zündfunk per Webradio ein Angebot, das mitnichten nur von bayerischen Expats weidlich wahregnommen werden dürfte (btw, als Webradio-Tipp: Noch sendet Zündfunk von Montag bis Samstag um 19:00 Uhr, Sonntags um 22:05 Uhr; im täglich ab 23:05 Uhr ausgestrahlten Zündfunk nachtmix legt noch immer u.a. auch der Autor und FSK-Musiker Thomas Meinecke auf).

Wer sich über die akute Bedrohung, den Stand der Dinge informieren und gegebenenfalls aktiv für die Erhaltung des Zündfunk einsetzen will, sollte schleunigst das eigens eingerichtete Blog "Zündfunk retten!" besuchen. Dort gibt es unter anderem auch den Anker zu einer online-Petition, in die man sich eintragen kann.
Über siebenhundert Stimmen sind dort bereits versammelt.
Wahrscheinlich noch lang nicht genug - also denn, schliesslich möchte das Medium, das seinen Webradio-Tipps ein bisschen Dauer beschert ist!

Von miss.gunst am 19.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.04.06

Radio 2.0 (SBAW)

rd20_ksw.gifNach dem nostalgischen Rückblick drängt sich durchaus die Frage auf, was morgen sein wird. Das wird natürlich heute bestimmt.
Ein Blog, das speziell diese Perspektiven im Auge hat, ist tatsächlich in der unmittelbaren Nachbarschaft zu finden.
Grund genug, es hier mal vorzustellen - mal ganz abgesehen davon, dass sich der Termin für die Swiss Blog Awards nähert und das Medium ein wenig Zahn zulegen sollte, wenn es in seiner Mini-Reihe wenigstens eine Hand voll Vorschläge vorzeigen können will.

Die Rede ist natürlich von Radio 2.0 - bekanntlich nur eines von mehreren Blogs, in und mit denen sich Patrik Tschudin engagiert.

Nicht bekannt? Na dann: Neben dem vor einiger Zeit schon freudig verankerten Kunst- und Kultur-Interview-Blog ArtCast und der Mitarbeit im infamen infamy-Blog wären da beispielsweise die liebevollen Lektüren einer bekannten Tageszeitung gewidmeten Bazismen, die (nomen est omen) fröhliche Wissenschaft sowie die kritische Betrachtung einer vielleicht weniger fröhlich stimmenden Wissenschaft, nämlich der das gleichnamige NCCR-Forschungsprojekt unter die Lupe nehmende Sesam Watch-Blog. Kurzum, hier haben wir tatsächlich das, was man einen Blogger aus Leidenschaft nennen könnte - wobei sich letztere eben auch mit handwerklicher Professionalität paart, denn Tschudin ist zugleich Radio- und Print-Journalist.

rd20_g.gifDem Umstand, dass er sich als solcher für die Zukunft der Medien interessiert, in und mit denen er arbeitet, verdankt sich natürlich auch Tschudins Radio 2.0-Blog. Mitlesen ist mithin für alle, die dieses Interesse teilen, eine gute Sache.

Im Fokus stehen dabei sowohl die technischen Entwicklungen als auch Ideen rund um die Frage, was mit ersteren für das Radio, seine Strukturen und seine Inhalte anzufangen ist.
Und natürlich wird auch die ökonomische Gemengelage im Hintergrund beobachtet.
Das alles zunächst einmal aus Schweizer Perspektive - aber keineswegs ausschliesslich, denn wenn es auch um das Netz geht, muss der Blick bekanntlich über nationale Tellerränder hinausgehen.

Ob allerdings das Radio 2.0-Motto "morgen klingt alles anders" zutrifft?
Nun, das werden wir wohl noch sehen - oder besser gesagt, hören...

Von miss.gunst am 18.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.04.06

Wirklich wichtiges Werkzeug

wiwe_ksw.gifMindestens ein guter Teil der geneigten LeserInnenschaft wird sich heute zwar noch nicht in die aktuelle Arbeitswoche werfen müssen.
Aber Montag bleibt Montag - und gemäss guter Tradition soll da etwas heiter Stimmendes her.
Weil das Medium aber noch ganz erschöpft vom gestrigen Eiersuchen und Hasenjagen ist, macht es sich's diesmal extrem bequem.
Wie man schon daran sehen kann, dass der Eintrag in der Kategorie Nachbarn firmiert.

In ebendieser netten Nachbarschaft - und zwar bei einem der Lieblingsblogs des Mediums (wärmstens gepriesen bereits in einem Eintrag vom 23.07.05), nämlich der konkurrenzlos wunderbaren Riesenmaschine wurde vorgestern ein wirklich wichtiges Werkzeug vorgestellt.

wiwe_g.gifWorum es sich dabei handelt, wird hier natürlich nicht verraten - oder sollte es etwa sogar zweitrangig sein? Viel wichtiger als das wirklich wichtige Werkzeug ist es nämlich, sich genüsslich die ebenso liebevoll wie kurzweilig zum Besten gegebene Geschichte zu Gemüte zu führen, die seiner Vorstellung gewidmet wird.

Wer dieses wirklich wichtige Werkzeug aber nun schon im Kasten hat, wird sich vielleicht über einen zweiten, sozusagen einen Extra-Tipp aus den Gefilden der echt unentbehrlichen Erfindungen freuen. Selbstredend ebenfalls ein Werkzeug (wir sind ja hier nun mal ein DIY-Fachblog) und selbtredend ebenfalls in der netten Nachbarschaft so nett eingeführt, dass man nurmehr einen Anker werfen muss (wir sind ja heute, wie geschrieben, etwas erschöpft und etwas faul).

Besagtes dolles Ding ist beim Nasobem abzuholen. Das Rätsel, das letzteres hintersinning um ersteres strickte, hat niemand gelöst. Aber das Geheimnis wurde schliesslich gelüftet.

Wohlan, zwei nette Lektüren inklusive Empfehlungen für den Werkzeugkasten. Wenn das kein Service zum Wochenanfang ist.

[Bildchen: Weder das eine noch das andere. Wurde wie so oft aus dem eigenen Kasten gefischt: Wie man sieht, eine schlichte Kniepschnippe. Vielseitig - aber wirklich wichtig sicher nicht.]

Von miss.gunst am 17.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.04.06

Kochtöpfe zu Radios

bra_ksw.gifUnd zurück zum Thema. Weiter geht es mit den verschiedenen Möglichkeiten, DIY bzw. Basteln und Radio zusammenzubringen.
Mit den Pappkameraden - mindestens den bislang vorgestellten - bleibt der Sound ja nun erst mal weitestgehend auf der Strecke. Wären wir aber nicht doch noch mehr einem singenden, klingenden Radio interessiert?
Hilfe naht, zumal dann, wenn man einen Kochtopf übrig hat...

Wie das bitteschön funktionieren soll?

Das ist einer Anleitung zu entnehmen, die auf den überhaupt sehr putzig daher kommenden "Rough Science DIY"-Seite zu finden ist, welche ihrerseits wiederum das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts von BBC und der britischen Open University ist. Namens "Rough Science", wer hätte das gedacht.
[Beiseit: Daben gibt es auch noch "open science"-Seiten, aber deren spezielle Relation zur Rauhen Schwester hat das Medium noch nicht wirklich ausgemacht.]

bra_gg.gifJedenfalls: Um die hier interessierende Bauanleitung aufzurufen, muss man sich schon selber direkt auf die besagte "Rough Science DIY"-Seite begeben, denn ohne böse Tricks lässt sich da kein direkter Anker extrahieren. Dafür winken dann vor Ort gleich zwei How-To-Variationen, eine graphische und eine mehr textbasierte.

Und obendrein noch weitere Weisungen, wie mit wenigen Zutaten aus dem eigenen Haushalt ergebnisreich einige Kurzweil zu erlangen ist. Das dürfte eigentlich reichen über die Ostertage.

Was wiederum weder heissen soll, dass das Medium derweil auf den Osterinseln Ostereier suchen ginge, noch auch, dass das schöne Thema damit bereits beendet wäre. Nein, im Gegenteil - es gibt noch viel zu tun...

[Bildchen: Enstammt selbstredend nicht dem erwähnten eleganten graphischen How-To. Vielmehr wurde, wie unschwer zu sehen, lediglich Zuhandenes umgeewidmet.]

Von miss.gunst am 15.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.04.06

HOME MADE strikes again

hmsn_ksw.gifZwischendurch mal wieder eine Meldung in eigener, genauer gesagt: projekteigener Sache.
Wie neulich schon mal vorab geflüstert, gehen in diesem Sommer die Aktivitäten des HOME MADE LABORS in die zweite Runde.
Und das bedeutet nicht nur, dass sich dementsprechend auch die lang vernachlässigte Kategorie "LAB LOG" endlich wieder weiter füllen lässt.

Die Hauptsache ist natürlich, dass es gleich mehrere Veranstaltungsreihen in mehreren Schweizer Städten geben wird.
Dazu im Einzelnen später noch mehr.

hmsn_b.gifFür heute gilt es erst einmal zu verkünden, dass die Heimseite des Projekts - auf der bekanntlich auch dieses LogBuch liegt - eine gründliche Renovierung erfahren hat.

Ob der neue Anstrich gefällt, mag Geschmackssache sein (das Medium beispielsweise vermisst die geliebte Lautsprecherkrake - aber zum Glück bleibt sie ja im Logo des LogBuchs erhalten, versprochen!).
Viel wichtiger ist sowieso das Innenleben, oder?

Und das kann sich wirklich sehen lassen. Denn: Zu allen geplanten Veranstaltungen finden sich nun schon ausführlichere Informationen eingestellt, inklusive Bildchen, die doch sicher auch dem Einen oder der Anderen ein wenig Appetit auf das Kommende machen werden.

hmsn_g.gifWeiteres wird dann in den kommenden Wochen und Monaten unter anderem auch hier im LogBuch folgen.
Also, seid bzw. bleibt dabei!

[Oben rechts: Ebenfalls neu und selbstredend ganz nach des Mediums Geschmack - auf der neuen Einstiegsseite wird auch das frische Futter aus dem LogBuch zum Bequemen Anklicken in der Auslage angeboten. Lecker, oder?]

Von miss.gunst am 14.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (1)

13.04.06

Radios zum Basteln (Papier ff.)

brad_ksw.gifRadio mal anders, nämlich nicht zum Hören, sondern mehr zum Anschauen.
Hat aber vielleicht erst recht etwas für sich in einer Zeit, in der die Apparate als solche eher dazu tendieren, zu verschwinden.
Und passt obendrein prima ins aktuelle Bastelprogramm.

Das hatte ja nun, vom letzten Eintrag zu den DIY Difference Engines mal abgesehen, bislang einen gewissen Schwerpunkt beim Schneiden und Kleben.

Und wenngleich das Thema "Radios zum Basteln" mitnichten allein in diesem Bereich abgehandelt werden sollte, lässt sich damit doch gleich ein prima Anfang machen, wenn man es systematisch erschliessen will.
Jedenfalls, so man die Sache von ihrer Schauseite her betrachtet.

Wie unterschiedlich die beschaffen sein kann, zeigen die drei Modelle, die das Medium heute weiterempfehlen kann - sind übrigens auch für vorösterliche Bastelstunden geeignet, zumal dann, wenn man sich auf die Schnelle nicht noch an Komplizierteres wagen möchte.

brad_g.gifAlter vor Schönheit lassen sie sich allerdings nicht sortieren. Das sicherlich ansprechenste Stück ist nämlich wohl "Robert and his Radio" von 1922 (voranstehender Anker führt zur Ansicht des fertigen Bastelwerks; hier der zugehörige Bogen als pdf) - herausgegeben von Barnacle Press, die auf ihren Seiten noch jede Menge weiterer köstlicher Pappkameraden zum Selberbasteln anbieten.

Radio Nummer Zwei ist ebenfalls ein historisches Modell des frühen zwanzigsten Jahrhunderts: Es datiert 1931 und wird auf den japanischen Seiten von Panasonic in der Serie "World of Discovery" angeboten (wiederum mit Bastelbogen als pdf).

Ebenfalls aus Japan - wie neulich schon erwähnt nicht nur die Heinmat der klassischen Papierfaltkunst, Origami, sondern eben auch bei den Papierbastelbögen ganz weit vorn - kommt denn auch das dritte Modell. Das nun zwar mediengeschichtlich wesentlich jünger ist, aber nichts desto weniger eine aussterbende Gattung repräsentiert: Einen portablen Radio-Kassettenrekorder, vulgo Ghettoblaster - allerdings, so gar nicht Ghetto, in freundlichen Kinderspielzimmerfarben und entsprechender Formgebung gestaltet (in diesem speziellen Fall will die Anleitung als zip-File heruntergeladen werden).

Nun, wie bereits geschrieben: Bis zum Wochenende liesse sich das eine oder andere Modell ja noch als kleine Osterüberraschung zusammenkleben. Allein, Obacht: Im Garten verstecken sollte man das fertiggestellte Präsent jedoch nur, so die Sonne am Sonntag entsprechend lange lacht...

[Bildchen: Ja, dass vergleichbare Modelle für gewöhnlich nicht über externe Antennen verfügen, ist selbst einem Medium von bescheidenem Verstand bekannt. Hier aber handelt es sich offenkundig um ein Frank'n'Radio - als solches aus diversen Leichenteilen, aber immerhin Cut & Paste gefügt, wenngleich leider nicht auf/aus Papier.]

Von miss.gunst am 13.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.04.06

DIY Difference Engine(s)

derr_ksw.gifDass der Computer nicht nur dem Namen nach eine Rechenmaschine ist, dürften manchen NutzerInnen fast schon nicht mehr auffallen.
Schliesslich hat man es auf dem leuchtenden Schirmchen erst mal mit Zeichen, Texten und Bildern sowie bei entsprechendem Ausgang auch mit Tönen zu tun.
Das war natürlich nicht immer so. Heute allerdings ist es eher ein Vergnügen für fleissige BastlerInnen, die Zeiten der alten ratternden Apparatur à la Babbage wieder aufleben zu lassen.

Oder umgekehrt formuliert: Während Charles Babbage seinerzeit noch ziemlich frustriert - und wohl nicht von ungefähr zielstrebig instruiert von Ada Lovelace, die auf diesem Wege nämlich ihre Spielleidenschaft in gewinnträchtigere Bahnen zu lenken trachtete - über den Plänen dessen brütete, was einige Generationen später mal zu dem werden sollte, was wir heute Computer nennen, erfreuen sich seine Aufzeichnungen aktuell nicht nur bei Wissenschaftshistorikern grösserer Beliebtheit.

derr_g1.gifWer sich mehr für die Dokumente rund um den Erfinder interessiert, sollte sich selbstredend erst einmal ausgiebig auf den Heimseiten des Charles Babbage Institute tummeln, wo zwei Kisten mit entsprechenden Materialien aufbewahrt werden. In einer schön aufbereitete Online-Ausstellung kann man dort unter anderem auch eine Abbildung des ersten Difference Engine von 1833 ansehen.

Das Original und weitere Archivalien finden sich freilich - schliesslich war Babbage Brite - im National Science Museum in London. Sowohl vor Ort als auch online zu bewundern ist ein jüngerer Nachbau der zweiten Version.
Wer nähere Informationen zu diesem Modell wünscht, wird auf den DE2-Seiten von Ed Thelen alles finden, was das Herz oder in diesem Fall wohl eher das Hirn begehrt.
Etwas anschaulicher: Eine Bildersammlung der Babbage-Bestände ist neuerdings über ein neues Web-Tool des britischen Museumsverbands namens ingenious abrufbar.

Aber damit genug des Ausflugs in die Historie - denn, wie der Titel des Eintrags verspricht, soll es heute ja nun um Difference Engine-Nachbauten aus HeimwerkerInnenhand gehen.

derr_g2.gifUnd da haben in letzter Zeit insbesondere zwei eifrige Konstrukteure auf sich aufmerksam gemacht:
Zum einen Tim Robbinson, der als eingefleischter Fan von Meccano-Bauelementen gleich mehrere Babbage-Rechenmaschinen nachkonstruiert hat - neben dem Difference Engine #1 auch DE 2 sowie das Analytical Engine.
Zu allen dreien gibt es neben den beeindruckenden Abbildungen auch jede Menge Informationen drumherum.

In der Webwelt noch wesentlich berühmter ist allerdings Andrew Carols Diffence Engine aus Legosteinen, über das vor einiger Zeit unter anderem auch das MAKEzine in seinem Blog berichtet hat. Der Grund für das Webwirksamkeitsgefälle dürfte allerdings weniger darin zu suchen sein, dass Carols Bausteinchengebilde so viel spektakulärer wäre oder seine Seite besser ausgebaut. Mindestens würde das Medium mal mutmassen, dass das Ganze eher mit der Beliebtheit der jeweiligen Basteltrendsportart zu tun hat - und da liegt Lego wohl ganz klar vorn in der Szene.

Warum die DIY Difference Engines ausgerechnet heute im HOME MADE-LogBuch erscheinen? Nun, nicht nur weil sie prima in den aktuellen Strang passen, in dessen Zuge neulich - a propos Kultmaschinchen - ja auch auf eine Anleitung für eine Enigma zum Selberbasteln verwiesen werden konnte.

Bis schätzungsweise heute abend noch ist nämlich auch in der NZZ online ein Artikel zum Thema aus dem Informatik-und-Medien-Schwerpunkt nachzulesen, Titel: Rechnen mit Rädchen (Druckformat).
Den empfiehlt das Medium abschliessend noch genüsslich zu schmökern - nicht ohne jedoch in einem Punkt zur Vorsicht zu gemahnen.
Da resümiert der Autor im letzten Absatz:

Woran einer der grössten Wissenschafter des 19. Jahrhunderts gescheitert ist, die Maschine, die all seine Energie und all sein Geld aufgezehrt hat, sie lässt sich nun übers Wochenende im Kinderspielzimmer realisieren.

Übers Wochenende? Na, wenn er sich damit mal nicht verrechnet hat...

Von miss.gunst am 12.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.04.06

Und jetzt alle zusammen!

wkh_ksw.gifWas könnte, aus DIY-Perspektive, einem Magazin wie dem MAKEzine noch eins draufsetzen?
Genau: Eine Plattform mit Bastelanleitungen und -tipps für HeimwerkerInnen, die von diesen selbst bestückt werden kann.
So etwas wie eine Wikipedia zum Thema DIY - das müsste es doch sein.

Mindestens etwas, das schon sehr in diese Richtung geht, gibt es tatsächlich auch.
Mal abgesehen davon, dass sich Gleichgesinnte schon in den Frühzeiten des Internet auf entsprechenden Mailinglisten zusammenfanden, hat es tatsächlich ein veritables Wiki, das sich der Frage "Wie geht das selbst zu machen?" widmet: "wikiHow - The How-To Manual That Anyone Can Write or Edit".

wikiHow is a collaborative writing project to build the world's largest how-to manual. With your contributions, we can create a free resource that helps people by offering clear, concise solutions to the problems of everyday life. wikiHow currently contains 6475 articles written, edited, and maintained primarily by volunteers. Please join us by writing a new page, or editing a page that someone else has started.

wkh_g.gifSo heisst es auf der Startseite als Willkommensgruss. Und so wird es auch gemacht. Wobei das "How-To" hier eben ganz wortwörtlich genommen und auf alles mögliche, mehr oder weniger Alltägliche bezogen werden will - sich also nicht allein aufs Basteln und Bauen beschränkt.
Vielmehr finden sich auch Anleitungen, wie man eine Ziege mit der Hand melkt, wie man Philosoph wird (das scheint ziemlich einfach zu sein) oder wie man anständig und zugleich erfolgreich Betteln geht (letzteres ist passender Weise in der Kategorie "Managing Your Money" untergebracht - zusammen mit einer ganzen Reihe von Tipps, mit denen sich tunlichst vermeiden lässt, in eine entsprechende Bedarfslage zu kommen).

Aber natürlich hat es durchaus auch richtige Bastelvorschläge in den einschlägigen Kategorien, über die man sich am Besten erst einmal in Ruhe Übersicht verschafft.

Unmittelbar nutzbringend in dieser Hinsicht sind etwa die Artikel im Bereich Computerwartung- und Reperatur - ohne dass man immer zum Schraubenzieher greifen müsste. Direkt zum Basteln im Sinne der letzten LogBucheinträge beispielsweise findet sich hier u.a. auch die Anleitung für eine DIY-iPod-Nano-Schutzhülle (plus verankerter Vorlage als pdf).

Und natürlich gibt es auch ein "How To Make a Zine". Just das scheint dem Medium allerdings nicht ganz so gut zu sein wie die im voraufgegangenen Beitrag weitergegebenen Tipps.
Tja. Nun: Das liesse sich sicher jederzeit ändern, wenn man denn einen entsprechenden gemeinschaftlichen Sports- bzw. Ehrgeiz vesrpürt. Denn das Wiki-Prinzip heisst eben auch: Nicht einfach nur maulen. Sondern es besser gleich selber besser machen...

Für diejenigen aber, die sich jetzt fragen: Wo bitteschön bleibt denn heute etwas für die eher leichte Seite des Seins - also das traditionelle Montagmorgen-Element, mit dem das Medium sonst gerne in die Woche schickt?
Nun, gerade auch für alle diejenigen, die sich etwas tendenziell Erheiterndes zu Gemüte führen wollen, hat das "wikiHow" durchaus so Einiges zu bieten.
Dafür muss man nur mal einen Blick in die Sammlung zum Thema "Music" werfen. Wo es nämlich nicht nur brav zu befolgende Anleitungen zum ordnungsgemässen Zusammenbau eines Saxophons hat.
Sondern auch Tipps mit vielversprechenden Titeln wie: How To Act and Dress Hardcore.

If you are one of those crazy cynic people that believe all mankind is bad and life is not worth living or you just haven’t found the right person and do not want to get entangled in the web of a relationship, then not having a boyfriend or girlfriend is perfectly fine. If you really want one, never show it.

Autsch, aber so muss es wohl sein. Vielleicht doch lieber KuschelrockmusikerIn werden?

Von miss.gunst am 10.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.04.06

Make Zines (Machen ff.)

hmz_ksw.gifBekanntlich erinnert das Medium gerne an die gute alte Tradition, den Sonntag einer ausführlicheren Zeitungs- und/oder Zeitschriftenlektüre zu widmen. Gut vorstellbar, dass dazu bei eingefleischten Heimwerkern auch einschlägige Magazine wie das MAKEzine gehören.
Echte DIY-EnthusiastInnen dürften es allerdings nicht beim Lesen von Fachliteratur belassen. Schliesslich lassen sich Zines auch selbermachen.

hmz_t.gifWas, beiseit bemerkt, natürlich fast schon eine tautologische Feststellung ist: Zwar kann man sich vor das "Zine" auch ein "Maga-" setzen - gemeinhin steht das anglo-amerikanische Kürzel aber für Fanzine, also für ein selbstgemachtes Zentralorgan; ob nun handkopiert, gedruckt oder ins Netz gestellt (und dann selbstredend beispielsweise auch im Blogformat). Wie es denn auch ebenso bündig wie treffen in der Einleitung des oben verankerten Wikipedia-Artikels heisst:

A zine—an abbreviation of the word fanzine—is most commonly a small circulation, non-commercial publication of original or appropriated texts and images. More broadly, the term encompasses any self-published work of minority interest.

Im Anschluss an den Eintrag zum MAKEzine(-Blog) sowie auch in sanfter Weiterführung derjenigen zum Thema Papier liegt es ohnehin mehr als nahe, die dazu passende Frage aufzugreifen: Wie macht man ein Zine?

Nicht weiter verwunderlich, dass sich im Netz - das ja in der Tat der Zine-Kultur zu einer regelrechten neuen Blüte verholfen hat - eine Menge ausführlicher Anworten inklusive praktischer Anleitungen finden. Und zwar denkbar leicht, denn nicht wenige von ihnen tragen denn auch gleich den Titel: "How To Make a Zine".

Weil es nun aber nicht ums Stunden lange nachlesen gehen, sondern hinreichend Zeit zum Tun bleiben soll, gibt es für heute erstmal nur eine mundgerechte Portion mit einem fast schon klassischen Überblickstext und dann einer besonders leicht in die Tat umzusetzenden Anleitung, die auch AnfängerInnen innert eines (Sonntag-)Nachmittags zum eigenen Zine zu verhelfen geeignet ist.

Zunächst einmal, aus gutem Grund, die gar nicht mal so graue Theorie.
Die findet man ganz wunderbar zusammengefasst in dem (tatsächlich) "How To Make a Zine" benamsten Artikel von Ashley Parker Owens (hier ein Interview mit der amerikanischen Mail Art-Artistin). In seiner Webversion mit übersichtlichen Hyperlinks taugt er durchaus als Mini-Handbuch, dessen Qualität man im Übrigen schon daran erkennt, dass es nach der einleitenden Definition des Gegenstand erst einmal ganz essentielle Fragen stellt - bzw. dazu rät sich diese vorab selbst zu stellen. Etwa:

What is the focus of my zine? What do I hope to gain from publishing it? Would I continue to do it if nobody bought it?

hmz_g.gifWem bei der Lektüre keine schwerwiegerenden Bedenken gegen die Kosten und Risiken eines eigenen Engagements auf diesem Gebiet gekommen sind, kann sich auf den Hauptseiten von zinebook.com, denen wir die Dokumentation der Perle verdanken - im Anschluss vielleicht noch spezielle Tipps & Tricks für E-Zine-AspirantInnen abholen (bei denen es sich, anders als im Fall von Owens' Text, in einigen Punkten allerdings etwas gravierender auswirken dürfte, dass sie ebenfalls schon etwas älteren Datums sind; bei den an sich ebenfalls gesondert bedenkenswerten Copyright-Fragen kommt erschwerend hinzu, dass sich Schweizer LeserInnen auf einem anderen juristischen Terrain bewegen - da dürften Lektüren auf der vor einiger Zeit vorgestellen Plattform iRights.info sowie bei Creative Commons um Einiges hilfreicher sein).
Zudem kann man sich natürlich, um einschlägige Anregungen zu tanken, mit Hilfe des Zine-Verzeichnisses in der grossen weiten Welt der Zines verlieren (genauer gesagt: der Welt der angloamerikanischen Zines; speziell für die deutschsprachige Szene empfiehlt sich vielleicht eher ein Besuch beim Fanzine-Index, der erfreulich aktuell - dafür allerdings noch extrem ausbaufähig ist).
Oder (Sonntag! Feuilleton-Tag!) noch ein wenig in Zine-Geschichte und -Theorie schmökern.

Echte Bastel-EnthusiastInnen dürfte es allerdings nicht ewig lang bei der kontemplativen Betrachtung der Aktivitäten Anderer halten.
Da die Zeit im Allgemeinen und speziell die an einem Sonntagnachmittag allerdings endlich ist, nun noch die eingangs versprochene Kurzanleitung.

hmz_ff.gifDie hat sich das Medium selbst vor einiger Zeit - man muss nicht lange raten, wo: genau, im MAKEzine-Blog abgeholt.
Just in der bereits besungenen Kategorie Paper Craft wurde nämlich der Anker zu einer wunderbaren kleine und sehr praktische Anleitung publiziert, wie man ein ganz ganz einfaches Zine-chen auf der Basis eines einzigen Blattes Papier fabriziert.

Wie das schnöde Schicksal - genauer bekannt unter dem Namen: Murphy's Gesetz - so will, baut der Besitzer der entsprechenden Heimseiten diese derzeit gerade um (zu dumm, wenn man das erst feststellt, wenn man etwas featuren will. Sobald die Seiten wieder stehen, wird hier selbstredend der Original-Anker replatziert).
Doch, Glück im Unglück, nicht umsonst sind wir ja im Netz.
Daher sei erst einmal ersatzweise auf folgenden Anker zum elektrokind verwiesen, das klugerweise eben jene Abbildung wiedergibt, die eigentlich schon hinreichenden Einblick in das Basisprinzip gibt:

Einfach das Blatt mehrfach falten, um Hilfslinien zu erhalten: Erst einmal längs halbieren, dann einmal quer, dann auseinanderfalten und beide Querhälften jeweils noh mal Richtung Mittelachse auf die Hälfte (diese Reihenfolge ist für die Falze wichtig).
Erneut auseinandergefaltet ergeben sich acht Felder. Die wollen dann in der richtigen Reihenfolge bezeichnet/beklebt/gestaltet werden: Die Titel-Seite ist das zweite Feld unten links, die Coverseite das Feld ganz links. Vom Startfeld ausgehend lässt sich das Ganze jedenfalls schön in Leserichtung bzw. rundum gegen den Uhrzeigersinn bearbeiten.
Alles klar? Falls nicht: Bitte Bildchen (inklusive diejenigen dieses Eintrags) genauer anschauen - und zur Orientierung kann man ja auch schon mal das leere Heftlein falten.

hmz_r.gifDazu wird die Längs-Mittelachse entlang der beiden zentralen Felder aufgeschnitten (für heute: siehe Bild bei elektrokind). Am Besten mit einem Cutter (Vorsicht: es braucht eine gute Unterlage - und die Finger schont man idealerweise auch dabei. Auch deshalb zum Aufwachen erst mal die obigen Literaturempfehlungen). Und am Leichtesten geht das, wenn man das zukünftige Zine für einen Moment auf die nicht zu bearbeitende Seite wendet, wo der Knick nach Innen gewendet ist.
Danach aber wieder umdrehen und wie ein Zelt aufstellen. An beiden Aussen(feld)-Seiten anfassen und so zusammenführen, dass sich die aufgeschnittene Mitte zunächst zum Rhombus öffnet. Und beim Kuss der Kanten dann (von oben betrachtet) ein Kreuz aus Kanten bzw. Doppelseiten entsteht. Fertig ist das Zine.

Bzw., da wir es in der Trockenübung ja noch nicht gestaltet haben, der entsprechende Rohling - den man bei professionellerem Einstieg in die Produktion vor dem Schneiden und Falten natürlich noch munter per Kopierer vervielfältigen (oder zigfach Ausdrucken) und hinterher heften kann. Viel Spass!

[Bildchen: Nicht zuletzt aufgrund des denkbar unzeitgemässen Ankerverlusts wollte sich das Medium jetzt nicht lumpen lassen und hat mal eben eine Fünf-Minuten-Version hingefrickelt. Entsprechend sieht das Ganze halt dann auch aus...]

PS: Von der Lay-Out-Übersicht hat das brave Medium eben noch ein pdf zum Herunterladen gemacht.
Leider, leider lässt sich das aber nicht zugleich ausdrucken und zum Nachbau verwenden: Dem sind die Kleinweich-Seitenrandzwänge vor. Hat da jemand vielleicht einen guten Tipp für das Medium, dessen Zinebau-Erfahrungen eben auch mehr im Bereich "Schneiden und Kleben" liegen? Und zwar am besten eine, für die es kein Profi-Grafikprogramm und keinen Apfel braucht?

Von miss.gunst am 09.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.04.06

Machen

mlog_ksw.gifLogisch: Darum geht es beim DIY-Prinzip, ob am Ende nun Kunst herauskommen soll oder nicht.
Ein treffenderer Titel hätte sich insofern wohl kaum finden lassen für eine Zeitschrift, die im Grunde von der ersten Nummer an - seit Februar vergangenen Jahres, um genau zu sein - die Herzen der Gemeinde höher schlagen lässt: MAKE.

Verankert wurde sie dementsprechend auch schon in einem der ersten LogBuch-Einträge - damals ging es um die Wiederbelebung einer selig verstorbenen Computermaus (hier nach wie vor der Artikel aus MAKEzine #2 als pdf).

mkb_g.gifWährend das eigentliche MAKEzine auf Papier natürlich ein Fall für den Zettelkasten wäre (bzw. ist), gibt es für alle Fans, die nur allzu ungeduldig dem Erscheinen des jeweils nächsten Hefts entgegenharren, jedoch noch ein leckeres Surplus auf den hauseigenen Heimseiten - nämlich den MAKEblog.

Hier regnet es mittlerweile oft mehrfach täglich kleine Berichte über echte Pretiosen der DIY-Kultur; und dabei werden natürlich nicht nur allerlei die gesamte Skala von schlicht beeindruckend bis schwer skurril bespielende Projekte vorgestellt.
Sondern es gibt - der MAKEzine-Philosophie entsprechend - auch jede Menge Tipps, Tricks und Bauanleitungen für Selbstgemachtes bzw. selbst zu Machendes.
Um diese Bandbreite exemplarisch nur an einer Mini-Auswahl der aktuell (07.04.) jüngsten Einträge aufzuzeigen: Zu ersterer Gruppe sind wohl zweifelsohne die Keyboard Shoes zu zählen - während die zweite, nebenbei passend zum vom Medium gerade ventilierten Thema Falten ff., mit einem einfach herzustellenden Blitzlicht-Schirm bestens vertreten ist.

Soll heute lieber etwas für MusikfreundInnen sein? Oder vielleicht sogar gleich DIY-Kunst?
Kein Problem, der MAKEblog verfügt über gut sortierte Archive.
Besonders hilfreich selbstredend: Die fast schon klassische Kategorie "Something I want to learn to do".

Kurzum: Ein Blog, wie es jede/r HeimwerkerIn in der Nachbarschaft liebt und schätzt - und sicher auch hin und wieder wirklich braucht.

Von miss.gunst am 07.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.04.06

Falten ff.

scree_ksw.gifSchon interessant, wieviel Material sich ausgerechnet für diejenigen im elektronischen Medium findet, die es möglicherweise lieber als jedes andere zum Arbeiten nutzen. Ansonsten aber nach wie vor die sprichwörtliche Geduld des Papiers und obendrein noch die eigene auf die Probe stellen, um wiederum was zu falten?
Genau: Computermodelle.

Ganz so mager, wie es der gestrige Zettelkasteneintrag suggerieren könnte, muss die Ernte auf diesem Gebiet nämlich auch wieder nicht ausfallen.

Und besonders möchte das Medium natürlich weiter an seiner Lieblings-Kerbe falzen: Es muss ja nicht immer ein Apfelrechner sein.
Nun gut - falls doch, führt erst mal dieser Anker an die definitive Quelle, die wohl keine weiteren Wünsche offen lassen dürfte.

Ansonsten aber stechen die beiden folgenden Modelle die Äpfelchen in Sachen radikalem Chic sicher mehr als lässig aus:

Als da wäre zum Einen - Retro rules ok! - der Bastelbogen (pdf) für einen tollen Commodore PET 2001, den Boris Jakubaschk auf den Seiten des auch sonst sehr sehenswerte Home Computer Museum bereitstellt, das er zusammen mit Ralph Salm, Peter Walter und Christian Scherr betreibt.

scree_g.gifUnd zum Anderen der sicher nicht nur dem Medium echte Ehrfurcht einflössende Origami-PC von Tomohiro Tachi, zu dem es obendrein passend noch eine nette 3.5-Zoll-Diskette gibt. Schon ziemlich beeindruckend, oder?

Ach ja, und wenn es schon ein Produkt mit dem beliebten Kerngehäuse-Design sein soll, dann doch bitte jenes, das sein Vorbild sowohl in Sachen Preis als auch in Sachen Portabilität locker toppt:
Ein iPod aus Papier. Das Modell geistert zwar schon seit beinahe drei Jahren durch die Blogosphäre - hat aber eben deshalb auch schon so etwas wie Klassiker-Status.

Ob es mittlerweile dann auch schon ein Exemplar der Generation Nano gibt? Müsste das Medium erst noch suchen.
Lohnt aber eigentlich nicht - denn mehr Speicher wird man von einer Papp-Platte kaum erwarten dürfen. Allenfalls droht, dem kleineren Massstab geschuldet, um so filigranere Fummelei.

[Bildchen: Keine filigrane Fummelei. Lediglich der etwas fahrlässige Versuch des Mediums, den Origami-PC-Set um einen externen Flachbildschirm zu ergänzen. Jaja, selbst dafür müssen wir noch üben...]

Von miss.gunst am 06.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.04.06

Papier (Falten, Schneiden, Kleben)

pap_ksw.gifNicht, dass wir mit der Bricolage schon fertig wären. Da ruft es noch an allen Ecken und Enden nach Ergänzung.
Um als allererstes aber mal (Basics!) bei den Werkzeugen zu bleiben:
Man könnte natürlich durchaus berechtigt fragen, warum den gestrigen Eintrag ausgerechnet Bildchen einer Schere zierten.

Nun: Warum nicht? Wenn BastlerInnen potentiell jedes zuhandene Werkzeug für ihre Zwecke nutzen können, dann dürfte auch eine schnöde Schere zu einem geeigneten Einsatz finden.

pap1.gifMag wohl sein, dass ein aus Pappe gefertigter Synthesizer (siehe den Eintrag vom 07.12.05) zur Klangerzeugung weniger taugt als auf konventionellerem Wege zusammengebaute Kollegen.
Im Prinzip gibt es natürlich auch Pappkameraden, die sich als rundum funktions- und äusserst leistungsfähig erweisen.
Bastelwütigen springen im Netz allerdings erst einmal jede Menge mehr oder weniger niedliche Dinge entgegen, die sich irgendwo zwischen den Kategorien Fetisch und potentieller Staubfänger einordnen lassen.
Ob da wohl trotzdem etwas für Technophile zu holen ist?
Mal sehen.

Wer selbst keine Modelle entwerfen und das Ganze mehr aus Spass an der Freude betreiben will, wird möglicherweise schon mit den Bastelbögen glücklich, wie sie von verschiedenen Firmen zum freien Herunterladen angeboten werden.
Ganz vorn dabei sind die Origami-trainierten Asiaten, etwa Canon 3D-Papercraft, das auf diese Weise nebenbei immerhin auch die fleissige Nutzung des heimischen Druckers ankurbeln hilft. Eher enttäuschend: Ausgerechnet Canon hat vom Wackeldackel [pardon] von der obligaten Winkekatze bis zum Dino allerlei Getier im Programm - aber eigentlich so gut wie keine Technik. Das höchste der berechenbaren Gefühle ist tatsächlich eine Sonnenuhr.

ComputerfreundInnen dürften daher eher bei Kamigei auf ihre Kosten kommen; über den Button "Remote CTL" führt hier der Weg zu einem kleinen Stück vom Glück - beispielsweise einem PowerMac G3 oder einem G4 Cube.
Möglicherweise eine echte Alternative zur in der vergangenen Vorweihnachtszeit vorgestellten Lösung.

pap2.gifEher der im klassischen Origami gepflegten Schlichtheit verpflichtet - also: Falten, aber nur in Ausnahmefällen Schneiden und idealerweise gar nicht Kleben - sind hingegen die Modelle des entsprechenden deutschen Vereins papierfalten.de. TechnikfreundInnen können trotzdem auf ihre Kosten kommen: Unter den Anleitungen findet sich nämlich unter anderem auch die für ein Telephon (pdf-Modell von Torsten Drees).

Wem das wiederum wortwörtlich zu kniffelig wird angesichts einer eher bescheidenen Technologie, die man dann in den Händen hät, sollte es vielleicht mit folgenden Alternativen versuchen, die je auf ihre Weise eher der umgekehrten Ratio entsprechen:

Entweder einer tollen Raumschiff-Bordcomputer-Konsole im Trekkie-Style.

Oder wie wäre es mit einer (fast) echten Enigma von Mike Koss?
Die hat sogar den unbestreitbaren Vorteil, tatsächlich als veritable Verschlüsselungsmaschine durchzugehen. Und obendrein ein echter Klassiker zu sein.

Wenn nun bis hierher immer noch nichts dabei gewesen ist, was das BastlerInnenherz wirklich höher schlagen lässt: Dem Medium geht es eingestandener Massen ähnlich. Da werden wir wohl noch ein bisschen weitergraben müssen. Und üben sowieso, wie die Bildchen zum Beitrag hinreichend beweisen dürften.

Von miss.gunst am 05.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.04.06

Bricolage ff. (Lévi-Strauss)

bbric_ksw.gifDa wären wir also wieder. Und gleich in medias res.
Denn: Wie in der Ankündigung der exkursionsbedingten Sendepause sachte angedeutet, nähert sich mählich die Wiederaufnahme der Aktivitäten des HOME MADE LABORs.
Folglich wird es Zeit, den heimischen Werkzeug- bzw. Zettelkasten auf seine Bestände zu überprüfen. Und gegebenenfalls einige gezielte Ergänzungen vorzunehmen.
Was liegt näher als dort zu beginnen...

... nein, eben nicht: Wo wir zugunsten der Sendepause aufgehört haben.
Back to the Basics - also erst einmal auf zu den ersten Einträgen im vergangenen Jahr.

bbric1.gifAls allererstes landete damals im Zettelkasten nämlich nicht von ungefähr ein Zitat aus La pensée sauvage (zu deutsch: Das wilde Denken) von Claude Lévi-Strauss. Aus jener Passage nämlich, in der vom Bastler die Rede ist, dem zwar wie dem Ingenieur (fast) nichts zu schwör ist. Der aber im Unterschied zu jenem mit den Werkzeugen und Rohstoffen auskomme, die jeweils zur Hand seien.

Beim Nach- und Wiederlesen merkt das Medium nun: Da bräuchte es wohl noch ein paar Ergänzungen, um erstens Lévi-Strauss Unterscheidung zwischen Bastler und Ingenieur besser zu verstehen. Und zweitens den Bezug zu(m DIY-Prinzip in) Kunst, Medien und Musik etwas präziser zu fassen.

Zu allererst vielleicht mal mit Blick auf die Definition des Bastelns nach Lévi-Strauss.
Für die wird nämlich nicht von ungefähr der Begriff der "Bricolage" ins Spiel gebracht:

"In seinem ursprünglichen Sinn lässt sich das Verbum 'bricoler' auf Billiard und Ballspiel, auf Jagd und Reiten anwenden, aber immer, um eine nicht vorgezeichnete Bewegung zu betonen [...]. Heutzutage ist der Bastler jener Mensch, der mit seinen Händen werkelt und dabei Mittel verwendet, die im Vergleich zu denen des Fachmanns abwegig sind."

Aha. Dass die Sache mit der "Werkelei mit den Händen" nicht erst mit Blick auf Zeiten, in denen es an die elektronischen Medien geht, relativ zu sehen ist: Klar. Schon Anfang der 1960er Jahre, als Lévi-Strauss sein Buch zur Drucklegung führte, dürften auch die beherztesten BastlerInnen Löcher nicht (nur) mit dem Zeigefinger gebohrt, sondern gelegentlich zu einer Maschine gegriffen haben.
Nur eben nicht notwendig zum neusten Modell einer ebensolchen. Sondern gegebenenfalls auch zu einem anderen Gerät, das sich für die angestrebten Zwecke umfunktionieren lässt.

bbric2.gifAnders gesagt: Entscheidend ist weniger, ein möglichst unprofessionelles Werkzeug zu verwenden. Als vielmehr der Zugriff auf Zuhandenes. Und die Option, letzteres auf abwegige/abweichende Weise zum Einsatz zu bringen. Was wiederum impliziert, das für BastlerInnen (fast) alles als potentielles Werkzeug dienen kann.

Tatsächlich heisst es dann auch bei Lévi-Strauss etwas später:

"Die Mittel des Bastlers sind also nicht im Hinblick auf ein Projekt bestimmbar (was übrigens, wie beim Ingenieur, ebenso viele Werkzeugeinheiten wie Arten von Projekten voraussetzen würde, zumindest theoretisch); sie lassen sich nur durch ihren Werkzeugcharakter bestimmen - anders ausgedrückt und um in der Sprache des Bastlers zu sprechen: weil die Elemente nach dem Prinzip 'das kann man immer noch brauchen' gesammelt und aufgehoben werden."

Zweites Aha. Also: Vorab noch nicht direkt zweckgerichtetes Aufheben und Sammeln von Sachen, die potentiell zum Werkzeug werden könn(t)en.
Das trifft, so will es dem Medium scheinen, nicht nur auf den Bricoleur als 'wilden Werkzeugsammler', sondern auch auf die Anlage seines eigenen Zettelkastens zu.

Macht aber zugleich auch neugierig, was sich wohl im 'wilden Werkzeugkasten' jener befinden mag, die als HeimwerkerInnen im Radius von HOME MADE werkeln. Mal sehen, ob dem etwas näher auf die Spur zu kommen ist in den kommenden Wochen. Mal nachfragen vielleicht.
Btw: Über freiwillig eingesandte Einblicke freut sich das Medium selbstredend sehr.

Von miss.gunst am 04.04.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)