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14.05.06
radioeinzueins ruft
Zur Abwechslung mal wieder ein Aufruf, der weitergegeben werden will.
In diesem Fall kommt er von Radio 1:1, einem in Berlin situierten Kulturradio-Projekt, das man während der diesjährigen Transmediale-Tage auch schon in den "open ateliers" im Tesla kennenlernen konnte.
Wen speziell in diesem Sommer, mit Blick auf Deutschland, angesichts des Zahlenverhältnisse zitierenden Namens eine böse Ahnung beschleichen sollte: Richtig geraten. Ein Besuch auf der Heimseite von Radio 1:1 bestätigt, dass das Ganze irgendwie mit der Fussball-WM zu tun hat.
Was eigentlich ein Grund sein könnte, weiters betreten darüber zu schweigen: Die nun auch noch? An Sportübertragungen mangelt es diesen Sommer nun sicher wirklich nicht.
Aber das wäre dann doch etwas voreilig. Wenn man sich das Konzept etwas genauer anschaut, heisst es da nämlich:
Im Fußballweltmeisterschaftsjahr 2006 richtet sich eine massive mediale Aufmerksamkeit auf die Stadt Berlin und ihr reiches kulturelles Angebot. In dieser Zeit der Dominanz des Sports bietet das Radio 1:1 den Kulturproduzenten das Internet und das Radio als Erweiterung ihrer Veranstaltungsorte an: das Sportgroßereignis wird um einen anderen Kulturraum erweitert. Das mediale Format der Direktübertragung wird übernommen – und der Sport durch kulturelle Inhalte ersetzt.
Wobei selbst das denkbar fussballfeindselig gesonnene Medium hier bemerken muss: Sport(inzenierungen) und dessen/deren Konsum sind, ob man's mag oder nicht, schon auch so etwas wie ein Teil der menschlichen Kultur. Aber wie auch immer.
Nachfolgend nun in ganzer Pracht besagter Aufruf, weil er seltsamerweise auf den Webseiten von Radio 1:1 nicht zu finden ist:
Reachout Reuse Rebroadcast Recycle: Einladung zur Einschickung freier Sendebeiträge 92.5 Mhz FM Berlin, June+July 2006, radioeinszueins.deProduzieren Sie eine Sendung für ein imaginäres Radio, einen Ausschnitt aus einem Kanal, der so noch nicht existiert, aber in seinen Bestandteilen schon vorhanden ist oder war. Vorstellbar wären: Reportage, Interview, Werkschau, Soundscape, Feature, Hörspiel, Lesung, Label-Vorstellung, auch Veranstaltungs-Mitschnitt. Gesucht ist eine Radio-Show mit einem unterscheidbaren Klangkonzept. Nicht bloss ein DJ-Mix, sondern ein akustisches Fenster in eine eigene Welt, beispielsweise ein Mixtape welches ein durchaus spezielles Genre genau charakterisiert: French House 1996, Italo-Western-Soundtracks, eine Symphonie aus Baumschinenlärm.
Garantiert ist: Sie erreichen ein ungewöhnliches Publikum während der
Fussballweltmeisterschaft - per UKW in Berlin und per Stream netzweit.
Ihre Sendung kann ausserdem in den nichtkommerziellen Programmaustausch mit anderen freien Kulturradiostationen aufgenommen werden. (radia.fm, radioswap.org, prx.org, freie-radios.net). Bitte markieren Sie wenn eine solche Syndication erwünscht ist, im ID3-Kommentarfeld (Syndication Ja/Nein), bzw. ob Sie einer Creative-Commons Lizenz zustimmen (Copyright).TecSpecs:
- Dateiformat: 256kbits/mp3
- ID3v2 Tag ausfüllen und das Description-Feld benutzen
- Emailadresse unter "Url" eintragen.Möglichst zur Datenübertragung www.f-forge.com/ oder www.mooload.com/ benutzen und die Url an radioeinszueins.shows@gmail.com schicken
- Länge ca. 55min
- Gerne mit An- und Absage, Gerne gemastered auf 0db.
- Bitte keine CDs schickenFür Audio-Editing und mp3-encoding empfehlen wir Audacity:
http://audacity.sourceforge.net/download/
http://audacity.sourceforge.net/help/faq?s=install&item=lame-mp3
Frequently asked Questions zu radioeinszueins:
FAQ als pdfEinsendeschluss: 23.Mai 2006
radioeinszueins.de präsentiert ein neuartiges Kulturradioformat im Sommer 2006 auf UKW 95.2 Mhz in Berlin und im Web. Als Weiterentwicklung von reboot.fm und klubradio.de entsteht ein automatisiertes Dokuradio aus Aufzeichnungen von Konzerten, Parties, Lesungen, Vorträ¤gen und Diskussionen.
Unter Mitwirkung der Hörer produziert radioeinszueins einen akustischen Raum für ein breites Spektrum aktueller Berliner Kulturproduktion.Kontakt: radioeinszueins.shows@gmail.com
www.radioeinszueins.de
Radio 1:1 ist ein Projekt der Klubradio GmbH und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Abschliessend noch zwei bescheidene Anmerkungen vom Medium:
Was der in einem allgemeinen Aufruf vielleicht etwas seltsame Passus mit dem automatisierten Dokuradio meint, kann man etwas genauer im Konzept nachlesen. Ob das so funktionieren kann und vor allem anderen, ob etwas erträglich Hörbares dabei heraus kommt? Nunja, der obenstehende Aufruf kann ja möglicherweise dazu beitragen, die armen BerlinerInnen diesen Sommer vor verbrasselten Murmelloops, die von einem Veranstaltungsort zum anderen schwingen, zu bewahren.
Anmerkung zwei muss, bei allen Sympathien für reboot.fm, leider auch sein - das Medium kann sich einfach nicht zurückhalten, folgenden Passus aus der Hauptseite der Klubradio GmbH zu zitieren. Ganz zu oberst steht da nämlich:
Medien und IT Dienstleistungen für die Unterhaltungsindustrie: It´s got to be sexy! Die jungen Zielgruppen der Musik- und Filmindustrie erfordern den Einsatz von audiovisuellen Medien und verschlüsselter Mediendistribution im Internet. Mit unser langjährigen Erfahrung im Bereich Film, Streaming Media und Hosting Infrastruktur erabeiten wir für unsere Kunden maßgeschneiderte, kosteneffiziente Lösungen und bilden die Schnittstelle zwischen dem Kunden, Management, beteiligten Agenturen und Rechenzentren.
Ehrlich: So richtig sexy finden wir das grad nicht, zumal mit Blick auf den obenstehenden freundlichen Aufruf des Subprojekts, schön zu produzieren, einzusenden, und bitte nach Möglichkeit CC zu lizensieren.
Von miss.gunst am 14.05.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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