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28.05.06

Schwarmmusik (Blackwell)

swa_ksw.gifNicht auf dem Pestival vertreten, aber auf seine Weise durchaus ein Spezialist für Insektenmusik ist Tim Blackwell, der immerhin in nächster Nachbarschaft zu ersterem am Londoner Goldsmith unterrichtet.

Blackwell hat nämlich ein Swarm Music-Programm entwickelt, das vom Schwarmverhalten inspiriert ist, wie es in der Natur unter anderem - genau: bei einigen prominenten Insektenarten begegnet und das mithilfe eines "Schwarms musikalischer Ereignisse Musikimprovisationen entwickeln soll". Letzteres mag vielleicht etwas trocken klingen, weil in der Sprache eines Informatikers formuliert.

Aber zusammen mit den Illustrationen ist die Kurzbeschreibung, die Blackwell selbst auf seinen Projektseiten gibt, durchaus anschaulich - und wer sich näher für das Konzept interessiert, kann dazu einen Aufsatz (pdf) lesen, in dem er detaillierter über Improvisationen mit dem Schwarm-Musikprogramm schreibt und das Ganze auch schwarm- und musiktheoretisch weiter einbindet. Den kann das Medium wirklich sehr empfehlen.

swa_g.gifAktuell ist gerade noch ein zweiter Text zum Thema "Swarming and Music" (ebenfalls pdf), der allerdings ungeachtet des eher unverfänglichen Titels ziemlich detailliert in die zugrunde liegenden Algorithmen einsteigt - während das Medium zugeben muss, da bei der ersten Lektüre doch irgendwann wenn nicht ausgestiegen zu sein, dann doch die eine oder andere Diagonale genommen zu haben.

Auf jeden Fall sollte man sich aber die Hörproben zu Gemüte führen, die auf der Seite als mp3-files abrufbar sind.

Ja, zugegeben: Nach Insektenmusik klingt das nicht wirklich - am allerwenigsten der autonome, also rein systemgenerierte Klangschwarm (mp3). Hingegen scheint sich im zweiten Klangbeispiel (mp3), wo ein menschlicher Partner dazu kommt, wenigstens die Stimme ein kleinwenig der Mimikry zu befleissigen.

Nun gut: Zum Drittbesten im Summen oder Brummen dürfte auch das nicht reichen. Hat aber auch niemand behauptet, dass wir bei Swarm Music zwangsläufig an Insektenschwärme denken müssen; schliesslich organisiert sich in der Natur auch sonst so Einiges in dieser Form.
Und das Medium hat einen guten Grund, um so eifriger weiter nach elektronischen Insekten ausschwärmen...

[Bildchen: Selbstredend nicht Blackwells Schwarmmusikschwarm. Sondern einer, den das Medium so auf seinem Radar eingefangen hat. Summt sehr leise - allenfalls vernehmbar, wenn man das Ohr ganz ganz dicht an den Bildschirm schmiegt.]

Von miss.gunst am 28.05.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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