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25.06.06
Sportware Hacking (sonambiente ff.)
Nicht, dass das Medium seine Pässe nunmehr bevorzugt anderswo spielen würde. Zwar hätte das gestern in der Nachbarschaft, nämlich im digital brainstorming BLOG platzierte Hopp! in Richtung nachspielzeit.org auch bestens in den DIY-Zettelkasten gepasst. Der soll aber, Achtelfinaleeinzug hin oder her, vorsatzgemäss weitestgehend Ballsportfrei bleiben.
Eben deshalb wurden ja auch einige einschlägige sonambiente-Beiträge beim s-Spazierengehen schnöde umgangen.
Beinahe wären einem solchen Bogen auch Nicolas Collins, der
"Daguerreotypes [for reanimated LCD displays]" zum Opfer gefallen.
"Szenen aus der Welt des Sports werden in animierte digitale Daguerreotypen überführt. Zweiteilige Circuit-Installation zum Sehen und zum Hören."
wird die Arbeit nämlich seitens der sonambiente angekündigt. *Brrr* (oder etwas gepflegter formuliert: Et tu...), denkt man da - und will sich schon mit Grausen wenden: Bitte nicht noch mehr Kunst, die sich der Fussballdiktatur dieses Sommers beugt.
Aber das waere doch etwas voreilig.
Zwar ist es schon so, dass Collins mit Blick auf seine reanimierten LCD-Bildschirme explizit darauf verweist, dass sie dereinst mal dazu da gewesen seien, darauf beispielsweise Eishockeyspiele anzuschauen.
In seiner Installation zu sehen und zu hören ist aber dann eben doch alles andere als ein Sportprogramm.
Charismatisch leuchten und tönen die kleinen Wiedergänger (sieht man übrigens sehr schön auf diesem Bild, das zu einem kleinen Artikel von Dominikus Müller über die sonambiente auf artnet.de gehört) - und können mit ihren schattenhaften Signalen eben doch nurmehr von der Vergänglichkeit berichten: Ihrer eigenen ebenso wie derjenigen der auf sie übertragenen Bilder/Töne, die ihrerseits so flüchtig waren wie die Ereignisse, die sie übermitteln sollten.
Dezente Melancholie mag sich da schon breit machen. Wird aber, bevor man ihr verfällt, von Collins selbst mit Sätzen umgehend wieder zurechtgerückt, die zugleich ein ziemlich zünftiges Wort zum Sonntag abgeben für HOME MADE-MedienKunstMusik befasste Menschen:
Mit armen Kunststudenten Workshops über Hardware Hacking durchzuführen, ist so, als ob man einen Volksstamm besuchen würde, der sich mühsam in einem keineswegs fruchtbaren Land durchs Leben schlägt – gerade so wie Rinderhufe zu Gelatine einkochen und Hoden zum Frühstück servieren.
Schöner Vergleich. Nur: Wie er wohl auf den kommt im Zusammenhang mit seinen reanimierten digitalen Daguerrotyp(i)en?
Das wird das Medium morgen verraten. Versprochen.
Von miss.gunst am 25.06.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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