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31.07.06

kanal7 @ Elektromagnetischer Sommer (WRT)

em_ksw.gifEndlich ist es wieder so weit: kanal 7 geht im Rahmen des Elektromagnetischen Sommers auch in diesem Jahr wieder für eine Woche bei Radio LoRa auf Sendung.
Und das heisst unter anderem, dass für selbige ein - zwar zeitlich begrenzter, aber eben leckerer - Webradiotipp ausgegeben werden kann.

Elektromagnetischsommerlich geht es - was leider wegen anderer Dinge hier ein bisschen versackt ist - eigentlich schon seit dem 17. Juli zu; folglich gab es da auch schon Kunstradio rund um die Uhr.
Und zwar lautete das Motto "mehrsprachig: mitreden, mitkochen, mitreisen".

Also unter anderem mit einer Art Aktualisierung des klassischen Koch-Radio-Formats - online dazu dann Kochplan und Einkaufsliste. Klingt im Prinzip recht lecker und "home made" ist sowas ja dann sowieso. Nur leider kochte in den letzten beiden Wochen ja schon die Luft, weshalb es mit der Lust am Kochen nicht so weit her war und die Küche kalt geblieben ist beim Medium. Kurzum: Die Sendung wurde kein einziges Mal getestet. Traurig, aber wahr.
Umso besser jedoch: Sobald es wieder küchenkompatible Temperaturen hat, kann man ja die entsprechenden Sendungen ja aus dem Archiv abrufen und mit den nach der Einkaufsliste besorgten Zutaten bewaffnet ans Werk gehen.

em06_g.gifAber das war ja auch längst nicht alles, wie die Programmübersicht der Tage bis 30.07. verrät (pdf).
Problem bzw. kleine Trübung der Vorfreunde auf die nun folgenden Tage ist, dass man nicht so 150% genau erahnen kann, wie es genau weiter geht. Insofern nämlich bei kanal 7 - deshalb oben auch nicht gleich verankert - leider nach wie vor das Programm des letzten Jahres lagert (mehr dazu auch in diesem Log, siehe insbesondere die Einträge vom 28.07.05 und vom 02.08.05).

Immerhin gibts aber doch schon mal eine wohltönende Ankündigung:

50% freie Musik von Netlabels aus globalen und elektronischen Sprach- und Klangräumen. 25% künstlerische Medien mit ausgeführten Codes, Performances, Sprachtools, Medienausstellung und jeden Abend ab 19 Uhr eine neue Uraufführung. 25% kostenlose Information und billige Unterhaltung mit bar+grill, open mic/Skype Interviews, Lectures, Wiki-Wecker und Präsentationen von Dingen des Reisebüros Sofatrips.com. 5% Sprachstörung, deren Ursachen abwechselnd in der technischen Hardware oder kulturellen Software liegen. (= 105% programmierte Medienkultur)

Und zwar das Ganze eben "7 tage LIVE aus dem Dock18" - wo gerade die sofatrips-Schau "Travelling New Territories" klugerweise noch um eine, nämlich die Radiowoche verlängert worden ist.
Zur Austellung bzw. dem sofatrips-Projekt mehr in einem Beitrag von Carmen Weisskopf bei clickhere.ch

Und zum Elektromagnetischen Sommer dann wahrscheinlich in den nächsten Tagen auch noch mehr vom Medium. Schau'n mer mal. Bzw. Lauschen mer mal. Nämlich hier.

Von miss.gunst am 31.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.07.06

DFM RTV INT (WRT)

dfml_ksw.gifMag sein, dass dies der kryptischste Eintragstitel ist, der je in diesem Log gelistet wurde. Aber erstens ist er absolut sachlich (sowie sinn- und sachgemäss korrekt), es steht also drauf, was drin ist.
Und zweitens lässt sich etwaiger Rätselei ja schnellstens abhelfen: So heisst eine ganz wunderbare Webradiostation. Wie ja auch schon aus dem Webradiotipp-Kürzel hervorgehen dürfte.

Tatsächlich ist DFM RTV INT
- was vermutlich für "Digitale Freuqenzmodulation Radio Television International" steht, ein seit zehn Jahren aktiver und damit wohl einer der ältesten alternativen Internet-Sender in unseren Längen- bzw. Breitengraden. Und verfügt sogar über einen ausführlichen Eintrag in der Wikipedia, in dem einiges über seine ruhmreiche Geschichte zu erfahren ist.

Den empfiehlt das Medium gelegentlich zu lesen, ansonsten mag hier die Kurzfassung der Selbstvorstellung des Senders genügen:
dfml_g.gif

"DFM rtv Int is the very first webstation in The Netherlands. 1996-2006 marks 10 years of DFM's relentless independent commercial-free internet broadcast pioneering.
FM Members are broadcasting live from their home studios, from locations like alternative bars, parties, events or from the DFM studio in Amsterdam. The DFM Amsterdam internet/radio/tv studio is perfect for regular programs, DJ'ing or post-production but also to receive/record/broadcast guest artists/dj's and small acoustic and/or electronic performers/groups."

Zu den Beitragenden gehören beispielsweise namhafte Soundart- und Experimentalmusik-Labels wie Staalplaat oder der (Kunst-)Piratensender Rabotnik TV.

Und das hört man auch.
Wo sonst lässt sich schon um sieben Uhr morgens radikaler Postpunk-D'n'B-Dub-Percussion pur lauschen, gefolgt von sanften Blumenkinder-Soundraritäten aus den Sixties - und dann, besonders nett zum Frühstück, Kompressor zum Mitsingen: "Brush your teeth / even when you're using industrial beat..."?

Gut, gerade solche grossartigen Kombinationen verdanken sich gern dem Zufallsgenerator, der die (recht reichlich vorhandenen) 'Free Time Slots' bestückt - was den Nachteil hat, dass sich für so manche mitgelauschte Perle eben keine Playlist abrufen lässt. Aber das nimmt man bei einem guten Programm doch zur Not gerade noch in Kauf, oder?

Von miss.gunst am 30.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.07.06

OS-Instrument für DJs (Leverage)

ttst_ksw.gifWährend in Manchester die "Instrument"-Ausstellung schon wieder ihre Tore schliesst, soll mindestens noch ein dort vorgestelltes Projekt in den Zettelkasten wandern: "Leverage", ein Beitrag des Open Music Archive.

Auf Letzteres - eine von den britischen KünstlerInnen Eileen Simpson und Ben White begründete Initiative - wird an späterer Stelle noch einmal ausführlicher einzugehen sein.

Für heute muss dagegen erst einmal ein Blick auf "Leverage" genügen, gibt nämlich auch schon einiges her:

"Leverage [...] centres around the creation and animation of copyleft licensed 12 inch vinyl scratch tools containing a range of samples, beats and extracts made from the out-of-copyright blues, jazz and folk housed in the Open Music Archive.
For Instrument, the project is presented at 'beta stage' where vinyl test pressings can be sampled in scenario akin to the record shop listening area – with the option to skip through the rare original recordings, new remix tracks, short vocal snippets, percussive noises, samples, breaks and beats."

ttst_g.gifKlingt spannend - aber natürlich kann man sich erst mal fragen, inwiefern eine an ein OS-Musikarchiv gekoppelte (virtuelle oder reale) Plattenpressung als Sound-Tool für DJs und Musiker zu den Instrumenten zu zählen ist.

Nun: Nicht umsonst ist ja auch der Begriff des Musikinstruments eigentlich ein Spross aus der sehr viel weiteren, eben auch Handwerkszeug oder Experimentalgerätschaften einschliessenden Instrumentenfamilie.
Vor allem jedoch erinnern Simpson und White sehr zu Recht daran, dass sich heute viele Menschen an Plattentellern (oder deren Festplatten-Äquivalent) definitiv als Musiker verstehen - und dem entsprechend ihre Turntables tatsächlich als Musikinstrumente ansehen.
Und natürlich auch nutzen.
Bestes Beispiel aus dem nächstgelegenen HOME MADE-Umfeld wäre wohl Christoph Hess a.k.a. Strotter Inst., der in diesem Zusammenhang die Schraube (und gelegentlich auch wortwörtlich: die Schraubstöcke) freilich noch mal eine gute Runde weiterdreht.

Was nun tun, wenn man nicht noch eben in Manchester vorbeijetten und das Ganze, ob beta oder nicht, auf seine Funktionen testen kann?

Wenigstens einen kleinen Trost hält die "Leverage"-Projektseite bereit: Wer nach unten blättert, findet dort zwei kleine Scheiben mit Musique aus dem Open Music Archive bereitgestellt. Die ganz sicher ein bisschen Abwechslung auf den/die Plattenteller bzw. in diesem Fall: den mp3-Player zu bringen geeignet ist.
Als obligate Empfehlung nennt das Medium hier noch gleich sein vorläufiges Lieblingsstück, aus Rec. 2 von der A-Seite Track (leider nicht direkt zu verankern, da muss dann schon die ganze Platte auf die Platte). Dann mal schönes Schwingen in den Samstag hinein...

[Bildchen: Zeigt nicht Leverage, sondern ein Turntable-Instrument von Strotter - mit speziellem Gruss nach und Vorfreude auf Solothurn...]

Von miss.gunst am 29.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.07.06

Weltinstrumente (pangeia instrumentos)

ahap_ksw.gifpangeia, das tönt nach Weltmusik. Was nicht ganz falsch ist, aber doch nicht den Punkt trifft. Denn es geht zwar tatsächlich um Instrumente aus aller Welt - aber die sind erst einmal nur die Inspirationsquelle für eine bunte Schar seltsamer und schöner Konstruktionen, die ganz eigene Klangwelten entdecken lassen.

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet der angolanisch-portugiesische Komponist Victor Gama schon unter dem Projektnamen pangeia instrumentos daran, den traditionellen Instrumentenbau nativer Kulturen zu erforschen, um auf dieser Basis und unter Nutzung elektronischer Technologie zeitgenössische Neuschöpfungen zu entwickeln - die im Ergebnis zweifellos skulpturale Qualitäten haben, aber eben gespielt werden wollen.

ahap_g.gif
Wichtig sind ihm dabei einerseits der Prozess einer forschenden Arbeit an den Klangkörpern selbst, andererseits aber auch die potentielle Mittlerfunktion von Instrumenten und der Musik, die auf ihnen gespielt werden kann:

"Pangeia Instrumentos are acoustic musical instruments, sound devices and sound installations designed and built through a process of experimentation with design, sound and music. The main focus of this project is the phenomenon of metamorphosis and evolution of musical instruments that span the period from pre-history to our days. This phenomenon suggests that form is a variable in the composition process and is intrinsically related to the composer's inner creative impulses and his closest material environment."

heisst es programmatisch auf der Heimseite von pangeia instrumentos. Und:

"Pangeia Instrumentos is a project where music and musical instruments are used as mediators for dialogue and sharing. This particular mediation among people, the natural environment and the cosmos is acomplished by creating an object that's associated to animals, plants or stars."

Das tönt in der Tat einigermassen blumig. Schaut man sich allerdings die Projekte an, die Gama in diesem Zuge realisiert - und nicht zuletzt die Workshops mit Kindern - sieht man doch unschwer, dass das Ganze recht gut mit beiden Füssen auf der Erde steht.

Wäre jedenfalls schön, Gama und seine pangeia instrumentos auch mal in der Schweiz zu Gast zu haben. Vielleicht würden da auch sogar einschlägige Inspirationen zurückfliessen? Schliesslich hat es auch hier einige volkstümliche Instrumente, die auf Metamorphosen harren...

[Bildchen: Keine der schönen musikalischen Skulpturen von pangeia instrumentos, sondern eher eine den abschweifenden Phantasien des Mediums geschuldete Variation auf die Weltinstrumente-Vision in Gestalt eines Ahaperpetuum Sonabile, Modell "Rorschach". Die sich zudem der netterweise GNU+CC-linzensierten Aufnahme eines traditionellen Schweizer Klangkörpers aus der Wikipedia verdankt. Deren Autor es - attribute - auch gern noch genannt hätte, allein sein Name stand nicht dabei.]

Von miss.gunst am 27.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.07.06

Klangkugeln (Kuwert)

dkmk_ksw.gifZufällig gerade in Berlin? Dann hätte das Medium einen Ausflugstipp, der sich am heutigen Mittwoch abend (26.07.06) direkt im Anschluss an einen Badetag am Wannsee einplanen liesse.

Die Singuhr Hörgalerie in der Parochialkirche gehört nämlich zu den eher wenigen Kulturinstitutionen, die nicht in den Schatten eines Sommer(ferien)lochs geflüchtet sind bzw. ihre Aktivitäten merklich retardiert haben.

Deshalb eröffnet sie freiweg eine neue Klangkunstausstellung - und zwar mit einer Installation der Berliner Künstlerin Doris Kuwert.

dkmk_g.gifHinter dem seinerseits klingenden Namen der Installation - "Mikrokosmos" - verbergen sich zwei Raumarbeiten.
In der einen werden Wassergläser, in denen elektronisch (an)gesteuerte Aquarienpumpen Luftblasen erzeugen, zum Konzert aufspielen.
[Beiseit: Ist, von etwaig naheliegenden Inspirationen durch die Sommerhitze mal abgesehen, natürlich nur Zufall - aber ein netter Anschluss zum vorgestern vorgestellten HOME MADE-Sequencer].

Die andere soll aus einem Mobile mit transparenten Hohlkugeln bestehen, in deren Innerem Eisenkugeln zu klingen beginnen, wenn erstere mithilfe von Elektromagneten zum Schwingen gebracht werden.

Tönt ganz nach einer leicht dahinschwebenden Sommerschau mit atmosphärisch passendem Raumkonzert. Da empfiehlt das Medium doch einfach mal ungeschützt: Hingehen und hinhören, so die Gelegenheit besteht.

  • Die Daten:
    Doris Kuwert: Mikrokosmos
    singuhr - hoergalerie in parochial
    Waisenstraße 28 - D-10179 Berlin
    Do-So 14-20 Uhr
    Eröffnung: Mittwoch, 26.07.2006 um 18 Uhr
    Lange Nacht: 03.09.2006 bis 24 Uhr
    Noch bis inkl. 03.09.2006
  • [Bildchen: Wie so oft vom Medium frei dahinimaginiert. Wer hingegen eine etwas genauere Orientierung über die Ästhetik von Doris Kuwerts Arbeiten wünscht, kann hier - blättern bitte! - bei der Singuhr eine Vorschau auf den Mikrokosmos erhalten oder sich auf anderen Seiten z.B. "To and Fro" (2004) oder - wieder blättern, blättern! - "Jumps forming a cloud" (2005).]

    Von miss.gunst am 26.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    25.07.06

    Geschnitzte Gadgets (The Owl Project)

    opilg_ksw.gifZurück zu den Instrumenten, genauer gesagt: zur "Instrument"-Ausstellung in Manchester und den dort präsentierten Klangkörpern der Marke Eigenbau.
    Absoluter Favorit des Mediums sind da ganz klar und vornedran die optisch etwas rustikal daherkommenden, aber gerade deshalb absolut 'futuresonic' wirkenden Geräte aus der Fertigung des "Owl Project".

    Seit 1998 arbeiten die Briten Simon Blackmore und Anthony Hall unter diesem Label zusammen.

    Worum es dabei geht, haben die beiden wohl selbst am besten zusammengefasst:

    opilk.gif

    "The owl project take a heavily craft based approach to designing their own interfaces; drawing on influences ranging from woodworking, hobby style electronics and Open Source Software to make music making machines. The result is a lighthearted critique of human interaction with computer interfaces and our increasing appetite for new technologies."

    Zu eben diesen Resultaten zählt allen voran zwei Stücke, die bereits durch ihr Design sofort für sich einnehmen können:

    Zum einen der Log1k - auf den ersten Blick ein grob gesägtes, freilich aufklappbares Stück Holzster, das in seinem Inneren einen funktionsfähigen Laptop für Audioperformances verbirgt.

    opilg.gifZum anderen - äusserst trendgerecht und natürlich der Hit, was hoffnungsfrohe Käuferanfragen betrifft - der in jeglicher Hinsicht zweifelsfrei ins Geniale lappende iLog. Wie man angesichts der klangvollen Benamsung bereits ahnt, ein mp3-Player der besonderen Art - je nach Modell nämlich mit ein paar Zusatzfunktionen ausgestattet. Das wichtigste aber: Auch der funktioniert.

    Wer das nicht glauben will, kann sich anhand von Vilmchen (zu finden Archiv der Owlprojekt-Heimseiten) eines Besseren belehren lassen.

    Also, liebe LeserInnen: Das ist doch toll, schon im August zu wissen, was man dieses Jahr auf jeden Fall unter dem Weihnachtsbaum vorzufinden wünscht. Oder etwa nicht?

    Falls letzteres: Kann das ja wohl nur dem Impuls entspringen, selbst zu Säge und Lötkolben zu greifen. Auch den wird das Medium saisongerecht sicher wieder nach Kräften unterstützen, ganz so wie im vergangenen Jahr.
    Nur ob dabei so konkurrenzlos schick geschnitzte Gadgets herausspringen wie sie das Owl Project fabriziert, das kann es wirklich nicht versprechen.

    [Bildchen: Das Medium dankt Antony Hall und dem Owl Project herzlichst für die Genehmigung zur Reproduktion!]

    Von miss.gunst am 25.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    24.07.06

    Sonnensänger u.a. (HOME MADE-Instrumente ff.)

    hmkt_ksw2.gifNachdem gestern das erste HOME MADE Labor der Saison 2006 mit dem Klangtag in Romaînmotier zu Ende gegangen ist, gibt es Dank Kollegen Sternenjäger auch einige fotografische Einblicke in die Klangbastelstunden auf Klostergrund.

    Die wiederum zeigen natürlich nicht nur die idyllische Arbeitsstätte der BastlerInnen (und selbige ebendort in Aktion), sondern vermitteln auch Ansichten der im Entstehen begriffenen Instrumente und Klanginstallationen.

    hmkt_g3.gifUnter letzteren sind mit stilsicherem Blick (bzw, den Biosimulator vom vergangegen Jahr in Erinnerung sowie entsprechend dokumentiert) die Sonnensänger von Uwe Schüler zu identifizieren, die das derzeit denkbar reichlich vorhandene Licht des flammenden Planeten in Sounds verwandeln.

    hmkt_g4.gifWas wiederum auf den ersten Blick wie ein Xylophon aus Wassergläsern auszuschauen scheint, ist tatsächlich ein funktionsfähiger Mini-Sequencer, der über die die Füllhöhe der Flüssigkeit gesteuert wird. Hui!

    Nun würde man natürlich gerne etwas genauer wissen, wie das Ganze funktioniert und wie es dann klingt.
    Da das Medium diesmal nicht in Romaînmotier zugegegen, sondern andernorts anderweitig verpflichtet war und seine telepathischen Fähigkeiten ihre Grenzen haben, vermag es dazu leider wenig bis nichts zu sagen.
    Aber mal sehen, ob und wie dem abzuhelfen ist...

    Von miss.gunst am 24.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    23.07.06

    Bespielbares Spielzeug (Christoph Grab @ HOME MADE)

    crgt_ksw.gifAnlässlich des heutigen Klangtags, zu dem die KlangbastlerInnen in Romaînmotier einladen, lässt sich gut ein Blick zurück auf den entsprechenden Anlass im letzten Jahr werfen. Denn dort sind natürlich auch einige neue Instrumenten entstanden, die dann am Klangtag auch zum Einsatz kamen.

    Dass darunter wiederum - um erst einmal mit dem scheinbar naheliegendsten zu beginnen, nämlich einem Genre, von dem in diesem Log.Buch schon häufiger die Rede war - auch per Circuit Bending mutierte Spielzeuginstrumente waren, wundert vielleicht nicht weiter.

    Eher schon, wer sie manipuliert und mitgebracht hatte: Christoph Grab, den man eigentlich erst einmal als eingefleischten Jazzer am Tenorsaxophon kennt.

    crgt_g.gifDem kleinen Gartenkonzert, das er seinerzeit gab, hat diese Prägung belegtermassen keinen Abbruch getan. Ganz ähnlich wie sein Kollege Bruno Spoerri, der seinerseits am Theremin und mit dem von David Rokeby entwickelten Very Nervous System jazzte, gehört er zu jenen Musikern, die Experimenten aufgeschlossen sind. Speziell die "Bended Toys" lassen dabei nicht nur den Zufall ein, sondern sorgen - anders als ihre niedliche Optik suggeriert - auch für einen eher rauhen Ton.
    Was gerade einer allzuleicht bzw. in den weniger glücklichen Fällen ein wenig zum Stammtisch-Sound neigenden Gattung wie dem Jazz nur gut tun kann. Meint jedenfalls das Medium, das sich mit seinen Ohren sonst vorzugsweise mehr im Spektrum zwischen Neuer Musik und Electronica bewegt.

    Und wenn man sich so die Konzertankündigungen auf seiner Heimseite anschaut, dann kann man fast den Eindruck gewinnen, als habe das Engagement bei HOME MADE mit dazu beigetragen, dass Christoph Grab nun tatsächlich auch mit einer eigenen TOY GROUP auf die Bühne geht, und zwar zusammen mit seinen Kollegen Dominik Burkhalter und Christian Rösli.
    Wer weiss, vielleicht startet sein Spielzeug-Orchester demnächst zur internationalen Karriere durch?

    Für diejenigen, die sich beizeiten zur Fangemeinde formieren wollen, besteht im Anschluss an den heutigen (23.07.06) Klang(sonn)tag in Romaînmotier jedenfalls noch am 26.08.2006 (um 20:00 Uhr) im Alten Spital in Solothurn sowie am 16.09.2006 (ebenfalls um 20:00 Uhr) im plug.in in Basel Gelegenheit dazu.

    Von miss.gunst am 23.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    22.07.06

    Besseres Radio Blog

    brb_ksw.gifWarum nun ausgerechnet an dieser Stelle ein Weblog zum Thema Radio vorgestellt wird?
    Das hat gleich mehrere Gründe.
    Ein guter ist wie je, dass sich das Medium immer gern in der Nachbarschaft umschaut, um die entsprechende Kategorie seines Log.Buchs zu füttern.
    Aber das ist natürlich nicht der einzige.

    Ausserdem schlug ihm ein wenig das schlechte Gewissen, über die Ankündigung der gestrigen GUNSTradiosendung zwar dick (und durchaus sinn- und sachgemäss) Tesla Radio geschrieben zu haben. In selbiger aber - anders als es das zugehörige Bildchen um so mehr suggerieren konnte - just von Teslas Verdiensten um das Radio eigentlich nicht weiter gehandelt wurde.

    Folglich wühlte es in seinen Pfründen, ob da nicht noch ein netter Hinweis gegeben werden könnte. Allein, wenn nicht in diesem Log, dann doch im Tesla-Geburtstags-Eintrag bei digital brainstorming wurden eigentlich schon zentrale Lektüren wie George Trinkaus' Buch zum Thema verankert. Während die brütende Hitze nicht gerade dazu verführt, in ausführlichen Artikeln lang und breit die historische Streitfrage "Tesla vs. Marconi" zu diskutieren.

    brb_g.gifEben darüber hadernd stolperte es dann über den bei früheren Recherchen mit Lesezeichen versehenen Eintrag zum Thema in Brian Moffatts "Better Radio"-Blog.

    So viel mehr zu Teslas Radio gibt ersterer zwar auch nicht her. Letzterer lässt sich eben aber ganz wunderbar als durchwühl- und schmökerbare Lektüre den LeserInnen dieses Log.Buchs weiterreichen.
    Gern geschehen. Und dann kann es auch mit der Instrumentenkunde weitergehen...

    P.S. Ja, dass dort seit Januar kein neuer Eintrag mehr erfolgt ist, hat das Medium auch bemerkt. Ist schade, aber: Zettelkasten bleibt Zettelkasten (das ist das schöne an Themenblogs) - und vielleicht überkommt es Herrn Moffatt auch wieder, wer weiss?

    Von miss.gunst am 22.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    21.07.06

    Tesla Radio

    gt0721_ksw.gifAnlassgemäss muss heute doch mal wieder ein Eintrag aus der Tesla-Reihe eingeschoben werden.
    Während das Berliner Radio Tesla - also die gleichnamige Veranstaltungsfolge - Sommerpause macht, wird andernorts nämlich fleissig weitergesendet.

    Beim GUNSTradio beispielsweise steht an diesem Freitag (21.06.06) die Juli-Sendung an - und die ist diesmal zünftigerweise bzw. anknüpfend an das Jubiläum Nikola Tesla gewidmet.

    gt0721_g.gifUm Teslas Verdienste um das Radio und seine teilweise sehr speziellen Vorstellungen von den Potentialen der drahtlosen Übertragung wird es allerdings nur am Rande gehen.
    Schliesslich gibt es noch ganz andere Dinge, über die nachzudenken die nähere Inaugenscheinnahme eines bewegten, wenn man so will: inspirierten, in jedem Fall jedoch inspirierenden Erfinderlebens Anlass geben kann...

    Wie immer von 14:00-15:00 Uhr auf dem Frankfurter (!) RadioX (fm 91,8 stereo / 99,85 kabel).
    Und da sich in Sachen Reichweite endlich der lang ersehnte Silberstreif am Horizont in Gestalt eines mp3-Streams zu zeigen scheint, möglicherweise mitnichten allein nur vor Ort zu empfangen.

    Von miss.gunst am 21.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    20.07.06

    Instrument(e) @ Futuresonic

    fsi_ksw.gifFuturesonic ist allem voran ein Festival, das alljährlich im fernen Manchester stattfindet und dessen zehnte Ausgabe am heutigen Donnerstag (20.07.06) eröffnet wird. Mit Konzerten, Symposium, DJ Lounges und was sonst heutzutage zu einem MedienMusikFestival gehört.
    Wie nicht zuletzt auch zwei Ausstellung - von denen sich wiederum eine nicht ganz zufällig im Radar des Mediums verfangen.

    Sie trägt nämlich den ebenso schlichten wie schönen Titel "Instrument" und versammelt von KünstlerInnen konstruierte Klangapparate, -maschinen und -installationen.
    Oder, in den selbstredend ihrerseits sehr viel klangvolleren Worten der Kuratoren, Colin Fallows und Drew Hemment:

    fsin_g.gif

    "An exhibition of artist-made instruments, noise generators, audio-visual manipulators, and recordings. Featuring leading sound artists, experimental composers, noise-makers and other audio creators from the UK, Austria, France, Germany, Portugal, Japan, and the USA, each exploring what we understand to be an instrument. A mix of high tech and low tech - live installations, concert performances, and abstract busking. Each instrument is extraordinary and innovative."

    Und genau letzteres ist es, was diese Ausstellung aus HOME MADE-Perspektive besonders spannend macht. Doch was tun, wenn man just nicht nach Manchester fliegen und die dort präsentierten Pretiosen im Original ansehen (und -hören) kann?
    Lecker Bildchen und schon mal recht brauchbare Beschreibungen der Arbeiten sind zwar schon auf der Info-Seite zur Ausstellung versammelt.
    Wem das - wie dem Medium - jedoch nicht ganz genügt, ist herzlich eingeladen, sich in den nächsten Tagen in diesem Log.Buch das eine oder andere gute Stück mal etwas näher anzusehen.

    Von miss.gunst am 20.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    19.07.06

    Instrumentenkunde

    120y_ksw.gifIndes in Romainmôtier die TeilnehmerInnen des ersten HOME MADE-Labors dieser Saison die Bastelarbeit aufgenommen haben, will sich das Medium natürlich gern nach passenden Zettelkasteneinträgen umsehen. Hochspannung ist da sicher nicht das erste, was den BastlerInnen ans Herz gelegt werden sollte.
    Vielleicht stattdessen besser eine kleine Handbibliothek, um den Horizont durch gelegentliche Ausflüge in die Historie und die Theorie zu erweitern?

    Allen voran gehört in diese natürlich das Projekt "120 Years of Electronic Music".
    Auch wenn die Chronik leider 1990 endet - für die einhundertundzwanzig Jahre Geschichte der elektronischen Musikinstrumente bis zu diesem Jahr wird man im Netz nach einer vergleichbaren Ressource vergeblich suchen.

    120y_g.gifBegonnen mit dem "Musical Telegraph" (1876) von Elisha Gray und endend mit dem "Quadrasynth" (1993) der von Keith Barr begründeten Alesis Corporation werden rund hundert einschlägige Erfindungen vorgestellt, dazu gibt es noch eine schöne Bibliographie und eine Menge weiterführender Verweise - letztere nicht nur in der obligaten Linkliste, sondern auch in den Texten selbst.

    Als besonders inspirierend für BastlerInnen, die ein Herz nicht nur für phantasievolle, sondern vielleicht auch etwas aberrante Konstruktionen haben, dürften wohl vor allem die Instrumente des neunzehnten und früheren zwanzigsten Jahrhunderts sein.

    Natürlich sind dort auch bekannte Klassiker wie Russolos auch in diesem Log.Buch schon verschiedentlich gefeierte Intonarumori oder die berühmten Ondes Martenot vertreten.

    Aber eben auch weniger bekannte Konstruktionen wie der sowjetische Sonar oder das Emiriton oder die australische "Free Music Machine".
    Während zu letzterer auch mehrere beeindruckende Bilder überliefert sind, fehlen solche bei ersteren beiden leider ganz.

    Doch vielleicht kann das ja umso anregender auf die Phantasie unserer InstrumentenbastlerInnen wirken? Wohin die so führt, werden wir jedenfalls spätestens am Klangtag kommenden Sonntag hören und sehen...

    Von miss.gunst am 19.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    16.07.06

    Total Tesla (IV): sparks (AElab)

    aesp_ksw.gifHeute wandern Funken in den Zettelkasten, die passend zum Tesla-Geburtstags-Special direkt als Hommage formatiert sind:
    Die "Sparks" aus dem kanadischen AElab.

    Hinter selbigen stehen der Musiker und Komponist Stephane Claude und die Künstlerin Gisele Trudel - beide, wie man sich denken kann, auf die elektronischen Gefilde spezialisiert.

    Ihre "Sparks", zwischen 1998 und 2005 entstanden, verstehen sich als "experimentelle Video-Biographie" des Erfinders:

    aesp_gg.gif

    Das betrifft vor allem die ästhetische Ebene, denn an und für sich ist die Funken-Reihe tatsächlich eine behutsame Annäherung, die biographische Dokumente und Interview-Statements zu zentralen Lebensphasen und Beschäftigungsbereichen des Erfinders durch abstrakte, bewegte Bilder rahmt, wie sie auch sonst für die Arbeit des Künstlerpaares charakteristisch sind.

    aesp_g1.gifZu sehen war die Arbeit beispielsweise vor ein paar Monaten im ZKM Karlsruhe, und zwar im Rahmen der deutschen Station der kanadischen Wander-Ausstellung "Resonanzen. Körper im elektromagnetischen Feld" zu sehen war (mehr vom Medium dazu u.a. hier und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch im Rahmen der Tesla-Reihe).

    Als Audio-Produktion gibt es dazu übrigens noch eine CD gleichen Titels, erschienen als oral-release 01 bei notype (wo man auch sonst einige feine Dinge findet - darunter auch mp3-Editionen, aber das nur nebenbei).

    aesp_g2.gifAnsonsten vielleicht noch der Hinweis auf den Eintrag zur Arbeit in den Archiven der Daniel Langlois Foundation, wo es zwar nicht mehr, aber andere Standbildchen zu sehen gibt.

    Und nicht zu vergessen - wiederum auf der "Sparks" gewidmeten AElab-Seite - das leider nicht direkt zu verankernde "Rhizome", hinter dem sich eine kleine Linksammlung zum Thema verbirgt.

    [Bildchen: Keine Sparks aus dem AElab, sondern schlicht und einfach Funkenflüge...]

    Von miss.gunst am 16.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    14.07.06

    Hacked Gadgets

    hg_ksw.gifAlso, dieses Blog verdient einfach einen eigenen Eintrag, auch wenn der die Tesla-Serie unterbricht.
    Denn abgesehen davon, dass es eine angenehme Alternative zu den schätzungsweise 1000+n Gadget-Blogs ist, die unter dem Strich vor allem mehr oder weniger begeisterte (und mehr oder weniger begeisternde) Werbung für Waren machen, liegen Hacked Gadgets allemal klar im Interessengebiet eines Log.Buchs, das mit DIY-Kultur sympathisiert.

    Und im übrigen hat ihn das Medium gefunden, als es gestern im Zusammenhang mit den musikalischen Tesla-Spulen nach den Audio- resp. Videodokumentationen zu Steve Conners einschlägigen Experimenten Ausschau hielt.

    Dabei stiess es nämlich auf einen, genauer gesagt: den aktuellsten (und insofern eben doch bestens in die Tesla-Reihe passenden) Eintrag im Hacked Gadgets-Blog, der gleich zwei Vilmchen mit Tesla Coil Music vorstellt. Wobei man in diesem Fall allerdings sagen muss, dass die Spulen selber eigentlich nicht selber singen, sondern eher mitschwingen.

    hg_g.gifAber das nur beiseit, denn natürlich hält das Hacked Gadgets Blog noch viele viele Leckerein zu vielen vielen anderen Themen bereit. Da hier nun jede/r nach Gusto selbst fischen kann, müssen die nicht unbedingt aufgezählt werden.

    Vielleicht sollte dabei noch angemerkt werden, dass nicht wenige davon tendenziell unter die Kategorie "zwar DIY, aber pls. do not try this at home" fallen. Und es sicher nicht allen so gut gefällt, in der Kategorie Toy Hacks gleich auf eine funktionsfähige Schusswaffe, ein Gummibandmaschinengewehr zu treffen - Spielzeug hin oder her, so etwas kann doch ins Auge gehen.
    Dann schon lieber einen niedlichen friedlichen USB-Stick-Schutz wie diesen hier, oder?

    Von miss.gunst am 14.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    13.07.06

    Total Tesla (III): Musik mit Teslaspulen

    tssing_ksw.gifZwar zeigt das gestern vorgestellte Wardenclyffe Project von Peljhan, Nicolai et al.: Wenn Tesla Musiker inspiriert, müssen nicht zwangsläufig Funken schlagende Spulen im Mittelpunkt stehen.
    Andererseits lässt aber mit letzteren auch Musik machen.

    Wie das geht und dann klingt?

    Kann man sich auf den Heimseiten einiger Teslaspulenenthusiasten anhören - und natürlich auch anschauen. Denn die Attraktion der Funkenmusik rührt wohl schon zu nicht geringen Teilen auf den wortwörtlich spektakulären Effekten, die entsprechende Versuchsanordnungen zeitigen, sobald sie unter Strom gestellt werden.

    tssing_g.gifSowohl auf Richie Burnetts Tesla Coil Pages als auch auf Mike Harrisons "Electrical Stuff" hat das Medium in früheren Einträgen ja bereits verwiesen (siehe die Logs vom 16.05.05 und vom 18.03.06).
    Doch während Burnetts Singender Lichtbogen sich dort bereits verankert findet, muss an dieser Stelle unbedingt noch auf Harrisons tolles Spark-O-Phone verwiesen werden, zu dem es nämlich auch ein schickes Vilmchen sowie - empfehlenswert für spartanischer ausgestattete NetznutzerInnen - alternativ auch einfach eine Audio-Version des funkigenenden Instruments in Aktion gibt.

    Mehr davon? Kein Problem.
    Steve Conner alias Scopeboy ist auch ziemlich gut dabei, wie seine Tesla Coil Page belegt. Da er sich zudem aktiv in der elektronischen Musik bewegt, wundert es denn nicht weiter, bei ihm auf ein Interesse für funken(schlagen)de Instrumenten zu stossen.
    Wer die Ergebnisse seiner einschlägigen Experimente bewundern will, begibt sich am besten auf diese Meldung, die er im Forum von 4HV.org (yep, das steht für High Voltage) gepostet hat. Leider funken die gerade nicht, aber vielleicht findet sich das ja wieder.

    Daher lieber noch einer?
    Geht immer. R. Scott Coppersmith zum Beispiel. Der seine Coils gerne über MIDI spielt. Auch nicht schlecht, oder?

    Nunja. So könnte man tatsächlich weiter und weiter singende, klingende Spulen aneinander reihen.
    Das Medium will es vorerst, genügsam wie es nun mal ist, gerne bei den bis hierher angeführten belassen.

    Für unermüdliche hat es aber noch einen passenden Anker parat: Den Tesla Coil Webring. Daran einfach festhalten, mit abtauchen in die Spulenfluten. Und tüchtig lauschen, denn sicher sind noch viel mehr singende und klingende dabei...

    [Bildchen: Weil das Betrachten von lila Lichtbögen auf die Dauer ziemlich kitschnasig macht, hat es nun auch das Medium erwischt. Weshalb es sich, ganz ohne es zu wollen, an dem netterweise den Commons überlassenen Vor-Bild von Tobias Mittrach böse vergriffen hat. An Schöpfungshöhe konnte auf diese Weise sicher nicht gewonnen werden. Aber es war auch schon spät und lilalalilu, nur der Mann im Mond schaute zu...]

    Von miss.gunst am 13.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    12.07.06

    Total Tesla (II): Wardenclyffe (Peljhan, Nicolai et al.)

    wardt_ksw.gifDer Wardenclyffe Tower gilt bis heute als Nikola Teslas waghalsigstes und - so es da einen Superlativ geben sollte - visionärstes Projekt.
    Dass der mächtige Sendeturm für drahtlose Transmission zu Lebzeiten des Erfinders eine Ruine blieb und schliesslich abgerissen wurde, schmälert seine nachmalige Faszination mitnichten.

    Was sich unter anderem auch in der Kunst niederschlägt.
    So fand 1997 im Rahmen der documenta X in Kassel - angedockt an Marko Peljhans Makrolab - eine Gruppe einschlägig interessierter Künstler und Musiker (nein, leider nicht: -Innen in diesem Fall) zusammen, um sozusagen im Geiste von Tesla einen virtuellen Tower zu bauen. Aus Sound.

    Das klingt dann ungefähr folgendermassen - seitens des Konzepts:

    wardt_g.gif

    Carsten Nicolai [noto], Olaf Bender [byetone], Frank Bretschneider [komet], Marko Peljhan [mx] und Aljosa Abrahamsberg [nullo] inszenieren gemeinsam Teslas visionäre Vernetzung unter Studiobedingungen. Ihre Session ist bestimmt von Abnahme und Echtzeit-Analyse elektromagnetischer und akustischer Radio- und Satellitensignale. Die Transmissionen werden in einem vertrackten physikalischen Versuchsaufbau klanglich moduliert, transformiert und schliesslich in veränderter Form in den Äther zurückgestrahlt.

    Die Kasseler Sonde war damals quasi der erste Satz einer sibirischen Symphonie, zu dem seither einige weitere gekommmen sind: Ebenfalls noch 1997 im V2 in Rotterdam, 1998 als "Solar" auf der Ars Electronica beispielsweise - und vor nicht allzu langer Zeit, nämlich dieses Jahr im März, als "pact systems / signal" im Tesla Berlin.

    Das funkt auf seine Weise, ganz ohne Reinszenierung klassischer Tesla-Effekte (und mit den Funkenspulen hat Wardenclyffe eh eher wenig zu tun).

    Traditionsbewusste Tesla-Fans werden sich wohl trotzdem lieber direkt an die Baupläne des Meisters halten und weiter von einer Rekonstruktion des alten Wardenclyffe Towers träumen...

    [Bildchen: Freifunkturm frei zusammenfantasiert fom, pardon: vom Medium.]

    Von miss.gunst am 12.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    10.07.06

    Total Tesla (I): Tesla 21 (Lulic)

    tsb_ksw.gifHeute vor einhunderfünfzig Jahren wurde Nikola Tesla geboren - und da gebietet es sich natürlich, mit einem kleinen Zettelkasten-Eintrag zu gratulieren.

    Allein schon aufgrund unserer Vorliebe für das Medium Radio - denn wenngleich zu Teslas Lebzeiten noch sein Kollege und Konkurrent Guglielmo Marconi als Erfinder des Radio gehandelt wurde, entschied das US-Patentgericht 1943 posthum zu seinen Gunsten.
    Wobei, beiseit bemerkt, das Radio als Erfindung ohnehin mehr als einen Vater und - wer häte das gedacht - tatsächlich auch Mütter hat. Aber dazu dann ein andermal ebenso mehr wie zu Teslas speziellem Beitrag.

    Weil das Medium zudem eben schon eine Gratulationsadresse in der netten Nachbarschaft beim digital brainstorming Blog abgelegt hat, in der sich allerlei Hinweise rund um den Erfinder und sein heutiges Jubiläum finden, kann es sich in diesem Log.Buch ganz auf das Echo in den Gefilden von Musik, Medien und Kunst konzentrieren.

    tsb_g.gifUnd beginnt mit einem leckeren Lektüre-Tipp, der sich praktischerweise gleich auch zur Beschenkung anderer JubilarInnen eignet - und natürlich erst recht zur Anschaffung fürs eigene Buchregal. Selbst für relative Lesemuffel, denn das Ganze hat eigentlich wenig Text und ist so reichhaltig illustriert, dass man schon vom lustvollen Blättern etwas hat. Das Schmökern stellt sich dann quasi von alleine ein.

    2002 unternahm der Wiener Künstler Marko Lulic, der seine Kindheitsjahre in der unmittelbaren Nachbarschaft des kroatischen Dorfes Smiljan - Teslas Geburtsort - verbrachte, zunächst eine Reise nach New York, um sich dort auf die Spurensuche nach dem Erfinder bzw. den lokal wahrnehmbaren Memorabilia zu machen.
    Die Ergebnisse seiner Recherchen verarbeitete er zu einer Videoarbeit mit dem Titel "Tesla 21" und brachte diese dann im Sommer ins Tesla-Museum Belgrad mit, wo er sie zusammen mit der Elektromusikerin Electric Indigo (Betreiberin des gleichnamigen Labels) im Rahmen einer Performance zur Vorstellung brachte.

    Die Dokumentation des Videos, der Performance, sowie einer ganzen Reihe weiterer in diesem Zusammenhang entstandener Arbeiten ist, komplettiert durch Textbeiträge wie ein Interview von Thomas Feuerstein mit dem serbischen Philosophen, Wissenschaftler und Tesla-Spezialisten Velimir Abramovi? (ja, das ist der Bruder der Künstlerin), dann in ein Künstlerbuch eingeflossen.
    Das ebenfalls "Tesla 21" heisst, von der Wiener BAWAG-Foundation herausgegeben und 2003 vom Revolver-Verlag publiziert wurde.

    Als Geburtstags-Hommage damit ganze drei Jahre zu früh - aber das passt doch eigentlich bestens zu einem Mann, der mit seinen Erfindungen und Techno-Visionen in vielen Dingen zwar ein Kind seiner Zeit, dieser zugleich jedoch um Längen voraus gewesen ist. Meint jedenfalls das Medium und kann das Buch allweil nur wärmstens empfehlen.

  • Die Daten:
    Marko Lulic: Tesla 21, Hrsg. BAWAG Foundation/Christine Kintisch (= BAWAG Foundation Edition 3), Frankfurt a. M.: Revolver-Verlag, 2003
  • [Bildchen: Stammt nicht aus dem schönen Buch, sondern stellt lediglich eine klassische Teslaspulen-Entladung dar, wie sie sich auf dem Imaginationsschirm des Mediums niederschlug. Glücklicherweise nicht mit ganz so vielen Volt...]

    Von miss.gunst am 10.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    09.07.06

    Audio Drive (In)

    adbcb_ksw.gifUm angelegentlich die diese Woche begonnene Zettelkasten-Sammlung zum Schlagwort Drive In weiter zu kommplettieren, gleich noch ein weiteres einschlägiges Projekt fürs Archiv.
    In diesem Fall sogar jüngeren Datums - und wie es aussieht, nach wie vor aktiv: Die Audio Drive (Ins) von Sasker Scheerder und Co.

    Einen schönen Überblick über alle Audio Drive-Aktionen kann man gleich auf Scheerders Heimseiten abholen, wenn man in der Suchmaske unter "keyword" das entsprechende Stichwort anwählt.
    Lässt sich leider nicht direkt verankern - und deshalb hier noch drei ausgwählte Stationen:

    Erstmals in Deutschland war das Ganze 2003 im Rahmen des Garage-Festivals Stralsund zu erleben.
    Dort hatte Sasker Scheerder zusammen mit dem Musiker Radboud Mens zu boomcar concert eingeladen, um sein Audio Drive-Projekt vorzustellen:

    adbcb_g.gif

    Die Grundidee des Audio Drive-Ins ist die Übertragung eines elektronisch generierten Mehrkanal-Musikstückes. Die einzelnen Sounds des Stückes (verschiedene Frequenzbereiche/Instrumente etc.) werden über separate Mini-FM-Transmitter gesendet. Boomcars, geparkt auf einem bestimmten Platz (Parkplatz, Parkhaus o.ä. öffentlicher Ort), empfangen die individuellen Kanäle mit ihren Anlagen (UKW). Durch die Verstärkung über ihre Systeme setzt sich das Musikstück wieder zusammen. Durch den individuellen Klang und Charakter jedes einzelnen Systems wird das Ergebnis immer anders ausfallen. Die Boomcarbesitzer werden so selbst zu Akteuren und bestimmen die Komposition.

    In diesem Jahr wurde eine weitere boomcar-Audio-Kunstaktion bei der fine art fair in Frankfurt am Main im Beiprogramm realisiert. Dort arbeitete Scherder mit dem mexikanischen Künstler Carlos Amorales zusammen, der dafür das von ihm mitbetriebene Label "Nuevos Ricos" (lohnt übrigens, dessen Seite 'mp3 und Radio' mal näher anzuschauen) sowie das Audio-Kollektiv Aux Raus! (dito!) mit ins Boot holte.

    Genau in dieser Kombination gab es kürzlich im Juni dann noch einmal ein boomcar-Audiodrive in Berlin, diesmal auf Einladung des Club Transmediale (jetzt ausserhalb der (C)TM-Saison DISK benamst) in Koop mit dem Tesla Berlin und Radio Einszueins.

    [Bildchen: Hat wie so oft fast nix mit der hier vorgestellten Kunst zu tun. Oh nein. Sondern gibt in ungefähr das wieder, was das Medium in seinem etwas auf Abstraktion geschalteten Gehirn als boomcar-upgrade einer Standard-Autostereoanlage imaginiert. Die Grundlage hierfür lieferte aus der Wikipedia die von Andreas-horn-Hornig bereitgestellte Graphik eines 2-Kanal-Surround. Die ist mit CC-attribution-share-alike versehen, was hiermit auch für das Bildchen gilt.]

    Von miss.gunst am 09.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    08.07.06

    endspiel vor dem endspiel (WRT)

    rtv_ksw.gifWie wäre es mit einem kleinen Webradio-Tipp als Vorspiel vor der Finalrunde um den dritten WM-Platz?

    Ein ebensolcher hat sich nämlich im Radar des Mediums verfangen und wird denn auch gleich mal 1:1 (jedenfalls annähernd, d.h. mit erläuternden Ankern u.a.) weitergegeben:

    "Das kleine Endspiel". various euro und 38317 live aus einer Berliner Wohnung beim sportiven Zubereiten politischen Salats auf Low-Fi Niveau und kurz vor dem dem Spiel um den 3. Platz bei der "Fussballweltmeisterschaft(TM)". Mit Hits wie "Der Tod ist ein Weltmeister aus Deutschland" (siehe www.n0name.de/38317/wmausd). Kongo, Kongo, wir fahren nach Kongo!

    rtv_g.gif

    Audiowebstream unter:
    www.gradio.org:8000/listen.pls

    radi0.tv @ globalRADIO Berlin
    (c) 2006 n0name
    unterstuetzt von ..//modukit+

    Achja, wichtig vielleicht noch die Daten:
    Gesendet wird Samstag, 08.07.2006 von 20:00-21:00 Uhr (MEZ Sommerzeit).

    Ob sich das Ganze allerdings tatsächlich als Appetithäppchen für den vorletzten WM-Abend eignet... nunja. Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist die Anspielung auf das Endspiel auch nicht so gemeint...

    Von miss.gunst am 08.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    06.07.06

    Drive In Music (Neuhaus)

    drim_ksw.gifAuch wenn es unter ökologischen Aspekten nicht ganz so gut vertretbar ist, den sommerlichen Klangspaziergang quasi auf vier Rädern fortzusetzen - der gestern mit Blick auf das "Radio Drive-In" gegebene Verweis verlangt sozusagen danach.
    Zumal sich in diesem Zuge nicht nur jüngere Audio-Aktionen, sondern auch echte Klassiker in den Zettelkasten einspeisen lassen.

    Allen voran wäre das wohl Max Neuhaus' "Drive In Music" von 1967/68 - eine Arbeit, die in der Musikkunst/Kunstmusikgeschichte als erste Klanginstallation überhaupt gehandelt wird.

    drim_g.gifDas Terrain für das Drive In war in diesem Fall eine breite Allee (in Buffalo/N.Y.). Auf einer Strecke von etwa einem halben Kilometer verteilte Neuhaus zwanzig Radiosender in den die Strasse säumenden Bäumen, die verschiedene Klangkompositionen spielten. Da sie zugleich unterschiedlich ausgerichtet waren, entstand auf diese Weise eine Reihe kontinuierlich variierender Klangfelder. Wer mit dem Auto die Allee entlangfuhr und sein Autoradio auf die richtige Frequenz eingestellt hatte, konnte nun en passant in die Klänge eintauchen.

    Klingt gut, oder?
    Eigentlich schade, dass es davon keine Neuauflage gibt. Findet jedenfalls das Medium als erklärter Neuhaus-Fan.

    Zwar hat Seppo Gründler die Drive In Music in seine "minimundus" aufgenommen, wo dem entsprechenden Re-Enactment als einer von "vier historische[n] elektronische[n] Werken im Kleinformat, voll funktionstüchtig" zu begegnen ist.
    Die Probe aufs Exempel machen dürften in diesem Fall allerdings wohl nur Kleinstlebewesen, wie das Foto des minimundus-Audio Drive In belegt. Und das Klangfeld fällt bei einem einzigen Bäumchen sicher ebenfalls schmaler aus als beim Original. Aber immerhin...

    [Bildchen: Wie so oft nicht direkt mit der hier vorgstellten künstlerischen Arbeit zu verknüpfen. Sondern eines der üblichen Gesichte, von denen das Mediums mangels Zugang zu Abbildungsrechten heimgesucht wird.]

    Von miss.gunst am 06.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    05.07.06

    Radio Drive-In u.a.

    aeo1_ksw.gifGleich vorab: Ist diesmal leider keine Ankündigung mit Aktualitätswert, sondern etwas, das mehr aus archivalischen Gründen in den Zettelkasten wandern muss.
    Aber die Plattform aether(1).org versammelt eben gleich mehrere Projekte, die im Radius dieses Log.Buchs von Interesse sind.

    Anders als man angesichts ihrer Benamsung annehmen könnte, geht es hier nicht um das fünfte Element, das bekanntermassen auch für die Radiogeschichte von prägendem Einfluss war - und bis heute sowohl so manche Phantasmen nährt, als auch schlicht nach wie vor als alltagssprachliche Bezeichnung für den Raum kursiert, den Radiowellen passieren.

    Wenn überhaupt, dann mehr auf Letzteren referierend, handelte es sich vielmehr um eine

    "Versuchsreihe zur Erprobung dialogischer Situationen und zur Findung anderer Formen des Austauschs über Ideen;
    [um] Versuchsanordnungen für Dialoge, die öffentlich, in inszenierten Räumen und nach zuvor festgelegten Spielregeln stattfinden, in denen die Partizipierenden nicht zu Performern werden;
    [sowie um] Dialog- und Hörräume, in denen durch die gewählten Ausnahmesituationen Bewegung entsteht, das Denken, Hören, Sprechen sich verändern kann."

    Klingt erst mal gut, aber doch allzu blumig? Nun, das Konzept wurde offenbar immerhin in mehreren solcher "Versuchsanordnungen" auch umgesetzt.

    aeo1_g.gifBeispielsweise 2000 mit dem "Road Song", für den fünf WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen jeweils allein in einem Auto durch Europa tourten und dabei per Mobiltelephon mit fünf KollegInnen Verbindung hielten, die in fünf medial bewehrten Wohnmobilen, aufgestellt in einer ehemaligen Reaktorhalle in München, als ebenso einsiedlerische EmpfängerInnen der Reiseberichte agierten.
    So jedenfalls laut Text auf den aether-Seiten, dem man ansonsten allerdings nicht entnehmen kann, ob und wie das Ganze tatsächlich auch stattgefunden hat. Immerhin findet es aber auch in einem kleinen Essay von Gisela Müller Erwähnung, wo dann spannender Weise von einer medialen Inszenierung die Rede ist - die ihrerseits aber eben nicht als Dokumentation funktioniert und insofern wohl ebenfalls offen gelassen hat, ob wann wer mit wem wie undsoweiter.

    Kurzum: Allein schon der Wohnmobile wegen, weil die nämlich noch so schön als Nachtrag zur Camping-Serie des vergangenen Sommers passen - nein, Spass beiseite, eben wegen des spannenden Konzept/Transfers (be)merkenswert.

    An die im Rahmen dieser Serie vorgestellte Frankfurter Autokino-Drive In-Show wiederum erinnert das "Radio Drive-In" aus 2002, wo man sich mit Autos auf einem Berliner Parkdeck versammelte, um ganz speziellen Frequenzen zu lauschen.
    Das heisst, genau genommen verhält es sich natürlich umgekehrt: Die Spezial-Cow Session, bei der man über das Autoradio den Ton der projizierten Vilme empfing, fand ja gute vier Jährchen später statt - und war aber auch sowieso in einem anderen konzeptuellen Radius verankert.

    Ansonsten liesse sich noch hinzufügen, dass sich Autoradio-Drive Ins in jüngerer Zeit insgesamt einer bemerkenswerten Beliebtheit erfreuen. Aber dazu dann ein andermal mehr.

    Während das Medium dringend mal stöbern muss, ob die Initiatorin der aether-Projekte - die Schweizerin Penelope Wehrli, derzeit in Berlin wohnhaft und an der HfG Karlsruhe Szenographie unterrichtend - aktuell wieder etwas Neues im Schilde führt. Denn das wird sicher wieder etwas Spannendes sein.

    Von miss.gunst am 05.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    03.07.06

    Radiogalerie (WRT)

    rgal_ksw.gifWurde ja langsam auch mal wieder Zeit für einen Webradio-Tipp.
    Um so schöner, wenn man dann veritable Radiokunst ankündigen kann.
    Präsentiert wird selbige, sozusagen wie sich das gehört, in einer Radiogalerie.

    Das gleichnamige Projekt - Radio Gallery - ist in London beheimatet und wird, wie man sich an diesem Punkt fast schon denken kann, von unserem lokalen Lieblingssender resonance fm ausgestrahlt.

    Worum es im Grossen und Ganzen geht:

    rgal_g.gif

    "'Radio Gallery' is a series of 12 commissioned radio programmes that treat one hour of radio as exhibition space. The contributors are artists and curators most of whom have not worked with radio before and whose practices do not necessarily have a relationship to sound. Thus, free of any convention attached to radio-making, they have been invited to develop and expand their artistic or curatorial practice onto the radio format. Responses to the invitation range from exhibitions devoted to Electronic Voice Phenomenon, propaganda or audio time capsules, to meta-radio shows."

    Soweit ein Auszug aus dem Konzept der von Anna Colin kuratierten Audio-Schau.

    Bis Mitte September wird nun an jedem Montag abend (20:00 bis 21:00 Britischer Zeitrechnung; also bei uns eine Stunde später, 21:00 bis 22:00 Uhr) eine Stunde Kunst ausgestrahlt.

    Heute ist erst einmal eine Gruppe von Graphik-DesignerInnen dran, die unter dem leicht obskuren Namen âbäke firmiert und scheinbar keine eigene Heimseite hat (verankern lässt sich immerhin Kitsuné, das Label, das sie mit betreiben).

    Recht lecker klingt in jedem Fall auch, was sie vorhaben. Für "SEE THE SONG" (Sieh das Lied) wird ein mit samtweicher Stimme begnadeter DJ Plattenover bekannter Underground-Labels beschreiben - und zwar mit einer gehörigen sowie äusserst berechtigten Portion Melancholie ob dieses vom Aussterben bedrohten Formats im Hintergrund:

    "Once a rather big (12 inch square) element, it [= das Cover] has shrunk today to a tiny jpg on iPods - a perhaps dysfunctional yet natural evolution of the imagery associated with music. Our show celebrates the visual in its ultimate status: sound. The radio show will be broadcasted in a London pub, providing material for a blind pub quizz. Please be there."

    Tja, mit der physischen Anwesenheit vor Ort wird es wohl leider etwas schwierig werden - mindestens für das Medium. Aber dafür dürfen sich unsere telepathischen Fähigkeiten ja vom resonance fm-Webradio auf die Sprünge helfen lassen...

    Von miss.gunst am 03.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    02.07.06

    Singende Fischgräten (Maywa Denki)

    hafi_ksw.gifGibts nicht? Gibts doch. Oder jedenfalls so ähnlich. Selbstgebaute Musikinstrumente müssen nämlich nicht immer in Gestalt von gebendetem Gerät daherkommen.
    Den Beweis liefert am heutigen Sonntagabend (02.07.2006) Maywa Denki bzw. Firmenpräsident Tosa Nobumichi höchstselbst.

    Nach einer ersten Station im Belluard Bollwerk Fribourg am vergangenen Samstag steht nun eine der legendären Konzert-Performances im Verkaufsveranstaltungsformat im Zürcher Walcheturm auf dem Tourprogramm des rührigen Kunstfabrikanten und Bastlers skuriller Musikinstrumente.

    hafi_g.gifEine ausführliche Ankündigung hat das Medium zwar schon in der netten Nachbarschaft beim Digital Brainstorming Blog abgelegt.
    Weshalb es sich eigentlich empfiehlt, ab dieser Stelle dort weiterzulesen.

    Da die Maywa Denki-Produktionen aber unbedingt auch in den HOME MADE-Zettelkasten gehören, müssen in selbigem wenigstens die wichtigsten Anker notiert werden.

    Als da wären allen voran natürlich die Repräsentanz der Firma im WWW, mit allem was dazugehört, also einer ausführlichen Vorstellung der Produktion, der Aktivitäten der Firma und so weiter.

    Weil offenbar der derzeit erfolgreichste Produktionszweig (was nicht weiter wundert, weil sie a) einfach niedlich und folglich auch nicht so verstörend wie mancher andere Maywa Denki-Artikel sind und b) auch recht erschwinglich), haben die Knockman-Musiktoys mittlerweile eigene Netzseiten bekommen.

    Sodann gibt es ein lesenswertes Interview mit Tosa Nobumichi von Captain Japan aus 2004.

    Das wiederum wurde seinerzeit anlässlich der Einzelausstellung geführt, die das ICC International Center of Contemporary Art Tokio Maywa Denki 2004 ausgerichtet hat und deren online-Dokumentation ebenfalls einen ansehnlichen Fundus an Texten, Bildern und Informationen bietet.

    Desweiteren sei auf einen Videoclip verwiesen, den Marius Watz von der ars electronica 2003 mitgebracht hat, deren Eröffnungsabend Maywa Denki mit einer Konzertperformance bereicherte.

    Sowie auf ARTE, wo es vergangenen März in einer Folge der Serie Tracks, die dem HOME MADE insgesamt nahe stehenden Thema "Vision – Do it Yourself" gewidmet war, ein Porträt (Vilmchen im ram-Format, muss direkt von der Seite aus gestartet werden).

    [Bildchen: Ist selbstredend keine Maywa Denki-Kreation. Sondern schlicht was dabei herumkommt, wenn ein Medium über Musikinstrumente aus Fisch(grät)en meditiert.]

    Von miss.gunst am 02.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.07.06

    interfiction ruft!

    ifi06_ksw.gifZur Abwechslung mal wieder ein Aufruf - und diesmal einer, der direkte Schnittstellen zu einem zentralen Interessengebiet von HOME MADE aufweist, nämlich der DIY-Kultur.

    Vom 10.-12. November 2006 wird in Kassel im Rahmen des 23. Dokumentarfilm- und Videofests ein weiteres Mal die interdisziplinaere Workshop-Tagung interfiction stattfinden.

    Und das Thema für dieses Jahr lautet:

    prosumer culture(s)
    DIY-Produktion in einer Arena des Konsums

    ifi06_g2.gifDer Begriff 'prosumer' bezeichnet Personen, die gleichzeitig 'Verbraucher' (engl.: 'consumer') sowie 'Hersteller' (engl.: 'producer') des von ihnen Verwendeten sind.
    1980 von dem amerikanischen Schriftsteller und Futurologen Alvin Toffler in seinem Buch "The Third Wave" als Teil einer positiven Utopie für die Technokultur des 21. Jahrhunderts eingeführt, scheinen die 'prosumer' mittlerweile tatsächlich in der Gegenwart angekommen zu sein. Fragt sich nur, wie die Realitaet (in) einer 'prosumer culture' aussieht: Wie funktioniert DIY-Produktion in einer Arena des Konsums?

    Dieser und weiteren Fragen rund um das Thema "prosumer culture(s)"
    will die diesjährige interfiction-Tagung mit Vorträgen, Präsentationen und Workshops nachgehen.

    Das interfiction-Team lädt KünstlerInnen, TheoretikerInnen, VermittlerInnen, EntwicklerInnen u.a. ein, die Interesse an einem Austausch am Runden Tisch haben und im Rahmen der Workshop-Tagung
    Thesen und Projekte zum Thema vorstellen wollen, bis 30.07.2006 Vorschläge fuer Beiträge einzureichen.

    Der Call for Papers & Projects sowie weiteres Material, genauer gesagt: einen kleinen Prolog zum Thema, Basisinfos zur Workshop-Tagung und die (e-Mail-)Kontaktadresse fuer Einreichungen finden sich im gleichnamigen Bereich der interfiction-Heimseiten:
    www.interfiction.org/2006/call.html.

    Als kleinen Spezialservice für eilige LeserInnen kann das Medium noch einen Anker zum CFP als pdf sowie einen Anker zum Prolog als pdf anbieten.

    Allgemeine Informationen zu interfiction
    inklusive Archiv zu den Veranstaltungen 1995-2005 gibt es natürlich ebenfalls auf den interfiction-Heimseiten:
    http://www.interfiction.org

    Mehr über das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest erfährt man unter dieser Adresse:
    www.filmladen.de/dokfest
    .

    Von miss.gunst am 01.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)