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10.07.06
Total Tesla (I): Tesla 21 (Lulic)
Heute vor einhunderfünfzig Jahren wurde Nikola Tesla geboren - und da gebietet es sich natürlich, mit einem kleinen Zettelkasten-Eintrag zu gratulieren.
Allein schon aufgrund unserer Vorliebe für das Medium Radio - denn wenngleich zu Teslas Lebzeiten noch sein Kollege und Konkurrent Guglielmo Marconi als Erfinder des Radio gehandelt wurde, entschied das US-Patentgericht 1943 posthum zu seinen Gunsten.
Wobei, beiseit bemerkt, das Radio als Erfindung ohnehin mehr als einen Vater und - wer häte das gedacht - tatsächlich auch Mütter hat. Aber dazu dann ein andermal ebenso mehr wie zu Teslas speziellem Beitrag.
Weil das Medium zudem eben schon eine Gratulationsadresse in der netten Nachbarschaft beim digital brainstorming Blog abgelegt hat, in der sich allerlei Hinweise rund um den Erfinder und sein heutiges Jubiläum finden, kann es sich in diesem Log.Buch ganz auf das Echo in den Gefilden von Musik, Medien und Kunst konzentrieren.
Und beginnt mit einem leckeren Lektüre-Tipp, der sich praktischerweise gleich auch zur Beschenkung anderer JubilarInnen eignet - und natürlich erst recht zur Anschaffung fürs eigene Buchregal. Selbst für relative Lesemuffel, denn das Ganze hat eigentlich wenig Text und ist so reichhaltig illustriert, dass man schon vom lustvollen Blättern etwas hat. Das Schmökern stellt sich dann quasi von alleine ein.
2002 unternahm der Wiener Künstler Marko Lulic, der seine Kindheitsjahre in der unmittelbaren Nachbarschaft des kroatischen Dorfes Smiljan - Teslas Geburtsort - verbrachte, zunächst eine Reise nach New York, um sich dort auf die Spurensuche nach dem Erfinder bzw. den lokal wahrnehmbaren Memorabilia zu machen.
Die Ergebnisse seiner Recherchen verarbeitete er zu einer Videoarbeit mit dem Titel "Tesla 21" und brachte diese dann im Sommer ins Tesla-Museum Belgrad mit, wo er sie zusammen mit der Elektromusikerin Electric Indigo (Betreiberin des gleichnamigen Labels) im Rahmen einer Performance zur Vorstellung brachte.
Die Dokumentation des Videos, der Performance, sowie einer ganzen Reihe weiterer in diesem Zusammenhang entstandener Arbeiten ist, komplettiert durch Textbeiträge wie ein Interview von Thomas Feuerstein mit dem serbischen Philosophen, Wissenschaftler und Tesla-Spezialisten Velimir Abramovi? (ja, das ist der Bruder der Künstlerin), dann in ein Künstlerbuch eingeflossen.
Das ebenfalls "Tesla 21" heisst, von der Wiener BAWAG-Foundation herausgegeben und 2003 vom Revolver-Verlag publiziert wurde.
Als Geburtstags-Hommage damit ganze drei Jahre zu früh - aber das passt doch eigentlich bestens zu einem Mann, der mit seinen Erfindungen und Techno-Visionen in vielen Dingen zwar ein Kind seiner Zeit, dieser zugleich jedoch um Längen voraus gewesen ist. Meint jedenfalls das Medium und kann das Buch allweil nur wärmstens empfehlen.
Marko Lulic: Tesla 21, Hrsg. BAWAG Foundation/Christine Kintisch (= BAWAG Foundation Edition 3), Frankfurt a. M.: Revolver-Verlag, 2003
[Bildchen: Stammt nicht aus dem schönen Buch, sondern stellt lediglich eine klassische Teslaspulen-Entladung dar, wie sie sich auf dem Imaginationsschirm des Mediums niederschlug. Glücklicherweise nicht mit ganz so vielen Volt...]
Von miss.gunst am 10.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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