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27.07.06

Weltinstrumente (pangeia instrumentos)

ahap_ksw.gifpangeia, das tönt nach Weltmusik. Was nicht ganz falsch ist, aber doch nicht den Punkt trifft. Denn es geht zwar tatsächlich um Instrumente aus aller Welt - aber die sind erst einmal nur die Inspirationsquelle für eine bunte Schar seltsamer und schöner Konstruktionen, die ganz eigene Klangwelten entdecken lassen.

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet der angolanisch-portugiesische Komponist Victor Gama schon unter dem Projektnamen pangeia instrumentos daran, den traditionellen Instrumentenbau nativer Kulturen zu erforschen, um auf dieser Basis und unter Nutzung elektronischer Technologie zeitgenössische Neuschöpfungen zu entwickeln - die im Ergebnis zweifellos skulpturale Qualitäten haben, aber eben gespielt werden wollen.

ahap_g.gif
Wichtig sind ihm dabei einerseits der Prozess einer forschenden Arbeit an den Klangkörpern selbst, andererseits aber auch die potentielle Mittlerfunktion von Instrumenten und der Musik, die auf ihnen gespielt werden kann:

"Pangeia Instrumentos are acoustic musical instruments, sound devices and sound installations designed and built through a process of experimentation with design, sound and music. The main focus of this project is the phenomenon of metamorphosis and evolution of musical instruments that span the period from pre-history to our days. This phenomenon suggests that form is a variable in the composition process and is intrinsically related to the composer's inner creative impulses and his closest material environment."

heisst es programmatisch auf der Heimseite von pangeia instrumentos. Und:

"Pangeia Instrumentos is a project where music and musical instruments are used as mediators for dialogue and sharing. This particular mediation among people, the natural environment and the cosmos is acomplished by creating an object that's associated to animals, plants or stars."

Das tönt in der Tat einigermassen blumig. Schaut man sich allerdings die Projekte an, die Gama in diesem Zuge realisiert - und nicht zuletzt die Workshops mit Kindern - sieht man doch unschwer, dass das Ganze recht gut mit beiden Füssen auf der Erde steht.

Wäre jedenfalls schön, Gama und seine pangeia instrumentos auch mal in der Schweiz zu Gast zu haben. Vielleicht würden da auch sogar einschlägige Inspirationen zurückfliessen? Schliesslich hat es auch hier einige volkstümliche Instrumente, die auf Metamorphosen harren...

[Bildchen: Keine der schönen musikalischen Skulpturen von pangeia instrumentos, sondern eher eine den abschweifenden Phantasien des Mediums geschuldete Variation auf die Weltinstrumente-Vision in Gestalt eines Ahaperpetuum Sonabile, Modell "Rorschach". Die sich zudem der netterweise GNU+CC-linzensierten Aufnahme eines traditionellen Schweizer Klangkörpers aus der Wikipedia verdankt. Deren Autor es - attribute - auch gern noch genannt hätte, allein sein Name stand nicht dabei.]

Von miss.gunst am 27.07.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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