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31.08.06

Körper aus Klang (WRT)

gak_ksw.gifHoppla, der wäre beinahe verschütt gegangen. Wie schon öfter, lohnt es sich, auf die Klangkunst-Stunde bei Deutschlandradio Kultur hinzuweisen.
Die schlägt traditionsgemäss freitags um 0:05 Uhr - also sozusagen heute Nacht. Und ist eben mal wieder einen Webradio-Tipp wert.

In der ausführlicheren Klangkunst-Vorschau für den 01.09.2006 gibt es seltsamerweise keinen ausführlicheren Beschrieb (der folgt erst für den 25.09. - seltsam, aber möglicherweise hat das mit dem Gegenstand zu tun...). Darum erst recht an dieser Stelle eine kleine Notiz:

gak_g.gifEs soll nämlich gemäss allgemeinem Programm Frieder Butzmanns "Alethes Soundbeams" (2006) zur Ursendung kommen. Und bei diesem Stück geht es um Dinge, die mindestens für Medien(öhrchen) sehrsehr spannend klingen. So wird uns im Vorfeld verraten:

"Frieder Butzmann geht gern auf den Friedhof. Dort besucht er das Grab von Baron de la Motte-Fouqué, dessen Roman 'Die wunderbaren Begebenheiten des Grafen Alethes von Lindenstein' voller Geister und seltsamer Erscheinungen ist. Alethes besteht so manches Abenteuer mit Gespenstern und sucht hinter alle Rätsel zu kommen, beschwört aber gerade dadurch wieder neue seltsame Gefahren herauf."

Pünktlich zur Geisterstunde eine kleine Geisterbeschwörung also, in deren Zuge selbige einen Körper aus Schallwellen bzw. Klang bekommen sollen.
Das klingt, zumal auf der Basis der Vorkenntnisse über den Komponisten und seinen Gegenstand, sehr vielversprechend. Ergo: Wird mitgelauscht morgen früh bzw. heute nacht um 0:05 Uhr.

[Bildchen: Nicht so direkt Butzmann - aber ein Geistlein mit einem Körper aus Klang...]

Von miss.gunst am 31.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.08.06

FolkUrban Instruments

foum_ksw.gifWie so oft selbst nach kurzer Abwesenheit, haben sich auch auf anderen Baustellen Berge aufgehäuft. Weshalb das Medium in den Arbeitspausen eher mal faul in der netten Nachbarschaft schlendern ging. Und siehe da, an denkbar verlässlicher Adresse - nämlich im Make Zine Blog - gibt es gerade frisch auch einen netten Eintrag zu einem der eigenen Interessengebiete, nämlich den selbstgebastelten Instrumenten.

foum_g.gifDieser lenkte die Aufmerksamkeit auf Tim Escobedos "FolkUrban Music".

Mit seiner spontanen Begeisterung für das Projekt scheint das Medium freilich nicht ganz allein gewesen zu sein.
gcs_g.gifDenn bis auf die am unteren Ende der Liste verlinkten mittlerweile sind alle Seiten, auf denen die selbstgebastelten Musikinstrumente ebenso liebevoll wie zum Nachtun anregend mit Bild, einer ausführlichen Beschreibung und Bauanleitung vorgestellt werden, sowie auch die Hauptseite von Providerseite stillgelegt, weil das Projekt offenbar zu viele Zugriffe verzeichnet.

Deshalb gibt es heute zwecks Schonung ansonsten auch keine direkten Ankerwürfe - nur diese Notiz, um das Ganze für einen späteren Besuch inklusive ausführlicherer Vorstellung vorzumerken.

[Bildchen: oben vorher, unten nachher. Autsch. Sorry!]

Von miss.gunst am 30.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.08.06

gar nicht still (WRT)

sr_ksw.gifKeine Sorge, das gestern gegebene Versprechen ist mitnichten schon wieder vergessen. Aber ein bisschen Abwechslung muss auch sein - und deswegen gibt es heute erst einmal einen Webradiotipp.
Oder so etwas Ähnliches.

Denn ob silenceradio wirklich ein Webradio ist, darüber kann man vermutlich unterschiedlicher Meinung sein.
Selbst versteht sich das Projekt allerdings als eines. Und Töne online gibt es auch.

sr_g.gifBei Letzteren handelt es sich um kleinere, mittelgrosse und grössere [sic] Audio-Kunst-Stücke - einige davon jüngst produziert, aber auch netzfähig gemachte Neuauflagen älterer Arbeiten.

So sind unter den Neuzugängen* beispielsweise ein mit 1:53 min. kurzkurzkurzer "Déchant pour walkman" von 1982 aus dem "centre de recherche sur l'espace sonore et l'environnement urbain" (auch das gibts kurz: cresson); mehr oder weniger taufrische (nun gut: 2005 aufgenommene, 2006 abgemischte) "Tautologies" mit dem vergangenen Sommer wohl kurz nach den Aufnahmen verstorbenen Luc Ferrari -

["La tautologie est l'image des gestes, des bruits, des mots, des faits de la vie. La tautologie est le phénomène le plus général qui soit, puisque tout est tautologique!"]

die mit 7:48 min. zu den mittellangen Stücken zählen und schliesslich als Vertreter der langen Garde die 20:24 min. messenden "Chants de cire", die Xavier Fassion und Marcus Gammel 2005 für deutschlandradio kultur den Wachswalzen des Berliner Phonogramm-Archivs entlockten.

Wer sich bis hierher über die seltsame Betonung der Längenangaben wundert: Die findet sich so auch auf den silenceradio-Seiten - und zwar optisch auf den ersten Blick erkennbar am Radius der schicken leuchtendbunten Puschelkreise, welche die meisten Stücke schmücken.
Nicht alle, denn es gibt auch noch spezielle Dossiers bzw. Serien, die eine Art Filzblüte ziert.

Naja, sieht man ja, wenn man die Seiten besucht. Das also bitte mal tun und testen - dem Medium haben einige der Audio-Plätzchen sehr gemundet (oder sagt man dann: geohrt?).
Zumal sie, lobloblob, unter CC-Lizenz ins Netz gestellt worden sind.

* Seinen persönlichen Neigungen entsprechend hat das Medium hier die html-Variante der Seiten verankert. Es gibt aber auch eine Flash-Fassung, die auf ihre Weise in der Tat auch recht attraktiv daherkommt.

[Bildchen: Ist nicht von silenceradio, sondern ein Puschelkreis, der dem Medium persönlich zugelaufen ist.]

Von miss.gunst am 29.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.08.06

Heiter weiter

hmsolos_ksw.gifWie man an nebenstehendem bzw. nebenstehenden Bildchen unschwer erkennen kann, ging es auch bei der Solothurner HOME MADE-Station hoch her - und das nicht nur am Basteltisch.

hmsolos_g.gifDeshalb muss das Medium heute erst noch einmal ein wenig verschnaufen und hat sich als Ausgleichssport in der netten Nachbarschaft einer kleinen Ode an jenes Gerät zugewandt, die hierbei mitunter gute Dienste leisten kann.

In diesem Log.Buch sehen schreiben und lesen wir morgen ff. heiter weiter - und das unter anderem, wie vor Ort versprochen, auch mit dem einen oder anderen Bericht über die im Künstlerhaus vorgestellten und andere schöne Philosophical Toys...

[Bildchen: Merci an unseren treuen Dokumentator Dominik - und natürlich Strotter Inst. und Flo Kaufmann, die nämlich die auf den Turntables abspielbare Bierdose erfunden sowie am Samstag Abend in Solothurn dann auch ihrer Bestimmung zugeführt haben...]

Von miss.gunst am 28.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.08.06

Sendepause

sepa_nksw.gifSo, jetzt aber. Mal ein paar Tage Sendepause.
Macht des Medium etwa Urlaub??? Von wegen.

Im Prinzip sind ordentliche Medien (frei nach J.B.: "Ich bin EmpfängerIn SenderIn... Ich strahle aus...") doch sowieso immer im Dienst.

sepa_n.gifWer dem sich hier verbreitenden mal dabei zuschauen (und: -hören) will, wie es in einem seiner speziellen Zettelkästen wühlt - nein, nicht diesem hier, sondern einem anderen - ist herzlich eingeladen, sich am Donnerstag, 24.08.06 ab 21:00 Uhr im Künstlerhaus Solothurn einzufinden...

Mehr zum Kontext kompakt im digital brainstorming-Blog - und in aller Ausführlichkeit natürlich auf den HOME MADE-Heimseiten.

Von miss.gunst am 23.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.08.06

Paralektronoia revisited (WRT)

gr_ksw.gifEigentlich hatte das Medium ja den guten Vorsatz gefasst, heute mal zu pausieren - aber jetzt kann es sich doch nicht verkneifen, quasi auf die letzte Minute noch einen Webradiotipp zu geben...

Der WDR, genauer gesagt: Seine Hörspielabteilung, die das Medium gerne gelegentlich deshalb aufsucht, weil sie nach wie vor das "Studio Akustische Kunst" unterhält, hat eigentlich regelmässig die eine oder andere Leckerei zu bieten.

gr_g.gifAngesichts der laufenden Solothurner HOME MADE-Woche beinahe übersehen resp. überhört, leider nur als kurz-vor-knapp-Hinweis für die FreundInnen von Radio-Paralektronoia sowie verwandten Sinn- und Sachgebieten:

Gleich, nämlich ab 22.00 Uhr wird hier das Hörspiel "Gräser fliegen nur noch selten" von Hermann Bohlen ausgestrahlt.

In der Ankündigung heisst es:

"Der Hörspielmacher Hermann Bohlen verbindet Mittel der zeitgenössischen Radiokunst gern mit Elementen traditioneller Funkdramatik. Dabei verwendet er echte oder fiktionalisierte Original-Töne: in diesem Fall die Mitschnitte von Musikproben des Rundfunkkomponisten Karl Sczuka (1900-1954).

Im Hörspiel 'Gräser fliegen nur noch selten' folgen wir einem Paranoiker und tauchen ein in seine wahnhafte Wahrnehmung der Welt."

Also, mindestens das Medium wird sich da jetzt gerne mit an die akustischen Fersen des Para(lektro)noikers heften...

Von miss.gunst am 22.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.08.06

Vegetarische Instrumente

gorch_ksw.gifPasst ganz gut mindestens zur Überschrift des letzten Eintrags und gestattet einen sanften Übergang zurück zum Thema Instrumente. Obwohl sich das Ganze vielleicht doch nicht so gut für VegetarierInnen eignet.
Denn hier werden - gezielt und gnadenlos - Mohrrüben missbraucht und Gurken gequält. Um mit ihnen Musik zu machen.

Verantwortlich für dieses Treiben zeichnet das Erste Wiener Gemüseorchester, von dem das Medium eigentlich meinte, es längst schon einmal in diesem Log.Buch vorgestellt zu haben.

gorch_g.gifSeltsamerweise ergab eine angelegentliche Durchforstung des Zettelkastens Gegenteiliges, folglich muss das Versäumnis schleunigst nachgeholt werden.

Denn wo sonst werden garantiert ökologisch abbaubare und obendrein bei Verzehr (im Prinzip und meistens jedenfalls) gesunde Instrumente nicht nur hergestellt, sondern auch ihrer Bestimmung zugeführt?

Duchaus möglich, dass es auf diese Frage tatsächlich noch eine andere Antwort gibt als die hier zuallererst einmal intendierte.
Aber wie auch immer: Heute wird fröhlich nach Wien gewunken und der geneigten LeserInnenschaft ans Herz gelegt, sich gelegentlich auch einmal eine Kostprobe der konzertanten Produktionen einer Spielvereinigung einzuverleiben, deren Ensemblemitglieder solch appetitliche Dinge wie eine Paprikaflöte oder - ähm, einen Gurkenficker zum Tönen bringen.

In diesem Sinne wünscht das Medium allseits einen guten Einstieg in die Woche - und einen guten Appetit!

[Bildchen einleitend: Zeigt selbstredend nicht den doch etwas offenkundig obszönen Gurkenficker, sondern die ungleich keuscher ausschauenden Rüblipfeifen.]

Von miss.gunst am 21.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.08.06

Nahrhafte Klangkörner

gof_ksw.gifWer nicht nur neulich dem Anker zu Marc Behrens' Heimseiten gefolgt ist, sondern dort auch ein wenig gestöbert hat, ist vielleicht selbst bereits auf dieses Projekt gestossen.
Allen anderen sei Grain of Sound noch einmal nachdrücklich ans Herz gelegt.

Das gleichnamige Label für Sound Art und experimentelle Electronica hat nämlich nicht nur einen mittlerweile recht ansehnlich gefüllten CD-Katalog zu bieten (u.a. zählt Therre Thaemlitz' "Tran-Sister Radio" zu den releases), sondern gibt auch eine Zeitschrift heraus.

gof_g.gifDie heisst - in Anlehnung an das seit 2001 jährlich ausgerichtete sonic scope-Festival - sonic scope quarterly und bietet
"visuals from multidisciplinary artists and it happens that mostly are also musicians and sound 'hunters'."

Das Ganze kommt im praktischen pdf-Format und hat obendrein als Goodie jeweils noch ein mp3-File mit im Gepäck.

Seit 2004 online steht mittlerweile die siebte Ausgabe im Netz - diejenigen, die sonic scope noch nicht kennen, sollten folglich wohl nicht nur fürs (Rest-)Wochenende hinreichend Stoff zum Schmökern - beziehungsweise: Schauen und Lauschen haben.

Von miss.gunst am 20.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.08.06

giardino del suono

kgp_ksw.gifEs gibt wieder Neues aus dem Feld der Klanggärtnerei zu berichten.
Genauer gesagt: Einen aktuellen Veranstaltungstipp für den heutigen Samstagabend (19.09.06) weiterzugeben, in dessen Rahmen ein Klanggarten konzertant bespielt werden soll.

"Il giardino del suono" ist ein Projekt, das der Toningenieur Jürg Jecklin (genau: der Erfinder der Jecklin-Scheibe) seit Sommer 2005 verfolgt.

kgp_g.gifIm historischen Garten des alten Palazzo Castelmur im Graubündner Bergell wächst seit dieser Zeit ein veritabler Klanggarten heran (hier mehr über das akustische Bespielungskonzept), in den von Zeit zu Zeit auch Gastkünstler eingeladen werden.

So auch in diesem Sommer. In diesem Fall wirken am Projekt "Bergellklang", das in den vergangenen Tagen als klang-werk-statt arbeitete, Marcel und Ravi Vaid sowie nIc Biermaier (s.a. Botport) von superterz mit; unterstützt von Iva Sanjek an den Ondes Martenot.

Heute Abend nun werden sie um 19.00 Uhr mit einem Abschluss-Konzert die Wellen zum Singen und den Garten mit Bergellklang zum Klingen bringen.

P.S. Mehr dazu? Lässt sich in diesem Text von Villö Huszai bei clickhere.ch nachlesen...

[Bildchen: Friede den Hütten, Klangblüten den Palästen! Oder so ähnlich.]

Von miss.gunst am 19.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.08.06

Zu spät? Aber dennoch (Radio Memory)

rml_ksw.gifOh, oh. Wie konnte das nur passieren: Da hätte so ein schöner Aufruf weitergegeben werden wollen.
Und dann ist er im Posteingang des Mediums schnöd einfach verstaubt.
Immerhin kann man noch auf das Projekt als solches hinweisen, denn das Ganze wird im Oktober im Rahmen des vor einiger Zeit bereits vorangekündigten Festivals RadioRevolten stattfinden.

Letzteres findet Anfang Oktober in Halle an der Saale statt und umfasst neben einem Kongress (dazu das Programm als pdf) auch eine Reihe von Radioprogrammen eine Ausstellung mit Hörstationen an verschiedenen Orten der Stadt.

rml_g.gifEines der hierfür geplanten Projekte ist die Radio Memory Library (Konzept als pdf) von Brandon LaBelle - für die er im Vorfeld eben jenen einleitend erwähnten (und hier sträflicherweise zu publizieren verabsäumten) Aufruf zur Beteiligung aussendete.

"Die Library ist eine Sammlung persönlicher Geschichten, die sich mit Songs verbinden, die Du irgendwann im Radio gehört hast oder auch über andere öffentliche Verbreitungswege oder Situationen (in einer Bar oder in einem Klub, zufällig gehört beim Mitfahren im Auto oder bei Freunden zu Hause). Es geht um Songs, die 'Deinen Weg kreuzten' und mit denen sich ein bedeutender Moment verbindet, wie kurz oder lang, wie banal oder übernatürlich auch immer er sei."

Tja, hm. Also wirklich etwas, wo sich wohl jede/r ohne Schwierigkeiten mit einem Stück hätte beteiligen können.

Bleibt nun eben noch die Möglichkeit, im Oktober dann das realisierte Projekt in Augen- bzw. Ohrenschein zu nehmen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der eine oder andere dabei eh die Erfahrung machen können, nolens volens bereits würdig vertreten zu sein. Allerdings natürlich nicht mit der an die Musik geknüpften Erinnerung. Die kann man dann ja wunderbar wieder selbst dran hängen. Und darin schwelgen - oder auch nicht...

Für diejenigen, denen das nun kein Trost ist, hätte das Medium aber auch noch eine echte Alternative parat. Mit einer Präsenz in der Hallenser Ausstellung mag es zwar nichts mehr werden - aber Brandon LaBelles Projekt an sich ist weitaus umfangreicher angelegt.
Auf seiner Webseite gibt es zum Radio Memory noch weitere Informationen - und ebenfalls eine Einladung zur Beteiligung.

Von miss.gunst am 18.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.08.06

Radio-Raum (Behrens, WRT)

nir_ksw.gifUnd schon ist wieder Zeit für einen Webradio-Tipp. Der wird zwar erst am morgigen Freitag (18.08.) ausgestrahlt - aber denkbar früh, nämlich um 0:05 Uhr, also quasi heute Nacht.
Bei Deutschlandradio Kultur ist diese Schiene Stammplatz für Klangkunst - und diesmal ist Marc Behrens mit seinen "Architectural Commentaries" an der Reihe.

Worum es geht, ist eigentlich in der Ankündigung der Sendung schon weitgehend gesagt:
"'Architekturkommentare' nennt Marc Behrens eine Arbeit, die auf Klangmaterial basiert, das er im Laufe von 15 Jahren gesammelt hat. Es bildet Räume ab - in diesem Fall die Räume des Londoner Radiosenders resonance 104.4 FM, Innen- und Außenräume mit ihren technischen Gegebenheiten, wie Heizungs- und Klimaanlagen, Computer."

nir_g.gifErgänzen lässt sich das aber noch um einen Hinweis auf die Heimseiten des Künstlers, in denen man sich noch weiter über verwandte Arbeiten informieren und entsprechend auf die Sendung einstimmen kann.

So beispielsweise mit Blick auf seine Installationen, wo es u.a. eine verwandte Arbeit hat, die sich auf eine frühere Wirkungsstätte von Behrens, nämlich das selige Institut für Neue Medien in Frankfurt bezieht (ENTITY INM, 1998.

Oder im (ansonsten leider leider eher mager bestückten) Download-Bereich das mp3 eines ganzen "Architectural Commentaries"-Konzerts in Köln 2005 anhören.

Last but not least liesse sich vielleicht beseit erwähnen: Mindestens zu Teilen hätte Behrens Audio-Arbeit auch gut ins Programm der Radio Gallery gepasst, die aktuell nach wie vor Montag abends auf resonance fm läuft (siehe ausführlicher den Eintrag vom 03.07.06).
Aber nur zu Teilen - insofern Behrens anders, als es deren Konzept für die dort Beteiligten eigentlich vorsieht (die nämlich Radio-Newbies sein sollten - was glücklicherweise aber offenbar auch nicht so streng umgesetzt wird), in Sachen Audio ein Vollprofi ist.

[Bildchen: Auf seine Weise auch ein soundbezogener Architekturkommentar. Allerdings eines Studio-Architekturelements, das sich bei Aufnahmen für ACs als recht renintent erweisen dürfte...]

Von miss.gunst am 17.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.08.06

Instrumentenkunde (klassisch)

pus_ksw1.gifZurück zu den Instrumenten. Auch wenn - oder vielmehr: Gerade weil die klassische Instrumentenkunde hier ansonsten etwas kürzer treten muss, gleichwohl aber auch dann eine Grundlage darstellt, wenn man sich mit seltsameren und selbstgebauten Stücken beschäftigt, soll es doch auch zu diesem Thema mal einen Eintrag im Zettelkasten geben.

Also, da hätten wir im Angebot zum Beispiel die Vienna Symphonic Libary, deren Abteilung "Instrumente" wahlweise deutsch oder englisch schön aufbereitete Basisinformationen bietet.

pus_g.gifIm Prinzip gibt es zu jeder Instrumentenfamilie bzw. zu jedem ihrer vorgestellten Mitglieder - etwa, um mal ein konkretes Beispiel herauszugreifen - zu so wunderbaren Instrumenten wie den Röhrenglocken (a.k.a. Tubular Bells)- ein einführendes Kurzporträt, Informationen zur Geschichte, zu Tonumfang und -erzeugung, Spieltechniken, Klangcharakter und passenden -verbindungen zu anderen Instrumenten u.a.m., sowie als besonderes Bonbon eine Liste mit exemplarischem Repertoire; erstere teilweise auch mit (mp3)-Tonbeispielen, letzteres aus nahe liegenden Gründen leider nicht.

Im Prinzip heisst: Leider ist das Ganze an einigen Stellen noch nicht ganz komplett, während es an anderen bereits erste Erosionserscheinungen aufweist - was schon ziemlich schade ist, aber: Was ist, kann doch begeistern und eignet sich in jedem Fall für einen soliden Grundkurs in Sachen Instrumentenkunde.

Und der lohnt sich immer, und sei es zur gelegentlichen Auffrischung. Zumal, wenn die Lehrstunden mit dem Klassiker schlechthin - Piccolo, Sax & Co - schon ein paar Jährchen her sein sollten...

P.S. Als Erinnerungsstütze, falls nötig: der Tonträger mit dem altvertrauten Cover [sic, da hat es im Netz anscheinend tatsächlich nurmehr eine Ausgabe als Kassette!] und eine pdf-Seite mit den Basisdaten der Geschichte).

[Bildchen: In Hommage an die ersten akustischen Instrumentenkundelehrstunden mit den Herren P. und S.; für die Vor-Bilder dankt das Medium wie so oft den generösen Generatoren derselben und dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 16.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.08.06

Eavesdroplets (dispatx ruft)

edr_ksw.gifMal wieder ein (Auf)Ruf zur Beteiligung, der weitergegeben werden will.
Diesmal kommt er von DISPATX, einem offenbar in Spanien angesiedelten KünstlerInnen-Kollektiv.

Beziehungsweise, genauer gesagt von Karen O'Rourke, die das Projekt "Eavesdroplets" in Zusammenarbeit mit DISPATX initiiert hat und nun eben nun dazu einlädt, mitzutun.
[Btw.: Insgesamt eine ganz schöne Seite mit vielen interessanten Projekten; es lohnt sich, nicht nur im aktuellen Netzmagazin zum Thema "The Plague of Langue", sondern auch in den älteren Ausgaben zu musen...]

edr_g.gifWorum es geht, verrät schon der Titel: "eavesdrop" heisst nämlich so viel wie "heimlich zuhören" - und ein "droplet" ist ein Tröpfchen.
Eingereicht werden sollen also kurze Aufnahmen aus dem Alltag, Soundzipfel, die man seiner Umgebung abgelauscht hat.
Einschliesslich der entsprechenden Aufnahmedaten, die sich dann natürlich noch ein wenig ausschmücken lassen durch die persönliche Sicht auf die Situation.

Nun: Nicht nur seine Öhrchen heimlich auf Geräuschquellen auszurichten, sondern das einer ahnungslosen Umgebung akustisch Entwendete obendrein auch noch aufzuzeichnen, ist selbstredend nicht unebdingt in jeder Situation ethisch vertretbar. Sehr zu Recht bekommen Datenschützer und andere diesbezüglich sensibilisierte ZeitgenossInnen lange Ohren, wenn es um das Thema "Grosser Lauschangriff" geht - und auch ein kleiner Lauschangriff kann durchaus die Grenzen der Persönlichkeitsrechte überschreiten.

Andererseits muss es ja auch nicht unbedingt das Liebesgeflüster der verehelichten Nachbarin mit dem Briefträger o.ä. sein, was man auf seinen Datenträger bannt, um es dann im Eavesdroplets-Blog WWW-weit zu publizieren.
Mal ganz abgesehen davon, dass erstens die eingereichten Soundzipfel ja klein sein sollen - und in Zeiten, in denen man dank ubiquitärer Mobiltelephonie täglich höchst unfreiwillig mit den privatesten Gesprächen nachgerade zugedröhnt wird, die Hemmschwelle in Sachen akustischer Autopublikation bei vielen Mitmenschen eh denkbar tief zu liegen scheint.

Aber wie auch immer. Hier jedenfalls noch der Aufruf im (englischen) Originalformat:

CALL FOR CONTRIBUTIONS

The streets resound with pedestrians chattering to friends or cell phones. People are crowding into Internet chat rooms, expounding on forums, posting to mailing lists and blogs, while televisons talk endlessly. At one time or another we've all overheard exchanges that seemed funny, off the wall, premonitory, surrealistic. Often composed of very ordinary remarks, their strangeness comes from the way they overlap and recombine to a stranger's ears. This random juxtaposition can shake tired expressions out of their torpor, metaphors can be mixed, reinvigorated or rendered ridiculous.

This project aims at collecting these recontextualized sound bytes and using them as starting points for collaborative net-stories. You are invited to post your favorite bits of dialog via an online questionnaire. You can also use other contributors' eavesdroplets to create a short story, an image or a sound file.

To post an eavesdroplet:
www.dispatx.com/wip/eavesdroplets_form.php

edr_g2.gifTo begin with, both the eavesdroplets and the stories will be posted to the DISPATX Art Collective work-in-progress blog. As the project develops,the bits of conversation will be mapped into a specific relational database. The interface will allow visitors to select and
display different types of relationships between the entries. They'll be able to visualize, for example, all the exchanges taking place at a beach, on November 15th or in New York City. Each eavesdroplet can lead to one or more stories. Stories can reference any number of
eavesdroplets (they can be juxtaposed randomly in the manner of cadavres exquis). Visitors to the site can consult the map to find intriguing eavesdroplets and read the associated stories. They can also propose either bits of dialog or completed stories. While the eavesdroplets can be uploaded to the site by any human visitor who is logged on, stories and multimedia files (images, sounds) will need to be approved for publication.

Karen O'Rourke: mapper at wanadoo dot fr

Read other eavesdroplets on the Dispatx Art Collective site:
www.dispatx.com/wip/?cat=29&more=1&idiom=en&orderby=dt_tm&order=DESC

[Bildchen: Öhrchen aus der Botanisiertrommel des Mediums.]

Von miss.gunst am 15.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.08.06

Radiotheorie(n)

rt_ksw.gifNachdem Bert Brechts Beiträge zur Radiotheorie im gestrigen Eintrag zwar kurz erwähnt, aber nicht weiters erläutert wurden (bzw. die Zuständigkeit für Letzteres schnöd einem Text-Anker und der Radiostunde von Jens Brüning überlassen blieb), soll doch noch ein bisschen mehr Futter zum Thema im Zettelkasten landen.

Einen guten Einstieg bietet natürlich wie so oft der entsprechende Artikel in der Wikipedia - zumal er sich vor allem anderen auf Brecht konzentriert und dessen Kernaussagen zum Thema knapp zusammenfasst.

rt_g1.gifAber vielleicht auch ein bisschen zu knapp, weshalb es bereits gestern den Ankerwurf auf die ausführlicheren Passagen aus dem speziell Brechts Radio-Theorie gewidmeten Abschnitt des zwölften Kapitels aus einer der Vorlesungen des Projekts "Literaturwissenschaft Aktiv" gab (Uni Duisburg-Essen; verfasst von Hanna Köllhofer, wenn wir schon bei den Credits sind - und ganz offenkundig die Quelle des Wikipedia-Artikels).

Für auf Brecht zurückgreifende, aber mit Blick auf das Digitale Radio weiterführende Überlegungen lässt sich da ergänzend noch Martin Hufners Sendeskript "Hier ist Radio Datenbank" (2000) empfehlen. [Beiseit: Eine Perspektive, für die der geneigten Leserschaft vor einiger Zeit mal Patrik Tschudins Radio 2.0-Blog ans Herz gelegt wurde...]

Aber auch sonst sollte man sich nun nicht allein auf Brecht und die Folgen beschränken. Gerade auch, was die historische Verortung des Mediums (scil.: Radio) betrifft.

rt_g2.gifWeit mehr spannende Texte zum Thema, als sich hier im Einzelnen aufzählen lassen, finden lesefreudige Menschen auf der Heimseite des Medienwissenschaftlers und Deutschlandradio-Kultur-Leiters Wolfgang Hagen.

Womit erst einmal vorgesorgt sein dürfte für einige Zeit.
Trotzdem kann sich das Medium nicht verkneifen, abschliessend noch auf eine weitere Lieblingsfutterraufe hinzuweisen.
Denn auch im sowieso und rundum hochgeschätzten ubuweb - aus dem im Log.Buch bislang vor allem das eine oder andere Stückchen Ohrzucker bezogen wurde - hat es eine kleine online-Handbibliothek zur Radiotheorie.

Mit den dort versammelten Essays von Christof Migone und Gregory Whitehead werden natürlich auch noch weitere Türen zu ganz anderen Horizonten aufgemacht. Aber die schauen wir dann ein andermal ausführlicher an. Versprochen.

Von miss.gunst am 13.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.08.06

Radiotag für BB (WRT)

bbtt_ksw.gifKleine Unterbrechung in der Reihe zur Instrumentenkunde für einen Webradiotipp.
Der gilt nicht etwa Brigitte Bardot, obwohl die französische Schauspielerin nicht nur in sehenswerten Filmen mitgespielt hat, sondern durchaus auch Hörenwertes produziert hat (nämlich zusammen mit Serge Gainsbourg, siehe u.a. den Eintrag vom 08.08.05).
Denn die Initialen "BB" lassen sich bekanntlich auch anders auflösen.

Nämlich in Bertolt Brecht, dessen 50. Todestag am 14.08. begangen wird.

Aus diesem Anlass hat das deutsche Kulturradio bereits für den heutigen Samstag (12.08.06) unter dem seltsam-schönen Titel "Ungeheuer oben" einen "Radiotag für Bert Brecht" angesetzt.

bbtt_g.gifDer ist gleich aus mehreren Gründen einen Webradio-Tipp wert.
Allem voran natürlich mit Blick auf die in diesem Log.Buch gepflogene und gepflegte Neigung zum Radio-Thema - insofern Bert Brecht bekannter Massen erstens lesenswerte Texte zur Radio-Theorie verfasst und sich zweitens als Pionier in Sachen experimenteller Hörspiel-Formate betätigt hat.
Zu diesem Schwerpunkt gibt es um 11:45 Uhr einen Beitrag von Jens Brüning mit dem Titel "Der Radiopionier. Brecht als Hörspielautor und Rundfunktheoretiker".

Auch sonst scheinen zwar - einem Dichter durchaus angemessen - die Wortbeiträge zu dominieren. Aber es stehen selbstverständlich auch in mehreren Beiträgen Musik und Hörspiel auf dem Programm.

Wie die titelgebende "Brecht-Gala: Ungeheuer oben" (ab 20:04 Uhr) ausfallen wird, darüber wagt das Medium nicht zu spekulieren. Einschalten bzw. den Anker zum Stream aktivieren sollte man dann aber spätestens um 22:04 Uhr, wenn in historischer Starbesetzung mit Helene Weigel, Ernst Busch und anderen die Hörspielfassung von Mutter Courage ausgestrahlt wird.

Desweiteren sollte hier natürlich noch die Brecht-Spezial-Seite verankert werden, die der verantwortliche Sender RBB ins Netz gestellt hat. Dort hat es dann u.a. den obligaten Abriss zur Biographie (mit Zeittafel), sowie Anker zu verschiedenen Wirkungs- und Gedenkstätten.

Und schliesslich, da wir gerade schon dabei sind, gleich noch für den morgigen Sonntag (13.08.06) ein weiterer Brecht-Webradio-Tipp:
hr2, also der Hessische Rundfunk, strahlt um 14:05 Uhr (und in Wiederholung dann nochmal um 22:00 Uhr) als Ursendung (!) Brechts "Lehrstück" in der Urfassung von 1929 aus. Was mindestens die Fangemeinde keinesfalls verpassen sollte!

P.S.
Eine schöne kommentierte Linksammlung für weiterführende Ausflüge ins Netz bietet übrigens auch die Brecht-Seite des Deutschen Bildungsservers.

[Bildchen: Zeigt die gemeinsame Grablege von Bertolt Brecht und Helene Weigel auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Die Vorlage, eine Fotografie von Kiko2000 fand das Medium in der Wikipedia, dankenswerter Weise unter GNU Free Documentation License gestellt. Was bedeutet, das für diese Variation ebenfalls die GNU-Lizenz gilt.]

Von miss.gunst am 12.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.08.06

Ho-Made Instruments (mit WRT)

bhbp_ksw.gifLieber nicht nachfragen, in welchem Zipfel des Kulturbeutels sich dieser Beitrag zur Instrumentenkunde ausgraben liess.
Aber zum Thema gehören sie auf jeden Fall: Bret Harts "Ho-Made Instruments".

Im gleichnamigen Artikel - ursprünglich 2001 im Magazin von "Aural Innovations" erschienen - stellt der Musiker seine selbstgebauten Instrumente vor; bei den meisten handelt es sich um elektronisch amplifizierbare Variationen auf mehr oder weniger klassische Klangkörper, deren Ahnen allerdings aus den unterschiedlichsten kulturellen Geographien stammen.

Das Schöne daran: Alle Instrumente werden mit nicht nur mit einer kleinen Graphik vorgstellt, sondern auch im Hinblick auf ihre jeweiligen musikalischen Qualitäten kommentiert (und zwar auch dann, wenn diese offenbar nicht so berauschend ausgefallen sind). Lustige und skurrile Stücke sind da auf jeden Fall dabei - und schon die Namen wie "Bat Phone" oder "Hose Bone" machen neugierig, wie das Ganze wohl in Aktion klingen mag.

Um darüber etwas mehr zu erfahren, muss man sich allerdings zu Bret (Harold) Harts Heimseite begeben. Auf der findet man dann nämlich dann eine ganze Sammlung selbstgebauter Instrumente wie den "Electric Rainstick", den "Heuler" bzw. "Howler", den "barstool-o-caster" oder eine ganze Familie putziger "Gustophone(s)".

bhbp_g.gifUnd noch einiges mehr. Das einstmals wohl bunte Angebot von mp3-Clips mit Kostproben für die Öhrchen ist allerdings arg ausgedünnt - die meisten Anker führen in die Wüste. Diejenigen jedoch, die funktionieren, lassen ahnen, wofür die wunderschönen Instrumente vorzugsweise Verwendung fanden bzw. finden.

Darauf kommt man (und hier schlägt die Stunde der Wahrheit, was das einleitende Gemurmel in den nicht vorhandenen Bart des Mediums betrifft) freilich auch, wenn man den Fundort des eigangs verankerten Artikels, also die "Aural Innovations" Hauptseite aufsucht.
Die ist nämlich Mitglied in einem Krautrock-Webring bzw. beim krautrock.net.

Klar, das Synonym für ein verdienstvolles Kapitel Musikgeschichte.
Aber, nunja. Nicht unbedingt jedermanns/fraus/mediums höchstes akustisches Plaisir.
Wen es jedoch gelüstet: Da hätten wir dann gleich noch eine Handvoll Webradio-Tipps:
Nämlich neben dem Krautrock-Webradio "Cosmic Vibrations" gleich noch die Radio Shows von Aural Innovations, zu denen u.a. ein einschlägig möbliertes "Electronic Cottage" und eben Bret Harts "The Ear-Relevant Music Hoedown" gehören.
Und noch einige weitere, von denen manche mindestens von der Benamsung her gar nicht mal so sehr nach Krautrock tönen.

Ja dann: En Guete. Das Medium jedenfalls wird da mal tapfer testen und die geneigten LeserInnen wissen lassen, wenn es auf echte Perlen stösst...

[Bildchen: Steht ja dabei und ist auch entsprechend verankert - das wundervolle "Bat Phone" von Bret Hart]

Von miss.gunst am 11.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.08.06

stroh-geige ff.

stg_ksw.gifDie im Zettelkasten-Eintrag zu den "Seltsamen Streichern" eher nebenbei erwähnte Stroh-Geige ist doch zu schön, um gleich wieder im Schrank zu verschwinden.

Für alle, die da sowieso eher flüchtig mitgelesen haben: Die Stroh-Geige ist, wie man sich aufgrund der erforderlichen Klangqualitäten schon denken kann, nicht aus getrockneten Getreidestrünken gefertigt.
Vielmehr handelt es sich im ein veritables (und spielbares) Musikinstrument, das vom Erscheinungsbild als eine Art Wolpertinger aus Geige und Blechbläser daherkommt.

stg_g1.gifWie man sehr schön und kompakt (und alternativ zur bereits mehrfach verankerten englischsprachigen Seite: auf Deutsch) im entsprechenden Eintrag im Lexikon von saiten.biz nachlesen kann, wurde das anmutige Trichterinstrument 1899 erfunden, um Geigen nicht (noch) himmlischer, sondern lauter klingen zu lassen.

Das mag ein bisschen irritieren, wenn man das quälende Problem des "Wie-üb-ich-daheim-ohne-mir-meine-Nachbarn-zu-Todfeinden-zu-machen" kennt, das aus dem schlichten Umstand resultiert, dass Streicher einen enormen Klangkörper haben, gegen den der Lautstärkeregler (nicht: der Bassregler) einer durchschnittlichen Stereoanlage kläglich einpacken kann.
Aber offenbar waren die Streicher für einen besonderen Zweck dann doch nicht laut genug: Nämlich für die - heute würde man sagen: gut abgemischte (bzw. das Problem entsprechend lösen) - Aufnahme auf Tonträger. Weiland Wachswalzen.

Kurzum: Bei dem auffälligen Trichter handelt es sich nicht etwa um eine Tröte, sondern sozusagen den Ausgangskanal für die Tonverstärkung.
Erfunden wurde das Ganze - und daher der Name - 1899 von John Matthias Augustus Stroh, einem nach England emigrierten Frankfurter (hier der englische Patenttext). Der uns, das kann man an dieser Stelle schon mal verraten, in persona übrigens noch zu weiteren interessanten Instrument-Erfindungen bzw. -Erfindern führen kann.
Dazu dann demnächst mehr.

Für heute mag das Voranstehende genügen, wenn man ihm abschliessend noch einen Anker auf die der Stroh-Geige gewidmeten Saeiten bei Digital Violin zur Saeite stellt.
Zwar dürften unter dem Strich wohl nur wenige der Tonaufnahmen, die Benedict Anthony Heaney versammelt, mit einer Stroh-Violine eingespielt worden sein. Von den früheren jedoch... wer weiss?

[Wunderbare Bildchen von Stroh-Geigen: siehe besagte Spezialseite bei Digital Violin.]

Von miss.gunst am 10.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.08.06

Seltsame Streicher

afi_ksw0.gifSelbstredend gibt es Streich- und Zupfinstrumente, gegen die eine Dobro geradezu durchschnittlich dasteht.
Vielleicht nicht unbedingt vom Klang her. Wohl aber als Konstruktion.

Wie zum Beispiel jene, welche die kanadische Filmemacherin Lori Siegel in Bildern und mit passenden Ankern auf ihren Seiten versammelt hat.

Bei den meisten der "Unusual Instruments" scheint auf den ersten Blick zwar durchaus verständlich, warum welche Variationen bzw. Extensionen zu handelsüblichen Standardmodellen vorgenommen wurden. Aber wirklich logisch wird es einem deshalb nicht in jedem Fall.

afi_g.gifNehmen wir beispielsweise Mal die Nordländer. Da könnte man doch meinen: Liegen nahe beieinander, haben vielleicht verwandte Musikkulturen, ähnliche Traditionen im Instrumentenbau...

Von wegen. Die norwegische Hardingfele (Hardanger-Geige) schaut wie eine besonders prächtige Violine aus, hat aber mehr und anders aufgespannte Saiten für Obertöne; die schwedische Nyckelharpa wirkt eher wie eine Kreuzung aus Geige, Kniefiedel, Zitter; das isländische Modell der "Fidla" schliesslich kommt ziemlich spartanisch daher, bietet sich dafür aber um so mehr für den DIY-Nachbau an (dürfte allerdings dann wieder nicht ganz so einfach zu spielen sein - jedenfalls, wenn man ihm anmutige Weisen entlocken will).

Aber das ist natürlich alles noch nichts gegen lustige Wolpertinger wie die deutsch-irische "Stroh-Geige". Die obendrein noch beinahe in Serie ging.

Des Mediums Lieblingsstücke sind - auch aus persönlichen Gründen nahe liegend - jedoch jene aus der Familie der Benioff Cellos. Sie sehen als frühe Versionen elektronischer Streicher nicht nur etwas ungewöhnlich aus.
Ihr Erfinder, Hugo Benioff, war eigentlich Seismologe und ist deshalb bis heute weniger für seine Musikinstrumente als im Zusammenhang mit der so genannten "Benioff Zone".
Andererseits, so seltsam ist das auch wieder nicht.
Schliesslich muss man sich ja doch ein wenig mit Schwingungen auskennen - im Saiteninstrumentenbau und in der Musik.

[Bildchen: Zeigt - jedenfalls laut ursprünglicher Inschrift - einen fiedelnden Apachen und ist in Lori Siegels Sammlung von "Unusual Instruments" zu finden.]

Von miss.gunst am 09.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.08.06

Radiolektionen zu Instrumenten

rgit_ksw.gifSollte es jemanden nach einer Art fehlendem Bindeglied zwischen dem eigentlich ausgerufenen Sommerthema - Instrumente - und dem Radio-Intermezzo verlangen, das sich gerade im Log.Buch breitgemacht hat?
Kein Problem, da kann geholfen werden.

rgit_gn.gifZum Beispiel mit dieser Archivseite von Radio Bremen, auf der unter dem etwas blumigen Titel "Rhythmus ist Leben, Natur ist Musik" Instrumente "anderer" Kulturen vorgestellt werden.

"Anderer" soll in diesem Fall wohl primär heissen: Nicht dem westeuropäischen Kulturraum im allerengsten Sinne zugehörig - was eine ziemlich konservative und per se problematische Definition ist. Und schon bei der Resonatorgitarre*, die von dem in die USA emigrierten Tschechen John Dopyera (eigentlich: Ján Dopjera) erfunden wurde und bis heute als zwar etwas skurriles, aber in westlichen Sphären durchaus gängiges Instrument gilt, gehörig ins Wanken gerät.
(* Dobro benamst, was von Dopjera bzw. Dopyera Brothers kommt - denn der musikalische Auswanderer hatte wohl noch Brüder, die ihm beim Instrumente-Erfinden zur Seite standen.)

Aber wie auch immer. Hier ging's vor allem darum, den Anker zur erwähnten Seite dem Zettelkasten einzuverleiben, weil auf selbiger nämlich eine Reihe von Radiosendungen zum Thema gelistet und archiviert sind. Also auch online angehört werden können.

[Bildchen: Vom Medium leider nur äusserst linkisch zusammengezimmerte Resonatorgitarre.]

Von miss.gunst am 07.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.08.06

DIY Radio für alle Fälle

refrad_ksw.gifDieses grossartige Modell harrt schon länger im Kulturbeutel-Vorrat des Mediums seiner Vorstellung.
Es verdient wirklich einen Ehrenplatz im Zettelkasten, denn es lässt alle bisher dorthin verbrachten Bauanleitungen weit hinter sich:
Das Refugee Radio von Mareike Gast.

refrad_g1.gifBasierend auf dem guten alten einfachen Prinzip des Kristall-Radios (mehr dazu in der Wikipedia) hat die deutsche Designerin einen Bauset entworfen, mit dem sich Menschen in Situationen, in denen sonst nichts zur Hand ist, mit wenigen Griffen wieder ans Informationsnetz andocken können sollen.

Wer jetzt milde lächelt und meint, da gäbe es doch gerade die tolle OneDollar-Laptop-Aktion und das sei sicher viel zeitgemässer, schaut auf die falsche Baustelle. Wie der Name Refugee Radio schon sagt, geht es hier nicht darum, im Zweifelsfall zu einer Suchmaschine surfen zu können (um dann festzustellen, dass die gewünschten Suchergebnisse leider zu Informationsquellen führen, die man nur per pay anzapfen kann - denken wir beispielsweise ans Medizinstudium an Orten, wo die Bibliotheken nicht in der Lage sind, teure Zeitschriftenabos zu zahlen...). Sondern um den ganz basalen Zugang zu essentiellen Informationen, Nachrichten undsoweiter. Und für den ist auch unabhängig von Kriegen und Krisen in vielen Gebieten nach wie vor das Radio zuständig. In Kriegs- und Krisengebieten natürlich sowieso.

refrad_g.gifDas Medium meint jedenfalls: Ein ebenso kluges wie wichtiges Projekt, das man sich wirklich verbreitet wünschen würde. Zumal sich der Bausatz, der mit einer auf den ersten Blick verständlichen Anleitung daher kommt, beispielsweise auch bestens dafür eignen dürfte, in Friedenszeiten Kindern zu zeigen, wie ein einfaches Radio funktioniert. Dass es obendrein sogar optisch etwas her machen kann - und zwar bei Verwendung einfachster Materialien, wie sie im Haushalt oder sogar im Abfall zu finden sind - zeigt die Auswahl an möglichen Anwendungen.

Nützlich und schön - das ist wohl die beste Basis-Definition für gelungenes Design.

[Bildchen: Das Medium dankt Mareike Gast für die Erlaubnis, das Refugee Radio würdig veranschaulichen zu können.]

Von miss.gunst am 06.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.08.06

iXem radio (WRT)

ixm_ksw.gifAlso wenn wir schon mal dabei sind, können wir auch gleich die etwas skurrileren Kandidaten aus den hinteren Zipfeln unseres Kulturbeutels hervorfischen. Wie zum Beispiel iXem Radio.

Ja, das ist auch ein Webradiotipp.
Wirklich viel mehr weiss das Medium dazu allerdings tatsächlich nicht zu sagen.

Ausser: Dass es eine Haupt- oder Mutterseite namens iXem gibt, was für italian eXperimental electronic music steht.

ixm_g.gifUnd dass Letztere eben dann auch auf der zugehörigen iXem Radio-Seite zu hören ist, wobei sieben verschiedene "Sender" - eigentlich entsprechend aktivierbare Playlists - zur Auswahl stehen.

Der, welchen das Medium etwas länger getestet und eigentlich durchaus für gut befunden hat, zirpte und zwitscherte und knasterte und knisterte dann ziemlich ausdauern vor sich hin.
Wobei der mp3-Player dabei auch alle wissenswerten Daten anzuzeigen pflegt - wer neugierig geworden ist, kann sich also durchaus auf die Socken machen und mehr über Stücke und AutorInnen herausfinden.

Dazu war das Medium gerade aber zu faul.
Folglich bitte einfach mal selbst reinhören und entscheiden, obs genehm ist oder nicht.

Von miss.gunst am 03.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.08.06

airwaves @ radiokunst (WRT)

rk_ksw.gifHoppla, obgleich es in diesen Sommerwochen (und speziell mit Blick auf die laufende HOME MADE-Saison, es nähert sich ja bereits die nächste Laborwoche in Solothurn) eigentlich mehr um Instrumente gehen sollte, scheinen wir glatt schon wieder ins Radio-Thema reingeglitten zu sein.
Macht aber nix, denn da hätte es doch gleich noch einen Webradiotipp.

Oder jedenfalls so etwas Ähnliches.
Neulich nämlich ist das Medium im Umfeld des definitiv als Webradio-Tipp beschwärmbaren bzw. beschwärmten Senders DFM RTV INT auf eine Seite mit dem verheissungsvollen Namen "Radiokunst" gestossen.
Aus der wiederum nicht ganz schlau zu werden ist. Und das liegt nicht unbedingt daran, dass sie auf niederländisch verfasst ist.

rk_g.gifDort jedenfalls hat es einen Anker zu einem Programm namens "airwaves", unter dem steht, dass dort die jeweils jüngste Sendung online abzurufen esp. anzuhören ist.

"Electronisch, experimenteel, geluidskunst, kleine labels..." - das klingt theoretisch gut und praktisch auch, jedenfalls, wenn man sich das ebendort abgelegte m3u zu Gemüte führt.

Ermutigenderweise ist dann im Programm von Enschede FM unter "Zondag nacht" zwischen 0:00 Uhr und 1:00 Uhr - also eigentlich Montag früh, also auf der Montagsliste tatsächlich eine Sendung namens "airwaves" zu finden, die auch die entsprechende Beschreibung mit sich führt.

Folglich kann man wohl hoffen, dass auch das Archiv weiterhin mit frischen Sendungen bestückt wird. Also am Besten: Die aktuelle Sendung mal anhören. Und - jedenfalls, wenn's gefällt - dann kommende Woche gelegentlich mal testen, ob an selbigem Ort eine neue abgelegt worden ist.

Ansonsten bzw. alternativ geht aber auch: In der Nacht vom Sonntag auf den Montag live die "airwaves" mithören. Denn wie es sich gehört, hat natürlich auch Enschede FM einen live-Radiostream.

Von miss.gunst am 02.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.08.06

es funkt, es funkt (kanal 7 @ EMS ff. WRT)

k7_ksw.gifWeil im gestrigen Webradiotipp - geschrieben, als der Tag kaum zwanzig Minuten jung war und deshalb eben etwas früh - nur eine vage Vorschau auf das kanal 7-Programm im diesjährgen Elektromagnetischen Sommer gegeben werden konnte, folgt heute nun ein erster Testbericht.

Dem vorausgeschickt darf erst einmal die frohe Kunde werden: Das Programm für die aktuelle Spezialitätenwoche steht jetzt im Netz, so dass man wenigstens schon mal eine grobe Orientierung über die Tagesplanung bekommt.
Allerdings (bislang jedenfalls) wirklich nur eine grobe, denn das Menü umfasst lediglich die musikalische Seite.

Die schaut auf den ersten Blick zwar auch für sich bereits recht vielversprechend aus - insofern sie sich nämlich aus den Vorräten des Sonischen Eichhörnches, also der Netzlabeldatenbank Sonic Squirrel speist. Und Tag für Tag einen neuen Schwerpunkt setzt - beispielsweise am kommenden Samstag (05.08.06) die anonym bzw. unter "no name" eingetragenen Stücke oder am Donnerstag nur solche die mit "Q" beginnen. Erst mal freut sich das Medium allerdings auf den morgigen Mittwoch (02.08.), weil da nämlich jene Tracks im Mittelpunkt stehen sollen, die selten bis nie abgerufen werden.

k7_g.gifWarum?
Nun: Gestern war sozusagen erst mal das andere Ende dran, nämlich die meistgehörten bzw. am häufigsten abgerufenen Stücke.
Und die - nunja, wie drückt man das am besten aus: Mit den Geschmäckern ist das so eine Sache. Wenn man z.B. so daran denkt, worauf im Schnitt die meisten Fliegen fliegen... Das Medium, tapfer testlauschend, wähnte sich jedenfalls über quälend lange Strecken versehentlich auf die Freuqenz eines ziemlich durchschnittlichen Dudelfunks geraten.

Aber wie auch immer bzw. wie geschrieben: Die Geschmäcker sind verschieden. Das Leiden hatte zudem ein jähes Ende, als sich am Abend so gegen Sieben unverhofft (weil nicht im Programm verzeichnet) das Podcast von netzpolitik.org zu Wort meldete. Mindestens ab da wurde es (ok: zwar musikalisch nicht wirklich besser, aber:) inhaltlich sehr sehr spannend. Schwerpunkt des Casts war Datenschutz/Datensicherheit. Informativ und hochkompetent - folglich auch allgemein zu empfehlen, das Ganze gelegentlich mal im LoRa-Archiv nachzuhören.

Im Anschluss musste die Testhörerin dann allerdings mal Pause machen. Wobei ihr allerdings auch scheinen wollte, als sei - wie durch ein Wunder oder war das etwa der zielstrebigen Bewegung in Richtung der weniger beliebten unter den beliebtesten Stücken zu verdanken??? - sogar, je später der Abend, desto besser die Musike geworden...

Von miss.gunst am 01.08.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)