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18.10.06

PiratenRadioPiraterie (Bunting, RR ff.)

hbra_ksw.gifPiraten erleben seit einiger Zeit ja auf vielen Kanälen eine wahre Renaissance, als charismatisierte wie verteufelte (Anti-)Helden. Allerdings nicht nur dank Johnny Depps wirklich ziemlich netter Leinwand-Performance in "Fluch der Karibik". Und auch nicht, weil es nach wie vor echte Seeräuber gibt, mit denen allem Vernehmen nach eher schlecht Kokosnüsse essen ist. Sondern eben vor allem anderen in den nicht weniger umkämpften Handels- und Handlungsräumen zeitgenössischer Medienproduktion. Zu denen nicht zuletzt die Radiofrequenzen gehören.

Wer nämlich ohne staats- bzw. landeshoheitliche Genehmigung auf Radiowellen herumschippert, segelt sozusagen unter Totenkopfflagge. Und wenngleich auf Radio-Piraterie nicht ganz so drastische Strafen stehen wie sie ehedem der Rote Korsar und Co. zu fürchten hatten - ziemlich unangenehme Konsequenzen von empfindlichen Geldbussen bis hin zu Haft kann erstere gleichwohl zeitigen.
Ein Aufkleber "Vorsicht Kunst" auf der Sendestation hilft da übrigens in der Regel nicht.

hbra_g.gifWas wir vor diesem Hintergrund wohl zu erwarten haben, wenn am kommenden Freitag (20.10.06) Heath Bunting im Rahmen der RadioRevolten unter entsprechenden Vorzeichen auf Sendung gehen wird?

Bunting selbst - der in den vergangenen zehn Jahren mit seinen Projekten in verschiedenen Medien-Zonen so manches Grenzgebiet ausgelotet hat - dürfte jedenfalls um etwaige Risiken, Kosten und Nebenwirkungen bestens Bescheid wissen.

Schon 1992 lancierte er eine "Electromagnetic Installation", die an Wochenenden als "clandestine radio station", also als heimliche Sendestation fungierte; 1999 betrieb er radio90fm als veritables Internet- und FM-Piratenradio.
Und auf der von Bunting mit betriebenen Plattform irational.org finden sich unter dem Stichwort "How To Be A Community Radio Station" einige Informationen zum Thema versammelt. Sowie, wohl nicht von ungefähr, gleich eingangs der Hinweis: "You are recommended to check the licensing requirements of operating a radio station for your country."

Wohl wahr. Was Bunting seinerseits freilich nicht davon abzuhalten scheint, hochoffiziell und öffentlich Aktivitäten wie aktuell eben auch diejenige im Rahmen der RadioRevolten anzukündigen, von der es im Programm heisst:

"Aus dem Versteck hinter einem Photokopierer eines Kulturinstituts sendet und empfängt der Londoner Piraten Radioscanner, zusammengebaut aus ausrangierter Hardware und freier Software, über eine illegal installierte Antenne. Das Piratenradio ist über Internet zu empfangen."

Ähm. Don't try that at home? Mithören kann man jedoch in jedem Fall ganz legal - nämlich über Radio Corax bzw. dessen Webradio. Freitag, 20.10.06 ab 21:00 Uhr.


[Bildchen: Merci an Heath Bunting und RadioRevolten.]

Von miss.gunst am 18.10.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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