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30.11.06

Wie Biester klingen (WRT)

kafi_ksw.gifKleiner Sprung von den leuchtenden und erleuchtenden Dingen bzw. Klängen zu dem, was unter der Ionosphäre kreucht und fleucht.
Aber keine Sorge, bin in irdische Niederungen müssen wir uns dafür nicht begeben.
Denn zur Abwechslung wollen wir heute mal lauschen, was imaginäre Tiere von sich geben. Oder möglicherweise von sich gäben, gäbe es sie.

Der argentinische Komponist Mario Verandi hat sich nämlich von Jorge Luis Borges' "Buch der imaginären Wesen"* zur Frage inspirieren lassen:
kafi_g.gifWie klingen eigentlich die wunderbaren, schrecklichen, aber- und irrwitzigen Kreaturen, denen die menschliche Phantasie so anschaulich Gestalt zu verleihen versteht?
Und in Zusammenarbeit mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart versucht, klangvolle Antworten zu finden.

Wie sich letztere, also im Grunde: Die Lautbildungen dieser besonderen Spezies anhören, lässt sich heute Nacht - genau genommen: morgen früh - ab 0:05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur vernehmen, das Mario Verandis "Klangbuch der imaginären Wesen" produziert hat und nun in seiner Reihe "Klangkunst" ausstrahlen wird.
Ergo ein zünftiger Webradio-Tipp - und für das Medium selbstredend ein Pflichttermin.

* Als Taschenbuch in deutscher Übersetzung als Band 8 der Werkausgabe des Fischer-Verlags unter dem Titel "Einhorn, Sphinx und Salamander. Das Buch der imaginären Wesen" zu erstehen - und natürlich eine ideale Kaminlektüre (auch für diejenigen, die nur über einen imaginären Kamin verfügen ;-)).

[Bildchen: Ob der Katzenfisch eher blubbert oder maunzt, ist im Vorfeld nicht herauszubekommen. War schon schwer genug, ihn vor die Linse der mentalen Kamera zu bekommen. Üben, üben, murmelt das Medium zerknirscht.]

Von miss.gunst am 30.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.11.06

Singender Lichtbogen, revisited

libo_ksw.gifNaheliegend, von den bebeinten Lampen gleich auf jene Lichterscheinungen überzuleiten, die eigentlicher Anlass der Berlin-Exkursion waren: Den singenden Lichtbögen nämlich, wie sie in diesem Log.Buch kaum von ungefähr schon häufiger Gegenstand von Einträgen gewesen sind.

William Du Bois Duddells "Singing Arc" - bekanntlich direkt aus den seinerzeit die Strassen nicht nur beleuchtenden, sondern eben auch betönenden Bogenlampen geboren - stand am Anfang des Projekts sonArc::ion (a.k.a. "der domestizierte blitz"), das im Tesla Berlin nun mit einem dreitägigen Salon in seine nächste Phase ging.
Und in die Ionosphäre aufbrach, mindestens audiovisuell.

libo_g.gifDazu in den nächsten Tagen noch mehr - erst einmal aber, sozusagen als solide Grundlage, eine Lektüre-Empfehlung:
Joachim Stange-Elbe - der am Samstag Abend im Rahmen des Salons seinen Vortrag über elektronische Klangapparate hielt, hat über dieses Thema in den 1980er Jahren promoviert (ergo zu Zeiten, in denen die universitäre Musikwissenschaft ansonsten noch weitgehend meinte, elektronische Musik ignorieren zu können). Und dabei eben auch Duddells "Singendem Lichtbogen" ein Kapitel gewidmet.

Wer sich diese Dissertation nun nicht so schnell besorgen kann (sie ist übrigens beim Autor bestellbar - und ansonsten natürlich auch in Hochschulbibliotheken zu leihen): Das Medium weiss Rat.

In der Zeitschrift des Zentrums für Elektronische Musik (ZEM), dem ZEM-Heft, hat Stange-Elbe nämlich mehrere lesenswerte Beiträge zur Geschichte elektronischer Musikinstrumente publiziert. Und in einem davon - Teil 3, "Der elektrisch erzeugte Klang" lässt sich unter anderem auch dem "Singenden Lichtbogen" begegnen. Bei dem natürlich weder der Autor - noch auch Jan-Peter E.R. Sonntags sonArc::ion-Projekt stehen geblieben ist.
Weiteres und Weiterführendes bei nächster Gelegenheit...

[Bildchen: Soll lediglich suggerieren, es handele sich um einen Lichtbogen. Wäre es einer, würde er jedoch singen können. Ganz bestimmt.]

Von miss.gunst am 29.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.11.06

Schöner Leuchten

lpg_ksw.gifZwar beginnt erst Ende der Woche die klassische Adventszeit. Aber erstens bzw. ganz allgemein ist bei HOME MADE ja das ganze Jahr über Selbermachen angesagt. Und zweitens bzw. im Speziellen gilt: Mit dem Basteln von Weihnachtsgaben kann man kaum früh genug beginnen.
Ergo gibt es heute gleich mal einen entsprechenden Tipp.

lps_g.gifDie Anregung dazu verdankt das Medium der netten Nachbarschaft, also einem Blog, dessen regelmässige Lektüre es seinen geneigten LeserInnen sowieso angelegentlich empfehlen wollte: Paperholic.

Vorgestern empfahl Gris-Gris von Paperholic seinerseits nun unter der Überschrift "Christmas Gift Ideas and Projects (I)" einen bebeinten Lampenschirm - und bedauerte dabei, dass Letzterer in unseren Längen- und Breitengradkoordinaten nicht erhältlich bzw. bestellbar sei.

Das Medium kann dieses Bedauern nun aus verschiedenen Gründen nicht so ganz teilen. Und nur einer davon ist, dass sich ein solch prächtiges Lämplein schliesslich auch selber herstellen liesse.
Wenn man denn eines haben will.

[Bildchen: Die Variante des Mediums zeichnet sich durch möglicherweise erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennbare kleine, wenn nicht gar feine Unterschiede aus. Wer für die verwendeten Prachtwaden Modell stand, weiss es zwar nicht zu sagen. Aber jenem/jener Wikipedia-BeiträgerIn, welche/r das Sockenbild spendete, aus dem erstere stammen, gebührt in jedem Fall grosser Dank, resp. Thank You, Merci... Und dem guten Gnu eine Verbeugung dazu.]

Von miss.gunst am 28.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.11.06

Kleine, fleissige Zeichenmaschine (Jeron)

sgag_ksw.gifAus Berlin zurück, geht's gleich ans Auspacken des Kulturbeutels, der in den vergangenen Tagen denkbar gut gefüllt werden konnte.
Als erstes springt frech voran: Eine kleine, fleissige Zeichenmaschine - die für den gesetzlichen Stundenlohn arbeitet.

Sie heisst "sim gishel", hat sogar ein eigenes Blog namens "all about sim gishel" und kommt aus der Manufaktur des vom Medium sowieso sehr geschätzten Kollegen Karlheinz Jeron - den der eine oder die andere vielleicht über seine gemeinsamen Projekte mit Joachim Blank, also unter dem Projektnamen sero.org kennen dürfte, der aber in den vergangenen Jahren eben auch für zahlreiche spannende Solos sowie anderweitige Kooperationen auf dem Feld der Kunst mit elektronischen Medien verantwortlich zeichnet.

sgag_g.gifBei den ihrerseits ebenfalls sowieso und überhaupt liebens- und empfehlenswerten allgirls Berlin, die derzeit passend zur Saison zu einer Art Weihnachts(geschenke)-Ausstellung einladen, zeigt Jeron nun besagte kleine, fleissige Zeichenmaschine. Und natürlich zeigt diese wiederum nicht nur, was sie kann - nämlich am laufenden Band (resp. laufenden Motörchen) fantastische, gestische Zeichnungen zaubern, eine jede selbstredend ein Original.
Sie produziert letztere auf Bestellung - ohne dabei jedoch andere fleissige Artisten durch Lohndumping zu düpieren.

Genau das Richtige für Fans von Zeichenmaschinen und ihren Produktionen, wie sie doch sicher unter der Leserschaft dieses Log.Buchs denkbar zahlreich sind, oder?

Kurzum: Wer schon immer mal ein Original in einem klassischen Medium (Zeichnung) erwerben wollte, das zugleich ein regel-rechtes Medien-Avantgarde-Produkt ist (mit Bezug zur Medien-Kunst-Klassik in mehrfacher Hinsicht, sozusagen von den barocken Zeichenautomaten à la Vaucanson über die surrealistischen écriture automatique bis zu Tinguely ff.) und obendrein sozial-politisch absolut korrekt funktioniert, sollte sich schleunigst entweder selbst nach Berlin zur allgirls Berlin-Galerie be- oder aber ebendort eine Bestellung aufgeben.

Empfiehlt jedenfalls das Medium. Wärmstens und ansonsten einen guten Start in die Woche wünschend.

[Bildchen: Leider kein grossartiges Werk von sim gishel, sondern nur eine stümperhaftes Empathie-dessin automatique vom Medium. sim gishel bei der Arbeit zusehen sollte man natürlich vor Ort und bereits mit klimperndem resp. raschelndem Kleingeld in der Tasche...]

Von miss.gunst am 27.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.11.06

zahn-rat (swiss art sharkforum)

sasf_ksw.gifNein, nicht Zahnrad. Sondern ein neues Blog in der Nachbarschaft, das mindestens laut seinem Selbstverständnis ein bisschen bissig zu sein verspricht.
Der Kuchen, um den es dabei gehen soll?
Schon tendenziell ein leckerer, nämlich Kunst.

Wie dem Medium von freundlicher Seite zugetragen wurde (Merci an Irene!) hat sich nach dem Vorbild vom bzw. verbunden mit dem berüchtigten sharkforum nun ein Schweizer Abzweig des gefährlich benamsten Kunstkritik-Blogs gebildet:
sasf_g.gifDas Swiss Art Sharkforum, dessen Becken- bzw. Blogbewohner sich insbesondere in den Tiefen und Untiefen der Kunst in der Ostschweiz tummeln wollen.
Und alle, die ebenfalls ein bisschen Zähne zeigen möchten, dazu einladen, mit- bzw. gegen den Strom zu schwimmen.
Oder so ähnlich.

Wie schon häufiger gibt das Medium diesen Lese-Tipp nicht ganz ohne Eigennutz. In den nächsten Tagen wird es nämlich ziemlich intensiv mit Elektrizität beschäftigt sein (an einschlägig bekanntem Ort und in einem wortwörtlich hoch-spannenden Zusammenhang) - ergo wohl mal wieder eine kleine Sendepause einlegen müssen.
Dafür aber ganz sicher wieder das eine oder andere in den Kulturbeutel packen und mitbringen können. Versprochen.

Von miss.gunst am 22.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.11.06

no music day

nmd_ksw.gifHeute soll kein Tag für Musik sein, heisst es. Genauer gesagt: Es sollte ein Tag ohne Musik verbracht werden. Jedenfalls meinen das die Initiatoren des no music day.

Wie sie das meinen, wird auf den Heimseiten der Initiative im Bereich "about" wie folgt kundgetan:

"No Music Day is on the 21st of November this and every year.
No Music Day is on the 21st of November because the 22nd of November is Saint Cecilia's day. Saint Cecilia is the patron saint of music. In many countries the 22nd of November was the day chosen to give thanks for and to celebrate the existence of music.
No Music Day has nothing to sell.
There is no mission statement."

nmd_g2.gifDafür darf man dann, so man lustig ist, ein eigenes "(mission) statement" auf der Seite hinterlassen. Eine Möglichkeit, von der sowohl in diesem als auch in den vergangenen Jahren schon weidlich Gebrauch gemacht worden ist.
Keine Musik machen heisst also nicht gleich, ganz die Klappe zu halten. Obwohl das im weitesten Sinne ja auch zu mehr Ruhe auf diesem Planeten führen würde.

Der eigene Praxistest des Mediums für den heutigen Tag ergab im Übrigen, dass es zwar vergleichsweise leicht fiel, selbst nicht weiters musikalisch tätig zu werden. Dafür war schlicht und ergreifend keine Zeit. Wenn man dann auch sonst nicht sonderlich geneigt ist, Musik als Gedudel für nebenbei in Gebrauch zu nehmen, lässt sich problemlos entsprechenden Geboten folgen.
Jedenfalls, so lange man die eigenen vier Wände nicht verlässt.

Letzteres war aber nun auch so gar nicht drin - und schon hat man ein Problem. Allein, weil nur ein Bruchteil der geschätzten Planetenmitbewohner etwas vom no music day mitbekommen haben dürfte (von Fragen des guten Willens, sich dessen Initiative anzuschliessen, mal ganz zu schweigen).

Was machst Du beispielsweise mit dem Akkordeonspieler in der Unterführung? Mehr in den Hut werfen, damit er aufhört? Und was mit der netten jungen Dame neben Dir in der U-Bahn, die ihre Schwerhörigkeit mit so lustig tönenden Ohrstöpseln überspielt? Die Vorstufe zum Hörgerät entreissen und entsorgen? Friedfertig wie Du nun mal bist: Ganz sicher nicht.
Obendrein ist da dann noch die nette Culture Jamming-Doku, die Du mit den Studierenden anschaust, mit feschem Drum'n'Bass unterlegt. Der den Sound abzudrehen wäre aber auch blöd, schliesslich hat das Ganze auch einen ziemlich vernehmenswerten O-Ton, auf den sich schwer verzichten lässt.

nmd_g1.gifKurzum: Der gute Wille war vorhanden, im Prinzip - doch ach, es hat nicht sollen sein. no no music day für das Medium.
Wobei: Genau darum dürfte es ja wohl gehen, fehlendes "mission statement" hin oder her. Also nicht um zuviel Musik, sondern den Überschuss an akustischem Spam und die Nebengeräusche, die das Leben nolens volens mit sich bringt. Nur verdient A damit sein spärliches Geld, B würde ohne Dauerbeschallung wahrscheinlich durchdrehen oder wesentlich schlechterer Laune sein, und C käme allein mit Talking Heads nur halb so schnittig daher. Tja.

Auf diese Erkenntnis legen wir doch erst mal eine nette Scheibe auf, um die letzten Stunden des no no music day zünftig zu begehen.
(Der Nachbar? Ach, das bisschen Wummern. Ausserdem liegt der um diese Zeit auch noch nicht im Bett.)

Von miss.gunst am 21.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.11.06

netpd (netlabelfestival, nachtrag)

npodcd_ksw.gifSo kann es gehen. Weil die Empfehlung des Zürcher netlabelfestivals andernorts erfolgte und das Medium sowieso anderweitig unterwegs war, ist eine Veranstaltung im Rahmen des ersteren ungenannt geblieben, die gerade für HeimwerkerInnen besonders interessant gewesen sein dürfte.
Zum Ausgleich bekommt das entsprechende Projekt nun einen eigenen Zettelkasteneintrag: netpd.

Erwähnt worden ist es zwar vor ein paar Monaten schon einmal in diesem Log.Buch - und zwar anlässlich des Zürcher dorkbot swiss-Treffens am 16.06.06.

npodcd.gifAber eben nur unter anderem. Nun ist das Audio-Brunch bzw. die netpd-Jamsession mit Roman Häfeli, die Samstag als netlabelfestival-Special im dock18 stattgefunden hat, zwar definitiv vorbei. Aber im Ankündigungstext wird so schön schlicht und einfach erklärt, worum es geht, dass er hier noch mal zitiert werden soll:

"Die Software netpd erlaubt es mehreren Personen ortsunabhägig und in Echtzeit zusammen (elektronische) Musik zu machen. netpd wurde in pure data*, einer grafischen prozessorientierten Programmiersprache, realisert und kann als Framework betrachtet werden, in welchem die Musiker (User) ihre selbstgebauten und netpd-fäig gemachten Softwareinstrumente verwenden. Da netpd selbst keine Instrumente anbietet, sondern nur die Tools, um selber solche zu bauen, wurde bereits eine breite Palette von Synths und Sequencern von verschiedenen Usern entwickelt. Daraus entstand eine kleine, aber stetig wachsende Community. Die Projektsite besitzt zudem einen Community-Bereich (Wiki), wo Patches, Ideen und Bemerkungen für alle zugäglich gemacht werden können."

[*Genau, pure data ist jene Audio- und Videoproduktions- bzw. Steuerungssoftware, die Miller Puckette als OS-Alternative zum omnipräsenten Max/MSP entwickelt hat.]

npodcd_g.gifOb es Samstagmorgen (ergo nach einer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ziemlich langen Freitagnacht) noch zu intensivem Jamming gekommen ist?
Wenn ja, gibt es vielleicht früher oder später dazu den einen oder anderen Track anzuhören. Vermeldenswert ist jedenfalls, dass sich der entsprechende Bereich bzw. das Verzeichnis mit "Recorded Sessions" langsam, aber stetig weiter füllt. Und obendrein wurde mittlerweile auch eine ganze mp3-CD (bzw. EP) produziert, die inklusive Cover-Design heruntergeladen werden kann, dubarea mixed by opusday.

[Bildchen: Zeigt das Frontcover besagten virtuellen Tonträgers.]

Von miss.gunst am 20.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.11.06

Sprechende Maschinen

mrspm_ksw.gifWeil der lokale Tages-Tipp diesmal in der netten Nachbarschaft bei digital brainstorming platziert wurde, können wir uns hier einen Verweis auf eine Veranstaltung gönnen, die andernorts stattfindet. Und ganz sicher ebenso besuchenswert ist.
Im Tesla Berlin wird es heute (17.11.06) Abend nämlich um sprechende Maschinen gehen.

Wer vor gut zwei Jahren im ZKM Karlsruhe die Ausstellung phonorama gesehen hat, wird sich sicher noch an Wolfgang von Kempelens Sprechautomaten erinnern, der in der Abteilung "Künstliche Stimmen" vorgestellt wurde.
Letzterer stellte neben bzw. im Grunde noch vor dem weitaus berühmteren Schachspieler-Automaten die wichtigste Konstruktion des Erfinders dar, der 1791 eine ganze Abhandlung über den "Mechanismus der menschlichen Sprache nebst der Beschreibung einer sprechenden Maschine" verfasste.

mrspm_g.gifMehr dazu lässt sich in dem - zudem reich illustrierten - Aufsatz "Zur Geschichte der Sprachsynthese - Wolfang Kempelens Sprechende Maschine" von Hartmut Traunmüller nachlesen.

Der sei hiermit aber nur beiseit als Vor- oder wahlweise auch Nachbereitung empfohlen - um dann bestens präpariert zur Konzert-Performance zu schreiten, in deren Zuge der Kalifornische Sound-Artist Steve Roden heute Martin Riches' "Talking Machine" zum Klangduell herausfordern wird.

Was es mit dieser auf sich hat und wie sie normalerweise klingt, kann man in der Soundbag Nr. 53 der wunderbaren Klangbeutelsammlung von Rolf Langebartels in einem Text von Riches lesen. Und sich sogar Sprechproben anhören.

Und wen es dann noch nicht heute Abend ins Tesla lockt - der/die wohnt wahrscheinlich zu weit weg und wird wohl mit anderen Maschinchen vorliebnehmen müssen. Nur: Ob die so gut sprechen, pfeifen und singen können wie Riches' "Talking Machine", zumal im Duett mit Steve Roden?
Wohl kaum.

P.S. Erwähnt werden sollte angelegentlich des Abends wohl noch, dass sich die besondere Fähigkeit der "Talking Machine", eben nicht nur zu sprechen, sondern A Capella zu singen, einer neuen Programmierung verdankt, die der Berliner Komponist - selbst ein Spezialist für elektronische Musik - eigens für sie entwickelt hat.

[Bildchen: Oben links ein Ausschnitt aus einer Zeichnung, die alle 32 Stimmpfeifen der Talking Machine in einer Überschau zeigt, unten die Stimmpfeifen in voller Schönheit. Seufz. Da kommt kein Kehlkopf mit, oder?]

Von miss.gunst am 17.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.11.06

dorkbot swiss @ [plug.in] basel

dbsl_ksw.gifIst das ein Luxus: So viel dorkbot auf einmal. Wien mag sein Hubschrauberwunder bekommen - die Schweiz hat dafür gleich die zweite Veranstaltung innert zwei Tagen.

Diesmal treffen sich die Fans von dorkbot swiss um 20:00 Uhr im [plug.in] in Basel. Mit von der Partie ist wiederum Hans Tammen, diesmal jedoch im Verbund mit Luc Gross, der seinen StrahlenRoboter Aitu vorstellen wird.
[Zu Letzterem gab es in diesem Log.Buch übrigens schon mal am 09.09.05 einen kleinen Eintrag, aber das nur beiseit.]
digal_g.gifDritte im Bunde ist schliesslich noch die Initiative "Digitale Allmend", auf die treue LeserInnen dieses Logs ebenfalls bereits verschiedentlich verwiesen wurden.

Also gleich noch einmal volles Programm. Und dabei noch nicht die letzte dorkbot swiss-Veranstaltung diesen Monat...

Von miss.gunst am 16.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.11.06

dorkbot swiss @ bern

strbe_ksw.gifWie gestern schon angedeutet:
dorkbot-SympathisantInnen müssen mitnichten nach Wien reisen, wenn sie in den Genuss einer einschlägigen Veranstaltung kommen wollen.
Denn auch dorkbot swiss bietet dieser Tage ein reichhaltiges Programm.

Heute abend heisst es zunächst einmal Bühne frei im progr Bern.

strbe_g.gifEinfinden werden sich auf selbiger Hans Tammen mit seinen Endangered Guitars, sodann - HOMEMADE-Laboranten bestens bekannt - Christoph Hess a.k.a. Strotter Inst..
Und schliesslich Laurent Schmid aus Bern, über dessen ziemlich geheimnisvoll tönendes Projekt "the raw and the dangerous kook" das Medium leider im Vorfeld noch nichts zu berichten weiss.

Am besten also: Man kommt pünktlich um 20:00 Uhr im progr dazu, wenn die Menschen, die seltsame Dinge mit Elektrizität anstellen, ebendort sich und uns die Ehre geben...

[Bildchen: Strotter Inst. im Kreis der seinen.]

Von miss.gunst am 15.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.11.06

dorkbot vienna

stsg_ksw.gifDass dorkbots - beziehungsweise die gleichnamigen Versammlungen von Menschen, die merkwürdige Dinge mit Elektrizität anstellen - mittlerweile allenthalben unterwegs sind, ist an sich nichts Neues.
Wohl aber, dass nun auch in Wien zu dorkbot-Meetings eingeladen wird.

Angekündigt waren entsprechende Aktivitäten bereits seit längerem. Nun jedoch lädt dorkbot vienna für den morgigen Mittwoch (15.11.06) zu seiner ersten offiziellen Zusammenkunft im Realraum ein, bei dem David Moises sein ziemlich spektakuläres Projekt eines D.I.Y.-Helikopters vorstellen wird.

stsg_g2.gifNun könnten zwar eingefleischte Fans solcher Fluggeräte im Allgemeinen und ganz besonders des Transfers selbiger in den Raum der Kunst voreilig nölen: Helikopterhysterie? Kennen wir doch schon von Heinrich Dubel!
Was zwar insofern ein netter Versuch ist, als dessen Hubschraubereinsätze seinerzeit zweifellos eine ganz und gar grossartige Angelegenheit waren. Oh Ja.

stsg_g3.gifAber: Von David Moises - der vielleicht dem einen oder der anderen angelegentlich auch mal als Mitglied der Künstlergruppe Time's Up begegnet ist - dürfen wir sowieso völlig andere Propellerdrehungen erwarten. Als passionierter Bastler hat er in den letzten Jahren zahlreiche ausgemusterte Haushaltsgeräte vor der Verschrottung bewahrt, um ihnen dann ein wundersames neues Leben einzuhauchen.
Und in diesem Zuge eben auch verschiedene zur Mobilisierung geeignete Vehikel entwickelt, wie zum Beispiel einen Hoovercraft-artigen "Fliegenden Teppich" oder ein mit rasenden Rädern ausgestattetes Steckenpferd (beide auf seinen Heimseiten zu bewundern).
Als echter Fan wäre das Medium daher wirklich gern zum Wiener dorkbot-Meeting gekommen.

Soll nicht sein, ist zu weit weg. Mindestens der Schweizer Gemeinde kann man allerdings diese Woche anderweitig dorkigen Trost in Aussicht stellen.
Dazu dann aber morgen noch mehr...

[Bildchen: Weder Dubels Helikopterhysterie noch eins von Moises dorkigen Vehikeln. Sondern fern jeglichen Geschicks gebastelte Staubsaugerkopter des Mediums. Vermutlich völlig fluguntauglich obendrein.]

Von miss.gunst am 14.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.11.06

transitfestival (mit WRT)

trs_ksw.gifGrosser Bahnhof für die elektronische Musik - und das ist beim Wort zu nehmen. Wobei es natürlich nicht wirklich um die verfügbaren Kubikmeter des entsprechenden Gebäudes geht.
Sondern um transit 06 - das Festival für elektronische Musik und Kunst, das am heutigen Montag in Chiasso begonnen hat.

Was aber eben nichts anderes heisst, als dass Bild und Präsentationsort zusammenfallen: Knapp eine Woche lang - bis zum kommenden Sonntag (18.11.06) - ist das Festival im Bahnhof des Grenzortes zwischen Schweiz und Italien zu Gast.
trs_g.gifUnd dieser wiederum bietet Raum für Installationen, Performances, Video-Kino und Konzerte von und mit KünstlerInnen wie Yves Netzhammer, Johannes Gees, Stephan Mathieu (mehr in seinem Blog), Scion (inkl. -Versionen), freefarm, Colleen, Bruno Spoerri und vielen vielen anderen.

Ein denkbar breites Spektrum an Arbeitsweisen und Ästhetiken, audio wie visuell. Und ein dicht bestücktes Programm.

Dessen besonderes Bonbon, nicht zuletzt für diejenigen, die keine Zeit haben, in den Zug nach Chiasso zu steigen, um vor Ort dabei zu sein:
Jeden Tag gibt es zudem Radio satt mit Highlights aktueller elektronischer Musik, Klassikern wie Cage und Feldman sowie einigen Leckerbissen aus internationalen Speisekarten der Radiokunst.
Und weil das Ganze auch als Live-Stream übers Netz zu empfangen ist, freuen sich die Daheimgebliebenen mit und an einem weiteren Webradio-Tipp.

Von miss.gunst am 13.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.11.06

prosumer cultures (@ interfiction)

ifi06_ksw2.gifWas ich will, das krieg ich nicht (et vice versa)? Das war mal. Heutzutage sind wir ja alle fleissige "prosumer" - also produzieren wir das, was wir konsumieren wollen, einfach selbst.
Nicht alles, klar. Aber tendenziell doch immer mehr.

Die Designs der T-Shirts oder Sneakers, die wir tragen wollen. Die Musik, die wir hören wollen, einschliesslich des (Netz-)Labels, über die sie vertrieben wird. Die Online-Magazine und Blogs, die wir lesen wollen. Und so weiter.

ifi06_g3.gifIst natürlich toll, weil ein ziemlicher Kreativitätsschub. Nicht so toll allerdings, wenn wir für die selbstgemachten Sachen dann auch noch bezahlen sollen beziehungsweise andere das Geld damit verdienen.
Oder nur brav in einem vorgegebenen Rahmen designt wird.
Oder unglaublich viel produziert wird - aber wofür eigentlich?

Um Utopien und Realitäten von DIY-Kulturen in einer Arena des Konsums geht es ab heute bei der interfiction-Konferenz in Kassel.
Näheres nicht nur zum Anlass, sondern auch zum Thema und seinem Radius auf den interfiction-Seiten.

Und in diesem Log.Buch deshalb eine kleine Sendepause.
Allerdings nicht ohne Alternativen: Zwar nicht als Video, aber immerhin als Audio gibt es wie jedes Jahr interfiction nämlich auch live per Stream.
Kurzum - wer mag, hört einfach mit...

Von miss.gunst am 10.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.11.06

Circuit Bending (@ livejournal)

fsm_ksw.gifNach wie vor wenig bis garkeine Zeit - was heute durch einen netten Web 2.0-Tipp zu einem Lieblingsthema dieses Log.Buchs ausgeglichen werden soll, nämlich Circuit Bending.

Auf einschlägigen Umwegen (nämlich über den Makezine-Blog) ist das Medium kürzlich auf circuit bending's LiveJournal gestossen. Was ja schon nett genug hätte sein können, würde es sich nur um das Basteltagebuch einer einzelnen Person handeln.

fsm_g.gifAber noch viel besser: Das circuit bending's LiveJournal wird von einer ganzen Horde, also einer Gemeinschaft Bending-freudiger BastlerInnen bespielt, die dort allerlei anregende, erheiternde oder auch einfach nur lustige und schöne Beugungen von Drähten und Geräten vorstellen.

Wie zum Beispiel kürzlich einen filzbeflauschten Speak & Math oder einen einschlägig bearbeiteten Voicechanger.

Lecker gemacht wird das ganze dann meist nicht nur durch prächtige Fotos, sondern auch durch die zugehörigen Audiodateien und hin und wieder sogar kleine Vilmchen.

Naja. Mitlesen und - je nach Aktivitätsgrad - Beitreten, oder?

[Bildchen: Zeigt, wie unschwer zu sehen, besagten buntbefilzten Speack & Math von telephone 1652.]

Von miss.gunst am 09.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.11.06

Ruf vom Elektro DIY-Festival Zürich

emfzh_ksw.gifReicht heute nur für eine etwas minimalistische Mitteilung bzw. die Weitergabe eines Aufrufs.
Der diesmal direkt aus Zürich kommt.

Markus Haselbach, Begründer der Schweizerischen Gesellschaft für Mechatronische Kunst, lädt zur Einreichung von Beitragsvoschlägen für das "Elektro Do-It-Yourself-Festival 06" ein, das am 15. Dezember diesen Jahres im Jugendkulturhaus Dynamo in Zürich über bzw. auf die Bühne gehen soll.

emfzh_g.gifUngeachtet des Veranstaltungsortes gibt es jedoch keine Altersbegrenzung:

Musiker und Künstler sind eingeladen, Ihre selbstgebauten Geräte [...] zu präsentieren. Möglich sind Konzerte, Performances, Videos oder Vorträge von maximal 30 Minuten Länge.
Für die Anmeldung bitte ein Mail (mit folgenden Angaben: Performance-Titel, Künstler-Name, Kurzbeschreibung der Darbietung, Dauer, Name, Adresse und Telephonnummer) an markus.haselbach@sgmk-ssam.ch schicken

Also dann!

[Bildchen: Ob das klingt? Keine Ahnung. Eigentlich nur Elektrogewusel aus dem RAM des Medium.]

Von miss.gunst am 08.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.11.06

Positive Aktivitäten (Paul Granjon)

pgran_ksw.gifFalls jemand angesichts des aktuellen Überhangs an Radio-Aktivitäten und anderen klingenden Dingen befuerchtet, dass die Liebe dieses Log.Buchs zu kleinen Roboterfreunden und anderen DIY-Konstruktionen Rost angesetzt haben könnte*: Diesem Eindruck dürfte sich gerade in den nächsten Wochen wieder weidlich entgegen wirken lassen.
Zudem gab es erst kürzlich eine gute Gelegenheit, entsprechende Gefühle aufzufrischen.

Die verdankte das Medium der Initiative Unfriendly Takeover, die in der vorvergangenen Woche freundlicherweise Paul Granjon zu einer Performance Lecture ins atelier frankfurt eingeladen hatte.

pgran_g1.gifIn deren Zuge stellte Granjon zunächst einmal seine Sammlung von Schaltern, Reglern und Knöpfen vor - genauer gesagt: aller der Schalter, die er im Lauf eines durchschnittlichen Tages zu bedienen pflegte. Beeindruckend viele und viele verschiedene, vom Radiowecker über diverse Lichtschalter, Küchengeräte, Badezimmer bzw. Duscharmaturen, Computertastaturen und und und.
Wobei mindestens das Medium bei der Betrachtung der sehenswerten Bildstrecke unwillkürlich denken musste: Was wäre das für ein wunderbares Projekt, im Web eine Datenbank anzulegen, in die dann alle, die dazu lustig sind, ihre eigenen Schaltersammlungen einspeisen könnten.

Aber natürlich war das Ganze in diesem Fall nur ein kleines Warm-Up, um zu den eigentlichen Schaltern zu gelangen - die Granjon nämlich nicht nur umlegt, sondern vorzugsweise erst mal selber baut.

Einige seiner wunderbaren und durchweg ziemlich erheiternden bzw. höchst herzerwärmenden Maschinen-Konstruktionen führte er daraufhin mittels kleiner Vilmchen vor, die sich zu Teilen glücklicherweise auch auf seinen Heimseiten zugänglich gemacht finden.

pgran_g2.gifBesonders nett - um mal eine herausgreifen - schien dabei dem Medium der furchterregende "Furman", der dem Künstler im Traum erschienen war. Eine Art Cousin von Cousin Itt aus der Addams Family, der sich dadurch auszeichnet, dass er gemeine Karatetritte austeilen kann (wie auch der verankerte Vilm recht anschaulich belegt).

Als liebevoll zusammengebastelte und per Tischkamera dann per Projektion auf Lebensgrösse gebrachte Papp-Modelle waren Granjons "Sexed Robots" mit von der Partie: Tatsächlich ein Männchen und ein Weibchen, die einander aufs Prächtigste nachstellen und auch recht überzeugend miteinander verkehren können (gurrgurr, flötflöt), allfällige Pannen inklusive - und auch dies lässt in einem kleinen Vilmchen auf Granjons Webseiten ansehen. Ist sicher auch als Schulfilm über das Liebesleben von Maschinen geeignet.

Live vorgeführt wurden alsdann noch die Robotic Googles, seine neuste Konstruktion.

Das alles war so kurzweil, amüsant und anrührend, dass Granjon am Schluss wohl nur eine Möglichkeit sah, sich würdig zu verabschieden und zugleich ein rasches Entkommen ohne endlose Zugaben zu sichern:
Er sang ein echtes Liebeslied. Auch das gibt es glücklichweise - wie auch noch andere Granjongesänge - online zu sehen und zu hören. Zwar nicht ganz so eindrucksvoll wie live.
Aber immerhin authentisch schief.

Im Januar wird Paul Granjon übrigens nach Zürich kommen,und zwar am 27./28.01.07 ins Theater Gessnerallee.
Das Medium rät: Auf keinen, aber garkeinen Fall verpassen!

[Bildchen: Grand Merci an Paul Granjon!]

* Das passende Klagelied für diesen Ernstfall wurde seinerzeit im Eintrag vom 31.12.2005 empfohlen (ganz nach untern zum "Sad, sad robot" blättern...).

Von miss.gunst am 06.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.11.06

bleepwatch (mit bleep watch)

bw_ksw.gifZum schönen Sonntag wollte das Medium eigentlich einfach nur etwas aus seiner virtuellen Plattenkiste auf den Teller legen. Da aber auch schon länger keine netten Nachbarn mehr empfohlen worden sind, verbinden wir doch einfach das eine mit dem anderen.

Und das geht grad sehr gut mit bleepwatch - einem jener Blogs, die es sich liebenswerter Weise zu Aufgabe gemacht haben, regelmässig Pretiosen aus den aktuellen Netzlabel-Produktionen bzw. -Publikationen vorzustellen.

bw_g.gifbleepwatch bietet dabei den nicht zu unterschätzenden Vorteil, das Kriterium der persönlichen Wahl mit einer guten Sortierung zu kombinieren. Das heisst, alle Einträge werden unter eine oder mehreren Kategorien gepackt, die zum Beispiel - quasi klassisch - "ambient", "drum'n'bass" oder "electro" heissen; aber auch etwas inspirierendere Benamsungen wie "abstract" tragen können.

Ist gewissermassen für alle etwas dabei, ergo auch für das Medium, das - zugegeben - bevorzugt eher in Schubladen wie "noise", "glitch" oder "field recordings" zu lugen pflegt. Und sei's nur, um sich ein wenig zu wundern, was andere (in diesem Fall David Keifer und Co) unter diesen Stichworten so abzulegen pflegen.

hscod.gifWahrscheinlich ist deshalb auch hier die liebste Kategorie jene, die keinen Namen trägt. Und in der kam kürzlich auch jene EP zur Vorstellung, die das Medium für heute von Herzen empfehlen möchte:

Nämlich "Children of Divorce", Mitte Oktober von Headphone Science a.k.a. Dustin Craig bei sixteensteps publiziert.
Um wie immer noch ein Stückchen des Kuchens besonders zu preisen: Das würde in diesem Fall wohl "flashback 1977: the unexpected" (mp3) sein. Schon ziemlich yummie, oder?

Von miss.gunst am 05.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.11.06

SoNHoRS

sonh_ksw.gifNicht nur, um nebenbei einen kleinen Ausgleich für etwaige Frustrationserscheinungen zu schaffen, die aus dem ausgefallenen Live-Streaming der sonicfocus-Konferenz resultieren könnten:
Die Empfehlung der SoNHorRS stand sowieso schon lange mal an.

Unter diesem Projekttitel wird im französischen Rennes nämlich seit drei Jahren eine Plattform bestückt, die mittlerweile wirklich ein breits "panorama [des] musqiques electroniques" bietet.

sonh_g.gifVon einem gut geführten Kalender mit Neuigkeiten und Veranstaltungshinweisen mal abgesehen, beeindrucken besonders die (bislang) sechzehn Kapitel zur historischen Entwicklung der elektroakustischen und elektronischen Musik, die einen Bogen von den ersten Instrumenten bis zur "kommerziellen Explosion" ab den 1970er Jahren spannen.

Ergänzt werden sie nicht nur von einer Diskographie (teils mit ausführlichen Reviews der Tonträger), einer Bibliographie und einer Videographie (in der Videos, CD-ROM und DVDs, also audiovisuelle Medien bzw. Quellen gelistet sind).
Darüber hinaus wurde auch ein Bereich namens "Streaming" mit einer weiter wachsenden Sammlung einschlägiger Videos eingerichtet, die sich auf YouTube abgelegt finden.

Na, wenn das nichts ist.
Gehört in jeden gut sortierten Zettelkasten. Findet jedenfalls das Medium.

Von miss.gunst am 04.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.11.06

sonic focus

sf_ksw.gifHeute beginnt im fernen Providence eine Konferenz, bei der es sich lohnen dürfte, Mäuschen zu spielen.
Natürlich nicht nur, weil sie sonic focus heisst, sondern aufgrund der Art und Weise, wie die Praline gefüllt zu werden verspricht.

Das Basiskonzept klingt jedenfalls schon mal ziemlich gut:

"sonic.focus is a project that examines complementarities and antagonisms between sound and image in contemporary culture. [...]
This program is prompted by the emergence over the past decade of an auditory culture that parallels the dominant visual culture. Among the phenomena that signal this emergence are: the increasing presence of sound in visual arts exhibitions and venues; the proliferation of visual and media practices in which sound is central to meaning; and the development of a body of theory that examines the nature, history, and circulation of sound as a useful social or conceptual model."

sf_g.gifUnd wenn man sich das Programm der Screenings ansieht, die es quasi zum Aufwärmen am vergangenen und vorvergangenen Samstag vor Ort zu sehen gab, kann das den guten Eindruck grad noch mal vestärken.
Weniger weil da etwelche Raritäten ausgegraben worden wären - aber eine gute Zusammenstellung alter und neuerer "classics" ist eben auch etwas wert. Unter diesem Siegel fuhr zwar nur das erste Screening, es passt aber zu guten Teilen auch auf das zweite, in dem u.a. Musikvideo-Highlights von Rechenzentrum, Mouse on Mars und Plaid (jo, die Heimseite liegt flach) miteinander kuscheln durften. Hachja, so ein Wiedersehen hätte Freude gemacht.

Hier gehts aber nun hoffentlich nicht um den Konjunktiv - denn für den heutigen und morgigen Konferenztag, an dem sich ein echtes Who's Who der kunstnahen Soundproduktion und -theorie den Pulten und auf den Panels tummeln wird (u.a. Douglas Kahn, Diederich Diederichsen, Stephen Vitiello, Christian Marclay) sind Video-Übertragungen in Aussicht gestellt.

Also ab 1 p.m. Ortszeit - ergo hierzulande sechs Stunden später, nämlich 19 Uhr, wenn sich das Medium nicht bös verrechnet haben sollte - mal hoffnungsfroh ins sonicfocus-Blog lugen. Möge die Technik mit uns sein...

P.S.
Nachtrag zu gegebener Stunde: Satz mit X, war wohl nix. Kein Streaming. Das Medium hat natürlich sofort ebenso frustriert wie neugierig nachgefragt und freundlicherweise auch umgehend Antwort erhalten. Das Live-Streaming liess sich leider nicht realisieren. Aber es ist geplant, im Anschluss an die Konferenz eine Dokumentation ins Netz zu stellen. Na dann, hoffen wir mal das Beste!

Von miss.gunst am 03.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.11.06

talk (Wollscheid)

awt_ksw.gifVorgestern, also Dienstag Abend (31.10.06.) im Frankfurter mousonturm - ein Haus, das sich hauptsächlich im Bereich Tanz, Performance, neue Theaterformen einen Namen gemacht hat. Dabei aber seit je interdisziplinär orientiert ist, wozu eben auch experimentelle Musik und die Schnittstelle zu Sound Art gehören.
Das Gefäss hierfür heisst seit einiger Zeit audio art series, und in dieser Reihe war nun Achim Wollscheid zu Gast.

Eigentlich ein alter Frankfurter, der - tja, so muss man ja jetzt sagen: im vergangenen Jahrhundert als Mitglied der Selektion auch selbst einige Highlights in die Stadt geholt hat.

In letzter Zeit ist aber hauptsächlich seinerseits unterwegs gewesen, unter anderem längere Zeit in L.A. [Worüber man, um beiseit einen Buchtipp loszuwerden, übrigens ausführlicher in Brandon LaBelles auch sonst sehr lesenswertem "Background Noise" nachlesen kann.]

awt_g1.gifDie Veranstaltung im mousonturm trug den Titel "talk" - was mitnichten einen schlichten Vortrag erwarten liess. Wo audio art series draufsteht, waren bisher wenigstens Konzerte, Performances, Performance-Konzerte oder Lecture-Performances drin. Und so tatsächlich auch diesmal: Im Studio der schwarzgetünchte Bühnenraum fast leer; mittendrin ein Rechner mit grossem Bildschirm; links und rechts kleinere Boxen; gegenüber die übliche etwas steile mehrreihige Bestuhlung.

Aber von klarer Seitenverteilung keine Rede, denn in der untersten Reihe hatte schon mal Wollscheid selbst Platz genommen, einen Laptop auf den Knien. Und diejenigen, die jetzt dazukamen, konnten feststellen: Aha, auch zwischen den Stühlen noch weitere Boxen verteilt.

Aus denen begann es nun auch schon zu tönen. Zunächst ziemlich leise, zarte, sich langsam dehnende Schleifen, sanft an- aber auch wieder abschwellendes Schwirren.

Nach einiger Zeit dann: Stimme. Wollscheid liest. Einen Text, der erst einmal das Setting beschreibt, die Anordnung der Dinge im Raum. Die Rechner, ihre Verschaltung; das Programm, welches dafür sorgt, dass die aufgenommenen Raumklänge transformiert wieder auf die Reise geschickt werden. So also geht das, was diesen Abend gehen wird - und das hört man auch direkt, denn gleich im Anschluss schwellen die Töne an; Geräusch wird, von der Stimme offenkundig ermutigt beziehungsweise aus ihr heraus zu Musik gepitcht, einer fast höhnisch heiteren Chora.

Eigentlich sind wir soeben eingeladen worden, ihr uns anzuschliessen. Den Raum zu erkunden und wie die Klänge darin spazieren gehen. Vielleicht allzu absehbar, dass die eingefleischte Rollenaufteilung davon abhält, die abendliche Trägheit womöglich ein Übriges dazu beiträgt. Mag sein, dass auch der eine oder die andere denkt: Also bitte, da will man sich mal was gönnen - und hört dann wie in der Fabel von den Nagern, die sich von der Katze zum Geburtstagskaffee einladen lassen und nach dem Kuchen fragen, "Na, der Kuchen seid natürlich ihr!"

awt_g2.gifReicht allerdings schon, ein bisschen herumzurutschen, mit den Füssen zu scharren oder zu hüsteln. Und ausserdem setzt nun, da die Schleifen wieder etwas ruhiger und flacher werden, erneut Wollscheids Stimme ein. Ist - weil sich nach den ersten Sätzen wieder die Feedbacks einmischen - nicht immer ganz leicht, ihm zuzuhören. Aber definitiv interessant; insofern Kapitel um Kapitel - jeweils unterbrochen vom sich weiter variierenden und verzweigenden Echo (ja, es ist auch eine Komposition) - präzise Erkundungen der Situation erfolgen. Und auch schön, nicht nur der Klänge wegen, sondern weil aus der Sprache heraus gedacht und entwickelt wird, bei der es sich schliesslich auch um ein Instrument handelt.

Deshalb würde sich wohl nicht nur jener junge Mann, der anschliessend zu Wollscheid kam und gestand, dass er kein Deutsch verstehe, über die Möglichkeit freuen, den gesprochenen Teil von "talk" noch einmal in Ruhe nach-lesen zu können. Und vielleicht gibt es die ja auch früher oder später auf den Selektion-Seiten, wo schon jetzt einige Texte von Wollscheid zu finden sind.

Obwohl dann natürlich etwas ganz Entscheidendes fehlen wird: Die Koordinaten aus Anwesenheit Raum und Klang, die - weil einander direkt bedingend - so eben nicht reproduzierbar sind.

Von miss.gunst am 02.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.11.06

<strøm> (@ taktlos Bern)

str_ksw.gifAha. Aus Bern kündigen sich gerade wieder taktlos(e) Aktivitäten an, und das ist in jedem Fall schon mal vermeldenswert.
Besonders, da für den heutigen Mittwoch Abend sozusagen alte Bekannte angekündigt sind, nämlich das Bieler Duo <strøm>.

Sollte da manche/r unwillkürlich an den gleichlautenden Titel eines Tonträgers von Carl Michael von Hauswolff denken: Auch nicht falsch, weil ja nun strøm erst mal schlicht Strom heisst - und das passt eben in dem einen wie im anderen Fall.
Und tatsächlich strömen Gaudenz Badrutt und Christian Müller ebenfalls elektronisch. Sowie elektroakustisch.

strm_g.gifWie das klingen kann, wissen treue taktlos-Fans schon von früheren Festival-Abenden; alle anderen dürfen ihre Öhrchen testweise auf einer kleinen Wiese mit mp3s sowie einem Konzertvideo weiden lassen. Na, wenn das nicht Vorfreude weckt.

Für ihren aktuellen Auftritt haben sich die beiden nun noch mit Jacques Demierre am Piano und Urs Leimgruber am Saxophon zusammengetan, was allem Vernehmen nach dann etwas jazziger ausgehen wird. Und mithin nicht mehr ganz so das Metier des Mediums sein dürfte. Aber vielleicht denen mehr entgegenkommt, die Regler schiebenden und Knöpfchen drehenden Jungs allein nicht so viel abgewinnen können? Nja. Die <strøm>er werden schon wissen, was sie tun...

  • Die Daten:
    <strøm >
    mit Jacques Demierre und Urs Leimgruber
    im Rahmen von taktlos
    Dampfzentrale Bern
    Mittwoch, 01.11.2006 um 20:30 Uhr
  • [Bildchen: Zwei Stückchen <strøm>-Strom.]

    Von miss.gunst am 01.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)