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21.11.06

no music day

nmd_ksw.gifHeute soll kein Tag für Musik sein, heisst es. Genauer gesagt: Es sollte ein Tag ohne Musik verbracht werden. Jedenfalls meinen das die Initiatoren des no music day.

Wie sie das meinen, wird auf den Heimseiten der Initiative im Bereich "about" wie folgt kundgetan:

"No Music Day is on the 21st of November this and every year.
No Music Day is on the 21st of November because the 22nd of November is Saint Cecilia's day. Saint Cecilia is the patron saint of music. In many countries the 22nd of November was the day chosen to give thanks for and to celebrate the existence of music.
No Music Day has nothing to sell.
There is no mission statement."

nmd_g2.gifDafür darf man dann, so man lustig ist, ein eigenes "(mission) statement" auf der Seite hinterlassen. Eine Möglichkeit, von der sowohl in diesem als auch in den vergangenen Jahren schon weidlich Gebrauch gemacht worden ist.
Keine Musik machen heisst also nicht gleich, ganz die Klappe zu halten. Obwohl das im weitesten Sinne ja auch zu mehr Ruhe auf diesem Planeten führen würde.

Der eigene Praxistest des Mediums für den heutigen Tag ergab im Übrigen, dass es zwar vergleichsweise leicht fiel, selbst nicht weiters musikalisch tätig zu werden. Dafür war schlicht und ergreifend keine Zeit. Wenn man dann auch sonst nicht sonderlich geneigt ist, Musik als Gedudel für nebenbei in Gebrauch zu nehmen, lässt sich problemlos entsprechenden Geboten folgen.
Jedenfalls, so lange man die eigenen vier Wände nicht verlässt.

Letzteres war aber nun auch so gar nicht drin - und schon hat man ein Problem. Allein, weil nur ein Bruchteil der geschätzten Planetenmitbewohner etwas vom no music day mitbekommen haben dürfte (von Fragen des guten Willens, sich dessen Initiative anzuschliessen, mal ganz zu schweigen).

Was machst Du beispielsweise mit dem Akkordeonspieler in der Unterführung? Mehr in den Hut werfen, damit er aufhört? Und was mit der netten jungen Dame neben Dir in der U-Bahn, die ihre Schwerhörigkeit mit so lustig tönenden Ohrstöpseln überspielt? Die Vorstufe zum Hörgerät entreissen und entsorgen? Friedfertig wie Du nun mal bist: Ganz sicher nicht.
Obendrein ist da dann noch die nette Culture Jamming-Doku, die Du mit den Studierenden anschaust, mit feschem Drum'n'Bass unterlegt. Der den Sound abzudrehen wäre aber auch blöd, schliesslich hat das Ganze auch einen ziemlich vernehmenswerten O-Ton, auf den sich schwer verzichten lässt.

nmd_g1.gifKurzum: Der gute Wille war vorhanden, im Prinzip - doch ach, es hat nicht sollen sein. no no music day für das Medium.
Wobei: Genau darum dürfte es ja wohl gehen, fehlendes "mission statement" hin oder her. Also nicht um zuviel Musik, sondern den Überschuss an akustischem Spam und die Nebengeräusche, die das Leben nolens volens mit sich bringt. Nur verdient A damit sein spärliches Geld, B würde ohne Dauerbeschallung wahrscheinlich durchdrehen oder wesentlich schlechterer Laune sein, und C käme allein mit Talking Heads nur halb so schnittig daher. Tja.

Auf diese Erkenntnis legen wir doch erst mal eine nette Scheibe auf, um die letzten Stunden des no no music day zünftig zu begehen.
(Der Nachbar? Ach, das bisschen Wummern. Ausserdem liegt der um diese Zeit auch noch nicht im Bett.)

Von miss.gunst am 21.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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