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17.11.06

Sprechende Maschinen

mrspm_ksw.gifWeil der lokale Tages-Tipp diesmal in der netten Nachbarschaft bei digital brainstorming platziert wurde, können wir uns hier einen Verweis auf eine Veranstaltung gönnen, die andernorts stattfindet. Und ganz sicher ebenso besuchenswert ist.
Im Tesla Berlin wird es heute (17.11.06) Abend nämlich um sprechende Maschinen gehen.

Wer vor gut zwei Jahren im ZKM Karlsruhe die Ausstellung phonorama gesehen hat, wird sich sicher noch an Wolfgang von Kempelens Sprechautomaten erinnern, der in der Abteilung "Künstliche Stimmen" vorgestellt wurde.
Letzterer stellte neben bzw. im Grunde noch vor dem weitaus berühmteren Schachspieler-Automaten die wichtigste Konstruktion des Erfinders dar, der 1791 eine ganze Abhandlung über den "Mechanismus der menschlichen Sprache nebst der Beschreibung einer sprechenden Maschine" verfasste.

mrspm_g.gifMehr dazu lässt sich in dem - zudem reich illustrierten - Aufsatz "Zur Geschichte der Sprachsynthese - Wolfang Kempelens Sprechende Maschine" von Hartmut Traunmüller nachlesen.

Der sei hiermit aber nur beiseit als Vor- oder wahlweise auch Nachbereitung empfohlen - um dann bestens präpariert zur Konzert-Performance zu schreiten, in deren Zuge der Kalifornische Sound-Artist Steve Roden heute Martin Riches' "Talking Machine" zum Klangduell herausfordern wird.

Was es mit dieser auf sich hat und wie sie normalerweise klingt, kann man in der Soundbag Nr. 53 der wunderbaren Klangbeutelsammlung von Rolf Langebartels in einem Text von Riches lesen. Und sich sogar Sprechproben anhören.

Und wen es dann noch nicht heute Abend ins Tesla lockt - der/die wohnt wahrscheinlich zu weit weg und wird wohl mit anderen Maschinchen vorliebnehmen müssen. Nur: Ob die so gut sprechen, pfeifen und singen können wie Riches' "Talking Machine", zumal im Duett mit Steve Roden?
Wohl kaum.

P.S. Erwähnt werden sollte angelegentlich des Abends wohl noch, dass sich die besondere Fähigkeit der "Talking Machine", eben nicht nur zu sprechen, sondern A Capella zu singen, einer neuen Programmierung verdankt, die der Berliner Komponist - selbst ein Spezialist für elektronische Musik - eigens für sie entwickelt hat.

[Bildchen: Oben links ein Ausschnitt aus einer Zeichnung, die alle 32 Stimmpfeifen der Talking Machine in einer Überschau zeigt, unten die Stimmpfeifen in voller Schönheit. Seufz. Da kommt kein Kehlkopf mit, oder?]

Von miss.gunst am 17.11.2006 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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