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11.01.07

überkreuzsprechen (XT, mit WRT)

xt_ksw.gifDie Überschrift klingt wohl erst mal ein bisschen kryptisch - aber das hat sie mit dem Titel des Projekts gemein: XT.
Nein, mit XTasen oder XTensionen hat das Ganze erst mal nichts zu tun: "crosstalk" - so nämlich die Auflösung des Kürzels - nennt man einfach jene in der Regel eher unerwünschten Interferenzen bzw. Überlagerungen von Signalen, wie sie zum Beispiel beim gleichzeitigen Sprechen mehrerer Menschen oder auch bei elektronischen Datenübertragungen entstehen können.

Also im Prinzip weniger Kunst als ein Kunstfehler. Dass man aus Artefakten wieder Kunst machen kann, stellen derzeit das österreichische Künstler- und Medienaktivistenkollektiv machfeld (Sabine Maier und Michael Mastrototaro) gemeinsam mit ihren KollegInnen von alien productions (Martin Breindl, Norbert Math, Andrea Sodomka) unter Beweis.

xt_g1k.gifUnd zwar im Rahmen ihrer aktuellen Ausstellung in der Fotogalerie Wien, die dort als "CROSSOVER III": "Fotografie und Medienkunst" firmiert. Was wohl ein solches Überkreuzfeld bezeichnen soll - beiseit bemerkt: eigentlich aber selbst xsprech erster Ordnung ist. In etwa wie "Äpfel und Obstbirnen", nur nicht so auffällig.

Aber das muss an dieser Stelle nicht ausdiskutiert werden - zumal es auf den Seiten der aliens einen Text von Ruth Horak gibt, der neben einer detaillierten Erläuterung des Projekts und seiner Installation in den Galerieräumen eben auch einen sinnstiftenden Rückbezug auf den Ausstellungstitel versucht.

Dessen Lektüre erhellt jedenfalls, dass es bei XT um ein sehr spezifisches Überkreuzreden geht: Das nämlich verschiedener Generationen von Medien und Apparaten, der Kunst wie der Kommunikation:
Ratternde Nadeldrucker - deren ins Musikalischen lappende Potentiale ja auch in diesem Log bereits weidlich gefeiert wurden (s. zum Beispiel den Eintrag vom 17.05.05) - und ein Hör-Kino in Hommage an Walter Ruttmann - von dem ebenfalls schon verschiedentlich zu lesen war - gehören beispielsweise dazu.

xt_g2k.gifMindestens aus der Ferne klingt das alles ziemlich spannend. Zu dumm, wenn man nicht vor Ort dabei sein kann, wenn heute (11.01.07) abend ab 19:00 Uhr die gesamte Installation zudem noch live bespielt wird.

Umso tröstlicher daher, dass - wenn alles gut geht - immerhin ein mediales Fenster nach Wien geöffnet werden soll: Mit Unterstützung des Wiener kunstradio.at wird uns nämlich ein Webcast in Aussicht gestellt, der mindestens auf dem akustischen Kanal eine Teilhabe am Ganzen zu ermöglichen verspricht - genaueres bzw. Adresse zum (eink)linken auf der Webcastseite zum XT-extra. Wer den verpasst, bekommt in einer weiteren kunstradio-Sendung, die als nochmals überarbeitetes Spezialformat am 28.01.07 ab 23:05 Uhr auf Ö1 auch via Web ausgestrahlt wird, sogar noch eine zweite Chance.

Bleibt eigentlich bloss noch zu hoffen, es möge zur besagten Stunde nicht irgend ein medientechnischer XT dawiderfahren. Andererseits, selbst wenn's denn passiert: Passt es im Grunde immer noch ins Konzept...

[Bildchen: Weder von machfeld gemacht noch eine alien production, sondern mal wieder eine dem Thema angelehnte Stümperei vom Medium. Dochdoch, man glaubt es kaum: So langweilig sehen gemeinhin schematische Darstellungen von XTs aus, dass in dieser Version bei der Interferenz sogar noch etwas in Richtung XTase gedrängelt wurde. Einen wirklich schönen XT gibt es dagegen hier bei Dr. Alistair Walker zu sehen. Wow.]

Von miss.gunst am 11.01.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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