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28.02.07

klänge pflanzen, blätter ernten (bosshard)

abkg_ksw.gifSchlichte Gemüter könnten meinen, es sei nicht gerade Gartensaison. Aber mal ganz davon abgesehen, dass dieser Winter keiner war und wohl auch keiner mehr werden wird: Klanggärtnerei ist sowieso eine Kunst, die ein etwas anderes Verhältnis zu den Jahreszeiten pflegt als die Basisdisziplin, auf die sie baut.
Was ja nicht gleich bedeuten muss, dass sie Witterung, Klima, Bodenverhältnisse und Wachstumszyklen ignoriert.

Mindestens gilt das für die Klanggärtnerei, wie sie Andres Bosshard betreibt. Welche Setzlinge er mitbringt und platziert, ob er neu sät, umtopft, propft oder auch mal behutsam beschneidet - alles bildlich gesprochen natürlich, weil die Gartenarbeit mit Field Recordings und eigenen Kompositionen betrieben wird - hängt ganz vom jeweiligen Ort ab. Und das kann eine Landschaft sein, ein Gärtlein, ein Park. Aber genauso gut ein Stadtviertel oder der Bahnhofsplatz.

Treuen Fans von HOME MADE muss man derlei eigentlich nicht erzählen. Schliesslich ist Bosshard seit Beginn der Projektaktivitäten als Mitwerker dabei - und tauchte entsprechend auch schon häufiger in diesem Log.Buch auf.

abkg_g1.gifWeshalb heute eigentlich nur - um den Zettelkasten mal beim Wort zu nehmen - zwei aktuellere Lektüren aufgenommen werden sollen. Beide Male Texte in Schweizer Zeitschriften. Und wie es der Zufall (sic) so wollte, jeweils die das erste Heft des laufenden Jahrgangs:
Nämlich das Hochparterre sowie das Kunst-Bulletin vom Januar-Februar.

Verweistechnisch auf den letzten Tag des Monats kurz vor knapp - um nicht zu sagen: Schon zu spät, denn ab morgen früh liegen an den Kiosken schon die März-Hefte aus.

Dass das Hochparterre sein online-Archiv noch nicht auf 2007 umgestellt hat, macht in diesem Fall nicht so viel - online gibt es dort eh nur reine Titellisten, Text und Bilder dagegen ausschliesslich in Papieform käuflich zu erwerben.
Hingegen stellt das Kunst-Bulletin fast alle Texte - und grundsätzlich alle Porträts und Features - zeitgleich mit dem Heft ins Netz, wo sie dann später auch übers Archiv frei abgerufen werden können.
Und das gilt natürlich auch für den über Andres Bosshard.

Eins allerdings kann die online-Variante nicht bieten: Die vielen Abbildungen, mit denen so eine Werkschau daherkommt, hat es nur im Heft (und dementsprechend komisch komprimiert schaut dann auch das Textchen dazu aus).

Aber wie auch immer. Der Eintrag in den Zettelkasten musste einfach sein - und vielleicht interessiert es ja auch die eine oder den anderen. Für FreundInnen der Klanggärtnerei jedoch sind die Hefte eigentlich schon ein Muss.

[Bildchen: Aufnahmen aus dem HOME MADE Archiv von Kollegen Sternenjäger - bei dem es übrigens auch ein schönes Gespräch mit Andres Bosshard als Podcast gibt.]

Von miss.gunst am 28.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.02.07

Make Your Own... Damn... Music (WRT)

mdevb_ksw.gifÜberfülle im Exkursionskulturbeutel bei Hochsaison auf diversen Baustellen: Eine schwierige Mischung, die fast unweigerlich zu Ausweichbewegungen führt. Weil beides gleichermassen den Gedanken nahe legt, dass es viel angenehmer ist, anderen beim Arbeiten zuzusehen oder zuzuhören.
Zumal man den kreativen Imperativ ja sehr unterschiedlich auslegen kann. Auch und gerade dann, wenn er: "Make Your Own Damn Music" ruft.

mdevb_g1.gifSo heisst nämlich die Radiosendung, die Bob & Roberta Smith regelmässig Dienstag abends ab 21:00 Uhr (Inselzeit, also MEZ plus eine Stunde) auf dem in diesem Log bekanntlich gern besungenen bzw. gehörten Londonder Sender resonance fm zelebriert.
[Ganz richtig: Singular, denn Bob & Roberta Smith sind nicht nur einzigartig, sondern tatsächlich - sozusagen selbtzweit - eine Person.]

Dass diese Sendung sowieso schon lange mal bei HOME MADE vorgestellt gehört, hat allerdings nicht nur mit ihrem Titel zu tun, sondern natürlich auch mit ihrem Macher und seiner Arbeitsweise.
Die sich im Grunde treffend unter dem Motto eines der jüngsten Projekte zusammenfassen lassen, das wiederum dem der Radioschau denkbar nahe steht: "Make Your Own Damn Art World".

mdevb_g2.gifZwar funktioniert der Anker auf B&RS's Heimseite nicht - dafür kann kann man auf eigens eingerichtenen Seiten des MIMA (Middlesbrough Institute of Modern Art), wo das Projekt im Herbst 2006 realisiert wurde, nach wie vor die Regeln nachlesen, die fürs (Mit-)Machen ausgegeben wurden. Nun, wie die Fotodokumentation belegt, sind der Einladung so einige Menschen gefolgt und scheinen dabei auch einigen Spass gehabt zu haben. Und genau darum geht es Bob & Roberta Smith bei seinen Projekten - in seinen eigenen Worten (zit. n. der zugehörigen Presseinfo und in eine kleine Geschichte verpackt):

A young man came to see me he said Bob Smith I want to make art. I said who are your favourite artists? He said James Brown and Luther Van Dross. I said they are indeed fine artists! But you must not walk in the aesthetic shadow of another. You must create your own Reality!

mdevb_g3.gifErst mal geht er da natürlich selbst mit gutem Beispiel voran - aber meist eben doch so, dass er zugleich auch andere zu eigenem Tun animiert. Der eine oder die andere erinnert sich vielleicht noch an die Druckwerkstatt, die er vor ein paar Jahren im entsprechenden Stock des Warteck pp zur Basler Liste einrichtete. Oder seinen Beitrag zur Ausstellung PEACE im migrosmuseum 1999, "Installation for Uetliberg".
Ansonsten sei, weniger zur Auffrischung des Gedächtnisses als zur Vertiefung, beiseit noch die Lektüre eines schönen Interviews mit Bob & Roberta Smith empfohlen, das Vivienne Gaskin 1997 für das e-zine everything geführt hat.

Damit aber eilends zurück zum eigentlichen Gegenstand dieses Eintrag - nämlich dem Webradio-Tipp für Dienstagabende - wie beispielsweise dem heutigen.

mdevb_g4.gifDiesmal ist bei Bob & Roberta Smith unter anderem Hayley Newman zu Gast. Der mit seinen eigenen Projekten wie etwa einem "Karaoke Record Cutting" in der Barbican Gallery 2005 nun wirklich bestens in eine Sendung passt, die "Make Your Own Damn Music" heisst. Aber auch noch viele viele andere schöne, sehens-, hörens- und erlebenswerte Dinge treibt.

Weshalb das brave Medium jetzt auch stande pede die Finger von den Tasten nehmen, jegliche Motti Motti sein lassen und sich einfach (faul-dabei-froh) dem schnöden Hören widmen wird...

[Bildchen: Leider nicht von Bob & Roberta Smith. Da musste das Medium eben doch wieder selber ran. Aber diesmal sozusagen nur bis zur Anleitung - nein, nicht (nur) aus Faulheit. Sondern weil es gleich umso besser zum Thema des Eintrags passt...]

Von miss.gunst am 27.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.02.07

wie weiter (medienkultur, fragezeichen)

ffmk_ksw.gifHoppla. Im Nachhinein leicht zerknirscht festgestellt, dass das etwas missverständlich wirken kann: Erst den Eintrag zum Bildgedicht mit einem Bildchen verzieren, auf dem "no idea" zu lesen steht. Und dann ein paar Tage auf Exkursion gehen. Nunja - da ist die Versuchung doch gerade gross, gleich noch eins draufzusetzen...

Ist aber natürlich beides nicht aufs Log.Buch zu beziehen: Weder das Bildchen vom Bildgenerator, noch die Überschrift dieses Eintrags.
Ersteres allenfalls dahingehend, dass angesichts der Überfülle, die nach mehreren längeren Ausflügen im Exkursionskulurbeutel herrscht, die Auswahl wirklich schwerfällt.
ffmk_g1.gifUnd letztere, also die Überschrift? Dazu kommen wir dann gleich. Beim Wort genommen werden dürfen Bildchen wie Überschrift nämlich durchaus.

Denn, von wegen "no idea": Gerade vor einem derart wenig Wahl und Raum für eigenen Input lassenden Maschinchen wie dem vorgestellten "Visual Poems"-Maschinchen ist es - mindestens nach Meinung eines Mediums von mässigem Verstand - allemal besser, dezidiert keine ausschweifenden poetischen Ideen zu haben. Zumal man in diesem Fall ja quasi ins Poesialbun einer Firma schreibt (jedenfalls, wenn man das enstandene Bildchen anleitungsgemäss lässt, wo es ist und lediglich brav verlinkt).

Den Grund zum Grübeln wiederum liefert just eines der Exkursionsziele der letzten Wochen, zu dem es an dieser Stelle eigentlich schon mehr Berichterstattung hätte geben sollen: Die transmediale07 nämlich.
Nun ist es zwar so, dass es tatsächlich noch das eine oder andere Juwelchen aus dem Kulturbeutel auszupacken gibt. Daneben aber gab es auch Gelegenheit, gemeinsam mit einem Kollegen noch ein bisschen weiterzugrübeln - und daraus entstand die Idee zu einem Ruf, der für heute erstmal weitergegeben werden soll:

Die transmediale, 2007 unter dem Motto "Unfinish!" angetreten, liegt hinter uns. Vorhang zu und alle Fragen offen? Das Festival ist - aus unterschiedlichen Gründen - sehr kontrovers diskutiert worden; sein Leiter Andreas Broeckmann hat die Staffel an Stephen Kovats uebergeben. Die nächste transmediale ist also bereits in Sicht.

ffmk_g2.gifFür die Berliner Gazette fragt Krystian Woznicki, Gründer und
Chefredakteur derselben, gemeinsam mit der Kunst- und Medienwissenschaftlerin Verena Kuni: Blick zurück nach vorn - wie soll es weitergehen?

Welche Aspekte der Medienkultur sollte ein Festival wie die transmediale - jenseits von jahresaktuellen Schwerpunkten - in den Fokus rücken?
"media art [un]done": Hat sich die Sache mit der "Medienkunst" mittlerweile erledigt?

Antworten und Statements von bis zu 2.000 Zeichen Umfang werden im
Logbuch der Berliner Gazette veröffentlicht.

Kontakt:
Verena Kuni
mailto:verena@kuni.org
Krystian Woznicki
mailto:kw@berlinergazette.de

Wir freuen uns auf Ihre Stellungnahmen!

Also dann, in diesem Sinne.
Und: Bitte nicht einfach faul behaupten: "no idea"...
;)

Von miss.gunst am 26.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.02.07

bildgedichtgenerator

nid_ksw.gifBevor's am Ende noch verschütt geht, zwischendurch mal wieder eine Zeichenmaschinchen-Variation für den Zettelkasten.
Genauer gesagt, eine Artverwandter im weitesten Sinne, nämlich ein Bildgedichtgenerator.

Und zwar einer der jüngeren Generation.*
Vor nicht allzu langer Zeit in der netten Nachbarschaft bei Paperholic vorgestellt - als Anregung für einen Valentinstagsgruss.
Den Gris-Gris wiederum im Generatorblog aufgespürt hatte.

ImageChef.com - Create custom imagesDas Original - mit dem schlichten Kreationsappell "Make Visual Poetry!" betitelt - wurde von der Firma ImageChef entwickelt. Deren Claim übrigens ebenfalls ziemlich appellativ, um nicht zu sagen autoritär lautet: "Express Yourself. Instantly".

Na dann. Haben wir dementsprechend, wo es uns der Visual Poetry Generator schon so einfach macht, doch gleich einmal versucht.
Geht natürlich nicht nur zum Valentinstag - statt durch die Blume mit Generatoren zu sprechen zeichnen...

*Ja: Es gibt durchaus eine Reihe höchst ehrbarer Ahnen. Aber die nur namentlich mal eben auf die Schnelle aufzuzählen, wäre fast zu schade. Liebend gern hätte das Medium statt dessen einen Anker zu einem in dieser Sache höchst kompetenten Kollegen ausgeworfen. Aber da Florian Cramer die wunderbare Seiten, auf denen er vor langen Jahren mal eine sehr anschauliche Historie des automatisierten Bildgedichts vom Barock bis zu den seinerzeit - etwa Mitte/Ende der 1990er - aktuellen Programmen ins Netz gestellt hatte, derzeit entweder ganz von letzterem genommen oder an einen anderen Ort verschoben hat, muss ein entsprechender Rück- und Überblick wohl wirklich besser ein andermal nachgereicht werden...

Von miss.gunst am 22.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.02.07

ruf vom no budget video+filmfestival

nbvff_ksw.gifZwischendurch mal wieder ein Aufruf, der weitergegeben werden will.
Diesmal kommt er von einer Initiative, deren Name schon schwer nach Hausgemachtem klingt bzw. suggerieren kann, dass hier vor allem entsprechendes gefragt ist.
Kann, wohlgemerkt (und ergo auch nicht: Cannes).

Jedenfalls handelt es sich seitens des Senders um das "no budget film+videofestival".
Was zwar erstmal heisst, dass das Festival selbst weitestgehend ohne Budget auskommen möchte. Aber logischerweise dann auch darauf schliessen lassen muss, dass unter den annoncierten Bedingungen eher weniger kostenintensive Produktionen zur Vorführung eingereicht werden.

So lautet denn auch die Kurzform der Selbstdarstellung auf der Heimseite:

nbvff_g1.gif

Unter dem Motto GELD SPIELT KEINE ROLLE wollen wir als filmsharing community eine Plattform für Produktionen bieten, die mit knappen finanziellen Mitteln bemerkenswerte Ideen aussagekräftig realisiert haben.

(Etwas ausführlicher und Bildchen der Initiatoren inklusive gibt es das Ganze nochmal unter "about").

Nun rufen Aufrufe wie dieser häufig den prinzipiell sicher nicht ganz unberechtigten Unmut hervor, dass derlei der Selbstausbeutung der einreichenden Vilmschaffenden zuarbeite - während das Festival selbst von dieser gehörig profitiere.

Allerdings lohnt in solchen Fällen schon das Genauere hinschauen. Und da sieht es in diesem doch so aus, als sei die Selbstausbeutung recht gerecht auf den Schultern aller verteilt - also auch der Organisatoren. Und wer jemals auch nur einen einzigen Abend mit (sagen wir mal willkürlich:) auch nur fünf Kurzvilmen organisiert hat, weiss: Da gibt es so Einiges zu tun.

Ergo geht es hier eher um die generelle Entscheidung: Mag man beim gmeinsamen Arbeiten ohne Budget mittun, aus reinem Spass an der Freude. Oder nicht.
Und weil diese Entscheidung zu jenen gehört, die jede/r getrost für sich selbst treffen kann, wird nun auch guten Gewissens besagter Aufruf weitergegeben:

WIR wollen DEINE Filme!

WIR = ein Festival in (fast) neu und anders für unabhaengige
Filmemacher von ueberall.
Das Motto GELD SPIELT KEINE ROLLE ist die Kurzfassung unserer Idee von guten Filmen, es zaehlen Kreativitaet und Eigenheit!
DU = Filmemacher narrativer und fiktionaler Filme, unabhaengig in Geist & Ausdruck, der seine Ideen mit einem begeisterungsfaehigen Publikum teilen will.

Schnell sein und Film einschicken! Das Einreichformular und weitere
Infos gibt's auf der Homepage.

Deadline 1. Mai 2007

www.filmsharing.eu/

Würde das Medium Vilmchen basteln, wäre es sich für eine Einreichung wahrscheinlich nicht zu schade.

Von miss.gunst am 21.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.02.07

kunstfreiheit (in) ch ff.

ccc_ksw.gifKaum treibt man sich mal ein paar Tage auf anderen Baustellen herum, geht es in CH so richtig rund.
In der Kunst sicher sowieso (weil immer und überall).
Aber ganz besonders in Sachen Kunstfreiheit.

Dieser Eindruck vermittelte sich jedenfalls schon bei den ersten Schritten eines kleinen Rundspaziergangs durch die heimatlichen Bloggefilde.

ccc_g1.gifDank eines Eintrags von Kollege Sternenjäger in der netten Nachbarschaft des digital brainstorming blogs zunächst einmal auf die aktuellen Aktivitäten des Schweizer Zweigs der IPFI bzw. SUISA aufmerksam geworden, über welche wiederum der Blog der Initiative Digitale Allmend ausführlicher informiert.

Ebendort dann gleich noch den Hinweis auf die erfreuliche Tatsache gefunden, dass der in jeglicher Hinsicht empfehlens- und lesenswerte Sammelband "Wissen und Eigentum" - herausgegeben von Jeanette Hoffmann (und vorab als ebenfalls bis auf eine Schutzgebühr nachgerade geschenkte Papierpublikation bei der Bundeszentrale für Politische Bildung Bonn publiziert) - nun beim Mitwirkenden Christian Katzenbach im pdf-Format zun freien Herunterladen verfügbar ist.

ccc_g3.gifWer noch nicht hat, sollte spätestens nun diese Gelegenheit zur Horizonterweiterung schleunigst nutzen.
Und, eine einschlägige Interessenlage vorausgesetzt, vielleicht am Besten gleich mal mit Felix Stalders Beitrag zum Thema "Neue Formen der Öffentlichkeit und kulturellen Innovation zwischen Copyleft, Creative Commons und Public Domain" beginnen.

ccc_g5.gifVon hier aus dann gleich zum von Stalder nach wie vor engagiert betreuten kunstfreiheit.ch-Blog weiter gewandert. Dort ist der derzeit aktuellste Eintrag einem besonders spannenden, weil besonders kniffligen Thema gewidmet: Dem Zitatrecht, das nicht nur im Text-, Bild- bzw. Bewegtbild und Musikbereich jeweils sehr unterschiedlich funktioniert. Sondern auch von vielen Menschen eher instinktiv (und damit oft irrig) verstanden bzw. ausgelegt wird.

Weil darob angestrengtes Grübeln mehr oder weniger garantiert ist: Getrost an Ort und Stelle noch ein bisschen weiter stöbern. Da stösst man dann nämlich auf eine aktuelle Plakatkampagne, deren Gegenstand auf seine Weise bestens zum Thema Clash der Kulturen im Umgang mit digitaler Rechtsverwaltung passt... und die auf ihre Weise nicht nur den Horizont erweitert, sondern - wohl eher unfreiwillig - auch erheitert.

Von miss.gunst am 20.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.02.07

tape care

tc_ksw.gifZur Abwechslung mal wieder einen Blick in die nette Nachbarschaft - allerdings ohne dabei von dem Thema abzukommen, das in den letzten Einträgen ziemlich gut bedacht wurde: Tapes, zu deutsch Kassetten.

Dass es noch mehr Menschen gibt, die sich wie Harold Schellinx mit seinem Found Tapes Exhibition Projekt (s. den Eintrag vom 11.02.07) oder Zoë Irvine mit ihrer Magnetic Migration Music (s. den Eintrag vom 03.01.07) um das Schicksal mit Musik, Klängen und Geräuschen bespielter Magnetbänder sorgen, dürfte ohnehin klar sein.
Und das manche daraus mehr machen, haben darüber hinaus auch gerade erst die beiden Austellungsprojekte rund um das in diesem Log.Buch gut umschwärmte zweite "Kleine Field Recordings Festival" in Erinnerung gerufen.

tc_g.gifDessen Initiator, Rinus van Alebeek, gehört natürlich auch dazu und hat - speziell, aber nicht ausschliesslich für Berlin basierte SympathisantInnen - diesen Winter (bzw. "Winter") nun auch noch ein eigenes Blog angelegt, das diese Leidesnchaft und ihre meist doch sehr kreativen Konsequenzen dokumentieren will.

Es hört auf den treffenden Namen Tape Care. Und sei hiermit vom braven Medium, das sich - wenngleich wie auch immer häufig, so doch nur gelegentlich in Berlin unterwegs - doch definitiv zur Zielgruppe zählt auch seinen etwaig entsprechend geneigten LeserInnen ans Herz gelegt...

Von miss.gunst am 16.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.02.07

dorkbot swiss @ zürich (plus: micromusic)

dbs0702_ksw.gifWar ja wirklich an der Zeit: Am heutigen Donnerstag (15.02.07) startet dorkbot swiss in seine diesjährigen Aktivitäten.
Wie gewohnt werden Menschen, die mehr oder weniger seltsame - auf jeden Fall aber kreative - Dinge mit Elektrizität anstellen, aus dem Näh- bzw. Elektronikbastelkästchen plaudern...

Und wie schon so oft ist der Zürcher Walcheturm Gastgeber für ein rundum lecker bestücktes Programm:

So werden Roman Bleichenbacher, Michael Gross und Manuel Bleichenbacher ihr Projekt codecheck.ch vorstellen: Eine unabhängige Internetplattform für Produktinformationen, die es VerbraucherInnen ermöglicht, herauszufinden, was genau sich hinter dem Strichcode auf den Verpackungen von Waren verbirgt. Denn während es hier bestimmte Standards gibt, findet mitnichten alles potentiell Wissenswerte Eingang in die meist eher werblich orientierten Texte auf Dosen, Schachteln und Flaschen.

dbs0702_g.gif[Beiseit: Gerade eben mal die Datenbank getestet, ob es schon einen Eintrag zu Code Nr. 9783856162382 gibt. Hat es nicht, ist aber auch kein Wunder - schliesslich handelt es sich um ein Buch, bei dem man vergleichsweise unschwer feststellen kann, ob das was drauf steht auch drin ist. Aber man könnte dafür sehr wohl selbst einen Eintrag anlegen und nebenbei vielleicht sogar herausfinden, ob z.B. bei der Produktion irgendwelche unangenehmen Zusatzstoffe verwendet wurden. Nein, natürlich kein Textgenerator oder Plagiiertes. Aber möglicherweise doch fiese Papierchemie?]

Weiters an diesem Abend mit dabei ist Christoph Weber, der den geneigten Anwesenden seine wardriving bots näher bringen will. Dabei handelt es sich - anders als Name (und Seitendesign) auf den ersten Blick vermuten lassen könnten - nicht um digitales Kriegsspielzeug. Sondern um kleine Programme, die in der Lage sind, drahtlose Netzwerke aufzuspüren und selbständig Botschaften über diese zu versenden.
Auf einem Träger installiert, können sie - beispielsweise in einem Postpaket - auf die Reise geschickt werden und sich dann als mobiles Tracking-System nützlich machen. Das klingt ziemlich spannend, weil praktisch. Unter dem Strich allerdings auch nicht besonders legal. Aber wer weiss, vielleicht klopfen die kleinen Bots ja jeweils höflich an und fragen, ob sie den erspähten Netzzugang mal eben nutzen dürfen?

Als besonderer Gast ist schliesslich noch John Klima aus New York mit von der Partie. Besonders FreundInnen webbasierter Kunst alles andere als ein Unbekannter - siehe zum Beispiel den Context Breeder, den er 2002 als alternatives Interface für die Netzkulturplattform rhizome entwickelt hat oder das Great Game, das er 2001 für das xcult-Projekt "Shrink to Fit" entwickelte.
Im Walcheturm wird er heute Abend nicht nur einen Überblick über seine Arbeiten der vergangenen Jahre geben, sondern auch eine Vorschau auf sein aktuelles Projekt, "synthetic kiss".

Das alles (und wahrscheinlich noch viel mehr) also heute, 15.02.07, ab 20:00 Uhr im Zürcher Walcheturm. Seid dabei!

dub_k.gifP.S. Und danach? Geht's in den Helsinki Klub zur zweiten Zürcher micromusic night. Versprochen wird: "chipragga_hopper dubmood accompanied by his MC_amigo BOLTES will rock the stage. wanga and carl will be drinking beer and DJing laterz on..."
Mal reinhören? Geht z.B. hier (mp3); weitere feine Titel auf seiner Seite.
Offizieller Einlass zwar ebenfalls schon ab 20:00 Uhr und Konzert laut Plan ab 22:00 Uhr - aber da dürfte man, vom allfälligen Andrang mal abgesehen, nach dem dorkbot-Abend noch lässig herüberschlendern können, ohne etwas zu verpassen.
[Bildchen links: brainbits, dubbed]

Von miss.gunst am 15.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.02.07

wind, wetter, schnee und feldman (WRT)

sno_ksw.gifWie neulich schon mal festgestellt, ist der Mittwoch - natürlich unabhängig von Wind, Wetter und Schnee - eigentlich immer ein guter Radiotag. In Berlin kann man zu den Radio Tesla-Abenden ins Tesla gehen - die leider allerdings so ganz und garnicht radiogemäss nur als lokale Aufführung zu haben sind.
Für nicht Ortsansässige kann jedoch wieder einmal die bereits bewährte Alternative eines Webradio-Tipps ausgegeben werden.

Der geht ergo erneut an das WDR3 Studio Elektronische Musik.
Dort verpricht uns Martina Seeber heute (wie stets: ab 23:05 Uhr MEZ) durch "Wind, Wetter und Schnee" zu führen.

Während das Medium selber solche Witterungen in seinen GUNSTradio-Sendungen eigentlich lieber kontrapunktisch im Hochsommer positioniert (s. die Einträge vom 15.07.05 und vom 19.08.05 - letzterer auch mit einigen weiterführenden Ankern zum Thema), scheint ihm das angesichts des heuer eher mässig winterlichen Winters gar keine schlechte Idee zu sein: Wenn schon nicht draussen vor der Tür, dann doch drinnen im Ohr einen zünftigen Schneesturm zu erzeugen.

sno_g0.gifHierfür holt sich Seeber die denkbar beste akustische Unterstützung ins Studio bzw. wird sie dann wohl auch direkt an uns weitergeben - nämlich mit Morton Feldmans "Three Voices" für Frauenstimme und Tonband (1982).

Auf der bzw. genau genommen: den sowieso sehr besuchenswerten Morton Feldman Page(s) von Chris Villar kann man dazu unter den Texten übrigens einen kurzen Beitrag von Joan La Barbara nachlesen - die damals die besagte "Frauenstimme" verkörperte:

"In the faster version, one is suddenly propelled into the storm from the infinite stillness of intricate chords, and I felt O’Hara’s image of the bear in the snowstorm, trapped in the ball of whirling snow that never fell: 'Nothing ever fell.' In the slower, ninety minute version, one experiences individual moments in a more precious, luxurious soundscape and perhaps one is drawn to the starkness of the abstract expressionists’ fascination with "nothing" in a more nihilistic sense."

Nun, mit Blick auf die den Stromlinien vom WDR zugedachte Sendezeit werden wir wohl die "faster version" zu hören bekommen.
Passen würde sie jedenfalls, auch zum aktuellen Wetter (mit etwas Wind und weitgehend ohne Schnee). "Nothing ever fell."
Wunderbar.

[Bildchen: Zwar braucht es in Zeiten digitaler Bildbearbeitung keine Kälte, um Schnee zu erzeugen. Auf der Vorlage stieben aber tatsächlich die Flocken. Letztere wurde von Vikram Bajaj der Wikipedia zur Verfügung gestellt, und zwar unter GNU Public Licence, der daher auch die hier publizierten Mutationen unterstehen.]

Von miss.gunst am 14.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.02.07

blechdom in basel

kbbsf_ksw.gifNein, hier wird kein neues ehrgeiziges Bauvorhaben von Gehry o.ä. angekündigt, das den Basler Sakralbauten Konkurrenz machen soll.
Vielmehr macht ein konkurrenzlos grossartiges Musik-Performance-Projekt vor Ort Station.
Dem folglich die wärmste Enpfehlung zur Gestaltung des heutigen Abends gewidmet werden muss...

Sensationeller Weise wird nämlich die wunderbare Kevin Blechdom Basel mit einem Besuch beehren.

kbbsf_g.gifMitgebracht hat sie nicht nur den seinerseits ziemlich legendären Eugene Chadbourne, mit dem zusammen sie als The Chaddom Blechbourne Experience die Bühne bzw. die Banjo-Saiten sowie automatisch wahrscheinlich auch sämtliche Organe aller Anwesenden zum Schwingen bringen dürfte.

Obendrein soll es - wenn die Ankündigung richtig zu verstehen ist - sogar noch zusammen mit der Künstlerin Lucile Desamory zum Duo Total Respect vereint eine Musical-Live-Performance von "Countdown to nothing" geben, das der eine oder die andere vielleicht in der Vilm-Fassung von 2004 kennt. Nunja, ok: Auf dem Flyer ist dann doch nur von Vilm die Rede. Aber was heisst in diesem Fall schon "nur"? Das Medium kann versichern: Es handelt sich allweil um ein besonderes Bonbon.

Schlangestehen dafür wo? Vor dem Stadtkino Basel, das in diesem Fall freudschaftlich als Gastgeber zur Verfügung steht, während die Einladung von der benachbarten Kunsthalle BS ausgegangen ist. Und man ist sicher gut beraten, sich zeitig vor Beginn (Einlass ab 22:00 Uhr) am Ort des Geschehens einzufinden.

P.S. Und sollte es Leute geben, die zur Steigerung der Vorfreude nicht auf ihre hauseigene Musikbibliothek zurückgreifen können sollten: Alternativ leistet da vielleicht ein Besuch auf Blechdoms myspace-Seiten erste Hilfe. Bis der Tonträgerbestand dann entsprechend aufgestockt wird.

[Bildchen: Der Einladungsflyer der Kunsthalle, den es auf der Ankündigungsseite auch schön gross als pdf zum Ausdrucken gibt.]

Von miss.gunst am 13.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.02.07

kfrf ff. (WRT)

kff_kksw.gifZugegeben, Menschen die nicht so viel mit Musikprojekten dieses Genres anfangen können, werden es wohl langsam müde werden. Und erklärte FreundInnen von Field Recordings wahrscheinlich sowieso ein Kreuzchen im Kalender stehen haben.
Für alle anderen aber, mindestens zur Erinnerung, noch einmal eine klitzekleine Notiz in der kleinen Serie zum zweiten "Kleinen Field Recordings Festival".

Das ist zwar bereits gestern offiziell zu Ende gegangen.
Aber gerade diejenigen, die es nicht live vor Ort verfolgen konnten, seien doch noch mal auf den Webradio-Tipp des Tages verwiesen:

Heute (12.02.07) Abend ab 20:00 Uhr soll nämlich via radioINCORRECT der Webradio-Stream des gestrigen Konzerts zum "Tag der Berliner Klanglandschaften" ausgestrahlt werden, bei dem ja unter anderem auch Harold Schellinx mit seinem gestern ausführlicher vorgestellten Found Tapes-Projekt mit von der Partie war.

Ausserdem sind inzwischen auf den Blogs einiger Beteiligter sowie einiger Gäste kleine Berichte nachzulesen.

kff_ksw.gifAllem voran natürlich in Rinus van Alebeeks "Kleinen Field Recordings Festival"-Blog (besonders schön der aktuelle Beitrag zum "Tag der archivierten Klänge", vulgus vs. bombast) und im radioINCORRECT-Blog (hier zum Beispiel ausführlicher über den ersten und den zweiten "Tag der Imaginären Heimkehr").

Und während Momus - der ja ebenfalls als Akteur mit dabei war - in seinem "Click Opera"-Journal das Festival dagegen hie und da mehr am Rand erwähnt, gibt es in einem erstmal mehreren anderen Berliner Konzerten gewidmeten Eintrag von bzw. bei Antoine Chessex am Ende noch eine Review des Auftritts von Gilles Aubry.

Ansonsten bekommt, wer weder heute noch in den letzten Tagen Zeit hatte, den Webradiostream anzuwerfen, den Hinweisen bei radioINCORRECT zu Folge noch die eine oder andere Chance, nachträglich wenigstens einen kleinen akustischen Eindruck vom "Kleinen Field Recordings Festival" mitzunehmen; unter anderem beispielsweise am kommenden Mittwoch (14.02.) um 13:00 Uhr (CET+1!) bei resonance.fm.

[Bildchen: Mehr assoziativ kfrf-bezogen; imaginäres Field Recording vom Medium.]

Von miss.gunst am 12.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.02.07

Found Tapes (mit WRT)

fte_ksw.gifWie vorab vorfreudig angekündigt, bietet sich als direkter Anschluss an den "Tag der archivierten Klänge" die Vorstellung eines Projektes an, das schon längst im Zettelkasten verankert werden sollte:
Die Found Tapes Exhibition von Harold Schellinx.

Seit 2002 wandert der aus den Niederlanden stammende Musiker und Soundforscher auf den Spuren jener Tonträger, von denen sich in Zeiten digitaler Speichermedien und Wiedergabetechnologien immer mehr Menschen verabschieden.

fte_g2.gifZwar ist es - wie ja auch der in diesem Log.Buch verfolgte Strang zu Tapes und Kassettengeschichten weidlich belegt - durchaus so, dass nicht Wenige den Trennungsschmerz deutlich spüren.

Schliesslich kann sich ein digitales Mixtape-Surrogat in Sachen Charisma nur bedingt mit seinem materialen Vorbild messen: Gerade weil man es einerseits einfach ins Netz stellen, vielleicht sogar unendlich multiplizieren - dafür aber nicht anfassen kann, es keine handgekritzelte Trackliste und kein liebevoll selbst geklebtes und bemaltes Cover hat.

fte_gg.gifUnd selbst wenn kaum jemand dem jähen Schrecken nachtrauern wird, den ein Bandsalat etwa ausgerechnet eines historischen Herzensgrusses in dieser speziellen Form zu verursachen pflegte (nunja, schliesslich können auch digitale Daten leicht mal unwiederbringlich verenden): Ein wenig traurig ist es schon, einem Medium und einer ganzen Apparatekultur beim Sterben zuzusehen, der man dereinst eine formative Bedeutung u.a. auch für die Ausbildung des eigenen Musikgeschmacks beigemessen hat. Von der Bedeutung für die experimentelle Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts mal ganz zu schweigen.

Harold Schellinx jedenfalls gehört zu jenen, die sich nicht damit abgefunden haben, die Ära des Magnetbands einfach sang- und klanglos vergehen zu lassen. Er ist - wortwörtlich - zu einem Handlungsreisenden einer Medienarchäologie der Kassettenkultur geworden.

In den Städten, in die ihn seine Wege führen, stöbert er an Strassenrändern und anderen Orten, an denen sich der so genannte Zivilisationsmüll vorzugsweise anzusammeln pflegt, nach weggeworfenen Tapes. Die verwaisten und oft in denkbar bedauernswertem Zustand ihrem Schicksal überlassenen Tonträger dokumentiert er nicht nur, um sie seiner Sammlung einzuverleiben. Vielmehr versucht er auch, sie einer sorgfältigen Restauration zuzuführen, so dass sie - und sei es auch nur teilweise - wieder spielbar werden.

fte_g3.gifDem entsprechend ist seine Found Tapes Exhibition auch alles andere als eine Sammlung toter Fetische zur stummen Feier eines mediengeschichtlichen Trauerspiels, an der sich das tränende Auge der Hinterbliebenen weiden kann. Wenngleich sich sicher kaum verleugnen lässt, dass in diesem Fall schon die fotografische Leichenschau selektierter Sektionskandiaten einen nicht geringen ästhetischen Reiz vertrömt.
Entscheidend ist für das Projekt aber eben auch ihre anschliessende Wiederbelebung, von der zum einen auf den Ausstellungsseiten bereitgestellete FTE-Playlists im mp3-Format zeugen. Und zum anderen die Konzerte, die Schellinx angelegentlich seiner Forschungsaufenthalte in Sachen Found Tapes gibt.

Nun hat Harold Schellinx also einige Tage lang Berlin durchstreift, während seine Found Tapes Exhibition vorübergehend in der Transitlounge Station gastierte (genauer gesagt: für zwei knappe Tage, vom 07.02. bis 09.02. - was in der Tat ziemlich treffend als Transit bezeichnet werden kann). Neben restaurierten und nicht mehr restaurierbaren Tapes und Fotografien gab es dort auch Hörstationen zum Stöbern in den akustischen Sammlungsbeständen.

Ob die Berliner Spurensuche Schellinx vergleichbar reiche Früchte eingetragen hat wie jene vom Sommer 2005 in Pariser Vortorten?
Und ob es ihm schon gelungen ist, einige der fragmentierten Funde so zu kitten, dass er sie heute Abend beim letzten Konzert des zweiten "Kleinen Field Recordings Festival" zu Gehör bringen kann?

fte_g1.gifLetzteres lässt sich entweder heute (11.02.07) ab 21:30 Uhr vor Ort in er Electronic Church (Greifswalder Str. 223, Berlin-Prenzlberg) überprüfen, wo er zusammen mit Rob Curgenven, Kate Donovan und - so inzwischen gesundet - Marcel Türkowsky die konzertanten Fetsivitäten zum "Tag der Berliner Klanglandschaften" bestreiten wird (Details im Programm auf den Seiten von Udo P. Leis).

Oder - das bleibt jedenfalls für alle Nichtberliner süsse Hoffnung - bei der morgigen Übertragung selbigen Konzerts ab ca. 20:00 Uhr via Webstream über radioINCORRECT (s.a. das P.S.).

Bleibt nur zu wünschen, dass es Schellinx auch zukünftig gelingt, die Sammlungsbestände seiner Found Tapes Exhibition noch ein wenig weiter aufzustocken - denn es ist doch anzunehmen, dass die materialen Spuren des sterbenden Mediums in den kommenden Jahren mählich ausdünnen werden.
Wer wissen will, wie es in der eigenen Stadt darum steht, sollte dem Soundforscher wohl besser früher als später eine entsprechende Einladung verschaffen.

[Bildchen: Stammen samt und sonders aus den Beständen der Found Tapes Exhibition - dafür ein Grand Merci an Harold Schellinx!]

P.S.
Eben in Sachen Webradio-Tipps zum zweiten "Kleinen Field Recordings Festival" noch ein aktueller Hinweis, damit keine Verwechslungen aufkommen:
Wie auch andere Fans festgestellt haben werden, gab es am Samstag keinen Livestream von radioINCORRECT. Deshalb soll heute abend ab 20:00 Uhr das gestrige Konzert ausgestahlt werden - und morgen, also Montag 12.02.07 jenes von heute Abend, bei dem auch Harold Schellinx mitwirken wird.

Von miss.gunst am 11.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.02.07

tag der archivierten klänge (mit WRT)

tdam_ksw.gifWieder mal eine wirklich sinnvolle Alternative zum traditionellen Festtagsgewese. Zumal ein "Tag der archivierten Klänge" möglicherweise sogar noch bessere Chancen hat, auch längerfristig eine grössere Anhängerschaft zu mobilisieren als der "Tag des monophonen Geräusches", zu dessen Begehung vergangenen Dezember aufgerufen wurde (s.d. Eintrag vom 10.12.06).

Erstmal allerdings handelt es sich nur ganz bescheiden um einen entsprechend benamsten Themenabend im Rahmen des (zweiten) "Kleinen Field Recordings Festival", für welches an dieser Stelle ja bereits weidlich geworben wurde.
Und das - da der in Aussicht gestellte Livestream durch radioINCORRECT ja mindestens am Mittwoch tatsächlich funktionierte - vielleicht auch ausserhalb Berlins den einen oder anderen Fan gefunden hat.

Mindestens am Donnerstag ging, da die Konzerte an anderem Ort stattfanden, in Sachen field recordings-Strömen leider nichts - umso mehr heisst es heute auf Verflüssigung der Übertragungswege hoffen. Und zwar den dezenten Hinweisen von Rinus van Alebeek folgend bereits mittags ab 14:00 Uhr (mit Momus, Kate Donovan und Marco Lampis im bzw. aus dem netten le petit mignon).

Wobei dann der heutige Abend natürlich idealerweise vor Ort wahrgenommen werden sollte. Denn die Öffnung der Klangarchive findet im takt kunstprojektraum statt.

tdam_g.gifDas passt insofern gut bzw. wurde mit Vorbedacht so eingerichtet, da hier parallel ein work-in-progress namens "Found Tapes Found Sounds Found Recorders" läuft. Was wiederum nicht nur prima an den Gegenstand des gestrigen Eintrags andockt, der ja ebenfalls einer Medienarchäologie gewidmet war. Sondern natürlich auch wunderbar zum Thema Tapes passt, dem dieses Log bekanntlich ebenfalls zugeneigt ist.

Sicher muss man nicht immer suchen, um zu finden - im Fall flüchtiger Dinge wie Klänge und Richtung Hades segelnder Apparategenerationen bzw. der für sie produzierten Tonträger dürften freilich eine gewisse Findigkeit und gezielte Suchbewegungen durchaus förderlich sein. Nun, welcher Methode man sich auch immer befleissigt: Der taktraum lädt dazu ein, sie in besagter Ausstellung zu präsentieren.

Eine gute Gelegenheit, den Stand der Dinge zu überprüfen, gibt es eben nun heute Abend zum gegebenen Anlass. Sicher werden die Klänge, die Wolfram DER Spyra, Udo P. Leis, Nicolas Weiser (auch als Mitglied des Laptoporchesters bekannt), Rob Curgenven und Lasse Marc Riek (von Gruenrekorder) aus ihren Archiven lupfen (mal gemutmasst: dabei ganz ähnlich ganze Welten ausfaltend wie weiland Benjamin, als er seine Bibliothek auspackte) ein weiterer Ansporn sein, beim Finden von Tapes, Sounds und Recorders noch einen Endspurt einzulegen. Und diese dann hoffentlich auch brav in den takt kunstprojektraum zu tragen.

Letzterer wird übrigens ab Ende kommender Woche (schon mal vormerken: 17.02.07) eine Ausstellung mit dem vielversprechenden Titel "Acoustic Flux" zeigen, in der auch einer der Festivalteilnehmer vertreten ist - nämlich Harold Schellinx. Seines Zeichens ebenfalls nicht nur Klangforscher, sondern auch Medienarchäologe. Aber dazu dann morgen noch mehr...

[Bildchen: Haben offensichtlich nicht so direkt mit dem Tag der archivierten Klänge zu zun. Obwohl es sich tatsächlich um Found Tapes handelt. In diesem Fall vom Medium im Wikipedia-Eintrag zu - genau: Tape erkrabbelt; für die wunderschöne Vorlage und v.a. deren Bereitstellung unter CC-Attribute-ShareAlike-Lizenz, der hiermit auch die Mutation unterstellt wird, sei André Karwath aka Aka gedankt.]

Von miss.gunst am 10.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.02.07

webarchäologie

iae_ksw.gifEin re-blogging der eigenen Einträge in der netten Nachbarschaft wird sonst ja eigentlich so weit als möglich vermieden. In diesem speziellen Fall muss es aber mal sein. Schliesslich geht es um einen aktuellen Termin, an dem im Bezug auf ein Medium, das man sonst eher mit surfbaren Oberflächen assoziiert, tiefschürfende Fragen aufgeworfen werden sollen.

Kann sich etwas, das erst einmal immateriell scheint, in Schichten schichten? Lässt sich dann in solchen Sedimenten wühlen? Und findet man auf diesem Wege etwas, das Auskunft übervergangene Zeiten und Kulturen gibt?

Ja, das ist möglich. Sagt jedenfalls einer, der es wissen muss. Alf Hofstetter bezeichnet sich nämlich als Internet- bzw. Webarchäologe. Und verspricht an einem Vortragsabend, der im Rahmen der aktuellen Ausstellung von Christian Philipp Müller im Basler [plug.in] stattfindet, eine sachkundige Einführung in sein Fachgebiet zu geben.

iea_g.gifLetztere, also die Ausstellung, heisst "passé immédiat" und ist eine Extension der seit dem 19. Januar laufenden Schau im Museum für Gegenwartskunst namens "Basics", welche ebenfalls einem mediengeschichtlichen Thema gewidmet ist. Dort allerdings der guten alten Gutenberg-Galaxie, insofern es um die Papierherstellung geht, die bekanntlich das St. Alban-Rheintal in früheren Zeiten prägte.

Im [plug.in] hingegen stapelt sich derzeit der Apparate-Schrott aus der jüngsten Vergangenheit des Computerzeitalters zu eindrucksvollen Höhen bzw. Schichten. Erstmal natürlich sehr material und ergo auf den ersten Blick klassische archäologischen Methoden nahelegend.

Nun ahnen mittlerweile wohl auch sonst eher Technikabstinente, dass es bei PCs, Laptops, Druckern nicht allein mit einer Untersuchung der Gerätschaft getan ist, wenn man ihren ehemaligen Funktionen auf die Spur kommen will. Betriebssysteme, Treiber gehören schliesslich gleichfalls dazu. Und ganz ähnlich verhält es sich eben auch mit dem WWW und den dort lagernden Dokumenten. Die brauchen neben den eigenen Basisdaten nämlich den passenden Browser, die richtigen plugin-Generationen und so weiter, wenn man ihrer ansichtig werden will.

Kurzum: Das Medium jedenfalls, das sich selbst seit einigen Jahren - nachgerade: notgedrungen - mit diesem Fachgebiet befasst, kann an dieser Stelle nicht nur allgemein einen Besuch der aktuellen Ausstellung empfehlen. Sondern gleichfalls wärmstens anraten, auch das zugehörige Rahmenprogramm wahrzunehmen.
Wie beispielsweise eben den Abend mit Alf Hofstetter zur Internet- bzw. Webarchäologie. Am heutigen Donnerstag, den 08.02.2007 um 20:00 Uhr im [plug.in].

[Bildchen: Zeigt das Ergebnis von zartem Schaben an der ersten der Schichten, auf die man bei der Webarchäologie für gewöhnlich stösst...]

Von miss.gunst am 08.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.02.07

field recordings festival (d.k., mit WRT)

kfrf_ksw.gifBevor es mit der eben erst begonnenen tm 07-Berichterstattung weiter geht, zwischendurch aus aktuellem Anlass ein Hinweis.
Der sich immerhin auch auf eine Veranstaltung bezieht, die beim Berlin-Besuch im Radar landete: das kleine field recordings festival.

Gestartet ist es nämlich bereits am vergangenen Wochenende, die Fortsetzung folgt heute sowie in den nächsten Tagen.
Mit einer ganzen Reihe von Konzerten und zudem noch zwei speziellen Ausstellungen zu einem echten HOME MADE-Lieblingsthema (jaja, dazu später noch mehr) wird ein derart dickes Programm geboten, dass von "klein" eigentlich keine Rede sein kann.

kfrf_g1.gifAlso erst einmal ein Überblick, was es wann und wo zu hören und zu sehen gibt.
Den bekommt man entweder, auf Englisch, im Festivalblog, den Rinus van Alebeek angelegt hat (genau: treue LeserInnen kennen ihn bereits vom letzten Gruenrekorder Hörkunstfestival bzw. über den entsprechenden Eintrag vom 21.10.06).

Und dann gibt es nochmals eine deutschprachige Programmübersicht auf den Heimseiten von Udo P. Leis, der ebenfalls am Festival beteiligt ist.

kfrf_g2.gifBeide verkünden unisono, dass heute Abend der "Tag der Imaginären Heimkehr" begangen werden soll. Bereits der zweite des Festivals übrigens, aber mit anderer Besetzung als der erste, bei dem am Sonntag Bernhard Gal, Stephane Leonard, Jeff Gburek (s. Djalma) und Gilles Aubry mit dabei waren. Dazu gibt es bereits einen schönen kleinen Bericht von Rinus van Alebeek, und früher oder später sollen auch Aufnahmen zur Verfügung stehen.

Heute hingegen werden Derek Holzer, Marcel Türkowsky, rauschpartikel (ist nicht nur ein Café, mehr hier), Udo P. Leis und Wolfram DER Spyra heimkommen. Natürlich nur imaginär.

Hingegen macht sich das Medium gerade ganz reale Hoffnungen, dass es mit der (bereits für die ersten Konzerte angekündigten, aber wohl fehlgeschlagenen) Livestream-Übertragung durch radioINKORREKT klappt. Dann wäre das Ganze ja sogar ein veritabler Webradio-Tipp.
Die schnöde Logik hält dem allerdings deprimierender Weise entgegen: Wenn es am Sonntag am Ort des Geschehens schon schwierig wurde, ist wohl eher Warten auf die Doku angesagt.

Aber wie auch immer. So weit jedenfalls erstmal zu den konzertanten Aktualitäten, die - das für die Privilegierten vor Ort in Berlin - im Wendel (Schlesische Strasse 42, Bln-Kreuzberg, U-Bahn Schlesisches Tor) begangen werden, und zwar ab 21:00 Uhr.

Ja, und um die Ausstellungen wird es dann - weil sie einfach eigene Einträge verdienen - in den folgenden Tagen noch ausführlicher gehen.

[PS, beiseit - aber der Reflex zwingt gerade doch dazu, noch einen kleinen Kommentar zu besagtem, auch oben schon verankerten Bericht von RvA über den ersten imaginären Heimkehrabend loszuwerden. Der ja wirklich nett zu lesen ist. Aber: Wer auch immer nach den in der Tat eigentlich leicht einzuholenden Basisinfos fragte - nicht alle Damen sind so ahnungslos, was field recordings betrifft. Hingegen sind sie, das fällt durchaus auf, im Programm des Festivals ziemlich schlecht vertreten. Und ganz sicher ist es wohl eher eine Art Variation auf den Penelope-Mythos zu glauben, dass die most beautiful girls brav daheim auf die field recorder warten. Viel wahrscheinlicher sind sie nämlich längst selbst zu eigenen Exkursionen aufgebrochen...]

Von miss.gunst am 07.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.02.07

sorge und kapitalismus. korn. (tm 07 un/finished, pt. I)

soka_ksw.gifLange über einen guten Start für den tm 07-Bericht nachgedacht. Sehr lange. Dabei geht es doch ganz einfach: Mit Sorge und Kapitalismus von Christoph Korn.

Zu allererst einmal handelt es sich bei dieser Arbeit um eines der Exponate, die in der diesjährigen Ausstellung gezeigt wurden. Nicht unbedingt ein Publikumsmagnet, weil sie weder auffällig blinkte noch durch meterlangehohebunte Grossprojektion die Blicke auf sich zog.
Aber wer sie sich angeschaut hat, dürfte immerhin schon mal registriert haben, dass sie tatsächlich mit dem transmediale-Thema "Unfninish!" assoziieren lässt (oh doch: das *ist* bereits bemerkenswert).

soka_g1.gifUnd zwar sogar in mehrfacher Hinsicht: Denn jede Millisekunde zählt, wird gezählt. Nicht nur nach der unerbittlichen Ökonomie des Kapitalismus, der seinen Fortschritt in Masseinheiten fasst. Sondern eben auch, wenn es um die Sorge um sich und andere geht, die man diesen unterwerfen oder vielleicht doch auch entziehen kann.

Nun, nicht alle Rechnungen gehen auf - vermutlich ebenso wenig wie dieser ansatzweise Versuch einer Interpretation. Wie das Ganze eigentlich und überhaupt gemeint ist, lässt sich im Konzepttext* nachlesen:
[*Achtung, leiderleider: mit Feuerfuchs bekommt man da nur die schnöde, aber dafür irgendwie schön übersetze Botschaft: "XML-Verarbeitungsfehler: nicht wohlgeformt" - um es nachzulesen muss man, wenigstens mit PC, tatsächlich den IE benutzen.]

"Der Begriff der 'Sorge' wird verstanden als Grundfrage des menschlichen DASEINS, wie er in der Cura-Fabel des Hyginus und in späterer Philosophietradition dargestellt ist. In diesem Sinne konfrontiert die Arbeit zwei grundlegende, disparate und tief in die menschliche Wirklichkeit hineinragende Kategorien: Sorge und Kapitalismus. [...] Die Maschine selbst arbeitet permanent, Tag und Nacht. In ihrer Permanenz ist sie Platzhalter eines begriffssprachlichen Gedächtnisses. Sie ist unablässige Behauptung, dass 'Sorge' unter dem Kapitalismus möglich bzw. unmöglich sei."

Ansonsten kann - da es sich um eine webbasierte Arbeit handelt - wunderbarer Weise nach wie vor ein jede/r mal die Probe aufs Exempel machen.

soka_g2.gifIndes die gezählte Zeit im Archiv gesammelt wird. Wo die Stimmen zwar vestummt sein mögen. Indes die Schichten der Zeilen doch weiter bezeugen, dass das Sorgen einen Anfang haben mag - aber bis auf weiteres kein Ende hat.
Unfinish(ed) eben.

[Bildchen: Zeigt die gezählte Zeit des Sorgens, natürlich nur sekundär und stillgestellt. Weshalb ein Besuch bei Sorge und Kapitalismus noch einmal wärmstens empfohlen sei. Definitiv, weil: Zahlen lassen sich zeigen. Nicht aber: Das Glück, die Hand, der Fuss, der Kuss - also das, was eigentlich zählt.]

P.S. Ja genau, das ist eben derselbe Christoph Korn, der hin und wieder mal mit dem treuen LeserInnen bereits bekannten Oliver Augst zusammenarbeitet. Und die ebenfalls schon mit Einträgen bedachte audio art series im Frankfurter Mousonturm mitkuratiert.

Von miss.gunst am 06.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.02.07

fertig (tm 07)

tm07_ksw2.gifOb alles ein Ende haben beziehungsweise zuende gedacht/gemacht werden muss, darüber lässt sich sicher endlos debattieren.
Die transmediale.07 ist jedenfalls gestern definitiv zuende gegangen.
Was immerhin zum Anlass genommen werden kann, das Motto "Unfinish!" aufzugreifen...

... um das vor Ort Gesehene, Gehörte, Gedachte - genauer gesagt: das, was davon etwas nahchaltiger im mentalen Radar hängen geblieben ist noch einmal auf Wiedervorlage zu setzen.

Ab morgen ff. Aber so viel kann man heute schon mal verraten: Die spannenderen Sachen gab es in diesem Jahr tendenziell ausserhalb der Akademie Hanseatenweg.
[Hm? Nein, anders als bei der sonambiente und auch anders als letztes Jahr zur tm meint das nicht: Im Garten oder draussen auf dem Hof...]

Von miss.gunst am 05.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.02.07

entfertigen (tm 07)

tm07_hg_ksw.gifWas das Motto der diesjährigen transmediale meinen soll, kann man natürlich in den offiziellen Verlautbarungen des Festivals nachlesen.
"Unfinish!" - als Appell verstanden, voreilig festgezurrte Fäden wieder aufzudröseln und neu weiter zu spinnen: Das hört sich erst mal ziemlich spannend an.

Von der ergo vorab schon schwer angeregten Phantasie einmal abgesehen, geht es dann aber durchaus auch darum, wie das Ganze umgesetzt wird.

Letzteres etwas genauer unter die Lupe zu nehmen ist aber nur ein guter Grund, sich in diesen Tagen in Berlin herumzutreiben. Denn rundum gibt es selbstredend auch jede Menge zu sehen und zu hören.

tm07_hg4.gifAls da wären allein unter den so genannten Partner-Events, die zusammen mit der Ausstellung, den Video-Screenings, Performances, Salons und der Konferenz um die Aufmerksamkeit der ExkursionstouristInnen buhlen:

Der club transmediale (witzigerweise mit einem Motto, das jenes der tm07 fast konterkariert: "Building Space" - aber so wörtlich wird das in diesem Rahmen ja sowieso nicht ausgelegt), inklusive diesmal u.a. mit Sonderprogramm "liquid space.05" im Ballhaus Naunyn. Eine Ausstellung zu Marshall McLuhan in der Kanadischen Botschaft.
Pflichtprogramm ist es ausserdem sowieso, bei den open studios im Tesla vorbeizuschauen.

tm07_hg2.gifSpezielle Tipps? Möglichst qualfrei wählen und dann mit der Entscheidung einfach allweil glücklich sein. Vor dem unvermeidlichen Sturz ins Clubgetümmel etwa wären es vielleicht: Donnerstag nachmittag ab 16:00 Uhr die Salons zur Frage "Whatever Happened to Tactical Media?".
Am Freitag ein Ausflug zum Berliner Gazette-Abend mit Fran Illich bei Dr. Pong, davor aber noch flugs ins Ballhaus Naunyn zu den "liquid space"-Präsentationen. Was auch schon gleichzeitig ist, also etwas schwierig wird.

tm07_hg1.gifAm Samstag möge man sich dann endgültig multiplizieren. Da gibt es nämlich sowohl vor Ort u.a. einen Salon mit Jan-Peter E.R. Sonntag (s.a. die Einträge zum "domestizierten blitz") als auch ein spannendes Konferenz-Panel ("Media Art Undone" mit Inke Arns, Diederich Diedrichsen, Timothy Druckrey und Olia Lialina). Als auch in der neuen Akademie der Künste am Pariser Platz zunächst ein Feature zu Kempelens Sprechautomaten (vom Medium bekanntlich ebenfalls geschätzt). Und dann eine Präsentation zur Vorstellung der Edition Edison von Nicolaus Bussmann - unter anderem mit Nic Collins, der ja nun schon fast so etwas wie ein ständiger HOME MADE-Weggefährte ist. So von Akademie zu Akademie ist das in dieser Dichte wirklich ganz ganz toll parallelprogrammiert. Von wegen qualfrei wählen.

Aber wie auch immer. Wird wie stets noch ein bisschen dauern, bis Kommentare, Berichte, was-auch-immer Eingang ins Log.Buch finden. Und ansonsten tendenziell Sendepause sein.

[Bildchen: Scheinen nicht zum Thema der transmediale zu passen? Stammen aber von deren Seiten bzw. dem, was dort so flashig herumflutscht. Vielleicht haben da die Webdesigner absichtsvoll dem Motto huldigend einfach nicht zuende gedacht? Darüber grübelt das Medium jedenfalls grad schwer.]

Von miss.gunst am 01.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)