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06.02.07
sorge und kapitalismus. korn. (tm 07 un/finished, pt. I)
Lange über einen guten Start für den tm 07-Bericht nachgedacht. Sehr lange. Dabei geht es doch ganz einfach: Mit Sorge und Kapitalismus von Christoph Korn.
Zu allererst einmal handelt es sich bei dieser Arbeit um eines der Exponate, die in der diesjährigen Ausstellung gezeigt wurden. Nicht unbedingt ein Publikumsmagnet, weil sie weder auffällig blinkte noch durch meterlangehohebunte Grossprojektion die Blicke auf sich zog.
Aber wer sie sich angeschaut hat, dürfte immerhin schon mal registriert haben, dass sie tatsächlich mit dem transmediale-Thema "Unfninish!" assoziieren lässt (oh doch: das *ist* bereits bemerkenswert).
Und zwar sogar in mehrfacher Hinsicht: Denn jede Millisekunde zählt, wird gezählt. Nicht nur nach der unerbittlichen Ökonomie des Kapitalismus, der seinen Fortschritt in Masseinheiten fasst. Sondern eben auch, wenn es um die Sorge um sich und andere geht, die man diesen unterwerfen oder vielleicht doch auch entziehen kann.
Nun, nicht alle Rechnungen gehen auf - vermutlich ebenso wenig wie dieser ansatzweise Versuch einer Interpretation. Wie das Ganze eigentlich und überhaupt gemeint ist, lässt sich im Konzepttext* nachlesen:
[*Achtung, leiderleider: mit Feuerfuchs bekommt man da nur die schnöde, aber dafür irgendwie schön übersetze Botschaft: "XML-Verarbeitungsfehler: nicht wohlgeformt" - um es nachzulesen muss man, wenigstens mit PC, tatsächlich den IE benutzen.]
"Der Begriff der 'Sorge' wird verstanden als Grundfrage des menschlichen DASEINS, wie er in der Cura-Fabel des Hyginus und in späterer Philosophietradition dargestellt ist. In diesem Sinne konfrontiert die Arbeit zwei grundlegende, disparate und tief in die menschliche Wirklichkeit hineinragende Kategorien: Sorge und Kapitalismus. [...] Die Maschine selbst arbeitet permanent, Tag und Nacht. In ihrer Permanenz ist sie Platzhalter eines begriffssprachlichen Gedächtnisses. Sie ist unablässige Behauptung, dass 'Sorge' unter dem Kapitalismus möglich bzw. unmöglich sei."
Ansonsten kann - da es sich um eine webbasierte Arbeit handelt - wunderbarer Weise nach wie vor ein jede/r mal die Probe aufs Exempel machen.
Indes die gezählte Zeit im Archiv gesammelt wird. Wo die Stimmen zwar vestummt sein mögen. Indes die Schichten der Zeilen doch weiter bezeugen, dass das Sorgen einen Anfang haben mag - aber bis auf weiteres kein Ende hat.
Unfinish(ed) eben.
[Bildchen: Zeigt die gezählte Zeit des Sorgens, natürlich nur sekundär und stillgestellt. Weshalb ein Besuch bei Sorge und Kapitalismus noch einmal wärmstens empfohlen sei. Definitiv, weil: Zahlen lassen sich zeigen. Nicht aber: Das Glück, die Hand, der Fuss, der Kuss - also das, was eigentlich zählt.]
P.S. Ja genau, das ist eben derselbe Christoph Korn, der hin und wieder mal mit dem treuen LeserInnen bereits bekannten Oliver Augst zusammenarbeitet. Und die ebenfalls schon mit Einträgen bedachte audio art series im Frankfurter Mousonturm mitkuratiert.
Von miss.gunst am 06.02.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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