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14.03.07

borderline behaviour + overhead bots

ohb_ksw.gifMuss unbedingt noch verankert werden, bevor sie Ende der Woche schon wieder die Tore schliesst: Die Ausstellung "Borderline Behaviour" im TENT* in Rotterdam.
Was natürlich erstmal etwas seltsam tönen kann. Grenzwertiges Verhalten? Werden da vielleicht olle Künstlermythenkamellen aus- bzw. wieder neu verpackt, um sie lecker erscheinen zu lassen?

ohb_g2.gifGlücklicherweise nicht. Geht vielmehr um etwas ganz anderes: Nämlich die Arbeit an Grenzen, die in der künstlerischen Praxis entweder sowieso eine untergeordnete Rolle spielen oder sich eben auch gerade für eine bewusste Bearbeitung anbieten - die zwischen den medialen Gattungen.

Der Begriff "Verhalten" wiederum, der ja doch erst mal an die Sphäre der Bio- bzw. Psychologie denken lässt, kommt in diesem Fall deshalb ins Spiel, weil (mediale) Belebung fokussiert werden soll. Also: Animation. Aber eben nicht einfach kinematisch - wie im Vilm - oder mechanisch - wie im Maschinen- oder Roboterbau. Sondern nach Möglichkeit beides oder irgendwie dazwischen. Schon spannend, oder?

ohb_g3.gifMit von der Partie sind zudem eine Reihe von KünstlerInnen und Projekten, die nicht nur für treue Log.Buch-LeserInnen sozusagen alte Bekannte sein dürften.

Wie zum Beispiel Aram Bartholl, dessen "Random Screen" erst vor kurzem eins der, wenn nicht *das* absolute Highlight der diesjährigen transmediale-Ausstellung war [hatte noch keinen eigenen Eintrag bislang - das muss wirklich mal dringends nachgeholt werden].

Oder The Art of the Overhead - ein Projekt, das nicht von ungefähr bereits vor einigen Monaten schon mal an dieser Stelle heftig umschwärmt wurde (s.d. Eintrag vom 22.11.05).

ohb_g1.gifSpeziell zum Thema Overhead hat es in diesem Fall aber noch eine weitere echte, ganz besondere Leckerei, die ihrerseits aus einem äusserst sympathsichen Projektkontext kommt: Nämlich die Overhead Bots, die das Kollektiv der strudel beigesteuert hat.

Gleich nach - nein, unter Abzug des Heimvorteils ehrlich eingestanden: sogar noch vor den von Uwe Schüler bei HOME MADE kultivierten Sonnensängern bzw. Jammermaschinchen (btw.: Zeit, das eigene mal ein paar Frühlingsstrahlen schnuppern zu lassen**) ganz sicher das Netteste, was die Welt der zauberhaften Belebung durch Licht in letzter Zeit gesehen hat.
Jedenfalls: Hätte das Medium einen Overheadprojektor daheim, würde es liebend gern ein paar Exemplare als Haustierchen halten!

[Bildchen: Zeigen, wie unschwer erkennbar, die wunderbaren Overhead Bots in ganzer Pracht. Dafür ein dickes Merci an Christian Faubel von der der strudel. Übrigens kann man - wie auch auf einem der Bildchen zu sehen - die Overhead Bot-Bauer dazu einladen, ihr Wissen in Form von Workshops weiterzugeben. Das wäre doch mal was feines für HOME MADE, oder?]

* PS: Gerade noch mal nachgeschaut, weil der festen Überzeugung gewesen, schon mal eine Ausstellung in dieser Institution umworben oder wenigstens en passant verankert zu haben. Nichts gefunden. Was vielleicht auch damit zu tun haben könnte, dass das spezielle Seitendesign des TENT zwar ganz originell sein mag. Aber nun wirklich fast alles toppt, was dem Medium je an Verankerungsunfreundlichkeit untergekommen ist. Grusig.

** Sieht man tatsächlich nicht im entsprechenden Eintrag, sondern am besten hier. Das letztes Jahr beim Solothurner Workshop selbst gebaute Jammermaschinchen ist aber nochmal ein bisschen prächtiger, von den tonalen Kapazitäten mal ganz zu schweigen. Himmel. Wird Zeit, dass es auch mal einen Eintrag bekommt.

Von miss.gunst am 14.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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