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31.03.07

imagination rules o.k. (blegvad, feuchtenberger, ffc)

mfu_ksw.gifWird in Sachen Fumetto schon langsam wieder Zeit, die Gräten Zettelchen aufzuklauben. Um wenigstens noch das eine oder andere Festhaltenswerte wenn nicht ordentlich ins entsprechende Kästchen einsortiert, dann doch wenigstens flüchtig auf dem Radar gehabt zu haben.

Jaja, es hat zusammen mit dem morgigen Sonntag noch zwei ganze Festivaltage und heute Abend respektive Nacht nicht nur das voraussichtlich rauschende Abschlussfest, sondern vor- wie nachher noch einiges an Programm.
Davon abgesehen aber drängt es das Medium vor allem, noch flink ein paar Anker zu zwei der besonders geschätzten Beteiligten zu setzen.

Zum einen zu Peter Blegvad, der ähnlich wie der gestern vorgstellte Richard McGuire erstens in der Ausstellung im Kunstmuseum vertreten und ebendort mit einem Vortrag zu Gast ist bzw. war. Sowie zweitens zunächst einmal als Musiker unterwegs, bevor er sich zunehmend, sozusagen hauptamtlich der Zeichenkunst zuwandte.

mfu_g1.gif[Beiseit für diejenigen, denen das bis dato nicht geläufig war: Die Band, mit der er bekannt wurde, trug den aus heutiger Perspektive betrachtet nachgerade zukunftsweisend anmutenden Namen Slapp Happy, und Blegvads KollegInnen waren kein anderer als Anthony Moore, den die meisten heute eher als KHM-Professor kennen dürften sowie Dagmar Krause, deren Stimme auch andere mittlerweile legendäre Avantgarde-Bands wie Henry Cow und Art Bears prägte.]

Wenngleich Blegvad natürlich auch auf dem Papier zu begegnen ist, lassen sich eine ganze Reihe seiner Projekte auch im Netz erkunden. Nicht nur sind hier die grossartigen Bildgeschichten von, über und mit Leviathan (kurz: Levi), die zwischen 1992 und 1999 allsonntäglich den LeserInnen des britischen Independent das Wochenende versüssten (oder möglicherweise auch: schwärzten), komplett archiviert.

Vor allem findet man auf den netter- aber vielleicht doch etwas arg bescheidener Weise den Domainnamen "amateur" tragenden Heimseiten des Künstlers - neben vielen anderen schönen Sachen - auch sein Langzeitprojekt "Imagined, Observed, Remembered".
In diesem legt Blegvad - wie der Titel im Grunde denkbar präzis besagt - jeweils drei Zeichnungen zu Dingen (im weitesten Sinne, denn es sind auch anatomische Begriffe für Körperteile und Pflanzen dabei) ab, von denen die erste nach der Vorstellung, die zweite nach Vorlage bzw. Gegenstand, und die dritte aus der Erinnerung heraus entsteht.
Fast so schön wie die Bilder sind dabei die Kommentare und Reflexionen, die manche von ihnen begleiten.
[Übrigens, wenngleich das entsprechende Trio vielleicht nicht am hellsten leuchtet: Für FreundInnen der elektronischen Kultur(geschichte) ist auch eine Edison-Glühbirne dabei.]

Besonders hoch geschätzte Beteiligte Nummer Zwei (was ausdrücklich keine Rangfolge meint) ist Anke Feuchtenberger, beim Fumetto unter anderem mit ihrem Zeichentrickfilm Somnambule´vertreten. Wären Superlative nicht schon allgemein so ausgesprochen dämlich und in diesem Kontext ganz besonders, da man angesichts der wunderbaren Vielfalt der Comickünste schwerlich Sylphen gegen Nereiden ausspielen sollte: Angesichts ihrer Arbeiten könnte hier stark versucht sein, gleich mit beider Gattung Wunderwesen regelrecht in ebensolchen zu baden.

mfu_g2.gif

Lassen wir lieber sein und bemerken nur am Rande, dass Feuchtenberger mindestens mittelbar das erst kürzlich angeschwärmte orang magazin seine Existenz verdankt, insofern es aus dem Kreis ihrer Studierenden an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften hervorgegangen ist.

Auf ihren Feuchtenbergerowa-Seiten gibts neben Basisinfos zur Zeit zwar nur eine einzige Bildergeschichte zu sehen. Dafür aber eine besonders herzerweichende, nämlich den Blindschleichsong. Und ansonsten kann man sich eben (beispielsweise beim ebenfalls bereits empfohlenen Reprodukt-Verlag und -Vertrieb) reichlich mit ihren Publikationen eindecken. Bei aller Zuneigung zu Webcomix: In Büchern (mit Seiten! und Bildern! und -Geschichten!) zu blättern ist schliesslich doch auch immer wieder schön.

[Bildchen: Weder Blegvad noch Feuchtenberger, sondern aus den üblichen Gründen, diesmal aber auch als spezielle Hommage ans Fumetto-Wunderland vom Medium produziert (sorry, Rigi: das M-hörnchen war der bessere Raucher). Der Dank für das Wikipedia-Urbild des schmauchenden Zwergbergs gebührt Marcel Wieser, der für das des Pfeifchens einem unbekannten Kontributor; und mit Rücksicht auf ersteren wird das Endprodukt cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 31.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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