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31.03.07

imagination rules o.k. (blegvad, feuchtenberger, ffc)

mfu_ksw.gifWird in Sachen Fumetto schon langsam wieder Zeit, die Gräten Zettelchen aufzuklauben. Um wenigstens noch das eine oder andere Festhaltenswerte wenn nicht ordentlich ins entsprechende Kästchen einsortiert, dann doch wenigstens flüchtig auf dem Radar gehabt zu haben.

Jaja, es hat zusammen mit dem morgigen Sonntag noch zwei ganze Festivaltage und heute Abend respektive Nacht nicht nur das voraussichtlich rauschende Abschlussfest, sondern vor- wie nachher noch einiges an Programm.
Davon abgesehen aber drängt es das Medium vor allem, noch flink ein paar Anker zu zwei der besonders geschätzten Beteiligten zu setzen.

Zum einen zu Peter Blegvad, der ähnlich wie der gestern vorgstellte Richard McGuire erstens in der Ausstellung im Kunstmuseum vertreten und ebendort mit einem Vortrag zu Gast ist bzw. war. Sowie zweitens zunächst einmal als Musiker unterwegs, bevor er sich zunehmend, sozusagen hauptamtlich der Zeichenkunst zuwandte.

mfu_g1.gif[Beiseit für diejenigen, denen das bis dato nicht geläufig war: Die Band, mit der er bekannt wurde, trug den aus heutiger Perspektive betrachtet nachgerade zukunftsweisend anmutenden Namen Slapp Happy, und Blegvads KollegInnen waren kein anderer als Anthony Moore, den die meisten heute eher als KHM-Professor kennen dürften sowie Dagmar Krause, deren Stimme auch andere mittlerweile legendäre Avantgarde-Bands wie Henry Cow und Art Bears prägte.]

Wenngleich Blegvad natürlich auch auf dem Papier zu begegnen ist, lassen sich eine ganze Reihe seiner Projekte auch im Netz erkunden. Nicht nur sind hier die grossartigen Bildgeschichten von, über und mit Leviathan (kurz: Levi), die zwischen 1992 und 1999 allsonntäglich den LeserInnen des britischen Independent das Wochenende versüssten (oder möglicherweise auch: schwärzten), komplett archiviert.

Vor allem findet man auf den netter- aber vielleicht doch etwas arg bescheidener Weise den Domainnamen "amateur" tragenden Heimseiten des Künstlers - neben vielen anderen schönen Sachen - auch sein Langzeitprojekt "Imagined, Observed, Remembered".
In diesem legt Blegvad - wie der Titel im Grunde denkbar präzis besagt - jeweils drei Zeichnungen zu Dingen (im weitesten Sinne, denn es sind auch anatomische Begriffe für Körperteile und Pflanzen dabei) ab, von denen die erste nach der Vorstellung, die zweite nach Vorlage bzw. Gegenstand, und die dritte aus der Erinnerung heraus entsteht.
Fast so schön wie die Bilder sind dabei die Kommentare und Reflexionen, die manche von ihnen begleiten.
[Übrigens, wenngleich das entsprechende Trio vielleicht nicht am hellsten leuchtet: Für FreundInnen der elektronischen Kultur(geschichte) ist auch eine Edison-Glühbirne dabei.]

Besonders hoch geschätzte Beteiligte Nummer Zwei (was ausdrücklich keine Rangfolge meint) ist Anke Feuchtenberger, beim Fumetto unter anderem mit ihrem Zeichentrickfilm Somnambule´vertreten. Wären Superlative nicht schon allgemein so ausgesprochen dämlich und in diesem Kontext ganz besonders, da man angesichts der wunderbaren Vielfalt der Comickünste schwerlich Sylphen gegen Nereiden ausspielen sollte: Angesichts ihrer Arbeiten könnte hier stark versucht sein, gleich mit beider Gattung Wunderwesen regelrecht in ebensolchen zu baden.

mfu_g2.gif

Lassen wir lieber sein und bemerken nur am Rande, dass Feuchtenberger mindestens mittelbar das erst kürzlich angeschwärmte orang magazin seine Existenz verdankt, insofern es aus dem Kreis ihrer Studierenden an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften hervorgegangen ist.

Auf ihren Feuchtenbergerowa-Seiten gibts neben Basisinfos zur Zeit zwar nur eine einzige Bildergeschichte zu sehen. Dafür aber eine besonders herzerweichende, nämlich den Blindschleichsong. Und ansonsten kann man sich eben (beispielsweise beim ebenfalls bereits empfohlenen Reprodukt-Verlag und -Vertrieb) reichlich mit ihren Publikationen eindecken. Bei aller Zuneigung zu Webcomix: In Büchern (mit Seiten! und Bildern! und -Geschichten!) zu blättern ist schliesslich doch auch immer wieder schön.

[Bildchen: Weder Blegvad noch Feuchtenberger, sondern aus den üblichen Gründen, diesmal aber auch als spezielle Hommage ans Fumetto-Wunderland vom Medium produziert (sorry, Rigi: das M-hörnchen war der bessere Raucher). Der Dank für das Wikipedia-Urbild des schmauchenden Zwergbergs gebührt Marcel Wieser, der für das des Pfeifchens einem unbekannten Kontributor; und mit Rücksicht auf ersteren wird das Endprodukt cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 31.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.03.07

mcguire, kubin @ fumetto (ffc)

spk_ksw2.gifUnd wieder zurück zum Fumettofestival. Das diesmal wirklich wieder vom Feinsten ist. Man darf eigentlich gar nicht aussetzen mit den Empfehlungen. Eigentlich nicht mal für anstehende Webradio-Tipps wie gestern.

Der muss selbstverständlich vor allem anderen den Pretiosen des aktuellen Tagesangebots gewidmet werden:

Als da wäre um 16:00 Uhr im Kunstmuseum (Luzern natürlich) ein Vortrag von Richard McGuire, der dort mit Arbeiten in der Hauptausstellung des Festivals vertreten ist.

spk_g3.gifGut möglich, dass er den mehr musikorientierten LeserInnen dieses Logs vielleicht noch über seine Zeit bei bzw. mit seiner New Yorker No Wave/PostPunk-Band Liquid Liquid ein Begriff ist. (Falls nicht: Ein bisschen schöner als der her spartanische Wikipedia-Eintrag ist die Seite bei Jahsonic; ein bisschen nahrhafter ein Interview, das Carlo Maramotti mit McGuire zur Geschichte von Liquid Liquid geführt hat. Und für die passende musikalische Atmo des Umfelds lässt sich die MySpace-Hommage à 99records aufsuchen).

Aber bei Fumetto ist McGuire natürlich wegen seiner graphischen Talente zu Gast, die er in den vergangenen Jahrzehnten in allen möglichen Formaten und in denkbar kreativer Bandbreite ausgelebt hat. Einen recht guten Einblick bietet fürs erste das Portfolio bei seinem französischen Verleger Primalinea, wo etwa schon der Micro-Ausschnitt aus dem Microloup-Vilmchen sehr schön die Charakteristik seines Stils vermitteln kann: Klare, Richtung Abstraktion neigende Linie, gewitztes Spiel mit Figur und Grund, Aufsicht und Schnitt - und natürlich jede Menge Bildwitz.

spk_g2.gifMehr davon und noch ein bisschen animierter? Dann könnte vielleicht der randompopeyegenerator das Richtige sein. Wo es schon aus den lieben Rechtsgründen mindestens im Netz keine legale Einsichtnahme mehr in seine Fischinger-Remixes gibt.
Und was McGuire noch so alles macht - von wunderbar skurrilen Kinderbüchern bis zu Spielzeug, lässt sich in den reich illustrierten Artikeln (einer und noch einer) sowie einem Interview bei daddytypes nachlesen und -schauen. Lohnt!

Abends gehts dann Fumettobar, wo Felix Kubin in einem Bühnenbild von Moki aufspielen wird. Erster muss sowieso, aber speziell auch hier nicht nochmals eingeführt werden, weil in diesem Log ja sowieso schon so oft von seinen Produktionen geschwärmt wurde, inklusive diverser Verankerungen.

Und was Moki betrifft, kann man vielleicht auch guten Gewissens einfach einen ausführlichen Ausflug auf die wirklich reichhaltig ausgestatteten und obendrein aufs Leckerste gestalteten Heimseiten der Künstlerin empfehlen. Wo von ihrer Malerei über Comix bis zu den charakteristischen Plüschwolpertingertrophäen undundund so viel zu entdecken ist, dass man damit auch getrost den Abend verbringen könnte. Wenn live nicht immer noch viel schöner wäre.

[Bildchen: Wie in den vergangenen Tagen auch diesmal keine Zeit zur Meta-Kommunikation in Sachen Wiedergabegenehmigungen gehabt. Daher hat das Medium - leider etwas lahm - am Stichwort "Popeye" (abzüglich: random, generator) entlangassoziiert und ein Trüppchen entsprechend müder Spinatfladen mobilisiert, mit denkbar mässigem Erfolg. Für die Grundlagen wie so oft dankbar: Der Wikipedia, dem Gnu; und diesmal noch dem polnischen Produzenten einer prächtigen Portion Rahmspinat dazu.]

Von miss.gunst am 30.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.03.07

klangkunstwerkstattbericht (WRT)

apm_ksw.gifAus gegebenem Anlass eine kleine Unterbrechung der (ffc-)Huldigungsreihe zu wunderbaren (Web-)Comix. Und wie schon öfters mal an entsprechender Kalenderstelle handelt es sich um einen Webradio-Tipp für die Nacht von Donnerstag auf Freitag, in der bekanntlich auf Deutschlandradio Kultur die kleine, aber feine Nische für Klangkunst gehegt wird.

Dann ist nämlich von 0:05 bis 0:59 Uhr wieder einmal ein Quartalsbericht aus der sogenannten "Newcomer Werkstatt" dran.

Dass die sich wie folgt definiert:

"In dieser vierteljährlichen Sendung werden keine vollendeten Meisterwerke präsentiert, sondern es soll noch unbekannten Künstlern ein Podium gegeben werden, deren Hörstücke Begabung für das Genre Klangkunst zeigen."

- nunja, sollte man vielleicht gnädig überlesen. Denn: "Vollendete Meisterwerke" gibt es ja doch eigentlich nur im Genieglauben des 19. Jahrhunderts bzw. dort, wo dieser als Untoter und Wiedergänger sein Unwesen im Jargon und möglicherweise auch wahrhaftig-noch-immer in einigen Köpfen von MusikliebhaberInnen treibt. Und "deren Hörstücke Begabung für das Genre [...] zeigen" klingt eben unter dem Strich schon fast wie eine (wie auch immer nett gemeinte) Beleidigung, zumal man fast versucht ist, "Begabung" automatisch durch "eine gewisse" zu ergänzen.

apm_gk1.gifAber Schluss mit dem Gemaule, denn unter dem Strich können wir natürlich froh und dankbar sein, dass es diese Sendung und dem vorab jemanden gibt, der sie vorbereitet und zusammenstellt.

Insofern die Vorankündigung im Programm etwas spärlich ausfällt, was letzteres bzw. die angesprochenen "noch unbekannteren Künstler" (und -innen) betrifft, diese so ganz unbekannt aber nun auch wieder nicht sind, an dieser Stelle noch einzwei möglicherweise appetitanregende Verweise aufs Menü.

Die lassen sich naturgemäss leichter für diejenigen der Beteiligten anbringen, bei denen es sich um nicht ganz so unbekannte KünstlerInnen handelt.

Zum Beispiel kann man mühelos im Vorfeld mal Eric Heydes Heimseite heimsuchen, wo sich unter den ins Netz gestellten Balog-Sounds [sorry, musste leider aus dem Frame gewurschtelt werden] unter anderem auch die heute Nacht nur in Auszügen zu hörende Noize-Collage "a linear sequence of scares" findet.

Jirí Adámek wiederum war u.a. vor- und vergangenes Jahr schon bei kunstradio-Emissionen dabei, so dass man mindstens seine stimmliche Mitwirkung im Zuge von "Sounds and Meanders" beschnuppern kann.
Ein Projekt bei dem, last but not least, auch Milos Vojtechovský mit von der Partie war. Sollte selbiger (was doch stark anzunehmen ist) mit dem in der Sendungsvorschau angekündigten Milo Vojtchovsk identisch sein, wird es mit dem "noch unbekanntere Künstler" wirklich schwer. Denn mal ganz abgesehen davon, das Vojtechovský international sehr viel unterwegs ist (vor nicht allzu langer Zeit konnte man ihn beispielsweise auch bei den in diesem Log gern und viel besungenen RadioRevolten treffen), handelt es sich bei dem radio lemurie-Macher nachgerade um einen Doyen der tschechischen Radiokultur.

Was alles in allem natürlich kein Grund ist, weniger neugierig auf die nächtliche Klangwerkstatt-Stunde zu sein. Ganz im Gegenteil.

[Bildchen: Weil es dem armen Medium angesichts des mutmasslich eher gemischten Programms denkbar schwer fiel, ein auf alle ausgwählten Klangkunst-Stücke passendes Assoziationsektoplasma zu produzieren, hat es sich notgedrungen alternativ auf die zitierte Passage der Ankündigung kapriziert. Und, ingenium ad perennis, einen wenigstens näherungsweise etwas zeitgemässer ausgestatteten Musenführer imaginiert. Allerdings unplugged, weil ja doch zwangsläufig retro. Dezidiert nicht Klangkunst- sondern ankündigungstextinspirierte Folksonomy. Der Dank fürs die Lyra ersetzende Waschbrett geht, encore via Wikipedia, an Yannick Trottier und ans grosse GNU, dem ergo auch Apoll gewidmet wird.]

Von miss.gunst am 29.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.03.07

wald! (ffc)

zwwa_ksw.gifSelbst aus Fumetto-Fanperspektive kann es manchmal ganz schön schwierig sein, die Superlative richtig zu dosieren. Dann nämlich, wenn es so viele zu vergeben gäbe bzw. gibt, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Nein, Unsinn: Muss natürlich heissen: Dass man im Wald steht und schon gar nicht mehr weiss, welchem Baum man als erstes huldigen soll.

zwwa_g1k.gifOder so ähnlich. Jedenfalls funkelt dieses Jahr im sowieso schon leckereienreichen Festivalprogramm die abendliche Fumetto-Bar besonders verführerisch. Weil sie nämlich von einem echten Dreamteam betreut wird - Milk & Wodka im Verbund mit Jim Avignon.

Und genau so schaut das, was eine Woche lang allabendlich geboten wird, auch aus: Einfach traumhaft.
Heute zum Beispiel wird mit einem wilden Doppel aus Köln aufgewartet: Für den musikalischen Part ist der berüchtigte Harald Sack Ziegler gebucht. Den man ja hoffentlich nicht weiters vorstellen muss - für den Fall der Fälle hier aber noch der Anker zur obligaten mySpace-Einraumwohnung, wo man unter anderem noch rechtzeitig das Lied der (Dudelsack-)Königin mitträllern lernen darf [Wobei, ist schon klar dass es nur eine/n geben kann, oder?].

zwwa_g2.gifStargast Nummer 2 bzw. 1 ist - und damit wären wir dann wirklich im beim Wald angekommen - kein geringerer als Herr Leo Leowald. Den die meisten wohl eher unter dem Namen kennen werden, der sein zeichnerisches Oeuvre zeichnet: zwarwald.

Spätestens über das schon mittels seiner trefflich gewählten Betitelung bestechende Büchlein "Elementartierchen" (genau, verlegt und erhältlich beim bereits gepriesenen Reprodukt) sollte dieser begnadete Artist dem verdienten Weltruhm ein gutes Stück näher gerückt sein.

zwwa_g3k.gifWobei die Welt, und zwar namentlich die nicht der deutschen Sprache mächtige, noch sehr viel mehr beglücken dürfte, dass es die zwarwald-Comix im WeltWeiten Wald GeWebe seit einiger Zeit auch in englischer Übersetzung gibt. Und zwar regelmässig neue.
Was aber wohl niemand davon abhalten sollte, begierig nach zwarwald-Druckwerken zu greifen, etwa dem - leider nicht ganz so häufig erscheindenden und obendrein auch recht rasch vergriffenen - zwarwald-Zine namens zwar. Von dem man sich ja möglicherweise auch heute Abend ein Exemplärchen sichern kann. In der Fumetto-Bar ab 22:00 Uhr.

[Bildchen: Stammen - wie man sich unschwer denken bzw. sehen kann - nicht aus dem zwarwald; weil das Medium wieder mal verschlafen hat, zeitig in Sachen Originaltreproduktionen nachzufragen, wurde in etwa so assoziiert: Zwar war eben noch über allen Wipfeln Waldes Ruh' (oben rechts) - als sich dann aber dem Zwar-Wald ein Aber nähert... Und so weiter. Dabei sind Zwar-Wald und Aber sogar vom gleichen Stamm - in diesem Fall einer prächtigen abies nebrodensis. Für deren Aufnahme, wieder via Wikipedia, Francesco zu danken ist.]

Von miss.gunst am 27.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.03.07

königliches (ffc)

koekro_ksw.gifGleich heiter weiter in Sachen Comix. Dass man denen auch jenseits von Preisvergaben ein Krönchen aufsetzen kann, mag vielleicht nicht allen sofort einleuchten. Von wegen High und Low und so.
Geht aber ganz problemlos - unter anderem auch im Rahmen vom Fumetto-Festival.

koekro_g00.gifMal ganz abgesehen davon, dass Kronen auf bzw. aus Papier sowieso seit je dafür zuständig sind, besagte und im Grunde natürlich sowieso immer konstruierte Kluft zwischen vorgeblich höheren und vorgeblich profaneren Sphären zu schliessen.
Schliesslich finden Krönungen heutzutage sehr viel häufiger in Schnellrestaurants als in Kirchen statt und bekrönte Häupter tummln sich meist auf den Titelblättern kostengünstiger Magazine.

Womit wir schon fast wieder beim eigentlichen Thema wären. Denn tatsächlich hat es auch auf dem Titel der Hefte, denen der heutige Eintrag gewidmet ist, einen König.
Allerdings nur einen, und das ist der Autor bzw. Zeichner in diesem Fall: König Lü Q.

koekro_g1.gifKönig Lü Q. hat nichts mit dem Geblüt ähnlich lautender chinesischer Märchenregenten zu schaffen, sondern regiert residiert in Basel (eingetragen dort vermutlich unter seinem bürgerlichem Decknamen Lukas Mannhart). Und ist ansonsten auch noch als DJ unterwegs ist (jaja, so geht es mit dem verarmten Adel). Wenn er eben nicht gerade eifrig an seinen Bildergeschichten und Beiträgen für Comic-Fanzines bastelt - sein eigenes heisst übrigens, hochherrscherlichen Vorlieben für a) Schosstiere und b) gepflegte Bankette würdig: "Hund, Katze, Wurst".

Einen kleinen Einblick in seine Produktion kann man durchaus schon über seines virtuellen Audienzsaals gewinnen, wo sich u.a. Wissenswertes nicht etwa über Erlangen, sondern über die kleine Stadt . bei B. recht anschaulich ins Bild gesetzt findet.

koekro_g2.gifUngleich viel besser geht das aber natürlich beim Blättern einem seiner Zines. Beispielsweise seinem jüngsten Büchlein, dessen Titel in königlichster Bescheidenheit "Früher war ich besser" lautet (so dass man sich quasi aussuchen kann, ob man dazu denkt: "Ach was, die Steigerung ist gewaltig - aber die alten Sachen waren eh schon genial" oder lieber umgekehrt: "Sicher, die ersten Zeichnungen waren kaum zu überbieten. Hat aber ja doch irgendwie geklappt, sie noch zu toppen..."). Basler Untertanen Fans können sich gelegentlich auch über die lokale Ausgabe des Subculture-Magazins mit Brosamen versorgen

Ja, und ausserdem gibt es eben aktuell noch eine kleine sogenannte Satelliten-Ausstellung im Rahmen des Fumetto-Festivals.
Und zwar in tschuppis wonderbar (Burgerstrasse 21, Luzern natürlich). Bis 01.04.07, entsprechend dem Rest vom Fest.

[Bildchen: Weil auf die Schnelle keine Zeit war, beim König um huldvolle Genehmigung zur Wiedergabe anzufragen, werden lediglich einige Überlegungen des armen Mediums dokumentiert, wie man auch adelstitellos zu einer Audienz auf Augenhöhe kommen könnte. Sollte letztere noch erfolgreich absolviert werden, wird der Platzhalter oben rechts - den man derzeit fast mit einer von König Lü Q.s berühmten Veduten der Sehenswürdigkeiten von G. verwechseln koennte - mit einem wirklich königlichen Bildchen gefüllt. Achja, und der Dank für die Krone gebührt Judy Schmid a.k.a Geckzilla, deren wunderbares Foto einer wunderbaren Ananas (via Wikipedia, dank GNU) der Herstellung des Geschmeides diente. Merci.]

Von miss.gunst am 26.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.03.07

orang (ffc)

omn_ksw.gifDa gestern in Luzern das bereits im Vorfeld bejubelte Fumetto-Festival startete, lässt sich in schamlos sympathisierender Anlehnung wunderbar weiter der Leidenschaft für Comix frönen.
Wie stets natürlich so, dass auch diejenigen etwas davon haben, die auf das Vergnügen verzichten müssen, die Pilgerstätte selbst in persona aufzusuchen.

Ideal eignet sich dafür zum Beispiel ein Hinweis auf eine der internationalen Ausstellungen, die zum Programm des Festivals gehören - und zwar in diesem Fall auf das "Epizentrum Hamburg", das von dem Comicmagazin und -Netzwerk orang in der Galerie Brandgässli aufgemacht wird. Beziehungsweise wurde, denn die Ausstellung ist ja nun eröffnet und bis einschliesslich 01.04. (kein Scherz) ebendort zu sehen.

omn_g1.gifEpizentrum trifft die Sache übrigens ziemlich auf den Punkt: Was kluge, zeichnerisch bzw. künstlerisch rasant gute, ungewöhnliche und interessante Comix - Bilder und Bildergeschichten - betrifft, gehen von Hamburg mittlerweile Schwingungen aus, die immer weitere Kreise ziehen. Vor einigen Jahren von Studierenden der Fachrichtung "Kommunikationsdesign und Illustration" an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften begründet und federführend von Sascha Hommer betreut, hat sich orang zu einem zentralen Anlaufpunkt für FreundInnen und Fans des Genres entwickelt.

Wer nun nicht nach Luzern düsen kann, hat wunderbare alternative Möglichkeiten, das orang-Magazin und Produktionen aus seinem Umfeld kennen- und schätzen zu lernen.

Allem voran natürlich schlicht und einfach durch den Erwerb des Magazins, das sich mittlerweile schon in der sechsten Ausgabe präsentiert (die voraufgegangenen lassen sich im Archiv beschnuppern). Dazu muss man übrigens nichtmal zum möglicherweise schlecht ausgestatteten Kiosk in der Nachbarschaft oder der hoffentlich besser bestückten Lieblingsbuchhandlung pilgern (wobei, wenn letzteres geht: immer, oder?), sondern kann auch beim Online-Shop von Reprodukt bestellen. Wenn man sich denn traut, ein solches potentielles Kaufrauschportal überhaupt aufzurufen (Obacht, ehrlich).

omn_g2.gifDarüber hinaus hält orang aber auch eine feine Liste der beteiligten und befreundeten KünstlerInnen und Anker zu deren jeweiligen Heimseiten bereit - was ebenfalls für Fans fatale Folgen haben kann, so sie im Anschluss eigentlich noch etwas anderes zu tun gehabt hätten (sollte wohl besser im Disclaimer warnend vermerkt werden).

Und wer dann nach Stunden lustvoller Fahrten durchs Comicuniversum noch klicken kann, sollte mit letzter Zeige- oder Mittelfingersehnenkraft vielleicht noch ein Lesezeichen aufs hauseigene orang-Blog setzen. Schon mal vorratshalber sozussagen. Denn einerseits wird man natürlich fürderhin wissen wollen, was aktuell an neuen Beben gibt. Andererseits hat man sein Budget für Liebhabereien möglicherweise schon mit wüsten Bestellorgien erschöpft, wenn man nun auf Ankündigungen wie die von leckeren T-Shirts trifft, mit denen man sich zu Vorlieben für World Angst und Super Heroes à la Hommer bzw. Arne Bellstorf bekennen kann. *Hach*.

[Bildchen: Kommt nicht von orang, sondern ist - weil keine Zeit war, nach einer Genehmigung für die Wiedergabe von O-Bildern zu fragen - vom Medium frei zum schönen Namen des Magazins bzw. Netzes assoziiert. orang (wie in Orang Utan) heisst nämlich Mensch. Da musste das Medium automatisch an anthropomorphe Früchtchen denken.]


Von miss.gunst am 25.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.03.07

linux audio konferenz (LAC2007)

lac07_ksw.gifHat schon gestern in Berlin begonnen: Die diesjährige bzw. 5. International Linux Audio Conference.
Für FreundInnen hausgemachter elektronischer Musikproduktion ganz sicher nicht ganz uninteressant.

In dieser Hinsicht nur mässigst begabte Medien schielen da natürlich am ehesten auf das Konzert- und Ausstellungsprogramm.
Und stellen fest: Gestern abend dürfte ersteres ziemlich spannend gewesen sein.

lac07_g.gifYue aus Italien haben auf ihrer Heimseite gleich schon mal ein Manifest stehen, dass man partienweise im Prinzip doch gleich mitunterschreiben könnte, wenn es da heisst:

"We believe that man should have access to every element of the human intelligence. With this access, each human will be able to contribute to the development of art, science and technology."

Zudem stellen sie auch ihre eigenen musikalischen Kreationen (oder mindestens einige davon) frei ins Netz. "Nulla Reazione" (zu deutsch: Keine Reaktion), wie die aktuell jüngste (?) dort heisst, werden sie darauf wohl hoffentlich nicht bekommen haben. Wiewohl das Medium zugeben muss: Seins ist der Gesang ganz sicher nicht. Aber da es gestern nicht vor Ort war: Wer weiss, was es da zu hören gab.

Sehr viel mehr Spass haben ihm jedenfalls die Spaziergänge auf Frank Barknechts Heimseiten footils.org und auf denen des Kollektivs goto10.org gemacht.
Und dann war gestern auch noch Martin Howse a.k.a. xxxxx dabi, auf dessen noise_produce-Aktivitäten nicht von ungefähr bereits verwiesen wurde.

Aber wie auch immer: Das Medium muss erst mal noch in Ruhe ein bisschen weiterwühlen, schauen, lauschen, um zu entscheiden, ob es da nicht auch noch etwas für den Zettelkasten gibt.

Von miss.gunst am 23.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.03.07

dorkbot swiss @ basel

dbs_b07ksw.gifWohin der Tipp des Tages bzw. die aktuelle Empfehlung zur zünftigen Abendgestaltung geht, ist allweil klar: Nach Basel, und zwar ins [plug.in] - das heute nämlich wieder einmal als Gastgeber für die Schweizer dorkbots fungiert.

Wie stets wird von und für Menschen, die mehr oder weniger seltsame Sachen mit Elektrizität machen und/oder sich dafür interessieren, was man andere auf diesem Feld so unternehmen, ein leckeres Programm geboten.

Mit dabei sind diesmal:
Chikashi Miyama aus Basel, der das zusammen mit Shingo Inao betriebene Improvisations-Performance-Musikprojekt Chingo vorstellen wird. Und in diesem Zuge mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl auch die selbstgebauten Sensor-Musikinstrumente Qgo und Tosso, die hier eine denkbar tragende Rolle spielen.

dbs_b07g.gifSodann aus Zürich Renato Soldehoff, der - anders als das sein schöner Domainname vermuten lassen könnte - durchaus auch ein Herz für die Konkretisierung und mindestens prototypische Realisierung von Ideen hat. Wie zum Beispiel "Thinkunwrapped" belegt. Das weiland am Hyperwerk entstandenen Projekt ruft dazu auf, Ideen für den städtischen Raum zu entwickeln, wie man dort vorhandene Alltagsobjekte vom Gullideckel bis zum Geländer eine zusätzliche Kommunikationsfunktion verleihen könnte. Schon im Konjunktiv - aber immerhin soll idealerweise eben auch exemplarisch gezeigt werden, wie es funktionieren kann.

Dritter in der Runde ist Jo FRGMNT Grys aus Berlin von Transmitting Objects Behaviour; einer Gruppe von (Sound-)KünstlerInnen, die sich das Ziel gesetzt haben, selbiges zu erforschen und gegebenenfalls zu transformieren. Wofür im Rahmen des heutigen dorkbot-Abends exemparisch die sogenannte "Wooden Box" und das K/NOT-Projekt stehen sollen.

Das alles mit erwartbarem Mehrwert also heute Abend ab 20:00 Uhr im Basler [plug.in]. Und mehr zu dem einen oder anderen der Projekte möglicherweise bei Gelegenheit auch an dieser Stelle...

[Bildchen: Zeigt, wie unschwer zu erkennen, den schicken Flyer für die heutigen dorkbot swiss-Zusammenkunft.]

Von miss.gunst am 22.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.03.07

ruf vom take away festival

taf_ksw.gifSo schwer es fällt, nicht gleich einen ganzen Strang zu Webcomix aufzumachen - da die nicht weglaufen werden, vielleicht besser erst mal zurück zu den Basics.
Gibt da nämlich gerade auch wieder Terminsachen. Wie zum Beispiel den Ruf vom Take Away Festival.

taf_g1.gifDessen zweite Ausgabe wird vom 09. bis 11. Mai in London stattfinden.
[Warum die erste keine weitere Beachtung in diesem Log fand? Diese Frage stellt sich das Medium auch gerade. Ohne eine gute Antwort parat zu haben.].

Noch bis Ende kommender Woche, also bis 30. März kann man Vorschläge für Beiträge (wie: Workshops, Vorträge, Konzerte, Projektvorstellungen) einreichen - so man an einer britischen Hochschule studiert oder im vergangenen Jahr den Abschluss gemacht hat.
[Nun gut, auf so arg viele LeserInnen dieses Logs wird das wohl nicht zutreffen. Aber man weiss ja nie.]

Alles wissenswerte dazu auf den Heimseiten des Take Away Festivals 2007 - das wir ansonsten einfach mal auf unsere Watchlist Liste-des-zu-Beobachtenden setzen. Mal sehen, was daraus so wird mit der Zeit.

Von miss.gunst am 21.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.03.07

die tägliche dosis diesel

ds_ksw.gifWeil's grad so schön ist und von wegen Fumettofestival-Vorfreude: Da hätte es doch gleich noch einen Webcomic, der Robotisches in täglicher Dosis kredenzt.
Die Diesel Sweeties von Richard Stevens.

Wie schon bei den gestern vorgestellten dot cube-Kreationen gilt eigentlich auch hier: Aufwendige Oden zur Preisung der Speisung mit Pixel-Treibstoff-Süssigkeiten erübrigen sich, wenn man doch mit einem Sprung an die Quelle und damit in den Genuss von Diesel Sweeties satt kommen kann.

ds_g1.gifAllerdings sollte nebenbei noch darauf verwiesen werden, dass Stevens - von der sozusagen obligaten (und trefflich als "necessary evil" bezeichneten) mySpace-Seite mal abgesehen - unter anderem noch ein wunderbares Blog betreibt, das auf den vielversprechenden Namen "i heart pixels" hört und in der Tat für LiebhaberInnen entsprechender Datenanordnungen Herzigstes am laufenden Band bereit hält. Vorzugsweise eigene Produktionen - aber eben auch glückliche Funde wie zum Beispiel jenes herrliche Eulenstrickmützlein, welches das Medium sehr sehr gerne in seinem nächsten Nikolausstrumpf finden würde (Osternest ginge aber auch noch, *winkwink*).

ds_g2.gifNun dürften beschnabelte Kopfebdeckungen vielleicht nicht eines jeden Sache sein - hingegen über die tägliche Webcomic-Lektüre leicht das Bedürfnis geweckt werden, die entsprechende Vorliebe nicht nur im, sondern auch auf dem Herzen zu tragen.
Gut zu wissen daher, dass sich das Begehren nach zünftiger Diesel Sweetie-Fan-Bekleidung im hausseiteneigenen T-Shirt-Shop ebenfalls stillen lässt.
Noch besser jedoch, hier gleich zwei Designs zu finden, die der Liebe zur guten alten Tape-Kultur bzw. zu Mixtapes huldigen, der bekanntlich ja auch dieses Log.Buch anhängig ist.

Ob es dem Medium damit gelingen könnte, seine fürderhin nurmehr schwer zu verwindende Eulenmützenlosigkeit zu kompensieren, ist allerdings alles andere als gewiss.

[Bildchen: Samt und sonders leckere Diesel Sweeties Produktion. Grand Merci an Richard Stevens - speziell für die Zusendung des Porträts, auf dem man das ebenso elegant-schlichte wie eben nerdschicke Mixtape-Shirt sozusagen in vivo bewundern kann :)]

Von miss.gunst am 20.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.03.07

dot cube comix

dtc_ksw.gifDa wir gerade beim Thema Comix sind, soll doch gleich mal ein leckeres Exemplar der Gattung vorgestellt werden.
Zumal das Gelegenheit gibt, die alte und etwas vernachlässigte Tradition wieder aufzunehmen, auf diese Weise zu einem etwas beschwingten Start in die Woche beizutragen.

Mal ganz abgesehen davon, dass sich gute Bildergeschichtchen bequemerweise dadurch auszeichnen, dass man um sie nicht allzu viele Worte machen muss.

Das gilt in jedem Fall auch für die dot cube Comix von Michael Maria Tichy, der auf seinen Seiten zudem auch noch allerlei ziemlich niedliche elektronische Post- und Grusskarten anbietet.

Vor allem aber als Spezialformat seine zugehörige mySpace-Seiten mit einem täglichen dot cube Comic bestückt - und dabei seinen Fans sogar freistellt, diese zum Beispiel direkt ins eigene Blog einzubinden*. Etwa so:

Das ist ganz sicher mehr als "fair und square" - um mal das Motto von dot cube zu zitieren.
Angesichts der Produktivität des dot cubisten empfiehlt sich ansonsten natürlich ein RSS-Abonement. Zumal man mit seinen comix natürlich nicht nur Montags gut in den Tag starten kann.

* Was alles geht und was nicht steht hier.

[PS: Also einen Anker zu einem auf seine Weise eben auch unter eine top-Kategorie fallenden Blog hätten wir damit ja gesetzt. Nur das mit der Beleidigung kann in diesem Fall irgendwie nicht klappen. Ein andermal...]

Von miss.gunst am 19.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.03.07

fumetto blog

fumb_ksw3.gifWie treuen LeserInnen nicht entgangen sein dürfte, hegt das Medium eine gewisse Zuneigung zu Geschichten in Bildchen. Also dem, was man gemeinhin als Comix oder Cartoons oderoder (be-)zeichnet.
Insofern sind die Fühler bereits jetzt in Richtung Luzern ausgerichtet, wo Ende kommender Woche (endlich, wieder) das Fumetto-Festival beginnt.
Wunderbarerweise gibt es diesmal nun sogar ein Blog, das die zähe Wartezeit auf dieses Ereignis etwas zu verkürzen verspricht.

Betreut wird es von einer Kollegin, deren eigenes Blog eigentlich auch schon längst mal eine Vorstellung verdient hätte. Jedenfalls dem Medium auch extrem sympathisch ist und gern angelegentlich heimgesucht wird, um sich an der Fülle dort versammelter Pretiosen zu delektieren:
Nämlich Suzsanne G.(erber) von wurzeltod.ch (bzw. vice versa, wurzeltod.ch von Suzanne G.).

fumb_g1.gifGerade erst dieser Tage gestartet, gibt es im fumettoblog bislang natürlich noch nicht so viel zu sehen bzw. zu lesen.
Aber das dürfte sich doch aller Wahrscheinlichkeit nach alsbald ändern. Hofft jedenfalls, erwartungsfreudig das Ganze schon mal in die RSS-Futterraufe schaufelnd: Das Medium.

P.S. Bitte auch beachten, dass es einen äusserst attraktiven Extra-Button zum Behufe der Verlinkung des fumettoblogs gibt. Haben wir uns selbstredend sofort geholt und in der Spezialkategorie installiert.

Von miss.gunst am 18.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.03.07

früher, ganz ganz früher (hardmate)

hmfggf_ksw.gifZwischendurch einfach Lust auf einen kleinen Fischzug in aktuellen Netzlabelpublikationen gehabt. Und an einschlägiger Adresse - in diesem Fall im phlow.net-Netzlabelkatalog - natürlich auch gleich fündig geworden.
Eine Veröffentlichung, die auf den schönen Namen "Früher, ganz ganz früher" hört, muss man schliesslich umgehendst in AugenOhrenschein nehmen, oder nicht?

So heisst jedenfalls das Release rest034 des sowieso sehr sympathischen Netzlabels rest, dessen Motto übrigens, auf seine Weise ebenfalls vielversprechend, lautet: "Mein Konzept ist kein Konzept".
[Letzteres frei nach Tom Schilling im Film "Verschwende Deine Jugend" - beseit: trotz gemeinsamer Punk/NDW-Thematik nicht zu verwechseln mit der Doku zu Jürgen Teipels Buch "Verschwende Deine Jugend"].

hmfggf_g.gif"Früher, ganz ganz früher" ist jedenfalls die jüngste Produktion von Hardmate bzw. Benedikt Schmidt, den die eine oder der andere vielleicht auch über seine letztes Frühjahr erschienene "Zaubermädchen ep" bei stattmusik kennen wird.

Anders als letztere steht "Früher, ganz ganz früher" sowohl bei restmusik als auch bei archive.org unter cc-nc-nd-Lizenz zum freien Herunterladen bereit.

Und wenngleich das für sich selbstredend noch kein musikalisches Qualitätskriterium ist, gilt doch: Diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Jedenfalls, so man einen minimal techno mag, der weniger selbst von ganz ganz früher ist als der alten Schule mit beiden Augen seinen virtuellen Beatmaschinenknöpfchen kräftig zuzwinkert.

[Bildchen: Ist natürlich das Cover der hier beschwärmten Produktion. Das für sich genommen beim Medium nochmals Extra-Entzücken generiert, weil es so nett in Richtung der geschätzten Kassettengeschichte(n)-Kultur winkt.]


Von miss.gunst am 17.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.03.07

Radiovisionen

ravi_ksw2.gifWurde ja wirklich Zeit, den Radar wieder einmal Richtung Tesla Berlin zu schwenken.
Wobei da im Prinzip eigentlich noch Altlasten abgbaut werden müssten: Insofern nämlich, als beim Besuch der open ateliers während der transmediale so einiges Vorstellenswerte im Exkursionskulturbeutel gelandet ist. Kommt vielleicht anderntags bei Gelegenheit.
Heute steht allerdings eine aktuelle Veranstaltungsempfehlung an.

Für zwei Tage soll es nämlich um ein echtes Leib- und Magenthema dieses Logs gehen - um Radiovisionen.
Die zur Abwechslung gegenüber ähnlich benamsten Anlässen, wie sie gern von Seiten der einschlägig tätigen Medienwirtschaft einberufen wird, erstens tatsächlich einen starken Anker ins Visionäre auswirft und zweitens dabei vor allem RadiokünstlerInnen zu Wort kommen bzw. zur Tat schreiten lässt.

ravi_g2.gifEigentlich sind die Webseiten des Festivals so gut eingerichtet, dass man hier wirklich nicht mit Zusatzinformationen und -ankern aufwarten muss. Allenfalls etwas schwärmen, wer dabei sein wird und mit welch vielversprechenden Projekten. Anna Friz zum Beispiel (s.u.a. den Eintrag vom 17.10.06) und Emmanuel Madan (von the user, s.d. Eintrag vom 17.05.05) mit performativen Vorstössen in die Sphären eines Empathic Radio oder Mario Verandi, der mit seinem Paranormal Radio ja auch schon bei den RadioRevolten unterwegs gewesen ist.
Und die Beobacher der Bediener von Maschinen (BBM) werden sich mit dem Mental Radio einem besonders spannenden Thema zuwenden, zu dem das von solchen Dingen sehr begeisterte Medium gerade erst seinerseits auf dem RadioRevolten- bzw. Relating Radio-Kongress referiert und dem es nicht von ungefähr eine ganze Reihe seiner GUNSTradio-Sendungen gewidmet hat.

Obendrein hat es sogar eine Art Blog, auf dem jede/r die oder der dazu lustig ist, eigene Szenarien für ein Radio der Zukunft zu formulieren und zu publizieren. [Beiseit: Entsprechende Anregungen dazu lassen sich gut im Relating Radio-Kongressband holen, den das Medium nach wie vor nur wärmstens empfehlen kann...]

Nur in einer Hinsicht sind - und das haben sie traurigerweise auch mit der allmittwöchlich stattfindenden Radio Tesla-Reihe gemein - die Radiovisionen so gar nicht der Zukunft zugewandt, sondern fallen sogar eher hinter den gegenwärtigen Stand der Dinge resp. state of art(s) zurück:
Es hat allem Anschein nach mal wieder keinen Livestream, nicht mal Audio; keine Radioübertragung, kein Webradio.
Oder sollte da das immerhin gerade "in residence" residierende Radio 1:1 noch tätig werden?
Schön wäre es ja.
Und zeitgemäss eben auch.

[PS, pssst, beiseit eben doch noch ein kleiner WRT am Rande: Wo es heute hingegen zu besonders günstiger Stunde und ebensolchen Konditionen einen Webradio-Livestream gibt? Hier zum Beispiel findet man einen Anker...]

Von miss.gunst am 16.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.03.07

singende brücken (rose, WRT)

sibr_ksw.gifVor einigen Monaten, im Sommer 2006, wurde an dieser Stelle Bill Fontanas "Harmonic Bridge" vorgestellt: Ein Projekt, in dessen Zuge der Künstler quasi Realzeit mit den Klängen der Londoner Millennium Bridge komponierte.
Um in den Genuss dieser singenden Brücke zu kommen, musste man damals allerdings schon an die Themse reisen.

Heute Nacht gibt es dagegen die Gelegenheit, ganz bequem von Zuhaus aus sogar nicht nur einer, sondern gleich mehreren singenden Brücken zu lauschen.

sibr_g1.gifDeutschlandradio Kultur bringt in seiner Klangkunst-Reihe nämlich eine Sendung, die "Singing Bridges" gewidmet ist.

Die wiederum verdanken wir der australischen Soundkünstlerin Jodi Rose, die seit mehreren Jahren ein entsprechendes Projekt verfolgt, bei dem entsprechende Field Recordings sammelt.

Alles Wissenswerte dazu findet sich auf den schön gestalteten Seiten ihres singingbridges.net versammelt, wo es neben dem Konzept des Projekts beispielsweise auch Porträts aller bereisten Brücken sowie das Reisetagebuch der Künstlerin zu lesen gibt.
Nur eben leider keine Brückenklänge zu hören.

Um so gespannter kann man dann eben heute Nacht - genauer gesagt: mogren 16.03.07 früh um 0:05 Uhr das Radio anwerfen bzw. sich in den Webradio-Livestream werfen.
Was hiermit den geneigten LeserInnen ans Herz gelegt sei.

[Bildchen: singingbridges.net, also die Singing Bridges-Webseite von Jodi Rose.]

Von miss.gunst am 15.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.03.07

borderline behaviour + overhead bots

ohb_ksw.gifMuss unbedingt noch verankert werden, bevor sie Ende der Woche schon wieder die Tore schliesst: Die Ausstellung "Borderline Behaviour" im TENT* in Rotterdam.
Was natürlich erstmal etwas seltsam tönen kann. Grenzwertiges Verhalten? Werden da vielleicht olle Künstlermythenkamellen aus- bzw. wieder neu verpackt, um sie lecker erscheinen zu lassen?

ohb_g2.gifGlücklicherweise nicht. Geht vielmehr um etwas ganz anderes: Nämlich die Arbeit an Grenzen, die in der künstlerischen Praxis entweder sowieso eine untergeordnete Rolle spielen oder sich eben auch gerade für eine bewusste Bearbeitung anbieten - die zwischen den medialen Gattungen.

Der Begriff "Verhalten" wiederum, der ja doch erst mal an die Sphäre der Bio- bzw. Psychologie denken lässt, kommt in diesem Fall deshalb ins Spiel, weil (mediale) Belebung fokussiert werden soll. Also: Animation. Aber eben nicht einfach kinematisch - wie im Vilm - oder mechanisch - wie im Maschinen- oder Roboterbau. Sondern nach Möglichkeit beides oder irgendwie dazwischen. Schon spannend, oder?

ohb_g3.gifMit von der Partie sind zudem eine Reihe von KünstlerInnen und Projekten, die nicht nur für treue Log.Buch-LeserInnen sozusagen alte Bekannte sein dürften.

Wie zum Beispiel Aram Bartholl, dessen "Random Screen" erst vor kurzem eins der, wenn nicht *das* absolute Highlight der diesjährigen transmediale-Ausstellung war [hatte noch keinen eigenen Eintrag bislang - das muss wirklich mal dringends nachgeholt werden].

Oder The Art of the Overhead - ein Projekt, das nicht von ungefähr bereits vor einigen Monaten schon mal an dieser Stelle heftig umschwärmt wurde (s.d. Eintrag vom 22.11.05).

ohb_g1.gifSpeziell zum Thema Overhead hat es in diesem Fall aber noch eine weitere echte, ganz besondere Leckerei, die ihrerseits aus einem äusserst sympathsichen Projektkontext kommt: Nämlich die Overhead Bots, die das Kollektiv der strudel beigesteuert hat.

Gleich nach - nein, unter Abzug des Heimvorteils ehrlich eingestanden: sogar noch vor den von Uwe Schüler bei HOME MADE kultivierten Sonnensängern bzw. Jammermaschinchen (btw.: Zeit, das eigene mal ein paar Frühlingsstrahlen schnuppern zu lassen**) ganz sicher das Netteste, was die Welt der zauberhaften Belebung durch Licht in letzter Zeit gesehen hat.
Jedenfalls: Hätte das Medium einen Overheadprojektor daheim, würde es liebend gern ein paar Exemplare als Haustierchen halten!

[Bildchen: Zeigen, wie unschwer erkennbar, die wunderbaren Overhead Bots in ganzer Pracht. Dafür ein dickes Merci an Christian Faubel von der der strudel. Übrigens kann man - wie auch auf einem der Bildchen zu sehen - die Overhead Bot-Bauer dazu einladen, ihr Wissen in Form von Workshops weiterzugeben. Das wäre doch mal was feines für HOME MADE, oder?]

* PS: Gerade noch mal nachgeschaut, weil der festen Überzeugung gewesen, schon mal eine Ausstellung in dieser Institution umworben oder wenigstens en passant verankert zu haben. Nichts gefunden. Was vielleicht auch damit zu tun haben könnte, dass das spezielle Seitendesign des TENT zwar ganz originell sein mag. Aber nun wirklich fast alles toppt, was dem Medium je an Verankerungsunfreundlichkeit untergekommen ist. Grusig.

** Sieht man tatsächlich nicht im entsprechenden Eintrag, sondern am besten hier. Das letztes Jahr beim Solothurner Workshop selbst gebaute Jammermaschinchen ist aber nochmal ein bisschen prächtiger, von den tonalen Kapazitäten mal ganz zu schweigen. Himmel. Wird Zeit, dass es auch mal einen Eintrag bekommt.

Von miss.gunst am 14.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.03.07

opera calling

oca_ksw.gifAus aktuellem Anlass und sozusagen in mehrfacher Hinsicht virtuell gleich wieder zurück nach Zürich.
Dort startete nämlich vergangenen Freitag - als leider so gar keine Zeit war, das Log.Buch zu versorgen - ein Projekt, das einen ganz speziellen D.I.Y.-Zugang zur Sphären propagiert, die sich gern als eher etwas exklusive Hochburgen der Hochkultur geben.

Und das soll in etwa so funktionieren:

Stell Dir vor, Dein Telephon klingelt - und die Oper ist dran.
Nein, nicht die Kasse, bei der Du um Rückruf batest, falls es doch noch Restkarten für die Premiere geben sollte.
[Wäre eh ein Traum gewesen, denn erstens hättest Du in dem Fall anrufen bzw. persönlich vorbeigehen müssen, um selbst nachzufragen. Zweitens hättest Du Dir Premierenkarten eh nicht leisten können, jedenfalls diesen Monat nicht. Und drittens: Ach, die Oper...]

oca_g2.gifAber es ist eben sowieso nicht die Kasse am Apparat. Und auch nicht die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise.
[Das schiene Dir schon wesentlich realistischer: Mit einer dieser neuerdings so modischen Evaluationsumfragen. "Dürfen wir fragen, wann Sie das letzte Mal... Noch nie? Aha. Und dürfen wir dann fragen, weshalb? ... Total taub??... Aha. Aber... wie können wir dann telephonieren???"]

Also nochmal von vorn: Stell Dir vor, Dein Telephon klingelt und die Oper ist dran. Genau so: Du nimmst den Hörer ab, und am anderen Ende schmettert Dir direkt Rodolfo eine Arie ins Ohr. Oder, genauer gesagt: Marcelo Alvarez, der gerade an der Oper Zürich den entsprechenden Heldentenor gibt.

oca_g4.gifGibt es nicht? Gibt es doch - sagen die "Mediengruppe bitnik" und Sven König (genau: der mit den sCrAmBlEd?HaCkZ!) in ihrem aktuellen Projekt "opera calling". Man müsse schliesslich nur eine Wanze im Opernhaus verstecken und diese dann mit einem Rechner verbinden. Der wählt nach dem Zufallsprinzip Nummern aus dem Zürcher Telephonbuch an. Und schwupp! Hat es Opernabend frei Haus.

Aber das soll noch nicht alles sein: Damit noch mehr Menschen etwas von der akustischen Kulturdusche abbekommen können, hängen zudem im Cabaret Voltaire traufenweise Hörer von der Decke. Aus denen, so heisst es im F.A.Q. von "opera calling" erstens während der Opern-Aufführungen die entsprechenden Kaper-Anrufe eingespielt werden.
Und zweitens ausserhalb derselben, damit die Katakomben-Galerie während eines Grossteils ihrer Öffnungszeiten nicht einfach nur Kulisse bietet, Zufallseinspielungen aus Mitschnitten vom Vortag, nein: Vorabend um genau zu sein.

Nunja. Wer - was ja auch in ansonsten den elektronischen Künsten zugeneigten Kreisen vorkommen soll - hin und wieder einmal in die Oper geht, wird sich schon an dieser Stelle seinen Teil denken. Tatsächlich gibt es nur eine einzige Möglichkeit, Oper für mehr Menschen zu öffnen: Nämlich Karten günstiger oder frei zu vergeben. Richtig Oper ist schliesslich nur dann richtig Oper, wenn sie live und vor Ort wahrgenommen werden kann. Selbst ein Stehplatz ohne Sicht in einer no name-Aufführung gibt noch unendlich viel mehr als der beste Mitschnitt einer Starbesetzung. So ist das nun mal.

oca_g3.gifDass die Oper Zürich - wie zu vernehmen ist - wenig amüsiert auf das Projekt reagiert, dürfte denn auch eher ganz andere Gründe als ein prinzipielles Missfallen an dem Gedanken haben, dass Menschen ohne Ticket ein ohnehin akustisch nur bedingt bzw. vielleicht eher als Noise-Performance goutierbares Häppchen aus dem Spielplan kredenzt wird. Schöde winkt da einfach das Aufführungsrecht, das unautorisierte Mitschnitte nicht gstattet und noch viel weniger deren Verbreitung.

Als noch um einiges gravierender liesse sich allerdings ein solcher Missbrauch des elektronischen Telefonbuchs und des Telefonnetzes beziffern, wie ihn das Konzept von "opera calling" so genüsslich beschreibt. Mal ganz abgesehen davon, dass es schon von einem recht seltsamen Demokratieverständnis von/für Kunst zeugen würde, wenn man Menschen in Werbung-via-Callcenter-Manier per abendlichem Anruf Arien auf die Ohren zwingt.

Nun, stell Dir vor, es wäre dem so:

Würde es sich wirklich lohnen, für die Aneignung und Ausschüttung verrauschter Klänge zwecks zwangsweiser Beschallung von Menschen ausgerechnet durch Opernarien ein ganzes Bouquet von Strafverfahren zu riskieren - aus dem am Ende dann auch kein "Es-war-doch-nur-Kunst"-Argument heraushelfen kann?

oca_g1.gifOder wäre es vielleicht einfach schon schön, wenn nur genug Leute an den opera-blen McGuffin glaubten?
Wo es doch gute Tradition ist, aus dem Cabaret Voltaire der eitlen Hochkultur den Finger zu zeigen - und sei es nur im Spass, weil man am Ende auch selbst so etwas wie Hochkultur für ein paar Happy Few, nämlich in diesem Fall die peer group der an elektronischer Kunst und Experimentellem Interessierten macht.

Fragen, über die man womöglich weniger im Kreis der Appropriationsartisten als in der Zürcher Oper grübeln sollte. Zwinkerzwinker, stuppsstupps.

Mehr Meinungen und Informationen zum Thema:

- Rico Bandle im kulturblog: "Wanze in der Oper" und "Opernhaus droht Cabaret Voltaire"
- in der netten Nachbarschaft des digital brainstorming blog von Kollege Sternenjaeger: "Cabaret Voltaure kitzelt Opernhaus";
- Reportage-Audioclip und Interview mit CV-Leiter Philipp Meier bei (((rebell.tv))).

[Bildchen: Alle "opera calling".]

Von miss.gunst am 13.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.03.07

neues vom popupshop

pusp_ksw.gifZur Abwechslung mal als Rückblick, was sonst vielleicht einfach eine Empfehlung geworden wäre. Jedenfalls konnte, weil eben noch rechtzeitig von Zürich nach Frankfurt geflitzt, mehr oder weniger kurz vor Abbau der Zelte einem weiteren Auftauchen des popupshops beigewohnt werden.

Als Fan will man da natürlich gern Bericht erstatten. Zumal es sich in diesem Fall auch noch drumherum um eine
Veranstaltung handelte, die mindestens von der Anlage her ebenfalls ein wenig in Richtung D.I.Y winkte. Nämlich die Freibank Fashion Fair bzw. deren (Erst-)Ausgabe 2007 - laut Selbstauskunft als "neue Independent-Modemesse" für "für kleinere und mittlere, unabhängige Modemacher [sowie] junge, exklusive Labels und Designer" gedacht.

pusp_g6.gifStatt fand das Ganze im so genannten Ufo Frankfurt - bekannt vor allem durch bzw. als Lokation von Sven Väths Cocoon Club; tagsüber allerdings, eher weniger glamourös, einfach einer der unzähligen Büroloftbauten, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden der Industrieperipherie geschossen sind. Was sich dann bei näherer Inaugenscheinnahme des Anlasses als erst recht zu selbigem passendes Environment herausstellte. Kathedrale des Elends der Creative Industries, um es gleich mal auf den Punkt dahinzuschwittern.

Eine (Teil-)Etage, deren Leerstand nun also interim für drei Tage mit Ständen gefüllt worden war. Schon deutlich von dem Versuch geprägt, alles liebevoll anzurichten und irgendwie nett zu präsentieren. shirt productions beispielsweise hatte seine Auslagen mit derart prächtigen Vintage-Gusseisenkaminen dekoriert, dass die Haupt- fast für eine beiläufig mitgebrachte Nebensache gehalten werden konnte.

Ergo aber etwas irritierend, dass mithin eines der attraktiveren Angebot der Freibank Fashion Fair eher off topic lag. Wofür natürlich die Öfen nichts konnten.

pusp_g5.gifNun sind Geschmäcker ja verschieden - und nicht wenige derer, die zwischen den Ständen herumwuselten, schienen mit dem Gebotenen auch recht glücklich zu sein. Wer zum Beispiel nach Gürteln aus Fahrradschläuchen (Schlauch Shop) gucken wollte oder ein Hemd mit Ascii-Code-Dekor erstehen (Codierbar?!) oder als Alternative zur Freitag-Tasche eine von Hack haben, kam durchaus auf seine Kosten.

Wirklich originelle Mini-Label-Mode machte sich jedoch mehr als rar. Immerhin waren die Bornheim Originals mit dabei. Sowie Frank Hartling - und damit ein Anker zum von Iris Becker betreuten Webportal LabelSuite, das für die Frankfurter Designer - möglicherweise besser, als es eine Freibank kann - als gewissermassen ganzjährig aktive Messe und Ladenschaufenster funktioniert. Und übrigens auch ein eigenes Blog hat. Aber das nur beiseit....

Wer jedoch - um der Einfachheit halber mal bei lokalen Sternen zu bleiben - von kleiderstangenweise Ketchup&Majo, ichwareindirndl oder auch nur ein paar klitzekleinen Beutestücke aus dem Jagdschloss geträumt haben sollte: Nichts dergleichen.

Verständlich vielleicht, weil man ja ebensogut direkt die lokalen Läden aufsuchen kann - da braucht es nicht noch eine Messe nebenbei. Nur wäre es dann doch ganz schön gewesen, wenigstens externe Äquivalente wie zum Bleistift Puddingtown zu Gast zu haben. Aber nichts derlei. Leiderleider.

pusp_g1.gifFolglich war es um so weniger ein Wunder, dass das Medium ziemlich zielstrebig beim popupshop landete, der sich passender Weise ausserhalb des offiziellen Parcours eigenischt hatte. Und nahezu unvermeidlich, ungeachtet allfälliger (gleichwohl: nicht wirklich gefasster) guter Vorsätze zur Enthaltsamkeit schon wieder schwach geworden ist. Allerdings bei aller Begehrlichkeit ganz brav die Börse zückend - was an dieser Stelle deshalb erwähnt werden muss, weil es andere das letzte Mal offenbar anders gehalten haben.

Ausgerechnet in so einem herzigen Lädchen einfach etwas mitgehen zu lassen: Das ist schon mehr als gemein und schlichtweg nur daneben. Dürfte das Karma hoffentlich so nachhaltig beschädigen, dass im nächsten Leben eine Existenz als Raviolidose (bestenfalls) oder Gulli-Sieb (noch immer viel zu nett) winkt.

[Bildchen: Alle popupshop. Oben links und unten rechts das aus guten Gründen protestierende frfr. Ansonsten: Das aktuell erbeutete Glück.]

Von miss.gunst am 12.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.03.07

freundschaft radio (WRT)

frrad_ksw.gifFrüher hätte man das etwa so formuliert: Jeden zweiten Sonntag des Monats schwappen Wellen der Freundschaft durch den Äther - und wir stürzen uns freudig hinein.
Aber Äther war gestern, und wenngleich die Radiowellen glücklicherweise noch nicht ausgedient haben, freut sich das Medium um so mehr, wenn es einen Webradio-Tipp ausgeben kann.

frrad_g.gifWie eben in diesem Fall, für die Radiosendungen von Freundschaft, die es an jedem zweiten Sonntag des Monats auf dem, Frankfurter RadioX gibt.
[Achtung: "Jeden zweiten " meint hier nicht: alle vierzehn Tage, sondern die Platzierung im Kalender, welche die zweite Kalenderwoche des jweiligen Monats betrifft.]

Einen ebensolchen haben wir heute (11.03.07), ergo steht Radio Freundschaft auf dem Programm. Und auf diesem wiederum Tobias Schmitt - a.k.a. acrylnimbus und eine der treibenden Kraft hinter Radio Freundschaft. Der seinerseits Tomislav Bucalic und Aidan Mark als Gäste begrüsst, um den geneigten HörerInnen eine weitere Folge der [Freundschaft über Freundschaft - aber da ist auch drin was draufsteht:] "Sendung für improvisierte, elektronische und experimentelle Konzerte live aus dem Radiostudio" bieten zu können.

Für einen kleinen Vorgeschmack kann man im entsprechenden Fach auf Bucalics Heimseiten ein Mini-Bukett von Audio-Filechen finden.
Und ansonsten sich eben entweder auf der lokalen Welle zuschalten oder in den Web-Livestream von RadioX (Frankfurt!) werfen.
Und zwar von 21:00 Uhr bis 22:00 Uhr.

[Bildchen: Diesmal ganz und gar frei zum Thema freund(schaft)liches Radio assoziiert.]

Von miss.gunst am 11.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.03.07

rotTT rockt (noch mehr noise, ff. - mit WRT)

rttb_ksw.gifLeider aus einiger Entfernung vom Ort des Geschehens und daher ohne Chance, sebst zu selbigem zu pilgern: Eine eilige Empfehlung zur etwaigen Abendgestaltung für diejenigen, die heute (10.03.07) in Berlin weilen.
Wo es nämlich Gelegenheit gibt, der akustischen Seite des rotTTens etwas abzugewinnen.

Klingt komisch?
Nein - und deshalb passt es ja gerade so gut in den aktuellen Strang zum entsprechenden Thema - eher noisig. Weshalb man naiverweise vielleicht auch meinen könnte, dass das Akronym tatsächlich etwas mit Zerrüttungs- und Zerfallsprozessen zu tun hat.

rttb_g.gifDem ist jedoch nicht so. Vielmehr geht es um die temporäre Vereinigung verschiedener Bild- und Klangschaffender unter dem schönen Namen "the return of the Think Thing", die schon seit einigen Jahren - allerdings nicht immer in derselben Besetzung ihr Un- bzw. Wesen sowohl zum eigenen Plaisir wie dem der jeweils Anwesenden treibt.
Wobei für Letzteres freilich in der Tat eine gewisse Toleranz gegenüber bzw. Freude an harscheren Geräuschfeldern eine Voraussetzung ist. Von wegen "Studies in serendipity"...

Testen lässt sich das heute Abend ab 20:00 Uhr im Raum von top e.v. Berlin (Schwedenstr. 16, 13357 Berlin-Mitte/Wedding).
Aber eben auch - und das wäre immerhin eine Option, wenngleich in diesem Fall auf Visuelles ganz und die Performance weitestgehend verzichtet werden muss - per mp3-Livestream. Also fast schon so etwas wie ein Webradio-Tipp.

P.S.: Kurz mal versuchsweise Reinhören in eine rotTT-Produktion? Kann man bei OPSOUND, wo es ein Minimini-Kostpröbchen gibt.

[Merci an Manuel Bonik - neben travellab & nightacademy-organisator langjähriger rotTTierer - für den Wink!}

Von miss.gunst am 10.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.03.07

take back the noise

wtbtn_ksw.gifNein, darum etwas zurückzunehmen geht es hier nicht. "take back" meint in diesem Fall, ganz handgreiflich: Wiederaneignung. Mit einem grossen W. Wie bitte?
Wirkt vielleicht etwas wunderlich - weil man ja erst mal denken könnte, dass auf so etwas wie Noise eigentlich weder Besitzansprüche erhoben werden sollten. Noch ergo etwas genommen, weggnommen oder wieder zurück geholt werden kann.

Aber die Verhältnisse, sie sind bekanntlich nicht so. Beziehungsweise: Eben um die Verhältnisse geht es.

Möglicherweise ist bei den bisherigen Einträgen zum Thema kaum jemand aufgefallen, dass ein Verhältnis - Lust am Rauschen und den Geräuschen hin oder her - ganz und gar nicht noisig im Unentscheidbaren bleibt.
Das zwischen den Geschlechtern nämlich. Oder genauer gesagt: ihrer Repräsentation.

wtbtn_g1.gifEin/e gender-switchende Alan/Alna Courtis macht in der curmbox beispielsweise in dieser Hinsicht noch keinen Sommer.
[Wobei: Immerhin. Und auch zum Grünrekorderfestival waren mit Anthea Caddy und Themby Soddell zwei ganz grossartige Vertreterinnen Fachs geladen.]

Aber vielleicht sollte man es sowieso am besten so formulieren: Nicht dass es nicht genug Frauen in der Noise Musik gäbe. Vielmehr kann es gar nicht genug Frauen in der Noise Musik geben. Klingt doch gleich viel besser, oder?

Gute Argumente für's Ohr bietet dazu die drei Silberscheiben starke Kompilation (aha, das grosse W:) "WOMEN TAKE BACK THE NOISE".
Dass man sie auf den Webseiten des Projekts bestellen kann (Auflage 1000, 600 sind mitterweile schon weg - also hopp!) ist eh klar - aber der Besuch lohnt auch unabhäng davon in jedem Fall.

Denn: Die Seite bietet zudem eine Sammlung von Ankern zu den beteiligten Künstlerinnen, so dass Absolute Beginners auf diesem Feld die besten Chancen haben, a) ad fontes geführt dann eben auch aus der Quelle trinken - und sich gleich mal so richtig betrinken zu können (um im Bild zu bleiben) sowie b) auf diesem Wege sich unschlagbare Fachkenntnisse aneignen werden.

Und damit nicht genug, hat es auch noch jede Menge Leckereien drumherum, wie Live-Konzertaufnahmen, Bonustracks, Videos, Radiosendungsmitschnitte undundund.

wtbtn_g2.gifWas sicher (versprochen!) nicht nur hartgesottene Noise Fans, sondern wohl jede/n, die oder der sich ein bisschen für experimentelle Sounds interessiert, gut und gerne einige Tage glücklich beschäftigen dürfte.

Und genau das soll es auch. Stehen nämlich mal wieder Exkursionen zu anderen Baustellen an. Bleibt treu!

[Bildchen: Sind wie unschwer zu sehen von der WOMEN TAKE BACK THE NOISE und führen auch auf diese. In ganzer Pracht: die mit leckerem Blumenbouquet und im praktischen Kulturbeutel auf jeden Fall bestens aufgelegte Edition.]

Von miss.gunst am 07.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.03.07

aesthetics of noise (sangild)

tsan_ksw.gifSozusagen zum Ausgleich der eher brachialen Portion akustischer Praxis eine etwas sanftere Annäherung ans Thema. Und ein wenig theoretische Unterfütterung kann ja sowieso nie schaden.
Weshalb heute mal ein Text zur Ästhetik des Noise in den Zettelkasten wandert.

Der schon deshalb bestens passt, weil er gleich in den ersten Sätzen ein Spektrum aufmacht, das den bisherigen Log.Buch-Einträgen zu Noise recht gut entspricht:

"Noise can blow your head out. Noise is rage. Noise is ecstatic. Noise is psychedelic. Noise is often on the edge between annoyance and bliss. Noises are many things."

Nichts geht über ein solches, klingendes Entrée, das doch gleich Lust aufs Weiterlesen macht. Oder?

tsan_g.gifGut zugegeben: Der nächste Satz heisst "Noise is a difficult concept to deal with."
Aber schliesslich will Torben Sangild in seinem Essay "The Aesthetics of Noise" - eigentlich ein 2002 bei datanom erschienenes Büchlein, dessen digitale Bereitstellung wir dem wunderbaren ubu.web verdanken - ja auch nicht nur poetisch sein, sondern sein Feld durchaus etwas systematischer beackern.

Herausgekommen ist eine angenehm kompakte Reflexion, deren Lektüre dre geneigten, und speziell natürlich der dem Thema zugeneigten Leserschaft hiermit wärmstens ans Herz gelegt sei.
Und vielleicht findet ja der eine oder die andere hernach, dass sich das ganze noch viel schmucker als auf dem Bildschirm im heimischen Bücherregal machen würde? Besagtes Druckwerk, dem der Text entstammt, ist nämlich wohl immer noch bei datanom erhältlich (wenn man dort auf die Buchinfo-Seite gehen will, wird man derzeit allerdings - hoppla - gleich ins zugehörige root-Verzeichnis geleitet, was wahrscheinlich nicht im Sinne der Erfinder ist).

P.S.
Wer des Dänischen mächtig ist oder einfach auf gut Glück mal schauen möchte (ist doch schon so, dass sich manches ja auch ganz intuitiv erschliesst), sei noch auf Torben Sangilds Weblog hingewiesen. In dem es zwar keine eigene Kategorie für Noise hat, wohl aber eine Sparte Musik, aus der - das sehen auch nicht des Dänischen mächtige Medien sofort - gleich jede Menge sympathischer Gegenstände winken.

[Bildchen: Sieht irgendwie aus wie (fast) immer, wenn in diesem Log von Noise die Rede ist? Sicher. Wurde aber doch gewissermassen direkt am Gegenstand imaginiert.]

Von miss.gunst am 06.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.03.07

noch mehr noise...

cbna_ksw.gif... gab es vorgestern in der Frankfurter curmbox 2. Ist also schon vorbei. Und insofern das Medium abwesend war, kann es auch keinen Bericht erstatten.
Weil der Anschluss an den vorauf gegangenen Eintrag aber so gut passt und man sich zudem auch online einen trefflichen Eindruck von den Akteuren verschaffen kann, werden nachträglich doch noch ein paar Anker gesetzt.

Schliesslich gehört man sowohl zu den Sympathisanten des Aufführungsortes. Als auch des Genres an und für sich. Im Allgemeinen jedenfalls.

cbna_g.gifOb auch im Speziellen bzw. in diesem Fall? Dürfen die geneigten LeserInnen jetzt einfach mal selber testen.
Zwar ist der Besuch von Heimseiten zwecks Erlauschen des einen oder anderen Audiofiles ganz sicher nicht dasselbe, wie einer Live-Performance beizuwohnen. Aber hin und wieder kann es ja sogar die entspanntere Art der Begegnung bieten.

Als da wäre zum ersten Mutant Ape (nicht "A", sondern "THE noise of Britain!" ruft der meta-tag). Der selbstredend auch über eine mySpace-Noiseseite verfügt. [Obacht mit den Lautstärkereglern: da gibt es gleich entsprechend heftig auf die Ohren. Aber, kleiner Tipp am Rande: Wem das richtg gut tut, kann sich - so die auf den Heimseiten des Mutierten Affen bereitstehenden Stücke nicht reichen - auch noch die Produktion "Power Blood Clot" bei archive.org zu Gemüte führen. Die der Gute dort übrigens, kleiner Scherz beiseit, als Ballade führt.]

Desweiteren mit dabei Filthy Turd, ebenfalls UK und ebenfalls mit einschlägig ausgestatteter mySpace-Seite. Auf der es insbesondere die Clips zu beachten gilt, da es sich nach einhelliger Meinung um einen begnadeten Performer handelt, es also ausser auf die Ohren auch noch etwas auf die Augen gibt.

Und noch einen? Kein Problem. Der dritte Anker führt uns zu Buckettovsissors, der schon häufiger bei der curmbox zu Gast gewesen ist. Sein akustisches Siegel ist bei Bedarf und nach Passage seiner Botschaftsseite direkt (!) hier zu hören.
Erübrigt sich fast anzumerken, dass auch er über eine mySpace-Seite verfügt, oder? Keine Playlist dort allerdings, sondern lediglich ein kleines Vilmchen bislang.

Sollte aber für einmal nicht zu auditorischen Mangelerscheinungen führen. Mindestens meint das Medium, dieser Eintrag bietet in dieser Hinsicht doch genug, um entsprechend aufgeweckt in die Woche zu starten...

[Bildchen: Schlichter Mediumismus. Genau betrachtet vielleicht nichtmal hinreichend noisig. Aber immerhin einer Schüssel mit Scheren entwachsen.]

Von miss.gunst am 05.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (2)

03.03.07

noise_produce (Howse)

hmrd_ksw.gifGestern Basel, heute Berlin? So will es wenigstens der Radar. In dem ist nämlich schon vor einiger Zeit mal eine Reihe von Workshops eingegangen, die längst weiterempfohlen werden sollte.
Besser spät als nie daher heute der Hinweis. Auf den noise_produce-Workshop von Martin Howse (xxxxx).

Worum es bei der ganzen Sache geht? Prägnant vom Initiator zusammengefasst um dies:

A weekly series of constructivist workshops emphasising making and connection within the field of the existent [...] led by field-expert practitioners extend over realms of code and embedded code, environmental code, noise, transmission and reception, and electromysticism.

hmrd_g1.gifKurzum: Um ziemlich genau die Dinge, für die sich auch die oder doch mindestens einige der HOME MADE-HeimwerkerInnen interessieren - wobei das Medium selbst, natur- und standesgemäss selbstredend besonders neugierig auf den electromysticism schielt. Aber keine Sorge: Wer mit dem wiederum nicht so viel anfangen kann, dürfte sich auch schon am Pragmatischen, besonders dem bei den Workshops gesetzten Fokus auf freier Software und GNU-basierten Werkzeugen delektieren.

Zu Gast war in der Reihe bislang beispielsweise auch schon die treuen Log.Buch-LeserInnen bereits aus verschiedenen Einträgen bekannte superfactory (natürlich mit Lektionen zum FM-transmitter-Eigenbau); und auch die meisten anderen Dozenten (wie: Derek Holzer, Jeff Mann und Julian Oliver), die in der Reihe zum Zuge kommen, dürften einschlägig Interessierten durchaus alles andere als unbekannt sein. (Nicht viele, aber sehr nette Bilder von zwei der Workshops der letzten Wochen gibt es übrigens im Archiv anzuschauen).

hmrd_g3.gifHeute jedoch wird erstmal wieder Martin Howse selbst den entsprechenden Part übernehmen, um - da es sich in diesem Fall schon um eine Fortsetzung handelt: weiter in die Welt des Noise einzuführen. [Der wiederum, beiseit bemerkt, in diesem Log ja sowieso mit einschlägigen Sympathien begegnet zu werden pflegt...]

Auf dem Programm steht dabei das bekanntlich ebenfalls zu den klassischen HOME MADE-Handwerksdiziplinen zählende Circuit Bending; und speziell u.a. die Arbeit mit der sozusagen schon legendären cracklebox.*

Heute ab 14:00 Uhr bei xxxxx, pickledfeet (Linienstrasse 54, 10119 Berlin; wer teilzunehmen plant: sollte netterweise allerdings vorher am besten noch Martin Howse zwecks Anmeldung per Mail kontaktieren).

*Himmel: Gerade beschämt festgestellt, dass die bzw. Michel Waisvisz zwar zu den guten Geistern zählte, welche das Medium im Zuge seiner Séancen in Romainmoîtier 2005 beschwor. Aber trotzdem bislang nicht im Zettelkasten des Log.Buchs gelandet ist. Was selbstredend alsbald mal nachgeholt werden muss...

[Bildchen: Stammen nicht von den xxxxx-Workshops, sondern wurden einfach aus den HOME MADE-Archiven gefischt.]

Von miss.gunst am 03.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.03.07

High Noon in Klingental (Mobiles Kino)

mkhn_ksw.gifFür Fans des Mobilen Kino und seiner phantastischen Low Tech-Games ist es sowieso ein freudig erwarteter Pflichttermin. Und alle anderen bekommen Gelegenheit, zu ebensolchen zu werden:
Heute Abend (02.03.) um 18:00 Uhr wird im Basler Kunstraum Klingental die Ausstellung "Schmalfilmelektronik" eröffnet.

mkhn_g2.gifUnd zwar mit einem "Shootout Highnoon Turnier".
Im Mittelpunkt der Schau mit den angelegentlich ja schon einmal vorgestellten Game Arcade-Automaten des Quartetts aus aus Super8-Filmschaffenden, Sounddesignern und Elektro-Bastlern (Florian Olloz, Roland Schmidt, Gilbert Engelhard und David Pfluger) steht nämlich ein Neuzugang, der in die Welt des Western entführt: "High Noon".

mkhn_g3.gifDie berühmte Schlussszene des Western-Klassikers, auf Schmalfilm nachgedreht, wird zum Szenario für eine interaktive Installation. An Stelle von Colts stehen allerdings zeitgemässere Waffen zur Wahl: Gesteuert wird das Gefecht per Telefon. Wer denkt, dank flinker Daumen den Sieg bereits in der Tasche zu haben, irrt sich freilich: Das medienarchäologisch gewiefte Kunst-Kollektiv hat zudem zünftige Exemplare mit der guten alten Wahlscheibe aufgetrieben. In nostalgische Träumerei darf man dennoch nicht verfallen, wenn man seinen Helden siegen lassen will. Denn wie bei einem echten "Arcade Game" – und wie im Hollywood-Kino – entscheiden am Ende doch zügiges Ziehen und ein gezielter Schuss.

Die eigene Treffsicherheit lässt sich, wie eingangs bemerkt, bereits ab heute Abend testen. Die Daten ansonsten:

  • MOBILESKINO : "Schmalfilmelektronik"
    02. bis 11. März 2007 (Eröffnung: 02. März ab 18 Uhr)
    Kunstraum Klingental
    Kasernenstrasse 23, 4058 Basel, Tel. +41 61 681 66 98
    Öffnungszeiten: Di. - Fr. 15 -18 Uhr, Sa./So. 11 – 16 Uhr
  • [Bildchen: Grand Merci an David Pfluger!]


    Von miss.gunst am 02.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

    01.03.07

    Sound Garden

    nhsg_ksw2.gifWeil es gerade so gut passt, gleich noch etwas zum Thema Klanggärtnerei:
    Ein Projekt, das direkt dazu einlädt, selbst tätig zu werden und Klänge zu pflanzen. Und dabei nun wirklich ganz und gar unabhängig von den Jahreszeiten ist.

    Nobert Herbers Sound Garden wächst nämlich ausschliesslich im elektronischen Raum.
    Zwar gibt es durchaus eine Manifestation im so genannten Meat- bzw. Meetspace. Aber es wird weder mit biologisch-dynamischem Anbau operiert noch Frühstück im Grünen serviert:

    "Sound Garden is the second work in a series of musical installations that explore the relationship of people, location, and audio relative to technology. In this context, people include those who use, visit, listen to, and tend the garden. Location means both physical and virtual spaces, and audio refers to manifestations of sound, silence, noise, and music. The technology explored in this project specifically includes interactive, telematic systems, digital signal processing (for audio), quadraphonic amplification, environmental sensors, and artificial life (A-Life) systems."

    nhsg_g.gifDas mag auf den ersten Blick einigermassen kompliziert klingen (von wegen "Künstliches Leben", "Telematische Systeme" und "Quadrophonie". Wer den Garten besuchen oder mitgärnern möchte, braucht jedoch lediglich einen online-Zugang zur Webpräsenz, gegebenfalls ein Mikrophon und eine Audiobearbeitungssoftware (wie zum Beispiel das frei erhältliche Audacity), um eigenes Klangmaterial zu digitalisieren und in mp3 zu wandelt - wenn es schon vorliegt, muss es einfach nur per Formular auf der Heimseite des Gartens aufgeladen werden.
    Dort stösst man auch auf die Pflanzungen anderer Klanggärtner, die man begutachten und - so man lustig ist - auch ausrupfen und umtopfen darf.
    Und wer den Sound Garden lediglich besuchen möchte, kann ihn einfach über einen Webstream betreten.

    Daneben gibt es nun durchaus noch eine "location in physical space". Aber da diese im fernen Bloomington an der Universität von Indiana angelegt wurde und - mindestens bislang - keine Bilder zur Verfügung stehen, lässt sich über diese nur spekulieren.
    Das Medium mutmasst jedenfalls, dass sie ähnlich schlicht anlegegt sein dürfte, wie diejenige von Herbers voraufgehendem Projekt, Perturb - wo es offenbar vor allem um die Schnittstelle am Rechner ging, um die herum man es sich auf Kissen gemütlich machen konnte (s. die Fotodokumentation).
    Den (gestrost mitlesenswerten) "Sound Garden Notes" auf der Sound Garden-Projektseite sind jedenfalls keine Hinweise auf Grünes zu entnehmen.

    Als Alternative zu einem Ausflug nach Indiana, zu dem sich mindestens die auf dem europäischen Kontinent versammelten potentiellen Klanggärtner wohl nicht so leicht aufschwingen werden, sei daher ein Spaziergang auf Norbert Herbers Heimseiten empfohlen. Wo man nämlich noch auf einige weitere interessante Projekte stossen kann.
    Zu denen, bzw. dem einen oder anderen, das sich das Medium mit Interesse beäugt hat, dann vielleicht noch ein andermal mehr.

    Von miss.gunst am 01.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)