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07.03.07
take back the noise
Nein, darum etwas zurückzunehmen geht es hier nicht. "take back" meint in diesem Fall, ganz handgreiflich: Wiederaneignung. Mit einem grossen W. Wie bitte?
Wirkt vielleicht etwas wunderlich - weil man ja erst mal denken könnte, dass auf so etwas wie Noise eigentlich weder Besitzansprüche erhoben werden sollten. Noch ergo etwas genommen, weggnommen oder wieder zurück geholt werden kann.
Aber die Verhältnisse, sie sind bekanntlich nicht so. Beziehungsweise: Eben um die Verhältnisse geht es.
Möglicherweise ist bei den bisherigen Einträgen zum Thema kaum jemand aufgefallen, dass ein Verhältnis - Lust am Rauschen und den Geräuschen hin oder her - ganz und gar nicht noisig im Unentscheidbaren bleibt.
Das zwischen den Geschlechtern nämlich. Oder genauer gesagt: ihrer Repräsentation.
Ein/e gender-switchende Alan/Alna Courtis macht in der curmbox beispielsweise in dieser Hinsicht noch keinen Sommer.
[Wobei: Immerhin. Und auch zum Grünrekorderfestival waren mit Anthea Caddy und Themby Soddell zwei ganz grossartige Vertreterinnen Fachs geladen.]
Aber vielleicht sollte man es sowieso am besten so formulieren: Nicht dass es nicht genug Frauen in der Noise Musik gäbe. Vielmehr kann es gar nicht genug Frauen in der Noise Musik geben. Klingt doch gleich viel besser, oder?
Gute Argumente für's Ohr bietet dazu die drei Silberscheiben starke Kompilation (aha, das grosse W:) "WOMEN TAKE BACK THE NOISE".
Dass man sie auf den Webseiten des Projekts bestellen kann (Auflage 1000, 600 sind mitterweile schon weg - also hopp!) ist eh klar - aber der Besuch lohnt auch unabhäng davon in jedem Fall.
Denn: Die Seite bietet zudem eine Sammlung von Ankern zu den beteiligten Künstlerinnen, so dass Absolute Beginners auf diesem Feld die besten Chancen haben, a) ad fontes geführt dann eben auch aus der Quelle trinken - und sich gleich mal so richtig betrinken zu können (um im Bild zu bleiben) sowie b) auf diesem Wege sich unschlagbare Fachkenntnisse aneignen werden.
Und damit nicht genug, hat es auch noch jede Menge Leckereien drumherum, wie Live-Konzertaufnahmen, Bonustracks, Videos, Radiosendungsmitschnitte undundund.
Was sicher (versprochen!) nicht nur hartgesottene Noise Fans, sondern wohl jede/n, die oder der sich ein bisschen für experimentelle Sounds interessiert, gut und gerne einige Tage glücklich beschäftigen dürfte.
Und genau das soll es auch. Stehen nämlich mal wieder Exkursionen zu anderen Baustellen an. Bleibt treu!
[Bildchen: Sind wie unschwer zu sehen von der WOMEN TAKE BACK THE NOISE und führen auch auf diese. In ganzer Pracht: die mit leckerem Blumenbouquet und im praktischen Kulturbeutel auf jeden Fall bestens aufgelegte Edition.]
Von miss.gunst am 07.03.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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