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30.04.07

Triebwerk für Videoproduktion (gearbox)

gbtk_ksw.gifUm gleich mal flink zur Einlösung des gestern gegebenen Versprechens zu schreiten, noch die eine oder andere Trouvaille aus dem "unknown territories"-Progamm blinken zu lassen:
Im "MediaShed" - einerseits tatsächlich "Medienschuppen", nämlich dem Produktionszelt der Veranstaltung, andererseits Repräsentanz der gleichnamigen Initiative - hatte es derlei gleich haufenweise.
Wie zum Beispiel die gearbox, die denn auch stande pede in den HOME MADE-Zettelkasten wandern muss.

Bei diesem rundum äusserst sympathischen Projekt handelt es sich um eine Plattform, die MediaShed gemeinsam mit eyebeam initiiert wurde - jener New Yorker Organisation, die (aaarg, noch eins:) am vergangenen Wochenende das diesjährige bentfestival beherbergt hat (also auch verpasst; immerhin gibts Einträge zu voraufgegangenen Ausgaben).

gbtk_g.gifZiel und Zweck der gearbox ist denkbar klar definiert: Sie soll als "Free-media Video Toolkit" fungieren, also Open Source-Freeware zur Produktion von budgetfreundlichen Videos versammeln.

Das mag erst mal einfach ziemlich nützlich klingen - in dieser speziellen Werkzeugkiste lohnt es aber selbst dann mal ein bisschen zu kramen, wenn man sich bereits bestens ausgestattet wähnt.

Denn neben ganz praktische Anleitungen wie etwa der für den Eigenbau einer kleinen Überwachungskamera auf der Basis eines Kaffeebechers wartet die gearbox bereits jetzt mit so wunderbaren DIY-Tipps auf wie dem, sich bei Mangel an adäquaten Spielorten für das fertige Meisterwerk einfach selbst ein würdiges Lichtspielhaus zu basteln.

Vielleicht etwas weniger leicht praktikabel, aber mindestens ebenso originell: Heisse Tipps, wie man an ein Stunt-Double für riskante Actionvilmchen gelangt, bei denen man selbst die Hauptrolle zu spielen gedenkt.

Kurzum: Lauter tolle Tools und Step-by-Step-Instruktionen, die sich künftig sicher noch mehren werden. Und kein Zweifel, dass die gearbox schon jetzt ein unverzichtbares Triebwerk für Heimwerker-Videoproduktionen stellt!

[Bildchen: Ist das schicke Signet der grossartigen gearbox. Die als solche übrigens mit einer Creative Commons-Attribution-Linzenz 3.0 versehen ist, welche dann wohl auch für ihre Inhalte gilt.]


Von miss.gunst am 30.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.04.07

unbekannte gefilde

utef_ksw.gifJa genau. Aber nicht irgendwelche, obzwar weisse Flecken auf Landkarten, auch mentalen, sowieso eine verlockende Angelegenheit sind.
Sondern das gleichnamige Festival, das in den letzten Tagen in Cambridge stattgefunden hat.
Selbst zwar in eine ganz andere geographische Richtung reisend unterwegs gewesen, insofern kann es keine Berichterstattung werden.
Trotzdem wäre es sträflich, nicht wenigstens einen flüchtigen Seiten- bzw. Rückblick auf "unknown territories" geworfen zu haben.

utef_g2.gifZumal mit einer Abordnung von interdisco und mittelbar auch mit Andi Studer von netaudio london bzw. after dinner die Schweiz gerade im Musikbereich ziemlich würdig vertreten war.

Vor allem aber natürlich wegen des Programms, bei dem es nämlich mehr oder weniger rundum um Erkundungen und Gebrauch von Medien und Technologien ging, die eigenständige Zugänge und Produktionen ermöglichen.

utef_g1.gifInteressant kann ein kleiner Spaziergang auf den Heimseiten von "unknown territories" natürlich auch schon sein, um zu schauen, was man so alles verpasst hat, wenn man in diesen Tagen eben nicht in Cambridge, sondern zum Beispiel beim EMAF in Osnabrück oder beim DEAF in Rotterdam oder beim t:mefestival in Gent oder auf sonst einer der zur frühjährlichen Hochsaison miteinander konkurrierenden Festivalitäten war.

Ist in diesem Fall sogar so, dass es neben besagten Heimseiten mit der Programmübersicht ein Blog mit kleinen Berichten, eine Fotosammlung auf Flickr, einen YouTube-Kanal mit Clips (ok, um genau zu sein: bislang zwei Clips) und eine Sammlung mit Podcasts gibt - die allesamt ein ziemlich nettes Bild vom Fest vermitteln und eben auch einige Einblicke vermitteln.

Eben wegen des besagten Fokus lässt es sich zudem jedoch auch prima nach interessanten Projekten und Ressourcen stöbern. Als da zum Beispiel wären? Kommt dann bei Gelegenheit separat. Erst mal müssen die eigenen Köfferchen ausgepackt werden...

[Bildchen: Sind der wunderschönen pdf-Version des Programms entnommen.]

Von miss.gunst am 29.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.04.07

mapping festival (@ genf)

mf07_ksw.gifFür die meisten geographisch näher als Graz dürfte Genf liegen. Das Gold-Motto "Armut war gestern" würde hier wahrscheinlich etwas anders gelesen - aber heute geht es auch um etwas ganz anderes, wiewohl da in den nächsten Tagen ebenfalls kräftig gefunkelt und geleuchtet werden dürfte.
Nämlich im Rahmen der diesjährigen Ausgabe des mapping festivals.

mf07_g1.gifBei selbigem steht bekanntlich die schöne Kunst des Vjing im Mittelpunkt, also das visuelle Äquivalent zum clubgerechten Tonträgerjonglieren.

Anders als im vergangenen Jahr wird es diesmal zwar kein dorkbot-Treffen in diesem Rahmen geben (zu letzterem s.a. den Eintrag vom 27.01.06 - aha, damals fand das Ganze also etwas zeitiger statt; vielleicht, weils praktischer zum Einheizen war).

Und auch sonst liesse sich mit Rücksicht auf gewisse Neigungen zur Heimwerkerei bemerken, dass sich beispielsweise die 8-Bit-Fraktion heuer leider etwas rar zu machen scheint.
Ganz zu schweigen von konsequentestem Minimalismus, wie ihn etwa Michael Gianfreda mit seinen manipulierten Chips praktiziert, mit denen sich eine ziemlich groovy Audio/Video-Show auf die Beine stellen lässt.

mf07_g2.gifErwähnenswert vielleicht, dass eine ziemlich starke Theorie-Fraktion vertreten ist, unter anderem mit n3krosoft, dem VJtheory.net (an dessen Buchprojekt man sich auch beteiligen kann) und den Stuttgartern von fluctuating images (mehr dazu im Eintag vom 27.01.07).

Ansonsten kannswohl einfach bei diesem kleinen Hinweis bleiben - falls jemand hinfahren sollte: Viel Spass dabei!

Von miss.gunst am 26.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.04.07

gold! gold! gold!

gawg_ksw.gifSo rief einst eine Figur auf einer Kinderkassette begeistert beim Auffinden entsprechender Nuggets im Schürfschlamm-Sieb. Nur welche? Die langsam leicht lückenhaft werdende Erinnerung suggerierte grad: Tante Droll. Aber am Silbersee dürfte es doch mehr um ein anderes Edelmetall gegangen sein.
Egal: Heuer ist das Gold sowieso andernorts aufzusuchen bzw. zu finden.
Nämlich in Graz.

Als Goldgräberstadt ist das zwar nicht bekannt, leuchtet aber gern mit spannenden Veranstaltungen. Und nicht allein im Herbst.

Gerade in diesen Tagen findet nämlich im Forum Stadtpark ein bzw. das (Forum-)Festival statt, welches eben den über alle Massen vielversprechenden Titel: GOLD. Armut war gestern. trägt.

gawg_g.gifWie der Rahmen schon ahnen lässt, handelt es sich dabei nicht um die Jahreshauptversammlung eines internationalen Bankenkonsortiums oder eine Rekrutierungsparty Richtung Eldorado. Sondern um ein prächtiges Programm mit Performances, Konzerten, Lesungen, Workshops und Interventionen im öffentlichen Raum, die alternative Ökonomien thematisieren. Und vor allem anderen: Auch mit praktischen Tipps aufwarten, wie sie zu realisieren sind.

Julia Tschaikner etwa hat mit ihrer Installation thingsTOgo einen Doppelturm-Skulptur im Park errichtet, die zugleich als einfaches Tausch-Recycling-Depot funktioniert; etwas rabiater sorgt ihre Aktion FoODguerilla für eine Umverteilung der Güter.

Und Samstag vermittelte Götz Bury in einem Abend-Schnellkurs ("Leben ohne Nix"), wie man auch ohne gleich Schmalhans als Küchenmeister einzustellen recht passabel über die Runden kommen kann.

Geld ausgeben lässt sich freilich auch. Zum Beispiel für schickes Recycling-Design, wie die passender Weise aus Scheinen schöner, aber in hiesigen Längen- und Breiten nicht so kaufkräftiger Währungen gefertigten GOLD-Geldbörsen von heidenspass.

Graz ist fern und die Sehnsucht nach GOLD dennoch gross? Ein wenig Trost bietet der ForumfestivalBlog. Aber nur ein ganzklein wenig. Auf Gold muss man halt draufbeissen können.

Von miss.gunst am 25.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.04.07

ruf nach radiokunst

char_ksw.gifHimmel, das wird wirklich verdammt knapp. Aber dieser Ruf nach Radiokunst hat das Medium tatsächlich erst gestern erreicht.
Geben wir ihn einfach schleunigst trotzdem mal weiter.
Obwohl das Gerufene bis Freitag und mit der Schneckenpost in Grossbritannien sein soll. Ist also bestenfalls mit Eilboten zu schaffen.

Wie auch immer, hier ist er jedenfalls, der Ruf im Original:

ARTRADIO Open Call Cornerhouse, Manchester's international centre for contemporary arts and film, announces an open call for audio, for ARTRADIO - Cornerhouse's temporary radio station, broadcasting in FM and online through late June to August of 2007.

Deadline Friday 27 April 2007, 12noon

ARTRADIO is calling for open submissions of existing audio work of a diverse variety, for example:

a.. digital sound productions from the broad spectrum of experimental music and sound
b.. field recordings / found sound
c.. sound performance and event archives
d.. cultural interviews, radio plays and works
e.. sounds and shows for breakfast With a minimum duration of 10mins and a maximum of 1hour.

char_g.gifMore about ARTRADIO

ARTRADIO will broadcast from Cornerhouse galleries, and will form the base for a dynamic array of live residency broadcasts, events, pre-recorded and
archive programmes, as well as invited feeds, guest slots and submitted content. The public is invited to listen, observe and get involved.
Resident artists will shape the core programming of the broadcast schedule. The artists are Diana McCarty & Pit Schultz, reboot.fm, (Berlin); Eileen Simpson & Ben White, Open Music Archive, (London), David Blandy (London).

ARTRADIO will broadcast daily from 8.00am - midnight (in FM for 26 days, and online for 8 weeks, pending Ofcom confirmation of FM frequency). Normal
gallery hours apply. For the FM frequency, more information about the programme, to sign-up for updates, or to learn how to get involved please visit
www.artradio.fm

Submit work

Please include the following in your application materials:
*Artist name, full contact information & brief resume / CV
*Short statement (max 300 words) explaining the submitted work and artistic practice
*Only two entries per artist / project and submissions all as: Stereo WAV or AIFF files ready for broadcast, clearly labelled with name of artist, title, format and duration.

Deadline & Submission Address:

Materials must be received no later than Friday 27 April 2007, 12noon, by postal mail to:
ARTRADIO Open Submission, Cornerhouse, 70 Oxford Street, Manchester, M1 5NH, UK.

Please note that there is no fee available for selected work.

[Helen Wewiora, Media Curator Cornerhouse, 70 Oxford Street, Manchester M1 5NH, Tel: 0161 2001507, Fax: 0161 200 1504, www.cornerhouse.org

Nunja, wers noch wagen will (immerhin werden ja sowieso fertige Werke verlangt): Hopp! und Toitoitoi.

Von miss.gunst am 24.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.04.07

soundschwelgen satt (WRT)

lxm_ksw.gifIst ja wirklich nicht so, dass in diesem Log.Buch zuviel Hedonismus gepredigt würde. Aber auch brave HeimwerkerInnen wollen hin und wieder bequem die Füsse hochlegen und dabei gute Musik hören. Mal ganz abgesehen davon, dass letztere selbstredend ebenso gut das Tagwerk beflügeln kann.
Nachgerade ideal hierfür geeignet ist ein Webradiosender, dessen Programm es nachgerade durchgänglich ermöglicht, in angenehmen Sounds zu schwelgen. Wie sein Name bereits verpricht: LuxuriaMusic.

Was die Muse der akustischen Ausschweifung so zu bieten hat?
Unter anderem (so blinkt schon die Titelzeile der Seite):

"Exotica, Lounge, Space Age Bachelor Pad, Bossa, Bollywood, Bubblegum, Soft-Psych, Go-Go, Latin Jazz"

Und das ist nur ein Wink mit dem Appetithäppchen-Tablett. Das gesamte Menü ist natürlich am besten der Programmübersicht zu entnehmen - und praktischer Weise werden im fernen Europa ansässige HörerInnen bei der Umrechnung des Stundenplans auf die eigene Zone durch die Anzeige der aktuellen Luxuria-Zeit unterstützt.

lxm_gg.gifWer dann mehr ins Detail gehen will, kann sich zudem über die Profile der aktiven DJs informieren.

Die Shows werden teilweise live präsentiert (im Kalender gelb) und ansonsten als Vorproduktionen eingespielt (im Kalender grün). Der Rest der Zeit wird vom per Zufallsgenerator programmierten Luxotron 5000 bestritten (im Kalender blau)- den das Medium auf der Basis seiner eigenen Luxuriasoundbadestunden übrigens ebenfalls wärmstens empfehlen kann. Hat sogar einen besseren Geschmack als HAL, obwohl über den ja Kubrick himself gewacht haben dürfte.

Und, nicht zu vergessen: Wie die meisten professionellen Netzradios hält auch LuxuriaMusic stets die aktuellen Playlists mit Ankern zu Musikplattformen bereit, so dass man im Fall der Fälle auch schnell mal nachschlagen kann, ob bzw. wo sich die gerade ins Ohr Herz geschlossene Perle erstehen liesse.

Ansonsten durchaus noch erwähnenswert ist die Geschichte von LuxuriaMusic bzw. des gleichnamigen Webradios:
Ursprünglich in den späten 1990ern von Chuck Kelley (u.a. musikalischer Berater für "Pulp Fiction" und "From Dusk till Dawn", was ja nicht die schlechteste Referenz ist, oder?) und The Millionaire (dem Gitarristen von Combustible Edison - nachträglich Happy Birthday btw.) gegründet, sendete LuxuriaMusic ab Februar 2000 als Netzradio. Und hat dann wohl einen kometenhaften Aufstieg in der HörerInnengunst erfahen. Ende 2000 wurde seine Heimat Enigma Digital dann jedoch von einer grösseren Firma geschluckt, und danach erstmal Schluss mit der Schwelgerei. Glücklicherweise ergriffen die Gründer erneut die Initiative und brachten das Webradio 2003 erneut online (mit Sitz in Frisco und Studio in L.A.); als Programmdirektoren wirken nach wie vor Chuck Kelley und Eric Bonerz. Kurzum: Ein Hintergrund, der auf seine Weise ebenfalls für die Qualität des Ganzen steht. Und bürgt.

Sonst noch etwas? Genau, ein eigenes LuxuriaMusic-Blog und eine LuxuriaMusic-Myspace-Seite hat es natürlich auch. Und letztere ist insofern einen Ausflug wert, weil FreundInnen des guten Geschmacks in diesem Fall auch unter den FreundInnen von FreundInnen des guten Geschmacks weiters fündig werden können. Was aber - wollten wir uns nicht entspannen? - in echte Surforgien ausarten und ergo fast schon wieder anstrengend werden kann. Surfmusik im Hintergrund hin oder her...

[Bildchen: Da dankt das Medium diesmal herzlich Cliff Chase und Chuck Kelley von und für LuxuriaMusic für die freundliche Wiedergabegenehmigung. Merci!

Von miss.gunst am 22.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.04.07

ruf vom one minute film & videofestival

omvff_ksw.gifKann das sein? 2005 gab's wenigstens einen kleinen Hinweis.
Aber: Letztes Jahr tatsächlich das One Minute Film & Video Festival verpasst! Das kann, das darf ja eigentlich gar nicht sein.
Und sollte sich nicht wiederholen.
Weshalb an dieser Stelle gleich mal der aktuelle Aufruf zum Einreichen von Beiträgen weitergegeben wird.

Noch bis zum 30. Juni (2007, klar) können per entweder per online-Formular und (!*) über ein ausgedrucktes pdf-Formular Beiträge angemeldet werden.
omvff_g1.gifHernach kann man dann auch zum elektronischen Direkt-Aufladen des Opus Minimum schreiten.
[* Das "und" meint mindestens bei Nutzung des pdfs, auf dem Entsprechendes steht - logisch wohl aber für beide Formulare: Nicht entweder/oder, es müssen scheinbar beide zusammen sein.]

Sonst noch etwas Wissenswertes? Nun: Dass die Werke keinesfalls länger als 60 Sekunden sein dürfen, versteht sich wohl von selbst.

Und - das gilt allerdings nicht nur für einreichende Vilmschaffende: Schon mal im Kalender notieren, dass das Festival in diesem Jahr vom 17. bis 19. August stattfinden wird.
Wo? Na, in Aarau natürlich.

Sowie, PS: Wer sicher gehen will, nichts zu versäumen, trägt sich am besten gleich mal für den Newletter ein. Der sollte dann rechtzeitig auch verhuschten Medien wie jenem helfen, das gerade diese Zeilen hier schreibt...

Von miss.gunst am 20.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.04.07

köln, konzert

koeko_ksw.gifKöln hat bekanntlich seit den 1990er Jahren an Kunstschaffenden pro Quadratmeter wie auch insgesamt an in einschlägige Produktionszusammenhänge involvierten Menschen deutlich verloren, und zwar Richtung Berlin. Einmal im Jahr ändert sich das für ein paar Tage.
Nämlich zur Art Cologne und allem dem, was an Neben- und Gegenmessen, Ausstellungen etc. drumherum aufgeboten wird.

koeko_g2.gifFrüher war das im Herbst der Fall. Seit einiger Zeit besteht aber die Tendenz, Messen mehr in Zeiten stattfinden zu lassen, zu denen ihre BesucherInnen in den Hallen Schutz vor übermässiger frühlingshafter Sonneneinstrahlung finden können. Wie zum Beispiel eben jetzt, wo nach Frankfurt mit der FAFF und Düsseldorf mit der DC eben Köln mit seiner Art und dem Open Space lockt. Und dem von der European Kunsthalle organisierten erweiterten Galerierundgang (eigentlich eine Ausstellung namens Köln Show 2) und Kunst im Stadtraum (Modelle für Morgen) und so weiter.

Aber das nur nebenbei. Denn nur für den Fall, dass sich jemand tatsächlich im Rheinland aufhalten oder eigens dorthin begeben haben sollte, darf sie/er eines nicht versäumen: Sich in den Kölnischen Kunstverein zu begeben. Dort läuft schon seit Anfang März eine wirklich sehr sehr schöne und spannende Ausstellung mit dem Namen "Museum of Noise" (von und mit Arbeiten von Marc Bain - der in diesem Blog schon mal begegnete, als er bei den Schweizer dorkies zu Gast war - und James Beckett, dessen Partial Museum of Noise vor gut zwei Jahren mal in diesem Log.Buch verankert wurde). Da seinerzeit stante pede in Augen- und Ohrenschein genommen, sollte es hier eigentlich schon längst einen entsprechenden Exkursionsbericht gegeben haben.

koeko_g1.gifHat es, weil sich zwischen Exkursionen immer so viele tagesaktuelle Dinge sammeln bzw. entsprechende Hinweise zu geben sind, leider noch nicht. Und für heute muss es tatsächlich auch erstmal ein eiliger Eintrag der letzteren Kategorie sein: Heute Abend gibt es im Kölnischen Kunstverein nämlich im Anschluss an die Vorstellung eines Happening & Fluxus-Archivprojekts namens "Der springende Punkt" (ab 19 Uhr) zwei Konzerte.

Erst einmal Matthias Muche - den manche noch über die sonoaviatik-Experimente mit Andres Bosshard im Zuge von Playground Robotics oder aus der chachelihöll kennen dürften - mit seinem Intubator-Projekt.

Und danach wird James Beckett zusammen mit drei weiteren Mitgliedern des N-Collective - Nicolas Field, Morten J. Olsen und Koen Nutters - in sonore Aktion treten.

Also, falls vor Ort: Klarer Fall von Hingehen, oder?

[Bildchen: Ist, wie man sich schon auf den ersten Blick denken kann, mal wieder eine Notlösung. Diesmal eben zum KölnKonzert ein leicht verzerrt sonores K. Was, nebenbei bemerkt, natürlich auch unterstreichen soll, dass ersteres nicht mit historischen Cologne Concerts verwechselt werden darf.]

Von miss.gunst am 19.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.04.07

looptower (kirkegaard, christensen)

lft_ksw.gifEigentlich wäre längst mal wieder Zeit für einen Webradio-Tipp gewesen. Dass sich die meist ziemlich interessanten Veranstaltungen von Radio Tesla in Berlin nicht mit einem ebensolchen verbinden lassen, ist wirklich mehr als bedauerlich. Zumal am heutigen Abend, wo es um Klang-Schlaufen geht, die um einen prominenten Turm geschlagen werden.

lft_gk.gifGlücklicherweise kann man aber auch ersatzweise für den Besuch der Veranstaltung (wer vor Ort sein sollte: Wie immer um 20:30 Uhr im Tesla Berlin) zu und mit Jacob Kirkegaards und Ralf Christensens "loop tower - der fernsehturm als klangskulptur" ein paar Häppchen zum Hinweis mitliefern. Wenn auch nicht die gesamte Klangarbeit, die 2005 auf der Basis von Aufnahmen der Mechanik des Berliner Fernsehturms für das dänische Radio entstanden ist.

Zumal es sich sowieso lohnt, bei Kirkegaards "Minstry of Appearing and Disappearing Lands" vorbeizuschauen - übrigens einer Vertretung von Elgaland-Vargaland, jener von Carl Michael von Hausswolff und Leif Elgren gegründeten Mikronation, die in diesem Log.Buch ja auch schon einmal ausführlicher vorgestellt wurde (s. den Eintrag vom 05.10.05).

In dessen "Scrap"-Book finden sich neben anderen spannenden Dingen nämlich auch einige spannende Hintergrundinformationen zum Projekt - und sogar eine schöne Hörprobe (mp3) des besagten looptower-Sounds.

Nur der dort angebene Anker zur gesamten Radiosendung des Dänischen Rundfunks (dr.dk), der führt leider ins Leere. Auch die Befragung des dortige Suchmaschinchen nach einer etwaigen neuen Adresse förderte nichts entsprechendes zu Tage bzw. ans Ohr. Schade, schade, schade. Aber da sind sicher mal wieder die Rechte vor.

[Bildchen: Tower ohne Loop bzw. Turm ohne Schlaufe. Und natürlich eine Ersatzimagination. Teils gedankt dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 18.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.04.07

aufschneidemaschinchen

rpgg_ksw.gifAufschneidemaschinchen? Klingt doch gleich ganz anders als einfach nur schnöd: Gedichte-Generator. Da man einen ebensolchen, wie aus gegebenem Anlass bemerkt, stets in der Hinterhand haben sollte - warum nicht gleich nach etwas suchen, das ein bisschen anspruchsvoller funktioniert?

Schliesslich hat schon - um elegant obendrein an den letzte Woche weitergeführten Strang zu den Traum(m)aschinen anzuknüpfen - Brion Gysins Freund und Dreamachine-Mitstreiter William S. Burroughs seinerzeit gezeigt: Es kann äusserst produktiv sein, sich vom Reimen aufs Schneiden zu verlegen.

rpgg_g1.gifNatürlich nur, wenn man es nicht bei der Schnippelei belässt. Kleben und Dichten gehört ebenfalls essentiell dazu.
Was das eigentlich vom Dadaisten Tristan Tzara erfundene, von Gysin wiederentdeckte und von Burroughs dann exzessiv praktizierte Prinzip des "Cut Up" allerdings doch schon wieder etwas mühsam macht.

rpgg_g2.gifAber zum Glück gibt es eben auch Aufschneidemaschinchen, die den etwas anspruchsvolleren Teil der Arbeit gleich miterledigen.
Sherry A. Nelsons wunderbaren kleinen "Robo-Poet" beispielsweise - und für einen Generator macht er seine Sache ganz gut, wenn es darum geht, dem Ganzen ein wenig Beat Generation-Flair zu geben.
Einen kleinen Wermutstropen hat es allerdings: Text eingeben muss man immer noch selbst...

[Bildchen: Demonstration des Dichtungsexperiments - an denkbar schlichtem Beispiel, mit eindrucksvollem Resultat. Was nebenbei zeigt, dass Sherry A. Nelsons Robo-Poet obendrein deutschprachigen Nichtdichterinnen auf englische Sprünge und damit potentiell zu internationalem Ruhm verhelfen kann. Na, wenn das nichts ist! Dafür leiert man sich doch gern noch selbst einen Satz aus den Rippen. Da bekommt der Begriff "Aufschneidemaschinchen" gleich nochmal einen ganz anderen Beiklang... ;)]

Von miss.gunst am 17.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.04.07

Tusch für Busch

wbg_ksw.gifNicht nur, weil es erst kürzlich - rund um das Fumetto-Festival - wieder einmal einen kleinen Strang zu Comix gab, ist heute erneut ein Ausflug in entsprechende Gefilde geboten.
Aus guten Gründen wird dazu sogar die gestern eingeschlagene Direktion, Alte Meister bestenfalls gerastert zu würdigen, umgehend wieder verlassen.
Tatsächlich steht die Ehrung eines ebensolchen an.

wbg_g1.gifAnlässlich des 175. Geburtstags gilt es nämlich vor einem Mann den Hut zu ziehen, der ohne Abstriche als grosser Inspirator unserer heissgeliebten Bildgeschichtenkunst gefeiert werden sollte: Wilhelm Busch.

Dies in einer einigermassen angemessenen Form zu tun, ist einem Medium von mässigem Talent zwar schier unmöglich. Glücklicherweise lässt sich aber vertretungsweise auf eine Reihe von Adressen verweisen, wo sich einer solchen Aufgabe mit der hinreichenden Professionalität gewidmet wird.

Zu den ersten, die man aufsuchen sollte, zählt da sicherlich das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover - das übrigens nicht nur im Jubeljahr einen Besuch wert ist, sondern auch sonst immer wieder schöne Ausstellungen rund um Karikatur und Comix zeigt. Und die Stadt Hannover hat für 2007 gleich mal ein ganzes Wilhelm-Busch-Jahr ausgerufen.

wbg_g2.gifEbenfalls gut ausgestattet: Das von Jörg Spieler eingerichtete Portal Wilhelm-Busch.de (auf dem es ursprünglich auch mal Informationen zur Wilhelm-Busch-Gesellschaft gab - die sind aber, mindestens momentan, verschwunden. Was hoffentlich nicht gleich für die gesamte Gesellschaft gilt).

Besonders besuchenswert sind nach wie vor die von Jochen Schöpflin bestens bestückte und liebevoll betreuten Wilhelm-Busch-Seiten, auf denen man neben ausgewählten Bildgeschichten und einigen der herrlichen Bilderbögen (z. B. ür InsektenfreundInnen: Die Fliege) auch umfangreiche Liste mit weiterführenden Verweisen findet.

Und selbstredend hat auch das Projekt Gutenberg so Einiges von Busch zu bieten. Empfehlung genehm? Dann muss es - der Neigung dieses Logs zur DIY-Kultur entsprechend - natürlich die nette kleine Anleitung "Wie man Napoliums macht" sein.

Ja, wenn nur alles mal so einfach wäre! Eben gerade wenn es um eine Hommage geht. Schliesslich hat Wilhelm Busch die Latte ja sowohl in Sachen Reimes- als auch Zeichenkunst ziemlich hoch gelegt.

wbg_g3.gifAber es gibt eben doch Leute, die auch das ganz gut hinbekommen. Die tummeln sich beispielsweise auf der Liste der KandidatInnen und Gekürten des Wilhelm-Busch-Preises, auf dessen Seiten man netterweise auch einige Kostproben des jeweiligen Geschicks zu sehen - oder genauer gesagt: zu lesen bekommt. Bilder hat es da nämlich leider keine.

Wo wir gerade dabei sind, und weil ja idealerweise eben beides auszuzeichnen wäre: Dass Robert Gernhardt nie mit diesem Preis bedacht worden ist, wundert schon ein wenig. Immerhin war beispielsweise Radio Bremen da weniger säumig und hat nicht nur ein schönes Interview mit ihm über Busch geführt, sondern selbiges sogar im Rahmen eines Web-Features zu Gernhardt als pdf ins Netz gestellt. Noch viel schöner wärs allerdings gewesen, könnte man dazu noch eine Folge "Hier spricht der Dichter" anschauen und lesen. Aber da sind sicher, wie so oft, die Bildrechte vor.

Tja. Und sonst? Wo sind sie, die zeitgenössichen Busch-Hommagen? Selbst beim Max-und-Moritz-Preis (ging zuletzt an den aus der FAZ bekannten Herrn Reiche bzw. Strizz) machen sie sich offenbar rar.
Kann man nur hoffen, dass sich das übers Jahr noch ändern wird. Und zwar an anderer Stelle und etwas schicklicher geschickter als hier.

[Bildchen: Aller Talentfreiheit zum Trotz aus der Not eine Tugend gemacht. Wie so oft mit substanzieller Unterstützung der Wikipedia Commons und ergo Tribut auch dem grossen GNU. Konkret: Merci für den Monitor und das fotografische Porträt. Dass für das Barthaar jener Stümpererei, die zunächst mal ein gezeichnetes Buschbildchen hatte werden sollen, auch veritable Schafwolle aus selbiger Quelle zum Einsatz kam, sieht man eh nicht mehr. Ganz so leicht gehts halt leider doch nicht mit dem doofen Kompuhter.]

Von miss.gunst am 15.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.04.07

Schöner punkten

dmcm_ksw.gifWährend es in Zürich nach wie vor Arien für alle gibt, haben die Mediengruppe bitnik und Sven König mitnichten vor, sich fürderhin ausschliesslich der gemeinsinnigen Verbreitung von Sangeskunst zu widmen.
Das Motto "A Hack A Day" bietet schliesslich noch allerlei andere Möglichkeiten, in die Tat umgesetzt zu werden.

Einschlägige Anregungen dazu soll die gleichnamige Veranstaltungsreihe vermitteln, die von den "Opera Calling"-Aktivisten parallel zur Ausstellung im Cabaret Voltaire ebendort sowie je nach Anlass auch an weiteren Orten angeboten wird.

dmcm_g2.gifAm heutigen Samstag Nachmittag (14.04.07) sind beispielsweise die britischen Kollegen von C6 eingeladen, um dem interessierten Publikum zu zeigen, wie man schöner punkten kann. Und zwar indem man so genannte Meisterwerke aus den klassischen Institutionen des Betriebssystems an die frische Luft des öffentlichen Raums transferiert. Kurzum, in Anlehnung an den bitnik-Schlachtruf "Arien für alle!" formuliert: "Old Masters for all!"

Wie das Ganze im Detail funktioniert, lässt sich auf den C6-Seiten zum Projekt "The Dotmasters" ausführlich nachlesen (und ansehen).
Nochmals spannender ist es aber sicherlich, ab 14:00 Uhr im Cabaret Voltaire mit dabei zu sein, wenn C6 zeigen, was sie unter einem "Afternoon of Good Clean Fun" verstehen.

Die Ankündigung der bitniks liest sich jedenfalls ziemlich vielversprechend:

dmcm_g1.gif

"Wir erforschen gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv C6.org aus London die Zürcher Galerien-Landschaft und erfahren, wer die wirklichen Artwankers sind, warum Mona Lisa lächelt und warum sie einen speziellen Platz in unseren Herzen verdient!
C6 geben uns in ihrem Workshop Einblick in ihre Arbeitstechniken: Googlemaps, MMS, Schablonen und Kleister versprechen einen guten Samstagnachmittag."

Leider keine Zeit? Nun: Nicht nur denjenigen, denen aus welchen Gründen auch immer die Teilnahme am Workshop versagt ist, lässt sich empfehlen, bei Gelegenheit in Ruhe auf den Heimseiten von C6 zu gründeln. Und speziell aus HOME MADE-Perspektive ganz besonders ein Blick in den DIY Survival-Reader, den das Kollektiv herausgebracht hat - und den es nicht nur als Papier-Ausgabe zu erwerben, sondern praktischer Weise auch im pdf-Format zum freien Herunterladen gibt.

[Bildchen: Indes wir es dieser Tage zunächst von Musealisierung als Alternative zur Verschrottung hatten, wurden die gerade erst zu ebensolchen erkiesten Meisterwerke des 21. Jahrhunderts nun brav wieder ausgerahmt und dem Aufruf von C6 folgenden zu Dotmasterworks gemacht. So kann es gehen.]

Von miss.gunst am 14.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.04.07

sound bytes

sbw_ksw.gifKönnte bei diesem Stichwort mal wieder um 8-Bit-Musik gehen. Ist aber in diesem Fall anders gemeint: Nämlich einfach der Titel einer Ausstellung, die aktuell im Edith Russ-Haus für Medienkunst in Oldenburg gezeigt wird.
Und in der es (wie praktischer Weise dann der Untertitel erläutert) um "elektronische und digitale Klangwelten" geht, für deren Generation dann in der Tat auch grössere Einheiten von Datenpaketen vonnöten sind.

Von kuratorischer Seite (d.h. von Sabine Himmelsbach, die den meisten sicherlich noch als Verantwortliche für zahlreiche sehenswerte Ausstellungen am ZKM Karlsruhe bekannt sein dürfte) wird die Wahl der Benamsung dann nochmal wie folgt präzisiert:

sbw_g1k.gif

"Die Ausstellung benutzt den Begriff des Soundbytes, um sich mit der künstlerischen Erforschung neuer Klangmaterialien sowie mit elektroakustischen Konzepten und Installationen zu beschäftigen, die bewusst Tonfragmente und digitale Technologien als Basis der klanglichen Gestaltung verwenden. Das Soundbyte steht für die kleinste digitale, audiolinguistische Einheit und dient als Grundlage für Strategien des Sampling, der Transformation und der Re-Kontextualisierung."

Zu tun hat man es in der Ausstellung dann aber natürlich doch mehr mit der makroskopischen bzw. makroakustischen Ebene. Also dem, was die künstlerische Arbeit an und mit entsprechenden Konzepten bzw. dem Klangmaterial an Ergebnissen zeitigt und an Prozessen in Gang setzt.

sbw_g3k.gifMit dabei sind einige, denen auch in diesem Blog schon zu begegnen war - wie zum Beispiel Thomas Köner (mit einem Teil der Trilogie Périphériques, 2005/2006, die jüngst auch auf der transmediale 07 zu sehen), Carl Michael von Hausswolff (mit seinen Installationen RADAR und SPIRICOM; letztere aufbauend auf seine seit einigen Jahren betriebenen SPIRICOM-transmissons), Kaffee Matthews (mit einem ihrer Sonic Beds) und Christina Kubisch (mit einem ihrer Electric Walks).

sbw_g2k.gifWeiters ausserdem Jens Brand (mit seinem g-players-Projekt vielleicht noch vom letzten Atelier-Rundgang im Tesla bekannt), Yunchul Kim (mit seinem schönen ASCII void traffic) und Akitsugu Maebayashi (mit seinem Metronom Piece, das diesmal natürlich mit Field Recordings aus Oldenburg gefüttert wurde), sowie Annina Rüst (die gerade ihre Zeit als Stipendiatin des Hauses abschliesst und hier u.a. mit einer Fortführung ihres Rock'n'Scroll-Projekts dabei ist).
Und, last but not least - da hätten wir dann am Ende tatsächlich doch noch ein bisschen 8-bit dabei - das Gründungstrio von micromusic. Na also.

Beinahe wäre das ein Hinweis auf die letzte Minute bzw. den (vorvor)letzten Tag geworden.
Wie nun auf den Heimseiten des Edith Russ-Hauses nachzulesen ist, geht die Ausstellung sound bytes jedoch nochmal um zwei Wochen in die Verlängerung, so dass vielleicht auch schnell Exkursionspläne geschmiedet werden können. Also, Hopp!
Und - nur für den Fall, dass jemand vor Ort oder in der Nähe sein sollte: Heute (13.04.07) Abend um 20:00 Uhr gibt es ein Live-Konzert mit Kubisch und der Bremer Gruppe tarkatak.

[Bildchen: Sozusagen Sound-Bytes. Frei nach den drei Wellen imaginiert, die Wikipedia-User cralize netterweise den Commons zur Verfügung gestellt hat, und zwar unter der Ägide des grossen GNU.]

Von miss.gunst am 13.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.04.07

müll, museumsreif

csmm_ksw2.gifWenig originell, den Donnerstagstagestipp schon wieder Richtung [plug.in] zu dirigieren - aber sinn- und sachgemäss gibt es da sozusagen keine Alternative.
Oder fast keine, um genau zu sein.*
Schon allein, weil sich HOME MADE-BastlerInnen mehr oder weniger notorisch für das interessieren, was andere Menschen eher für Müll halten würden.

Heute Abend jedenfalls gibt es dort im Rahmen von Christian Philipp Müllers eh schon einschlägiger Ausstellung "passé immédiat" eine Podiumsdiskussion, die sich mit dem Spannungsfeld "Müll oder Museumsstück" beschäftigen wird. Und zwar - nahe liegender Weise - speziell auf Verfallsprozesse von Dingen bezogen, die auf der Basis elektronischer Apparate bzw. digitaler Technologien funktionieren.

csmm_g2.gifDas ist natürlich ein denkbar weitläufiges Gelände, in dem sich beispielsweise Technikmuseen bestens auskennen dürften. Die müssen sich ja schon seit Jahrzehnten fragen, was mit in die Sammlung gehört, wenn der Korpus der Apparatur und deren Bauplan längst nicht alles sind.

In diesem Fall soll es aber primär um die Kunst gehen, die mit Elektronik umgeht bzw. digitale Medien nutzt. Dazu werden sich zusammen mit Müller und der [plug.in]-Leiterin Annette Schindler als geladene Expertinnen Kollegin Villö Huszai und Beatrice Tobler, die am Berner Museum für Kommunikation für das entsprechende Sammelgebiet zuständig ist, über folgende Fragen unterhalten:

"Wie gewinnen und verlieren Technologie, Medien und Kunst an Wert? Was passiert hinsichtlich des Wertes, wenn ein im Gebrauchszusammenhang obsolet gewordener Gegenstand Teil eines Kunstwerks wird ? Was definiert den Wert eines ausgedienten Computers: Sentimentale Faktoren? Die Seltenheit des Gerätes? Welche Rolle spielen gestalterische oder ästhetische Gesichtspunkte? Oder besteht der Wert nur aus den vielleicht noch funktionstauglichen Festplattenteilen oder Grafikkarten, die in den Geräten zu finden sind? Den Kupfer- und Gold-Bestandteilen der einzelnen Bauteile? Oder ist der Wert doch eher ein negativer – bestehend aus Kosten für Lagerung, Transport und schliesslich umweltgerechte Entsorgung des Gerätes? Und wie steht es mit dem Sammeln und Erhalten von Kunst, die mit solch schnell veraltenden Technologien arbeitet?"

csmm_g3.gifErgänzen liesse sich diese lange Reihe aus nahe liegenden Gründen vielleicht noch um Überlegungen wie: Was bedeutet es eigentlich, wenn Computerschrott durch die Kunst aufgewertet wird? Kann es auf diesem Wege gelingen, nachhaltigeres Nachdenken über den Verfall nicht nur der elektronischen Apparatur per se, sondern auch dessen auszulösen, was mit ihnen im Orkus verschwindet - eben zum Beispiel die Kunst bzw. kulturelle Produktion, die auf ihnen basiert oder auch nur gespeichert ist? Welche Alternativen gibt es, dieses teils unrettbar verlorene oder in irreversiblem Verfall begriffene Kulturgut künftigen Generationen zugänglich zu machen? Und: Trägt der Midasgriff des Künstlers dazu bei, Elektronika eben doch vor dem Verfall zu schützen? Oder führen zum Beispiel Nutzungs- und Verwertzungsrechte für Kunst- und Kulturproduktionen dann wieder dazu, dass Zugänge zugleich erschwert werden - sei es, dass man keine Sicherungskopien herstellen kann, sei es, dass man den Computerschrott nicht mehr so einfach abbilden kann - weil er ja jetzt ein Kunstwerk bzw. in diesem Fall: eine Installation von Chistian Philipp Müller ist...?

Mehr zum Thema in diesem Blog? Einfach mal das Stichwort "Schrott" ins Suchmaschinchen werfen. Oder, wenn es ein bisschen gezielter sein darf: "Christian Philipp Müller". Und die ganz Bequemen werden einfach auf die Einträge vom 08.02.07 (zur Webarchäologie) und vom 05.09.06 (und dort speziell auf den Anker zur Redundant Technology Initiative), vom sowie diesen hier in der netten Nachbarschaft des digital brainstorming blogs verwiesen, wo es nochmals um einen anderen Aspekt der Medienhistorie ging).

* Ach ja, da war doch noch etwas: Die Alternative. Die hat es in der Tat. ZürcherInnen werden sich natürlich eher pünktlich um 20:00 Uhr im Walcheturm einfinden. Dann ist nämlich noch einmal eine Exkursion zum Mars angesagt (und sei es nur um mal zu schauen, ob es dort nicht vielleicht doch grüne Männchen gibt)!

[Bildchen: Obigen Fragen auf seine Weise nachgehend, ist das Medium in einschlägigen Gründen auf die Suche nach Computerschrott gegangen, um ihm zu ein wenig Museumswürde zu verhelfen. Für die Möglichkeit, dem Ganzen einen angemessenen Rahmen zu geben, dankt es herzlichst dem/der Wikipedia-Commons-SpenderIn Runa27 und unterstellt die Endprodukte folgsam cc-by.]

Von miss.gunst am 12.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.04.07

musik für traum(m)aschinen (und mehr)

drmm_ksw.gifZeit für Nachträge - beispielsweise zur vergangenen Woche, wo es ja wieder mal um Traummaschinen bzw. die legendäre Dreamachine ging.
Einschlägig Interessierte werden sicher schon selbst darauf gestossen sein, dass sich der über optischen Flicker erzielte Effekt noch akustisch augmentieren lässt.
Für alle anderen gibts heute noch einen entsprechenden Hinweis.
Der aber an eine Quelle führt, an der noch andere feine Sachen zu finden sind.

In diesem Fall führt ein stimmungsvoll abgelichtetes Exemplar nicht nur zu einer der Dreamachine gewidmeten Seite, die neben Basisinformationen und weiteren Aufnahmen den klassischen Bauplan enthält.

drmm_g.gifVielmehr hat das Genfer Kollektiv 10111.org eben auch Software für Traum(m)aschinenmusik entwickelt (bzw. weiterentwickelt) und eine CD mit selbiger eingespielt, zu der auch eine Kostprobe im Netz angeboten wird.

Ebendort leider nicht verfügbar ist der als Audio/Video steuerndes MAX-Programm beschriebene "Weitere Ausblick". Schade. Wobei man sich ja fürs erste auch mit der neulich vorgstellten webbasierten Dreamachine behelfen kann, dazu vielleicht Aaplysia und das Ganze richtig takten?

Wäre gelegentlich mal zu testen. Für den Moment noch viel spannender ist es allerdings, in den Tiefen der 10111.org-Archive zu gründeln.
Was es da so alles zu entdecken gibt. Hui.

[Bildchen: Ist noch einmal eine Aufnahme, die Steve Burnett von seiner Dreamachine gemacht und dankenswerter Weise in die Wikipedia gestellt bzw. der PD überlassen hat. Wobei diesmal, dem Thema des Eintrags entsprechend, der (allerdings stumme, weil ja zweckentfremdete) Plattenspieler im Fokus steht.]

Von miss.gunst am 11.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.04.07

ein zine für kreaturen und kreationen

crm_ksw.gifFällt zugegebener Massen schon etwas schwer, nach so einem Kurzurlaub auf dem Mars wieder auf dem schnöden Erdboden zu landen.
Damit das wenigstens etwas leichter geht, wird es heute eher mal kurz gemacht und einfach ein Zuckerstückchen im Zettelkasten versenkt, an dem sich die geneigte Leserschaft dann sowieso sattsam laben kann.

Wobei das Ganze zudem auch ganz prima zum gerade erst in eigener Sache angeschnittenen Thema Zines passt. Denn um ein ebensolches handelt es sich beim CreatureMag.

Anders als sein Titel vielleicht suggerieren mag, handelt es sich dabei nicht um eine Neo-Naturmystiker-Postille. Obwohl es tatsächlich eine ältere Ausgabe gibt, die so etwas wie Kreaturen auf den Fluren gewidmet ist. Ob die netten selbstgebauten Beos von Ruaridh Wilkinson oder Morweena Cats mit Röntgenbildern vorgstellte Monsterkuschelfrösche bzw- bärchen so geeignet sind bzw. selbst geneigt wären, dem Schöpfer mit Jubelruf zu huldigen*, steht vielleicht auf einem anderen Blatt.
[* Von wegen Gedächtnisauffrischung zu Ostern: Das wird eher zu Erntedank gesungen.]

crm_g.gifJedenfalls, um es wie eingangs versprochen kurz zu machen: Zwar kann man im CreatureMag auch Tieren begegnen. Alles in allem aber geht es - wie nämlich auch der Untertitel erläutert - um "something created". Also um schöpferisches Tun im weitesten Sinne, vom künstlerischen Bastelprojekt bis zum Zine; und um die jeweiligen MacherInnen.

Jede Ausgabe - erschienen sind bislang vier an der Zahl - hat ein spezielles Thema (die jüngste Ausgabe vom Januar diesen Jahres beispielsweise Space bzw. Raum). Und: Das der jeweils nächsten Ausgabe wird ausgeschrieben, so dass man sich - wenn man etwas Passendes geschaffen, geschöpft, gebastelt hat - sogar mit einem Beitrag beteiligen oder mindestens einen ebensolchen vorschlagen kann.

Schliesslich noch erwähnenswert: Wenngleich man so ein herziges Magazin eigentlich schon ganz gern in den Händen halten würde - es handelt sich (bislang) um ein reines Webzine.
Was aber nicht nur angesichts der Tatsache, dass das CreatureMag wie so viele wunderbare Zines in UK produziert wird, einiges Gute hat (JägerInnen und SammlerInnen können da ganze Arien singen von unerreichbaren small press-Schätzen und tiefen, tiefen Löchern in der Portokasse). Zwar scheinen die HerausgeberInnen noch zu experimentieren, was ideale Navigation etc. betrifft. Ziemlich glücklich gelungen ist ihnen aber doch in jedem Fall: Den Charme der guten alten Zinekultur ins Digitale zu transportieren.

Von miss.gunst am 10.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.04.07

rundumfrage: DIY or die?

hmgz1_ksw.gifEigentlich sollte ja über die Ostertage Sendepause sein. Weil wir doch alle auf die eine oder andere Weise zum Mars geflogen sind.
Aber da selbst dort das WLAN mittlerweile erstaunlich gut funktioniert, wird gleich die Gelegenheit genutzt, eine Rundumfrage loszuwerden.
Verbunden mit der herzlichen Einladung zur Beteiligung.

Wie einige schon gehört haben, wird aktuell an einem
HOME MADE GUNSTZINE gebastelt.
Nach guter alter Fanzine-Tradition - also:
Rundum hausgemacht, low tech, low budget, nicht kommerziell/non-profit
orientiert.
Jeweils zu einem Thema aus dem Radar von HOME MADE - so dass man natürlich auch alten Bekannten aus dem HOME MADE-Weblog begegen, aber auch diverse andere Dinge finden kann.

hmgz1_g.gifDie Ausgaben werden im pdf-Format produziert und dann online in zwei Versionen zur Verfügung stehen: Einmal für den Bildschirm; einmal für den (doppelseitigen) Ausdruck.
Ausgedruckte Zines werden zum Selbstkostenpreis abgegeben.
[Ausserdem ist, ebenfalls nach nach guter alter Tradition, an spezielle Editionen mit Gimmicks etc. gedacht - aber dazu bei Gelegenheit mehr].

In jeder Ausgabe soll es als kleines Standard-Feature eine Rundumfrage
geben. Also ein Set aus (einfachen) Fragen, die entweder mit einem Satz oder in einem Wort oder einer Reihe von Stichworten zu beantworten sind.
Und zwar von Euch.

Das ist natürlich ein Wunsch bzw. eine Bitte meinerseits (was sonst).
Aber ich hoffe sehr bzw. zähle auf rege Beteiligung Eurerseits!

Die erste Ausgabe des Zines befasst sich aus nahe liegenden Gründen mit DIY basics, Selbst- bzw. Hausgemachtem. Dem entsprechend ist das auch das Thema der ersten Fragerunde.

Die findet Ihr untenstehend sowie - zum Ausdrucken und als Denkzettel neben den Bildschirm hängen - hier als pdf. Ausserdem gibts alles nochmal auf einer Extra-Webseite, auch per Knopfdruck (siehe Seitenleiste) erreichbar, falls der Anker zu diesem Eintrag verschütt gehen sollte.

Und die Antworten?
Bitte möglichst umgehend, spätestens aber bis 15.04.07 an miss.gunst@gmx.net schicken.

Wie? Ganz einfach die Fragen aus diesem Eintrag (oder aus dem pdf) in eine E-Mail kopieren und die Antworten drunterschreiben. [Luxus-Variante in einem Textverarbeitungsformat geht natürlich auch - aber dort bitte nur Reintext; falls Bildchen dazugehören, die bitte extra verschicken.]

Noch Fragen? Beantwortet miss.gunst sicher gern.

P.S.: Die Rundumfrage [RUF 001 als pdf] kann auch an Menschen weitergereicht werden, von denen Ihr denkt, dass sie sich gern beteiligen würden. Dazu einfach den Anker zu diesem Eintrag verschicken oder auf den besagten Knopf in Seitenleiste hinweisen...

[Bildchen: Ist nur der Schatten des kleinen Falt-Zines, das letztes Jahr mal anlässlich der Vorstellung einer entsprechenden DIY-Anleitung aus der hohlen Hand gebastelt wurde. Ein klein wenig schöner wird das HOME MADE GUNSTZINE schon. Und mehr Seiten hat es auch.]
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HOME MADE GUNSTZINE - DIY OR DIE? - RUNDUMFRAGE
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Die erste Ausgabe des HOME MADE GUNSTZINES wird sich nahe liegender Weise mit Grundlagen des Selbermachens bzw. dem D.I.Y.-Prinzip beschäftigen.
Dazu bitte ich Dich, folgende Fragen kurz zu beantworten (ein Satz, Stichworte genügen).
Und den Zettel (ggf. plus Bildchen) am besten gleich,
spätestens aber bis 15.04.07 an miss.gunst@gmx.net zu senden. DANKE!!!


1. Was verbindest Du mit dem Stichwort "HOME MADE" bzw. "hausgemacht"?

2. Was machst Du immer selbst?

3. Was machst Du gerne selbst?

4. Was machst Du ungern selbst?

5. Was machst Du nie selbst?

6. Was wolltest Du schon immer mal selbst machen, hast das aber noch nicht (und warum)?

7. Dein HOME MADE-Tipp* (Bonus-Track; falls möglich)

JOKER**: DIY ist [...]

BILDCHEN: Wenn möglich, bitte ein druckfähiges (300dpi) Bild beifügen.
Von: einem besonders gelungenen oder besonders misslungenen DIY-Projekt (das kann auch ein angebranntes Essen sein). Und falls es zum DIY-Tipp eines gibt, gern auch davon.

Achtung: Ganz ganz wichtig ist, dass auf dem Bild keine Rechte (Dritter etc., Fotografen/Künstlerrechte) liegen, die einer kostenfreie Verwendung im Zine entgegenstehen!
Credits werden natürlich – wie im Blog – stets in einer "Bildchen"-Zeile angegeben; daher bitte in die Mail schreiben, an der das Bildchen hängt. Danke!

* HOME MADE-Tipp: Das kann auch ein Kochrezept sein. Oder ein klassischer Trick (wie: Weinflecken mit Salz aus Stoff ziehen statt in die Reinigung gehen).
Entscheidend ist eher: möglichst einfach soll es sein, es geht um einen Tipp.

** JOKER: Nach Neigung füllen (z.B. "essentiell", "ein dummer Trend" ...)

DANKE!!!

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ANTWORTEN BITTE AN: miss.gunst@gmx.net - BETREFF: RUF001
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Von miss.gunst am 07.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.04.07

exkursion zum mars (ffc)

ezm_ksw.gifDas Osterei links scheint etwas rund geraten zu sein? Kein Wunder. Es handelt sich auch um etwas ganz anderes. Um einen Himmelskörper, um genau zu sein.
Nämlich den legendären Roten Planeten, also den Mars.

Diesem einen Besuch abzustatten, ist bekanntlich ein alter Menschheitsraum (dessen nicht weniger prominente Kehrseite es darstellt, aus ebendieser Destination mehr oder weniger ungebetene Gäste zu emfangen).

ezm_g.gifDa sich das in realiter höchst bedauerlicherweise als ziemlich kompliziert gestaltet - das Klima auf dem Mars ist ja eher rauerer Natur - bietet es sich als durchaus attraktive Alternative an, entsprechende Exkursionen erstmal auf imaginärem Terrain zu erproben. Wäre ja möglich, dass man von dort mindestens ebenso wertvolle Erkenntnisse mitbringen kann.

Zu einer kleinen Reihe solcher Reisen lädt heute und in der kommenden Woche digital brainstorming ein; das erste Biwak wird an diesem Abend um 20:00 Uhr im Basler [plug.in] aufgeschlagen, wo sich der Weltraumforscher Bruno Stanek und der Klangraumreisende Bruno Spoerri als kundige Expeditionsführer anbieten.

Aus diesem Grund hat dann auch das Medium seine kleine Astronautin, die man an dieser Stelle noch einmal winken sieht, in der netten Nachbarschaft an den Start geschickt. Ob sie ihrem Ziel wohl etwas näher gekommen ist als so mancher Kollege? Steht sicher im dortigen Log in ihrem Sternentagebuch nachzulesen...

[Bildchen auf der Fahne, unverkennbar, Hubble sowie der Wikipedia sei Dank: Der Mars.]

Von miss.gunst am 05.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.04.07

dreamachine

dmsb_ksw.gifHeute also, wie versprochen, endlich der sowieso längst mal anstehende Zettelkasten-Eintrag zum Original.
Auch wenn dieses als echte Inkunabel eigentlich so bekannt ist, dass man da eigentlich nur Eulen nach Athen bzw. Bären nach Bern schicken kann.
Trotzdem, es muss einfach sein: Vorhang auf für die Dreamachine.

Bekanntlich hatte sich der Beatnik-Dichter Brion Gysin seinen ersten Flicker-Rausch auf einer Busfahrt nach Marseille geholt - und zwar ganz unverhofft, als er mit geschlossenen Augen der Sonne entgegenträumte, während das Gefährt durch eine Allee fuhr.

Erst etwas später konstruierte er dann zusammen mit Ian Sommerville und wohl inspiriert von einem Buch des Neurologen William Grey Walter (in dem es keine Anleitung hat, wohl aber anregende Überlegungen dazu, wie Imagination funktioniert) die erste Dreamaachine: Einen perforierten Papierzylinder, den man über eine Lichtquelle stülpt, die ihrerseits auf einem Plattenteller steht.

Damit das Ganze funktioniert und der Flicker die richtige Frequenz hat, müssen allerdings die Proportionen des Schnittmuster (also die Abstände der Ausschnitte) und die Drehzahl des Plattenspielers aufeinander abgestimmt und letztere sollte auf 78 oder 45 Rotationen pro Minute eingestellt sein. Und, das Allerwichtigste: So eine Dreamachine schaut zwar per se schon gut aus - aber damit es funkt, muss man die Augen schliessen.

dmsb_g1.gifWas diese Konstruktion - gerade auch aus HOME MADE-Perspektive - so sympathisch macht? Ist natürlich, dass sie sich denkbar einfach für den Hausgebrauch herstellen lässt. Wofür auch im Netz eine ganze Reihe von Anleitungen inklusive Schnittmusterbogen zur Verfügung stehen.

Die allererste Adresse sollte da vielleicht die von Paul Cecil sein, der nämlich nicht nur ein schönes (allerdings mittlerweile vergriffenes) Buch zum Thema geschrieben, sondern auf seinen gut gepflegten Heimseiten auch Auszüge daraus publiziert hat. Bei ihm gibt es eine Version für 45rpm herunterzuladen.

Eine etwas kompaktere, aber ebenfalls schön angerichtete Anleitung für die 78rpm-Variante bietet Noah.
Und denjenigen, die noch mehr wissen, sehen und weitere Konstruktionsoptionen kennenlernen wollen, sollten sich unbedingt auf den Dreamachine-Seiten von interzone tummeln. In deren gut sortierter Kollektion findet unter anderem auch der (von Simon Owen stammenden) Schaltplan für eine elektronische Flickerlicht-Version.

Last but not least, für die ganz bequemen Computerbildchirmsofakartoffeln: Eine Dreamachine, die man direkt im Browser anwerfen kann. Dafür sollte man aber dann einen ziemlich lichtstarken Bildschirm vor der Nase haben.

Viel schöner ist es unter dem Strich aber doch, selbst zum Cutter zu greifen - so man daheim noch einen Plattenspieler hat.
Die erzielten Effekte variieren allem Vernehmen nach sowie erfahrungsgemäss. Aber Ausprobieren lohnt auf jeden Fall und ist anders als bei anderen potentiell bewusstseinserweiternden Drogen theoretisch auch völlig risikofrei. Praktisch darf man allerdings (und diese Warnung ist ernst zu nehmen!) zum Beispiel kein/e Epileptiker/in sein, da der Flicker dann Anfälle auslösen kann.

Wobei: Wirklich ganz erforscht ist es eben bis heute nicht, was die kleinen Leitungen da oben alles so treiben, wenn man sie stimuliert.
Zumal eben auch das mit von der individuellen Konstitution und Kondition abhängt.
Insofern, wie es so schön heisst: Don't try this at home, wenn Du etwa schon vorneweg Bedenken haben solltest - und in jedem Fall und wie bei jedem (Selbst-)Experiment ist dann auch dieses eines ganz auf eigene Gefahr.

[Bildchen: Da der letzte Eigenbau schon lange, lange den Gang der irdischen Dinge gegangen ist, freut sich das Medium, eine der Public Domain anheimgegebene Aufnahme von Steve Burnett bei der Wikipedia gefunden zu haben.]

Von miss.gunst am 04.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.04.07

traum-maschinen-prolog

ecel_ksw.gifDass in einem gepflegten Automatenheimtierzoo neben Klang- und Zeichenmaschinchen auch Traummaschinen gehalten werden sollten, versteht sich eigentlich von selbst.
Das eine oder andere Exemplar dieser durchaus etwas spezielleren Gattung wurde gelegentlich auch schon vorgestellt. Nicht aber der Klassiker schlechthin.

Mit dem hat der dieser Eintrag immerhin schon mal mittelbar zu tun, auch wenn es zunächst um eine Veranstaltungsempfehlung geht.

ecel_g.gifDenn die legendäre Dreamachine, die weiland von Brion Gysin konstruiert und in der Folge nicht nur von ihrem Erfinder weidlich genutzt worden ist, hat ein aktuelles Theaterprojekt inspiriert, das am heutigen Abend (03.04.07) in Zürich mit einem Prolog bzw. pro:logue eröffnet wird.

Zwar darf dabei die gute alte Dreamachine tatsächlich eine tragende Rolle spielen und mit ihrem kreisenden Flickerlicht zum Träumen einladen. Doch vermutlich nicht von ungefähr gibt es im Titel des Stückes ein kleines "m" mehr, das eine gewisse Distanz zum legendären Traumgenerator signalisiert.

Geht nämlich nicht so sehr um eine Reise in die Historie der Beat Generation, sondern mehr um eine ganz andere Imaginationmaschinerie, die sich - ein wenig düster (sic) - zwischen den beiden Protagonisten su und ro entspinnt. Wobei dann wiederum verschiedene cut-ups in lichtere Gefilde entführen.

Mehr dazu auf den Heimseiten des Projekts, die programmatisch "entre chien et loup" heissen - zwischen Hund und Wolf, wie man im Französischen das Zwielicht, die Twilight Zone nennt.
Sowie heute Abend ab 20:00 Uhr im Zürcher Theater Stadelhofen.

Und mehr zur Dreamachine und weiteren Traummaschinchen? Demnächst an dieser Stelle. Versprochen.

[Bildchen: Wie man sieht - entre-chien-et-loup.]

Von miss.gunst am 03.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.04.07

one life left (WRT)

oll_ksw.gifNoch ein Leben übrig? Wenn nicht um den längsten Dauerbrenner der Agentenfilmgeschichte - dann kann es da nur um eins gehen. Wie, um Eschatologie?
Aber nicht doch: Um Computerspiele. Genauer gesagt, um einen Webradio-Tipp, der diesem verbreiteten Plaisir gewidmet ist bzw. an Menschen richtet, die ihm auf die eine oder andere Weise zugeneigt sind.

one life left heisst nämlich eine sehr sehr nette, aufs kurzweiligste moderierte Sendung auf dem sicher nicht nur treuen LeserInnen dieses Logs wohl bekannten, hier aber aus guten Gründen häufig frequentierten Londoner resonance fm, die diesem Thema gewidmet ist.

oll_g1.gifUnd zwar wird dabei durchaus auch allgemein in die weiten Gefilde des Genres geblickt. Die bevorzugten und einerseits mit Fandom-Herzblut, andererseits aber auch mit einer guten Portion Ironie und Humor durchstreiften Jagdgründe der Moderatoren Ste Curran und Robert Howells sind jedoch die guten alten Video-Games. Also Arcade auf- und abwärts (ob die beiden wohl die GAME ARCADE von MOBILESKINO kennen?), und selbstverständlich gehört auch herziges 8-Bit-Sound-Gedudel dazu.

Wer nun zur Sendungszeit (20:00 Uhr London Time, also in unseren Breitengraden um 21:00 Uhr) keine Zeit hat, auf dem Rechner den resonance-Webstream anzuwerfen, muss nicht gleich in Tränen ausbrechen.
Schliesslich werden alle Sendungen auf der one life left-Heimseite als bequemstens abruf- bzw. herunterladbare Podcasts archiviert.

Die von letzter Woche hat übrigens u.a. einen besonders beliebten Klassiker zum Gegenstand. Was das Medium fast in Versuchung geführt hat, gleich noch einen Extra-Eintrag zur D.I.Y.-Tetriskultur zu verfassen. Aber das machen wir dann ein andermal...

[Bildchen: Leider nur ausschnittweise, aber natürlich schaut man sich die elegante Konsole, welche die one life left-Heimseite ziert, am besten gleich im Original an.]

P.S. Schon nachmittags um vier auf der Suche nach etwas Hörenswertem? Dann vielleicht ebenfalls mal bei resonance fm reinhören. Montags ab 15:00 Uhr (London, ergo 16:00 Uhr auf dem Festland) ist nämlich nach wie vor radia-Stunde. Diesmal mit SounDart-Radio aus Dartington - einem von Studierenden des Dartington College of Art aus der Taufe gehobenen Kunstradio, das gerade erst seine Sendelinzenz bekommen hat. Gratulation!

Von miss.gunst am 02.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.04.07

bleepfest @ c-base

bfb_ksw.gifDass man im Gegensatz zum entsprechend besungenen Bösen nicht immer und überall sein kann, ist mitunter doch extrem bedauerlich.
Wie zum Beispiel in diesen Tagen, wo in Berlin das bleepfest stattfindet.

Was man sich bitte schön unter einem (wörtlich übersetzt:) Piepfest vorzustellen hat?

Ist natürlich auf dessen Heimseiten nachzulesen:

"Bleepfest is a series of electronic and computer music demo days where, in addition to fully professional bands, we invite anyone who thinks they've done anything worthwhile or interesting to participate. This can take two forms: have stage time and go through the PA or stream your music by WLAN and be put over the PA invisably!"

Und es hat auch schon (s)einen Eintrag in der englischen Wikipedia, in dem noch auf die Geschichte dieser Veranstaltungsform verwiesen wird: 2000 fand in London das erste Bleepfest statt.

bfb_g1.gifBeim aktuellen, das in Berlin von der c-base-Crew ausgerichtet wird, ist heute (01.04.07) allerdings eben auch schon der letzte Tag, an dem sich FreundInnen der elektronisch generierten bzw. übermittelten Pieptöne zum Austausch bzw. Workshops und zu Konzerten treffen.

Davon hat man fernab des Geschehens natürlich nicht so viel. Aber immerhin sind die in der Programmübersicht aufgeführten Namen der aktiv Beitragenden fast durchgängig mit Ankern zu den jeweiligen Heimseiten bzw. MySpace-Einraumwohnungen ausgestattet. Was dementsprechend zum Weiterschnuppern einlädt und durchaus diverse Trouvaillen eintragen kann, mit denen sich gegebenenfalls der Sonntag akustisch bereichern lässt...

Von miss.gunst am 01.04.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)