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31.05.07

was kreativen schwierigkeiten macht

gvsg_ksw.gifOder genauer gesagt: Wer. Schon auch: Was.
Das ist schon einmal eine interessante Frage, oder?
Schliesslich weiss oder ahnt man mindestens, dass sich selbst in einer Welt, die auch was die Verteilung vo Gaben und Begabungen angeht, nicht ganz die beste aller möglichen sein dürfte, so einige Menschen mit beachtlichen Potentialen finden.
Warum also bleiben jene im Alltag allzu oft unsichtbar bzw. diese häufig ungenutzt?

Ein sehr lesenswerter Artikel, der möglichen Antworten nachgeht (und das, nebenbei bemerkt, auf ziemlich unterhaltsame Weise), ist in der heute-gerade-noch-aktuellen, also der Mai-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brand eins zu finden.

gvsg_g2.gifDie trägt zur Annoncierung ihres Themenschwerpunkts "Ideenwirtschaft" ein dickes rotes Banner auf dem Cover, auf dem "Achtung! Sie betreten den kreativen Sektor" steht. Kein Wunder also, dass sie selbst einem Medium mit mässigem Verstand am Kiosk sofort aufgefallen ist.
[Beiseit - und angesichts der beliebten Debatten um Werbung in Blogs sei gleich klargestellt, dass dies ein persönlicher, sozusagen von Authentizität triefender Kommentar ist, für den niemand bezahlt worden ist: In die entsprechende Richtung geguckt haben wir schon auch sowieso, insofern in dieser Zeitschrift ziemlich oft ziemlich interessante Dinge stehen.]

Besagter Artikel jedenfalls - verfasst von brand eins-Redakteur Wolf Lotter - widmet sich eben jenen eingangs angesprochenen Problemen, mit denen es Menschen zu tun bekommen, die Flausen im Kopf haben und dann auch noch so dreist sind zu meinen, diese realisieren zu wollen. Also den Kreativen?

Gewissermassen - wobei Lotter allerdings nicht von ungefähr die Überschrift "Die Gestörten" wählt, um die FlausenfreundInnen zu charakterisieren. Allerdings (anders als man jetzt voreilig annehmen könnte) nicht, um sie zu diskreditieren. Ganz im Gegenteil werden ihre Gegenspieler nämlich als "Die Gehemmten" vorgestellt. Und wie es beide Gruppen miteinander halten, könnte einem aufgrund besagter Unterhaltsamkeit, mit der die entsprechenden Beobachtungen kredenzt werden, lässig Lachtränen über die Wangen perlen lassen.
Wenn das, was in diesem Szenario bschrieben wird, nicht doch so todtraurig wäre. Eigentlich.
Denn es handelt sich um einen ungleichen, ungerechten und vor allem in seinem schmählichen Ausgang letztlich für die gesamte Menschheit fatalen Kampf.

gvsg_g3.gifAber es soll an dieser Stelle nicht zuviel vorweg genommen, sondern eben die herzliche Empfehlung gegeben werden, sich den Artikel gelegentlich bzw. am allerbesten gleich mal zu besorgen und dann selbst zu Gemüte zu führen.

Was übrigens selbst dann keinerlei Schwierigkeiten bereitet, wenn man am Kiosk vor leeren Regalen stehen oder zu den bedauernswerten Existenzen gehören sollte, die unter einer Allergie gegen Gedrucktes leiden. Wunderbarer Weise stellt brand eins nämlich die Volltexte seiner Ausgaben ins Netz.

So gibt es auch in diesem Fall eine Webversion sowie ein schickes pdf des Artikels - und zwar frei Haus.
Ergo keine Entschuldigung, ahnungslos ins Grab zu sinken, was das schicksalsträchtige Mit- bzw. Gegeneinander von "Gestörten" und "Gehemmten" betrifft.

Sondern vielmehr die wahrnehmenswerte Gelegenheit, nebenbei gleich noch einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis zu werfen und womöglich stante pede weiterzulesen. Wofür das Medium eigentlich gerade noch eine dezidierte Empfehlung hätte - aber dazu dann ein andermal...

[Bildchen: Sollen andeutungsweise veranschaulichen, wie es um die Verhältnisse im angesprochenen Konflikt zwischen den einen und den anderen Gs steht... Grand Merci wie so oft an jene, welche die froh als Bausteinchen genutzten Aufnahmen - in diesem Fall Glühbirnchen und (wohlweislich, sic!) Gummihammer - in den Wikipedia Commons zur Verfügung stellten. Und für erstere auch dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 31.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

29.05.07

instrumentenbastler ff. (under construction)

hafin_ksw.gifNicht von ungefähr wurde neulich im Eintrag zum Wiener reverse karaoke nebenbei schon mal auf das rahmende Projekt "Into the City" verwiesen. Zu dem gehört nämlich auch eine Konzertreihe, die auf den netten Namen "Under Construction" hört - und diesem wohl insbesondere mit der für den heutigen Abend (29.05.07) auch gerecht zu werden versucht.

Und zwar mit gleich mehreren Formationen, denen man aus HOME MADE-Perspektive heftigst zuwinken muss, wenn man schon nicht vor Ort sein kann (tja, wenn das mit der Teleportation mal ordentlich vorangegangen wäre).

hafin_g.gifAls da wäre zu allererst einmal eine Riesenklanginstallation des kanadischen Künstlers Maxime de la Rochefoucauld, der auf der Basis seines so benamsten "système Ki" wunderbare quasi-wie-von-selbst spielende Instrumente konstruiert (tatsächlich werden sie von unter der Hörschwelle schwingenden Frequenzen gesteuert).

Sodann ein Auftritt des britischen Modified Toy Orchestra (mehr sowie Tonträger auf ihrer Label-Seite bei warmcircuit, bei dem laut Ankündigung eine halbe Hundertschaft selbst gebastelter bzw. modifizierter Spielzeug-Instrumente zum Einsatz kommen sollen.

Und schliesslich wird sich dann noch die belgische Formation Kapotski die Ehre geben, um ein Konzert auf Elektromüll zu intonieren. Wie das ungefähr klingen könnte? Unbedingt die Heimseiten entern, dort gibt es leckerste Ohrzuckerln zuhauf!

Ja, da wäre man doch gern grad wieder in Wien, oder? Um den Trennungsschmerz noch ein bisschen weiterzukitzeln, zugleich jedoch ein bissel Trost zu spenden: Vergangen Sonntag war in nämlicher Reihe übrigens auch Negativland zu Gast. Hat das Medium, weil eben grad in Zürich tweaken, natürlich auch verpasst. Aber: In diesem Fall lässt sich schon mal, das quasi als Webradio-Tipp vorweg, den 03. Juni ab 23:00 Uhr vormerken - dann wird das Konzert nämlich vom Kunstradio gesendet und gestreamt. Ist natürlich nicht dasselbe wie live. Gleichwohl: Immerhin...

[Bildchen: Dünkt treuen LeserInnen irgendwie schon bekannt? Dem ist auch so. Heute selbst keine Zeit zum Basteln eines neuen Instruments gehabt und daher mit dem letzten Herbst gezüchteten Harfenfisch einfach ein bereits zuhandenes aus den eigenen Archiven hervorgeangelt.]

Von miss.gunst am 29.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.05.07

strickliesel(n) für hacker

strha_ksw.gifManche mögen der erhöhten Luftfeuchtigkeit zu Pfingsten wenig abgewinnen können - die HOME MADE-BastlerInnen freut's vielleicht eher. Denn nach all den Exkursionen, Festivals undsoweiter ist doch erst einmal wieder etwas Heimarbeit angesagt.
Weil die sich natürlich tendenziell* im stillen Kämmerlein abspielt, gibts davon heute noch nichts zu berichten - aber ersatzweise einen kleinen Lese-Tipp zum Thema.

Der führt diesmal in die "Netzwelt" des Wochenmagazins Der Spiegel, wo man nämlich - nicht eben früh, aber immerhin - nun auch den aktuellen Basteltrend entdeckt hat.

Was Christian Stöcker und Konrad Lischka unter dem schönen Titel "Hacker zu Stricklieseln" in Zeilen gegossen haben [zugegeben: ein ziemlich verflüssigtes Sprachbild in Zeiten, da die beweglichen Lettern nicht mehr in den Bleisatz gehen], dürfte den meisten einschlägig befassten HeimwerkerInnen im Allgemeinen und insbesondere treuen LeserInnen dieses Log.Buchs zwar nichts Neues sein. Aber man muss ja doch ein bisschen auf dem Laufenden bleiben, wenn es um die mediale Multiplikation von Trendsportarten geht, zu denen man selbst eine engere Beziehung hegt. Und womöglich bereits gehegt hat, bevor die Schwelle zur allgemeinen Vermarktungsfähigkeit so flachgetreten war wie sie es derzeit nunmal zweifelsohne ist.

Wer sich allerdings auch für letzteren Prozess und das Spannungsfeld drumherum intessiert, kann den Artikel sogar noch mit einem gewissen Surplus in den Zettelkasten packen.

strha_g2.gifNicht etwa, weil er entsprechende weiterführende Reflexionen enthalten würde - beispielsweise mit Blick auf die doch eigentlich ziemlich nahe liegende Frage, wie das konstatierte Interesse der "Hacker" (gemeint sind eher: ElektronikbastlerInnen) an der Handarbeit und die im Web 2.0 scheinbar neu entflammten Neigung zur klassischen Bastel- und Nadelarbeitskultur vor dem Horizont aktueller sozialer und ökonomischer Entwicklungen zu verorten wäre. Und was das wiederum für Web 2.0-Plattformen als Geschäftsmodell bedeutet. Auf derlei gehen die Autoren - anders, als man das in einem sonst ja schon ein bisschen politisch orientierten Magazin erwarten würde - leider nichtmal zwischen den Zeilen ein.

Vielmehr liefert das Ensemble des Publikationszusammenhangs, in dem der Text erschienen ist, gleich selbst ein ideales Beispiel für das, worüber geschwiegen wird. In einem kleinen Extra-Kästchen wird die Leserschaft nämlich gefragt:

"Sind Sie auch ein Hardware-Hacker? Arbeiten Sie auch an einem bizarren Bastelprojekt?"

Was dann folgt, ist selbstredend die Einladung, fleissig mitzutun:

"[...] Schicken Sie uns Fotos und eine kurze Beschreibung ihres Projektes - die schönsten, skurrilsten, bizarrsten präsentieren wir hier bei SPIEGEL ONLINE. [...]"

Davon, dass es für die Publikation Honorare gibt, steht mindestens an dieser Stelle nichts zu lesen. Woraus man nicht gleich schliessen muss, dass tatsächlich keine ausgezahlt werden. Doch in jedem Fall dürfte solcher "User-Generated Content", der zudem für emotionale Bindung sorgt, eine einträglichere Sache sein als teure RedakteurInnen und/oder FotografInnen auf Recherche zu schicken. Ist auch so eine Art von DIY.

Nunja, dies selbstredend nur am Rande und weil uns solche Zusammenhänge mit Blick auf die heissgeliebte Bastel- und Medienkultur eben auch forschungsweise beschäftigen. Mehr dazu aber besser dann ein andermal - sonst wird am Ende noch die Stricknadel der Lötkolben kalt... ;-)

[Bildchen: Zwar taugt ein Medium mit mässigem Verstand nicht wirklich zur "Hackerin" (und noch weniger zum "Hacker"). Aber mit Stricklieseln haben wir elektronischen Meädchen es natürlich schon. Der Dank für einige Bauteile geht wie so oft an die Wikipedia Commons bzw. jene NutzerInnen, die diese dort der Public Domain überantwortet haben.]

* Beziehungsweise auch ganz konkret - wenngleich das aktuelle anyma-Camp wohl allenfalls durch ein besonders grosszügig eingestelltes und umgekehrt angelegtes Meta(phern)fernglas betrachtet als "stilles Kämmerlein" durchgehen kann.

Von miss.gunst am 28.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.05.07

tweakfest 07

tw07_ksw.gifIst das ein Luxus: Wie weiland von Disco zu Disco, gehts in Zürich dieser Tage von Festival zu Festival - und man kann lässig den Bus oder die Tram nehmen, um vom einen zum anderen zu gelangen.
Und wieder zurück, denn das videoex läuft noch bis Sonntag; so wie das Tweakfest, das heute beginnt.

Gewidmet ist es in diesem Jahr dem Thema "Metaverse(s)", worunter man derzeit ja vor allem allerlei muntere Geschäftsideen fasst. Und dabei gern die etwas kritischeren Aspekte, für die Neil Stephenson seinerzeit in Snowcrash schon ziemlich sprechende Bilder fand, ein bissel beiseite schiebt - obwohl sie ja gerade in den etwas schnöden ökonomischen Realwerdungen entsprechender Phantasien um so deutlicher sichtbar werden.

tw07_g2.gifDem entsprechend bietet auch das Tweakfest-Programm eine muntere Mischung aus ersteren und letzteren Annäherungen (für jene sind, wie man sich fast denken kann, vor allem die KünstlerInnen zuständig), wobei es neben der Konferenz und diversen Solo-Präsentationen heuer auch eine Ausstellung hat. Von Künstlerseite mit dabei unter anderem etoy mit ihrer mission eternity, Marc Lee mit seinem Newsjockey-Projekt und SIS.TM mit seinen flickering subjects.

Spezielle Empfehlung für den heutigen Eröffnungstag? Wäre bzw. ist seitens des Mediums ganz klar: Teil eins der 6. Last Late Night Multimediashow, moderiert von Mario Purkathofer (Wildprovider bzw. dock 18).

tw07_g3.gifWeder Late Night (vielmehr ab 19.00 Uhr) noch zum letzten Mal (allein im Rahmen des Tweakfests gibt es noch einen zweiten Teil am Samstag Abend um 20:30 Uhr). Aber ganz sicher kurzweilig und spannend, was allein schon die Gästeliste garantiert, auf der unter anderem Marc Lee, Beat Matzenauer als Vertreter des DIY-Kulturministeriums (s.a. den Eintrag vom 15.09.05 - und, holla, es wird wohl bald mal Zeit für einen nächsten, denn demnächst wird wieder gewählt!), SIS.TM, Roman Bleichenbacher von Codecheck (siehe auch den Eintrag vom 15.02.07), Tian Lutz und Anna Kanai vom Publiclab undundund stehen.

Ist vorweg vielleicht nicht ganz so basisdemokratisch-interaktiv angelegt wie die jüngst vorgestellte Amsterdamer Cool Media Hot Talk Show - aber wer weiss, was sich in diesem Rahmen miteinander entwickeln lässt. Die spannenderen Metaversen sind jedenfalls diejenigen, die das sein bzw. werden können, was alle Beteiligten miteinander aus ihnen machen...

[Bildchen: Schaut schwer nach der nächsten Netztrend-Bubble aus - ist aber nicht so apodiktisch gemeint, sondern mangels Alternativangebot aus dem noch nicht wirklich existierenden Pressebildbereich einfach die Tweakfest-Seitenimpression.]

Von miss.gunst am 24.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.05.07

videoex 07

vex07_ksw00.gifHimmel. Aufgrund der vielen Exkursionen in so ziemlich alle anderen Richtungen kommt in diesem Jahr beschämend spät, was eigentlich doch schon liebgwonnene Tradition in diesem Log.Buch war: Nämlich ein bisschen vom Zürcher videoex-Festival zu schwärmen.

Auch wenn aus gegebenen Gründen also bislang nicht mal mit Berichten aus eigener Hand gedient werden kann, will sich das brave Medium doch wenigstens beeilen, noch rasch die eine oder andere Empfehlung zu geben.

vex07_g3.gifFür den heutigen Mittwoch Abend (23.05.07) beispielsweise blinkt im Programm besonders lecker der um 18:00 Uhr angesetzte und von Laurent Schmid zusammengestellte Kurzvilm-Mix namens Genève Numérique, der zum diesjährigen Schwerpunkt "Gaststadt Genf" gehört.

Sehr sympathisch liest sich schonmal die Klammer, von der das Programm zusammengehalten wird:

"Auch die Genfer Künstler haben ein ambivalentes Verhältnis zu Kunst und digitaler Welt. Zwar ist hier das world wibe web [scil: erfunden worden, nämlich am CERN] und hier hat Ada Lovelace ihre ersten Recherchen zu Code und Maschine getätigt. [...] Und dennoch ist selbst bei den alten 'Habitués' eine deutliche Skepsis auszumachen."

vex07_g1.gifLetzterer in produktiver Umsetzung ansichtig werden kann man dann anhand von Arbeiten wie No signal (2006) von Manuel Schmalstieg (aus der n3krozoft ltd.-Truppe; auf deren Heimseiten man den auch die Möglichkeit zu einer kleinen Kostprobe des Clips hat); Hybrid Systems (2002) von Nathalie Novarina und Marcel Croubalian (mehr zu dieser Arbeit hier auf den Seiten des MAMCO Genf); einer Episode aus Roman Urodovskikhs Post Babylon Stories (2006) - den für heute programmierten Pt. 2 gibts tatsächlich auch auf Urodovskikhs MySpace-Seite komplett (?! doch, sieht so aus!) zu gucken (und weiteres dann zudem auf seinen Postbabylon-Seiten - wo es übrigens auch ein paar Ohrzuckern für NoisefreundInnen hat); oder - last, but for sure not least - einem Vilmchen von auf der Basis von Zeichnungen von Joëlle Flumet, das auf den schönen Titel "I would prefer not to" hört. Also jener Formel, mit der sich Herman Melvilles Bartleby in dezenter Verweigerung durchs und schliesslich aus dem Leben schleicht (mehr zur Arbeit selbst gibts ansonsten unter anderem bei absolute arts zu lesen).

Das nur für heute, auf die Schnelle und aus der Ferne. Und vielleicht, soweit genug Zeit, dann dieser Tage aus näherer Nähe nochmals mehr.

Von miss.gunst am 23.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.05.07

gras wachsen hören (WRT)

hgg_ksw.gifBleiben wir doch grad noch einen Moment dabei: Brav im Sessel vor dem Rechner sitzen und zugleich in London sein. Und dazu noch etwas spannendes aus der Audiosphäre.
Geht bei bzw. mit resonance-Radio natürlich sowieso fast immer. Oder jedenfalls denkbar oft. Aber für heute hätte es sogar noch einen Webradio-Tipp für diejenigen, die sich für die bei HOME MADE immer wieder gern beackerte Klanggärtnerei interessieren.

Keine Ahnung, warum wir darauf erst jetzt gekommen sind (das heisst: eigentlich doch, denn Dienstag Abende sind meist anders belegt; zum Beispiel - wenn in Frankfurt - mit den monatlichen Konzerten der Audio Art Series im mousonturm).

hgg_g.gifJedenfalls gibt es - offenbar schon seit vergangenem Jahr - auf resonance fm eine Sendung, die auf den wirklich vielversprechenden Namen "I Can Hear The Grass Grow" hört und in der sich Mark Aitken der "sonic horticulture" zu widmen verspricht.
[Hinweis zum Anker: Der geht auf die Seiten des Projekts polkadortsonraindrops, das der Londoner Filmemacher hauptberuflich verfolgt. Schaut auch spannend aus, wäre aber eine andere Baustelle. Jedenfalls: Einfach die Seite nach unten scrollen, so man das Gesicht zur Stimme sehen will...]

Da auch selbst noch nicht gehört, ist das diesmal ein Webradio-Tipp ins Blaue. Aber nach allem, was von vertrauenswürdiger Seite über diese Sendung zu lesen ist - wenn man nämlich zum Beispiel ein bisschen in den Trombone Poetry Chronicles des Jahres 2006 von Paul Taylor schmökert - sollte es wirklich lohnen, heute (22.05.07) um 18:30 Uhr Londoner Zeit (ergo 19:30 Uhr in unseren Gefilden) Öhrchen voran in den Webstream von resonance fm zu tauchen...

[Bildchen: Haben nichts so direkt mit der Sendung zu tun, in der es ja auch mehr zu Hören denn zu Gucken gibt (sonst hiesse es ja auch: I Can See The Grass Grow, gäll?). Ergo lediglich versucht, etwas Passendes zu imaginieren. Wobei, wie so oft, ein grosszügig der Public Domain überlassenes Vor-Bilchen heftigst geholfen hat - eben, tatsächlich passend: Hohes Wildes Gras...]

Von miss.gunst am 22.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.05.07

Her Noise revisited: The Making Of

hnvtmo_ksw.gifGestern bei der Verankerung von Her Noise - also jenem schon vor längerem mal vorgestellten Projekt, für das reverse karaoke ursprünglich produziert worden ist - so ganz nebenbei auf eine echte kleine Sensation gestossen.
Die erstens umgehend weitergemeldet und deren Gegenstand zweitens auch gleich dem Zettelkasten einverleibt werden muss.

hnvtmo_g1.gifDass Her Noise mehr als eine Ausstellung war bzw. ist (diese kann nämlich nach wie vor bei electra als Wanderschau geordert werden), war ja schon klar. Und auch, dass es da noch jede Menge Archivalien und Video-Material gab bzw. gibt (ja, auch dieses Archiv ist zugänglich - dafür muss man dann eben selbst nach London fahren).

Mittlerweile gibt es aber auch noch einen tollen Vilm von Emma Hedditch, der unter dem viel zu bescheidenen Titel "Her Noise: The Making Of" sechzig Minuten sehr viel mehr als etwa den Aufbau einer Ausstellung zeigt.

Sondern vielmehr phantastisches Material versammelt, vor allem Interviews mit grossartigen Künstlerinnen und Musikerinnen wie Diamanda Galas, Lydia Lunch, Kim Gordon, Jutta Koether, Peaches, Chicks On Speed, Kaffe Matthews, Christina Kubisch und und und - und dazu noch Konzert- und Performance-Mitschnitte.

Dieses Video ist natürlich ebenfalls nach wie vor bei electra auszuleihen, wenn man es - ob mit oder ohne die Ausstellung dazu - öffentlich vorführen will [wüsste nicht, dass das in der Schweiz schon der Fall gewesen wäre, daher wieder mal: WinkWinkWink].

hnvtmo_g2.gifDie Sensationsmeldung ist aber: Dank einer Kooperation von electra mit dem wunderbaren ubu-Web steht eben dieses "Her Noise: The Making Of"-Video seit kurzem zur freien Besichtigung im Netz!

Ist das toll? Ist es. Und beweist: Es gibt sie wirklich, die märchenhaften Zeiten, in denen das Wünschen noch geholfen hat. Hier und jetzt. Der Dank dafür geht aber selbstredend nicht an irgendeine gute Fee. Sondern direkt an: electra und an ubu.com.

[Bildchen: Eins vom Video, damit man mal die beiden Kuratorinnen - Hide Neset und Lina Dzuverovic von electra - sieht, denen wir Her Noise überhaupt verdanken (ja, und den beteiligten Künstlerinnen natürlich sowieso). Das andere von der kleinen pdf-Broschüre, die zu selbigem gehört und praktischerweise gleich auf der Vilm-Seite bei ubu mit abzurufen ist.]

Von miss.gunst am 21.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.05.07

reverse karaoke

rvka_ksw.gifUnd noch ein Ein-/Nachtrag aus dem austrischen Exkursionskulturbeutel, der sich zudem prima zu den beiden vorauf gegangenen fügt:
Neben dem Ladyfest feste(te)n ja auch die Wiener Festwochen fleissig vor sich in, und in diesem Rahmen ist noch bis Dienstag im MAK Museum für Angewandte Kunst eine ganz spezielle Installation zu Gast: reverse karaoke.

rvka_g1.gifNun würde man - bei allem Charme, der Amateurauftritten meist zu eignen pflegt - das klassische Singen zur Konserve sicher nicht der DIY-Kultur, sondern eher einer Kreuzung aus Freizeitsport und prosumer culture zuschlagen. Mitgesungen werden sollen ja tendenziell eher sogenannte bekannte, gemeint dann: kommerzielle Musikmassenware-'Hits'. Voraussetzung ist schliesslich vorneweg, dass man vom Text weg den Ohrwurm reproduzieren kann. Sozusagen postmoderner Mediumismus, olé.

Wie der Name "reverse karaoke" aber schon ahnen lässt, verhalten sich die Dinge bei besagter Installation etwas anders, um nicht zu sagen: Eben andersherum (reverse). Hier wird nämlich zu bereits Vor-Gesungenem - wie auch immer freestyle - fleissig musiziert.

Ausgedacht haben sich das Ganze keine Geringeren als Kim Gordon (yes Sonic Youth) und Jutta Koether, die in den vergangenen Jahren ja schon für eine Reihe ziemlich spannender, zwischen Musik, Performance und Kunst angesiedelter Projekte kooperiert haben. Und zwar ursprünglich für Her Noise - eine Ausstellung, die nicht von ungefähr vor einiger Zeit auch in diesem Log.Buch Erwähnung fand (s.d. Eintrag vom 30.11.05).

rvka_g2.gifUnd wie funktioniert nun das umgekehrte Karaoke?

Zu allererst einmal gibt es ein ziemlich gemütlich ausstaffiertes Zelt, das an welchem Ort auch immer einen eigenen Raum mit eigener Atmosphäre schafft - schon mal eine wichtige Voraussetzung, wenn man so etwas wie entspannte Konzentration ermöglichen will. Drin dann alles, was man LoFi-Aufnahme an Technik braucht. Und diverse Instrumente, um allein oder besser noch natürlich mit anderen zusammen rund um Kim Gordons vorab aufgenommene Stimme die Musik zu machen; eine kleine Anleitung dazu gibts per Video.

Besonders schön: Anschliessend lassen sich die reverse karaoke-Sessions auf zwei CDs brennen und diese mit selbst gestalteten Covers versehen - eine davon darf man mit nach Hause nehmen, die andere verbleibt im Projektarchiv.
Na also. So produktiv kann Karaoke sein, wenns mal gegen den Strich gebürstet wird.

rvka_g3k2.gifIn Wien ist reverse karaoke nun im Rahmen des auch sonst ziemlich spannenden Festwochen-Teilprojekts "Into the City" zu Gast und hat sich mit seiner Bohemien(ne)-Style-Jurte eben im MAK eingenistet.
Leider nur noch bis kommenden Dienstag (22.05.07) - aber was heisst in diesem Zusammenhang schon leider: Wirklich schade ist, dass man hier nicht gleich die Weiterreise zu einer Station in der Schweiz ankündigen kann. WinkWink.

[Bildchen: Haben, wie unschwer erkennbar, zwar mit dem Thema - aber wirklich so gar nichts mit der gleichnamigen Installation zu tun. Die sieht natürlich ganz anders aus. Und wohlmöglich wunderwirkt im Zelt ja gerade bei Karaoke-AllergikerInnen die gute alte Punk-Kultur - wenn es eh nur drei Akkorde gibt, muss man schliesslich nur Saiten und Nerven, nicht aber gleich das ganze Instrument zersägen. Aber wie auch immer. Die als Alternative zum (a propos Allergien) Gebrauch rechtsbelasteter Reproduktionen erstellte Folge hätte auch nicht entstehen können, gäbe es nicht die wunderbaren Wikipedia Commons. Für alle dort entlehnten Bausteinchen dankt das Medium herzlichst denen, die diese grosszügig der Public Domain überlassen haben.]

Von miss.gunst am 20.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.05.07

DIY - wir machen es uns selbst!

wmsw_ksw.gifGut, das könnte zwar die passende Überschrift für ziemlich viele Einträge, wenn nicht sowieso das Motto von HOME MADE sein.
In diesem speziellen Fall und Wort für Wort ist es aber der Titel einer kleinen Ausstellung in Wien, die schon im Vorfeld des gestern* vergangenen Mittwoch eröffneten Ladyfests in Richtung der dort gepflegten Neigung zur DIY-Kultur winkte und dementsprechend so etwas wie eine weiterführende Verankerung im lokalen Kontext bietet.

Gezeigt wird sie derzeit (und noch bis zum 08.06.07) in den - für Ortsunkundige: sehr zentral gelegenen - und eben auch als Galerie fungierenden Räumlichkeiten der IG Bildende Kunst.

wmsw_g1.gifWorum es geht? Nicht wirklich um Selbstgebasteltes im klassischen Sinne und auch nicht so sehr um ein Schlaglicht auf den akuellen Trendsport, klassische Handarbeitstechniken aufzuribbeln und entgegen althergebrachter Muster neu zu stricken. Beziehungsweise: Wenn, dann präzis in letzterem Sinne - nämlich als mögliche Techniken für aktuelle feministische Praxis. In ganz verschiedene Medien(-Komplexen).
Also genau das, was auch bei den Ladyfesten und ihren Workshops eine zentrale Rolle spielt.

Genaueres zum Konzept der kleinen Schau, die von Sonja Eismann und Christiane Erharter kuratiert wurde, zum einen auf den Galerieseiten der IG Bildende Kunst; weils dort aber derzeit unter "Aktuelles" steht (und ergo der Anker früher oder später auf das nächste Projekt verweist) alternativ noch mal als Textchen in der [sic] standard.

Für diejenigen, die keine Gelegenheit haben vor Ort vorbeizuschauen, gibts zum Trost ein paar Surftipps zu einigen der beteiligten Projekte bzw. Seiten, auf denen Nahrhaftes zu selbigen zu finden ist:
Sowieo immer einen Besuch wert ist das von Elke Zobl initiierte und betreute grrlzines.net; gleiches gilt fürs female:pressure-Musikerinnen-Netz und a room of ones own.
Zum Radikalen Nähkränzchen aus Innsbruck (warum haben die eigentlich keine Heimseite??) hat es ein kleines Radiofeature im austrischen Cultural Broadcasting Archive; die tollen Schwestern Brüll wiederum verfügen dagegen über reich bestückte Heimseiten mit vielen leckeren Projekten plus MySpace mit Musik zum Mitbrüllen - wollen allerdings ebenso besser mal live erlebt werden wie (oh, sowieso:) Rhythm King And Her Friends. Wissen aber mindstens diejenigen, die sie bei ihrer letzten Schweiz-Tour gesehen/gehört haben, sowieso. Falls nicht, dann gibts noch die obligate MySpace-Seite mit ein paar Ohrzuckerln.

Soweit auf die Schnelle, weil eigentlich schon wieder ganz woanders - und dazu und diversem anderen Vermeldenswertem dann morgen ff. mehr.

* Jaa, genau. Dieser Eintrag hatte schon am Donnerstag erscheinen sollen - aber da war das flüchtige Medium eben schon wieder unterwegs...

[Bildchen: Direkt aus dem Wienexkursionskulturbeutel; wie unschwer zu erkennen der Titel zum Faltblatt zur Ausstellung DIY - wir machen es uns selbst!]

Von miss.gunst am 19.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.05.07

feste feiern, DIY

lfw07_ksw.gifNicht, dass das hier ein Party-Log wäre. Aber dieser Anlass will nicht nur gefeiert werden, sondern ist auch aus der Ferne einen wild winkenden Eintrag wert - zumal DIY dabei ganz gross geschrieben wird (und Musik Medien Kunst sowieso dazugehören, wie man sich schon denken kann):
Heute startet nämlich das Ladyfest Wien!

Wer hier feiert, scheint angesichts des Titels gleich schon mal ausgemacht - ganz so simpel ist es allerdings nicht, denn unter anderem ist es schöne Tradition der Ladyfeste, auch die Geschlechterverhältnisse zum Tanzen zu bringen.

lfw07_g1.gifSchöne Tradition? Genau. Wissenswert ist nämlich - gleich mal als Info für diejenigen eingestreut, die tatsächlich noch nie etwas von selbiger gehört haben sollten: Das Label Ladyfest steht für ein Veranstaltungsformat, das sich ausgehend von den USA in den vergangenen Jahren feiernd Richtung weite Welt und ergo auch nach Europa ausgebreitet hat (leider ist die einstmals wunderbar bestückte ladyfesteurope.org-Seite mittlerweile perdu, eine Alternative wird derzeit bei MySpace aufgebaut). Jedenfalls: Allein in Wien ist die aktuelle Ausgabe bereits die dritte.

Was nun alle Ladyfeste miteinander gemeinsam haben, so unterschiedlich die Programme auch ausfallen mögen: Es handelt sich um kollektive Produktionen, die nicht nur Musikerinnen und Performerinnen auf die Bühne bringen wollen, um mehrere Tage lang zünftig Party zu machen. Das auch. Vor allem aber geht es um Raum für Produktion und Ermunterung zur Produktivität - den Austausch von Know-How und eben Workshops mit DIY-Tipps für musikalische, mediale sowie [sic!] individuelle und soziale Kreationen eingeschlossen. DIY Gender-Workshops gibt es nämlich auch.

Das entsprechende Angebot beim diesjährigen Wiener Ladyfest lässt sich bequemstens den jeweiligen Programmübersichten (Konzert/Performance/Bühne und Workshops) entnehmen - und dazu hält das Ladyfest07-Wiki auch noch allerlei Weiteres wie Hintergrundinfos zu den beteiligten Bands, Propaganda-Materialien zum Selbstausdrucken und Weiterverteilen, Links etcetera bereit.

lfw07_g2.gifWie wörtlich die Experimentierfreude nicht nur in Sachen Gender genommen wird, lässt sich übrigens gleich heute Nacht bei der Eröffnungssause im Tempel testen. Die ist nämlich dezidiert als Sexparty geflaggt. Und meint das auch so.
Na dann: Rette sich dorthin, wer kann!


[Bildchen: Ladyfest, logo. Wobei es auf der Startseite und im DIY-Bereich noch viele viele andere und sogar noch schönere Flyer gibt. Gucken!]

Von miss.gunst am 16.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.05.07

rafael toral pt

rtptaa_ksw2.gifAus aktuellem Anlass und noch bevor sie so richtig begonnen hat eine kurze Unterbrechung der kleinen Serie mit/zu den Mitbringseln aus Wien.
Rafael Toral - der erst kürzlich und just zur Zeit des hier nur kurz annoncierten mapping festivals (allerdings nicht in dessen Rahmen) in Genf gastierte - weilt heute Abend (15.05.07) in Frankfurt.

Genauer gesagt: Im Künstlerhaus Mousonturm - und zwar im Rahmen der audio art series, die treuen LeserInnen dieses Logs natürlich nicht von ungefähr schon mehrfach begegnet ist.

Gelegenheit, dieser Empfehlung zu folgen und sich um 21:00 Uhr zum audio art-Abend mit Toral einzufinden hat natürlich nur, wer sich eh schon nah genug am Ort des Geschehens herumtreibt.

Kein wirklicher Ersatz, aber immerhin doch anregend kann aber auch schon mal ein Besuch auf Rafael Torals Heimseiten sein.

rtptaa_g.gifAbgesehen davon, dass man dort nach etwaigen alternativen Konzert- und anderen Terminen auslugen kann (nein, derzeit keiner mehr in der Schweiz) gibt es nämlich auch einiges Material zu den Projekten, die der Musiker und Künstler verfolgt.
Und dazu gehört eben auch eins der bei HOME MADE besonders heiss geliebten Felder, nämlich das Hardware Hacking zwecks Herstellung interessanter Instrumente (mehr zum Thema im Log.Buch hier). Sehr lobenswert beispielsweise: Grässliche Mobiltelephonknochen einem eindeutig vornehmeren Verwendungszweck als "Air Toys" (1995) zuzuführen.

Ein eigener Bereich ist dann noch mal seinen aktuellen space studies gewidmet, die allem Vernehmen nach auch im Mittelpunkt des heutigen Abends im Mousonturm stehen werden.
FreundInnen des bekanntlich nicht nur als Klanggenerationsinstrument, sondern auch als Interface tauglichen Theremin (beiseit ein Winken in Richtung Bruno Spoerri und Jan-Peter E.R. Sonntag, die ja beide und auf denkbar unterschiedliche Weise ebenfalls in dieser Richtung klangforschend unterwegs sind) seien insbesondere auf die dritte Raumstudie verwiesen. Macht in jedem Fall gespannt auf das, was noch folgen wird, oder?

[Bildchen: Rafael Toral, einschlägig instrumentiert. Fotografiert von Pedro Alfacinha. Soweit zum Copyright bzw. den ivolvierten Autoren - und speziell für die Genehmigung zur Verwendung gebührt dem Mousonturm Extra-Dank.]

Von miss.gunst am 15.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.05.07

DIY tipps für wege zum ruhm und mehr (fiber)

fibst_ksw.gifGirls just wanna have... whatever. Vielleicht ja auch ein Stück vom Glück im Musikbusiness? Ganz sicher jedenfalls nicht: Immer wieder das alte Lied aus der Ohrwurmkiste hören, das von den besten Chancen im Groupietum für die jeweils nächste Generation von Boy-Bands leiert - ob sich letztere nun aus Casting-Shows rekrutieren oder als Laptop-Orchester formieren. Selbst Diamanten sind ein denkbar schlechter Ausgleich, wenn man Frau lieber eigene Sounds auf die Bühne bringen will.

Aber wie funkioniert das in einer Szene, die bekanntlich nach wie vor tendenziell von so genannten Old Boy Networks dominiert wird? [Nein, nicht diesem hier - dann sähe die Sache sicher anders aus...].

Ob diese Frage am vergangenen Wochenende auch bei m4music diskutiert wurde, weiss das Medium qua Abwesenheit leider nicht zu sagen - wichtig wär's sicher mal gewesen, im (Konferenz-)Programm stand davon allerdings nichts zu lesen.

Besser daher, gleich gezielt zu einer Publikation zu greifen, die direkt diesem Thema gewidmet ist.
Die auch sonst und überhaupt allerwärmstens zu empfehlende Wiener Zeitschrift fiber, die seit 2002 Heft für Heft "werkstoff für feminismus und popkultur" bietet, hat im vergangenen Sommer das rampenfiber-Festival veranstaltet, bei dem es neben Konzerten und Performances auch eine ganze Reihe von Panels gab, die einschlägige Fragen, Probleme und Perspektiven beleuchteten.

fibst_g1.gifDeren Beiträge versammelt die zehnte Ausgabe von fiber (erschienen Oktober 2006), nicht nur dem prächtigen Cover nach sozusagen eine goldene Schallplatte im Heftformat. Drin nämlich jede Menge informative, inspirierende und leckere (meist in der Tat: sowohl als auch und obendrein) Beiträge von Musikerinnen, Künstlerinnen, DJs, VJs, Bookerinnen und anderen Aktiven wie beispielsweise Bernadette La Hengst, Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo, den tollen Schwestern Brüll, Christiane Rösinger undundundund sowie verschiedenen nicht minder spannenden Theoretikerinnen (meistens sind übrigens letztere auch in der Praxis aktiv und vice versa).

Dieses jüngste in einer Reihe nicht weniger lesenswerter fiber-Hefte (siehe auch das online-Heftarchiv) lagert zugegebener Massen zwar schon länger im heimischen Zine-Stapel. Wurde aber aus gutem Grund gerade heute aus selbigem hervorgezogen: Weil nämlich im Zuge der jüngsten Wien-Exkursion eine ganze Menge feiner Sachen im Kulturbeutel gelandet sind, die sinn- und sachgemäss anschliessend in den nächsten Einträgen vorgstellt werden sollen.

Kleiner nützlicher Hinweis zum Schluss: Wie auf den fiber-Distributionsinfo-Seiten zu sehen, ist diese wunderbare Zeitschrift in der Schweiz nicht grad an jeder Ecke zu bekommen. Was nun wirklich kein haltbarer Zustand ist. Oder?
Wie gut, dass es fiber auch im Abo gibt.

[Beiseit: Wobei das Medium schwören könnte, in Zürich sei sie durchaus mal zu haben gewesen. Und lag sie nicht auch in der shedhalle aus? Oder träumt uns das grad? Na, wie auch immer...]

[Bildchen: mal wieder zu blöd gewesen, rechtzeitig nachzufragen. Daher interim erstmal eine schnöde selbstgebastelte Aushilfskraft.]

Von miss.gunst am 14.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.05.07

Taktische Klanggärtnerei

dork_ch_kk.gifWar längst mal wieder Zeit für ein Schweizer dorkbot-Treffen, oder? Wie sich jetzt zeigt, diente die Verschnaufpause im April wahrscheinlich - und sozusagen wie es sich gehört um diese Jahreszeit - der Bereitung von Beeten, in denen heute und morgen fleissig gesät und gepflanzt werden soll.
Passend zur Saison soll diesmal nämlich die Kunst der taktischen Klanggärtnerei zu erlernen sein.

Was Menschen, die mit akustischer Gartenarbeit bislang noch nicht weiter vertraut sind, vielleicht erst einmal ein Fragezeichen auf die Stirn malen wird: Schliesslich würde man "Sound Gardening" erst einmal mit eher bukolischen Bespielungen von Grünflächen assoziieren - dem Wind in den Weiden, zwischen die man eine Äolsharfe gehängt hat oder, um's viellleicht mehr in Richtung Gegenwartskunst zu treiben, ein wenig elektronischem Gezwitzscher, das den Nachtigallen Konkurrenz machen darf.

kouw_g.gifInsbesondere treue LeserInnen dieses Log.Buchs werden jedoch sofort an Andres Bosshard denken und von daher wissen, dass sich Konzepte der Klanggärtnerei durchaus auch im Stadtraum fruchtbar machen lassen. Und zwar nicht etwa schlicht als eine Art akustische Verkehrsinselverschönerung, sondern im Sinne einer durchdachten Klangökologie.

Man kann die (Sound-)Schraube aber auch noch ein Stückchen weiter drehen bzw. pitchen und eben tatsächlich fragen, wie sich die Beackerung von Soundscapes im urbanen Raum mit taktischen Medien vornehmen lässt, welche Werkzeuge und welche Strategien sich hierfür entwickeln lassen.

Mehr dazu, und vor allem: was man sich praktisch hierunter vorstellen kann, wird nun beim aktuellen dorkbot-Treffen in Zürich zu erfahren sein, das am Freitag (11.05.07) um 20:00 Uhr wie immer im Walcheturm stattfindet.
Und zwar von Marc Shepard, der hier sein Projekt "Tactical Soundgarden" sowie das zugehörige "Tactical Soundgarden Toolkit" vorstellen wird.

Menschen mit eingehenderem Interesse an der taktischen Klanggärtnerei sollten sich allerdings idealerweise etwas mehr Zeit reservieren: Am Freitag Nachmittag gibt Shepard nämlich zuvor schon einen Vortrag zum Thema an der HGKZ (natürlich am Studienbereich Neue Medien snm, Details dazu auch auf dem Flyer auf den dorkbot swiss-Heimseiten) und am Samstag (12.05.07) dann sogar noch einen vertiefenden Praxis-Workshop dazu.

dork_ch_gk.gifWie schon einleitend geschrieben: Das Ganze kommt doch gerade recht zum ersten Höhepunkt der Gartenarbeits-Saison. Wobei: Die taktische Klanggärtnerei wohl keine Jahreszeiten braucht, sie kann sozusagen bei (fast) jeder Witterung betrieben werden. Und möglicherweise ist gerade ein schwieriges Klima - was man ja nicht unbedingt mit Metereologie assoziieren muss - für sie erst recht ein Ansporn, so richtig aufzublühen?

(((PS: Jaja, genau: Ein entsprechender Hinweis wurde gestern schon in der netten Nachbarschaft des digital brainstorming blogs abgelegt. War diesmal nicht zu vermeiden: Schliesslich gehört die Verfolgung von Aktivitäten auf dem Gebiet der Klanggärtnerei hier gewissermassen zum Standardrepertoire - und wer weiss schon so genau, ob alle LeserInnen beide Log.Bücher blättern? Anders als dort, wo aufgrund aktuell etwas reduzierter Gestaltungsmöglichkeiten schnöde Textwüste herrschen muss, liess sich hier zum Behufe einer zumindest mässig passenden Illustration ersatzweise auf Eingekellertes aus der Datenbank zurückgreifen. Auch etwas langweilig, aber immerhin.)))

Von miss.gunst am 11.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.05.07

loops & loops im r3s3t

lplp_ksw.gifNa, das ist doch mal ganz was Neues in diesem Blog: Gestern versprochen und heute schon gehalten. War/ist aber auch nicht weiter schwer in diesem Fall, denn es lässt sich lässig eine Konzertempfehlung geben für den morgigen Abend (10.05.07).
Dann sind im r3s3t in Bern nämlich Flo Kaufmann und Bernhard Wagner zu Gast.

Beide für treue LeserInnen natürlich alte Bekannte sozusagen - ersterer vor allem über seine HOME MADE-Aktivitäten und letzterer über das Zürcher Loopfestival (s. d. Eintrag vom 25.08.05).

lplp_g1.gifWeshalb sie an dieser Stelle praktischerweise nicht mehr ausführlicher vorgestellt werden müssen. Und das Programm?

Nun: Mindestens die einschlägig Informierten wird es wenig Wunder nehmen, dass Loops bei diesem Konzert eine zentrale Rolle spielen werden. Angekündigt ist darüber hinaus aber auch, dass es Neues von und mit Flo Kaufmanns musikalischen Schreibmaschinen geben soll. Sowie - was dann wieder zu den Schlaufen gehört - eine Vorstellung des offenbar gerade erst fertiggestellten FLo_oper v0.3. Hui.

Also dann: Am morgigen Donnerstag, 10.05.07 ab 20:30 Uhr im r3s3t Bern, Schützenmattstrasse 12 (neben der reitschule).

[Bildchen: Schon ein spezieller Loop, diese gestauchte Schlaufe. War im vorherigen Leben mal ein veritables Möbiusband, von David Benbennick gebastelt, fotografiert und netterweise unter cc-by-sa-Linzenz in der Wikipedia bereitgestellt. Merci!]

Von miss.gunst am 09.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.05.07

schellinx in der schweiz (und blinde kinder)

hsis_ksw.gifJa, schön wärs: Gibt leider kein Found Tapes-Konzert mit Harold Schellinx vor Ort anzukündigen. Aber warum sollten es die Zürcher, Basler oder Solothurner besser haben als die Amsterdamer, wo er letzen Mittwoch eben auch nicht war - wenngleich dort ja sowieso Talkshow und nicht Musik auf dem Programm gestanden hätte.
In der Schweiz ist der Kassettenwaisenmusiker hingegen durchaus gewesen, und zwar im vergangenen Februar.

Nun hat er gerade in seinem sowieso immer wieder lesenswerten SoundBlog einen kleinen Reisebericht dazu geschrieben. Der an dieser Stelle einfach mal so nebenbei weiterempfohlen werden soll.

Nicht nur, weil er nett zu lesen ist (das auch). Aber da interessante Menschen auf ihren Reisen meist interessante Sachen sehen, interessante Dinge tun und andere interessante Menschen treffen und/oder besuchen, bekommt man eben auch drumherum - na, was? Genau: Noch jede Menge Interessantes mit.

hsis_g2.gifZum Beispiel wird man daran erinnert, dass Biel die Heimstatt von Blinde Kinder ist und schämt sich sofort in Grund und Boden, dieses nun wirklich denkbar nah am eigenen Interessenhorizont navigierende Projekt nicht schon längst mal in einem eigenen Eintrag vorgestellt zu haben.

Und das Berner Konzert, das Schellinx mit den beiden zusammen bei r3s3t bestritten hat, haben wir auch verpasst, weil anderswo gewesen (und dann just an dem Datum stattdessen ausgerechnet aus keinen Ideen Bildgedichte gemacht. Oje.)

Nunja, wenigstens in letzterer Hinsicht - also was r3s3t-Konzerte betrifft - lässt sich sozusagen umgehend der reset-Knopf drücken... Am besten gleich morgen.

[Bildchen: Zeigt einen von Harold Schellinx Schweizreise-Funden, aufgenommen von ihm selbst. Und dann vom Medium wie so oft bei geschlossenen Augen, also als Gegenbild gesehen. Dass es sich hier um keine Kassette handeln kann, ist klar - die machten sich nämlich rar. Aber was wohl dann? Tja. Näheres ist natürlich nur am Fundort des Originals zu erfahren. Für das hoffentlich dieselbe cc-Lizenz gilt wie für den Text. In jedem Fall und sowieso: Merci.]

Von miss.gunst am 08.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.05.07

Total Recall Festival ruft nach Zürich

trz07_ksw.gifMontag ist doch immer wieder ein guter Tag, um Rufe weiterzugeben.
Dieser erreichte das Medium von seiten der Organisatoren des "Total Recall Festivals", über das hier vor ziemlich langer Zeit tatsächlich auch schon einmal etwas zu Lesen stand (s. d. Eintrag vom 16.11.05).

Für diejenigen, die angesichts des Titels eine Zusammenkunft von Schwarzenegger-SciFi-Fans denken: Ausgeschlossen sind Bezugnamen auf den gleichnamigen Streifen zwar nicht, Fandom eine Voraussetzung und die Assoziation zum Film ist an sich auch schon mal goldrichtig.

Aber generell ist "Total Recall" erst mal wirklich beim Wort zu nehmen, weil es nämlich um das möglichst originelle Nacherzählen von Drehbüchern geht. Der Film wird dann als DIY im Kopf projiziert (ob nun mit Parallelbild zum vergnüglichen Vergleich oder nicht, steht noch mal auf einem anderen Blatt).

Seit 2005 reist das Festival von Ort zu Ort, und am 12. Mai ist - nun schon zum zweiten Mal, also sozusagen endlich wieder - Zürich dran.
An besagtem Abend wird das Total Recall Festival im Theaterhaus Gessnerallee gastieren, die Vorstellung beginnt um 20:00 Uhr und womöglich empfiehlt es sich, zeitig einen Platz zu reservieren.

trz07_g1.gifAber das eigentlich nur nebenbei. Denn viel wichtiger ist ja der Aufruf, sich noch als FilmnacherzählerIn zum Mittun anzumelden:

Jeder hat es schon einmal getan, jedem ist es schon einmal passiert. Das Nacherzählen von Filmen ist eine weit verbreitete Kunst, die im Verborgenen blüht.

Nicht so bei "Total Recall". Das Festival des nacherzählten Films, das zum zweiten Mal in Zürich stattfindet, bietet jedem – ob Filmfreak oder Soapfan,Gelegenheitskinogänger oder ausgewiesener Cineast die Chance, im öffentlich ausgetragenen Wettkampf einen Film seiner Wahl zu erzählen.
Das Publikum ist die Jury und entscheidet, wer die "Silberne Linde" gewinnt.

Bewerben Sie sich als NacherzählerIn: Sie haben 10 Minuten Zeit, über Ihren (Lieblings-)Film zu erzählen und dürfen keine Hilfsmittel benutzen.

Einfach erinnern und erzählen!
Jeder kann sich bewerben!

Bewerbung und Informationen unter:
www.total-recall.org - info@total-recall.org

oder bei Gunda Zeeb, Theaterhaus Gessnerallee, Telefon: + 41 44 225 81 16,
email: zeeb@gessnerallee.ch
Konzept und Realisation: Bernd Terstegge und Axel Ganz

Last but not least: Sei wärmstens noch empfohlen, sich die Zürcher Siegerinnen des Vergangenen Jahrs im Videoarchiv der Total Recall Festival-Heimseite zu Gemüte zu führen. Eveline Eberhard und Silvana Castelberg (aka Crème Brûlée, also schon echte Profis) mit "Mr.and Mrs. Smith" - obgleich in der Rede selbstredend kürzer gehalten, definitiv um abendfüllende Spielfilmlängen besser als das Original. Also, wenn das ist die Messlatte ist - kann es nur ein grossartiger Abend werden.

Von miss.gunst am 07.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.05.07

video-kurtisane (mit marclay)

cfg_ksw.gifIst natürlich ein kleiner Übersetzungsscherz. Geht nicht wirklich um eine schöne Dame, die uns Sehenswertes andienen will. Sondern um eine Veranstaltung, welche Entsprechendes auf ihre Weise offeriert:
Das Courtisane Festival voor kortfilm, video en nieuwe media (also: für Kurzfilm, Video und 'neue' Medien) im belgischen Gent.

Sollte eigentlich schon Donnerstag, dem Starttermin, wärmstens empfohlen werden - was leider am eigenen Exkursionskalender scheiterte. Aber wie auch immer:

In diesem Jahr gibt es es dort nicht nur ein traditionsgemaess leckeres Kurvilmprogramm und eine nicht weniger sehenswerte Ausstellung mit Installationen unter anderem von Jacob Kirkegaard (dessen Looptower nicht von ungefähr kürzlich ein Eintrag gewidmet wurde; diesmal zeigt er AION, eine seiner dem Chernobyl-Komplex gewidmeten Arbeiten), einer spannenden Soundarbeit namens Phantom Melodies von Aernoudt Jacobs (Soundbits + Bilder dazu auf seiner MySpace-Seite).

cfg_g1.gifAls Festival, das sich selbsterklärtermassen besonders für mediale Grenzgänge und Kreuzungen ("crossmediality"), setzt Courtisane nämlich auch auf ein entsprechendes Konzertprogramm. Und das bietet just heute abend einen echten Höhepunkt mit Chris Marclays "Screen Play" (s. den Eintrag vom 30.09.06 zur Berliner Aufführung).

Diesmal antworten auf das visuelle Cut-Up drei Experimentalmusik-Tripletts (sic, insofern Trios nicht wirklich bzw. nur zu Teilen passt in diesem Fall): Greg Kelley, Bob Rainey und Jason Lescalleet; Tetuzi Akyama, Ignatz und Stef Irritant (beide vonm Musikprogramm-Mitveranstalter (K-RAA-K)³; sowie Steve Beresford, John Butcher und Paul Lovens.

Erwähnenswert für diejenigen, die bislang weder das Festival kennen noch in Gent gewesen sind: Statt findet das ganze im Vooruit, einem 1913/14 als Volkspalast mit phantastischem Konzertinterieur errichteten Prachtbau. Was alles zusammen genommen eine ziemlich ideale Kombination zu werden verspricht.

Trost für Daheimgebliebene? Könnte vielleicht eine nähere Inaugenscheinnahme der Heimseiten von (K-RAA-K)³ bieten. FreundInnen der experimentellen Musik können dort nicht nur Tonträger einiger Beteiligter finden. Sondern auch die von dem Label und Konzertveranstalter herausgegebene Zeitschrift RUIS, deren Ausgaben samt und sonders auch als pdf zu haben sind. Auch nicht unlecker, oder?

Von miss.gunst am 06.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.05.07

DIY Talkshow

cmht_ksw.gifBeim Stichwort Talkshow denkt man natürlich erst einmal an faule Sofakartoffeln. Engagiert debattiert wird ja schon auf dem Bildschirm - ergo naheliegend, sich ganz bequem zurückzulehnen und sich, was etwaige eigene Interventionen betrifft, allenfalls aufs Knöpfchendrücken der Fernbedienung zu kaprizieren.
Doch damit ist jetzt Schluss. Fernseher aus, Computer an - und dann: Willkommen bei der Cool Media Hot Talk Show!

Mindestens wer der feierabendlichen Bequemlichkeit im angesicht wechselnder Labertaschen, die noch jedes Thema flachgeredet bekommen, müde ist, sollte diese Einladung wahrnehmen.

cmht_gg.gifHeute Abend (02.05.07) um 20:30 Uhr startet das Amsterdamer De Balie nämlich besagtes Format - und zwar live, aber eben keineswegs allein vor Ort.

Vielmehr handelt es sich um ein Projekt, das in mehrfacher Hinsicht auf Beteiligung aus dem und im Netzwerk setzt.

Wie man den entsprechend einladend gestalteten Heimseiten der Cool Media Hot Talk Show entnehmen kann, sind wir sozusagen auf allen Ebenen eingeladen, fleissig mitzutun.

So sollen nicht nur die Themen für die Talkrunden eingegeben, sondern auch kompetente Gäste vorgeschlagen und über beides dann jeweils per Stimmabgabe entschieden werden.

Erst dann kann die Sache über bzw. auf die Bühne gehen. Und zwar im De Balie sowie zugleich online, wo es nun erst recht das Mit- bzw. Einmischen gefragt ist.
Wie letzteres genau funktioniert, probiert man dann am besten heute Abend selber aus.

Besonders freudige Überraschung womöglich nicht nur für das Medium, sondern auch für treue LeserInnen: Wie ein Blick auf die jeweiligen Charts zeigt, hat doch tatsächlichunter den vorgeschlagenen Themen (in diesem Fall kam der Vorschlag von Tatiana Goryucheva, der Initiatorin) Radio 2.0 das Rennen gemacht; unter den vorgeschlagenen Gastrednern ist es kein geringerer als Harold Schellinx*, von dem in diesem Log.Buch ja schon mehrfach zu lesen war - allem voran natürlich in Sachen seiner Found Tapes.
Und wer sich schon mal auf die zu diskutierenden Fragen einstimmen möchte (sehr sinnvoll spätestens dann, wenn man aus den virtuellen Publikumsreihen als preiswürdige/r Mitdiskutierende/r leuchten will - es gibt nämlich auch etwas zu gewinnen), findet die selbstredend ebenfalls in entsprechenden Charts.

cmht_g1.gifAnsonsten noch Fragen? Die beantwortet sicher eine weitere Liste - nein, keine Charts. Diesmal ein (offenbar nicht verhandelbarer) FAQ.
[Beiseit: Es gibt auf der Seite sogar noch eine ganze Menge weiterer Möglichkeiten zur Beteiligung, man kann zu diversen Dingen Kritiken schreiben/bewerten. Aber irgendwann ist doch auch mal gut mit Mitmachen - zumal, wenn aktuell ja nun allenthalben Projekte nach ebensolcher rufen schreien. Und man vielleicht zur Abwechslung auch mal etwas selber machen will. Oder?]

Ach ja, genau. Wer bei dem Namen der Cool Media Hot Talk Show an den guten alten McLuhan und sein berühmtes zweites Kapitel zu "Heissen Medien und kalten" denkt, liegt genau richtig (s.a. die Selbsterklärung des Projekts).
Dem Medium selber fällt bei dieser Gelegenheit allerdings nur zum wievielten Mal auf, wie schief die deutsche Übersetzung liegt: Eigentlich müsste es ja "kühle" Medien heissen und nicht "kalte". Denn richtig kalt kann wohl kein Medium sein. Sondern nur das was-auch-immer, das man dann erst einmal zu einem solchen macht.

[Bildchen: Samt und sonders von der schicken Heimseite der schicken Cool Media Hot Talk Show. Die übrigens rundum unter CC-BY-NC-SA, es ansonsten aber den Beteiligten überlässt, wie sie ihre Zugaben lizensieren wollen.]

* P.S., update: Von wegen. Hatte dann doch auf die letzte Minute noch Arie Altena das Rennen gemacht. Aber vielleicht ist HarS auch zu einem anderen Thema der idealere Gast. Etwas gewöhnungsbedürftig auch die leichte Zeitverschleppung beim Eingeben der Fragen. IRC-artiges Mitdiskutieren wäre jedenfalls doch nochmal was anderes gewesen. Allerdings: So partozipativ sind Talkshows ja schliesslich auch im übrigen Medienleben nicht...

Von miss.gunst am 02.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.05.07

Radiogeschichte(n) zum Nachhören

rgw_ksw.gifMöglichkeiten zum Mitsingen der Internationale hatten wir letztes Jahr am ersten Mai im Angebot. Deshalb halten wir es diesmal am Tag der Arbeit mal anders, machen es uns ganz bequem und freuen uns der Früchte von Feldern, die andere mit Fleiss bestellt haben. Akustisches gibts aber trotzdem. Und zwar zum Dauerlieblingsthema Radiogeschichte(n).

Um genau zu sein: Gestern kam vom kunstradio die freudige Botschaft herein, dass mittlerweile die Beiträge des zweitägigen Symposiums "100 Jahre Radio - Die Wiederkehr der drahtlosen Phantasie" im Netz stehen, der zu den im Januar anempfohlenen Wiener Radiogeburtstagsfeier(n) gehörte (s. d. Einträge vom 14.01.07 und vom 17.01.07).

rgw_g1.gifDen meisten davon ist sozusagen in Realzeit im Rückspiegel, also in Form von Audiostreams nachzulauschen; zu manchen gibt es aber auch Textfassungen (bzw. in einem Fall eine Linkliste) in Form eines pdf.
Ziemlich disparat, was den jeweiligen Fokus auf "Wireless Imagination" angeht; aber dank der Abstracts auf den Hauptseiten ist es ja auch nicht weiter schwierig zu überschauen, was den eigenen Interessen näherkommt und was nicht.

Wer es nun doch zum Maifeiertag lieber etwas musikalischer hätte, kann sich übrigens durchaus ebenfalls an der Dokumentation der Wiener Radiogeburtstagsfeierlichkeiten laben.
Noch immer stehen dort nämlich die Gratulationsadressen im Netz, die seinerzeit einegsammelt und zur abendlichen Radioparty als Mix gestreamt wurden.
[Update: Ach, von wegen. Die Verankerungen laufen samt und sonders ins Leere. Mal nachfragen, ob das ein Versehen oder schnöde Absicht ist. Dann muss es wohl doch die Internationale zum Mitsingen sein, oder?]

Von miss.gunst am 01.05.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)