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22.06.07

memexwand

sfmw_ksw.gifBeim Stichwort "Memex" denkt man natürlich erstmal an die gleichnamige Legende - also das Computersystem, das Vannevar Bush 1945 in seinem Artikel "As we may think" imaginierte.
Heute hat fast jede/r einen solchen Gedächtniserweiterer* auf dem heimischen Schreibtisch stehen. Und das lädt, as we may think, natürlich dazu ein, auch in dessen Einsatz die eine oder andere Extension vorzunehmen. Wie wäre es beispielsweise mit einer ganzen Memex-Wand?

Geht nicht? Gibts nicht? Ach was: Geht nicht gibts nicht, wie man sich eigentlich ebenfalls denken können sollte.

Ab heute Abend hat Berlin nämlich eine "memex wall". Sozusagen. Und das beste daran: Dass man dieser Systemextension sogar teilhaftig werden kann, wenn man nicht vor Ort weilt. Und das wiederum geht so:

sfmw_g1.gifDer Berliner medien.projekt.raum /tmp - wiederum, wie man sich denken kann: nicht zufällig so benamst, sondern eine tenmporäre Einrichtung - muss in diesen Tagen seinen aktuellen Standort wieder aufgeben und lädt aus diesem Grund bis einschliesslich Sonntag zu einem Spezialprogramm ein.
"lauf.werk . tmp . data.rescue" versammelt unter dem schönen Motto " die kunst laeuft weiter . wir retten die datentraeger" an verschiedenen Orten Ausstellungen, Performances, konspirative Treffen, Parties und vieles mehr, in deren Rahmen im Netzwerk aktive KünstlerInnen Projekte präsentieren.

Die "memex wall" ist ein Beitrag der treuen LeserInnen bereits aus einigen Einträgen bekannten Superfactory (TM) (in Kooperation mit mi_ga dieses mal). Und deshalb eben auch nicht - wie man erstmal vielleicht denken könnte - eine Art Blinkenlights-Memory in ASCII-Code.
Oder jedenfalls nicht nur.

Auf die Bespielung ganzer Hochhausfassaden lässt sich beispielsweise gut verzichten - denn Memex an sich ist heute ja eigentlich überall. Eben darum weiss man allerdings auch um die weniger idealen Seiten der Realwerdung von Vannevar Bushs Utopien. Worum gings da doch gleich noch mal? Tja... Genau, an dieser Stelle kommt das * Sternchen zum Einsatz und mit ihm ein Verweis auf einen der nicht so begrüssenswerten Effekte, die der Einsatz von Gedächtniserweiterern mit sich bringen kann: Dass das, was wir an sie delegieren, nämlich allzu leicht aus unserem eigenen Speicher verschwinden kann.

sfmw_g2.gifUnd das ist natürlich längst nicht das einzige Problem. Dumm nur, dass wir die anderen auch schon wieder vergessen haben.

Genau hier springt die Superfactory (TM) helfend ein: Da ihr Superfactory (TM)-Game nämlich eh nach dem Memory-Prinzip funktioniert, vermag es uns die notwendigen sauren Trainingseinheiten damit zu versüssen, dass wir diese mit dem frohsinnigen Frönen unseres natürlichen Spieltriebs verbinden können. Und damit nicht genug, winkt am Ende einer erfolgreich bestandenen Runde sogar noch ein Gewinn!

Worin der besteht? *Hua*. Ihn zu erringen hat ein Medium von eh schon minderem Verstand und berufsbedingt definitiv zu engem Verhältnis zu Gedächtniserweiterernlöschern (und ergo auch -löchern) noch gar nicht zu versuchen gewagt.
Dabei würde es sich - dem ASCII MEMEX Game-Motto "Be A Winner!" folgend - natürlich schon gern zu den Gewinnern zählen.
Nur: Warum eigentlich, hat es leider auch schon wieder vergessen. Zu dumm.

[Bildchen: Na, also doch eine ASCII-Memex-Wand. Die hier allerdings - wie man sich schon denken kann, angesichts durchschnittlicher Hochhausfassadenmasse - natürlich nur im Ausschnitt wiedergegeben werden kann. Merci an die Superfactory (TM) und speziell an Karsten!]

Von miss.gunst am 22.06.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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