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17.06.07
Radiowunderland
Wer kann schon der Versuchung widerstehen, in ein Wunderland zu reisen, wenn er oder sie auf ein ebensolches stösst?
Eben. Genau das war nämlich der Fall, als vergangene Woche die New Yorker Konferenz zu neuen Instrumenten bzw. "neuen Interfaces in der Musik" in den Radar geriet.
Dort stand nämlich im Konzertprogramm für den Samstagabend etwas von "Radio Wonderland" zu lesen. Möglicherweise sogar ein neuer Kunstradiosender für die Kollektion?
Klarer Impuls im Mausfinger: Nichts wie hin!
Und natürlich reute die Neugier nicht. Zwar hat bzw. ist Radiowunderland bzw. Radio Wunderland keine Station im klassischen Sinne. Im Grunde ist es aber doch eine ebensolche - sozusagen in Person.
Joshua Fried, seines Zeichens Musiker, Komponist und Performer - und als ebensolcher schon seit den 1980er Jahren auf Dub und Remixes spezialisiert, mit denen er damals als Ein-Mann-Band aufzutreten begann - verwandelt als und mit Radio Wunderland den tendenziell eher fiesen Einheitsbrei kommerzieller Sender in echte Leckereien.
Wie das gehen soll? Kann man beispielsweise in zwei Vilmchen (genauer gesagt: den zwei Teilen der Aufzeichnung eines New Yorker Konzerts vom Januar diesen Jahres) ansehen und-hören, die er bei YouTube untergestellt und auf seinen Radio Wonderland-Heimseiten verankert hat.
[Beiseit: Wer brav bei Teil eins beginnt, muss ein klitzekleines bisschen Geduld mitbringen, bis sich das Wunderland-Radio-Engine warmgelaufen hat. Handelt sich notabene um einen 1:1 Live-Mitschnitt, was eben etwas anderes als ein sauber auf Dreiminuten-Aufmerksamkeitsspannenlimit zurechtgebügeltes Musikvideo ist.]
Unbedingt noch mitnehmen bei einem angelegentlichen Besuch: Die Radio Wunderland-FAQ. Wo man nämlich nicht nur erfahren kann, warum sich Fried das kommerzielle Radio als akustisches Arbeitsmaterial vorgenommen hat oder wie er darauf gekommen ist, ausgerechnet alte Schuhe als Schlagzeug-Interface zu nutzen. Sondern, so man dazu lustig ist, auch eigene Fragen anbringen darf.
Bleibt nur ein Problem, das wohl nicht per FAQ zu lösen ist: Natürlich will man Radio Wunderland - You hin, Tube her - nun am liebsten mal live in concert sehen, hören und erleben. Wofür man bislang ein Flugticket benötigt, denn eine Europa-Tournee steht derzeit nicht auf dem Programm (ja, diese betrübliche Botschaft hat das brave Medium mittlerweile per elektronischen Brieftäubchen verifizieren können).
Was, gehen wir mal - forsch unter anderem die treue Leserschaft dieses Log.Buchs eingeschlossen - von einem auch hierzulande wachsenden Begehren nach Radiowunderland-Sendungen aus, doch wohl allein schon unter ökologischen Aspekten schwerlich vertretbar ist.
Aber im Prinzip doch leicht - zwinkerwzinker, stuppstupps, liebe VeranstalterInnen in CH, D, AT undsoweiter - zu ändern wäre. Oder?
[Bildchen: Oben links wie immer s/w im Ausschnitt, rechts mittig in voller Schönheit und Grösse der Flyer von Radio Wunderland, dem ein Foto von Julie Blattberg zu Grunde liegt. Das Merci geht mithin an sie und Joshua Fried!]
Von miss.gunst am 17.06.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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