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12.07.07

stimmungsringe u.a. (digitale kunst woche ff.)

fakr_ksw.gifWeil die Digital Arts Week, wie gestern schon geschrieben (aber nicht weiter beschrieben) keineswegs allein in Form von Vorträgen und Panels zelebriert wird, geziemt es sich - keine Zeit hin oder her - wenigstens noch ein paar Worte auf das zu verwenden, was es vor Ort sonst noch zu sehen bzw. wahrzunehmen gibt.
Denn das ist auch nicht eben wenig.

Tatsächlich listet das Programm ganze vier Ausstellungen - von denen man immerhin eine gleich en passant am Hauptbahnhof mitnehmen kann. Dort ist nämlich eine vom Nova Project der ETH entwickelte gleichnamige Hänge-Projektionswand installiert, auf der Permutationen der Schweizer Flagge zu sehen sind ("Swiss ReMake").

fakr_g1.gifIm Walcheturm sind unter dem Titel "Place Relations" vier Arbeiten zu sehen, die sich (wie man ahnnen wird) mit Beziehungen zwischen Orten beschäftigen. Oder auch mit der Verortung von Beziehungen - mindestens im Fall von Will Pappenheimers "Public Mood Ring", einer Kombination aus Installation und Webseite, die mittels des gleichnamigen Interface die emotionale Rezeption von Nachrichten in Farbstimmungen übersetzt - also, wenn man so will: Durch öffentliche Informationen bestimmte Gefühlslagen in ebenfalls öffentliche Mit-Teilungen transformiert.

Hilft vielleicht denen, die sich ungern anderweitig artkulieren? Ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Denn der Public Mood Ring verlässt sich nicht auf eine bestimmte Farbsymbolik (nach dem Motto: Tragen sie Rot und sie werden aufregende erotische Begegnungen haben), sondern kreist nach ganz verschiedenen Zuordnungen - von Feng Shui bis zum Doppler-Radar. Was die Sache mit den Mitteilungen dann schon zu einem munteren Experiment machen kann - je nachdem, welchen Schlüssel die Anwesenden qua kultureller Prägung und/oder individueller Neigung präferieren. Könnte nämlich sein, dass das Rotlicht gar nicht so erotisch, sondern aggressiv oder feierlich oder was auch immer wirkt...

fakr_g2.gifZum Test: Gerade einen Artikel aus der Kategorie "Odd" durch die Farbsymbolik der Zulu-Ketten geschickt. Ergebnis: "Loveable at Ease" - und das zuvor lauschig lila Licht im Walcheturm verwandelte sich in tiefes, kaltes Blau. Odd, kann man da nur sagen.

Was jetzt ein wunderbarer Übergang einer der beiden weiteren Themenausstellungen wäre, die da nämlich Low Voltage - und: Cabling Madness heissen.

Allein: Eilig, wie wirs heute nun mal haben, setzt mindestens das Medium seinen Rundgang erst morgen fort.
Selber anschauen kann sie natürlich jede/r jeder Zeit sowieso (und zwar vor Ort bis Samstag 14.07. inklusive).

[Bildchen: Weil beim Ringelpietz ausgerechnet der klassische Farbkreis fehlte, wird er hier ergänzt. Das heisst: Eine faule Variante (weder ganz Goethe noch ganz Itten und erst recht nicht Küppers), dafür eigenhändig ein bisschen in Richtung Emo geschubst. Vorteil dieses Verfahrens: Es bleiben alle Stimmungen im Rennen. Trotzdem schauts im Walcheturm natürlich viel viel schöner aus.]

Von miss.gunst am 12.07.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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