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09.08.07

bizaar @ buskers bern

bbf07_ksw.gifStrassenmusik ist seit je eins der Felder, auf denen DIY-Kultur blüht. Und das Buskers Festival in Bern seit bald zwanzig Jahren in dieser Hinsicht ein fester Ort auf der Landkarte.
Auch in diesem lockt es wieder mit einem satt bestückten Programm in die Aare-Stadt. Und dazu gehört heuer als Neuerung auch ein besonderer Basar, nämlich der Bizaar.

Das klingt tatsächlich erstmal nach einer Variation auf den legendären "Bazaar Bizarre", der seit einigen Jahren Boston und mittlerweile noch drei anderen US-amerikanischen Städten (Frisco, L.A. und Cleveland) stattfindet, um unter dem Motto "Not Your Granny's Craft" haufenweise eher schrägen Auffassungen von Hand- und Bastelarbeit zugeneigte ZeitgenossInnen zusammenzuführen.

Das Berner Konzept ist allerdings ein wenig anders angesetzt; wenigstens geht es hier nicht so direkt um einen Marktplatz oder eine Messe für Selbstgebasteltes, -genähtes, -gestricktes oder -gehäkeltes. Im Wortlaut des der Webseite:

"Der Bizaar ist nicht ein kommerzieller Kunst-, Handwerks- oder Handelsmarkt, sondern eine Plattform für Kunstschaffende und Kreative, ein Versuchsfeld für interaktive Ideen."

bbf07_g.gifUm genau zu sein: Sind es neun Projekte, die sich im Rahmen des Bizaar vorstellen und teils (von wegen: interaktiv) auch tatsächlich auf die eine oder andere Art und Weise zur Beteiligung einladen.
Darunter sogar eines, wo in (medien- und apparategestützter Handarbeit) Tragbares gestaltet werden kann, nämlich bei der Druckwelle der Theaterkompagnie mesarts, die - auch mitgebrachte Entwürfe - per Siebdruck auf Stoff zu bringen verspricht. Ebenfalls noch bastelnah: Die Rotsch-O-Maten, die allerdings auf der Basis von Holzbausätzen oder Papierbastelbögen nur noch zusammensetzt bzw. gefaltet werden wollen (ziemlich nett dabei: der Gobbleraurus, der sich mühsam wie das sprichwörtliche Eichhörnchen ernährt).

Daneben gibt es aber auch Mitmachangebote wie einen Hochzeitsautomaten, das StandESamt von Markus Hegi, wo man sich um 20 Franken trauen und beringen lassen kann. Eine Beichtinstallation von Andrea Nottaris namens "Schuld und Sühne" - die laut Beschreibung speziell Berner ProtestantInnen zur Abbitte ermutigen soll (logisch, denn KatholikInnen brauchen hierfür ja nun keine Kunst) und dazu, (sic:) ihre Hände in Unschuld zu waschen. Was ja eigentlich biblisch belegter Massen eher des weder-Katholiken-noch-Protestanten-noch überhaupt-Christen Pontius Pilatus' Sache war. Und wofür sich vielleicht praktischer auch die bekannte Edition von Otmar Hörl anbieten würde.
Wer weder beichten noch ehelichen möchte, versuchts vielleicht mit einem Fusionsporträt von Dan(iel Wyss), Ben & Sushi oder lässt sich von Edi Modespacher bei der Aufnahme seines ersten Chartsstürmers helfen.

Hm. Ehrlich eingestanden, scheinen da die "knallfreie(n), bewegliche(n) und Funken sprühende(n)" Kleinstfeuer- (bzw: föier)-Werke von Börni Rauch aka Reinhard Pfaffen doch um einiges verlockender. Und aus HOME MADE-Perspektive sowiese (der Anker harrte tatsächlich schon länger im Kulturbeutel): Die phantastischen Kreationen, die das atelier v. im Rahmen seines Projekts "umdenken" in die Welt entlassen hat. Unbedingt anschauen und dann am besten gleich noch das neue Projekt "entdecken" entdecken und dort, was man alles mit einem einfachen Regenschirm machen kann (wenngleich sich derzeit von Letzterem leider ja durchaus auch auf konventionelle Weise Gebrauch machen lässt).

Last but not least noch - im Vorfeld aus nahe liegenden Gründen allerdings ausser Kommentar-Konkurrenz: Der geheimnisvolle X-omat von 000X.

Alles dies und mehr ab heute im Rahmen des Buskers Festival 2007 - Infos zu selbigem auf den Heimseiten, wo es auch eine feine (aber wohl nicht wirklich so druckerfreundliche) pdf-Broschüre speziell zum Bizaar abzurufen gibt.

Von miss.gunst am 09.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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