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06.08.07
bugs
Und zurück zum aktuellen Sommerthema, den lieben Krabbeltierchen. Um mal eine elegante Überleitung vom letzten Eintrag zu versuchen, in dem es ja um Suppe ging: In letzterer gelten gemeinhin Fliegen als unwillkommene Einlage - aber auch anderorts können Insekten als Strörenfriede begegnen. Und nicht nur dort, wohin man den Kammerjäger zu rufen pflegt.
Vielmehr wissen auch die meisten ComputernutzerInnen ein langes Klagelied von - nunja: Käfern zu singen.
Zwar denken die meisten, wenn sie mit Software-Bugs ringen, nicht wirklich an Vertreter einer insektoiden Spezies.
Doch soll es sich beim ersten aktenkundigen Bug der Computergeschichte tatsächlich um einen ebensolchen gehandelt haben.
Hierüber berichtet jedenfalls der entsprechende Wikipedia-Eintrag zum Thema - wobei sowohl die deutsche als auch die englische Variante des Artikels eine Fotografie einbinden, die eben jenes historische Dokument zeigen soll, auf welchem besagter "Bug" im September 1947 dokumentiert und - wortwörtlich - fixiert worden sei bzw. ist.
Was man auf jeden Fall - auch ohne die begleitende Notiz - erkennen kann: Dass es sich gar nicht um ein Käferlein, sondern um eine Motte handelte. Wie die wohl damals in den mutmasslich eher grossen Computer eingedrungen ist?
Müsste man wohl gelegentlich mal bei Grace Hopper nachlesen. Wobei wiederum beide Versionen des Wikipedia-Eintrags kritisch vermerken, dass Hopper - die sozuagen als Mutter des "Debugging" gilt - den Original-Bug gar nicht selber dingfest gemacht und sich obendrein in der Datierung seines Funds um zwei ganze Jahre geirrt habe. Nunja. Angesichts ihrer Verdienste um die Informatik (mehr hierzu inklusive weiterführenden Ankern in der englischen Wikipedia-Version des biographischen Eintrags) vielleicht doch eher vernachlässigenswert.
Interessanter in Sachen Bugs ist dagegen, dass der Begriff an sogar schon früher in der Geschichte der Kommunikationstechnologie begegnet, beispielsweise bei Thomas Alva Edison, der 1878 bei seinen Erfindungen auftretende technische Probleme entsprechend benamste.
Ob es sich bei letzteren dann schon um Software-Bugs (beziehungsweise in diesem Fall: konzeptionelle Fehler) oder doch eher um Hardware-Bugs handelte? Wahrscheinlich das eine wie das andere. Und genau das ist es ja auch, was nach wie vor erst mal das grösste Problem darstellt, wenn man Schwierigkeiten mit dem Rechner hat: Den gemeinen Mistkäfer erstmal dingfest zu machen, bevor es ans eigentliche "Bug-Fixing" gehen kann. Da träumt man natürlich gern von den guten alten Zeiten, in denen derlei mit einem Streifchen Tesafilm zu bewerksstelligen war...
[Bildchen: Will eine probate Methode des Bug-Fixing im Hardwarebereich veranschaulichen - wo sich meist ja vor der Hand "Aufschrauben und mal genauer Hingucken" empfiehlt. Übrigens irrt der kleine Kontakt, der sich von dem dicken Krabbler Mikroprozessor wohin auch immer getreten fühlt. Denn der hat sich bei seiner Mimikry mitnichten an einem Mist-, sondern an einem Liebeskäfer orientiert. Zugegeben: Vor allem deshalb, weil Letzterer wie auch der Prozessor von ihren grosszügigen Spendern der Public Domain überlassen wurden. Was hiermit auch für diese Bildchen gilt.]
Von miss.gunst am 06.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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