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28.08.07

from analog to digital (and back again)

a2dg_ksw.gifManche behaupten ja, der Weg von A(nalog) nach D(igital) bedeute einen Quantensprung. Wobei man schon darüber ins Grübeln geraten könnte: Wäre die Übersetzung in so ein Bild eher ersterer oder letzterer Sphäre zuzuordnen? Ein Werber würde diese Frage wahrscheinlich anders beantworten als ein Kernphysiker.
Aber die HOME MADE-Reihe "From Analog to Digital", zu der Simon Grab von ganzerplatz ab morgen wöchentlich in den Walcheturm lädt, will auch gar nicht philosophieren. Sondern schauen, was in der Praxis so geht.

Und die ist, wer hätte das gedacht: Doch meist beides. Also analog wie digital.

Fünf Themenabende wird es geben, die je auf ihre Weise - wie es nicht nur der Zufall so will - bestens mit entspechenden Strängen korrespondieren, die auch in diesem Log.Buch schon verfolgt worden sind beziehungsweise hie und da immer wieder auftauchen:

a2dg_g.gifGleich morgen Abend (29.08.) geht es mit "Radioexperimenten" in die Vollen gehen, am 5. September um "Raumklang"; am 12. September stehen "Microcontroller" im Mittelpunkt; am 19. September werden dann "Interfaces" erkundet.
Und zum Abschluss der Reihe am 26. September soll unter dem Motto "DIY Orchestra" die Bühne nicht nur den eingeladenen KünstlerInnen offenstehen, sondern auch allen anderen Gästen, die mit eigenen Instrumenten und Klängen dazu stossen wollen.

Soweit die vorfreudige Vorschau aufs gesamte Programm. Details zu den einzelnen Themenabenden bzw. den beteiligten KünstlerInnen und Projekten kann man sich in den oben verankerten Beiträgen im CMS von ganzerplatz abholen - und womöglich wird es auch in diesem Log noch den einen oder anderen Eintrag geben. Denn wir sind ja auch mit einigen einschlägigen Überlegungen zum Thema (in der Tat: a2d2a) mit von der Partie...

Am allerbesten aber: Ganz analog vor Ort im Walcheturm vorbeischauen, ab morgen bis einchliesslich 26.09. jeden Mittwoch ab 21:00 Uhr.

[Bildchen: Passt diesmal nachgerade didaktisch zum Thema. Hier haben wir nämlich ein prächtiges ADU-Erweiterungsmodul, dankenswerter Weise von Enrico Grämer an die Wikipedia Commons gespendet.]

Von miss.gunst am 28.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.08.07

SoundTransit

sotra_ksw.gifDer Seitenverweis im letzten Eintrag ist eigentlich ein guter Anlass, endlich einmal ein Projekt vorzustellen, das aus guten Gründen längst in den Zettelkasten von HOME MADE gehört:
sound transit.
Schliesslich kommen hier gleich mehrere zentrale Stränge zusammen, von der Klangforschung über das field recording bis hin zur gemeinsamen Arbeit an Plattformen, auf denen Material unter creative commons-Lizenz gesammelt und verfügbar gemacht wird.

"SoundTransit is a collaborative, online community dedicated to field recording and phonography. On this site, you can plan a sonic journey through various locations recorded around the world, or you can search the database for specific sounds by different artists from certain places. If you are a phonographer, you can also contribute your recordings for others to enjoy. The Creative Commons Attribution license encourages the sharing and reuse of all sounds on this website."

sotra_g.gifSo in Grundzügen Selbstverständnis und Hintergründe des 2005 von Derek Holzer (der treuen LeserInnen auch aus einigen Einträgen in diesem Log bekannt ist), Sara Kolster und Marc Boon aus der Taufe gehobenen Projekts.

Inzwischen haben schon über dreihundert KünstlerInnen weit mehr als tausend Klänge in die Datenbank des Projekts eingespeist - und wer in Letzterer ein bisschen gründelt, wird unter den Beitragenden auf zahlreiche alte Bekannte stossen - und was das Klangmaterial betrifft, jede Menge Pretiosen entdecken.

Aber das ist noch nicht alles. Ein besonderes Angebot hält nämlich eine Sektion des Projekts bereit, in der man veritable Klangreisen buchen kann, in dem man aus den gesammelten Beständen field recordings aus unterschiedlichsten Gegenden der grossen weiten Welt wählt, um dann durch die entsprechenden sonischen Gefilde zu navigieren.

Last but not least ein Lauschtipp für Radio-FreundInnen: Im Februar diesen Jahres haben einige der Beteiligten die SoundTransits zu Radiosendungen remixt - die man sich auf der Seite des SoundTransit Radio Roundup nach wie vor anhören und herunterladen kann.

Von miss.gunst am 27.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.08.07

schöner lichtwerfen ff.

kmtp02_ksw.gifNachdem wir jüngst den Workshop rund um "Kunst und Musik mit dem Tageslichtprojektor" wärmstens weiterempfohlen haben, ist es nun natürlich allerhöchste Zeit, mal nach den Ergebnissen des Arbeitstreffens zu schauen.
Die wurden nämlich bereits und werden heute Abend* noch einmal in einer eigens anberaumten Overhead-Party öffentlich gemacht.

Zu dieser steuert eine ziemlich illustre Runde Lichtwürfe bei - neben den Veranstaltenden, also Christian Faubel von derstrudel, Tina Tonagel und Ralf Schreiber sind unter anderem mit von der Partie:

kmtp02_g.gifSara Kolster, die einige mehr über ihre Sound-Projekte kennen dürften (s. z.B. sound transit - eine Plattform, die hier schon seit geraumer Zeit in der Warteschlaufe für einen Zettelkasten-Eintrag sitzt). Sowie die sowieso (solo und gemeinsam) ziemlich grossartigen loud objects (in diesem Fall vertreten durch Tristan Perich sowie, als Projektgästen, Leah Wechsler und Chris McDonald).
Womit so dezent als möglich angedeutet sei: Dass es nicht nur Leckeres zu sehen, sondern auch zu lauschen gibt.

Insofern: Wer Zeit und Gelegenheit hat, möge sich ab 19:00 Uhr in der Kölner Moltkerei Werkstatt einfinden.*

[Bildchen: Merci an Ralf Schreiber und Christian Faubel für die Zusendung - und Verneigung vor Cordula Körber ob des ansprechenden Plakats.]

* Autsch, autsch. Nicht nur dass der derstrudel-Server schwächelte (wahrscheinlich aus Eifersucht, wo es diesmal ja um eine Hommage an analoge Technologie ging). Auch hier im Log ist mit der Publikation etwas schief gelaufen. Streik der Automaten. Tja.

Von miss.gunst am 25.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.08.07

DIY arbeit (9to5 +n, mit WRT)

wnea_ksw.gifZu einem klassischen "9to5-Job" würde eigentlich gehören, das Wochenende frei zu haben. Aber es geht auch anders, sowieso. Und wo kein Feierabend, gibts natürlich auch keinen Sonntag - genauer gesagt: Das alles muss man sich schon selber machen, wenn man sich die Arbeit selbst organisiert. So ganz gut klappt das offenbar nicht immer - und das gilt offenbar nicht nur für hard blogging scientists, ums mal gleich im branchenüblichen denglisch zu formulieren.

In Berlin wird jedenfalls derzeit genau zu diesem Komplex kollektiv durchgearbeitet, schon seit Donnerstag abend und noch bis zum kommenden Sonntag früh. Und damit angesichts der Tatsache, dass man zusammen nebenbei auch Spass an der Freude haben kann, keine Missverständnisse aufkommen, heisst das Ganze programmatisch "9to5 - Wir nennen es Arbeit Festival Camp".

wnea_as_g.gifVerantwortlich für Konzeption und Organisation zeichnen die in der Sache denkbar kompetenten und durch die Publikation des Buches von Holm Friebe und Sascha Lobo, "Wir nennen es Arbeit", selbst in echten 9to5-Freak-Kreisen denkbar prominenten BetreiberInnen der Zentralen Intelligenz Agentur - die treuen LeserInnen dieses Logs unter anderem auch über die hier schon früh heftig angehimmelte Riesenmaschine bekannt sein dürfte.

Im hauseigenen Blog, der während der drei Tage und Nächte live fleissig weiter bestückt werden soll, setzt man schon vorab ganz professionell auf embedded journalism - wie auch immer zarte Anflüge von Kritik werden entsprechend lässig abgewedelt. Dabei hat die HNA mindestens insofern recht, dass sich weniger betuchte Bohemiens und Bohemiennes womöglich vor allem tagsüber den Spass an der Freude des Arbeitens über Arbeit gönnen können. Dann ist das Programm nämlich für Umme, während für die hellen Nächte eben schon ein paar Eurolein locker gemacht werden müssen. Kultgetränkekonsum exklusive, versteht sich. [Beiseit: Müssten da nicht eigentlich alle, die das Selbstverständnis der VeranstalterInnen teilen, freiwillig ein Businessticket erwerben?]

Allerdings gibts als Dreigabe zum Dreitagesticket das obligate Fan-Shirt; ausserdem kann man sich, wie sich's für eine Veranstaltung des DIY-Minikapitalismus gehört, auch über aktives Mitwirken als TellerwäscherIn HelferIn freien Eintritt erwirken. Obendrein darf vor Ort sogar genächtigt werden - klar, weil man sich in einer Agentur beim Arbeiten ja auch wie zu Hause fühlen soll. Obwohl wir ja eigentlich längst gelernt haben, dass man superökonomischer Weise besser gleich das eigene Heim zum Arbeitsplatz erklärt.

Zudem ist es tatsächlich auch so, dass - wie klug formuliert wird - die meisten Veranstaltungen "from 9to5" stattfinden. Was freilich nicht bedeutet, dass es sich dabei auch um die begehrenswertesten Veranstaltungen der Veranstaltung handelt, die zu den üblichen Bürozeiten zu haben sind. Weil das ja auch eine seltsame Hierarchie einführen würde, die sich - zumal unter den Kriterien sogenannter freiberuflicher Arbeit - schwerlich mit einer Art Nacht- oder Überstundenzuschlag erklären liesse. Also klassisches Intellektuellendumping versus DJ/MusikerInnen-Glamfaktor? Oder Verbilligung aufgrund notwendiger Eigentbeteiligung? Viel einfacher: Gemeint ist nicht zwischen 09:00 und 17:00 Uhr, sondern 9to5 p.m.

wnea_bs_g.gifAber wie auch immer bzw. wie prekär man die fröhliche Identifikation mit einem neuen Bohème-Begriff finden mag (der nämlich nicht nur aus dem 19. Jahrhundert stammt, sondern als klassischer Künstlermythos bis heute für eigentlich mit eher unerfreulichen Konsequenzen für die freiwillig wie die unfreiwillig von entsprechenden Projektionen Betroffenen einhergeht): Das Programm als solches (gibts auch als schickes pdf-Heftchen) ist schlicht und ergreifend ziemlich lecker, erwartungsgemäss.

Insofern: Schön, wenn man dieser Tage in Berlin sein kann und nicht anderweitig anderswo, *aehm*, arbeiten muss.
Wobei, à propos. Multitasking ist bei uns superflexiblen Patchworkern ja sowieso eine Selbstverständlichkeit. Weshalb wir glatt noch so etwas wie einen Webradio-Tipp hätten. Bei den Berliner Campern handelt es sich nämlich um freiwillig gläserne Werktätige; wird inklusive Abendprogramm alles gestreamt. Und wer beide Streams nicht stereo schafft, kann das Verpasste sogar als Podcast nachhören. Klappt bislang bestens. Also, Kommando zurück und neue Frage: Warum an die Spree fahren, wenn man wie gehabt weiterarbeiten und trotzdem an der berufsbezogenen Fortbildungsmassnahme teilnehmen kann?

[Bildchen: Nunja, steht im Grund drauf wie drin. Die A- und die B-Seite des Lebens in der analogen wie der digitalen Bohème. Wir wissen schon auch, wovon wir so träumen, wenn der Tag lang ist. Oder etwa nicht?]

Von miss.gunst am 24.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.08.07

Segmente mit OptoSonic Tea

osot_ksw.gifZu spät, aber dennoch: Ganz ohne Eintrag geht das wirklich nicht. Schlimm genug, wegen Abwesenheit das Konzert des Monats verpasst - und es noch nicht einmal angekündigt zu haben.
Gestern war nämlich im Zürcher Walcheturm kein Geringerer als Phill Niblock zu Gast.

Und das auch noch mit einer Veranstaltung, die bestens ans Thema des kürzlich vorgestellten CAMP Festival anknüpfen lässt: Diesmal ging es im Rahmen der Segmente-Reihe für elektronische Hörkunst nämlich um das Miteinander von Bild und Ton.

Hierfür hatte man aus New York ein genau auf diesen Zusammenhang spezialisiertes Format eingeladen, das dort die Diapason Gallery unter dem schönen Namen "OptoSonic Tea" eingerichtet hat - eine ganz spezielle Teestunde, bei nicht nur Becher des belebenden Gebräus kredenzt, sondern eben auch Projekte im Bereich audio-visueller Live-Performance vorgestellt und diskutiert werden.

osot_g.gifBetreut wird OptoSonic Tea von den Künstlerinnen Katherine Liberovskaya und Ursula Scherrer.

Beide waren denn auch in Zürich vertreten, wo Scherrer mit der Sound-Künstlerin und dorkbot swiss-Organsitorin Monya Pletsch (zum Schnuppern: ein paar ihrer am SNM der ZHdK entstandenen Projekte) und Liberovskaya mit Jason Kahn jeweils einen eigenen Programmteil bespielte.

Und dazu, davor eben noch Phill Niblock. Hoffen wir mal, dass dieses Highlight der Saison einen entsprechenden Zuspruch erfahren hat.

[Bildchen: Nicht eben des Anlasses würdig - da zum Basteln grad so gar keine Zeit ist, musste die kürzlich ebenso unwürdig zur elektronischen Teezeremonie eingeschenkte eingeschüttete Schale nochmals herhalten. Diesmal Faust Tasse aufs Auge bzw. Auge in Tasse optophonisch assoziiert. Der Dank für die Ingredienzien geht an die Wikipedia Commons und ans grosse GNU]

Von miss.gunst am 23.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.08.07

offener ruf nach klangkunst

fvsa_ksw.gifWird ja langsam schon zur Tradition, auf einen Ruf noch einen weiteren folgen zu lassen. Im gestern weitergegebenen waren bzw. sind Videos gefragt, heute hingegen kommt gerechter Weise nun auch die Klangkunst zum Zuge.
Zudem dürfen in diesem Fall die ProduzentInnen unabhängig von ihrer lokalen Verwurzelung einreichen - tatsächlich handelt es sich um einen rundum offenen Ruf.

Er kommt von folly, einer in Lancashire, Cumbria (also Grossbritannien) angesiedelten, aber auch im Netz ziemlich aktiven Organisation für digitale Künste, die für diesen Herbst ebenfalls ein entprechendes Festival vorbereitet: VELOCITY:

"VELOCITY is an extraordinary 3 week long festival of digital art and culture that will stretch from Barrow to Lancaster around Morecambe Bay. And it’s all free.
VELOCITY’s artworks, performances, games, podcasts, films, workshops and art installations will follow the coastline, showing you this beautiful and sublime setting in a new, creative light."

fvsa_g.gifIn diesem Rahmen soll nun auch die Klangkunst eine Plattform bekommen - und zwar eben nicht nur vor Ort, sondern auch online. Und zu diesem Behufe wurde der "ArtCast: open call for sound art" ausgegeben, den wir hier der Bequemlichkeit halber einfach mal auszugsweise im O-Ton weiterreichen wollen:

"folly, a leading digital arts organisation working in Lancashire, Cumbria and online, is developing ArtCast, an ongoing series of podcasting programmes at a href="www.folly.co.uk" target="_blank">www.folly.co.uk, as a platform for public access to new and innovative sound art. Building on the success of OWN [SOUND] ART (2007) at www.folly.co.uk/soundnetwork, a series of podcasts specially commissioned in partnership with SoundNetwork, folly intends to deliver a quarterly series of podcasts exploring the possibilities of the medium, and will launch the first in this series as part of VELOCITY, folly's second Festival of Digital Culture. [...] folly is calling for open submissions of existing audio work, from the broad spectrum of contemporary sound art practice. Submissions should address themes and subjects broadly relating to the ethos of VELOCITY, including but not limited to: travel, movement, landscape, engagement with communities, rural sustainability."

Der vollständige Ruf mit weiteren Details zur Einreichung sowie alles Wissenswerte zum VELOCITY-Festival ist auf den Heimseiten von folly abzuholen.

Von miss.gunst am 22.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.08.07

ruf vom shift festival

shf07_kswn.gifDass Ende Oktober in Basel zum ersten Mal das SHIFT Festival für elektronische Künste stattfinden wird, dürfte sich bereits herumgesprochen haben.
Schliesslich ist es erstens nach dem traurigen Dahinsiechen der VIPER der Versuch eines Neuanfangs. Und zweitens aus der Initiative vierer nicht ganz unbekannter lokaler Institutionen bzw. Gruppen hervorgegangen, die bereits auf dem entsprechenden Terrain agieren.

shf07_g.gifNämlich das [plug.in], die sinus-series (die mittlerweile gleich automatisch auf ihre MySpace-Seiten umlenken - nicht grad très chic, aber wenns denn im Trend liegt, auf diese Weise Freunde zu finden...), das DVD-Magazin Compiler und die Videofilmtage Basel (Seite schwächelt grad, ersatzweise zur Vorstellung daher den Eintrag vom 23.10.06).

Wohl auch als Fortführung der Letzteren ist denn wohl auch der regionale Videofilm-Wettbewerb zu sehen, für den Arbeiten einzureichen Videomacherinnen und -macher aus der Nordwestschweiz, dem Elsass und aus Baden-Württemberg aufgerufen sind.

Dank einer aktuellen Fristverlängerung ist das noch bis zum 31.08.07 möglich - ein Anmeldeformular gibts als rtf-File auf den Seiten des SHIFT-Videofilm-Wettbewerbs.

Von miss.gunst am 21.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.08.07

one minute film festival 07

omvff_ksw.gifAlso: Dieser Eintrag könnte sich eigentlich schon deshalb kurz halten, weil sein Gegenstand keine Längen duldet.
Weder im einen noch im anderen Sinne: Schliesslich verlangt ein Filmfestival, das eigens für Vilme da ist, die nicht länger als eine Minute über die Leinwand flackern, dass diese zugleich kurzweilig sind.

Logisch, denn sonst würde sich die Zeit ja trotz messbar kurzer Dauer unbotmässig dehnen.

omvff_g1.gifDarum also denkbar bündig:
Seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag läuft in Aarau das one minute film festival. Und weil das Motto "wenig ist mehr" schon für die eingereichten Werke selber gilt, kann das Programm zum Ausgleich natürlich um so mehr des kurzen Guten (oder: des guten Kurzen) bieten.

Eine Übersicht über das Programm gibt es bequemer Weise als pdf zum Herunterladen, ebenso wie den Katalog in niedriger Auflösung fürs Betrachten am Schirm sowie in der druckfähigen höher aufgelösten Variante.

Bleibt von hier aus nur noch: Frohes Sichten zu wünschen!

P.S.: Auch wenn's zeitlich konkurriert: Gestern gab es beim nicht von ungefähr wärmstens empfohlenen Stuttgarter CAMP festival im Anschluss an die Vorträge Previews der Performance-Sets, die heute und morgen laufen werden. Mehr als lecker. Und bei Gelegenheit vielleicht noch mal mehr - für heute einfach: Fahre hin, wer kann.

Von miss.gunst am 18.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.08.07

CAMP (07) stuttgart

cf07_ksw.gifGeht natürlich zur Abwechslung auch mal ein bisschen harmonischer, was das Miteinander von Bild und Ton betrifft.
Wobei: noise ja durchaus als eine mögliche Erscheinungsform von visueller Musik verstanden werden kann.
Allerdings eben nur als eine von vielen.

Das CAMP Festival in Stuttgart will jedenfalls in dieser Hinsicht prinzipiell schon eine etwas grössere Bandbreite bieten.

cf07_g1.gifCAMP klingt zwar vielleicht erst mal nach Camping (und damit nach einem in diesem Log ebenfalls gelegentlich gern verfolgten Strang.
Tatsächlich steckt in diesem Fall hinter den vier Buchstaben aber ein Akronym, das als "Creative Arts and Music Project" entschlüsselt werden will. Welches wiederum als "Plattform und Forschungslabor für KlangkünstlerInnen, MusikerInnen und KünstlerInnen aus den Bereichen Video, Installation, Projektion und digitale Medien" fungieren soll.

Gestern und vorgestern (15./16.08.) gab es zu diesem Behufe bereits Workshops mit diversen geladenen Aktiven aus diesen Tätigkeitsfeldern. Und heute wird ab 19:00 Uhr zu einem öffentlichen Vortragsabend und Podium zum Thema Visuelle Musik geladen; mit Axel Stockburger, dem RL-Alter Ego des braven Mediums sowie als hochkompetentem Moderationsteam Cornelia und Holger Lund von fluctuating images.

cf07_g2.gifMorgen und übermorgen (18./19.08.) jeweils ab 21:00 Uhr werden dann die beteiligten KünstlerInnen die entsprechende Praxis in Form von Konzerten und VJ-Performances vorführen.
Mit dabei u. a. Masayuki Akamatsu, Ricardo Caballero, Stuart Crundwell, Fried Dähn, Friedrich Förster, Philipp Geist, Kasumi, VJ Oxygen, Solu und Sabine Weissinger.

Alles dies im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, wo ausserdem täglich bis Mitternacht die CAMP Bar zu audiovisuellen Leckerbissen Cocktails kredenzt.

Von miss.gunst am 17.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.08.07

sexy noises

onoi_ksw.gifLeider tendenziell etwas weit entfernt für einen idealen Veranstaltungstipp - so man nicht in Berlin wohnt oder gerade dort zeltet.
Ist aber erstens so ein leckeres Programm, dass es quasi reflexartig einfach weiterempfohlen werden will.
Und zweitens besteht die wie auch immer vage Hoffnung, dass weniger Privilegierte wenigstens per Webradio mitlauschen können.

Die DIENSTbar im [][][]raum bittet nämlich schon wieder zum noise-Vergnügen, ganz nebenbei an einem schlichten Donnerstagabend ein richtiges kleines Mini-Festival. Mindestens verspricht der Abend ziemlich sexy zu werden.

Mit den wilden Performern von Cock E.S.P. (Stoff zum Warmwerden nicht nur auf der obligaten MySpace-Seite, sondern - inklusive Fotos und Videoclips en masse - auch auf den Heimseiten; und für Wissbegierige zudem ein bisschen Bandgeschichte in der Wikipedia).

onoi_gk.gifGleich mit zwei Acts ist das (beiseit: überhaupt ziemlich interessante) Netzwerk der ORIGAMI-Republik vertreten - einem Zusammenschluss, dem es ungeachtet seines netten Namens weniger ums kunstvolle Falten kleiner Papiere geht. Dafür um viele andere schöne Sachen.
In Berlin wird jedenfalls zünftig aufgespielt, und zwar von und mit Origami Genitalia (Eric Hofferber und Emil Hagstrom, welchletzterer auch bei Cock E.S.P. aktiv ist - logisch eigentlich, der Weg von C nach G ist nicht sehr weit).

Sowie Tore H. Bøe a.k.a. Origami Boe (ebenfalls mit einer OB-MySpace-Seite ausgerüstet. Klar). Zu dem wir vielleicht einfach mal das in der Veranstaltungsankündigung mitgeschickte Zitat von Lasse Marhaug weitergeben, wie auch immer es ankommen mag:

"I started the Origami Replika show, after 5 minutes Boe came, fell on
his face when trying to get on stage, then proceeded to not plug his
microphone in, but jumped around in Masonna-like fashion, blood gushing from his mouth (you'd never believe this guy has written several books of p0p). Much applause afterwards, we sold a lot of tapes and records, but nobody spoke to us."

Ja dann. Nein: Ja und dann bleibt noch (kann man sagen: als Stargast des Abends? Na, aus Fanperspektive gönnen wir uns das mal) kein Geringerer als Sudden Infant (auch er mittlerweile mit MySpace-Seite) anzukündigen. An dessen kleines, feines, einfach schönes Konzert fast just genau vor einem Jahr in Solothurn - genau, bei der von Strotter organisierten bzw. aufs liebevollste kuratierten HOME MADE-Reihe im Künstlerhaus - wir uns ebenso gern wie etwas wehmütig erinnern. Das Konzert gab natürlich keinerlei Anlass zur Wehmut. Eben drum ist es aber um so bedauerlicher, heute nicht in Berlin zu sein. Oder?

Wer hingegen in der deutschen Hauptstadt weilt: Begebe sich ab 21:00 Uhr an die DIENSTbar im [][][]raum in der Schwedenstrasse 16, Berlin-Wedding.
Und wir anderen gucken dann mal hoffnungsfroh, ob wie so manches mal zuvor auch heute der Webstream aktiviert wird...

[Bildchen: Eigentlich selbst zur Feier des Tages was falten wollen. Leider hierfür keine Musse gefunden. Und dann zum Glück in den Wikipedia Commons ein Methan-Molekül entdeckt, das sogar passender Weise etwas Phallisches hat. Wenngleich natürlich nicht ganz so eindeutig wie die liebevolle Bastelarbeit im Logo-Pic bei Cock E.S.P.]

Von miss.gunst am 16.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.08.07

was mit gesten geht (WRT)

cwlb_ksw.gifVor genau einer Woche ging es an dieser Stelle um das Verhältnis von Körper und Klang im Radio, genauer gesagt: Um eine Radiokunst-Sendung, die sich eben diesem Thema widmete.
Wer das spannend fand, sollte sich die auch die aktuelle Folge der Reihe des WDR Studio Elektronische Musik zu Gemüte führen, die heute (15.0.07) Abend ausgestrahlt wird.

Diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem oft eher schwierigen Verhältnis der elektronischen Musik zum Körper und seinen Gesten - zu dessen glücklichen Effekten es gehört, dass es zahlreiche MusikerInnen und KomponistInnen kreativ und mit spannenden Ergebnissen bearbeitet haben.

Dementsprechend harrt unser eine Sendestunde, die ein Highlight nach dem anderen verspricht.

Mit dabei ist zunächst einmal Anla (ehem. Alan) Courtis - in diesem Log schon mal anlässlich seines Solo-Auftritts in der Frankfurter curmbox vorgestellt - mit "Studio for Wire Plugs" (1991; tatsächlich auf Klangerzeugungen aus einem Kabelstecker basierend. Das Stiück wurde auf seinen "Tape Works" publiziert - einige Impressionen kann man sich von daher aus den Rezensionen dieses Tonträgers zusammenklauben).

cwlb_g.gifAlsdann das International Theremin Orchestra mit Touchless II (1998; auf Andrew Gartons alten Heimseiten kann man sich nicht nur über das Projekt Touchless informieren, sondern findet auch schnell zur Dokumentation von Touchless I hineinlauschen - übrigens eine Kunstradio-Produktion).

Weiter geht es mit Michael Waisvisz, dem Erfinder der besonders unter Noise-Fans allseits geschätzten cracklebox (die in diesem Log natürlich auch schon mal herumgeisterte), von dem Crackle revisited (1977) zu hören sein wird.

Als nächstes wird dann Laetitia Sonami - ursprünglich Datenhandschuhbewehrt - zum Gespräch mit einer Glühbirne bitten ("Conversation with a Light Bulb", 2000 - sollte im Prinzip in Auszügen auch unter den Audio-Stücken auf ihrer Heimseite anzuhören sein. Ist es aber leider nicht, klassische Frustration: file not found. *seufz*).

Anschliessend und zum guten Schluss gibt es noch Ausschnitte aus Rolf Gehlhaars "Cusps" (1992) sowie "Area/Puls" (2000) vom bzw. von (der) Sensorband, bestehend aus Edwin van der Heide, Zbigniew Karkowski, Atau Tanaka.

Kurzum: Mehr als nur eine nette Geste, was das Studio Elektronische Musik und da heute ab 23:05 Uhr in der Themensendung "Gesten, übersetzt" kredenzt. Und wunderbarer Weise eben auch per Webradio mitzulauschen.

[Bildchen: Die hier geborgte Glühbirne spendete 1997 den Wikipedia Commons, die flink zu Datenhandschuhen umgewidmeten Gummigreifer stammen aus selbiger Quelle; ersterer folgend untersteht auch die Konversation als solche dem grossen GNU]

Von miss.gunst am 15.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.08.07

schlechte akustik (000x ruft)

schla_ksw.gifSchlechte Akustik sorgt natürlich normalerweise eher dafür, dass man Rufe nicht oder nur undeutlich vernimmt.
In diesem Fall wird allerdings: Nach schlechter Akustik gerufen.
Dochdoch. Und zwar so, dass wir den Ruf sogar gerne verstärken, weil er vielleicht auch andere interessieren könnte, die sich sonst eigentlich tendenziell an guter Akustik erfreuen.

Über den jüngst an dieser Stelle beworbenen Bizaar ist das Medium (sowie sicher auch schon der eine oder die andere treue LeserIn dieses Logs) nämlich auf 000x aufmerksam geworden.

schla_g.gifHinter diesem kryptischen Code verbirgt sich eine Initiative, die seit 2004 regelmässig kleine Künstlerbüchlein herausgibt. Für jedes dieser Kunst-Zines wird ein Thema ausgeschrieben - beispielsweise "Buntwäsche" (0002) oder "Überflieger" (0004) oder "Fussvolk" (0007) oder "Haus und Herd" (0008). Die aus den selektierten Einreichungen zusammengestellten Büchlein sind dann in limitierter Auflage direkt bei 000x zu bestellen bzw. zu erstehen.
[Leider alles nicht direkt verankerbar, weil's wie gern auf den Seiten von GestalterInnen per eingebettetem Java funktioniert. Aber man kann alle bislang erschienenen Ausgaben tatsächlich auch online betrachten.]

Die aktuelle Ausschreibung (die Richtlinen sind auch als pdf-Info erhältlich) für Ausgabe 0010 ist nun eben dem Thema "Schlechte Akustik" gewidmet. Was doch sicher den einen oder die andere aus dem Einzugsgebiet dieses Logs zu einer Einreichung animieren dürfte. Für diese ist bis zum 05. Oktober (07) das ausgefüllte Musterblatt (s. Einreichungsunterlagen) mit dem Entwurf einzusenden; bei Annahme des letzteren ist dann den Beitrag selbst bis 16.10.07 fällig.
Also dann: Frohes Schaffen!

[Bildchen: Nicht, dass das Medium auf eine Beteiligung optieren würde. Da mangelt es dann doch an Begabung in Sachen Gestaltung. Aber immerhin lässt sich auf der Basis soliden Fachwissens versichern: Dass der Einschluss in einen Filzblock für eine denkbar schlechte Akustik sorgt.]

Von miss.gunst am 13.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.08.07

pong pop party

moub_swn.gifMachen wir ja selten, aber heute muss es einfach sein. So oft gibt es Einschlägiges für 8-bit-Fans ja nicht anzukündigen. Dafür kommts demnächst ganz dicke, wenn die - in diesem Log bereits weidlich gepriesene - Ausstellung pong.mythos in Bern gastiert.
Im Vorfeld wird aber erst einmal zünftig gefeiert: Mit einer pong.mythos Warm Up-Party in der Dampfzentrale.

Glasglockenklar, dass da auf jeden Fall micromusic vertreten sein muss (mehr dazu u.a. natürlich auch in den hauseigenen Archiven) - in diesem Fall mit Carl und Wanga als DJ Bitmixer-Dreamteam.

pmoub_g2.gifDamit aber nicht genug, haben sich - à propos Team - zudem die mittlerweile ja schon beinah legendären teamtendo aus Paris angekündig. Jö - dass es die noch gibt! [Also nicht etwa nur (noch) im Film. Und, ja: natürlich nicht auf/mit einem MySpace. Nur 1111 echte Freunde. Kein Wunder, dass da nicht mehr so viel läuft....]

Ebenfalls zu Gast aus der französischen Hauptstadt: Jean-Nipon bzw., genauer gesagt: Jean-Nipon.
[sic!, insofern der Gute nämlich seine MySpace-Präsenzen quasi schizo aufgespalten hat und letztere für die musikalischen Aktivitäten zuständig ist. Das eigentlich nur beiseit bemerkt, aber: So verständlich seine Weigerung, auf den Heimseiten die MySpace-üblichen Freundesheere zu sammeln - warum legt er erstere dann überhaupt in so einer Fertigbauhausrabatte an? Wie wärs denn mit einer schlichten Webseite für diesen Zweck, und Ruhe ist - vom Fehlen der nahezuzwangsläufigen Designpein mal ganz abgesehen).

Support für die aus anderen Städten geladenen kommt nahe liegender Weise, da Moustache die low+n-Tech-Sause organsiert, von den Round Table Knights. [... die natürlich auch eine Tafelrunde auf MySpace haben. Auf der in der Kopfzeile, *huch*, tatsächlich "Christian Raps" blinkt. Also echt jetzt? Nur wenn: Dann wären Kreuz- und Tafelritter vielleicht nicht die idealen Role Models für reformierte Missionen, oder?]

pmoub_g3.gifUnd, last but not least: Die passenden Walldisplays werden von der foederation geliefert, die unter anderem ja auch fürs schicke Outfit der Tafelritter sorgen.

So weit, so ohnehin schon zu wortreich für eine Partyankündigung. Flyer gucken, lecker finden und hingehen reicht allemal auch.

[Bildchen: Eben besagter Flyer, im digitalen Format bequemerweise bei micromusic abgeholt. Andere hübsche Bilder hat es ansonsten in der netten Nachbarschaft bei digital brainstorming, das die Party mitorganisiert.]

Von miss.gunst am 12.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.08.07

nebochant (strotter @ aarau)

straa_ksw.gifAuf nach Aarau. Witterungsbedingte Widrigkeiten werden uns da nicht abhalten können. Zumal es kein Hochwasser braucht, um hin und wieder einen Leuchtturm wie den Kunstraum anzusteuern, der seit einiger Zeit regelmässig mit spannenden Ausstellungen und Aktivitäten wie der Reihe Musikzimmer blinkt, in deren Rahmen in diesem Jahr beispielsweise auch schon Norbert Möslang ein Gastspiel gab.

Seit gestern Abend ist dort nun eine Ausstellung zu sehen und zu hören, die sich wirklich nicht entgehen lassen solltet, wer sich für entsprechende Gratwanderungen auf experimentellem Terrain interessiert.

straa_g0.gifStrotter, der Bauer im Anzug, ist bekanntlich Experte für Sondierungen dieser speziellen Scholle. Und er sorgt natürlich auch diesmal dafür, dass Letztere erstmal gepflegt in die Brüche und dann ordentlich in Bewegung gerät.
Bewährte Partner bei dieser besonderen Form der Beackerung von Feldern der Klangkunst sind, wie (fast) immer bei Strotter, die guten alten Lenco-Plattenspieler, deren robuste Konstruktion seinen mitunter brachial wirkenden - eigentlich aber ziemlich feinsinnigen - Eingriffen entgegen kommt. Oder sollte man vielleicht besser sagen schreiben: Trotzt?

Je nachdem. Menschen, die Schallplatten grundsätzlich nur mit Samthandschuhen anfassen und schon in ihrer Kindheit die jüngeren Geschwister ihrem geheiligten Gerät zum Abspielen derselben (der Platten, nicht der Geschwister) allenfalls auf Sichtweise sich anzzunähern gestatteten: Dürften bei Strotter schon ziemlich ins Schwitzen kommen. Gnadenlos werden in Reichweite des Drehtellers Gegenstände mit Schraubzwingen fixiert, Nadeln gegen Nägel ausgetauscht, Tonträger gezielt versehrt, beschnitten, beklebt oder gegen etwas ausgetauscht, das nie und nimmer abspielbar erscheint. Und sich dann aber wundersamer Weise als idealer Geräuschgenerator erweist.

straa_g1.gifWas derart beschrieben erst einmal nach grober Gewalt an Gegenständen und kruder Dekomposition klingen mag, tönt ihm Ohr aber eben alles andere als roh. Rauh vielleicht anfangs - doch dann drehen sich Schlaufen um Brüche zu minimalistischen Kompositionen von maximaler Komplexität. Wider die Langeweile des Vorhersehbaren, eine Ode ans Eigenleben des Materials und der Apparate. Ein Erntedankfest für die Gesänge, die man diesem entlocken kann.

Nebochant heisst die Ausstellung übrigens. Was in etwa: Einfaltspinsel, Depp oder Trottel meint. Das passt natürlich zum Strotter, der sich als stoischer Kehrrichtsammler an den Rändern der diversen Betriebssysteme versteht. Scheinbar einfältig wie dazumal Simplicius Simplicissimus zeigt, was eine Harke ist - und dass sie mitunter besser klingen kann als eine Harfe.

P.S.: Am besten gleich schon mal vormerken, bitte: Am Freitag, den 31.08.07 um 21:00 gibt Strotter Inst. in der Inst. von Strotter sein #47 Nebochant Konzertperformancekonzert.

[Bildchen: Stammen ursprünglich aus Kollegen Sternenjägers Beutekescher bzw. vom ersten HOME MADE Klangtag 2005. Aus gegebenem Anlass kontrastgrob in Pixel geschnitten.]

Von miss.gunst am 11.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.08.07

kleines field recordings festival ff. (mit WRT)

kfrf3_ksw.gifAnfang des Jahres, im Februar, haben wir in diesem Log.Buch mehrfach freudig Richtung Berlin gewunken, wo zu dieser Zeit das zweite Kleine Field Recordings Festival ausgerichtet wurde.
Und da die Feldrekorder eine ziemlich fleissige und rege Gemeinde sind, gibt es nun schon wieder Anlass, den Radar auf Berlin auszurichten.

Tatsächlich wurde nämlich für den heutigen Freitag (10.08.07) das dritte kleine Field Recordings Festival angesetzt, wie Rinus van Alebeek in seinem kfr-Blog informiert.

Und wieder wird mit akustischen (und performativen) Leckerbissen nicht eben gegeizt. Schon ab 11:00 morgens (sic!) sollte es ursprünglich bei Staalplaat in der Torstrasse mit einer Radio-Stream-Session losgehen, die nun (*räusper*: auch BlogleserInnenfreundlicher) wohl erst um 14:30 Uhr beginnt.
Tobias Luther von radioINCORRECT - schon beim letzten Kleinen Field Recordings Festival Rettung und Glück aller Nicht-Ortsansässigen - hat hierfür ein wunderbares Programm zusammengestellt, das en detail auf den radioINCORRECT-Blogseiten nachzulesen ist. Unter anderem mit: Einem Live-Skype-Fieldrecordings-Mix von Luis und Rui Costa von Binaural, einer soniumpa.net-basierten Audio-Performance von Xabier Erkizia & Tüsüri, sirr-Macher Paolo Raposo (ebenfalls live).

kfrf3_g.gifKonzertant weiter geht es vor Ort dann ab 17:30 Uhr mit Stephane Leonard, rauschpartikel und der phantastischen penelopex a.k.a. Marta Zapp.

Als wär das nicht schon kfrf satt können sich FreundInnen plöder Polygonenspielplätze ab selbiger Stunde aber auch alternativ in Second Life tummeln, wo Björn Eriksson (detailliertes Programm ebendort) sozusagen ein Parallel(welt)festival organisiert hat. Mitzuverfolgen ist es im [][][]raum (auf dessen Webseite tatsächlich immer noch der nette Skelett-Combo-Flyer prangt, von dem wir neulich anlässlich der noisedienstbar schwärmten).

Naja. Wichtiger vielleicht (und für alle, die nicht über eine Neigung zur Multiplikation ihrer ID verfügen auch etwas bequemer - denn bekanntlich verfügt man selbst bei einem Maximum an Parallelexistenzen noch immer nur über ein einziges Paar tauglicher Gehörorgane zur Rezeption): Dass es vor Ort im a [][][]raum ab 22:30 Uhr mit Live-Performances weitergeht, für die sich Andreas Bick (mit seinem Radiostück "Frost Pattern"), Yehlin Lee a.k.a. Rio und Soichiro Mitsuya a.k.a. Stupidity angekündigt haben.

Ziemlich dicke also auf einen einzigen Freitag - und das alles hier schmächlicherweise auch erst auf den letzten Drücker kommuniziert (ja, vielleicht sollte man doch noch ein paar Blogfeeds abonnieren *und* lesen). Aber wie auch immer. Wer mag und kann, sperre seine Lauscherlein auf.

Oder aber versuche sich tunlichst heute Abend - nicht something, aber: somehwere (at/to a) completely different (place) - dorthin zu begeben (Herzensempfgehlung des Tages eigentlich, die - weniger den widrigen Witterungsverhältnissen denn der persönlichen Agenda geschuldet - hier leider erst etwas verspätet würdig bedacht werden wird.)

[Bildchen: Passt nicht wirklich so grossartig, weil a) Kassetten ja nun nicht mehr der meistgenutzte Datenträger für Field Recordings sind und sich b) das Gros der diesmal Beteiligten nicht unbedingt dem Noise-Kult verpflichtet fühlt. Aber es musste einfach schnell gehen (s.o.), und so dankt das Medium Tomasz Sienicki, dem Wikipedia Commons-Spender der Mutterkassette, deren Lizensierung zufolge auch dieser Spross sowohl cc-by-sa 2.5 als auch GNU lizensiert sein sollte (wie auch immer das gleichzeitig zusammengeht, *seufz*). Sowie Martin Kuentz für die Benachrichtugung, die wiederum diesen Last-Minute-Tipp erst möglich gemacht hat...]

Von miss.gunst am 10.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.08.07

bizaar @ buskers bern

bbf07_ksw.gifStrassenmusik ist seit je eins der Felder, auf denen DIY-Kultur blüht. Und das Buskers Festival in Bern seit bald zwanzig Jahren in dieser Hinsicht ein fester Ort auf der Landkarte.
Auch in diesem lockt es wieder mit einem satt bestückten Programm in die Aare-Stadt. Und dazu gehört heuer als Neuerung auch ein besonderer Basar, nämlich der Bizaar.

Das klingt tatsächlich erstmal nach einer Variation auf den legendären "Bazaar Bizarre", der seit einigen Jahren Boston und mittlerweile noch drei anderen US-amerikanischen Städten (Frisco, L.A. und Cleveland) stattfindet, um unter dem Motto "Not Your Granny's Craft" haufenweise eher schrägen Auffassungen von Hand- und Bastelarbeit zugeneigte ZeitgenossInnen zusammenzuführen.

Das Berner Konzept ist allerdings ein wenig anders angesetzt; wenigstens geht es hier nicht so direkt um einen Marktplatz oder eine Messe für Selbstgebasteltes, -genähtes, -gestricktes oder -gehäkeltes. Im Wortlaut des der Webseite:

"Der Bizaar ist nicht ein kommerzieller Kunst-, Handwerks- oder Handelsmarkt, sondern eine Plattform für Kunstschaffende und Kreative, ein Versuchsfeld für interaktive Ideen."

bbf07_g.gifUm genau zu sein: Sind es neun Projekte, die sich im Rahmen des Bizaar vorstellen und teils (von wegen: interaktiv) auch tatsächlich auf die eine oder andere Art und Weise zur Beteiligung einladen.
Darunter sogar eines, wo in (medien- und apparategestützter Handarbeit) Tragbares gestaltet werden kann, nämlich bei der Druckwelle der Theaterkompagnie mesarts, die - auch mitgebrachte Entwürfe - per Siebdruck auf Stoff zu bringen verspricht. Ebenfalls noch bastelnah: Die Rotsch-O-Maten, die allerdings auf der Basis von Holzbausätzen oder Papierbastelbögen nur noch zusammensetzt bzw. gefaltet werden wollen (ziemlich nett dabei: der Gobbleraurus, der sich mühsam wie das sprichwörtliche Eichhörnchen ernährt).

Daneben gibt es aber auch Mitmachangebote wie einen Hochzeitsautomaten, das StandESamt von Markus Hegi, wo man sich um 20 Franken trauen und beringen lassen kann. Eine Beichtinstallation von Andrea Nottaris namens "Schuld und Sühne" - die laut Beschreibung speziell Berner ProtestantInnen zur Abbitte ermutigen soll (logisch, denn KatholikInnen brauchen hierfür ja nun keine Kunst) und dazu, (sic:) ihre Hände in Unschuld zu waschen. Was ja eigentlich biblisch belegter Massen eher des weder-Katholiken-noch-Protestanten-noch überhaupt-Christen Pontius Pilatus' Sache war. Und wofür sich vielleicht praktischer auch die bekannte Edition von Otmar Hörl anbieten würde.
Wer weder beichten noch ehelichen möchte, versuchts vielleicht mit einem Fusionsporträt von Dan(iel Wyss), Ben & Sushi oder lässt sich von Edi Modespacher bei der Aufnahme seines ersten Chartsstürmers helfen.

Hm. Ehrlich eingestanden, scheinen da die "knallfreie(n), bewegliche(n) und Funken sprühende(n)" Kleinstfeuer- (bzw: föier)-Werke von Börni Rauch aka Reinhard Pfaffen doch um einiges verlockender. Und aus HOME MADE-Perspektive sowiese (der Anker harrte tatsächlich schon länger im Kulturbeutel): Die phantastischen Kreationen, die das atelier v. im Rahmen seines Projekts "umdenken" in die Welt entlassen hat. Unbedingt anschauen und dann am besten gleich noch das neue Projekt "entdecken" entdecken und dort, was man alles mit einem einfachen Regenschirm machen kann (wenngleich sich derzeit von Letzterem leider ja durchaus auch auf konventionelle Weise Gebrauch machen lässt).

Last but not least noch - im Vorfeld aus nahe liegenden Gründen allerdings ausser Kommentar-Konkurrenz: Der geheimnisvolle X-omat von 000X.

Alles dies und mehr ab heute im Rahmen des Buskers Festival 2007 - Infos zu selbigem auf den Heimseiten, wo es auch eine feine (aber wohl nicht wirklich so druckerfreundliche) pdf-Broschüre speziell zum Bizaar abzurufen gibt.

Von miss.gunst am 09.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.08.07

körpermusik (WRT)

brara_ksw.gifWie manchmal eins zum andern kommt: Mittwoch ist ja nach wie vor beim WDR der Wochentag, an dem vor Mitternacht die Stunde der Radiokunst schlägt (im Gegensatz zum SWR, dessen ars acoustica wir gestern wieder kosten konnten, sogar wöchentlich).
Und siehe bzw. lese sowie später: höre da - auch hier geht es gerade um Körperliches.

Allerdings nicht um die physische Nähe zum Gerät (von wegen Radioknöpfchen schlecken). Vielmehr soll im Studio Elektronische Musik der Körper als Instrument zum Thema werden.

brara_g.gifUnd zwar - so verspricht die Ankündigung der Sendung - nicht nur im am nächsten liegenden Sinne, nämlich als erweitertes Schlagwerkzeug, als Resonanzboden etc pp. Sondern auch mit Arbeiten, die zum Beispiel die Hirnwellen oder den Herzschlag auf ihre Weise zum Klingen bringen. Da lässt (*hach*, lang ist's her) von Fern das gute alte DIMI grüssen und das Medium denkt natürlich auch an seine Neigung zu Radio-Séancen (mittlerweile ja auch in einem schönen Büchlein nachzulesen ;)).

Jedenfalls sind laut Programm mit von der Partie: Alvin Luciers Music for Alpha Waves (1982, für Hirnwellen und Schlagzeug; gibts zB bei discogs; mehr zu Lucier auch im hauseigenen Archiv) und Heinz Holligers Cardiophonie (1971).

Mit begeistertem Herzklopfen und auf Empfang gestellten Wellenempfängern (Hirn! Und gleich nochmal: Herz! und was sich an Körperteilen sonst noch so eignet...) also heute (08.08.07.) ab 23:05 Uhr MESZ auf in den WDR3-Webradiostream!

[Bildchen: Hirnwellenradio, wie sich's gehört, zugleich Sender und Empfänger.]

Von miss.gunst am 08.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.08.07

wie schmeckt dein radio? (WRT)

rflz_ksw.gifVon den Bugs zu den Buttons sozusagen. In Zeiten von Webradio sind letztere ja eher zum Anklicken da - und nicht wenige vermissen schon heftig die kleinen Rädchen und Knöpfchen, an denen man so wunderbar herumfummeln konnte, um den gewünschten Sender einzustellen.
Und ganz traurig ist es natürlich um all jene künstlerischen Experimente bestellt, die - in welcher Form auch immer - auf diesen sinnlichen Aspekt der Radiokultur setzen.

Wie beispielsweise das (Radio-)Aktionsspiel "100 mal Hören und Spielen" von Wolf Vostell, das der Fluxus-Pionier 1969 in Zusammenarbeit mit dem WDR produzierte. Ganz ähnlich wie in seinen Happenings werden dabei Anweisungen ausgegeben, die den Beteiligten mitunter Einiges abverlangen, um sie mit tendenziell ungewohnten Wahrnehnungen und Erfahrungen zu konfrontieren. Etwa - höflich, aber bestimmt: "Lecken Sie beim Hören die Schaltknöpfe Ihres Radios!"

rflz_g1.gif"Welche Knöpfe?", würde da wohl heute so Manche/r seufzen. Wobei, was heisst hier: "würde". Heute Abend besteht nämlich sehr wahrscheinlich Gelegenheit für Webradio-FreundInnen, genau diese frustrierte Frage zu stellen. Denn im Rahmen der SWR2-Reihe "ars acustica" - die jeden ersten Dienstag im Monat Hörkunst vorstellt - verspricht heute Frank Kaspar, uns für fünfundfünfzig Minuten in die Welt von Fluxus-Radio-Kunst zu entführen, O-Töne aus einschlägigen Produktionen inklusive.

Auf dem Programm steht dabei neben Vostells Aktionsspiel unter anderem die "Radiosonate" von Dieter Roth (SDR 1976), Ferdinand Kriwets Baden-Badener (Radio-)Kunstaktion "Oos is Oos" (SWF 1968) sowie Produktionen, die Alison Knowles und George Brechts in den 1980ern und 1990ern mit dem Studio Akustische Kunst des WDR Köln aufnahmen - das bekanntlich insgesamt eine zentrale Rolle für Fluxus (und experimentelle Musik) in Deutschland spielte.

Ob vielleicht auch John Cages "Imaginary Landscape No. 4" von 1951 dabei ist? Allerdings ist die Komposition für 12 Radios (und 24 "Radio-Spieler", jeweils als Paar am Frequenzsuche- und am Lautstärkereglerknöpfchen drehend) im Vorfeld von Fluxus entstanden - und eben wortwörtlich für Radiogeräte, nicht als Radiokunststück im sendetechnischen Sinne.

rflz_g2.gifAngekündigt sind in jedem Fall noch: Gespräche mit Fluxus-Experten (und -innen???) wie Michael Glasmeier. Sowie ein Ausflug in die unmittelbare Gegenwart, nämlich zur Radiogruppe L.I.G.N.A, von der - unter anderem im Zuge der RadioRevolten - in diesem Log.Buch ebenfalls schon zu lesen war. Deren Markenzeichen es wiederum ist, Radio-Formate zu entwickeln, die in Interaktion mit dem bzw. über Aktion im Realraum funktionieren. Was - wenngleich zu letzteren bislang nicht die Aufforderung gehörte, zu testen, wie ein Radio schmeckt - so gesehen wieder einen Bogen zu Vostell schlagen lässt.

Alles dies und mehr also heute (07.08.07) ab 23:03 Uhr auf SWR2 bzw. dessen Webradio-Stream in Frank Kaspars Fluxus-Feature "Lecken Sie Ihr Radio"!

P.S. Dass das ganze seitens SWR2 unter das Motto "SWR2 Sommer spezial 1957 plus: Die halbstarken Jahre" gestellt wird, hätten wir eigentlich gern geflissentlich überlesen. Haben wir dummerweise aber nicht. *seufz*

[Bildchen: Weil es heutzutage ja auch Zungen mit Knöpfen gibt, haben wir für die Radioknopf-Kostprobe eine ebensolche zum Test gebeten und erstmal im Imaginären K(n)opf an K(n)opf gesetzt. Scheint dann aber gleich so gut gemundet zu haben, dass... und *haps* weg war es, das schöne alte Radio. Wie so oft geht ein grosses Merci an die, welche die Ausgangsbilder in die Wikipedia Commons gaben.]

Von miss.gunst am 07.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.08.07

bugs

mpb_ksw.gifUnd zurück zum aktuellen Sommerthema, den lieben Krabbeltierchen. Um mal eine elegante Überleitung vom letzten Eintrag zu versuchen, in dem es ja um Suppe ging: In letzterer gelten gemeinhin Fliegen als unwillkommene Einlage - aber auch anderorts können Insekten als Strörenfriede begegnen. Und nicht nur dort, wohin man den Kammerjäger zu rufen pflegt.
Vielmehr wissen auch die meisten ComputernutzerInnen ein langes Klagelied von - nunja: Käfern zu singen.

Zwar denken die meisten, wenn sie mit Software-Bugs ringen, nicht wirklich an Vertreter einer insektoiden Spezies.
Doch soll es sich beim ersten aktenkundigen Bug der Computergeschichte tatsächlich um einen ebensolchen gehandelt haben.

mpb_g1.gifHierüber berichtet jedenfalls der entsprechende Wikipedia-Eintrag zum Thema - wobei sowohl die deutsche als auch die englische Variante des Artikels eine Fotografie einbinden, die eben jenes historische Dokument zeigen soll, auf welchem besagter "Bug" im September 1947 dokumentiert und - wortwörtlich - fixiert worden sei bzw. ist.

Was man auf jeden Fall - auch ohne die begleitende Notiz - erkennen kann: Dass es sich gar nicht um ein Käferlein, sondern um eine Motte handelte. Wie die wohl damals in den mutmasslich eher grossen Computer eingedrungen ist?

Müsste man wohl gelegentlich mal bei Grace Hopper nachlesen. Wobei wiederum beide Versionen des Wikipedia-Eintrags kritisch vermerken, dass Hopper - die sozuagen als Mutter des "Debugging" gilt - den Original-Bug gar nicht selber dingfest gemacht und sich obendrein in der Datierung seines Funds um zwei ganze Jahre geirrt habe. Nunja. Angesichts ihrer Verdienste um die Informatik (mehr hierzu inklusive weiterführenden Ankern in der englischen Wikipedia-Version des biographischen Eintrags) vielleicht doch eher vernachlässigenswert.

Interessanter in Sachen Bugs ist dagegen, dass der Begriff an sogar schon früher in der Geschichte der Kommunikationstechnologie begegnet, beispielsweise bei Thomas Alva Edison, der 1878 bei seinen Erfindungen auftretende technische Probleme entsprechend benamste.

mpb_g2.gifOb es sich bei letzteren dann schon um Software-Bugs (beziehungsweise in diesem Fall: konzeptionelle Fehler) oder doch eher um Hardware-Bugs handelte? Wahrscheinlich das eine wie das andere. Und genau das ist es ja auch, was nach wie vor erst mal das grösste Problem darstellt, wenn man Schwierigkeiten mit dem Rechner hat: Den gemeinen Mistkäfer erstmal dingfest zu machen, bevor es ans eigentliche "Bug-Fixing" gehen kann. Da träumt man natürlich gern von den guten alten Zeiten, in denen derlei mit einem Streifchen Tesafilm zu bewerksstelligen war...

[Bildchen: Will eine probate Methode des Bug-Fixing im Hardwarebereich veranschaulichen - wo sich meist ja vor der Hand "Aufschrauben und mal genauer Hingucken" empfiehlt. Übrigens irrt der kleine Kontakt, der sich von dem dicken Krabbler Mikroprozessor wohin auch immer getreten fühlt. Denn der hat sich bei seiner Mimikry mitnichten an einem Mist-, sondern an einem Liebeskäfer orientiert. Zugegeben: Vor allem deshalb, weil Letzterer wie auch der Prozessor von ihren grosszügigen Spendern der Public Domain überlassen wurden. Was hiermit auch für diese Bildchen gilt.]

Von miss.gunst am 06.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.08.07

suppe fassen!

lpra_ksw.gifOder wenigstens: Suppe gucken gehen. Das wäre doch ein Vorschlag speziell für den heutigen Abend. Gern auch ein andermal in der nächsten Zeit.
Möglich wäre das sicher in irgendeinem beliebigen Gastgarten, so man nicht einfach abends auf einer Restaurantmeile fensterln und eventuell auch Einkehr halten will. Aber da wir in diesem Log.Buch natürlich nicht im Gastro-Gefilde wildern wollen, handelt es sich selbstredend um eine besondere Suppe.

Kredenzt wird sie nämlich im Lodypop. Nun klingt der Name des kleinen Kunstraums, den Lena Eriksson seit gut drei Jahren in der Basler St. Johannsvorstadt führt, ja sowieso schon ein bisschen nach Schleckerei. Auch wenn er eigentlich einen ganz eigenen Sinn hat:

"lod steht für Leistung ohne Druck. pop steht für Projekte ohne Panik. y ist spanisch und heisst und verbindet die beiden Leitsätze."

Wobei man das sicher auch übersetzen könnte in: Alternativen zum Alltag der Kunst, der eben nicht unbedingt ein Zuckerschlecken ist.

lpra_g.gifZudem hat das Lodypop tatsächlich viel Leckeres im Angebot. Nicht nur für die Augen, mit Ausstellungen und der Hauszeitschrift Kap.
Schon häufiger gab es auch opulente Gastmahle - darunter mehrere legendäre, höcht kunstvoll zubereitet von Bruno Steiner und Haimo Ganz.

Im Mai diesen Jahres verwandelte sich das Lodypop-Schaufenster in 7/Eleven - eine Plattform für künstlerische Video-Paarläufe auf zwei Monitoren, die analog zu den ursprünglichen Öffnungszeiten der entsprechend benamste amerikanischen Ladenkette von sieben Uhr morgens bis elf Uhr abends angeschaltet sind.

Ab heute wird nun Monitor eins von der Gastgeberin selber bespielt, Monitor zwei von Samuel Herzog - und der Paarlauf gilt: Dem Suppengenuss. Genauer gesagt: Der geteilten Leidenschaft für japanische Nudelsuppe.
Das von beiden bevorzugte Rezept kann man zum Nachkochen auch auf den 7/Eleven-Seiten abholen, ebenso wie weiteres Wissenswertes zur Videoinstallation.
Suppe fassen aber dann am besten heute (04.08.07) Abend um 19:00 zum Einstand. Und dann bis 05. September, jeweils von sieben bis dreiundzwanzig Uhr.

[Bildchen: So ungefähr sollte das kredenzte Süppchen aussehen. Vorgekocht wurde von Wikipedia Commons-Spender woinary, darum wird brav auch diese Schüssel unter cc-by-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 04.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.08.07

mithören und mitreden (WRT)

k7mido_ksw.gifAus aktuellem Anlass müssen wir unseren kleinen Ausflug in die Insektenkunde unterbrechen - und zwar zwecks Ausgabe eines Tages- und Webradio-Tipps für den heutigen Freitagabend (03.08.07).
Wie Ende vergangener Woche schon annonciert, läuft derzeit ja die zweite Runde des Elektromagnetischen Sommers auf Radio LoRa, die vom kanal7-Team aus dem temporären Radiostudio im Dock18 bestritten wird.

Dort wiederum steht - moderiert vom Wildprovider- und Dock18-Aktiven Mario Purkathofer - für heute ab 19:15 Uhr eine Debatte an, die mitzuverfolgen und bei der idealerweise auch aktiv mitzumischen für Kulturinteressierte und -engagierte sozusagen Pflichtprogramm sein sollte:

Wie ebenfalls kürzlich bereits vermeldet, sind aktuell die Wahlen für das neue (DIY-)Kulturministerium im vollen Gange; nach dem ersten Wahlgang nun in Form eines Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen zwei verbliebenen Kandidaten, die aus ersterem als Favoriten hervorgegangen sind. Nämlich: Dominik Riedo (mehr auf seinen Heimseiten) und Marc Philip Seidel (der sogar eigene Wahlkampseiten kreiert hat).

k7mido_g.gifKurzum: Die - oder, da es vorher bereits entsprechende Anlässe gab und auch nachfolgend bis zum Ende der zweiten Wahlperiode am 11.09. noch eitere geben wird: eine ideale Gelegenheit, den beiden Kandidaten nochmals ordentlich auf den Zahn zu fühlen. In Sachen Selbstdarstellung sind beide, und besonders Seidel, zweifellos bereits echte Profis. Aber wie man ja nun auch aus anderen Zusammenhängen weiss, muss das allein noch nicht allzu viel heissen, was eine künftige Praxis betrifft. Jedenfalls, so sich diese eben nicht schlicht auf die Repräsentation des Ministeriums bzw. Ministers beschränken soll.

Ergo empfiehlt es sich: Entweder ab 19:00 Uhr ct vor Ort im Dock18 dabei zu sein. Oder eben mindestens das Radio auf kanal7 zu schalten bzw. den Webstream von Radio LoRa zu aktivieren.
Mitreden kann man übrigens auch im letzteren Fall: Indem man nämlich entweder zum Hörer greift (+41 (44) 586 70 58) oder sich ganz bequem über Skype (Skype-ID: Wildprovider) in die Sendung einschaltet. In diesem Sinne: Sei(d) dabei!

[Bildchen: Musste heute mal schnell gehen mit der Imagination der Dialogfähigkeit unserer Kandidaten. Umso grösserer Dank gebührt dem Wikipedia Commons-Spender Éric Chassaing, der die brillante Aufnahme (s)eines klassischen Radiostudio-Mikros bzw. eines entsprechenden Geräts, wie man es in freien Radiostudios gern vor der Nase hat, der Public Domain übereignet hat. Merci!]

Von miss.gunst am 03.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.08.07

welches tier krabbelt hier?

ima_ksw.gifEine nahe liegende Frage, sobald man sich mal etwas näher mit Insekten sowie dieser Spezies gern - aber eben fälschlicher Weise zugeschlagener Achtbeiner befasst. Aufgrund der gegebenen Vielfalt ist sie in der Regel nicht so einfach zu beantworten.
Andererseits ist es aber doch recht nützlich, wenigstens jene Krabbler identifizieren zu können, denen man im Alltag häufiger begegnet - ob das nun in freier Wildbahn oder in häuslichen Gefilden ist.

ima_g1.gifLetzeres ist den meisten Menschen meist nicht so angenehm - womit wir dann schon wieder beim gestern noch glücklich umschifften, heute aber durchaus absichtsvoll angesteuerten Thema der Schädlingsbekämpfung wären.

Auf den Seiten der amerikanischen Firma orkin, die sich auf Selbige spezialisiert hat, findet sich nämlich nicht nur allgemein allerlei nützliches Wissen über all jene Insekten, mit denen enge Freundschaft zu schliessen tendenziell etwas schwerer fällt.

Im eigens eingerichteten Learning Center gibt es auch einen speziellen Bereich für Kinder. Und dort wiederum wird ein kleines Online-Game namens "Name that Bug" angeboten, das auf kurzweilige Art und Weise eben jenes eingangs angesprochene Basiswissen über ein paar der prominentesten Haus- und Hofgesellen vermittelt.

ima_g2.gifEbendieses einfach mal ein paar Runden zu spielen kann man guten Gewissens durchaus auch denen empfehlen, die sich aufgrund ihres Alters und/oder Wissensstands in Sachen Insekten nicht so direkt zur eigentlichen Zielgruppe zählen würden.

Warum? Nun, weil es erstens wirklich nett gemacht ist. Und zweitens auch recht gut als kleiner Vokabeltrainer funktioniert.
Wofür das nun wieder nützlich sein könnte? Tja - wer weiss schon so genau, was womöglich am nächsten Urlaubsort über die Wände oder auf den Teller krabbelt. Vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man dann den neuen Mitbewohner oder die unverhoffte Extraportion Eiweiss in einem international verbreiteten Phonem mit Namen ansprechen kann...

[Bildchen: Stammen weder von der Webseite noch aus dem angepriesenen Spiel - sondern knüpfen eher locker an das Hasch-mich-ich-bin-der-ja-was-eigentlich-Thema an. Eingefangen haben die prächtige Fliege sowie den schmucken Grashüpfer (*herrjeh*, jetzt ist es doch raus) ursprünglich zwei Wikipedia Commons-Spender; entsprechend geht des Mediums wärmster Dank an die beiden sowie an das grosse GNU.]

Von miss.gunst am 02.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.08.07

weniger insekten essen (how to)

wins_ksw.gifWeil wir es ja gerade wieder von Insekten hatten (sowie von Tierchen, die gern für ebensolche gehalten werden, obwohl sie der biologischen Ordnung gemäss eigentlich keine sind):
Bietet es sich an, mal einen heissen Tipp für FreundInnen der kleinen Krabbler aus dem Zettelkasten hervorzuziehen.

Dieser findet sich an einer Adresse, die BastlerInnen - ganz ähnlich wie das Make-Zine - ansonsten vornehmlich wegen der wunderbaren Instruktionen für DIY-Projekte zu konsultieren pflegen: Instructables.

wins_g1.gifAuf einer solchen Plattform würde man natürlich erst einmal erwarten, mehr oder weniger obskure Konstruktionen zur sogenannten Schädlingsbekämpfung zu finden - ein Feld, auf dem sich fleissige HobbygärtnerInnen notgedrungen tummeln, wenn ihnen etwa ansonsten eigentlich nette Schnecken en masse die Salatköpfe von den Beeten grasen oder hungrige Läuse das Rosenbeet in einen traurigen Stengelfriedhof verwandelt haben. Und tatsächlich hat Instructables zu diesem Thema einiges zu bieten - allem voran aber eher sympathisch giftfreie Methoden wie den Einsatz von Marienkäferlarven-Armeen. Aber sogar auch Anleitungen für dezidiert gegenläufige Strategien: Etwa wie man pestizidresistente Schrecken oder niedliche kleine Schnecken züchtet. Sic!

Mit zu den erstaunlichsten Anleitungen in Sachen Insekten zählt jedoch eine in der Kategorie "FOOD", in der man vielleicht erst einmal eher Rezepte zur Zubereitung in unseren Längen- und Breitengraden eher ungewöhnlicher Menüs - also nicht: für die kleinen Krabbler, sondern unter Verwendung selbiger als zentraler Zutat - anzutreffen vermuten würde. Aber dafür gibt es ja längst andere Fachadressen, von insect-food bis zu kleinen Rezeptsammlungen wie derjenigen der Universität Iowa
oder Zachary Huangs "Bug-Eating Page".

wins_g2.gifStattdessen stossen InsektenfreundInnen bei Instructables hocherfreut auch hier auf eine Anleitung, die genau das Gegenteil propagiert: Nämlich wie man vermeiden kann, im Alltag ganz unbeabsichtigt Insekten zu sich zu nehmen.
Weniger Insekten essen leicht gemacht sozusagen. Und, nein: Das ist tatsächlich kein Scherz.

[Bildchen: Ja, so sieht es offenbar aus - wo man eigentlich gewöhnliche Süsswaren zu sich zu nehmen meint, kommen womöglich Insekten auf den Teller. Oder bilden wir uns das hier nur ein? Wie auch immer: Der Dank für die Grundzutaten geht wie so oft an treue Spender in die Wikipedia-Commons. Sowie an das grosse GNU.]

Von miss.gunst am 01.08.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)