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29.09.07

tapemosphere

tpmo_ksw.gifUnd wir bleiben noch einen Tag in Zürich. Zumal seit dem letzten Eintrag für FreundInnen von Kassetten(geschichten) schon eine erkleckliche Lücke im Log.Buch klafft - und an diesem Wochenende im Cabaret Voltaire die Gastpräsenz eines Projekts endet, das unbedingt in den Zettelkasten gehört.

tapemosphere heisst es, wurde von Balz Isler, Béla Janssen, und Sascha Hohn ins Leben gerufen und lädt in teils installativer, teils performativer (und wäre es nicht so ein grusiges Ex-Buzzword, müsste man hinzufügen: interaktiver) Form dazu ein, in die wunderbare Welt der Kassettengeschichten einzutauchen:

"Die Bezeichnung 'Tapemosphere' leitet sich unmittelbar vom Wort Atmosphäre ab und wird zudem durch die dem Material innewohnenden Gegebenheiten der Audiokassette (Tape) ergänzt. Im künstlerischen Schaffensprozess lässt sich das Magnetband der Audiokassette in verschiedenste audiovisuelle Formen und räumliche Darstellungsmöglichkeiten transformieren. Hierbei verschmelzen Installation, Komposition, Darbietung und der situationsbedingte Zufall und verleihen der 'Tapemosphere' ihr Eigenleben."

Wie die Künstler dieses Konzept am jeweiligen Ort umsetzen, lässt sich bestens im liebevoll aufbereiteten tapemosphere-Archiv* ergründen.
[* Ja, wieder mal fiese Frames, deshalb gibts leider keine direkte Verankerung der einzelnen Seiten.]

tpmo_g.gifIm Fall der letzten tapemosphere beispielsweise - # 13, die im Mai diesen Jahres im Rahmen der Maastrichter Kunsttour 2007 stattfand (und zwar in Kooperation mit dem treuen LeserInnen bereits einschlägig bekannten Tapesound-Archäologen Harold Schellinx - s. a. den Eintrag in dessen Blog) - gleich mit drei kleinen Clips, die uns das Ganze sowohl audio- als auch visuell näher bringen.

Die aktuelle Zürcher Station, #14 - will dieser Tage natürlich noch live vor Ort besucht, angeschaut, angehört und (wie es so schön heisst:) ihrer Bestimmung gemäss genutzt werden. Was schon auch während der regulären Ausstellungszeiten des Cabaret Voltaire (13-19 Uhr) möglich ist. Erste Dokumente der jüngsten tapemosphere-Street Action vom vergangenen Dienstag in den Zürcher Strassen lassen sich zudem bereits online bewundern.

Und selbstredend sollte auch noch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass es ein eigenes tapemosphere-Blog hat, in dem Beträge von tapemosphere-Fans über aktuelle und vergangene tapemospheren gesammelt werden.

[Bildchen: Nicht nur mangels eigener Aufnahmen, sondern schon auch mit Vorbedacht wurde ein Still des Videobeitrags gefertigt, den das guteMedien Taxi über die Zürcher tapemosphere gemacht und dankenswerter Weise unter CC ins Netz gestellt hat. Ist nämlich grad noch in grossartiges Projekt, oder?]

P.S. Off topic, aber doch erwähnenswert: Dass man heute und morgen Abend - ja, wieder im Walcheturm - grad noch ein weiteres spannendes Projekt anschauen kann, das tapemospheriker Balz Isler gemeinsam mit Paul Scheytt ausgeheckt hat: InformaTON, eine tänzerische Auseinandersetzung mit der alltäglichen Berufung.

Von miss.gunst am 29.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.09.07

dorkbot swiss @ walcheturm

vgal_ksw.gifBleiben wir doch gleich in Zürich. Und praktisch bei der Sache.
Schliesslich locken wieder einmal die Schweizer dorkbots in den Zürcher Walcheturm.
hacienda-Wetter hat es dieser Tage zwar nicht - aber dafür wie gewohnt ein leckeres Programm.

Einen wesentlichen Teil des Abends werden die Gäste aus Kroatien - Kruno Jos?ti, Ivan Nikolic und Anna Sobczak - bestreiten, um eine ganze Reihe unterschiedlichster Projekte (EEII, MMKamp, FTR, Imromondays, GentleJunk NetLabel, FRSM u.a.m.) vorzustellen und anschliessend mit bzw. als digitalorganica zu performen.
Weil es sich bei letzterem um eine "cellular automata music show" handelt, wird Ivan Nikolic?vorher noch eine kleine Einführung zu Zellulären Automaten kredenzen.

vgal_g.gifAus Zürich kommen Karel Kulhavy und Guerkan Senguen dazu, um ihr VGA lamp-Projekt vorzustellen:

A simple digital circuit that creates a valid VGA signal where the R, G, and B components can be adjusted. This allows to use an old CRT monitor as a coloured lamp where an arbitrary color can be set. Can be used for example for bedroom lighting.

Als Dreingabe verspricht das Twibright Labs-Mitglied Kulhavy uns dann nochmals die Vorzüge des Twibright Optar (einen d2a-encoder, ums mal ganz schlicht zu machen) näher zu bringen.

Und wahrscheinlich gibt es sowieso noch einiges mehr - auf jeden Fall aber einen kurzweiligen Abend mit spannenden Projekten und der Gelegenheit, aus erster Hand Details zu erfahren bzw. zu erfragen.

Von miss.gunst am 28.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.09.07

lehm aus lehm (mit musik)

gzwo_ksw_n.gifWeil keine Zeit für Exkursionsberichte ist, gibts gelegenheitshalber grad noch einen Tagestipp für Zürich.
Der im übrigen nicht nur mit Musik, Medien und Kunst zu tun hat. Sondern durchaus auch mit DIY-Kultur. Im weitesten Sinne jedenfalls.

Schliesslich kann man im legendären Golem - eine aus Lehm geformte Gestalt, der mittels Zauber Leben eingehaucht wurde - schon so etwas wie einen "selbst gemachten Menschen" sehen. Aber das nur beiseit.

gzwo_gn.gifNicht weniger legendär sind die Stummfilme, die Paul Wegener dieser Figur und ihrer Geschichte widmete - allen voran derjenige von 1920, "Der Golem und wie er in die Welt kam".

Insofern wundert es wenig, dass er zu jenen Klassikern des frühen Films gehört, die gerade in den letzten Jahren immer wieder zu experimentellen Vertonungen eingeladen haben. [Wiederum beiseit: So unter anderem auch Thomas Köner - an dessen aktuelle Ausstellung im [plug.in] sich bei dieser Gelegenheit nochmals erinnern lässt.]

Das Projekt Golem 2000, für das sich die Musiker der Formation Less (David Weber, Simon Berz, Stefan Landolt und Roger Hürlimann) mit der Künstlerin Michelle Ettlin zusammengetan haben, geht einen Schritt weiter, insofern es den Film selbst als Material versteht und der Legende per audiovisuellem Remix ein eigenes Leben einhaucht. Dass dabei auf der Bühne mönchskuttenartige Gewänder getragen wurden, kann erstmal als arg merkwürdige Referenz anmuten - doch so unstimmig ist es nicht, auch der expressionistische Stummfilm war seinerzeit in Sachen Kostüm- und Kulissengestaltung alles andere als historiengetreu.

Wie auch immer: Nicht nur weitere Hintergrundinfos, sondern auch Bilder (inklusive bewegte) sowie Kostproben fürs Ohr gibt es auf den Heimseiten von Golem 2000 - heute Abend um 21:00 aber geht es nochmals live zur Sache, denn dann wird im Zürcher Bazillusclub die Neuerscheinung des Tonträgers zum Projekt gefeiert. Ist doch mal eine Alternative zu "I c-c-can make you a ma-ha-ha-ha-han..."...

[Bildchen: Die sehr ansehnliche Golem 2000-Graphik, wie sie u. a. auch den Titel der Pressemappe (pdf) schmückt.]

Von miss.gunst am 27.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.09.07

DIY orchestra (a2d)

a2d5_ksw.gifErwartungsgemäss und wie auch schon angekündigt gilt der Eintrag des Tages selbstredend Folge #5 in der Reihe "From Analog to Digital".
Zumal die heute einem besonders schönen Thema, nämlich den DIY Orchestern gewidmet ist.

Was wir uns darunter vorzustellen haben?

Dem kann man sich diesmal sogar schon am Nachmittag nähern: Ab 16:00 Uhr bietet nämlich die Schweizerische Gesellschaft für Mechatronik am Ort des späteren Geschehens, also im Walcheturm, einen Workshop an.
In diesem lässt sich lernen, wie man sein (batteriebetriebenes) Radio oder eins der eher stumpf fiese Melodien dudelnden Spielzeuge in eine kleine Klangmaschine umbaut.

a2d5_g1.gifUnd mit eben diesem Instrument kann dann im Prinzip auch direkt losgelegt werden. Ja, genau: Schliesslich haben es Markus Haselbach und seine Kollegen von der diy kamikaze group - Oliver Jäggi, Effi Tanner, Christian Rijke, Robert Korizek, Ken Gubler und Marc Dusseiller - im Grunde auch nicht anders gemacht.

Was dabei alles Hörenswertes herumkommen kann, werden letztere jedenfalls heute Abend ebenfalls unter Beweis stellen.
Ansonsten sind noch eine ganze Reihe echter Profis, sozusagen Solisten und erste Geigen mit dabei:
So will Iris Rennert - FreundInnen von HOME MADE und treuen LeserInnen längst einschlägig bekannt - mit bzw. als Circuit Bending Orchester Solo auftreten. Und Simon Berz aka badabum - zu dem es ebenfalls schon einige Einträge im Archiv hat - hat angekündigt mit seinem Rocking Desk "autobiophonische Vibrationen" intonieren.

a2d5_g2.gifAnschliessend verspricht Christof Steinmann von spezialmaterial in sein Softland zu laden (das auch eine Vertretung in mySpace hat, wo man akustisch schon mal weiter vorschnuppern kann). Und zu guter Letzt packen dann noch Simon Grab und Tomas Kudrna von bzw. als rough and ready electronics ihre Instrumente aus.

Wer dann immer noch kein eigenes Instrument unter den vorhandenen Gerätschaften ausgemacht, keins selbst gebastelt und auch keins mit Vorbedacht von daheim mitgebracht hat: Muss Darf bis zum bitteren Ende grossartigen Finale in Publikumsposition verharren und ertragen geniessen, was es zu Hören gibt.

Alle anderen aber sollte es spätestens dann auch selbst über den nicht vorhandenen (Orchster-)Graben hinweg Richtung ebenfalls hemmschwellenbefreiter Bühne drängen.

Also, nicht vergessen: Heute ab 16:00 Instrumente basteln und abends dann zur schon gewohnten Stunde ab 21:00 Uhr Folge #5 der Reihe a2d im Walcheturm.

[Bildchen: Ist wie immer das der Einladungskarte. Bloss dass wg. Fernübertragung nicht das Papier-Original auf den Scanner konnte - daher mal schnöd die kleine Datenvariante einkopiert (*seufz*)]

Von miss.gunst am 26.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.09.07

sendepause, programmvorschau

spwi_ksw.gifAngesichts der klaffenden Lücke im Eintragskalendarium der letzten Tage steht wohl doch einmal eine kleine Meldung in eigener Sache an.
Zumal die Sendepause diesmal eben nicht einem schwächelnden Server ooder ähnlichen Widrigkeiten geschuldet war.

Sondern vielmehr einer grösseren Exkursion in fernere Gefilde, bei der unter anderem auch der Kulturbeutel fürs Log fleissig gefüllt werden konnte (indes eben dies wirklich so gar keine Zeit für Liveberichterstattung liess).

spwi_g.gifDazu in den nächsten Tagen mehr - wie auch noch einige weitere Nachträge zur voraufgegangenen Linz-Exkursion. [Beiseit: Zwei Kurzberichte zu dort angetroffenen Dingen lassen sich mittlerweile auch in der netten Nachbarschaft bei clickhere.ch nachlesen, nämlich zum einen zum SUN_D Display und zum anderen zur Struckmaschine.]

Zudem gibts derzeit auch vor Ort in Zürich einiges Einschlägige, das nach Einträgen ruft. Was den Veranstaltungstipp der Woche angeht: Allem voran die letzte Folge der a2d-Reihe im Walcheturm am morgigen Mittwoch um 21:00 Uhr, die wir aber selbstredend mit einem eigenen Eintrag würdigen wollen. Ehrensache...

[Bildchen: Per Fernübertragung - für das leihweise überlassene Gerät dankt das Medium einer Wikipedia Commons-Spenderin namens Geheimnisträgerin und dem grossen GNU]

Von miss.gunst am 25.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.09.07

interfaces (a2d)

a2d4_ksw.gifNein, das wird keine Abhandlungen zu einem schier unerschöpflichen Thema medientheoretischer Diskurse. Zumal sich das HOME MADE-Log schon von Haus aus nicht so sehr fürs Definieren von als fürs Basteln an Schnittstellen interessiert.
So gesehen natürlich auch für Interface-Design der experimentelleren Art.

Eben darum gibts in der Reihe "From Analog to Digital" auch eine entsprechende Folge - und zwar heute (19.09.07), wie immer um 21:00 Uhr im Zürcher Walcheturm.

Eingeladen hat Simon Grab von ganzerplatz diesmal...

a2d4_g.gif... den treuen LeserInnen schon aus einigen Einträgen bekannten Flo Kaufmann. Im Gepäck: "satrap aktiv", was ohlala diesmal nach aufgerüsteten Haushaltsgeräten klingt, die ihrerseits entweder selbst klingen oder andere Dinge zum Klingen bringen werden.

... Moritz Wettstein mit seinem "algoritmo caliente!" (u.a. diesen Sommer bereits beim Swiss dorkbot in Genf dabei gewesen, s. a. im hauseigenen Archiv);

... Jörg Köppl an der stimmgesteuerte Gitarre, der zusammen mit Philipp Schaufelberger am Schlagzeug zu sancho & pansa wird (was wir grad nicht zu sagen wissen: Ob die Gitarre dann als schizo sancho oder braver pansa agiert).

Soweit die Beitragenden von Schweizer Seite. Die Stargäste des Abends kommen allerdings von etwas weiter her, genauer gesagt vom 'schräg gegenüberliegenden' Kontinent down under, also aus Australien.
Als Abordnung von Half/Theory werden uns Scott Sinclair und Joe Musgroveden aka BOTBORG den Photosonischen Neurokinaesthetographen (kurz: PKNY) des geheimnisvollen Dr. Arkady Botborger näherbringen (Kleine Einführung gefällig? Bei MySpace-TV hat es unter anderem einen Clip von audioframe zum BOTBORG-PKNY sowie ein längeres Interview mit Sinclair zum Projekt).

Und als kleines Extra-Bonbon dazu gibt es dann noch eine Solo-Performance von Siclair als COMPANY FUCK - bzw., laut Selbstbeschrieb: als "hyperactive child singing karaoke to many records played on high-speed".

Na, also dann: Bis heute Abend um 21:00 zu Folge #4 von a2d im Walcheturm!

[Bildchen: Zeigt wie immer in der a2d-Serie die Einladungskarte zur aktuellen Folge - auf der, durchaus passender Weise, ein Videobass von anyma zu sehen ist. Die ihrerseits zwar in der Tat eifrige Interface-BastlerInnen sind. Aber eigentlich das letzte Mal, also beim microcontroller-Abend zu Gast waren.]

Von miss.gunst am 19.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.09.07

gut genug für euch (und besser)

gefy_ksw.gifZur Abwechslung und wie immer wieder mal gern zum Wochenbeginn ein bisschen Musik. Aber natürlich nicht irgendwelche.
Vielmehr verdankt sich die Empfehlung der betreffenden Formation erstens der Linz-Exkursion, von der ja noch weiter Bericht erstattet werden sollte (bzw. einem extrem erfrischenden Konzert ebendort). Und zweitens der Tatsache, dass sich die dort genossene Performance auch insgesamt ganz prima in den Interessenradius dieses Logs fügt.

Angefangen schon mal damit, dass besagtes Konzert im Roten Krebs und dort im Rahmen eines kleinen, sehrsehrfeinen Specials des Instituts für erweiterte Kunst namens "Welcome to the Jungle of the Real" stattfand. Letzteres übrigens unter Mitwirkung des Hyperwerk organisiert. [Btw: Ziemlich nett muss schon die Avatars-Get-A-Life-Party am 07.09. gewesen sein. Leider verpasst, da an dem Tag noch andernorts verpflichtet.]

gefy_g.gifSehr sympathisch auch der Hintergrund, aus dem die beiden Mitglieder dieser Kombo kommen: Raumschiff Engelmayer exploriert ansonsten mit Bulbul das NoiseTrashPluriversum, Karin Brüll kennen und schätzen wir sowieso aufgrund ihres Einsatzes bei den (Tschuldigung, geht nicht ohne dieses Attribut:) grossartigen Schwestern Brüll.
Und beide zusammen sind eben seit zwei Jahren GOOD ENOUGH FOR YOU. Aber natürlich noch viel viel besser als das.

Nun ist das hier bekanntlich (bis auf sehr sehr seltene Ausnahmen) kein Konzertkritik-Blog. GOOD ENOUGH FOR YOU sind aber auch nicht irgendeine nette Band, sondern eher so etwas wie ein glamouröses KonzeptPerformanceTrash-Duo, das hitverdächtige, das heisst: durchaus auch tanzbare Installationen produziert. Oder so ähnlich. Kuhle Kostümierung und selbstgebastelte Instrumente inbegriffen - unter letzteren ein von Mlle. Brüll mit Hingabe gezupftes E-Beil sowie an des Herrn Raumschiff verlängertem Rücken applizierte Buttock-Bongos (nennen wir grad mal so mangels offiziell verfügbarer Benamsungen).

Ausserdem: Tolle Texte (natürlich streckenweise auch mitsingtauglich, auch wenns ein bisschen Übung braucht) und ein preisverdächtiger Tonträgertitel, "Wer hat von meiner Installation gegessen" (CD, bei 22.Jahrhundertfuchs; zudem gibts noch eine mit Acid Pauli aka Console produzierte schicke blaue Single bei disco b).

Kleine Auswahl von Ohrzuckerln hat auf den MySpace-Seiten von GEFY; bei YouTube ein kleines Bandporträt von senf.tv. Das allerdings, wie gut gemeint auch immer, allenfalls ein Gran des unschlagbaren Charmes der Guten vermittelt.

Von daher (aber eh klar): Besser mal nach den nächsten Konzertterminen auslugen. Als da wäre zum Beispiel kommenden Samstag (22.09.) einer im Maria in Berlin. Zu weit weg? Nun, wie das Medium bereits munkeln hörte, dürfen vielleicht auch die ZürcherInnen schon mal Vofreude auf ein Wiedersehen schüren. Wenn nicht wieder dort, dann an einem anderen Ort vor Ort. Weil, wie es der Zufall ein guter Geist so will bzw. plant, auch der nächste popupshop an der Limmat stattfinden soll. Und wenn alles gut geht, zu diesem würdigen Anlass dann möglicherweise auch GOOD ENOUGH FOR YOU Glück und Freude verbreiten werden... toitoitoi...
gefy_g2.gif
[Bildchen: War leider keine Zeit, eins von diesen wunderbaren Bandfotos anzufragen; es handelt sich also mal wieder um eine Begelfsimagination. Irgendwie ein bisschen inspiriert von der Gitarrenwunderaxt - wobei das Exemplar von Mlle Brüll, nix pink, ein kerniges handelsübliches ist. Der Dank für den Glam geht an Inkwina; der für die Axt im Haus an Luigi Chiesa. Merci und cc-by-sa.]

Von miss.gunst am 17.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.09.07

absurde apparaturen, merkwürdige maschinchen ff.: goldberg

rgm_ksw.gifDer gestrige Eintrag zu Bernie Lubells wunderbaren und wundersamen Konstruktionen ist ein guter Anlass, um einen recht wichtigen Strang dieses Logs wieder hervorzuziehen und mal etwas systematischer auf ein Sondersammelgebiet einzugehen, das für die HOME MADE Forschung doch ziemlich zentral ist: Absurde Apparaturen und merkwürdige Maschinchen.

Ein weites Feld, wie man sich denken kann.
Indes gerade erst mit der Fischli & Weiss Retrospektive mit dem "Lauf der Dinge" wieder mal ein Klassiker unter den künstlerischen Variationen auf Kermits Was-passiert-dann-Maschine (aus der Sesamstrasse, im Original "What Happens Next Machine") zu sehen war, lassen sich die eigentlichen Wurzeln solcher Experimentalanordnungen natürlich noch viel weiter in die Geschichte zurückverfolgen.

rgm_g1.gifFrüher oder später wird es dazu sicher auch mal ein diesem schönen Thema gewidmetes GUNST zine geben. Da dort die Produktion aber noch ein bissel dauert, vorerst einmal im Log weitere Einträge. Den heutigen widmen wir den im amerikanischen Sprachraum weit verbreiteten "Rube Goldberg Machines".

Weil diese sich in besagtem Kulturkreis denkbar grosser Beliebtheit erfreuen, ist im Grunde schon der hier verankerte Wikipedia-Eintrag zu den RGM recht brauchbar (wenngleich auf den ersten Blick auffallen kann, dass sich die Listen zu verwandten Konstruktionen andernorts sowie zur Rezeptionsgeschichte in Literatur, Kunst, Film etc noch kräftig ergänzen liessen).

Daher nur das allerwichtigste in Kürze:

Was versteht man unter "Rube Goldberg Machines"?
Möglichst komplizierte Konstruktionen (ursprünglich: mechanisch, pneumatisch und ggf. performativ - dh unter der vorab kalkulierten Einbeziehung von Handlungen mehr oder weniger unbeteiligt ins Geschehen geratender Menschen oder Tiere), deren Funktionszweck jedoch eigentlich ein ganz einfacher wäre, sich also ebenso gut mit wenigen Handgriffen erledigen liesse.

Wer hat's erfunden?
Unter dieser Benamsung: Rube bzw. eigentlich Reuben Garret L. Goldberg (1883-1970), ein amerikanischer Karikaturist.
Auf seiner (posthum angelegten) Heimseite bzw. den Rube Goldberg-Seiten erfährt man nicht nur Näheres zu seiner Biographie, sondern kann sich auch zahlreiche seiner wunderbaren Zeichnungen - darunter vor allem jede Menge "Rube Goldberg Machines" anschauen.

Und wann?
Um 1914 sind wohl die ersten Zeichnungen solcher Apparaturen entstanden bzw. publiziert worden. Wie in einem Artikel zu "Rube Goldberg Devices" in Don Markensteins Toonpedia nachzulesen ist, war Goldberg dabei wohl von einem seiner ehemaligen Physiklehrer inspiriert worden, der eine extrem komplizierte Apparatur zur Bestimmung der Masse der Erde entworfen hatte.

rgm_g3.gifWo kann man man Rube Goldberg Machines sehen?
Die originalen, also Goldbergs Zeichnungen? Da muss man glücklicherweise nicht erst Archive konsultieren. Eine kleine Auswahl gibt es, s.o., auf den Rube Goldberg-Seiten; ausserdem sind mehrere Bücher mit ausgewählten Arbeiten erschienen (sogar ein kleines in deutscher Übersetzung. Der Titel natürlich, nicht der Zeicnhnungen).

Kann man Rube Goldberg Machine auch bauen?
Jein. Bei Goldberg ist schon der Witz an der Sache, dass es sich um imaginäre Konstruktionen handelt, zumal sie oft mit so etwas wie hasard objectif bzw. Situationen operieren - etwas, das so passieren könnte oder müsste, damit die Maschine funktioniert.
Aber es gibt jene Menge fleissiger BastlerInnen, die Maschinen im Geiste der Rube Goldberg Machines bauen.

Prominent begegnen solche "Rube Goldberg Machines" beispielsweise in einer ganzen Reihe von Filmen und TV-Produktionen (siehe die Liste Wikipedia-Eintrag zu den RGM, die noch ergänzt werden könnte).
Erwähnenswert ist speziell in diesem Log sicher auch der seit 1959 (mit zeitweisen Unterbrechungen) jährlich stattfindende Rube Goldberg Machine Contest. Bei dem mittlerweile - und anders als bei Goldberg selbst - auch elektronische Elemente bzw. Computer zum Einsatz kommen.

Soweit vielleicht erst einmal die wichtigsten Basisinfos zu einem der Klassiker des Meties. Fortsetzung folgt bei Gelegenheit...

... wie übrigens auch weitere Nachträge zu diversen Spezereien, die während der Ars Electronica im Kulturbeutel landeten (dazu mehr aber auch andernorts, nämlich in der netten Nachbarschaft bei clickhere).

[Bildchen: Zwei zeitgenössische Rube Goldberg Maschinen, die John C. Larson fotografiert und - das eine wie das andere - auf Flickr dankeswerter Weise unter cc-by-sa-Lizenz veröffentlicht hat, so dass sie umter anderem auch in den Wiki Commons landeten. Thank you, John!
Btw.: Auf Flickr hat es jede Menge Aufnahmen grossartigster Apparaturen. Leider die wenigsten davon cc lizensiert. Also selber anschaun gehn...]

Von miss.gunst am 16.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.09.07

Gut Holz: Bernie Lubell (ae07)

blwm_ksw.gifKaum zu glauben, dass man als lebenslanger Fan von Was-passiert-dann-Maschinen und anderen absurden Konstruktionen erst 2007 auf der ars electronica auf einen Künstler stösst, der ganz grossartige Dinge dieser Art baut - die tatsächlich sogar als "interaktive Installationen funktionieren", das aber ganz ohne Elektro- oder Computertechnologie. Tatsache, so ist es.

Und zwar bei Bernie Lubell. Völlig unverständlich, dass seine phantastische Arbeit "Conservation of Intimacy" beim diesjährigen Prix nicht die Goldene Nica in der Preiskategorie "Interactive Art" abgeräumt hat. Immerhin war sie der Jury einen "Award of Disctinction" wert - und das passt natürlich auch ganz gut.

blwm_g1.gifAber fangen wir mal von vorn an: Nachdem man sich im Offenen Kulturhaus, das die Ausstellung zum Prix beherbergt, gerade durch mehrere Räume mit allerlei blinkenden Bildschirmen sowie den verschiedendsten Zusammenschlüssen organischen "Materials" (vom Bakterien über Algen und Pilze bis zu malträtierten Grillen) mit diversen Technologien gekämpft hat, betritt man einen grossen Saal, in dem so gar nichts summt und brummt. Statt dessen: Eine gigantische, aber - weil ganz aus hellem, rohen Holz gezimmert - eher leichtfüssig wirkende Konstruktion mehrerer, miteinanander verbundener Aufbauten.
Eine Art Hollywoodschaukel lädt dazu ein, sich auf ihr niederzulassen - allein oder besser noch zu zweit. Und dann zu schaukeln. Vor und zurück, ruhig auch seitwärts.

Macht man dies, setzt sich - nachdem der Bewegungsimpuls per Luftdruck über ein pneumatisches System und verschiedene Schnüre, Zahnräder und Walzen weitergeleitet worden ist - an der Wand nebenan eine Art "Schreibmaschine" in Gang. Stifte ziehen über Papier, das dann freilich hin und wieder ein Stückchen transportiert werden will, wenn kein Palimpsest entstehen soll. Aber auch dafür ist gesorgt: Es muss sich nur ein williger Mitarbeiter am anderen Ende der Maschine auf einen kleinen Schemel hocken und kräftig in die Pedale treten. Und damit er das zum richtigen Zeitpunkt macht, gibt es eine Art Rohrpost zwischen Schaukel und Schemel: Man "pustet" blasebalgverstärkt in einen Schlauch, dessen Ende dann in Ohrhöhe des Pedalisten einen kleinen Lufthauch entlässt.

Dann gibt es noch eine weiteres Schlauchgewinde, das in einer Kammer verschwindet. Von der Schaukel aus kann man auf einem Monitor sehen, was sich hinter den Wänden verbirgt: Fleissiges Schaukeln bringt hier ein weiteres Gebläse in Gang, das Bälle in einer Schüssel bewegt.

blwm_g2.gifBesonders schön: Die Ganze komplexe Maschinerie bringt eigentlich nichts ausser zweckfreien, einigermassen ephemeren Bildern hervor (Gekritzel, ein Realzeit-'Video' mit hin- und herkugelnden Bällen) - indes es wohl eigentlich vor allem darum geht, das gemeinsame Schaukeln zu geniessen. Kleine Momente der Initimität. Sieht man mal von der Ausstellungssituation auf der ars ab, bei der natürlich fast immer einige Menschen durch den Raum wuselten und staundend die Mechanik der Konstruktion studierten.

Selbst passende Holzgeräte zur Wartung gab es dazu.
Und noch eine weitere, kleinere und ebenso zweckfreie Installation, die allerdings nicht zu betätigen war (ein etwas variierter Wiederaufbau von "Making a Point of Inflection" aus 2000).

Auch wenn sie so nur in der Phantasie zu bewegen sind, sollte man sich unbedingt noch die anderen phantastischen Konstruktionen anschauen, die Lubell auf seinen Heimseiten dokumentiert hat. Unter den ab 2000 entstandenen sind auch mehrere dabei, die im weitesten Sinne mit Klang- und Geräuscherzeugung arbeiten. Beispielsweise die Lungenkrankheitssimulantin "Quicken" oder "Furtitive Ear", ein Flüstertütenraumgebilde, das Athanasius Kircher sicher sehr interessiert hätte.

Hach. Ungern werfen wir mit Superlativen um uns. Aber die Begegnung mit dieser Arbeit war wirklich eine Entdeckung. Das gönnen wir uns jetzt mal: Das absolute Highlight dieser ars. Die notabene alles andere als arm an interessanten Projekten war.

[Bildchen: Sind - wie man sieht - keine der grossartigen Maschinen von Lubell. War keine Zeit, um Rechte anzufragen; daher auf die Schnelle selbst ein wenig Kiefernholz geschnitten und zu zwei gänzlich imaginären Konstruktionen gefügt. *seufz*]

Von miss.gunst am 15.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.09.07

fm fähre (WRT)

fmfe_ksw.gifIn diesen Tagen haben sich, wie seit 2001 jedes Jahr im Frühherbst, viele Blicke nach New York gerichtet. Durchaus auch mit einer historischen Referenz im Hintergrund, aber doch einer wesentlich erfreulicheren, heisst es nun die entsprechende Ausrichtung des Radars noch ein bisschen beizubehalten:
Für das FM Ferry Experiment.

1967 nämlich war schon mal das von Charlotte Moormann begründete New York Avant-Garde Festival (1963-1980) auf jener berühmten Fähre gelandet, die Staten Island mit Manhattan verbindet.

fmfe_g.gifIn Hommage an diese historische Okkupation der Staten Island Ferry haben Valerie Tevere und Angel Nevarez von neuroTransmitter (erst kürzlich mit ihrem WUNP Radio in unseren Radar geraten) nun ein Projekt initiiert, das ebenfalls wieder einen Webradiotipp wert ist:

An acht Tagen im September (14./15., 20. bis 22. und 27. bis 29.09.) wird nämlich vom Hurricane Deck der Staten Island Ferry aus Kunstradio gemacht bzw. gesendet - und erfreulicher Weise ist das FM Ferry Experiment eben nicht nur auf lokaler Frequenz, sondern auch via Webstream zu empfangen; wohl damit nichts schief geht, sogar über zwei Stationen, nämlich zum einen das treuen LeserInnen bereits einschlägig bekannte Kunstradio Free103Point9 sowie über das lokale Community-Radio WSIA 88.fm.

Auf dem Programm (Dank der slicken Flash-Programmierung der Seite leider nicht direkt verankerbar, *seufz*) stehen jede Menge Leckereien; darunter nicht nur Hörkunst namhafter KollegInnen von Brandon LaBelle (mehr im Archiv) über Phill Niblock und Carsten Nicolai bis Martha Rosler (um mal die denkbar grosse Spannbreite anzudeuten).
Sondern auch solche, die uns in Form von Live-Performances bzw. -Auftritten aus dem Fährenstudio nähergebracht werden.

Mit dabei unter anderem Ralf Homann von schleuser.net bzw. dem Radiostudio der Weimarer Bauhausuni, Sandra Skurvida & Jud Yalkut (!) und die School of Missing Studies.

Das alles und noch viel mehr ab dem heutigen Freitag (14.09.07) ab 12:00 Uhr New Yorker Zeit (bis jeweils vier Uhr nachmittags) - ergo bei uns sechs Stunden später. Da richten wir doch gern unseren Radar aus und sperren unsere Öhrchen auf...

[Bildchen: Die e-Postkarte mit dem schicken FM Ferry Experiment-Logo, das Steve Varga für das Projekt gestaltet hat.]

Von miss.gunst am 14.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.09.07

microcontroller (a2d)

a2d3_ksw.gifJa, so etwas kann man immer gut gebrauchen. Und in solchen Situationen denkt man erst recht sehnsüchtig daran, dass es sogar findige Bastler gibt, die aus einem kleinen Chip gleich eine ganze Jukebox kreieren.
Und genau um solche feinen Sachen soll es heute Abend auch in der aktuellen Folge der Reihe "From Analog to Digital" gehen.

Das Programm fokussiert diesmal nämlich auf "microcontroller" - also tatsächlich Arten und Weisen, sich direkten Zugang zur Steuerung eines Systems zu verschaffen bzw. auf KünstlerInnen, die damit kreativ arbeiten.

a2d3_g.gifMit von der Partie sind heute Jan Schacher aka jasch, der uns mit einer AV-Performance erquicken wird - einen kleinen Vorgeschmack kann man sich schon mal per Besuch in seinem codespace verschaffen, wo es einige kleine Vilmchen dazu hat.

Philippe Winninger, der gerade erst im Sommer mit seinen Plaste-Assemblage-Pilgern im Cabaret Voltaire zu Gast gewesen ist und auch im Digitalen gern der Retro-Toy-Ästhetik frönt, verspricht diesmal mit einem "Impromptu sur un sentiment curieux" vorzuführen, wie man mit Lichtsensoren ein Pure Data-Objekt (an)steuern kann.

Michu Gianfreda - der tatsächlich kaum mehr als einen Chip für seine perfekte VJ-Show braucht - wird einige seiner Kreationen wie Bitbug(s) und VideoPixler aus der Hosentasche ziehen.

Weiters zu Gast sind ausserdem Michael Egger und Maite Colin aka anyma (als VideobassistInnen und leidenschaftliche Interface-ErfinderInnen nebenbei bemerkt eigentlich auch bestens für den nächsten a2d-Abend qualifiziert) sowie der Looping-Spezialist Bernhard Wagner (mehr im Archiv).

Tomas Kudrna vom atelier für prozessorientierte multimedia soll schliesslich noch am Beispiel von realisierten Kunstprojekten zeigen, was es mit Tiger Embedded Computer auf sich hat.

Wann & wo? Wie immer im Walcheturm ab 21:00 Uhr.

[Bildchen: Natürlich wieder, wie letztes Mal, die wunderschöne a2d-Einladungskarte]

Von miss.gunst am 12.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.09.07

unfreiwillige sendepause ff., ff., ff.

usp4_ksw.gif... draussen vor der Tür. Toll.
Dass heute wenigstens diese Klage Folge um Folge nachgetragen werden konnte, sollte nicht zu optimistisch stimmen.

Schon beim Laden derselben gabs wieder einiges Geruckel auf der Serverseite. Schaun wir also mal, ob überhaupt weitergeht.
Oder eben dann doch mal Zügeln ansteht...

usp4_kg.gif

Von miss.gunst am 11.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.09.07

unfreiwillige sendepause ff., ff.

usp3_ksw.gif... wieder und wieder ...

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Von miss.gunst am 10.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.09.07

unfreiwillige sendepause ff.

usp2_ksw.gif... und so standen wir ...

usp2_kg.gif

Von miss.gunst am 09.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.09.07

unfreiwillige sendepause

usp1_ksw.gifO-oh... Man sollte es wirklich nicht beschreien. Oder kam es, wie es kommen musste? Wie auch immer: Anstatt von der ars zu senden, gabs seitens des geschätzen Providers downdates satt...

usp1_kg.gif

Von miss.gunst am 08.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.09.07

pneuma monoxyd

tkam_ksw.gifAuch wenn andernorts gerade ganze Festivals locken - die Empfehlung des Tages geht klar nach Basel.
Mindestens sollte sich, wer noch nicht zur Ars Electronica aufgebrochen ist, heute Abend im [plug.in] einfinden.

Zur Eröffnung seiner Ausstellung PNEUMA MONOXYD - die neben der gleichnamigen Installation eine Reihe neuer Fotoarbeiten umfasst - wird Thomas Köner nämlich zu einem Konzert einladen.

tkam_g.gifWer - um nur mal bei den Ortsansässigen zu bleiben - im November 2004 im Rahmen der VIPER in Köners Installation "Banlieue du Vide" in der Kunsthalle eingetaucht ist (wo Überwachungskamera-Bilder verschneiter Strassen einer polaren Welt einander so perforieren, dass sie in kontinuierlicher Metamorphose verschmelzen, während zugleich molekularisierte Klangpartikel in die Knochen kriechen) oder wer im Rahmen der Basler Museumsnacht seine Soundperformance im Museum für Gegenwartskunst erlebt hat, wird sich diesen Termin vermutlich sowieso schon längst im Kalender angestrichen haben.

Allen anderen sei nicht nur das Konzert, sondern natürlich auch der Besuch der Ausstellung wärmestens ans Herz gelegt. Was leider mangels Zeit einfach mal so stehen bleiben muss, insofern das treue Medium seinerseits nämlich gerade die Koffer packt, um in Richtung Linz zu entschwinden. Von wo aus dann aber hoffentlich der eine oder andere Eintrag gesendet werden kann (momentan schwächelt der Server leider wieder mal, toitoitoi dass das nicht wieder in einer Zwangssendepause endet...)

Mehr zu Thomas Köner natürlich auch im hauseigenen Archiv und speziell zu seinen Installationen dann angelegentlich auch auf treuem Papier (und online) in der Oktober-Ausgabe des Kunst-Bulletin.
Die Ausstellung selbst ist im [plug.in] jedenfalls noch bis 14.10. zu sehen. Und im Anschluss kann man dann gleich eine Exkursion ins Ruhrgebiet planen, wo der Hartware MedienKunstVerein diesen Winter eine umfassende Einzelschau zeigen wird.

[Bildchen: Neineinein, sehen denen von Thomas Köner ganz und gar nicht ähnlich. Alles andere als das. Sondern: Wie immer frei zum Gegenstand assoziiert und dabei im Dunkel auf ein Kohlenstoffmonoxyd-Molekül gestossen...]

Von miss.gunst am 06.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.09.07

raumklang (a2d)

a2d2_ksw.gifHoppla. Haben wir doch noch nicht mal den letzten Abend hinreichend verarbeitet, da naht schon der nächste: Heute wird nämlich wieder in den Walcheturm geladen, um die Reihe "From Analog to Digital" fortzusetzen. Diesmal steht das Thema "Raumklang" auf dem Programm.

Und um es zu erkunden, hat Simon Grab von ganzerplatz natürlich wieder eine ganze Reihe spannender Projekte bzw. KünstlerInnen versammelt.

a2d2_g.gifMit KRK bekommen wir eine Kooperation zwischen George Cremaschi (weiteres auf den Heimseiten des ensemble 9.18) und Matthew Ostrowski zu hören, bei der (das muss man einfach aus dem Handzettel so zitieren:) "contrabass and cheap electronics" auf "expensive electronics and gadgets" treffen werden.
[FreundInnen der eher paralektronoischen Klangraumerkundung empfiehlt das Medium beiseit mal einen Blick auf sein Projekt "The Singing Building" zu werfen, das ganz wunderbar zu dem passt, was in der letzten Folge aus dem Zettelkasten gezogen wurde...]

Desweiteren wird der Musiker und Komponist Philippe Kocher, der am Züricher Institute for Computer Music and Sound Technology ICST forscht, seine Ambisonics zum Klingen bringen.

Mit den "// miniatures" von Patricia Bosshard (gibt im Bereich Projekte einiges zu Lauschen auf ihren Seiten) und "ounaywae" von Simon Grab selbst kann man sich dann an zwei veritablen Konzerten ergetzen.
Und obendrein will Monya Pletsch ihre "âmes" (also: Seelen) mitbringen: Zwölf kugelförmige Klangwesen, mit denen man Kontakt aufnehmen kann.

Und die Carte Noire? Für die wird wieder in näher wie auch ferner gelegenen historischen Gefilden gegründelt. Und dem dann früher oder später ein eigener Eintrag ins Log.Buch zu widmen sein.
Für heute eben erst einmal die Einladung zum Oertstermin: a2d, Folge 2: Raumklang, im Walcheturm Zürich ab 21:00 Uhr.

Von miss.gunst am 05.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.09.07

ruf von der transmediale

tmctm08_ksw.gifWird wirklich langsam zum Standard, zu Wochenbeginn einen Ruf weiterzugeben. Dieser hier ist mit Blick auf die Ende der Woche verstreichende Einreichungsfrist zudem einigermassen dringend.
Und: Er kommt nicht von irgendwoher, sondern von der transmediale 08.

tmctm08_g1.gifDie wird, wie jedes Jahr, Ende Januar auf Anfrang Februar stattfinden - nach den beiden Gastspielen in der alten Akademie der Künste wieder in der Schwangeren Auster, also dem Haus der Kulturen der Welt.
Und sie wird wieder vom club transmediale begleitet werden, der neben dem Kerngeschäft zu einer in der Regel denkbar leckeren Selektion von Konzerten zu laden ja ebenfalls einiges an Vilm- und Vortragsprogramm bietet.

Weshalb es genau genommen auch zwei Rufe weiterzugeben gilt:

So wird sich der club transmediale 08 dem verführerischen Thema des Unvorhersehbaren widmen. Wobei natürlich auch Fehler, Unfälle und anderes erst mal nicht so annhemliche in diese Kategorie fällt - aber eben darum solls dann unter anderem auch gehen: Wie sich Unbillen in etwas Fruchtbringendes wandeln lassen und warum dem Fehler etwas Konstruktives abzugewinnen ist.

Und wer weiss, vielleicht lassen sich Anregungen dafür wiederum gleich bei der transmediale selbst abholen. Da wird nämlich mit "Conspire!" dazu aufgerufen, gemeinschaftlich etwas auszuhecken:

"Mit dem Thema Conspire... zielt die transmediale.08 auf das breite Feld von Künstlern, Medienaktivisten und Akademikern, die auf dem Gebiet der digitalen Kunst und Kultur arbeiten und gleichzeitig unser Verständnis von kollaborativer und netzwerkbasierter Praxis weiterentwickeln und herausfordern. Angesprochen sind aber auch die überdisziplinären Tüftler, konspirativen Höhlenforscher und verdeckten Taktiker, die die unausgesprochenen Verhaltensregeln und angenommenen Wahrheiten innerhalb unserer informationsgeleiteten Kommunikationskulturen und Glaubensstrukturen herausfordern, in Frage stellen, umgehen und unterlaufen. Unter Erforschung subversiver künstlerischer Methoden und Entwicklung (konter-)konspirativer Strategien sollen mit Conspire ... neue Formen des Ausdrucks und eines digitalen Diskurses offengelegt und der Versuch unternommen werden, in die immer vieldeutigeren Welten netzwerk-induzierter Narrative, kryptischer Umgebungen und spekulativer Ermittlungen einzudringen ...."

tmctm08_g2k.gifAlso wenn das in den Ohren einiger HOME MADE-BastlerInnen nicht a) vertraut und b) verlockend klingt? Jedenfalls: Call(s) und Einreichungsformular (als pdf) gibt es bequem auf den Seiten der transmediale abzuholen.

Und eingereicht werden muss dann per Schneckenpost oder per Fax - und zwar bis Freitag, den 07. September 2007.

[Bildchen: s/w und rechts eines der wirklich sehr sehr sehr schönen Plakate für die transmediale08. Und links das Themenlogo des ctm08.]

Von miss.gunst am 03.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.09.07

Radio Danièle (WRT)

rdcw_ksw.gifSeit dem vergangenen Wochenende zeigt die Kunsthalle Zürich eine Einzelschau des amerikanischen Konzeptkünstlers Christopher Williams. Sehenswert in jedem Fall - aber davon abgesehen würde man in einem Log mit besonders freundschaftlichem Verhältnis zur DIY- und Bastelkultur vielleicht doch eher einen Hinweis auf die Ausstellung erwarten, die ein Stockwerk tiefer zu sehen ist, wo Olaf Breuning - auch wenn er mittlerweile vozugsweise basteln lässt - wie gewohnt einer entsprechenden Ästhetik frönt.

Aber hier soll es ja auch gar nicht um Williams' Ausstellung selbst gehen. Sondern um ein echtes Highlight ihres Rahmenprogramms.

rdcw_g1.gifAnlässlich seiner Schau in der Galleria d’Arte Moderna in Bologna hatte Williams nämlich im Frühjahr diesen Jahres zusammen mit dem Künstler und Kritiker John Kelsey ein spezielles KunstRadio-Format entwickelt, mit dem er nebenbei auch dem legendären "Radio Alice" Reverenz erwies, das 1976 als erster freier Radiosender Italiens in Bologna auf Sendung gegangen war:
"Radio Danièle", benannt nach der 2006 verstorbenen Regisseurin Danièle Huillet (wem dieser Name sträflicher Weise nicht so viel sagen sollte: mehr zu den Filmen, die sie gemeinsam mit ihrem zweiten Mann Jean-Marie Straub drehte, u.a. in der Wikipedia).

Hiefür hatten die beiden zahlreiche KünstlerInnen und Künstlergruppen (unter anderem: Paul McCarthy, Albert Oehlen, Bernadette Corporation, Jutta Koether & Steve Parrino) sowie diverse Initiativen eingeladen, Musikmixe und experimentellere Formate zu entwickeln oder gegebenfalls auch vorhandene Produktionen einzureichen - mit dem Ergebnis, dass seinerzeit mehrere Monate lang regelmässig gesendet werden konnte.
Das komplette Archiv von Radio Danièle ist nach wie vor auf den Seiten des Bologneser Senders Radio Citta Del Capo abrufbar, wo die einzelnen Sendungen übrigens auch zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

rdcw_g2.gifWährend der Laufzeit der Zürcher Schau in der Kunsthalle sollen diese Sendungen nun nicht nur über Radio LoRa ausgestrahlt werden, sondern es ist auch eine Fortsetzung des Radio Danièle-Konzepts geplant:

"Comprised of a mix of live and pre-recorded material, music and discourse, radio plays, rants, mix-tapes, play lists, experimental, urban, folk, hardcore, and pop sounds. You can listen to Radio Danièle on Radio LoRa from Sunday night until Wednesday night at 2 am. Sometimes for 7 Minutes, sometimes for 4 hours."

Wer kann, der kann, muss man mit Blick auf die Ausstrahlung des Programms wohl seufzen. Jedenfalls: Heute Nacht - oder vielleicht besser gesagt: morgen früh, nämlich zu der extrem privilegierten Sendezeit zwischen 02:00 Uhr und 04:00 Uhr a.m. können hartgesottene Kunstradio-Fans lauschen, wie die Ankündigung diesmal ausgelegt wird, wenn A.R.E. WEAPON ("A New York-based band who make songs about New York") auf Sendung geht.

[Bildchen: Haben natürlich nichts mit Christopher Williams zu tun, dem so ein Geschmuddel nicht in die Fototüte käme. Reine Notlösung, basierend auf Radiogeräten der 1970er - für die wie so oft den Wikipedia Commons zu danken und dem grossen GNU eine Widmun zuzuwinken ist.]

Von miss.gunst am 02.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.09.07

radioexperimente (a2d)

ret_ksw.gifNach kleiner Sendepause wird nun noch mal zurückgespult und direkt an den Eintrag vom 28.09. angeschlossen, der dem Auftakt der Reihe "From Analog to Digitial", kurz: a2d gewidmet war.
Denn in der ersten Folge ging es ja gleich um ein Leib- und Magenthema dieses Logs, nämlich um Radioexperimente.

ret_g2.gifZum Aufwärmen zeigte erst einmal Enrique Erne mit dem auf pure data basierenden netpd, das elektronischen MusikerInnen die Zusammenarbeit in Echtzeit gestattet, ein gutes Werkzeug zur gemeinsamen Erstellung von Klangstücken - die dann entweder für Kunstradiosendungen verwendet oder eben natürlich auch per se wie Webradio online gesendet und abgerufen werden können; Monya Pletsch (von dorkbot swiss, s.a. im Archiv) und Martin Feuz (digitale allmend; auch hierzu mehr im Archiv) stellten mit dem Zürcher Ableger des von Marc Shepard initiierten tacticalsoundgarden.net eine Möglichkeit vor, Klänge zur Abwechslung mal nicht nur zu senden, sondern auch zu pflanzen.

Nach diesen beiden so gesehen eher in der Nachbarschaft des radiophonen Raums angesiedelten Projekten luden Annette Schmucki und Reto Friedmann vom Blablabor zu einem veritablen Radio-Konzert. Das Orchester bzw. den Chor stellten vier bis zu diesem Moment in selbstvergessenem Schlummer vor sich hin dämmernde Gruppen von Helden einer vergangenen Zeit vor, die nun noch einmal zum Leben erwachen durften. Aus ihrer anfangs noch wirr-kakophonen Vielstimmigkeit erhoben sich alsbald zwei zum dialogischen Gesang - jeweils eins der Geräte war nämlich mithilfe eines sehr speziellen Zauberstabs in ein willfähriges Gefäss der Blablaboranten verwandelt worden (verräterisch wie wir sind: es handelte sich um einen bekannten und vor allem wegen seines schmucken Designs beliebten mp3-Player mit seit jüngstem zu erstehenden Aufsatz für automobile Anwendungen).

Sebastian Hofmann war mit seiner jüngst in diesem Log schon mal umworbenen Funkloch-Konzertperformance zu Gast, bei der im Raum verteilte Radioempfänger bald als Verstärker, bald als eigenwillig mitmusizierende Bandmitglieder fungieren - während Hofman selbst aus elektronisch generierten Klangbausteinen Kompositionen zimmert, die dann mit verschiedenen analogen Eingriffen ihren Feinschliff erhalten.

ret_g1.gifZum krönenden Abschluss des Abends gabs dann noch ein Konzert von Sara Washington und Knut Aufermann (mehr im Archiv), die ja gerade erst mit ihrem mobile radio in Zürich Station gemacht hatten, um im Rahmen des elektromagnetischen Sommers anderthalb Wochen lang live vom Kunsthof an der Limmatstrasse aus Klangkunst zu senden.
Diesmal waren sie nun mit ihrem Gemeinschaftsprojekt tonic train (ebenfalls bereits mit Einträgen im Archiv vertreten) zurückgekehrt, in dem die beiden per circuit bending Noise in Musik verwandeln und Knut an den Antennen seines Radiothereminmutanten Wellen zu Klängen formt.

Fazit: Vom Feinsten und gerne mehr davon. War ein langer Abend und hätte getrost noch weiter in den Morgen reichen dürfen. Aber wir müssen uns ja noch ein bisschen Energie aufheben für die nächsten vier Folgen.

Achja, natürlich war da noch was: Auch das Medium durfte zwischendurch (selbstgewählte Carte Noire) noch ein paar Kleinigkeiten aus seinem Zettelkasten ziehen. Dazu dann aber, weil wie vor Ort versprochen noch ein paar Anker zum weitergründeln gereicht werden sollen, morgen* übermorgen ff. mehr...

*Ja, der Eintrag vom Sonntag ist schon für anderes reserviert. Wird auf seine Weise jedoch auch zum Thema passen.

[Bildchen: Ob die beiden Radiotierchen musikalisch sind? Müsste sich wohl an einem eigenen Konzertabend weisen. Komponiert wurden sie jedenfalls aus Geräten, die verschiedene freundliche Spender in den Wikipedia Commons unterstellten. Die Mehrzahl als Gabe an die Public Domain, der Weltempfänger gehörte jedoch dem GNU - und so denn auch das, was bei den Kreuzungen herausgekommen ist...]

Von miss.gunst am 01.09.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)