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24.10.07
mix, burn & r.i.p.
Wenn wir schon bei der Literatur zum Thema (no) copy sind, darf natürlich auch dieses Buch nicht fehlen:
"Mix, Burn & R.I.P." von Janko Röttgers - und da steht nun wirklich drin, was draufsteht.
Wobei mehr die beiden Wörtchen vor dem Verknüpfer die Prozesse benennen, die zum im Untertitel schon mal prospektiv beschworenen "Ende der Musikindustrie" führen können.
Wohingegen das "R.I.P" zwar wohl kaum ganz unbeabsichtigt von nicht des Lateinischen Mächtigen erst mal als "Rip" (also als Knacken und Wandeln eines Tonträgers in digital übertragbare Files) gelesen werden kann - aber eigentlich besagtem bzw. beschworenem Ende bereits die letzten Weihen gibt, indem ein "Ruhe in Frieden" hinterher geschickt wird.
Erschienen ist Röttgers Beitrag vor vier Jahren als telepolis-Buch beim dpunkt-Verlag - und so muss man feststellen: Eingetreten ist diese Prognose noch nicht. Lesenswert ist es gleichwohl nach wie vor. Allein schon aus historischen Gründen, weil es keineswegs unkritisch - also ohne in den Ton der Heldenlegenden zu fallen - die Geschichte der ersten Musiktauschbörsen erzählt und natürlich auch den Niedergang von Napster beschreibt, sowie die seither mit immer härteren Bandagen geführten Auseinandersetzungen um P2P Filesharing in diesem Bereich informiert.
Und der am Ende von verschiedenen Experten gegebenen Ausblick in die Zukunft lässt sich einerseits eben auch im historischen Kontext lesen. Mal abgesehen davon, dass im "Club der Visionäre" (so der Kapiteltitel) wohl keiner ernsthaft den Nostradamus spielen will.
Ansonsten gilt eigentlich fast das gleiche wie im Fall von "no copy": Auch Röttgers hat sein Buch zum freien Download ins Netz gestellt - lesen lässt sich's dennoch viel bequemer auf Papier.
Surplus auf den Webseiten wiederum ist Röttgers Blog zum Thema. Zwar datiert die derzeit letzte Aktualisierung mittlerweile schon ein paar Monate zurück, in den Juni. Ist aber als Mitteilung vielleicht doch sogar historisch interessant. Engadget, heisst es dort, plane eine Musikdownload-Plattform, die sich allein über Werbung finanzieren soll. Klingt gut? Nunja. Mindestens mal eine gute Gelegenheit, sich selbst zu fragen, ob man lieber für die Musik zahlen oder Werbung ertragen will.
[Beiseit: So lang die sich noch weitgehend auf Formate beschränkt, die sich bequem vom Schirm wischen bzw. aus dem Browser blenden lassen, mag man derlei Überlegungen noch aufschieben. Aber was wäre wenn? Eben.]
[Bildchen: CDs brennen leicht gemacht. Wie so oft, dank grosszügiger Materialspenden aus den Wikipedia Commons - den Lizenzen für die schimmernde Scheibe wie auch die prächtig lodernden Flammen folgend verneigt sich auch diese Produktion vor dem grossen GNU]
Von miss.gunst am 24.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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