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21.10.07
no copy
Allein schon, weil sich die Titel fast spiegelbildlich entsprechen - aber eben auch insofern, als beim copy!07-Festival laut Ko-Kurator Purkathofer im gestern verankerten Interview entsprechende Diskussionen bewusst aussen vor gelassen werden sollten, bietet sich bei dieser Gelegenheit an, für Letztere auf eine einschlägige Lektüre zu verweisen:
"NO COPY - Die Welt der digialen Raubkopie" heisst das Buch - was zunächst einmal ja eigentlich ganz nach einer Gegenthese zum auffordernden "copy!" der Zürcher klingt. Wenn nicht gleich nach einer Art Hexenhammer der Software-, Musik- und Filmindustrie.
ber dieser Eindruck verdankt sich wohl eher dem klassischen Hackertrick, mit einem simulierten Schlüssel zu winken bzw. funktioniert wie die gute alte Kommunikationsguerilla-Maskerade.
Zwar geht es in der Tat um eine problemorientierte Einführung in besagtes Gegenstandsgebiet. Doch von einer Parteinahme für die Vertreter des Schlachtrufs "No Copy!" kann nun wirklich nicht die Rede sein (mal ganz abgesehen, dass etwas anderes als Kopien ja auch dann nicht zu haben ist, wenn man Software oder elektronische Musik auf CDs bzw. Filme oder Spiele auf DVDs erwirbt).
Vielmehr versuchen die beiden Autoren Jan Krömer und Evrim Sen - beide, insofern Szenekenner, sozusagen auf ihre Weise vom Fach (von Sen dürfte der eine oder die andere schon das Buch Hackerland gelesen haben) - die Entwicklungsgeschichte und die Hintergründe der Auseinandersetzungen an den nach wie vor denkbar hart konturierten Frontlinien einer mit allen Mitteln (und zuweilen ohne Rücksicht auf Verluste) geführten Schlacht ums digitale Buffet zu schildern.
Netterweise haben sie nicht nur das gesamte Buch unter cc-Linzenz ins Netz gestellt, sondern bieten auf der zugehörigen Webseite auch einiges zusätzliche Material zum Thema.
Was aber umgekehrt nicht davon abhalten sollte, die 2006 beim Tropen-Verlag erschienene gedruckte Version zu erstehen. Denn die liefert als Erzeugnis der Gutenberg-Ära (die bekanntlich auf ihre Weise nicht weniger von wirtschaftlichen und ideologischen Auseinandersetzungen um mit Autor- und Herausgeberschaft verbundene Privilegien bzw. etwaigen hieraus ableitbaren Besitzansprüchen geprägt war und ist) einen eigenen Mehrwert. Und der bezieht sich nicht nur auf gemütliches Im-Bettchen-Lesen (manche nehmen ja eh längst ihren Laptop mit in die Kissen). Der kognitiv durchaus relevante Konnex zwischen Hand und Wort lässt sich nämlich nach wie vor am besten im Umgang mit dem guten, alten, geduldigen Papier herstellen.
[Bildchen: Da sich das CC auf den NO COPY-Seiten nur auf den Text und nicht auf die Bilder bezieht, haben wir auf eine Wiedergabe des Buchtitels verzichtet. Und statt dessen einfach sinngemäss selbst die Kommentkämpfe zwischen dem einen und dem anderen Zugang zum Kopieren imaginiert...]
Von miss.gunst am 21.10.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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