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04.11.07

the street knit project

strstr_ksw.gifBislang hat sich ungeachtet des zügig Richtung Winter fortschreitenden Kalenders der Herbst grossenteils eher spätsommerlich angefühlt. Berlin im November ohne Handschuhe und Mütze beispielsweise: Unglaublich - aber wahr. Ab kommende Woche soll es nun jedoch wirklich etwas kälter werden. Was man allerdings wohl nur dann so richtig goutieren kann, wenn man über eine heimelig geheizte Wohnstatt und kühlere Temperaturen kompensierende Kleidung verfügt.

Wie es dagegen jenen geht, die weder das eine noch das andere besitzen, kann sich vielleicht noch am ehesten (und selbst dann: allenfalls äusserst vage) vorstellen, wer mal während einer längeren Wander- oder Fahrradtour fern jeder Zivilisation in Wetterwechsel kam - und merkte, dass Handschuhe, Regenjacke oder ähnlich Essentielles daheimgeblieben sind.

Natürlich gibt es - mindestens in den so genannten Wohlstandsländern - in den meisten Städten und Gemeinden Organisationen, die Kleidung für Bedürftige sammeln und ausgeben. Richtig gute Wollware, und die wärmt bekanntlich noch am Besten, ist dort allerdings tendenziell eher rar. Von Selbstgestrickten trennen sich schliesslich die Wenigsten gern (es sei denn, es wurde ihnen unverlangt von wohlmeinenden Verwandten aufgedrängt) oder erst, wenn die Motten wenig davon übrig gelassen haben.

strstr_g2.gifGenau an diesem wunden Punkt setzt das in Toronto beheimatete "Street Knit Project" an: Per Netzwerk werden Strickspenden organisiert; Hilfsbereiten, denen es an Vorlagen, Erfahrung und/oder Ideen mangelt, Links zu online verfügbaren Strickmustern zugeliefert - und seit jüngstem ist es sogar möglich, einfach nur Wolle abzugeben.
[Ja, auch das macht Sinn angesichts der Tatsache, dass gesponnenes Tierhaar in den vergangenen Jahren nicht eben billiger geworden ist - zumal im Vergleich, vor allem aber in Folge einer mit Preisdumping konkurrierenden Bekleidungsindustrie, die sogar Handgestricktes so günstig unter die Leute wirft, dass Selber machen nicht allein aus Zeitgründen wie echter Luxus wirkt.]

Kurzum: Eine gute Idee und ein unterstützenswertes Projekt. Wobei praktisches Mittun in diesem Fall selbstredend lokale Präsenz verlangt.
Wäre also die Frage, ob es in der Schweiz schon etwas Vergleichbares hat und wenn ja, wo? Einschlägige Hinweise nimmt miss.gunst gern entgegen - und würde die Adressen dann auch hier im Log publizieren. Winter wirds schliesslich auch in unseren Längen- und Breitengraden. Und sicher gibt es sowohl Bedarf wie auch potentielle StrickwarenspenderInnen vor Ort. Oder?

[Bildchen: Tja. Gerne hätten wir das Street Knit Project nicht nur gelobt, sondern auch anschaulich mit Logo verlinkt. Da es zu diesem jedoch einen Copyright-Verweis gibt, lassen wir Letzteres lieber. Und mussten statt dessen mal wieder stümpern - was wie so oft allein mit Hilfe grosszügiger Wikipedia-Commons-SpenderInnen möglich war; speziell für die Maschen ist Brian Sawyer zu danken, weswegen das optisch leider eher kümmerliche Ergebnis nicht wie die Strasse mit GNU, sondern cc-by-sa lizensiert werden muss. Oder beides? Wie auch immer - unter dem kalten Asphalt jedenfalls wuchert der Wollschal, so viel ist gewiss.]

Von miss.gunst am 04.11.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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