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31.12.07

zum jahreswechsel...

mgzj0708_ksw.gif... hätte hier eigentlich eine kleine Zusammenstellung musikalischer Leckerli aus Netzlabel-Publikationen stehen sollen.
Weil die aber noch in Arbeit ist, wirds mit dem entsprechenden Eintrag erst nach dem Neujahrsspaziergang etwas werden.

Ergo müssen wir uns für heute darauf bescheiden, stellvertretend unser kleines Haustier in die Runde winken zu lassen (bitte kurz mit der Maus anstupsen, damit es sich regt)...

mgzj0708_g.gif

In diesem Sinne:
Allen alles Gute - und heiter weiter dann im Neuen Jahr!

Von miss.gunst am 31.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.12.07

transmissionskunst (WRT)

kikur_ksw.gifGeht natürlich gar nicht, dass es in diesem Monat noch keinen Webradio-Tipp gab. Ist aber ohnehin längst an der Zeit für eine etwas ausführlichere Würdigung eines Senders, der kaum von ungefähr bereits hie und da im Radar unseres Logs auftauchte: free103point9.

Wobei der kontinuierlich auf der Haupseite laufende Stream eine vergleichsweise neue Einrichtung darstellt - denn lange musste man sich die Termine von Live-Sendungen der regelmässig ausgestrahlten Programme wie auch die Ankündigungen spezieller Produktionen gezielt aus dem Kalender picken.
kikur_g1.gifOder eben in den mittlerweile ziemlich gut bestückten Archiven nach akustischen Genussmitteln wühlen.

Was sich beides natürlich nach wie vor lohnt.
Bevor wir nun - wie in solchen Fällen üblich - exemplarisch die eine oder andere persönliche Emfehlung herauspicken, sei zuvor noch auf weitere free103point9-Aktivitäten hingewiesen, die normalerweise nicht so direkt zum Kerngeschäft einer Kunstradio-Initiative gehören.

Tatsächlich organisiert free103point9 nämlich nicht nur regelmässig Ausstellungen. Sondern betreibt unter dem schönen Namen "Wave Farm" auch ein Klanggarten-Areal, für das zudem Künstlerresidenzen - also Arbeitsstipendien mit Aufenthalt vor Ort zur Realisierung von Projekten im Bereich der Transmissionskunst - vergeben werden. Das vor einiger Zeit vorgestellte FM Ferry Experiment von neuroTransmitter ist beispielsweise im Rahmen einer solchen airtime-Residenz entstanden.

kikur_g2.gifSo weit, so gut - und zwar auch nachträglich bzw. aus der Ferne betrachtet, insofern man eben vielen Projekten in den Archiven nachlauschen kann.
Aus selbigen haben wir für heute zu guter Letzt noch eines ausgewählt, das eigentlich zur so genannten "dispatch series" gehört - Audio-Multiples bzw. Klangkunst-CDs, die normalerweise käuflich zu erwerben sind.

Ausgerechnet aus Anlass einer Kunstmesse, nämlich "La Superette 2007", die Anfang Dezember in New York stattgefunden hat, gab's nämlich auch mal eine EP zum freien Herunterladen. Wobei man, beiseit bzw. der Gerechtikeit halber bemerkt, der Superette zugestehen muss, dass es sich zwar um ein kommerzielles Unterfangen handelt - gleichwohl aber anders als in Miami Beach kaum um einen hochgepushten Glamour-Markt, sondern um eine Plattform für Multiples und performative, also eher schwer an Sammler zu vermittelnde Kunstformen.

Insofern darf man das auf klassischen Kaufhauskunstkitsch anspielende Cover sicher nicht als hämisch hinterrücks lancierte Spitze gegen die Superette verstehen. Sondern wohl eher als - zugegeben: ziemlich verdrehten - Hinweis darauf, dass umgekehrt nicht alles, was wenig oder nichts kostet, billig ist. Insofern selbst billigster Kitsch so manchem teuer ist. Und eine kostenlose Publikation gleichwohl kostbar und köstlich sein kann. Wie "Free For La Superette".

[Bildchen: Die Anregung gleich mal aufgegriffen. Und mit dem greinenden Pierrot sowie der dunkellockig-lockenden Soubrette selbst ein bisschen klassischen Kaufhauskunst- Blog-Kitsch produziert.]

Von miss.gunst am 28.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.12.07

nachträglicher erntedank

gratl_ksw.gifMitunter kann ein bisschen Herbst im Winter für Frühlingsgefühle sorgen. Jedenfalls, so es sich nicht um etwaige Effekte der Klimaverschiebung handelt. Sondern darum, nachträglich noch ein bisschen Erntedank zu feiern.
Mit einem reich bestückten Gabentisch natürlich.

In diesem Fall ist es das treuen LeserInnen bereits aus zahlreichen Einträgen bestens bekannte Label Gruenrekorder, das in diesem Sinne Anlass zur Freude gibt.

gratl_g.gif"Autumn Leaves" heisst die Produktion - was man entweder mit "Herbstlaub" oder eben mit "Der Herbst verlässt uns" übersetzen kann. Und mindestens Letzteres liesse von der Datierung her durchaus auf das klassischen Erntedankfest oder eben Thanksgiving schliessen. Zumal ja auch das Cover mit den zum Abflug bereiten Zugvögeln eine entsprechende Deutung erlaubt gestattet.

Das Ganze geht offenbar auf ein Buchprojekt von Angus Carlyle zurück, zu dem das Gruenrekorder-Team offenbar etwas beigesteuert hat - welches, war auf die Schnelle leider nicht herauszufinden, aber unsere Neugier ist schon mal geweckt.

"gratl_g2.gifDenn die Musik- bzw. besser gesagt: Klangkunst-Kompilation, die uns Gruenrekorder aus diesen Anlass schenkt (ja genau, die EP ist frei herunterzuladen), ist wirklich vom Feinsten. Wie im Grunde schon ein Blick auf die Liste der beteiligten KünstlerInnen verrät. Neben Gruenrekorder-Mitbetreiber Lasse-Mark Riek sind beispielsweise Christina Kubisch, Aki Onda, Zoë Irvine (treuen LeserInnen unter anderem durch einen Eintrag zu ihrem Projekt Magnetic Migration bekannt) und Hildegard Westerkamp.
[Btw: Die hier verankerten Heimseiten sollten mitnichten davon abhalten, die über besagte KünstlerInnen-Liste erreichbaren Label-Seiten aufzusuchen, die nämlich aufs Liebevollste gestaltet sind, weitere Informationen zu den Beiträgen sowie einen eingebetteten Player enthalten, über den man das jeweilige Stück direkt erlauschen kann.]

Drei (nun gut: eben dann schon herbstliche) Farben stehen als Cover für diejenigen zur Verfügung, die sich den akustischen Erntedank dann gleich auf scheibenförmige Datenträger sichern wollen.
Wir empfehlen in jedem Fall und allem voran: Sich diese erlesene Selektion leckerster (Feld-)Früchte nicht entgehen zu lassen. Zu Lauschen. Und zu geniessen...

[Bildchen: Das von Tobias Schmitt gestaltete Cover von Autumn Leaves", in diesem Fall das grüne für CD3 (rechts) sowie der Titel von CD1 (links).]

Von miss.gunst am 27.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.12.07

winterdisco

widi_ksw.gifZu den schönsten Gaben für FreundInnen freier Musik zählen zweifelsohne jene EPs, die das Erbe des guten alten Mixtape angetreten haben.
Also Kompilationen, die nette Menschen für andere nette Menschen zusammenstellen und über die man dann in der Regel auch die eine oder andere Entdeckung machen kann.

Eben eine solche EP hat uns unser Basler Lieblings-Netzlabel interdisco pünktlich zum Weihnachtsfest auf den Gabentisch gelegt.

widi_g1.gif"winterdisco" heisst die Kompilation erlesener Köstlichkeiten, die mit den Christbaumkugeln lässig um die Wette glitzern kann. Und eine rundum leckere Sache sowieso.
Kredenzt werden uns übrigens nicht nur neue Stücke von sowieso hoch geschätzten interdisco-VeteranInnen wie Granny'Ark, Papiro oder and me (a.k.a. Raffael Dörig). Vielmehr hat sich auch der Familien- bzw. Freundeskreis des Labels erneut erweitert - und wenn die Liebesbande weiter halten, wirds in 2008 wohl noch so manche Bescherung geben.

widi_g2.gifErst mal kommt die "winterdisco" jedoch gerade recht, um beim Eislaufen eine flotte Socke Kufe auf den Teich zu legen.
Und/oder die leider auch beim Wintersport früher oder später doch ein wenig auskühlenden Glieder hernach zu, *ähm*, heissen bpm zu schütteln.

Was übrigens ganz sicher gesünder ist, als sich an Hochprozentigem zu wärmen - auch wenn man dann hinterher beim letzten Stück richtig zünftig mitjaulen kann.

[Bildchen: Ist das wunderschöne winterdisco-Cover. Welchselbiges wir leider duplizieren mussten, weil ID keine grösseren Exemplare in seine zips packt. Konsequenter Weise, wie man konzedieren muss.]

Von miss.gunst am 26.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.12.07

bastelnde weihnachtshasen

gw07_ksw.gifTätigkeiten, welchen man sich mit Lust und aus Leidenschaft widmet, müssen während der Feiertage nicht unbedingt ruhen. Ganz im Gegenteil. Und wer sowieso das ganze Jahr über gern bastelt, freut ganz besonders über die Gelegenheit, gleich noch ein bisschen mehr Zeit für deren Vertreib mit schönen, wahren und guten Dingen zu haben.

Insofern gibts an dieser Stelle eigentlich auch keine Sendepause anzukündigen. Weil mindestens bei uns aber nicht nur an Code gebastelt wird (allerdings auch, schliesslich stehen unter anderem ein paar Renovierungen resp. Schönheitsreparaturen an, um würdig ins Neue Jahr zu gehen), sondern ebenso gern an und mit etwas handgreiflicher fassbaren Materialien, könnte es doch in Sachen Logbuch-Einträge etwas gemütlicher zugehen.

Allein auf den letzten Drücker für weihnachtliche Dekorationen sorgen müssen wir nicht mehr - denn glücklicherweise liessen sich zwei eigentlich im Urlaub weilende Osterhäschen dazu animieren, schon mal mit dem Bäumchenschmücken zu beginnen...

gw07_g.gif

P.S.
Ja sicher - treue LeserInnen kennen die beiden bereits als Radiobastler bzw. -archäologen. Eben drum liessen sie sich auch so leicht an ihren langen Öhrchen packen und für diesen Nebenjob heranziehen.

P.P.S.
Oh. Und gerade kam tatsächlich noch ein Präsent herein, dass unbedingt geteilt und weitergegeben werden will. Aber morgen ist ja auch noch ein Weihnachtsfeiertag...

Von miss.gunst am 24.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.12.07

Kunstautomat

awka_ksw.gifKunstmaschinen gehören ja bekanntlich sowieso und jederzeit zu den bevorzugten Sammlungsgegenständen dieses Logs.
Um so erfreulicher jedoch, wenn man den obligaten Zettelkasten-Eintrag obendrein mit einem heissen Tipp für diejenigen verbinden kann, die noch nicht alle Weihnachtspräsente beisammen haben.

awka_g1k.gifIm vergangenen Jahr musste man, um einer vergleichbaren Empfehlung zu folgen - nämlich um sim gishel bei der Arbeit zuzusehen bzw. eine der Produktionen dieses kleinen fleissigen Zeichenroboters zu erstehen - nach Berlin zur allgirls gallery pilgern.

Diesmal heisst es hingegen: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah?
Heute (21.12.) Abend eröffnet nämlich auf dem Toni Areal die Kunstszene Zürich 2007. Und mit dabei ist - an Stand Nummer 280 (Sektor 2, s. den als pdf verfügbaren Hallenplan): Andres Wanner.

Den wiederum kennen treue LeserInnen nicht nur als Initiator und Organisator des bzw. der pixelstorm-Awards (s. den Eintrag vom 06.01.07). Sondern auch als Mentor einer ganzen Familie munterer Zeichenmaschinen, die im Rahmen seiner Lehre im Bereich Medienkunst an der FHW Aargau entstehen und von denen einige erst kürzlich beim Zürcher diy-Festival brillierten (s. den Eintrag vom 07.12.07).

Tatsächlich hat er aber auch selbst einen Kunstautomat gebaut - und zwar einen, der es ihm erspart, zu einem ebensolchen werden. Man kennt ja die unglücklichen Künstler, die sich ihr Einkommen dadurch verdienen müssen, dass sie sich auf Strassen und Plätzen, Messen und Festen als Porträtzeichner verdingen. Huschhusch muss das gehen, je schneller, desto besser. Doch wehe die Nase ist zu schief geraten, dann wird ums Honorar gefeilscht.

Wanners kluge Alternative, die stattdessen den Porträtierten einen Teil der Initiative überlässt:

"Der Kunstautomat zeichnet Porträts von BesucherInnen und verkauft diese als Miniaturen. Ausgehend vom Livebild einer Videokamera tastet er in einer zeichnerisch anmutenden Umsetzung gegenständliche Konturen ab. Die Porträtierten nehmen durch Stillstehen oder Bewegung am Bild teil, und bestimmen den Moment, in dem eine Miniatur ausgedruckt wird. Lassen Sie sich zeichnen!"

Letzterer Aufforderung können wir uns im Sinne einer herzlichen Empfehlung nur anschliessen - zumal auf diese Weise ja eben vielleicht noch die eine oder andere Weihnachtsgabe erstellt und erworben werden kann. Und falls das nicht mehr klappen sollte: Bis 06.01.2008 wäre dann noch Zeit, Versäumtes nachzuholen!

[Bildchen: Der Kunstautomat in seiner ganzen Pracht - Grand Merci an Andres Wanner für die Sendung!]

Von miss.gunst am 21.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

19.12.07

analog bloggen

hmban_ksw.gifWär doch auch mal eine Idee. Genauer gesagt: War tatsächlich gerade eine Überlegung, der wir angesichts der aktuellen Ausfälle mehr oder weniger zwangsläufig nachgegangen sind.

hmban_g1k.gifUnd zwar - wie es sich für Medien mit Hang zum Basteln gehört - auch ganz praktisch. Nämlich mit Schere, Kleber und auf geduldigem Papier.
Zugegeben: Etwas arg lässig. Aber es handelt sich hoffentlich ja doch nur um ein Notkonzept, auf das nicht wirklich zurückgegriffen werden muss.

Jedenfalls, ungefähr so könnte es gehen:

Abbildung Nummer 1 (rechts) zeigt die Startseite, der Kopf des Blogs (A) sowie die Seitenleiste (B) wurden absichtsvoll extra angefügt.

Entlang der Linien c1 und c2 werden sodann Schnitte vorgenommen.
So dass man das Ganze dann an den Punkten D ("weiterlesen") bzw. bequem auch unten an der Seitenleiste bei D' (entspricht ungefähr dem Klick auf die Eintragsüberschrift, wie sie in der Sparte "Aktuelles" erscheint) aufklappen kann.

hmban_g2k.gifWenn man Letzteres dann wagt, wird - wie gewohnt - der gesamte Blogeintrag erscheinen.
Den haben wir natürlich zuvor (wiederum: mit Vorbedacht - und, zugegeben: wiederum etwas hudelig) hinten ans analoge Blog angeklebt.

Zur Orientierung findet sich auf der entsprechenden Abbildung 2 (links) sich die Rückseite des Intros nochmals mit D und diejenige der Seitenleiste mit D' markiert.

Soweit, so einfach. Nur: Ziemlich mühsam. Vor allem, wenn man es für jeden Eintrag machen will wollte.
Wollen wir selbstredend nicht. Und wünschen dem Server: Dringlichst Gute Besserung!

Achja, etwas wäre vielleicht doch eine echte Verbesserung: Mindestens um die lästige Anmeldung für Kommentare käme man beim analogen Blog leicht herum...

hmban_g3.gif

Von miss.gunst am 19.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.12.07

drudeln

gdrd_ksw.gifEignet sich im Prinzip auch ganz prima für ein Tag-um-Tag-Format: Der die das Drudel(n).
Für heute haben wir uns allerdings eher notgedrungen darauf verlegt.

Der Server schwächelte nämlich mal wieder ein wenig mehr als ein wenig. So dass nicht wirklich absehbar war, wann und für wie lange dann überhaupt Zeit und Gelegenheit ist, Einträge vorzunehmen.
Da bietet es sich nachgerade an, erstere - um sich in der angemessenen Langmut zu üben - ein bisschen mit Drudeln zu verdödeln.

Dieser hier zum Beispiel scheint auf den ersten Blick ja sogar aus literarischen Klassikern bekannt und insofern leicht zu erraten:

gdrd1_g1n2.gif

Tja, von wegen. Nichts da Schlange, die Elefanten verspeist hat oder so.
Angesichts der gestrigen Lage, da uns die höheren Gewalten auf der Leitung standen und wir uns mal wieder Sorgen um die Seiten machten, könnte des Rätsels Lösung in diesem Fall eher dergestalt Kontur annehmen bzw. sich in selbiger ein ganz anderes Innenleben verbergen:

gdrd1_g2n2.gif

Alternative Deutungen werden natürlich jederzeit gern entgegen genommen...

Von miss.gunst am 18.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

16.12.07

naschwerk ff.

mgak_ksw.gifDa es gestern nun um Backwerk ging, lässt sich fortfolgend doch gleich noch etwas im weitesten Sinne Passendes anschliessen.
Die Zutaten sind jedenfalls ganz ähnlich: Bits und Bytes, die zu etwas zusammengefügt worden sind, das dann sozusagen auf dem Plätzchenteller präsentiert und bis Weihnachten Tag für Tag vernascht werden kann.

Zwar hatten wir das Ganze gerade erst in der Nachbarschaft bei digital brainstorming vorgestellt - aber da die geneigte LeserInnenschaft vielleicht doch nicht ganz dieselbe ist, wagen wir's doch, unsere Empfehlung auch hier noch einmal kunst zu tun (und setzen eben das bekannte "sorry for x-posting" dazu).

Eine ganz spezielle Wichtelei zur Vorweihnachtszeit bietet aktuell nämlich ein Projekt des Departements Kunst & Medien an der ZHDK namens Netzriss.org, von Mario Purkathofer (dock18) und Fabian Thommen kuratorisch betreut.

Auf selbiger Seite, die sich als netzbasierter Schauraum versteht, wird noch bis zum 24. Dezember jeweils von 16 Uhr bis zur entsprechenden Stunde des folgenden Tags täglich ein neues Kunst-, Musik- oder Literaturguezli kredenzt. Natürlich nicht von irgendwem, sondern von so geschätzten ZeitgenossInnen wie Marc Lee, San Keller, Andalus Liniger & Moritz Wettstein, Michael Härdi, Ingo Giezendanner, der !Mediengruppe Bitnik & Sven König undundund, um nur mal einige wenige zu nennen. Zumal ein Vorwissen um die Liste der Beteiligten wenig weiterhilft, denn: Wer wann was einstellt, wird - wie es sich für Wichteleien und auch für Adventskalender gehört, im Vorfeld natürlich nicht verraten. Ein Netzriss mit wechselnder, tendenziell leckerer Überraschungsfüllung also.

Ob und wie gut es mundet, hängt aus nahe liegenden Gründen sowohl vom Guezli des Tages wie auch vom individuellen Geschmack ab - aber für neugierige Menschen mit Neigung zur zeitgenössischen Kunst lässt sich das Ganze wohl allemal als alternativer Adventskalender empfehlen.
Zumal: Für Fragen, Hadern, Lob und Tadel steht auch ein Chatfenster zur Verfügung, in dem man zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr (sowie, mit ein bisschen Glück, manchmal sogar auch zu anderen Stunden) auf die beteiligten Kunstschaffenden treffen kann.

Wobei es damit - um allein mal bei den hier vorgestellten zu bleiben - nun also schon drei Adventskalender wären, bei denen man täglich nach leckeren Überraschungen schauen kann (s. eben auch hier sowie dort). Wer soll da noch mit dem Türchenöffnen hinterherkommen? Schliesslich braucht's, zumal nach dem denkbar inspirierenden diy-Festival, auch ein bisschen Zeit für die eigenen Basteleien Bäckereien:

mgak_a.gif

Insofern an dieser Stelle keine ausführlicheren Schwärmereien von Netzriss-Füllungen, die - da jedes Projekt nach vierundzwanzig Stunden sang- und klanglos wieder in der Versenkung des Netzrisses zu verschwinden scheint - live eh nicht mehr zu haben, sozusagen vom Plätzchenteller weggenascht sind. Kurzum: (Neu-)Gierig zugreifen, bitte!*

* P.S. Na gut, verraten wir's. Nicht nur für den Fall, dass sich die geneigten LeserInnen fragen, was eigentlich unter einem Netzriss zu verstehen ist: Einen kleinen Definitionsversuch bietet die hauseigene MediaPedia - und siehe da: Unter den Vorschlägen für Beispiele sind dann auch - mindestens einige - der Adventskalender- Netzriss-Guezli zu finden...

[Bildchen: Den leckeren Keks haben wir bei George Kelley vom Plätzchenteller stibitzt - durchaus guten Gewissens, denn die Spezerei ist netterweise unter cc-by lizensiert und war deshalb auch in den Wikipedia Commons zu finden; dafür wie immer ein dickes Merci! Für die Füllung kann der Bäcker allerdings nichts in diesem Fall...]

Von miss.gunst am 16.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

15.12.07

byte my bits

bmbk_ksw.gifMusste mal eine Überschrift im englischen Phonem sein, weil es einfach so schön passte. Ansonsten aber fügt sich der heutige Eintrag ganz ins Bestreben, ein wenig (vor-)weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen.
Und was ist hierfür ein probater Weg?

Genau, Kekse backen!

Dummerweise hat, wer zugleich an ca. 1001 anderen Dingen bastelt und vielleicht nebenher auch noch ein bisschen Code schreibt, tendenziell weniger Zeit, zwischendurch noch in die Küche zu huschen.

bmbk_g1.gifNun: "Zwischendurch" macht bekanntlich nicht wirklich Spass. Da wir bei der Weihnachtsbäckerei aber definitiv welchen haben wollen, gibts im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt sich von Kindern (und sei es nur: dem, das man selber ist) davon überzeugen, dass Kekse backen im Advent eine prioritäre Angelegenheit ist. Oder man gönnt sich eine kleinere Auszeit in der Küche - für die es dann natürlich eine eher elegante Formel braucht. Also eine, die möglichst einfach ist und funktioniert. Da hätten wir doch eine:

300 gr. Mehl, 200 gr. Butter, 100 gr. Zucker, 1 Ei, 1 Pck. Vanillezucker, 1 Msp. Backpulver, 1 Prise Salz.

Zucker kann man auch weniger nehmen. Die Butter sollte es vorher warm haben und ergo weich sein, alles andere tendenziell kalt. Dann werden die Zutaten flink zu einem Knetteig verarbeitet und dieser anschliessend ein paar Stunden im Kühlschrank ruhen gelassen.
Was dann nach dem Backen aus dem Ofen kommt, ist schlicht und gut wie das Rezept - und der Phantasie bei der Gestaltung der Rohlinge sind ja keine Grenzen gesetzt.

Mehr geht natürlich immer: Wenn man nur das Grundrezept verwendet, freuen sich die Kekse nach dem Ausstechen ueber Bauchpinselei mit verquirltem Eigelb - oder, wenn sie aus dem Ofen sind, über einen Guss aus Puderzucker Plus (= angerührt mit Zitronen-, Himbeer-, Holdersaft oder was auch immer angenehm und geeignet scheint bzw. zuhanden ist).

Und so man vielleicht noch etwas weiter variieren will: Bequemere Naturen geben wahlweise gesplitterte oder gemahlene Mandeln, Nüsse, Zimt, Rum resp. Rumrosinen, kandierte Früchte, Kakao und/oder Schokosplitter direkt nach dem ersten Durchkneten in den Teig.

Und wer es komplexter haben möchte: Die ausgestochenen Rohlinge lassen sich natürlich ebenfalls verfeinern, beispielsweise durch eine Schicht Makronenmasse (Eiweiss, Zucker/Puderzucker, gemahlene Mandeln oder Nüsse).

bmbk_g2.gifOder man baut mit den gebackenen Formen Türme, für die man in weiser Voraussicht 50/50 ungelochte und gelochte Kreise produziert (geht auch ohne Förmchen: zum Ausstechen ein Glas und einen geeigneten Verschluss nehmen). Die ungelochten werden nach dem Backen mit Marmelade bestrichen, Lockdeckel drauf und anschliessend Guss - in der volljährigen Variante beides mit Schuss.

Solche Variationen wollen allerdings schon, dass man sich dann doch etwas länger in der Küche aufhält. Insofern werden Löt- und Codewütige vielleicht lieber beim Grundteig bleiben - und, gewissermassen wie gewohnt, eher mehr Sorgfalt auf die Formatierung verwenden wollen.
Um beispielsweise solche prächtigen Einsen und Nullen - und das ist ja nur die Basis allen Codes - zu generieren wie oben rechts, braucht es entweder einiges Geschick oder entsprechende Förmchen. Oder aber man nietet sich selber welche aus Metallband. Einfachste Griffkonstruktion: Ein stabileres für die Stichseite, darüber ein weicheres längs gefaltet. Und nicht vergessen, vorher zu testen, ob sich beides noch zur gewünschten Form biegen lässt.

Ansonsten: Einfache Formen aus Zuhandenem nehmen und mit dem (kalten) Küchenmesser schneiden, hinterher mit buntem Guss gestalten. Tetris-Teilchen oder die Pacman-Crew sollten da allemal drin sein, oder?

[Bildchen: Die wunderbaren Zahlenkekse hat Frau Barnoid gebacken und zum Kosten netterweise mit cc-by-sa-Lizenz in den Flickr-Pool von Make gestellt. Wo sie so lecker dufteten, dass wir nicht anders konnten, als uns selbst ein wenig in Plätzchenfabrikation zu versuchen. Den Teig nahmen wir vom Blech einer Schweizer Wähenbäckerin (hoffen wir mal, es war eine süsse Waie); das Backblech sowie das Mehl zum Bestäuben liehen wir ebenfalls aus den Wikipedia Commons. Letzere sind GNU und Coypleft lizensiert, der - allerdings anonym abgelegte - Teig wiederum cc-by-sa. Was machen wir da?]

Von miss.gunst am 15.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

14.12.07

diy kurator (video)

cfod_ksw.gifWir hätten da glatt noch etwas in Sachen "Tag für Tag", wenngleich es sich diesmal definitiv nicht um einen Adventskalender handelt.
Dafür ist dann aber eine - wenigstens eine kleine - Neigung zum DIY-Prinzip gefragt.

Wie die Überschrift schon verrät, gehts dabei gleich richtig professionell zur Sache, insofern man sich tatsächlich selbst zum Kurator bzw. zur Kuratorin machen kann. Und zwar für Video bzw. Video-Kunst.

"Curator for One Day" ist ein Projekt, das aktuell - genauer gesagt: bereits seit Oktober und bis zum ersten Wochenende im Februar 2008 - vom Nederlands Instituut voor Mediakunst ausgerichtet wird, das die meisten wahrscheinlich noch unter seinem alten Namen Montevideo kennen werden (mindestens diejenigen, die es entweder schon häufiger vor Ort aufgesucht und/oder, beispielsweise als Kuratoren, dort Kunst-Videos ausgeliehen haben).

Das Prinzip ist einfach und daher auch ganz schnell erklärt: Man muss sich lediglich als KuratorIn-für-einen-Tag registrieren, und dann kann man aus den katalogisierten Sammlungsbeständen sechs Arbeiten zusammenstellen, die dann an dem wiederum aus dem Kalender gepickten Tag tatsächlich bei Montevideo im NIM gezeigt werden sollen.
Und damit man das Spiel auch ein wenig erst nimmt, ist zusätzlich noch die Erstellung eines kleinen Beipackzettelchens nach Art eines Programm- oder Führungsblatts zur Auslage gefragt, in dem zu jedem Band noch ein kurzer Kommentar abgegeben wird.

cfod_gg.gif

Eine derart direkte Einladung zur DIY-Beteiligung am offiziellen Programm einer etablierten Institution kommt natürlich nicht von ungefähr, auch wenn man aus ihr gleich auf den ersten Blick den (Zeit-)Geist von "Web 2.0" (*räusper*) bzw. des DeinKanal auf DeineRöhre winken sieht: Die Schau, in der die selbstkuratierten Tagesprogramme zu sehen sind, heisst VideoVortex (*hach* wie wir das Fensterln lieben... für die Info des NMI bitte hier den derzeit, d.h. am 14.2. jedenfalls: zweiten weiterführenden Anker der Liste aufschlagen) und gehört zur gleichnamigen Konferenz, die vom Institut for Network Cultures zu eben diesem Thema ausgerichtet wird - nämlich neuen, partizipatorischen Strategien der Produktion und Distribution von Video, die wir den webbasierten bzw. Web 2.0-basierten Optionen verdanken.

Letztere findet am 18./19. Januar 2008 in Amsterdam statt - und dass wir den Besuch wärmstens empfehlen können, versteht sich vielleicht (mit oder ohne DI) von selbst...

[Bildchen: Haben wir eben mal gemacht, so ein DIY-Videoprogramm mit sechs Bändern, allerdings aus dem eigenen Produktions- bzw. Sammlungsbestand. Den laxen Umgang mit der Perspektive bitten wir geflissentlich zu entschuldigen, aber besser war's auf die Schnelle nicht drin - dafür gibts die einmalige Kombi aus HDTV-Flatscreen in Breitformat mit einem echten 1950er-Fernsehschrank-Appeal. Merci ans GNU.]


Von miss.gunst am 14.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

12.12.07

klingender adventskalender

advkpn_ksw.gifUnd täglich grüsst die Vorweihnachtszeit? Keine Sorge. Ist nur die zweite Hälfte der vorgestern versprochenen Nachholaktion in Sachen musikalische Adventskalenderempfehlungen.
Wobei: Ein wenig Wiederholung hat es auch - aber die Überschrift des Eintrags verzeichnet nicht von ungefähr doch einen kleinen, feinen Unterschied.

advkpn_g1.gifIn dem mp3-Adventskalender, den uns mo dieses Jahr auf phlow.net präsentiert, klingelt es nämlich keineswegs.
Sondern es werden durchweg längere Musikstücke zum wohlgefälligen Genuss entweder online oder eben über ein geeignetes Abspielgerät serviert.

Natürlich nicht irgendwelche. Vielemhr hat mo von einigen seiner in Netzlabeldingen versierten KollegInnen die Favoriten in Sachen freier Netzmusik eingeholt, so dass nun nach und nach vierundzwanzig Stück Feingebäck an Free Music Charts auf den Teller mit Naschwerk kommen.
Fast das Beste daran: Anders als bei Apfel, Nuss und Mandelkern, Zimsternen und Maronen werden die Leckereien nicht weniger, sondern mehr.

advkpn_g2.gifWärmt das Herz und die Ohren - und gefällt uns allein schon vom Prinzip her sehr...

[Bildchen: A propos wundersame Vermehrung - der ist dann doch eine Grenze gesetzt. Was nämlich mählich schwindet, ist die Adventszeit selbst. Mithin auch die -kalender zu basteln. Weshalb wir uns zu diesem Autorecycling hinreissen liessen. Jonglieren wird hier ja schon länger geübt.]

Von miss.gunst am 12.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.12.07

klingelnder adventskalender

advklu_ksw2.gifNein, das ist kein Vertipper. Nachdem die Suche nach einem netten und einigermassen in unseren Radius passenden Adventskalender erstmal sträflich lange schleppte, haben wir nun gleich zwei gefunden.
Die sollen natürlich nun schleunigst weiterempfohlen werden.
Und der erste von beiden: Klingelt. Jawohl.

Oder genauer gesagt: Das, was unser hinter den Türchen harrt.
Die Halle für Kunst Lüneburg hat in diesem Jahr nämlich das in ihrer Nachbarschaft beheimatete Label Pingipung zu einer entsprechenden adventlichen Gabe überredet.

Der Kalender ist stilistisch ein wenig dem Design des Pingipung-Logos nachempfunden und vom Bild her an der lauschigen Architektur der Häuser orientiert, die rings um den Lüneburger Marktplatz stehen (BesucherInnen der Halle und/oder der jährlichen Hyperkult-Tagung werden das vielleicht erinnern).

Doch die nostalgische Fassade birgt dann ganz und gar zeitgenössische Leckerbissen: Tag um Tag bzw. Türchen um Türchen werden uns nämlich Klingeltöne fürs Mobilkommunikationsgerät kredenzt, die von dem Label verbundenen Musikern kreiert worden sind.

advklu_g.gif

Eine wirklich schöne Idee und eine echte Wichtelei - der selbst dem Händiwahn abholde Naturen wie die Verfasserin dieser Zeilen, deren Geräte seit je allenfalls vibrieren durften, etwas abgewinnen kann. Angesichts der längst alle Grenzwerte überschreitenden akustischen Umweltverschmutzung durch omnipräsenten Klingelterror vielleicht sogar so etwas wie: Ein künstlerischer Beitrag zur Klangökologie...

[Bildchen: Weil eine Antwort auf die Anfrage wg. Verwendungsgenehmigung noch ausstand, haben wir schnell selbst eine Betonfassade hochgezogen. Schaut nicht so niedlich aus wie das Original, ist aber immerhin mit Fensterfächern aus Halbedelstein und drin dann theoretisch tauglichen Schallverstärkern bestückt. Das Gestein verdanken wir dem grossen GNU, also ordnen wir letzterem auch das Häuschen zu.]

Von miss.gunst am 10.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.12.07

diy festival zürich

diy07_ksw.gifEigentlich muss man's hier ja kaum nochmals ankündigen - aber was, wenn nicht das: Heute ist es endlich so weit, das von der SGMK organisierte Zürcher diy* festival startet in seine zweite dritte* Runde.

diy07_g.gifZwei Tage lang gibts ein denkbar leckeres Programm, begonnen mit einer Ausstellung, die heute abend ab 20:00 Uhr eröffnet und bei der wir - um mit der Klanggärtnerei und den Zeichenmaschinen nur mal zwei unserer Leib- und Magenthemen anzusprechen - unter anderem einen Singenden Garten von Manuela Johanna Covini durchstreifen und fleissigen Zeichenroboter bei der Arbeit zu schauen können, die von Studierenden des Medienkunst-Bereichs der FHW Aarau konstruiert worden sind.

Am morgigen Samstag lässt sich dann den gesamten Nachmittag über bei Vorträgen und Präsentationen zu einer ganzen Bandbreite künstlerischer DIY-Projekte mehr über die hohe Kunst des kreativen Elektronik-Bastelns erfahren und/oder das Angebot wahrnehmen, sich in Workshops einschlägig weiterzubilden.
Und ein beiden Abenden spielen obendrein noch zahlreiche experimentierfreudige Sound- und InstrumentenbastlerInnen auf.

Kurzum: Es gibt eigentlich gar keine Alternative, als sich heute ab 20:00 Uhr und morgen ab 14:00 ins Dynamo (Wasserwerkstrasse 21) zum diy* festival zu begeben...

* Peinlicherweise erst vor Ort festgestellt, obwohl's eigentlich auch dick auf den Seiten steht: Es ist tatsächlich schon das dritte diy-Festival, das die SGMK ausrichtet. Allerdings eigentlich erst das erste, das auch so heisst. Mal im Sinne der Geschichtsschreibung dieser würdiger Anlässe nachgetragen.

[Bildchen: In diesem ist ein ganzes diy* festival versteckt. Kommt optisch natürlich nicht an das Foto von Alessandro Frigerio bzw. die damit von Christoph Stähli gestalteten Webseiten heran, ist dafür aber ein bisschen DIY...]

Von miss.gunst am 07.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.12.07

phonographischer salon

phgs_ksw.gifAuch wenn es wieder eine Veranstaltung im fernen Berlin ist: Nachdem wir gerade erst einen Phonographen als Playback-Opernsänger angeheuert hatten, müssen wir sie einfach ankündigen.

Ab heute lädt nämlich das Seminar für Medienwissenschaft der Humboldt-Universität für drei Tage lang zum Phonographischen Salon.

phgs_g.gifDer Anlass ist, , wie die Ankündigung verrät, ein denkbar würdiger:

"Am 6. Dezember 1877 präsentierte Thomas Alva Edison das erste 'Hullo' einer menschlichen Stimme aus dem Phonographen. Dieses geschriene Wort – bezeichnenderweise ungarisch für 'Ich höre' – und das anschliessende Kinderlied 'Mary had a little lamb' verkündeten das Zeitalter der technischen Schallspeicherung und -reproduktion."

Ob Erfindung und Erprobung des Edison'schen Phonographen wirklich auf den Nikolaustag datieren, darüber scheinen die Geister der Geschichtsschreibung zwar zu streiten (bei "USHistory" rückt man mit dem Nacht- und Nebelbau von am 03.12. durch den Meister selbst skizzierten Plänen diesem Datum aber ziemlich nahe).

Aber wie auch immer: Die im bzw. vom hauseigenen Medientheater organisierte Veranstaltung verspricht wohl in jedem Fall Theorie und Praxis aufs Schönste miteinander zu vereinen. Und wenngleich der Sprecher der Keynote auf dem Flyer nicht namentlich genannt wird, darf man mindestens dem Titel der Rede nach einen sehr prominenten Kollegen erwarten. Wohlmöglich jenen, der vor einigen Jahren ein nicht minder prominentes und nach wie vor lesenswertes Buch geschrieben hat, das eben seine Kernthese unter anderem auch am Phonographen expliziert?

Nun, wer sich zur rechten Stunde in den Phonographischen Salon begibt, wird mehr erfahren und sicher Spannendes hören...

[Bildchen: Ist nur eine Seite des schmucken Flyers, den Lars Schultz für den Phonographischen Salon gestaltet hat. Merci an den Medienbeirat/Sebastian Döring!]

Von miss.gunst am 06.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

05.12.07

plunderphonisches radio (@ tesla)

plupho_ksw.gifIn Berlin wird zurzeit bekanntlich so etwas wie ein inverser Adventskalender gezählt: Zum Ende des Monats schliesst das Tesla seine Türen.
Zu den zahlreichen Verlusten, die damit zu beklagen sind, gehört auch der Mittwochs-Jour Fixe für Kunstradio-FreundInnen - also RadioTesla, das heute zu einem seiner letzten Abende lädt. Der, damit das Abschiednehmen so richtig weh tut, auch noch einem besonders schönen Thema gewidmet ist: Dem plunderphonischen Radio.

Schon klar: Aus der Ferne war von RadioTesla leider nichts zu haben - denn anders als sein Name erstmal hoffen lässt bzw. liess, gab es keine Übertragung, weder in den so genannten Äther noch auch via Stream (ergo hier auch keine Webradiotipps). Stattdessen Realpräsenz, quasi die Versammlung um einen imaginären Sender, wie sie durch die individualisierbaren digitalen Formate zunehmend verloren geht.

pluph_g.gifWar (bzw. ist) aus der Ferne betrachtet natürlich trotzdem blöd, dass ausgerechnet eine Tesla im Namen tragende Radioveranstaltung sich so dezidiert der Reichweite verweigert(e).
Drum können wir auch diesmal wieder nur eine Empfehlung für Ortsansässige aussprechen - auch wenn wir selbst eben grad bei diesem Abend nur zu gern dabei gewesen wären.

Wobei uns erste Zeile der Ankündigung:
"plunderphonic culture, ausgewählte stücke eines neuen genres."
einerseits lockt (bekanntlich fällt Plunderphonisches direkt in unser Interessengebiet - und derlei war ja gerade auch bei der interfiction 2007 Thema).

Indes man andererseits aber doch ein bisschen über die Wendung "eines neuen genres" stolpern kann: Schliesslich hat John Oswalds Plunderphonics-Konzept schon gute zweiundzwanzig Jahre auf dem Buckel (s.a. seinen Essay aus 1985, "Plunderphonics, or Audio Piracy as a Compositional Prerogative"). Mal ganz zu schweigen von früheren Praxisansätzen, die in die entsprechende Richtung gingen, sozusagen von Kagel bis zu den Residents. Mehr dazu im informativen Eintrag der (englischen) Wikipedia.

Ob die Rede vom "neuen Genre" also in etwa so wie die von den "neuen Medien" zu verstehen ist? Geschichtsvergessenheit bzw. ewige Jugend als Positionierungsstrategie?
Wollen wir für heute mal nicht entscheiden. Aber vielleicht, nein: Ganz sicher hört, wer sich heute Abend in Berlin ins Tesla begibt, mehr...

[Bildchen: Wie so oft eher frei assoziiert - diesmal zur plunderphonischen Praxis. Den Notensatz für die Versatzstücke selbst vorzunehmen - was ja auch dem Prinzip des Plunderphonischen gar nicht entrsprochen hätte - ersparten uns grossherzige Spender in die Wikipedia Commons sowie das grosse GNU.]

Von miss.gunst am 05.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.12.07

selber pixeln @ piksel

piks07_ksw.gifGeht nicht um die Vorstellung eines OS-Programms zur Erstellung von Grafiken, wie man vielleicht vorschnell vermuten könnte. Wenn schon ein bisschen in diese Richtung, dann doch sehr viel weiter: Nämlich um ein ganzes Festival, das sich der kreativen Arbeit auf Open Source-Basis verschrieben hat. Und bei dem Pixel schubsen noch das Geringste ist.

Der Anlass als solcher ist zwar leider schon vorbei. Soll aber, allein schon um ihn nächstes Jahr nicht zu verschlafen, doch wenigstens einen Eintrag im Log bekommen: Das im fernen Bergen, also in Norwegen beheimatete piksel, "an annual event for artists and developers working with free and open source audiovisual software", ausgerichtet vom auch sonst in Sachen elektronischer Kultur sehr regen Bergen Center for Electronic Arts, kurz: BEK.

piks07_g.gifIn diesem Jahr gabs nun bereits die siebte Ausgabe, die unter dem sympathischen Motto "Hello Hackability" firmierte und in ihrem reichhaltigen Programm - bestehend aus Ausstellung, Seminar, Workshops und Konzerten - jede Menge ebenso sympathischer AkteurInnen versammelte. Von denen wiederum einige den treuen LeserInnen dieses Logs nicht ganz unbekannt sein dürften.

Aufzählungen müssen wir uns heute aus Zeitgründen verkneifen - empfehlen aber Neugierigen wärmstens, ein bisschen in den Archiven nicht nur dieses piksel-Fests zu musen. Da lässt sich so einiges Sehens- und Wissenswerte entdecken.
Bleibt ansonsten zu hoffen, dass piksel08 vielleicht wieder, wie die Ausgaben der voraufgegangenen Jahre, in den Oktober rückt.
Denn Mitte November haben wir traditionell leider schon etwas anderes vor...

Von miss.gunst am 04.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

02.12.07

Blip Festival 07

bf07_ksw.gifDarf das wahr sein?
Eigentlich wollten wir am Sonntag ja mal ruhn - haben aber dann mit entzündetem Auge gerade noch gesehen: Dass im wie auch immer fernen New York derzeit das diesjährige Blip Festival läuft.
Und uns dieses honorige Ereignis, gerade so wie letztes Jahr beinah schon wieder durch die Lappen gegangen wäre.

So können wir erneut nur auf den letzten Drücker über den Teich winken.
Immerhin insofern eher lässlich, als wohl kaum jemand eine zeitigere Ankündig gebraucht hätte, um sich noch schnell in einen Flieger zu schwingen - echte 8-bit Fans dürften eine Exkursion eh von langer Hand geplant haben. Und der Rest darf gern mit uns in einem Baggersee von Selbstmitleid planschen; wir sind halt wieder nicht dabei.

Das Programm ist jedenfalls wieder denkbar lecker, sowohl was die Konzerte als auch was die Präsentationen, Screenings und Workshops betrifft. Schliesslich ist das nicht einfach nur Blip Festival

"a four-day music and multimedia event taking place in New York City November 29 - December 2, 2007. Focusing on the modern artistic exploration of primitive video game and home computer technology"

wie das bescheiden auf der Startseite steht. Sondern das Festival für 8-bit-Aktive und kreative Konsolenhacker schlechthin.

bf07_g2.gifKein Wunder, schliesslich wird es auch von der Szene selbst bzw. ziemlich prominent in dieser Engagierten, den 8bitpeoples organisiert.

Und dies, wie schon geschrieben bzw. mit Blick aufs Programm leicht zu versichern, auch (*aua*) ohne dort zu sein können: In bewährter Qualität. Heuer gibt es obendrein sogar eine Ausstellung im Begleitprogramm, die unter dem vielversprechenden Motto "B I T M A P: as good as new" steht und von der Brooklyner vertexList ausgerichtet wird. Auch dort ist wieder alles dabei, was Rang und Namen hat, von Cory Arcangel (s. a. im hauseigenen Archiv) über Olia Lialina bis Eddo Stern.

Nur eins gibt es mal wieder nicht, wie es aussieht: Weder die Konzerte noch die Vilme werden uns armen Ferngebliebenen via Webstream kredenzt. Aber im Grunde ist das natürlich stimmig, mit 8-bit ist schliesslich im Ferntraffic kein Schnitt zu machen...

[Bildchen: Ist wie unschwer zu erkennen, das offizielle Fetsivallogo, wie für Pressezwecke offeriert. Hach wie schön, wenn man es zur Abwechslung auch mal ganz bequem haben kann und nicht alles selberbasteln muss. Auch wenn letzteres natürlich dem Geist von Blip entspräche...]

Von miss.gunst am 02.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.12.07

playback oper

pbop_ksw.gifDiesmal wohlmöglich ohne Paralektronoia, dafür aber wieder einmal in Frankfurt zu Gast: Felix Kubin gibt sich und uns die Ehre - zur Abwechslung im Portikus und mit einem etwas anderen Format: Playback Oper steht auf dem Programm.

So eine Oper führt man natürlich nicht Solo auf.

Tatsächlich hat Kubin zusammen mit Andreas Diefenbach und Studierenden der Städelschule eine Woche lang im Rahmen eines Sound-Workshops gewerkelt - und mindestens der Titel, "Die Auferstehung der Taten", lässt Grosses erwarten.

Die Bühne - eine temporär in Mäcklers Brückenhaus-Reprise gespannte, ein wenig an Friedrich Kiesler erinnernde und mit flirrenden Projektionen aus dem Hause meso bespielte Alien-Architektur von Ben van Berkel - ist ungeachtet ihres raumgreifenden Gestus eher intim; aber genau das dürfte schon für die richtige Grundspannung sorgen. Mindestens potentiell bzw. je nach Perspektive geschickt gebrochene Grandezza hoch drei: Da sind wir doch gern dabei...

pbop_gg.gif

PS: Mehr zum "Theatre of Immanence" - das nämlich während der gesamten Ausstellungsdauer regelmässig bespielt werden soll - auch auf den Seiten des Projekts städelschule online group, als dessen Abschluss die Schau fungiert.

[Bildchen: Wir hingegen haben einen der ersten Opernplayback-Solisten auf die Bühne geschickt – Arie und Auftritt sind Wikipedia Commons-Spender Tomasz Sienicki gewidmet, der ebendort unter CC sein Photo eines prächtigen Phonographen abgelegt hat. Ansonsten reichts für diese Woche wohl langsam mit Ersatzimaginationen aus den Fingern saugen. Wie wär's denn mal mit einer verbrieften und besiegelten Sonderregelung für liebenswerte selbst gebastelte Blogs? Aber auf so etwas werden wir wohl warten müssen, bis die nächste Eiszeit unseren Erdball mitsamt seinen Copyright- und Tantiemenregelungen überzieht...]

Von miss.gunst am 01.12.2007 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)