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13.01.08

stempel(n) und kunstmaschinen ff.

mgstm_ksw.gifZeit, zu einem unserer Lieblingsthemen zurückzukehren. War nämlich kein Zufall, das neulich die Aufmerksamkeit ausgerechnet vom bzw. von Stempelmaschinchen besonders gefesselt wurde.
Denn die Kombination von Stempeln und Kunstmaschinen begegnet derzeit auch noch an anderer, ziemlich prominenter Stelle.

mgstm_g1.gifUnd zwar in der Ausstellung "Kunstmaschinen - Maschinenkunst", die aktuell noch bis Ende Januar (31.01.08) in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zu sehen ist und im Anschluss nach Basel ins Tinguely Museum weiterreisen wird.

Die versammelt natürlich ein ganzes Fuder idealer Kandidaten fuer Zettelkasteneinträge - was im Grunde auch längst auf der Liste steht. Mal ganz abgesehen davon, dass sich Kunstmaschinenfans die Schau als Ganzes keinesfalls entgehen lassen dürfen. Zumal sie ja nebenbei einige interessante Fragen stellt - wie beispielsweise die, wer da nun eigentlich der bzw. die KünstlerIn ist: Der oder die KonstrukteurIn der Kunstmaschine - und/oder auch das jeweilige Maschinchen selbst? Und wie sieht es mit dem Anteil derer aus, die - wenn sie sich am Produktionsprozess beteiligen können, wie das bei einigen der Kunstmaschinen der Fall ist - schliesslich auch die Ästhetik der Werke mitbestimmen?

Über solche Fragen haben wir auch schon an anderer Stelle nachgedacht - und sind dabei am Ende nicht von ungefähr an den Stenmpeln hängen geblieben, die in der Schirn bei jeder Kunstmaschine liegen, mit der man ein Kunstwerk zum Mitnehmen produzieren kann. Die wurden nämlich speziell für die Ausstellung angefertigt - dienen aber nicht nur der Beglaubigung, dass das jeweilige Blatt von einem der Maschinenkünstler stammt.

mgstm_g2.gifVielmehr setzt damit auch die Schirn ihre Signatur bzw. prägt der Gemeinschaftsarbeit von KünstlerIn, Kunstmaschine, und BesucherIn wortwörtlich ihren Stempel auf. Ein Branding durchs Betriebssystem, dem wiederum nur jene Kunstmaschinenproduktionen entgehen, die sich von vornherein einer tätigen Einmischung durch Dritte als abhold erweisen.

Was unter dem Strich aber nicht nur den Eindruck vermitteln kann, dass die vom kuratorischen Konzept gestellten Fragen eher rhetorisch aufzufassen sind. Sondern auch ziemlich einprägsam auf den Anspruch der Institution auf die Position der Ko-Produzentin verweist.

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[Bildchen: Gern hätten wir hier die durchaus für sich schon sehr ansehnlichen Abdrücke der Stempel gezeigt, die den Arbeiten von Damien Hirst, Olafur Eliasson, Cornelia Sollfrank beigegeben sind. Doch da die ja gleich mehrere AutorInnen haben, wird wohl auch die Sache mit den Rechten entsprechend komplizierter sein. So dass wir mal wieder selbst produzieren mussten... Und: Oja, das ist in der Tat so ein dummer 'Genetiv'-Apostroph, wie wir seiner sonst ja selbst gern spotten. Gehört in diesem Fall aber doch dazu - das Schildchen musste ja zum Maschinchen passen, das seinerseits offenkundig nicht der lichtesten Konstruktionen eine ist.]

Von miss.gunst am 13.01.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

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