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30.04.08

bent 08

bfv08_ksw.gifEs sind schon ganz schön viele - und es werden immer mehr: Festivitäten für FreundInnen der Elektroklangbastelei. Nun hat sich das Bent Festival, das seit 2004 alljährlich stattfindet und damit gewissermassen schon zu den Veteranen zählt, sogar noch eigene Ableger generiert.

Gleich drei Stationen mit jeweils eigenem Programm gab bzw. gibt es heuer: Zunächst wurden in L.A. und am angestammten Ort in New York fleissig Schaltkreise umgepolt.
Dieser Tage ist dann noch Minneapolis an der Reihe, einige illustre Gäste aus der Szene zu empfangen bzw. zu Ausstellung, Workshops und Konzerten zu laden.

bfv08_g.gif

Um noch spontan eine Ausflug zu planen, dürfte die Distanz wohl doch ein bisschen zu gross sein. Aber wenigstens den Hut ziehen und winken wollen wir. Und sind gespannt, ob das Bent Festival im nächsten Jahr vielleicht weitere Ableger bekommen wird - möglicherweise sogar in unserer Nachbarschaft?

[Jaja, natürlich sitzen wir dank umtriebiger KollegInnen wie denen von der SGMK und Aktivitäten von dorkbot swiss über so wunderbare Formate wie das DADA-Klangbastellabor von Simon Berz und Kasper König bis zum diy-Festival schon jetzt nicht ganz auf dem Trockenen. Allein der internationale Austausch, der könnte noch ein bisschen mehr Flux vertragen als bisher...]

Von miss.gunst am 30.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.04.08

framework (WRT)

fcdad_ksw.gifZum schönen Sonntag wieder einmal einen Webradio-Tipp, speziell (aber nicht nur) für FreundInnen von experimenteller und auf Field Recordings basierender akustischer Produktionen.
Und zwar einen, den man sich gleich als wöchentliches Fixum im Kalender vermerken kann.

Wenn er denn nicht längst dort vermerkt ist, denn resonance fm zählt ja sowieso zu den ersten Adressen für einschlägig aufgestellte Ohren und wurde schon dementsprechend häufig in unserem Log.Buch verankert.

fcdad_g.gifWarum sich darunter bis dato Eintrag zu Framework fehlte, kann insofern unter den ungelösten Welträtseln verbucht werden. Schliesslich haben uns Patrick McGinley aka murmer und die mitunter von ihm mit Gastsendungen betrauten Kollegen schon mit so einigen Stunden spätsonntagabendlichem Soundgenusses beglückt.

Heute wird es TJNorris sein, der sich neben seinen visuellen Produktionen auch für klangliche Experimentalkultur interessiert und für Framework eine Sendung mit dem vielversprechenden Titel "continental in(di)visibility" produziert hat.
Was das meint, werden wir hören - und zwar (zur Framework-üblichen Zeit und die CET-übliche Stunde zugerechnet) von 23:00 bis 24:00 Uhr.

[Bildchen: In Ermangelung einer konkreten Vision haben wir uns vom Titel der noch ungehörten Sendung inspirieren und die Kontinente ein wenig ins Unsichbare driften lassen. Das Vorbild dagegen, dankenswerter Weise von Alex Covarrubias in die PD gespiesen, treibt es eher bunt.]

Von miss.gunst am 27.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.04.08

dorkbot swiss strikes again!

dbs0804_ksw.gifNach einer etwas längeren Pause als sonst endlich wieder zurück an Deck: Die Schweizer Fraktion der Menschen, die seltsame Dinge mit Elektrizität machen. Am heutigen Freitag (25.04.08) lädt dorkbot swiss zum konspirativen Treffen in den Zürcher Walcheturm.

Wie immer hat Monya Pletsch ein rundum leckeres Programm zusammengestellt, in dessen Rahmen heimische wie internationale KünstlerInnen Einblick in ihre elektronischen Hacks und Basteleien geben werden. Und zwar ziemlich viele.

dbs0804_g.gifWenn wir die nun alle - wie hin und wieder bei vorvergangenen dorkbot-Veranstaltungen - in einzweidrei Sätzen vorstellen wollten, würde dies ein ziemlich langer Eintrag werden. Was für eine Vorankündigung vielleicht doch ein bisschen übertrieben wäre und dabei trotzdem immer ungenügend bliebe.

Unter den neigungsgemässen Empfehlungen, die wir wie stets nicht schuldig bleiben wollen: Wäre beispielsweise auf die Präsenz von Andreas Glauser zu verweisen, dessen Projekte wir allgemein sehr mögen und der diesmal mit seinen manipulated mixing desks dabei sein wird. Und wer wie wir den Gedankenexperimenten zugetan ist, wird sicher ebenfalls auf die Vorstellung von Martin Kunz' Quantenwurf neugierig sein.

Zu den illustren Gästen von auswärts zählen diesmal James Stevens aus London, der dort im Rahmen von SPC unter anderem das Projekt Deptford TV organisiert, das er im Walcheturm zusammen mit Adnan Hadzi vertritt - wobei an dieser Stelle beiseit schon mal darauf hingewiesen werden kann, dass die beiden am morgigen Samstag dann auf Einladung der !Mediengruppe bitnik im Basler [plug.in] einen Workshop anbieten (und zwar im Rahmen von "Our Man in India", den näher kennenzulernen wir jüngst ja schon mal empfohlen haben).

Obendrein wird dann noch von der SGMK ein Mini Workshop aus der beliebten Reihe "diy makeaway - hands on electricity" angeboten, dessen Motto diesmal lautet: "Bau Dir eine kleine Krachmacherschaltung bei Bier und anregender Unterhaltung". Was mit Sicherheit in allen Punkten kein leeres Versprechen ist.

Zu überprüfen, wie eingangs geschrieben: Am heutigen Freitag abend ab Acht, bei dorkbot swiss im Walcheturm Zürich.

Von miss.gunst am 25.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.04.08

akustische archäologie (WRT)

ixpp_ksw.gifEigentlich sind es ja mittlerweile mehr die digitalen Ruinen(landschaften), mit denen es nicht nur Netzreisende zwangsläufig immer häufiger zu tun bekommen.
Und ob das früher oder später dann auch zu einer neuen Romantik führen wird, sei mal dahingestellt.
Für heute gilt es dagegen einen Webradio-Tipp auszugeben, der auf akustischem Wege in eben jene Gefilde geleitet, die man gemeinhin mit dem entsprechenden Topos assoziiert.

Mit dem Titel "Ruinen-Landschaft" ist jedenfalls die Stunde überschrieben, mit der uns das WDR Studio Elektronische Musik zu seinem angestammten Termin - also Mittwoch 23:05 Uhr - heute eine von Ruinen inspirierte Klanglandschaft kredenzt:

ixpp_g1.gif"Persepolis" (1971) von Iannis Xenakis, in der Werkliste des Komponisten, Künstlers und Architekten minimalistisch als "electroacousic tape" von 56 Minuten Länge notiert. Was in dieser Sprödigkeit dem ziemlich beeindruckenden Stück vielleicht nicht ganz gerecht zu werden vermag.

Etwas sprechender und die eher poetisch gehaltene Ankündigung der Sendung beim WDR um ein wenig Emphase ergänzend fällt da sicher die Kurzkritik zu einer CD-Veröffentlichung von "Persepolis" aus, die James Harley 2001 für das Computer Music Journal verfasst hat.

ixpp_g2.gifDass Reisen in archäologisch interessantes Gelände und die Erkundung von Ruinenlandschaften jedenfalls nicht notwendigerweise etwas mit -Romantik zu tun haben müssen, sondern sich von verfallenden Architekturen auch präzis tektonisch träumen lässt: Das kann man dann aber auch ganz einfach erlauschen, wenn man zur rechten Zeit sein (Web-)Radio anwirft.

[Bildchen: Haben hilfsweise ans Thema angelehnt Persepolis nochmal digital verfallen lassen. Für die Überlassung der Originalfotografie-Kopie in Form einer GNU-lizensierten Spende in die Wikipedia Commons danken wir GerardM.]

Von miss.gunst am 23.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.04.08

dada klangbastellabor (berz & könig)

sbkkcv_ksw.gifWas macht doch gleich zehn mal zehn? Nein, Quadratrechnen ist für einmal nicht gefragt. Hundert wäre nämlich gerade falsch und die entsprechenden Punkte gibt es bei einer anderen Antwort: Elf.
Jedenfalls zehn Tage lang - im Zürcher Cabaret Voltaire.

Wie es zu dieser Gleichung kommt (die genau genommen auch garkeine ebensolche ist, sondern mit einem aus der Grammatik entlehnten Vektor operiert), erläutern Simon Berz und Kaspar König.

sbkkcv_g3.gifNicht unbedingt wortreich - was sich schon aus historischen Gründen geziemt: Bekanntlich pflegten schon diejenigen, deren kleiner Kulturrevolution das Haus in der Spiegelgasse gewidmet ist, Silben und Sätze vorzugsweise als poetisches Bastelmaterial zu verwenden. Vor allem aber geht es natürlich auch darum, die Schraube aus zeitgenössischer ein gutes Stückchen weiter zu drehen und dabei die eigenen Ansätze fruchtbar zu machen.

Umso passender daher das offene Klangbastellabor, das bereits an den Nachmittagen seine Türen für Neugierige öffnet, so dass man den beiden beim Tun über die Schultern schauen kann. Und beim Schauen muss es keineswegs bleiben - zumal auch Materialspenden für die fleissigen Bastler herzlichst willkommen sind.

Solche Spenden gab es bereits in den ersten Tagen der Arbeitswoche in erklecklicher, so dass unter anderem ein alter G4 ausgeweidet und mithilfe geeigneter Ingredienzien zur rhythmisch mitsummenden Liquid Light Show-Box umgebaut werden konnte.

sbkkcv_g2.gifGemeinsam mit diversen anderen gehackten (bzw., rechtschreibtechnisch grenzwertig, aber den Sachverhalt besser treffend sowie obendrein nahezu stabreimtaugich: gehäckten) Geräten und absichtsvoll unbotmässig sonifizierten Apparate-Mutanten darf die Box dann jeweils des Abends ab 22:00 Uhr die Bühne erobern, wenn Berz und König zum Post- bzw. Pata-Dada-Konzert laden.

Kurzum: Es gibt viel zu sehen, zu entdecken und zu erlauschen - und wer bis die Gelegenheit hat, bei 10x10>11=DADA im Cabaret Voltaire vorbeizuschauen, sollte sich selbige nicht entgehen lassen...

[Bildchen: Oben im Ausschnitt und unten links das Plakat zum (Pata-)DADA-Klanglabor - das vielleicht etwas arg düster ist in Anbetracht dessen, was vor Ort doch eher lustig leuchtet, blinkt und klingt. Mitte rechts daher noch etwas Passenderes aus den Wikipedia Commons gefischt: catadioptric system bokeh christmas tree lights, von User Hustvedt unter cc-by-nc-sa lizensiert.]

Von miss.gunst am 20.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.04.08

kreative artistik (ruppert & murlot)

zfap_ksw.gifAbsichtsvoll im voraufgehenden Eintrag zum fumetto nicht genannt, weil sie einen eigenen bekommenen sollten: Die beiden grossartigen und äusserst versatilen Zeichner Florent Ruppert und Jérome Mulot.
Sie auch übertragend als Artisten zu deklarieren (denn artistes sind sie als frankophone Comic-Künstler natürlich sowieso), macht dieser Tage durchaus wortwörtlich Sinn.

Tatsächlich haben sich die beiden für das Festival nämlich eine regelrechte Zirkusnummer ausgedacht.
Nein, keinen Drahtseilakt - sie zeichnen live mit Tigern!
Einige Ergebnisse dieses waghalsigen Unterfangens finden sich bereits auf den fumetto-Seiten dokumentiert.

zfap_g0.gifZu Fans des Duos sind wir - zumal sonst nicht unbedingt den zirzensischen Künsten zugeneigt - allerdings vor schon längerem und aufgrund anderer, nicht minder origineller Inventionen der beiden geworden. Denn Ruppert/Murlot haben sich bereits mehrfach als Medienarchäologen mit historischen Augenweiden beschäftigt, um sie kongenial in eigene Projekte zu transformieren.

So beispielsweise mit ihrem "Phenakistiscope du Bal", das eine zeichnerische Animation des gleichnamigen Optischen Spielzeug vorstellt.

Oder mit den "Images Cryptées de Reportage", die das Prinzip eines entsprechenden Bilderrätsels aufnehmen. Deren Funktionsweise lässt sich per pdf-Druck bequemstens selbst ausprobieren - und wie das Ganze vom Grundsatz her geht, kann man auf John Rauschs Puzzle-Welt an einem einschlägigen historischen Exemplar bewundern.

zfap_g.gifDieser Tage widmen sich die beiden also nun in Luzern beim fumetto der angewandten Comic-Artistik - und wie man es nicht anders erwarten würde, entfaltet sich sozusagen auch hier der Zauber der Manege...

[Bildchen: Als DIY-Freundin mussten wir das Prinzip natürlich unbedingt mal selbst ausprobieren. Ergo ein erster - etwas arg eilig ausgeführter hektisch dahingekritzelter - Versuch. Eben weil der denkbar kunstlos ausgefallen ist und nur Demonstrationszwecken dienen soll, gibt's denn auch die Auflösung gleich anbei. Nunja, da heisst es: Üben, üben, üben!]

Von miss.gunst am 17.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.04.08

fumetto!

fcf08_ksw.gifVorgestern hat in Luzern die aktuelle Ausgabe des fumetto-Festivals begonnen, das wir als Comic-Fans bereits im vergangenen Jahr mit einer kleinen Reihe schwärmerischer Einträge begleitet haben.

Und natürlich ist auch diesmal das Programm derart dicht mit Leckereien gespickt, dass es fast schwerfällt, eine Auswahl für besondere Empfehlungen zu treffen. Wollen wir aber trotzdem mal versuchen.

Als da wären unter den internationalen ProtagonistInnen der Comic-Kultur, denen traditionsgemäss Einzelausstellungen gewidmet werden, so unterschiedliche Charaktere (und "characters"-Kreateure) wie Matthew Thurber und Boris Hoppek. Oder die Berliner Raindrops, die nicht nur mit ihren Kreationen umstandslos von der zweiten in die dritte Dimension switchen, sondern auch selbst als Band ihren eigenen Comic-Kosmos gleich mit bevölkern - in Luzern haben sie nicht nur eine Ausstellung im "4 | HSLU – Design & Kunst, Experimentierraum" eingerichtet, sondern gestalte(te)n auch zwei Clubabende mit Filmen und Musik (was die Mehrzahl angeht, eben leider Vergangenheitsform: die Band spielte nämlich bereits zur Eröffnungsparty am Freitag auf).

fcf08_g.gifNicht weniger spannend der nationale Part, unter dessen Einzelausstellungen beispielsweise eine der von uns heiss verehrten Nadine Spengler ist (hat leider wohl noch immer keine eigene Heimseite, dafür kann man sich andernorts u.a. an Bizeps, ihrem Beitrag zum minimotion-Wettbewerb 2005 ergötzen); mit der Präsentation von Drozophile und jener von Atrabile stellen sich zwei in der Romandie beheimatete Projekte bzw. Verlage vor.

Ganz zu schweigen von all den vielen kleineren Satelliten-Projekten bzw. Projekt-Satelliten, Tages- und Abend-Sonderveranstaltungen und anderen Gelegenheiten, mit anderen Comic-Fans und vor allem Comic-KünstlerInnen aller nur denkbaren Stilrichtungen zusammenzutreffen, die sich zwar nicht ausschliesslich, aber doch grossenteils abseits des Mainstreams bewegen.
Der letztes Jahr von Mlle. Wurzeltod extrem charmant betreute Fumetto-Blog hat heuer ein etwas gesetzteres Design bekommen und funkt bislang leider noch nicht so richtig - aber dafür gibts diesmal sogar Podcasts mit einigen der beteiligten KünstlerInnen (zu finden bei den Infos zu den Einzelausstellungen).

Kurzum: Yummie! Wer kann, fahre hin...

Von miss.gunst am 13.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

11.04.08

mapping festival 08

mfg08_ksw.gifAuch in diesem Jahr lädt Genf wieder zum Mapping VJing & Audiovisual Festival - dessen Besuch wir in guter Tradition wärmstens weiterempfehlen können.
Eröffnet wurde das Festival bereits gestern mit einem denkbar leckeren Programm.

mfg08_g1.gifWer das Konzert mit den Chicks on Speed - die vielleicht nicht gerade als ProtagonistInnen einer ausgefeilten VJing-Kultur durchgehen, dafür aber in den letzten Jahren so einige ihren Performance-Konzerten kongeniale Videos produziert haben - verpasst hat, muss aber nicht unbedingt Trauerflor anlegen.

Denn heute und in den kommenden Tagen geht es entsprechend weiter. Beispielsweise sind für diese Nacht Scanner (aka Robin Rimbaud) sowie weiterer Auftritt von Bubblyfish angekündigt, die bereits gestern mit dabei war. Und am frühen Abend gibt es neben weiteren begleitenden Bildungsangeboten auch eine Session mit VJTheory.

Alles weitere inklusive einer Programmübersicht, die auch als pdf zur bequemen Verfügbarkeit bereit gestellt ist, auf den Heimseiten des Mapping VJing & Audiovisual Festival. Fehlt dann eigentlich nur ein Ticket nach Genf...

Von miss.gunst am 11.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.04.08

bitnik lagert aus

mgbmi_ksw.gifTja, die Zeiten haben sich geändert. Früher pilgerte man scharenweise nach Indien auf der Suche nach alternativen Lebensphilosophien und -stilen. Mittlerweile setzt das Land nicht nur Massstäbe in Sachen Turbokapitalismus der Zukunft, sondern zählt auch zu den favorisierten Auslagerungsorten für ganze Unternehmenszweige.
Kein Wunder, dass avancierte Kulturschaffende da nicht länger nachstehen wollen.

mgbmi_g.gifDie !Mediengruppe bitnik jedenfalls hat die Zeichen der Zeit erkannt und lagert ebenfalls aus bzw. hat ein neues Mitglied in Indien akquiriert.
Was "Our Man In India" leistet, lässt sich nun im Basler [plug.in] erfahren, wo uns die neue Unternehmensstrategie bitnik im Rahmen einer Ausstellung anschaulich näher gebracht werden soll.

Zur Eröffnung gibts übrigens auch ein Konzert - das allerdings nicht vom neuen Mit-bitnik in Indien, sondern mit bit-tuner von einem heimischen Soundschaffenden bestritten wird. Na, das haben wir gern: Einerseits Outsourcing bzw. -tasking betreiben und andererseits bei Heimspielen dann schön mit lokalpatriotischer Standortstärkung winken.

[Bildchen: Ob jenes, welches die Ausstellungsankündigung auf den [plug.in]-Heimseiten ziert, tatsächlich eine Stechuhr zeigt, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Aber das Ding erinnerte an eine. Weil wir unser Intro ja immer gern mit einem Ausschnitt begleiten, konnten wir ersteres jedenfalls trotz cc-Lizenz nicht verwenden, weil derlei das "nd" untersagt. Also haben wir eine wunderschöne tschechische Stechur aus den Wikipedia Commons gefischt (und die gleich mehr manipuliert als ursprünglich geplant). Das Original stammt von Ludek und ist cc-by-sa lizensiert, ergo gilt das auch für unser Derivat.]

Von miss.gunst am 10.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

08.04.08

node08

n08_ksw.gifZugegeben: Generatives selber machen ist so eine Sache. Denn der Begriff bzw. seine gängigen Definitionen betonen ja gern, dass sich früher oder später dann Etwas selber machen soll. Idealerweise im und als Prozess.
Aber keine Sorge: Damit das erstens klappt und zweitens etwas dabei herauskommt, das ästhetische Absichten nicht nur suggeriert, sondern sozusagen ehrlich verrät, wollen doch auch ein wenig menschliche Soft- und Hardware zum Einsatz kommen.

n08_g.gifWie das mit dem Selbermachen Generativer Kunst funktioniert, lässt sich seit vergangenem Samstag und noch bis einschliesslich Ende dieser Woche in Frankfurt im Rahmen von Node08 erkunden - einem Forum, das von VVVV-LieberhaberInnen für ebensolche ausgerichtet wird. Ein Treffen an der Quelle: Schliesslich erblickte die Entwicklungsumgebung für Echtzeit-Generation von Datenströmen bzw. auf diesen basierenden Grafiken und Videos, die mittlerweile von einer höchst aktiven Community genutzt und gehegt wird, dereinst vor Ort bei meso das Licht der Welt.

Indes die Generaktiven nun täglich in diversen Workshops und Laptop-Sessions fleissig in die Tasten greifen, können mit der Materie Software weniger Vertraute an verschiedenen (Ausstellungs-)Orten erkunden, wie es um die Resultate entsprechender Anstrengungen steht: Sowohl in der Diakoniekirche Weserstrasse als auch im Node08-Hauptquartier sind zahlreiche Installationen zu sehen und (sic: mehrheitlich interaktiv) zu erfahren, die Einblick in das breite Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten geben, das sich mit VVVV eröffnet, von veritablen Spielumgebungen über Klanginstallationen bis zu komplexen Computergraphiken und -Designs, die dann per Fabbing wieder in handgreifliche (und -schmeichlerische) Dimensionen transformiert werden.

Heute (08.04.08) gibt es obendrein noch als Extra einen Tag mit öffentlichen Vorträgen und Symposium, zu dem kreative Generaktive wie Casey Reas, Paul Prudence von dataisnature, ein Doyen des ästhetischen Umgangs mit Daten wie wie Herbert W. Franke und, als treue Begleiterin gestaltender Forschung bzw. forschender Gestaltung in diversen Datenräumen, Régine Debatty von we-make-money-not-art erwartet werden.
Und noch einige Menschen mehr, die etwas zu zeigen und zu sagen haben...

Weitere Infos und ausführliches Programm gibts natürlich auf den Heimseiten von Node08.

Von miss.gunst am 08.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

03.04.08

roboterkonzerte

rbro_ksw.gifGestern hat in Bern eine kleine Tournee begonnen, auf die sich RoboterfreundInnen wahrscheinlich schon länger freuen - zumal, wenn sie im Rahmen des letzten Zürcher diy festivals bereits in den Genuss eines der wilden Gitarrensoli von Lemmi gekommen sind.

Lemmi ist nämlich nicht irgendein langhaariger E-Zupfinstrumentenhalsschenker, sondern eine Kreatur ein Musiker aus der Musicanical Robot Freakshow von Rozzobianca.
Ebenfalls mit von der Partie bzw. in der Band: Der Schlagzeuger Fredy Fantastico, dessen eher dem Gothic verpflichtetes Äusseres nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass er im Anschlag lässig auf Speedmetaltempo kommt. Sowie weitere nicht weniger exaltierte Bühnentalente, die zwar allesamt so ausschauen, als seien sie direkt auf dem Schrottplatz aufgewachse. Aber eben mitnichten akustischen Abfall produzieren - sondern dank der Kompetenz ihrer Kreateure ein ziemlich stilsicheres Musikprogramm.

rbro_g.gifIn Kooperation mit digital brainstorming lassen Renato Grob und Lisette Wyss nun gleich in meheren Städten die Puppen tanzen ihre Instrumente bearbeiten.
Wie gestern sind sie auch heute noch in der Berner Dampfzentrale zu Gast, Freitag und Samstag (03./04.04.) werden sie im Walcheturm in Zürich aufspielen und in der kommende Woche Samstag (12.04.) dann nochmals im Basler [plug.in].

Informationen zur Tournee sowie weitere Materialien gibts bei digital brainstorming, mehr zu Rozzobianca auf den Heimseiten des kreativen Künstlerpaars.

Und das ist noch nicht alles: Denn für diejenigen, die beim Konzertbesuch vom Wunsch erfasst werden, selbst einmal einen musikalischen Roboter zu konstruieren, gibt's gleich noch einen passenden Workshop dazu. Geleitet wird er von Daniel Imboden, seinerseits ein nicht minder talentierter Robobastler, dessen Musiker Supermax und Petrol nämlich auch beim Konzert mit auf der Bühne stehen (und dort selbstredend ebenfalls nicht nur stehen).

Selberbauen lernt man dann zwar keinen Schlagzeuger oder Gitarristen, sondern ein Vibra-RoboterInsekt. Aber da wir nun nicht alle Rockfans sein können, ist das möglicherweise ja sogar vorteilhaft.
Vielmehr werden wir als Insekten(musik)FreundInnen dieser Kreation noch einen eigenen Eintrag widmen...

[Bildchen: Fanposter zur Musicanical Robot Freakshow von Rozzobianca.]

Von miss.gunst am 03.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.04.08

zeichen setzen l(e)icht gemacht

lugra_ksw.gifWer in dieser Welt Zeichen hinterlassen will, hat es nicht immer leicht. So manche Signatur ist schneller übermalt, als sie gesetzt wurde. Und kann trotzdem schwerwiegende Folgen für den Signierer haben. Graffiti sind - Wertschätzung durch diverse Szenen hin oder her - eben nach wie vor nicht überall gern gesehen.
Aber es gibt ja auch Möglichkeiten, etwaigen Debatten um schnöde Schmierereien und deren kostenträchtige Entfernung von vornherein zu entgehen.

lugra_g.gifWeitaus eleganter als eiliges Entfleuchen ist bekanntlich, gar nicht erst mit Dingfestem zu arbeíten. Sondern stattdessen mit Licht.

Hierfür wiederum bieten sich vielfältige Techniken an, angefangen mit der im Dunkeln geschwungenen Taschenlampe - wobei dann idealerweise stets ein/e PartnerIn mit Kamera zugegen sein sollte.

Denjenigen, denen dieses Verfahren dann doch allzu flüchtig dünkt, bietet sich am kommenden Samstag (05.04.) die Teilnahme an einem Workshop an, der in Frankfurt im Rahmen der Luminale stattfinden wird.

Uwe Schüler - HOME MADE-BastlerInnen unter anderem durch seine Sonnensänger bekannt, wird dann nämlich zusammen mit dem Tübinger Gestalter Robin Broadfoot in die Kunst der Phosphor-Graffiti einweihen.

Als Veranstaltungsort für den Workshop (von 14-19 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos) konnte der Kunstverein Familie Montez gewonnen werden, so dass im Anschluss auch Platz für eine würdige Präsentation der Ergebnisse, Performance und Party sein wird.

Anmelden kann man sich über die Heimseiten des Kulturgüter-Schuppens, den Uwe Schüler und Jördis Drawe im vergangenen Jahr in Tübingen aus- bzw. aufgebaut haben - aber, soweit dann noch Plätze frei sind, sicher auch am kommenden Samstag bis 14 Uhr vor Ort in Frankfurt. Alles Wesentliche auch auf diesem luminosen pdf-Plakat bzw. dessen druckerfreundlicher Variante.

[Bildchen: Kommt von den Veranstaltenden und will schon mal vorab signalisieren, dass Phosphorgraffiti eine konstruktive Sache sind. Richter und Eggeling hätten sie, so gesehen, sicherlich gefallen.]

Von miss.gunst am 01.04.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)