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31.05.08

bizaar x

bzx_ksw.gifFür den heutigen Samstag (31.05.) hätten wir eine Empfehlung zur Abendgestaltung, die sich ganz besonders an elektroakustischen Basteleien zugeneigte Menschen richtet, die sich in oder um Frankfurt aufhalten.

bzx_g2.gifEben jenes radio x (also nicht das Basler), über das miss.gunst unter anderem ihre GUNSTradio-Sendungen in den so genannten Äther schickt, feiert nämlich sein traditionelles Frühlingsfest.
Das durchaus per se schon ankündigens- und aufsuchenswert ist.

Doch diesmal gibt's mit dem bizaar x ein kleines Spezialprogramm, bei dem besondere Spezereien geboten werden:
Manpulierte Instrumente und unbotmässig umgelegte Schalter, freundliche Tonträgerfolter, Retro-Gaming mit Dr. Pong, Seepferdefahrgäste, Superstolk 4.0 und Waldlust pur. Sowie eine gute Portion Krrrach.

Treue LeserInnen werden dort einigen Künstlern begegnen, die sie schon aus voraufgegangenen Log.Buch-Einträgen kennen und die hier entsprechend mit Verweisen aufs hauseigene Archiv gelistet werden können: Darunter Stefan Beck (s.a. im Log), der mit Theo Goodman a.k.a. buckettovsissors (s.a. im Log) Schallplatten erklären und bearbeiten wird; Der Warst (s.a. im Log), der seine transformierten Instrumente mit- und natürlich auch zum tönen bringt; indes die Waldlust von Lasse-Marc Riek (s.a. im Log) und Tobias Schmitt (s.a. im Log) hervorgebracht wird. Und dass Dr. Pong natürlich auch eine antike Konsole mit dem gleichnamigen Game (s.a. im Log) im Gepäck haben [sic, Plural], versteht sich eh von selbst.

bzx_g1.gifMehr allen Beteiligten an anderer Stelle, nämlich auf den Heimseiten von radio x - wo es auch einen Anker zum Sendestream gibt, mit dem sich vielleicht auch diejenigen trösten mögen, die nicht vor Ort dabei sein können. Denn es gibt in der Halle eine Bühne, die ab Beginn des Abends erst einmal die Herren Jörg Ritter und Torstn Kauke bzw. Seepferdefahrgäste und Superstolk 4.0 einnehmen (mehr zur Superband auch auch hier auf den wahren Superstolk-Heimseiten).
Live sowieso parallel On Air.
Klar, dass sich auch alle anderen am bizaar x Beteiligten abwechselnd zu Konzert-Performances hinreissen lassen, die dann selbstredend ebenfalls auf Sendung gehen - und ja, miss.gunst wird's (mehr oder weniger moderat) moderieren...

[Bildchen: Unbotmässig bearbeitete Versionen unserer wenigen und nicht viel aussagekräftigeren Exemplare im Infotext zum Fest. Aber was solls. Es wird eh alles viel bunte, schöner. Und lauter. Garantiert.]

Von miss.gunst am 31.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.05.08

königliche sommerfrische

elvlb_ksw.gifAls DIY-Variation aufs Staatswesen haben vor längerer Zeit auch mal so genannte "Mikro-Nationen" bzw. "micronations" in den Zettelkasten gefunden.
Nun gibt es Neues zum Thema zu vermelden: Das aus nahe liegenden Gründen besonders sympathische Elgaland-Vargaland erweitert sein Territorium - und zwar in die unmittelbare Nachbarschaft.

Treuen LeserInnen, die vielleicht sogar seinerzeit den Eintrag gelesen haben, den wir diesem Königreich bzw. diesen Königreichen in 2005 gewidmet haben, mag das vielleicht etwas merkwürdig vorkommen.
Schliesslich handelt es sich, was die räumliche Ausdehnung angeht, doch mehr um imaginäre Ländereien, die Elgaland-Vargaland besitzt.

elvlb_g.gifDer Anspruch, den es auf die Territorien erhebt, ist freilich ebenso real wie deren imaginäre Annexion.
Und nun, da Elgaland-Vargaland im Zürcher Cabaret Voltaire eine Botschaft eröffnet hat, muss eben auch ein Zipfel Schweiz dran glauben.

Wer jetzt denkt, dafür würde der kleine Zürichsee taugen, hat weit gefehlt. Ein bisschen mehr darf es schon sein - da nehmen wir doch lieber gleich den ganzen Bodensee. Heute laden die Könige um 19:00 Uhr zur feierlichen Butter- bzw. Kaperfahrt Inauguration der Sommerfrische per Bootstour ein. Gestartet wird ab dem Kreuzlinger Hafen. Und dann? Tja, eben:

"Von diesem Zeitpunkt an und für immer ist die Oberfläche dieses Sees ein physischer Teil der mentalen Territorien (d.h. als das Gebiet zwischen dem Bewusstsein und Un-Bewusstsein) der Königreiche von Elgaland-Vargaland."

Dem Bodensee wird das sicher nicht schlecht bekommen, winkt doch zukünftig ein mehrfaches an Fremndenverkehr, neben den zu erwartenden KREV-Fans noch die ganzen Mentalreisenden eingeschlossen.

Die Zürcher wird indes nicht verdriessen, sich mit der Botschaft begnügen zu müssen. Wunderbar baden gehen kann man im See durchaus auch ohne den Adel durch Kunst.

[Bildchen: Mit Blick auf die Wetterlage haben wir eine Aufnahme ausgwählt, die einen tendenziell erfrischenden Anblick des Terrains bietet, das mit dem heutigen Abend von KREV annektiert werden soll. Für das Original danken wir Wikipedia-Commons-Spender Filzstift und dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 28.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.05.08

... mit dem fragezeichen

fgzzn_ksw.gifNächtens huschte noch einmal der in den Bildchen zum letzten Eintrag verfolgte Weg zum Fragezeichen durch eine Hirnfurche, die aus welchen Gründen auch immer nicht mit etwas besserem beschäftigt war.
Mit dem Ergebnis, dass da noch Verbesserungen anzubringen seien.

Schliesslich wurde dem kleinen Hohlkopf doch gar nicht erläutert, wie zu den entscheidenden Zutaten fürs Fragezeichen zu gelangen sei!
Es fehlte also vorweg (1) ein wichtiger Schritt. Nämlich dieser:

fgzzn_1.gif

Womit folglich der nachfolgende mit (2) zu nummerieren wäre [beiseit: nummerieren! *grausam*! glückliche zeiten, da man noch numerieren durfte):
fgzzn_2.gif

Andererseits: Ist es nicht etwas umständlich, zu einem schlichten Fragezeichen in zwei Schritten zu gelangen? Zumal es beim Hohlköpfchen nachweislich Kenntnisse von Ausrufezeichen gab. Warum also nicht gleich so:
fgzzn_3.gif

Genau. Indes mittlerweile - wie das so ist, wenn man sich der Herstellung von Fragezeichen widmet - noch ein weiteres Korrigendum evident erschien: Die Bilderfolge als solche erklärt ja weniger, wie Fragezeichen funktionieren (das könnte dann eher dieser Eintrag leisten ;)) - als vielmehr, wie man welche macht:
fgzzn_4.gif

Ergo müsste dann das mittlere Bildchen aus besagter Folge eigentlich besser so aussehen:
fgzzn_5.gif

Und die Folge selbst bei einem ganz anderen Eintrag stehen, in dem es mehr um "How To"s geht, wie man sie in den vor längerem Mal besprochenen "Instructables" findet. [*seufz*]


Von miss.gunst am 26.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.05.08

wie's fuktioniert

fgzz_ksw.gifZur Abwechslung mal wieder was Handfestes für den Zettelkasten.
Neben dem "Wieso, weshalb, warum" gehört zu den wichtigsten Fragen, die nicht nur Kinder sich und anderen stellen, bekanntlich diese: Wie funktioniert das eigentlich?
Gut, wenn man da weiss, wo man nachschlagen kann.

fgzz1k.gifGeht natürlich nach wie vor in schlauen Büchern - gern erinnern wir uns an eines, das noch aus dem Jugendfundus der Eltern stammt und den schönen Titel "Wie funktioniert das?" trägt. Allein schon der anschaulichen Illustrationen in bester enzyklopädischer Tradition wegen hat es einen Ehrenplatz im Regal. Allerdings mehr in antiquarischem Sinne, denn dem Erscheinungsdatum entsprechend ist doch so Einiges - sowohl was die erläuterten Geräte als auch was das Hintergrundwissen betrifft - vom raschen Lauf der Zeit längst überholt.

Heute hingegen schlägt nicht nur der Nachwuchs gern im Netz nach. Und da wiederum gibt es selbstredend nicht allein die Wikipedia, sondern auch allerlei Spezialangebote.

Wie beispielsweise "How Stuff Works", wo sich entsprechende Erläuterungen en masse finden - und zwar nicht nur auf den denkbar weiten Bereich der Wissenschaft und der Technik bezogen.

fgzz2k.gif

Das hauseigene Test Dept. hat die obligaten Stichproben vorgenommen und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Mal reinspitzen lohnt eigentlich fast immer. Bestechend klar und anschaulich zum Beispiel das Kapitel zum Thema Radio.

fgzz3k.gifDem Gegenstand entsprechend eher obskur, dafür aber sehr amüsant: Die Einträge im Bereich "Supernatural Sciences". Dochdoch, da kann man auch nachlesen, wie Geister funktionieren (und mindestens diesem Artikel gebricht es eigentlich nicht an Seriosität).

Aufstossen könnte möglicherweise dagegen, dass Kunst als Unterkapitel von "Entertainment" firmiert. Aber das ist mittlerweile ja auch bei so mancher Zeitschrift bzw. deren Webpräsenzen nicht anders. Insofern sollte es FreundInnen der Künste nicht weiter schrecken. Auch wenn sie sich dann vielleicht doch die Lektüre von Einträgen ersparen werden, in denen mal eben in wenigen Zeilen erklärt wird, wie Kunst funktioniert.

Von miss.gunst am 25.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.05.08

videoex

viex08_ksw.gifAb heute heisst es in Zürich wieder einmal: Hopp, auf zum videoex.
Jedenfalls wollen wir wie jedes Jahr, so auch diesmal den Besuch des Festivals wärmstens empfehlen.

Und wie immer geben wir natürlich auch eine klitzekleine Portion unseren persönlichen Senfs dazu, was einzelne Teile der Veranstaltung betrifft, deren Besuch wir besonders nahe legen wollen:

viex08_g1.gifAls da wäre beispielsweise das diesjährige Fokus-Programm CH videofemmes mit Klassikern von Muda Mathis, Käthe Walser und Pipilotti Rist. Sowie die Werkschau mit alten und neuen Arbeiten der Doyenne des österreichischen Experimentalfilms, Mara Mattuschka. Wie überhaupt die Specials, von "Performing as Usual" (Samstag 0:30 Uhr, passender Weise in der Gessneralle) bis zu den beiden Nächten des Underground.

Dass London diesmal Special Guest bzw. als Gastland mit gleich fünfundzwanzig Einzelprogrammen bzw. -Vilmen vertreten ist, kann ebenfalls locken - wenngleich mindestens den eingeschworenen FreundInnen des Genres ein Gutteil der Arbeiten bereits bekannt sein dürfte. Aber da es sich bei diesem Gutteil auch um gute Arbeiten handelt, mag ja durchaus auch das Wiedersehen Freude machen.

viex08_g2.gifKurzum: Andere Abendplanungen besser absagen oder verschieben. Denn eine solche Dosis Experimentalvilm bekommt man doch nicht alle Tage - genauer gesagt: In Zürich eben nur einmal im Jahr, beim videoex.

P.S.
Wer mehr zum Festival lesen will: Programm-Co-Direktor Kyros Kikos hat vorab einen Trailer Beitrag im Kunst-Blog publiziert.
Und ebenfalls im Vorfeld des Festivals, nämlich am 21.05.08, ist Johannes Binottos Artikel "Augenöffner in Serie" in der NZZ erschienen.

Von miss.gunst am 23.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

21.05.08

dreamachine ff.

dmgk_ksw.gifVor einiger Zeit hatten wir ja schon mal eine ganze Reihe von Einträgen zur Dreamachine - darunter auch einen anlässlich der Digital Arts Week 2007, in deren Rahmen es auch eine entsprechende Installation zu bewundern gab.
Diesen Sommer haben Traumaschinen-Fans erneut einen guten Grund, nach Zürich zu reisen.

Seit Anfang Mai lockt nämlich das Cabaret Voltaire mit einer Ausstellung, an der mit David Woodard einer der bekanntesten zeitgenössischen Dreamachine-Bauer beteiligt ist.

dmgk.gifGemeinsam mit Christian Kracht (ja, eine Heimseite hat es auch - sowie, logisch, eine bei MySpace) und Ma Anand Sheela (aka Dr. Sheela Birnstiel bzw. umgekehrt) wurde ein Projekt in Angriff genommen, in dessen Zuge die BewohnerInnen zweier von Birnstiel betreuter Heime sich (ausnahmsweise etwas flapsig formuliert, aber das Bild war einfach zu verführerisch:) von der Dreamachine den Kopf verdrehen lassen, um im Anschluss zu malen und zu zeichnen. Die Ergebnisse dieser Reisen ins Innere werden im Cabaret Voltaire ausgestellt.

Was auch immer man von dieser Versuchsanordnung halten mag, mindestens in einer Hinsicht passt sie doch ganz gut ins Cabaret Voltaire: Als Variation auf die experimentelle Medien-Kunst nämlich. Denn der ist man von Hause aus ja schon seit längerem zugeneigt.

[Bildchen: Weil wir Standbilder von Dreamachines eben schon in rauen Mengen hatten, diesmal eine Variation - weniger aufs Prinzip, denn in Sachen Psychedelia (ja genau: *hua*). Unschuldiges Ausgangsmaterial war der schöne Schatten, den die Dreamachine auf jenem Foto wirft, das Stever Burnett netterweise in die Public Domain gespendet hat. Grand Merci!]

Von miss.gunst am 21.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.05.08

cc zum anfassen

ccho_ksw.gif... gibt es am heutigen Samstag (17.05.) im Zürcher Cabaret Voltaire.
Beziehungsweise, weil es bei Creative Commons ja gerade nicht ums Grabschen geht: Eine Veranstaltung, die dazu einlädt, sich über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen alternativer Lizenzen zu informieren und mal zu schauen, was damit alles geht.

ccho_g.gifUnter dem sinnfälligen Motto "Creative Commons - Hands On" (und wohlweislich nicht umgekehrt...) bitten die Initiativen Digitale Allmend und Creative Commons Schweiz zusammen mit Dock18 erst einmal ab 15:00 Uhr zu Tisch bzw. zu "OpenCC"-Tischen, an denen gemeinsam ins Netz geguckt und diskutiert werden kann.

Um 18:00 Uhr werden dann Markus Beckedahl von netzpolitik.org, Vertreter(innen?) der Musikplattform restorm.com und von Creative Commons Schweiz ein bisschen Butter bei die Kartoffeln geben.

Und hernach darf dann noch ein cc.relax mit Sound, Videos und Gesprächen für entspannte Zukunftsperspektiven sorgen.
Reicht ja auch, wenn die Frage, wie die Zukunft des kulturellen Gemeinguts aussehen, spannend bleibt...

[Bildchen: Ist, wie unschwer erkennbar, das schmucke Plakat zum hier empfohlenen Anlass. Das ist passender Weise auch unter eine cc-Lizenz gestellt, genauer gesagt unter cc-by-nc-sa. Nur dass man dummerweise auf der Fassung, die hier im Eintrag bei cc Schweiz im Netz steht, leider den Namen des/der GestalterIn nicht entziffern kann. Tja.]

Von miss.gunst am 17.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

13.05.08

take away fest (light)

taf_ksw.gifMit "light" assoziiert man (un)dank jahrelanger Abnutzung des Wörtchens in werblichem Zusammenhang mittlerweile gern Stoffe, denen Substanz entzogen worden ist.
Und wird das Ganze dann auch noch mit "take away" kombiniert, fragt sich die Assoziationsmaschine irritiert, ob jetzt vielleicht auch noch die Frittenbuden betroffen sind.

Aber keine Sorge: Es geht nur ums "Take Away Festival for Do It Yourself Media", auf dessen Ausgabe 2007 wir letztes Jahr aus guten Gründen verwiesen hatten.

taf_g1.gifHeute und morgen (13./14.05.) gibt es in London tatsächlich eine abgespeckte Version, die eben nur zwei Tage währt und deshalb von den Veranstaltern mit dem Kürzel "light" versehen wurde.
Reduziert wurde Dauer und Dichte des Programms (verglichen mit der Vollversion) - aber im Unterschied zu so manchem Diätprodukt ist ersteres eben doch lecker und für diejenigen, die sich im lokalen Einzugsgebiet aufhalten, als Tagestipp unbedingt zu empfehlen.

Zum Auftakt wird heute im Science Museum die Installation "Listening Post" von Mark Hansen und Ben Rubin (die im Anschluss ein ganzes Jahr lang zu sehen sein soll - kann man also auch für spätere Besuche vormerken, so man aktuell nicht vor Ort weilt).

Für morgen steht dann tagsüber ein Workshop zum Thema "Local network for objects and the internet of things" (Bruno Latour lässt grüssen) auf dem Programm.

Und abends lädt Hiromi Ozaki zu einer "Sputniko"-Performance ein. Letzteres tönt natürlich nicht von ungefähr nach jenem kleinen Freund, der 1957 (ff) um die Erde kreiste. Allerdings zeigen die Bildchen auf der Sputniko-Heimseite und auf derjenigen des Festivals ein - ähm: gestricktes Insekt, das sich an den Arm der Künstlerin zu klammern scheint. Wie das wohl mit Satelliten-Signalen zusammenhängt?
Sollte sich dann wohl in der Performance offenbaren...

Von miss.gunst am 13.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

10.05.08

unsichtbare signale

emsk_ksw.gif... werden an diesem Wochenende nicht nur in Dortmund erforscht. Wem der Weg zum HMKV zu weit ist, kann sich alternativ zum dortigen Workshop mit Martin Howse auch in Basel auf die Suche nach unsichtbaren Signalen machen. Beziehungsweise selbst welche generieren.

emsk_gg.gifIm Rahmen ihrer Ausstellung "Our Man In India" im Basler [plug.in] (s. den Eintrag vom 10.04.08) setzt die !Mediengruppe bitnik nämlich ihre Reihe "A Hack A Day" fort, die sie vergangenes Jahr im Zürcher Cabaret Voltaire begonnen hatte (auch dazu gibt es einige Einträge im hauseigenen Archiv nachzulesen).

Nach Basel haben die bitniks Alejo Duque und Lorenz Schori eingeladen, die sich unter anderem im Rahmen von S.O.U.P mit elektromagnetischem Wellenreiten beschäftigen.

Gemeinsam mit den beiden kann man nun also am heutigen Samstag (10.05.) ab 10:30 Uhr ausschwärmen, um im Rahmen des sechsten Hack-Workshops unsichtbare Signale zu detektieren; im weiteren Verlauf ist dann später noch eine Jam-Session mit dem kolumbianischen Kollektiv berebere geplant.

[Bildchen: S.O.U.P. möge es dem Medium zeihen - aber es gab ja keine andere Steilvorlage (wie auch bei diesem Thema) und die Assoziation lag so nah... Für die Schöpfung der Kelle bzw. ihres Bildes danken wir Wikipedia Commons-Spender Timus und stellen auch unsere subalterne Kreation unter cc-by-sa.]

Von miss.gunst am 10.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

09.05.08

wellen

ewv_ksw.gifBeim Stichwort "Wellen" möche manche/r angesichts des abrupt eingetretenen Hochsommers vielleicht gleich an ein verträumtes Eiland denken, an dessen Gestade ebensolche rollen - in die man sich dann umgehend zu Erfrischungzwecken werfen kann.
Auch schön. Aber in diesem Fall sind doch ganz andere Wellen gemeint. Solche nämlich, in denen wir - teils frei-, teils unfreiwillig - sozusagen ständig planschen.

Heute Abend eröffnet im HMKV Dortmund eine Ausstellung, die eben jenen Wellen gewidmet ist: Den elektomagnetischen nämlich.

ewv_g1.gif"WAVES - The Art of the Electromagnetic Society" versammelt Projekte von KünstlerInnen, die sich mit den kulturellen Imaginationen sowie den gesellschaftlichen und politischen Enden der Technologien beschäftigen, die wir bzw. die uns mit diesem Spektrum verknüpfen.

Dass da mitunter eine Menge Paralektronoia im Spiel sein kann, versteht sich von selbst (wenngleich Fans mit einer gewissen Bitterkeit bemerken werden, dass Felix Kubin leider nicht mit von der Partie ist).
Und nicht zuletzt es geht auch um ganz praktische Erkundungen des Elektromagnetischen Spektrums - wie beispielsweise in dem Workshop "Demons in the Aether", den Martin Howse (treuen LeserInnen natürlich auch kein Unbekannter) am Eröffnungswochenende anbietet - man möchte fast sagen: in technologischer Umsetzung der Pfingstwunder-Idee.

ewv_g2.gifDa WAVES ursprünglich 2006 von Armin Medosch in Zusammenarbeit mit Rasa Smite und Raitis Smits vom RIXC Center for New Media Culture in Riga konzipiert wurde und ebendort als Ausstellungs- und Symposiumsprojekt eine erste Station hatte, gibt es seit langem nicht nur ein schönes Katalogbuch, sondern auch eine materialreiche online-Dokumentation zu WAVES, die Interesssierten wärmstens empfohlen werden kann. Zur Vorbereitung auf eine Exkursion nach Dortmund - oder, wer es aus welchen Gründen auch immer nicht bis zum 29. Juni ins Ruhrgebiet schaffen sollte, nach Linz. Während der Ars Electronica im September gibts dann nämlich noch eine Chance, in den künstlerischen Reflexionsraum des elektromagnetischen Spektrums einzutauchen - in dessen Wellen wir alle schwimmen, ob wir wollen oder nicht...

[Bildchen: Hier wurde der sichtbare Teil der Wellen des elektromagnetischen Spektrums in eher unbotmässige Schwingungen versetzt. Für einen Überblick über ersteres eignet sich natürlich sehr viel besser das anschauliche Original, das Philip Ronan erstellte und unter cc-by-sa-Lizenz (bzw. wahlweise GNU) in die Wikipedia Commons spendete. Indes es bei WAVES wiederum, wohlgemerkt, tendenziell gerade um den unsichtbaren Teil geht...]

Von miss.gunst am 09.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

07.05.08

alphabete (WRT)

al_150.gifWie schon öfter mal zu Monatsbeginn können wir gar nicht anders, als dem Dienstags-Webradio-Tipp in Richtung SWR gleich wieder einen für den Mittwoch beim WDR folgen zu lassen.
Denn für heute hat das Studio Elektronische Musik ebenfalls ein leckeres Menü zusammengestellt.

al_450.gifDiesmal wird uns Buchstabensuppe kredenzt, akustische natürlich: Die Hörstunde steht nämlich ganz im Zeichen des Alphabets ("eine so willkürliche wie geniale Erfindung", wie es die Ankündigung der Sendung denkbar treffend formuliert.

Drei kreative Arten, es aufzusagen, werden uns vorgestellt.

So hat sich der dänische Schlagzeuger Anders Hultqvist für seine "Composition No. 1 - Alphabet" (1997-98) des "alfabet"-Gedichts seiner Landsmännin [skurril, aber so muss man da wohl sagen - eine Land(s)frau wäre ja eher mit ruralen Tätigkeiten assoziiert] Inger Christensen angenommen, um es perkussionistisch zu präsentieren.
[Im Original sollte man das Gedicht idealerweise schon auf Papier aufsuchen - aber es gibt tatsächlich auch Übersetzungen ins Deutsche bei lyricline.org. Und dank einer bildkünstlerischen Adaptation an einer Hausfassade in Kopenhagen ist auf einer Seite des Projekts erasmus politic city bzw. in einem Artikel von Hans Karssenberg eine schöne Übersetzung ins Englische nachzulesen.]

Bei Lenka Claytons sprach- und medienanalytischer Variation "Question, Quickly, Quickly" (2007) handelt es sich eigentlich um eine Videoarbeit (einzusehen auf der hier verankerten Heimseite der Künstlerin), die nun offenbar radiophon kredenzt werden soll.

Und schliesslich steuert der tschechische Komponist Ondrej Adamek mit "Un souffle, une ordre, un rien" (2001) Stück bei, in dem das Alphabet auf elektroakustischem Wege sonifiziert wird.

Schon alleine, weil wir gerne lernen und in dieser Sendung ganz offenkundig Grundlagenwissen vermittelt wird: Werfen wir also um 23:05 Uhr das (Web-)Radio an!

[Bildchen: Zeigt verschiedene Alphabetschriften, die allesamt von der phönizischen abstammen. Die anschauliche Grafik dazu wurde von Korny78 verfertigt und zusammen mit der lehrreichen Erklärung unter GNU den Commons überlassen. Dafür danken wir und schliessen uns natürlich auch in der Lizensierung an.]

Von miss.gunst am 07.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

06.05.08

erratische blöcke (WRT)

mtbb_ksw.gifZum ersten Dienstag des Monats lugen wir selbstredend immer erst einmal, was beim SWR in der Reihe ars acustica geboten wird.
Und wie eigentlich nicht anders erwartet, lässt denn auch der heutige Abend für FreundInnen der Klangkunst als Webradio-Tipp vermerken.

Tatsächlich steht sogar die Ursendung eines Stücks auf dem Programm, das von einem veritablen Doyen des Metiers komponiert worden ist:
Maurizio Kagel wird für uns Erratische Blöcke errichten.

mtbb_g.gifAusgangspunkt ist eine Auseinandersetzung mit einer Technologie, die im Alltag den akustischen Raum erst einmal eher dadurch prägt, dass sie ziemlich unkünstlerisch an den Nervenenden schabt. (Jaaaaa... Ich sitz im Zug... und was man sich sonst alles an Weltweisheit von seinen Mitmenschen anhören kann. Vom mittlerweile wirklich beeindruckenden Spektrum verfügbarer Klingeltonscheuszlichkeiten mal ganz abgeört gesehen... *seufz*)

Aber als geübter Ex-Fluxist kann Kagel selbst solchen Untiefen des menschlichen Kommunikations(un)vermögens etwas abgewinnen, um daraus etwas zu machen, das man gern an die Mobilfunk-gepeinigten Gehörgänge lässt. Vermuten wir wenigstens - zumal nach dem, was der Komponist selbst in der Ankündigung der Sendung skizziert. Und stellen heute abend ab 23:03 Uhr gespannt unsere Öhrchen auf.

[Bildchen: Dieser erratische Block scheint auf den ersten Blick wenig mit jenen zu tun zu haben, die Kagels Komposition den Namen gaben. Indes drängte sich uns ein entsprechendes Bild nachgerade unwillkürlich auf, als wir an Mobiltelefone dachten. Ein Schelm, wer als fehlendes Bindeglied eine bekannte Arbeit eines bekannten amerikanischen Künstlers assoziiert, für die Tönendes in Beton gegossen wurde? Nun, Phantasien über gewisse Unterwelt-Praktiken, die auf ihre Weise ebenfalls für Stille sorgen sollen, tun's auch (keine Sorge, wir beziehen die nur aufs Gerät). Das Original des prächtigen Arrangements aus Beton, das sich an der so genannten Schwanheimer Düne findet, wurde von A. Köhler aufgenommen und netter Weise unter GNU den Wikipedia Commons gespendet - die Lizenz übernehmen wir natürlich gern für unser schnödes Derivat.]

Von miss.gunst am 06.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

04.05.08

baustelle

appcc_ksw.gifIm Hintergrund haben wir mittlerweile eine kleine Baustelle eröffnet, auf deren Schild in sentimentaler Erinnerung an entsprechende Initiativen der 1970er Jahre so etwas stehen könnte wie: "Unser Dorf Blog soll schöner werden".

Um genau zu sein: Mangels Eitelkeit sind wir mit dem Low Tech-Design des Blogs an und für sich nach wie vor weitgehend zufrieden. Es muss ja nicht nach mehr aussehen, als wir fassadentechnisch zu leisten im Stande sind.
Hingegen sehen wir in Sachen Funktionalitäten durchaus einigen Verbesserungs- und Renovierungsbedarf - und nebenbei kann man dann eben auch an der einen oder anderen Äusserlichkeit schrauben.

appcc_g.gifGern hätten wir das alles in einem grossen Schwung erledigt. Aber da zu den wichtigsten Überlegungen die (eigentlich schon kurz nach dem Start keimende) Gretchenfrage einer Umstellung von MT auf WP gehört, wird das noch ein bisschen Experimentieren im Stillen erfordern. Ganz so einfach ist das nämlich leider nicht, zumal WP dann wieder ganz neue Optionen für Struktur und Gestaltung bietet.

Die anderen Operationen lassen sich bei aber weitgestgehend bei laufendem Betrieb unter lokaler Narkose vornehmen. Was allerdings auch bedeutet, dass treue LeserInnen derzeit (und wahrscheinlich auch noch etwas länger) immer wieder mal auf ein paar offene Wunden gucken müssen. Für etwaige Unbillen bitten wir nachträglich sowie prospektiv um Entschuldigung - und, was peinliche Einsichten in unsere Umgestaltungsexperimente betrifft, entsprechend um Nachsicht.

Da wir nämlich schon gerade dabei sind, gönnen wir uns den Spass und testen solche Unerheblichkeiten wie Farbunterschiede zwischen Apfel- und PC-Palette und räumen auch ein wenig in den Navigationsleisten herum.

appcc_g1.gif

Kurum: Gemach, gemach. Es wird schon - wie auch immer - werden...

Von miss.gunst am 04.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

01.05.08

futuresonic

fuso08_ksw.gifUnd gleich noch ein Festival - ebenfalls nicht wirklich in der unmittelbaren Nachbarschaft, aber doch ein gutes Stückchen näher gelegen: Das futuresonic in Manchester, mit dem sich der Mai denkbar zünftig einläuten lässt.

Besonders sympathisch ist die aktuelle Ausgabe aus HOME MADE-Perspektive aber weniger wegen des wie immer leckeren Konzertprogramms. Das auch.
Vor allem aber lockt das Thema, das in diesem Jahr für die Konferenz und die Ausstellung(en) das Motto vorgibt: Social Technologies - also soziale Technologien.

fuso08_g.gifAnders als man das mit Blick auf die aktuellen Hitlisten in Sachen medialer Phrasengeneration vielleicht vorschnell annehmen könnte, sind damit keineswegs allein einschlägige Entwicklungen in Sachen digitaler Netzwerktechnologie bzw. entsprechender Software gemeint. Das auch. Aber eben nicht allein.

Denn wie seinerzeit schon aus dem Aufruf hervorging, sollen tatsächlich mehr jene Technologien interessieren, die auch bei herausgezogenem Stecker funktionieren. Was aber keineswegs technophobes Zurückrudern meint.
Schliesslich ist es ja möglich, dass man aus den Erfahrungen mit digitalen Netzwerktechnologien etwas lernen kann, das sich auch für analoges Netzwerken als nützlich erweist. Zumal man derzeit so einige Kulturpraktiken beobachten kann, die materialisieren, was zuvor im so genannten virtuellen bzw. besser gesagt: digital generierten Raum entstanden ist.
[Ja genau: Da docken wir auch mit unseren Gründeleien rund um a2d2a an...]

Ob das Vorhaben hält, was es verspicht und ob sich beispielsweise so putzige Projekte wie "Rubbing Shoulders" in der Praxis bewähren, wird sich weisen - und sicher düfte auch im Rahmen des "Social Technologies Summit" so manche kontroverse Debatte geführt werden.

Um das zu überprüfen, muss man sich allerdings selbst vor Ort einfinden. Denn mindestens in dieser Hinsicht bleibt futuresonic konsequent "unplugged": Ein Livestream der Konferenz wird nicht geboten. Dafür gab's im Vorfeld - so ganz und gar nicht unplugged sowie in ziemlich corporate-konformistischer Auslegung des Begriffs "Soziale Technologie" - eine Reihe von Pre-Conference-Sessions in Second Life.
Doch nicht zuletzt um genau diese Art von Gemengelagen soll es eben auch gehen - nicht von ungefähr steht im Themen-Exposé unter anderem zu lesen:

"[...]'online communities' are based upon an artificial equivalence between 'users' which obscures power relationships and issues of ownership."

Was wiederum ja durchaus auch für so manche 'offline community' gilt.
Insofern: Sind und bleiben wir erstmal gespannt...

Von miss.gunst am 01.05.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)