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31.07.08

unvermittelt ruft nach videos

uvml_ksw.gifEin unvermittelter Ruf nach Videos? Nein, ist schon richtig so: In Berlin gibt es seit einiger Zeit eine Projektgruppe namens /unvermittelt, die sich mit der Frage nach dem Begriff der Arbeit und des Tätigseins sowie möglichen Alternativen zu dessen gängigen Auslegungen beschäftigt.

Dass dies für KünstlerInnen und andere Kulturschaffende aufgrund gewisser gesellschaftlicher Erwartungshaltungen durchaus mit besonderen Problemen verbunden sein kann, haben wir hier bei anderer Gelegenheit ja schon einmal angdeutet. Und natürlich liegt da auch ein künstlerisches Programm gewissermassen nolens volens auf der Linie (ob /unvermittelt oder unvermittelbar: gefragt ist das Eigenunternehmerische "Vermittel Dich selbst!"...).

uvml_g2.gifBereits seit Anfang des Jahres läuft jedenfalls ein von der Projektgruppe organisiertes Programm (s.a. die Dokumentationen im /unvermittelt-Archiv) in der NGBK Berlin, und in den kommenden Monaten sind weitere Veranstaltungen und vom 13.12.08 bis 01.02.09 eine Ausstellung geplant.

In diesem Zusammenhang ruft nun die bildwechsel_berlin_base (ja genau, die Berliner Filiale der Hamburger Hauptstelle, die gerade im Basler Lodypop so einiges auf die Beine stellt) nun zur Einreichung von bewegten und bewegenden Bildern auf - vulgo: von Filmen und Videos.
Der Aufruf so, wie er bei uns eingegangen ist:

Liebe videomacher_innen, performer_innen, lebenskünstler_innen, Expert_innen und Macher_innen!

Bildwechsel, Dachverband für Frauen/ Medien/ und Kultur sucht eure
Videos, Filme und Statements in Ton und bewegtem Bild für
/unvermittelt - Kampagne und öffentliche Intervention für einen Arbeitsbegriff jenseits von Überarbeitung und Mangel: Praxen, Techniken, Spielräume.
Schickt uns eure Filme, Dokus, Aufzeichnungen, Komödien, Dramen und
Statements rund zur "Redefinition von Arbeit und Nicht Arbeit" und "Tips und Tricks zum schönen Leben" oder sagt uns wenn wir sie schon im Archiv haben!

uvml_g1.gifIm Rahmen von /unvermittelt, initiiert von workstation berlin und als Ausstellung im Dezember im Hause der NGBK, entsteht im August 2008 eine einmonatige Kampagne in Berlin, um den Begriff von Arbeit nachhaltig neu zu diskutieren.

Für Public Viewings, Rumlungern und Videokundgebungen vorm Jobcenter,
Bundestag und anderen relevanten Orten suchen wir nun EURE Videos und
Statements!

Deadline ist schon der 10.August!

Schickt preview DVD oder Mini DV an:
Bildwechsel_berlin_base
Kinzigstr.9 - 10247 Berlin

Bei Fragen bitte an: bildwechselberlin@gmail.com

Also dann: An die Arbeit...

Von miss.gunst am 31.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

30.07.08

taanila, kurenniemi, karlsruhe

sdmi_ksw.gifVor mehr als drei Jahren galt seinen Arbeiten einer der ersten Einträge in unserem Log.Buch (auf die dann noch weitere folgten) - nun gibt es für treue Fans eine Gelegenheit zum Wiedersehen.

Ende vergangener Woche (24.07.08) hat nämlich im Badischen Kunstverein eine Werkschau mit Arbeiten von Mika Taanila eröffnet.

sdmi_g.gifMit von der Partie ist auch Taanilas Film über den ebenfalls schon mit mehreren Log.Buch-Einträgen bedachten finnischen Computermusikpionier und Netznerd avant la lettre Erkki Kurenniemi, "The Future Is Not What It Used To Be".
Vergangenen Samstag gab es einen übrigens Beitrag zur Ausstellung im Deutschlandfunk - in dessen Dokumentation Taanila uns wissen lässt, wie wichtig ihm Kurenniemi nicht nur als Subjekt dokumentarischer Arbeit, sondern sozusagen auch generell als Impulsgeber gewesen ist.

Speziell zu Kurenniemi an dieser Stelle noch ein aktueller Tipp: Das wunderbare ubuweb hat jüngst tatsächlich seinen legendären Film "Electronics in the World of Tomorrow" von 1968 ins Netz gestellt, aus dem in "The Future Is Not What It Used To Be" ja auch Ausschnitte zu sehen sind.

Last but not least: Fans, die gleich heute nach Karlsruhe pilgern, kommen nebenbei nicht nur in den Genuss der zeitgleich laufenden Ausstellung von Judith Hopf, sondern können abends auch einer Sonderveranstaltung mit Redakteuren des Kunst- und Kulturmagazins Pavillion aus Bukarest beiwohnen, dessen Archiv derzeit ebenfalls präsentiert wird.

[Bildchen: Hier haben wir mal den Versuch gewagt, uns aus gegebenem Anlass selbst ein DIMI zu basteln. Naja. Herzlichster Dank geht jedenfalls an Pearson Scott Foresman für die Überlassung eines Küchensiebs.

Von miss.gunst am 30.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

28.07.08

solides wissen (xkcd webcomix)

rmipc_ksw.gifUm mal wieder die gute Tradition aufzunehmen, die Woche mit einem tendenziell heiter stimmenden Eintrag zu starten:
Warum nicht gleich mit einem Klassiker unter den Webcomics - xkcd.

Seit 2005 erfreut sich eine mutmasslich exponentiell wachsende Fangemeinde an den Strichmännchen-Zeichnungen des studierten Physikers Randall Munroe, der mittlerweile wohl sogar seinen Lebensunterhalt mit den Comics verdienen kann.

Umso höher mag man es ihm anrechnen, dass er sie nach wie vor unter einer Creative Commons-Lizenz publiziert.
Was es uns wiederum ermöglicht, an dieser Stelle eines unserer jüngsten Lieblingsstücke direkt wiederzugeben. Es ist der tiefen Weisheit gewidmet, die mancher Wikipedia-Artikel birgt:

rmipc_g.gif

Beiseit: Ist weder die erste und wahrscheinlich auch nicht die letzte Spitze, die Munroe auf die Gemeinschaftsenzyklopädie platziert. Aber weil er erstere ebenso gerecht wie letztlich liebevoll in der gesamten Computerkultur verteilt, kann sie auch treue Wikipedianer kaum verdriessen. Die haben xkcd übrigens sowohl in der englischen als auch in der deutschen Ausgabe längst Artikel angelegt, die - na, sagen wir: doch von der etwas informativeren Sorte sind als die von Munroe aufs Korn genommene Kategorie.

[Bildchen: Eine Originalkopie von xkcd No. 446, unter Creative Commons cc-by-nc 2.5 lizensiert. Ein grosses Merci geht an Randall Munroe!]

Von miss.gunst am 28.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

27.07.08

wassermusik vom carillon

bcwm08_ksw.gifIst einige Zeit her, dass es an dieser Stelle etwas speziell für FreundInnen von Glockenspielen zu lesen gab.
Umso schöner, wenn sich dabei nun sogar noch an den lang lang lang vernachlässigten Strang zur Wassermusik anknüpfen lässt.

bcwm08_g1.gifIm Haus der Kulturen der Welt läuft tatsächlich schon seit Anfang Juli ein gleichnamiges Sommer-Festival.
Und in diesem Rahmen findet heute das letzte von drei Carillon-Konzerten mit Wassermusik statt.

Gespielt wird aus wortwörtlich nahe liegenden Gründen das Carillon Berlin Tiergarten, das direkt neben dem Haus der Kulturen der Welt steht.
Und zwar von Hand und vom Carillonneur Jeffrey Bossin höchstpersönlich.

Eine Übertragung, gar per Webradio, gibt es leider nicht. Dafür sind aber auf der Heimseite des Berliner Carillon mehrere Video-Clips verlinkt, auf denen man Bossin spielen sehen und hören kann. Beispielsweise das Präludium Nr. 2 C-Dur von Matthias vanden Gheyn.

Wer es nun nochmal mehr bedauert, das heutige Konzert mit Ausschnitten aus Händels Wassermusik, Werken von Skilbeck sowie Liedern von Froboess, Mancini, Sutherland und Trenet zu verpassen (hier das gesamte Programm als pdf), sollte vielleicht einen Blick auf den Saison-Kalender werfen. Und dann seine nächste Berlin-Exkursion entsprechend planen...

[Bildchen: Zeigt tatsächlich das Carillon Berlin Tiergarten. Erst noch ausprobiert, wie eine Spiegelung in Wasserwellen ausschauen würde. War dann aber allzugrauslich kitschig, weshalb die dezent an tiefes Tümpelgrün gemahnende Tönung reichen muss. Dank gilt dem Spender der Originalaufnahme in die Wikipedia Commons, Nikolai Schwerg, sowie dem grossen GNU.]

Von miss.gunst am 27.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

26.07.08

landgang mit sound (WRT)

rpesd_ksw.gifVor einiger Zeit haben wir einen Ruf vom European Sound Delta weitergereicht, einem Projekt, in dessen Zuge Radio-KünstlerInnen auf zwei Schiffen rhein- bzw. donauaufwärts reisen.
Mittlerweile sind beide Schiffe gestartet* und bei jenem, das auf dem Rhein fährt, steht der erste Landgang an.

rpesd_g1.gifUnd zwar im belgischen Brüssel, wo die beteiligten KünstlerInnen in Kooperation mit dem iMAL media arts lab (das treue LeserInnen natürlich schon aus einem früheren Eintrag kennen), dem atelier de création sonore radiophonique und Radio Panik ein Radiokunst-Minifestival veranstalten.

Und da das Ganze sowohl über den Webstream von Radio Panik als auch - Dank Radio WNE (dem aus guten Gründen hier auch schon mal ein Webradio-Tipp galt) - über den Radio2Radio-Webstream des European Sound Delta übertragen werden soll, kann man auch aus der Ferne mit dabei sein.

Und zwar bereits ab 15:00 Uhr, wobei den Nachmittag über erst einmal "radio shoot [sic] stories" auf dem Programm stehen. Im Anschluss an diese satte Portion von in- bzw. diffusions geht es ab 20:00 Uhr dann mit Radio-Kunst-Konzerten weiter - und schliesslich soll der Abend dann die Nacht (ja, irgendwann reichts auch mit der Kunst) zum Tanz bitten.

rpesd_g2.gifFür diejenigen, die heute schon etwas anderes vorhaben, ein kleiner Trost: Erstens wird dies sowieso nicht die letzte radiophone Veranstaltung sein, mit der das European Sound Delta unseren Sommer bereichert. Und zweitens ist - da über radiator x auch (das Frankfurter) radio x mit dem ESD kooperiert - auch noch ein weiterer Sendetermin für das heutige Programm vorgesehen. Was natürlich dann auch zu Zeiten an dieser Stelle angekündigt werden wird. Stay tuned (... and watch out for our Webradio-Tipps)!

* Ja, den Stapellauf der beiden Radiokunst-Schiffe hätten wir normalerweise natürlich auch schon im Log.Buch gefeiert. Was aufgrund unserer Technikgau-bedingten Zwangspause leider eben auch nicht ging, tant pis.

Von miss.gunst am 26.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

25.07.08

inventionen 08

inv08_ksw.gifIn Berlin, wo Festivals mittlerweile das ganze Jahr über Saison haben, hat gerade schon wieder* eines begonnen, dass sich FreundInnen von Klangkunst eigentlich nicht entgehen lassen sollten.
Es hört auf den programmatischen Namen inventionen und wartet nicht nur mit einer Reihe von Konzerten, sondern auch mehreren Ausstellungen auf.

In ersterer gibt es heute Abend gewissermassen ein 'Klassik'- bzw. Klassikerprogramm - insofern Werke von Debussy, Boulez, Dutilleux und Messaien intoniert werden sollen.

inv08_g1.gifAber da die wenigsten LeserInnen mal eben in Berlin vorbeischauen können dürften, an dieser Stelle wohl besser die Ausstellungstipps zu den inventionen 08:

In der Villa Elisabeth sind eine ökosystemische Klanginstallation von Agostino Di Scipio, "Undefined Landscape" von Hans Peter Kuhn [für eine Ansicht der undefinierten (Klang-)Landschaft unter Installationen schauen - will wg. Rähmchen leider nicht direkt verankert werden], die "Wandering Eye Studies" von Ed Osborne sowie fünf Stücke von stadtmusik (Sam Auinger, Dietmar Offenhuber, Hannes Strobl) versammelt (bis 03.08.).

In der Singuhr Hörgalerie (mehr im Archiv) stellen Studierende von Sam Auinger aus dem Bereich Sound Studies an der UdK Berlin, zusammen mit Klanginstallationen von Michael Moser (Resonant Cuts, 2008)und Akio Suzuki (oto-date NA GI SA, 2008) (bis 14.09.).

inv08_g3.gifUnd schliesslich kann man in der TU Berlin (wo kommende Woche nämlich dann auch noch die Sound and Music Computing Conference SMC08 zum Thema "sound in space - space in sound" stattfinden wird) Bernhard Leitners Ton-Raum TU Berlin (1984) aufsuchen, der aus Anlass der inventionen 08 mit einem speziellen Programm bespielt wird. Und ausserdem gibt es noch eine bzw. die "sOUNDsPHERE - hOERkUGEL" von Paul Modler und Studierenden des Sound Departments der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zu bestaunen (bis 03.08.).

Mithin: Gründe genug, eine kleine Pilgerreise nach B. anzutreten - einmal mehr, da sich eben auch unter den angesetzten Konzerten noch diverse Leckereien verbergen. A propos: Für die Überschau übers dicht bepackte Programm bietet sich neben der eher spröden Heimseite der inventionen 08 auch ein schmucker pdf-Flyer an.

* Schon wieder: Meint an dieser Stelle ein ganz bestimmtes anderes Festival (na,welches wohl?), das hier im Log.Buch aufgrund unserer Technikgau-bedingten Zwangspause leider nicht zur rechten Zeit gefeiert werden konnte. Bis es dann retro an der Reihe ist, dauert's augrund der aktuellen Einträge noch ein bisschen...

Von miss.gunst am 25.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

24.07.08

zwei im zwischenland

usfkzw_ksw.gifSeit mittlerweile zwei Jahren schon funktioniert die Zürcher Dreikönigsbrücke als Tank-Stelle für Bilder und Klänge. Regelmässig lädt das videotank-Team KünstlerInnen dazu ein, mit bzw. an und in den drei Forellentanks unter dem Brückenbogen zu arbeiten.
Das sogenannte Sommerfenster über die Monate Juli und August wird nun von einem gemischten Doppel bespielt, das den Ort beim Wort nimmt und in ein Zwischenland entführt.

Für den visuellen Part zeichnet Ursula Scherrer verantwortlich (s. den Eintrag zu ihren Optosonischen Teestunden im Archiv), die mit ihrem analogen Videomixer Bilder in das Projektionslabyrinth schickt, um sie in der Zone zwischen Brückenbogen und Wasser in immer neuen Kombinationen umherirren und -flirren zu lassen.

usfkzw_g.gifAdäaquat labyrinthisch gemischte Klänge steuert kein Geringerer als Flo Kaufmann bei (als Experte für elektronische Bicolagen treuen LeserInnen dieses Log.Buchs aus zahlreichen Einträgen bestens bekannt), in dem er Field Recordings von Feuchtgebieten mit seinen selbstgebauten Synthesizern moduliert.

Zur Eröffnung am 05. Juli hatten die beiden bereits vor Ort eine Konzertperformance gegeben - auf die wir aus bekannten Gründen ja leider haben verweisen können. Ersatzweise für heute (und/oder morgen) eine kleine Ausflugsempfehlung: Dann sind die beiden nämlich gemeinsam im Stuttgarter Kunsttresor - Raum für flüchtige Kunst zu Gast, um ihren Dialog fortzusetzen und eine gemeinsame Konzert/Performance/Installation namens "mittel-land" zu präsentieren.
Wer sich im Schwabenland aufhalten sollte oder eben anzureisen plant: Zu sehen und zu hören ist das Ganze jeweils von 19-22 Uhr.

[Bildchen: Aus den üblichen Gründen keines, das aus dem Zwischenland von Scherrer und Kaufmann stammt. Vielemher mussten wir selbst unter einer Zürcher Brücke fischen gehen und haben das Ganze dann ein bisschen aufgemischt. Der Dank fürs Originalmaterial geht an Wikipedia Commons-Spender Ikiwaner und das grosse GNU! Letzterem gehört nun auch das Wellengewaber zu...]

Von miss.gunst am 24.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

23.07.08

schnee stimmen (feldman, WRT)

mf3vs_ksw.gifBekanntlich haben wir ja selbst eine Neigung, es just zur Sommerzeit im Radio ein bisschen schneien zu lassen. Was je nach aktueller Witterung wahlweise als erfrischend empfunden - oder unter Umständen auch fast schon passen kann.

Ersteres ist im Juli tendenziell sicher die wünschenswerte Variante. Aber da man derzeit meterologisch so einige Überraschungen erleben kann - wer weiss?

In jedem und für jeden Fall wollen wir einen Webradio-Tipp nicht unterschlagen, der FreundInnen von akustischen Wintereinbrüchen heute Abend das Herz erfreuen wird. Wie so oft an einem Mittwoch ist es das WDR Studio Elektronische Musik, das uns entsprechend zu beglücken verspricht.

mf3vs_g2.gifAuf dem Programm steht heute (23.07.08) nämlich Morton Feldmans Stück "Three Voices" von 1982, das um eine Zeile aus Frank O´Haras Gedicht "Why I Am Not A Painter" kreist:

"Who´d have thought / that snow falls..."
["... it always circled / swirling / like a thought / in the glass bowl ...". Sehr schön sowieso - und O'Hara wusste als Freund von Pollock und anderen nur zu gut, wovon er da sprach.
Schnee fällt bei ihm übrigens auch sonst sehr oft. Aber das nur beiseit für jene, die unsere generelle Leidenschaft für Schnee und Flocken teilen...]

Eine Premiere ist das natürlich nicht - sogar in diesem Log.Buch haben wir schon einmal auf eine voraufgegangene Ausstrahlung im WDR verwiesen (s. den Eintrag vom 14.02.07).
Weshalb an dieser Stelle allenfalls noch ein Seiten-Verweis auf nachgetragen werden soll, aus dem sich zusätzlicher Honig saugen lässt: Der Basler Tonhof hat nämlich zwischen 2003 und 2004 "Three Voices" in ein szenisches Projekt transformiert und hierzu eine liebevoll aufbereitete Dokumentation ins Netz gestellt.
Hat ja vielleicht sogar der eine oder die andere seinerzeit im Nordstern gesehen und gehört?

Beim WDR gibt es das Ganze heute (wie immer ab 23:05 Uhr) aber dann natürlich 'nur' als Akustik pur...

[Bildchen: Die Schneeflocken, ursprünglich mal über Madrid unterwegs, haben wir aus den Wikipedia Commons gefischt, wo sie als Spende in die PD gelandet waren. Dafür danken wir - und hoffen, dass es den Flocken nicht zu sehr missfällt, dass wir sie noch ein wenig weiter taumeln lassen...]

Von miss.gunst am 23.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

22.07.08

grelle musik

gmg_ksw.gifKlingt ein bisschen wie Gelbe Musik? Ganz falsch ist die Assoziation nicht, denn auch hier kommen Kunst und Klang zusammen. Allerdings nicht analog, auf Tonträgern und in Berlin, sondern in Graz und im Netz.

gmg_g1.gifLetzteres gehört ganz entscheidend zum Konzept: Grelle Musik geht es nämlich – wenngleich nicht ausschliesslich, so doch mit einem deutlichen Schwerpunkt – um Musik und Klangkunst in der digitalen Kultur. 1982 von Werner Jauk als "Plattform zur Realisierung experimenteller Formen der akustischen und visuellen Künste" begründet, werden seither auf diesem Feld regelmässig Forschungs- und Praxisprojekte initiiert und durchgeführt, von denen die meisten ihrerseits Netzwerke aktivieren.

So auch aktuell jenes, für das Grelle Musik KünstlerInnen und TheoretikerInnen verschiedener Disziplinen nach Stellungnahmen und Beiträgen zum "musikalisierten Alltag der digital culture" fragte.

gmg_g2.gifHeute (01.07.08) findet Am 01.07. fand im legendären Grazer Dom eine Netzkonferenz- und Konzerttag statt, in dem die Antworten in Form von Kurzvorträgen und audiovisuellen Beiträgen vorgestellt werden wurden.
Wer mag, kann mochte, konnte auch aus der Ferne mit von der Partie sein – denn die gesamte Veranstaltung wird wurde per Stream im bzw. ins Netz übertragen. Und es gibt gab sogar die Möglichkeit, sich per Skype-Schaltung auf die eine oder andere Weise live einzubringen.

Aufgrund unserer Zwangspause kommt dieser Eintrag nun leider zu spät, um zu solcher Teilnahme zu laden. Was natürlich ziemlich schade ist. Aber da bei Grelle Musik im Allgemeinen und im Speziellen auch zum Netzkonferenz-Konzerttag auch sonst einige interessante Materialien archiviert sind, lohnt auch ein nachträglicher Besuch. So kann man nun beispielsweise in aller Ruhe in den Statements stöbern, die KünstlerInnen und TheoretikerInnen auf Jauks Anfrage hin eingereicht haben.

[... ja, ein kleines Notizzettelchen vom braven Medium ist auch dabei. Welchselbiges aber nur der Begleitbrief zum eigentlichen Beitrag ist - der seinerseits ein Stückchen Radio war und ergo radiophon gesendet wurde, flüchtig in Raum und Zeit ...]

Von miss.gunst am 22.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

20.07.08

ruf vom LAB 30

lb3008ksw.gifUnter den eigentlich weiterreichenswerten Meldungen, die während unserer Zwangspause in den Sedimenten versunken sind anstatt als Eintrag im Log.Buch zu erscheinen, waren leider auch diverse Aufrufe zur Beteiligung.
Dieser hier hat sich aufgrud der Frist schon fast erledigt.

Aber glücklicher Weise nur fast, weshalb wir ihn doch noch einmal ausgraben wollten.

Das LAB 30 in Augsburg mag als Medien-Kunst-Festival zwar nicht ganz so bekannt sein wie die transmediale. Gleichwohl sind die OrganisatorInnen nicht weniger engagiert, ein mehrtätiges Programm mit Ausstllung, Konzerten und Panels auf die Beine zu stellen.

LAB30 versteht sich als Plattform für experimentelle Kunstprojekte, die mittels moderner digitaler oder analoger Technologien eine künstlerische Reflexion unserer veränderten Umwelt beinhalten und dem Besucher des Festivals durch Interaktivität oder digitale Bild- und Klangerlebnisse neue Sichtweisen dieser veränderte Kultur bieten.

lb3008g.gifZur Ausgabe 2005, zu der ein veritabler Netzlabel-Schwerpunkt gehörte, hatten wir jedenfalls mal einen Ausflug gemacht und können das Ganze von den eigenen Erfahrungen vor Ort her nur allerallerwärmstens empfehlen.

Eine gute Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen, bietet natürlich die Beteiligung am Geschehen - und an diesem Punkt kommt nun auch der Aufruf (hier als praktisches pdf) ins Spiel, mit dem nämlich zur Einreichung von Arbeiten für die geplante Ausgabe 2008 aufgefordert wird, die vom 13. bus 15. November 2008 stattfindet.

Gesucht sind "Interaktive Installationen und Ausstellungsprojekte, die sich in spielerischer Art mit neuen (Computer-) Technologien und digitalen Möglichkeiten visuell oder akustisch auseinandersetzen."

"In spielerischer Art" - das klingt ganz nach LAB 30 und doch schon mal gar nicht schlecht, oder?
Nur muss es mit der Einreichung nun ziemlich hurtig gehen. Die endete zwar nicht gestern (wie im pdf noch steht), sondern wurde auf den 20.07. verlängert. Wird auch so denkbar knapp. Aber einen Versuch ist's sicher wert und vielleicht gibt es angesichts der Wirrsal um die Termine ja auch eine Extra-Gnadenfrist...

Von miss.gunst am 20.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

18.07.08

diy streik

strac_ksw2.gifKeine Sorge - gerade nach den unfreiwilligen Ferien liegt uns nichts ferner, als das eigene Log.Buch zu bestreiken.
Vielmehr gilt es, einen Aufruf zum Streik weiterzureichen.

strac_g1.gifSelbiger kommt aus Bremen, genauer gesagt: Vom thealit frauen.kultur.labor, das sich im kommenden Sommer nämlich in eine "STREIK ACADEMY" zu verwandeln gedenkt bzw. eine ebensolche auszurichten plant.

Dafür werden nun gute Streik-Konzepte sowie fähige Workshop-Dozentinnen gesucht. Aber Achtung: Mit einschlägigen Neigungen zu Protestaktionen ist es sicher nicht getan.

Einige Basisinformationen zu den Rahmendaten wollen wir an dieser Stelle weitergeben - ernsthaft Interessierte sollten sich aber dann unbedingt den vollständigen Aufruf zu Gemüte führen:

strac_g2.gif

Wir wollen Ihre Streiks! Streiken Sie und berichten uns darüber! Organisieren Sie sich und uns! Laden Sie ein zum Streik. Tragen Sie bei zur Streiksammlung, die am 18.7.09 in der Streik Academy vorgestellt werden soll, vermitteln Sie Ihre Strategien am Streikworkshop "besser streiken" am 19.7.09.
Denn sicher gibt es einen Streik, den Sie immer schon mal machen wollten. Sicher gibt es eine Technik, die Sie im Workshop immer schon mal lernen, ausprobieren oder vermitteln wollten: Agitationsweisen, Ritualkenntnisse, Straßenstrategien, technologische Finessen, gesellschaftsanalytische Erkenntnisse, schlaue Tools für Wut, Performativität des Dagegenseins... Was macht einen guten Streik aus? Wie besser streiken? Können wir Streikkritik lernen?
Wir suchen Störungen, die verweigern, verbessern, stoppen.

Schicken Sie uns bis zum 15.10.2008 ein Konzept des Streiks, den Sie durchführen wollen, von dem Sie auf der Streik Academy vom 17.-19.7.09 in einem Beitrag berichten können oder dessen Strategien sie darstellen und vermitteln möchten. (Sie können Text, Bild und/oder Filmmaterial schicken.)
Wir stellen für die vorgeschlagenen, durchgeführten und dokumentierten Streiks Infrastruktur zur Verfügung, unterstützen Kampagnen und Durchführung, honorieren die Unterweisung im Streik in Form eines Workshops, zahlen Fahrkosten/Unterkunft während der Streik Academy sowie ein Honorar für Ihren Beitrag (Bericht, Dokumentation, Unterweisung) während des Academy-Wochenendes.

Die Jury der Streik Academy trifft ihre Auswahl aus den Einreichungen bis zum 31.1.2009.
Kuratorinnen des Projektes: Ulrike Bergermann, Andrea Sick, Kathrin Wildner

Streikkonzept + kurzen CV bitte senden an: info@thealit.de
Für Fragen: castro@thealit.de (Lola Castro)

thealit- Im Krummen Arm 1 - 28203 Bremen - Deutschland
Tel. 0049-(0)421-701632 - Fax 0049-(0)421-78028 - www.thealit.de

strac_g3.gif

[Bildchen: Tja, also - wir müssen wohl noch etwas üben. Und am Besten dann kommendes Jahr einen Workshop bei der STREIK ACADEMY belegen...]

Von miss.gunst am 18.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)

17.07.08

von wegen ferien

zwafe_ksw.gifZwar läutet der Juli vielerorts Sommerferien ein.
Wir hatten aber eigentlich nicht geplant, den Monat mit einer grossen Pause zu starten...

... vielmehr sollte am 30.06. nur ein kleiner, unauffälliger Umzug vom in den vergangenen Wochen wieder verdächtig schwächelnden Server auf ein etwas verlässlicheres Modell im selben Hause stattfinden.

Dummerweise hat es dabei aber providerseitig ein kleines Missgeschick einen ziemlichen GAU gegeben (von dem - geteiltes Leid ist in diesem Fall nicht unbedingt halbes Leid - unter anderem auch die ebenfalls zügelnde nette Nachbarschaft betroffen war).

Woraufhin es dann wieder einmal hiess: Warten....

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... Warten ...
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... Warten ...
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... Warten ...
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... Warten ...
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... Warten ...
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... Warten ...
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... Warten ...
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... Warten ...
usw.

Woraufin man sich wohl oder übel...

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(eher übel bzw. düsterster Stimmung)
... früher oder später...
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(eher später, aber dennoch)
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... in sein schödes Schicksal fügt bzw. anschickt ...
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... selbigem noch eine gute Seite abzugewinnen.
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Nunja. Ganze zwei Jahre Ferien sind daraus immerhin nicht geworden.
Aber mehr als zwei Wochen sind doch einige Zeit, in der sich ein ziemliches Sediment im Kulturbeutel ablagert, das jetzt erst einmal wieder umgegraben bzw. auf etwa verstrichene Verfallsdaten hin gesichtet werden will.

Aber wie auch immer: Das Malheur scheint behoben - und wie's aussieht, kann es endlich wieder heiter weiter gehen...

Von miss.gunst am 17.07.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)