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15.09.08
Zwitschermaschine (ae08)
Mit der kleinen Reihe zur ars und zu Vogelstimmen, die auf der diesjährigen ars electronica zu vernehmen waren, sind wir tatsächlich noch immer nicht am Ende.
Denn auch in der Ausstellung "Cyberarts" im OK Offenen Kulturhaus konnte man auf ein Genist stossen, aus dem es - mindestens zeitweise - munter zwitscherte.
Dabei schauen die seltsamen Wesen, die sich in der Linzer Installation von teNts "Call <-> Response" zu einem Zirkel versammelt fanden*, nun wirklich ganz und gar nicht nach Vögeln aus.
Eher schon können die kugelförmigen "Köpfe" von der Materialanmutung her an Nester erinnern - ein Eindruck, den auch das kleine Foto auf der ars-eigenen Seite zu "Call <-> Response" recht gut vermittelt, wo sie anders als im OK direkt in einem Baum befestigt zu sein scheinen.
Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Experimentalanordnungen, die teNt bzw. Macoto Cuhara im Rahmen seines Projektes verfolgt hat.
Das geht aus der ausführlicheren Dokumentation auf seinen Heimseiten hervor (die wir - dank der wie je heissgeliebten Frames - hier leider nicht mit direkten Verweisen verknüpfen können dürfen).
Dort werden insgesamt drei Konstellationen von "Call <-> Response" vorgestellt: In der ersten (B2C) wird dem System die Sprache der Vögel gelehrt, in der zweiten (C2C) - die der Linzer Konstellation entspricht - zwitschern die Computer miteinander, in der dritten (C2B) schliesslich nehmen letztere wieder Kontakt mit den Federtieren auf.
Um diese Konversationen zu ermöglichen, hat teNt mit Hilfe einer Modellierungs-Software die Syrinx bzw. den Stimmkopf von Vögeln nachgebildet, sodass sein System in der Lage ist, eine eigenständige Zwitschersprache zu generieren und sozusagen selbst zur Vogelkolonie zu werden (C2C).
Es kann aber eben auch von anderen Vögeln lernen (B2C) - und da Vögel bekanntlich ihrerseits ziemlich sprachbegabt sind, sollte das auch umgekehrt funktionieren (C2B).
"Theoretically possible types of birds in general, including extinct ones and those that never existed" soll seine Zwitschermaschine zu simulieren in der Lage sein.
Schade eigentlich, dass sie im OK eingesperrt war(en). Denn was wäre das erst in der Nachbarschaft zum Traumvogelbaum für ein Konzert geworden...
[Bildchen: Schlichter Versuch der eher systemischen Veranschaulichung einer Computervogelkommunikation. Nicht gerade dem Leben abgeschaut. Und natürlich erst recht nicht der hier bezwitscherten Installation.]
Von miss.gunst am 15.09.2008 | Anker zu diesem Artikel | Kommentare (0)
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